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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 107. Sitzung. Donnerstag den 29. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

zreußischexanvesverrmmmung107.Eigungjam 29. Januar 1920 5512 
sAufrechterhattung der öffentlichen ODrönungt Yrbeiter ausgeschlössen erseheint, und daß die Bezahlung 
| = des garantierten Siundenlohnes nach wie vor zu erfolgen 
[Weber, Fragesteller (So3.-Dem.)] hat. 4 Auf Gris dieser vom Eisenbahn nisterium A 
i ret vrnanisierten Arbeiter, gegen den Beschluß Umne Mnanen Wir uns Wohl einigen. 
einen fi Genn gewirkt LI in R Nn 105 brauche „Jeuie nich! Z arauf einzugehen, name fich ver 
hineingeschrieben wird: die Führung war nicht einwand- übe groge Zeil ver Arbeiter zu diejem System 595% 
frei, =- was joll der Mann dann mit einem solchen Zeugnis bat. SO grande ME: jivon geuen 4 nen 6b 
anfangen? Sie wissen alle, daß ex darauf hin, er mag Unier u MU an fen Der Me Ichaften aon 
hinfommen, wohin er will, niemals Arbeit bekommt. Ih nigt ee ie ejtand, nicht ar Z ord u 8 SIe 
möchte hier im Namen meiner politisc<en Freunde die [onder nur Wie Froge, ive Hm I: GeNTDeIEE MWErVEen 
Forderung aussprechen, daß diese Führungszeugnisse ein- [ollie 5 Darnven sone gerenetimerden- 
gefordert werden und an deren Steile entweder gar keine Dann ist in dem lebten Absaß dieses Reverses auch 
oder andere ausgestellt werden. jolgendes einneiäat: daß sich MD SE 
vers, der an die Betriebswerkstätien hinaus- verbot fügen jolien. JIU halte diejen Passus für recht 
AT Re M el 040 LE: 0 NML vngeshier Warum wollen Sie auf einmal den Arbeitern 
fich zur Arbeit zu meiden, lauiet in seinem ersten Absaß: > Den; ien ren überhaupt verbieten, +3 
„Ich verpflichte mich für ven Fall meiner Einstellung zu “WWG Rer Wes shon „Pvr dein Zun ea au ge 
einer täglichen Arbeitszeit von vollen acht Stunden“ = 1Peienen etrteoen der Gijenindujtzie die Raucheriauvnis 
das erkennen wir voll und gang an ==, zweitens: „zus 9 9%!- und ich sehe mimt en, warn wir Das Rauchen 
einer Akfordarbeit auf Grund der zu vereinbarenden un ei der Eijenbahn verbieten sollen. „Wir. müssen 
Tariflohnsäge und von vertraglich vereinbarien Stück- Unterschied zwischen einem vernünftigen Arbeiter 
lohnzeiten.“ Wir haben ja iin Sominer in der Landes- machen, der jein Pfeifen raucht und trogdem mehr 
versammlung durch Beichluß festgestellt, daß wir als po- leister, als MEL I: rauchen DUE zus zwischen 
litische Partei Besürworter eines Akfordsystems sind, das 12287 Leiten: diet Ziuareuen inder Werkstütie herum“ 
zwischen der Gewerkschaft oder den Arbeitern der einzelnen gehen und Hure die FOREIUNG:  j9HpIen: Das ist 
Beiriebe und ver Betriebsleitung vereinbart wird. Aber Unter)hied. Über diese Destimumng würden wir mit 
wir verstehen es nicht, wie das Ministerium auf dex 2 SRfEn Ba NU noc) zu reden haben, daß 
einen Seite hier die Siellung zur Akfordfrage als Be- vieser Revers, wie EE End Sneganoen, ijt, 1roßdem ex 
dingung für die Wiedereinstellung bezeichnet und auf der 22% Tausenden von Arkeitern, unterschrieben. 11, nicht in 
anderen Seite mitteilen läßt, daß die Tarifverhand- [9er Schärfe zur Geltüng gebrac<i werden kann. | 
lungen mit den Gewerkschajien als jolche anertannt Wenn die Leute in die Betriebe zurücgekehrt sind, 
werden, in denen das Akfordsystem vollständig ausge- jo will ich damit nicht sagen, daß sie von der Erkenntnis 
jchlossen ist. Das ist ein großer innerer Widerspruch, durchdrungen sind, daß. alles, was in diesem Revers steht, 
und diejen aufzuklären wird auch Ihre Aufgabe jein. nun auch ihrer Überzeugung entspricht, sondern wir wollen 
