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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 105. Sitzung. Dienstag den 27. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

8743 Verfassunggebende Preußische Landesverjammtung 105. Sizung am 27. Januar 1920 8744 
[Förderung des Landbaus] kannte. Kaum 40% dürften heute auf dem regulären 
Wege den Konsumenten zugeführt werden. Meine Damen 
[Siemen, Abgeordneter (D. Dem.)]1 und Herren, wenn heute über 60% sc<warz geschlachtet 
, . : rs . den, und wenn man dennoch auf Beibehaltung der 
Holstein, der jedem angeschlossenen Mitglied empfiehlt, WEIDEN, NND au ; 
fein Stü Vieh abzuliefern, sofern ihm nicht der volle Gan geeiwen SR er ein. jo großer 
Häutezuschlag gezahlt wird. I< halte diese Maßnahme, & 17 der Aufhebun ee Mean 2vire Matti "cht e 
hie von He? Regierung weoisen iu iüx UngeieBie: and Eh quer Der 08 05 5 OT ICD 5 
et Si DOT 2 IR: auf jchlachter werden, die restlichen 404 entbehren könnten. 
; EE 40 ; M ; Ich möchte beantragen, daß die Aufhebung der Zwangs- 
die ganze Haut hat. Ich glaube, es gibt andere Mittel irtähaft 1106 Doute Enn och glaube, wir gelangen 
und Vege, HUrM? Die mon der Bevölkerung: in Hezug. auf dann zu weit eordneteren Yerhältrissen ; als SIEM 8 
di? Hering u Sthuhas IN nn die Se M IT jo treiben und en den Wuchern 
Dazu kommt die Unzufriedenheit über 224 4 2008 
die großen ABErTNN Fe. DIe die Wien and Scleichhändlern große Mengen Geldes in die Tasche 
handelverbände haben; wir haben uns in diesem ?"18eN- . 
Hohen Hause ichon einmal darüber unterhalten. Wenn (Sehr richtig!) 
i< nicht irre, betrugen die Überschüsse der Viehhandel- BUREE . 
Mebände in Preußen His aim vorigen Derbft ali 1 a feen wa Ee wn Die Gasaviit ad Die 
300 Millionen Markt. I möchte wünsmen unn diese Restaurateure streiken Me: I< habe es schon gestern 
ganz veionders Hringenhe Dis die Regierung TMN; in Altona gehört, daß die Resta ; nt3 ihren Sen 
der ver Verteilung Ner Aberschufse ans besonders auf um 1 RIET die Gändi un Sn haben, und ich 
die Aufbesserung der Viehbestände bedacht zu sein. PE? DE Das SDas 28 u ges Durchführun 
Da hatte ich vor einigen Wochen im östlichen Holstein, 0 29 Ba 0:7 Q Bee ee ä 
wo ich in dem Dorf Lensahn war, Gelegenheit, das L9MMen DUD, wenn die Zwangswirtschaft nicht sofor 
Fn tat zur Erforschung von Kälber- aufgehoben wird. 
krankheiten zu besuchen und den Veterinär, der es (1) 7 IEE : 7 : 
(eite, kennen zu lernen. Es hat mich gefreut, von diesem (Unruhe bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei) 
ertn hören zu dürfen, daß 30000 H von den Über- Jeder Gastwirt und jeder Besitzer eines Restaurants, jeder 
shüssen den Viehhandelsverbände diesem Institur zu Pächter eines Restaurants wird in die Lage versetzt, in 
weiteren ForsMungsenrbeiten zur Verfügung gestellt worden allerkürzester Zeit den Weg ins Zuchthaus anzutreten, da 
seien; aber die Verteilung muß von dem Herrn Minister diese Handlungen ja nur mit Zuchthausstrafe geahndet 
angeregt oder von ihm genehmigt sein. I< mödte doM werden sollen. Jd) glaube, die Zuchthäuser werden dann 
den Herrn Minister bitten, diese 30000 H dem Institut sehr bald zu klein sein, bei der Not des Baumaterials 
möglichst bald zuzuführen; denn es ist, wie mix scheint, werden wir nicht so schnell Zuchthäuser in dem Maße 
in sehr arger Geldverlegenheit, und ich“ möchte nicht, daß aufbauen können, daß die zahlreichen Restaurateure und 
die Forschungsarbeiten dadurch in irgendeiner Weise be- Gastwirte darin Aufnahme finden. 
hindert werden. 
