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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 105. Sitzung. Dienstag den 27. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

8711 BVerfassunggebende Preußische Landesverjammlung 105. Sizung am 27. Januar 1920 S712 
[Förderung des Landbaus] 9810: den un Absat pe: Antranes EN WON 
ZS müßten. ix können nicht zugeben, daß die Zwangs- 
[Peters (Sochdonn), Abgeordneter (Soz.-Dem.)] ietshaste bie uns nini über Ne größten Schwictin: 
. - PEE TR UE ; ; eiten noch hinweggeholfen hat, noh weiter gelodert wird. 
ein Et EN S1 M died am Ei MON I< kann den Wunsc< meiner politischen Freunde wohl 
vergangenen Jahr in der Provinz Schle8wig-Holstein als Dahin Im Auen bringen, da aet wünschen, daß aber 
erste einen sozialdemokratischen Oberpräsidenten bekommen. ieh: ih 08 Frage in einen. G iquß 352 er Hti : 
Dieser hat sehr bald eingesehen, daß, wenn wir einer wirtsMat SSI wir „Meine 6 1 en ie TUN 
Falamität hinsichtlich der Kartoffelversorgung in der stanz nir ein APEN EN Prü f089 
Provinz Schle3wig-Holstein aus dem Wege gehen wollten Purge wer EDE pjäcen Un EX ihr 17:409 
D die Provinz Schleswig-Holstein ist Zuschußgebiet =, 44 werdeiemeine pol jimern Freunde 9 Dr 
dann die Kartoffelpreise erhöht werden müssen. I< gebe stimmung ue en. 4 nN aber auch de Sofi, 
Ihnen ohne weiteres zu, daß die Preise für Kartoffeln aß 18 Ih: Zusatan 100, 0er enen men Jane 
und Getreide den Verhältnissen nicht entsprachen. Äber “ enfa S EN u „81 even 2 Kn. : fs» 
Kritik an der jetzigen Reichsregierung zu üben, hat keinen schon : it an c versammlung, 3 FINE wit schafts“ 
Zwe, die vorige hat es ja verschuldet, sie hatte nicht minisf ERG am u 04 nun aassor ert Hoher 
den weiten Bli> dafür. Sc<on im Jahre 1919 hat der Preise für landwirtschaftliche Produkte festzuseßen, dann 
Oberpräsident, == mit scheelen Augen von dem Reichs- muß die notwendige Folge sein, die Reichsregierung zu 
wirts<haftsministerium beobachtet -- festgeseßt, daß die beauftragen, dafür zu jorgen, daß die Arbeitgeber ver 
Kartoffelpreise für den Doppelzentner 20 -[ betragen sollten. AOMURIHE 95 „den FENN HENG M Ae 
(Zuruf rec<t3: War das geseßlich?) NE When MR inen and hoffen au 
EU I34-(8 RET : : . nidht, daß der Antrag in derselben Weise abgelehnt wird, 
Mertin ns pi En ENIE wie seiner Zeit ein Antrag meiner Partei hier ab- 
Sie sehen, daß die Sache ging -=- obwohl Sie behaupten. gelehnt worden ist, den Landarbeitern die gleichen Rechte 
daß die Verwaltungsbeamten, die eingeseßt werden, keine wie den Industriearbeitern zu geben. Dieser Antrag ift 
Sachkenntnis hätten =, sobald ein sozialdemokratischer damals von den bürgerlichen Parteien abgelehnt worden; 
Oberpräsident kam. I< muß Ihnen sagen, daß wir diese wir hoffen, daß der von mir jett gestellte Antrag eine 
Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung in der Provinz Ablehnung nicht erfährt. N , 
Schleowig-Holstein nicht haben. Es ist mehr angebaut Meine Damen und Herren, wenn wir =- ich habe 
worden, es ist auch viel mehr geerntet worden, und wir das schon bei anderen Gelegenheiten mehrfa<< zum Aus- 
stehen auf dem Standpunkt, daß das Reichswirtschafts- dru> gebracht =- über die Zustände in der Landwirt- 
ministerium, troßdem eine ungewisse Zukunft vor uns [hust reden dann Mat at IRRTE RD 
iegt, diesen Weg wagen muß. t ! ire " 
Z Ih in Ss IM KE Beispiele beweisen, daß aus großen Notstande in dex Landwirtschaft reden. Hexr 