Über meine persönlihe Meinung zu der Frage der 299 nicht außer acht lassen, daß die Arbeiter heute 
Akfordarbeit möchte ich lurz folgendes sagen. Wir er- dur< ihre soziale Lage gezwungen werden, fich wieder 
kennen an, daß Betriebe von der Größe, wie es unsere Arbeit zu juchen, daz ein Arbeitjuchen in der Privat- 
Betriebswerkstäiten geworden sind, ohne Akfordarbeit dustrie, heute unmöglich ist. wenigstens in meiner 
nicht austommen können, daß die Verschiedenartigkeit der Gegend, im Frankfurter Bezirk, da Hort mul Grand des 
Arbeiterschaft selbst die Narurnotwendigteit ergibt, anders Kohlenmangels der «größte Teil der Privatbetriebe stille 
zu verfahren, als in einem tleinen übersichtlichen Betriebe, Jeiegt ist und ein anderer Zeil LEIN Drei, Vier 
wo man die Arbeiter beauffihtigen kann. Die BVer- Diven täglich arbeiten kann. Die Leute sind gezwungen, 
schiedenariigkeit dex Arbeiter ist die Ursache der Ein- 38 leben zu können, die Arbeit in den Betrievswerkstätten 
führung der Aktordarbeit. Warum hat aber heute noch anzunehmen, weil sie vort in ihrem alten Beruf tätig 
ein großer Teil der Arbeiter eine jolche Abscheu gegen [ei können. 
dieses Akfordsysten? CEs wurde vorhin schon durch I< habe vorhin s<on darauf hingewiesen, daß die 
Zwischenruf dargetan, daß vas frühere Akkordsystem niht PMinderleistungen in den Eisenbahnwerkstätten zu vielen 
EIE den Sischrahnen: en aud an Der Peiner jalschen Schlußsolgerungen Ünlaß gegeben „haven, und 
Verant ) E22 018e Ey eit vt, M er weise nod) darauf hin: die Mängel, die heuie auf Srund 
GEE UU. ZUM SIPfer fallen mußte. Früher wurde des schlechten Wiaterials zu verzeichnen find, sind meinex 
feine Kücdsict auf die Vorbedingungen genommen, die Meinung nach mit die größte Ursache an der bestehenden 
löse betstelkung eines Fabritaies oder einer Ieparatur zu Misere. Wenn eine Kolonne von 15 bis 20 Mann an 
Mien Andererjeits wissen wir, daß, wenn sich die einer Maschine arbeitet und es an irgendeinem Material 
We einmal angestrengt hatten, einen Attord zu fehlt, dann können die Leute nicht rationell arbeiten; es 
44 führen, und einen höheren Überschuß hatten, jet fic) mittlerweile etwas bei diejem Leuten fest, 
A te durchschnittli) Ujus war, das nächste Mal dieser was, jo zu sagen, einer  Gleichgüliigieit gleichkomimi. 
Dito wieder hezuniergejebt würde, und die Arbeiter Sie haben wegen der Berhältuisse in den Fabriken nicht 
Ee is uter schuften mußten. Wir verkennen abjolut mehr die Arbeitsfreudigkeit, vie jie hätten, wenn sie fort- 
nehmen wängel an dem jrüheren Aktorbiystem, und während arbeiten könnten, wenn fie ewas fexrig brächten. 
mehr in s der Arbeiters<ast mme iv wenn jie nicht Wenn ihnen nun Material zum Teil getiefert wird, das 
Wir tön as Joch der früheren Ausbeutung zurüd will. brüchig ist und in der Hand entzwei geht, so wird ihre 
der Quien aber andererjeiis dem zustimmen, daß nach Yrbeitsfreude feineSwegs gehoben. Die Minderieistungen 
we Grundjägen, wie jie fürzlih vom Lijenbahn- einer Fabrit darf man nicht unter vem Gesichtspunkt 
Mierin in einer Dentschrift festgesteut worden sind, betrachten, daß unter den Arbeitern Unlust bestände ; sie 
Wenn; Ihaftlic) mit den Arbeitern die Preije, die not liegen in den genannten Ursachen, hauptsächlich in dem 
bart u nme „Neparatir herzustellen, verein-Michiechten Material, +. Cs Arisft/ auch dies Beamteider 
Gewä an alle Klaujeln eingeführt werden, die die verschiedenen Betriebe, die die Beiriebe nicht mit der 
hrleistung dafür bieten, daß die Ausbeutung der heute nötigen Umsicht behandeln. I< darf ebenfalls 
107. Sig Lande8vers. 1919/20 594*
	        
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