Wie wichtig dieses Institut ist, das haben mir die (Zuruf des Abgeordneten Adolph Hoffmann) 
Zahlen vor Augen geführt, die mir der leitende Veterinär . | „„„. 
ailärie. 258 bain eien. Im Reife Oldenburg, wo Wen AE Bah. bei Aer KARDIRUNG dier A. 
ungefähr älber geboren wurden, unge- if 13 | ! 7 
fähr TOM an Ruhr usw M EDEDEN durch die ange gestellten in den Restaurants und Gasthöfen eine Unmenge 
Forschungen, die dieser Mann zusammen mit dem Kreis- von Kellnern, von Angestellten, auch vom Küchenpersonal 
tierarzt im Kreise Oldenburg dort macht, sei man auf arbeiie 105 werden und den Kassen zur Unterstüzung in 
ein Mim heruntergekommen. Wie wertvoll sol<he der Arbeitslosigkeit zur Last fallen werden. 
Forschungsarbeiten für uns sind, um gerade jeht die (Abgeordneter Adolph Hoffmann: Und die Drucker der 
Viehzucht wieder zu heben, das ist, glaube ich durch die (269 ie EN 
Zahlen bewiejen, die ich Ihnen eben vor Augen geführt EE Eme ' n b 
habe. Wir müssen de8halb sehen, unsere Viehbestände I< glaube, ehe Ms iejen Eritt tun, ist is pit 
wieder aufzubessern, und vor allen Dingen danach streben, wenn wir uns die Schwere dieser Folgen vor „Augen 
daß auch auf die Zuchtrichtung ein besonderer Wert führen und die Zwangsbewirtschaftung des Fleisches von 
gelegt wird. Wir müssen sehen, daß wir ein möglichst heute aufhören lassen. Wir gehen damit keiner Gefahr, 
sleisch-, fett- und auch mil<hreiches Stü Vieh aufzüchten, wir gehen vielmehr geordneteren Verhältnissen entgegen, 
und ich möchte die Regierung besonders bitten, für diese wenn ich auch nicht verkenne, daß dann die Sleischpreise 
Züchtung möglichst; große Mittel zur Verfügung zu stellen. höher sein werden als jeht. Wenn wir die Preise der 
- Was aber die Versorgung der Konsumenten 60% Scwarzschlachtungen, diese Wucerpreise rechnen, 
mit Fleisch anbelangt, so scheint e3 noch nicht genügend ans von Hi 20% nur die regulären Preise zu 3 
bekannt zu sein, wie denn eigentlich die Versorgung gahlen Fane jo Men ue au een geor neten Prei 
heute ist. Man kann das in der Praxis am besten men. denzaum.Je 3 ' 
durchmachen, wenn man wie wir seit März vorigen Jahres (Zuruf bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei: 
er in erin sind, in möglichst verschiedene Restaurants Siehe die Eier!) 
geht und tagtäglich mittags und abends feststellen kann, Nn . Gen 69. 
Ia man fabie] Sei eine Blifawarten fen fam agnes, des 18. Zt Diel Kafen. Stani 
jie man will. ist auch kein Geheimnis -- und i es : 4 
bin auch überzeugt, daß es dem Herrn Minister und untl pe Beibeisäfnag der Iwannowirihatt steht, in 
allen anderen Herren hier bekannt ist =-, daß bereits er Sißung am 17. Juni ausführte: 
über 60% des Fleisc<bedarfes heute s<warzges<hlactet Ganz ähnlich ist es mit unserer Fleischversor- 
wird. Das ist ein neuer technischer Ausdrue, der gung. Es ist außerordentlich hart, daß wir das 
während des Krieges erfunden ist, den man früher nicht Kilogramm Schweinefleiich 
' 105. Sitg LandeSvers. 1919/20
	        
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