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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 108. Sitzung. Freitag den 30. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

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[Aufrechterhaltung der Bffentlichen Ordnung] bezirk Frankfurt a. M. sih mit den Arbeite 
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fLeid, Antragsteller (U. Soz.-Dem.)] eer beneath ME na 1 da 
rücfficht8lo38 vor, eventuell verhänge ic< das Standrecht“, die gegenwärtige Gisenbahnerbewegung politischen 
und als er dann sagte: „Meine Herren von der Rechten, ich Ursprung habe und politischen Charakter trage 
bitte Sie, mäßigen Sie sich -- -- wenn Sie das gegenein- Gewiß, in einzelnen Bezirken und Orten haben 
ander halten, dann, glaube ich, braucht man kein Wort mehr jofort geschäftige, politis<e Drahtzieher ihre Zeit 
dazu zu sagen. ES ist ja bezeichnend, daß man heute noch für gekommen erachtet, um mit allen demagogischen 
darauf hinweisen muß, daß die ganze Gewaltpolitik ge- Mitteln zu versuchen, die erregten Eisenbahnen 
tragen ist von einer geradezu sinnlosen Wut gegen uns, daß ihren Zweien nußbar zu machen. Wer mm 
man blindlings gegen uns vorgeht, ohne sich lar zu machen: aber weiß, wie vor dem Kriege infolgeldex 
iwas ist denn eigentlich die wirkliche Ursache dieser reaktionären. Maßnahmen der Regierungeiwätt 
j einzelnen Länder jede gewerks<aftliche Schulung 
Unruhen, dieser sogenannten Unordnung, von der man ; “y: Iulu 
spricht? Sie können dis Zeitung verbieten der Gisenvahner ummöglich gemacht warde 
Stertönnen unterer Partei Scwieriakeit wundert sich kaum über die Verirrungen, die di 
machen,aberdie sozialen Ursac<hendieser Un- aus vor, Jumeren. wirtichosilichen. Not gelte 
Zungen Foisen Sie damit no<langenihtaus Er wegung teilweise zeitigt. 
er Welt. Der reiber geht weiter auf die Ursachen ein und 
(Sehr richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Eini Ban „. 
Partei) u erna vonn Teinoqugie, einzelne ges 
Diese bestehen weiter. Glauben Sie doch, daß die Zustände, ERIN TONE EGO SiE DEN Mam nenen Einhal 
wie sie bei den Eisenbahnern, in den Bergwerksbetrieben in „a M 2 rechtzeitige Veseitig 
breiten Schichten der Arbeiterschaft sich geltend machen, ausreichenden WENN RETSECET NN Mer 
nicht fünstlich geschürt sein können. Sie sind heraus- jpät erfolgte die Erhöhung der Teuerungs 
gewachsen aus der sozialen Not de3 Volkes. zulagen auf 150% der Arbeiter, der Beamten. 
(Sehr „wahr! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Nicht anders verhielt es fich mit der tarifliche 
gig 3 sch ie : 
Partei) Zohnregein der preußischen Eisenbahner und 
Was wird nicht heute alles über die Eisenbahner ge- =. LEN | N 
sagt! Die ganzen Reden haben sich jo angehört, als ob die Sie sehen daraus, daß Kokur offen und frei sagt, | 
Eisenbahner zu faul wären, als ob die Bergarbeiter niht 17 der Tat nicht politische Fragen sind, die hier ein 
arbeiten wollien. DaS ist eine |<were Beleidigung Rolle: spielen, sondern, daß es in der Hauptsache die 
der Arbeiterschaft in ihrer Allgemeinheit. “ soziale Not der Eisenbahner ist, die der Bewegung zu: 
grunde liegt, und de2halb ist es in der Tat unerhört 
(Zurufe) ie Mer genen die Sinan ergebenen wird. Js 
Ma HH , , n erstehe die Schwierigkeiten der Eisenbahnverwaltung al 
22 AUS IEE HE IIR EUEREN ANER HIE PEPLYPRUNUN RR EREN 5307 die 
nicht durch aßnahmen überwinden 
gefolgert ZEI: wie sie sie jezt getroffen hat, und sie sollte sich ernst 
wi Zunächst die Eisenbahner! Die Forderungen der lich überlegen und sich jagen, daß solche Maßnahmen der 
Gifenvohner Fis ee LUGER BETEN ver S < ; ; eß u 2 der EE senbahn wer x "2 tten "85 
ächtigt worden. Man hat gesagt: die Eisenbahner wollen geeigner jein Tonnen, weite Kreise iw 
das ja nicht, um aus ihrer sozialen Not herauszukommen, 194 größere Unruhe zu verseßen. 4 
nein, die Eisenbahner würden bloß von bestimmten poli- Der Herr Abgeordnete Weber hat das gestern auch 
tischen Parteien zu diesem Zwe aufgestachelt. ösien nenden Er hai offen, klar und wahr gesagt; 
EE | / . ) was die Eijenbahnverwaltung gegen ihre Arbeiter getan 
(Sehr richtig! bei der Sozialdemokratischen Partei =- Sehr i 3 ; : ; 
unrichtig! bei der Unabhängigen R NR en Ee er In ". Nn He, Dun m m 
Bartei) dxt, hört! bei der Unabhängigen Sozialdemo ratishen 
Daß das nicht der Fall ist, daß die Eisenbahner alle Forde- | Parteh EN 
rungen aus der Not der Zeit heraus erheben, das sollte dom &* war ein schwerer, schwerer Fehler, der am allei? 
eigentlich hier nicht erst gesagt werden müssen. Aber man PVenigsten geeignet ist, die sogenannte Unruhe unter den! 
muß es in der Tat nochmals- wiederholen. I< möchte hier Arbeitern zu beseitigen; es ist viel eher geeignet, sie im 
auf Äußerungen eines Mannes hinweisen, der doch auf dem ihlimmster Weise zu steigern. 
Gebiet der Eisenbahnerbewegung Sachkenntnis hat. Kürz- (Sehx richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischit 
lich hat im „Vorwärts“ vom 21. Januar ein Artikel ge- Partei) 
standen, der sich mit der Eisenbahnerbewegung beschäftigt. . . 2... i 
Der Artikel ist unterschrieben von Koßzur. Soviel ich weiß, Er hat. gesagt, daß nicht etwa die unabbängigen Hebtt 
spielt Herr Koßur in der Eisenbahnerbewegung eine einfluß- es waren, die die Arbeiter zum Nichtstun verleiten 
reiche Rolle. Und was schreibt Herr Kozur? Er sagt: wal tens us de: Den & bgeotdneie „ever hat fet 
NEHREN | DE offen ausgesprohen, daß er, nachdem er mit dent 
Angesichts dieser Sachlage wäre es einseitig und Arbeiterausschußmitgliedern von der Werkstatt Nied ges 
voreilig, von einer politischen Streikheße zu sprochen habe, den Eindru> gehabt hätte, alle wären ber 
sprechen. Die Tatsache, daß das große Heer strebt gewesen, nach Möglichkeit die Produktion zu steigern: 
der Beamten sich in Kampfesstimmüng befand -- Endlich hat er hinzugefügt, daß unter den Ausschuß? 
ich erinnere nur daran, daß in Bayern die Ex- mitgliedern Mitglieder seiner und meiner Partei gewesen 
ledigung der Vesoldungsreform stürmisch ge- sind. Damit ist eigentlich all das ausgeräumt, daß es 
iordert wurde und daß die Boamten im Direktion8- politische Gründe seien, die der Bewegung zugrunde lagen
	        
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