das gar nicht ganz leicht ist. Als Herr Kollege v. Kessel Kollege Shoenkaes hat, als er den Antrag des Kollegen 
seinen Antrag im Landwirtschaft8ausschuß vertrat und die Herold begründete, hier einige Zahlen genannt, die den 
Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung für Zuer forderte, Beweis dafür liefern sollten, daß die Erzeugerpreise in 
wurden die Preise bekannt gegeben, die für das nächste der Landwirtschaft heute niht mehr den Zeitverhältnissen 
Virtschaftsjahr, 1920, gelten jollen. Herr Kollege v. Kessel entsprächen. I< will diese Zahlen durchaus nicht an- 
erflärte: diese Preise halte ich den Rroduktionskosten für zweifeln, aber ich muß heute =- Sie zwingen mich dazu => 
angemessen. Heute finden wir shon den Antrag des 19Y einige Betrachtungen darüber anstellen, wie sich denn 
Herrn Kollegen Herold und seiner politischen Freunde, überhaupt die Preisgestaltung in der Landwirtschaft voll- 
die no< über diese Preisfestsezung hinau8gehen wollen. 39ge1- hat. Wir haben ja heute no< Vieh, Kartoffeln, 
Sie sehen also, das Reichswirtschaftsministerium hat seine Getreide usw in der Zwangswirtschaft. Aber daneben 
großen Schwierigkeiten, und wir verkennen dies keinen Produziert doch die Landwirtschaft auch eine ganze Reihe 
Augenbli>, aber es muß doch im Interesse der landwirt- anderer Produkte, die heute schon frei sind, und da möchte 
schaftlichen Produktion diesen Weg gehen. Die Land- im Ihnen einmal vorführen, wie sich denn dort Die 
wirte müssen wissen, welche Preise sie für ihre Erzeug- Preissteigerungen vollzogen haben. 
nisse im nächsten Erntejahre bekommen. Das ist not< 1 Daß sich der Hafer noh in der Zwangswirtschaft 
wendig, um die Lust zur Produktion zu stärken; darüber befinde, wird man kaum behaupten können, wenn von 
sind meine politischen Freunde mit den Vertretern der dem Morgen diese minimale Menge abgeliefert werden 
bürgerlihen Parteien einverstanden, troß der großen muß; das übrige ist also frei. Für Hafer mußte man 
Schwierigkeiten, die eintreten können, wie ich es geschildert vor dem Kriege ungefähr 10 H für den Zentner zahlen; 
habe, weil man noch nicht weiß, wie die Verhältnisse heute ist es keine Seltenheit und Ausnahme, daß man 
sich gestalten können. Aber niedriger werden die Preise schon draußen 150 K für den Zentner zahlt; also eine 
jedenfalls nicht werden, und de8halb muß das Reichs- Preissteigerung von 15004. Hülsenfrüchte kosteten 
wirtschaftöministerium diesen Wurf einmal wagen. vor dem Kriege im Höchstfalle 20 X; heute werden für 
Meine Damen und Herren, der Antrag des Herrn Hülsenfrüchte 350 X für den Zentner gezahlt; also eine 
Köllegen Herpl hot "u durch den Mien der Herten Preissteigerung von 1750%. 
ollegen Dr Friedberg usw eine Verschärfung erfahren. ; ; ; .. 
E3 heißt hier in dem Absaß 1 des Antrages Nr 1700: (Zurüfe be Sofa wenoatigen Ba: Sy teuer 
daß, sobald die Ernte 1920 für den Verbrauch =: . : 4 : 
30" Verfügung ficht. alle IantwirtfGafttigen 574206 2010 befehl [edenfalls, fr auf diefe öhe Ferm 
Seftigen at AuSugbmnt von Getreide und teilen, nicht überall, gebaut wird, kostete früher 10 X pro 
J 3 EN im Zentner. Heute werden dafür auf dem Lande schlankweg 
<4 muß erklären, daß meine politischen Freunde, wenn 150 4, mitunter no< mehr, geboten; also eine Preis- 
es zur Abstimmung über diese sehr wichtige Frage kommen steigerung von 1500%. Über die Eier brauche ih nicht 
105. Sita Lande8vers. 1919/20
	        
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