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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 104. Sitzung. Freitag den 23. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

8613 Berfassunggebvende Preußische Landesverjammlung 104. Sizung am 23. Januar 1920 501 
[Milchkühe für die Entente] Vizepräsident Dr Frentel: Das Wort hat dy 
| Abgeordnete Peier3s (Hochdonn). 
jv. der Osten, Abgeordner (D.-nat. B.-P.)1 Betten Ooochb 3. "Abgeorbneier (03 Dei 
bringen. Wenn es richtig ist, was gesagt wurde, so be- wIerer BGJSDNN Fe gent eier 03 em); 
trägt der Richtpreis für eine Kuh 1 Zeit rund 3400 M, Meine Damen ud Herten, Her Fusscne Chien! eeflägle 
mit einigen Abweichungen. Wie wir vom Hexrn Inter- vorhin, in der Landwirtschaft bestehe ein gewisses Miß: 
63 3 > trauen gegen die Maßnahmen der Regierung, weil man 
pellanten gehört haben, beträgt dagegen der Marktpreis op Vania über nicht alles Verständnis das 
im Rheinland 6000 H. Bei uns im preußischen Osten der can ime DIFU GEE Ne Ai den ze 
ist der Preis gegenwärtig auf 4500 bis 5000 A gestiegen; guieh e. I< kann 0 eim Hiaft m in "eis 
und das Wesentliche, meine Damen und Herren: bei Wrap Wife dr am un M NEE 7 Ve: 
unserer unglüdjfeligen Papiergeldwirtshaft können wir Perun u er DE erte Ee ET m " ist, 
mit der sicheren Aussicht rechnen, daß diese Preise weiter 289 3wvar dann ui DOT ENDE eH 0 - 3 ogar 
steigen werden. Je mehr Vapier gedruckt werden wird, Ahgeordnete. der Regierungsparteien nid) esseres 
um so mehr werden die Waren an Wert gewinnen. Wir wissen, ais Besa nmn abzuhalten und dort über 
fönnen es deShalb aus den allgemeinen Gründen, die der die Zwangswirtschaft zu reden usw. 
Herr Vorredner angeführt hat, keine3wegs verantworten, (Sehr richtig! link3) 
wenn auch bei dieser Gelegenheit wieder Zustände ge- | 
jihaffen werden, die dem Landwirt einen Teil seines Das kann nicht dazu beitragen, das Vertrauen zu heben, 
Besikes und vor allem die Produktionsfreudigkeit nehmen. wenn die Maßnahmen, die die Regierung für notwendig 
Wir müssen deShalb unbedingt die Forderung an die hält, kritisiert und damit Unruhen in die Bevölkerung 
Staatsregierung richten, bei der Reichsregierung dafür hineingetragen werden. Man darf sich dann nicht 
zu sorgen, daß die Preisfestsezung vom November einer wundern, wenn Unruhe entsteht. 
den jeßigen Wertverhältnissen des Papiergeldes ent= te) 
iprehenden Revision unterzogen wird. (Zurufe, 
2 : ; 2 = figefühl des Einzelnen über: 
Wenn die Staatsregierung in ihrer Antwort auf Man muß es dem Taktg De ' 
8 7 des Reichsgeseßes über die Entschädigung vom lassen, ob er es für angeöremt uu; vie Maßnahmen 
31. August 1919 hinweist, so möchte ich darauf aufmerk- der Regierung gerade auf diesem Gebiete zu kritisieren: 
jam machen, daß das theoretisch ein ganz schönes Mittel IV mödte aber jagen, daß dann die Regierungsparteien 
ist, praftisch aber zu den unmöglichsten Zuständen führt. die Verantwortung Dr tragen EPN Dein WITZIG 
Meine Herren, wie soll dem einfachen Landwirt, nament- Katastrophe in der Versorgung des Volies entgegengehen! 
lic dem kleinen Bauer zugemutet werden, wenn er mit S ichtig! linf2 
dem Werte seiner Abschäßung nicht zufrieden ist, in jedem KSE Nn es m 
Ginzelfall das Reichswirtsc<aft8gericht anzurufen! Das Wer sich dieser schweren Verantwortung nicht bewußt ist, 
würde eine so ungeheure Fülle von Prozessen hervor- hat seine Aufgabe als Vertreter des Volkes nicht erfaßt! 
rufen, daß das Reichöwirtschaftsgericht sie auch in Jahren I< meine, in der jetzigen nervösen Zeit braucht mai 
nicht erledigen könnte. Es würde also eine Belastung keinen Zündstoff in die Massen hineinzubringen, wenn 
des Reichawirtschafi8geri<hts und eine Belastung dex die Ernährung des Volkes so kritisch steht, wie es 
Landwirtschaft bedeuten, die praktisch nicht durchführbar anscheinend in der Presse dargestellt worden ist. / 
ist. I< warne deShalb davor, auf diejen AusSweg zu Wir haben in der Preisgestaltung des Viehs 
treten und zu glauben, daß das eine Brü>e zur Sc<haf- dieselbe Begleiterscheinung, wie wir sie allgemein it 
fung geordneter Verhältnisse sein kann. verzeichnen haben. Da möchte i9 doch die rage ai 
SUUNTDBSN AMEUNE NU ND 0, : werfen, ob denn diese Preisgestaltung und PreiSer öhung, 
em GEE nt 1 ober... ATR aide 44 von wfe/f algemein Du vererben I aet Gepard 
Interpellanten doch ganz zweEmäßig zu sein, shon heute 92* ob Sie nicht mir darin zustimmen, daß sie ungesüs 
durch eine zweite Kolonne in den Anseßungslisten den , und daß wir nicht die Hand zu dieser phantare 
tatsächlichen Wert des betreffenden Stückes Vieh abschäßen vollen Preiserhöhung, möchte ich sagen, reichen an „M 
zu lassen. Wie die Dinge liegen, werden wir ja =- noch weiterhin Vorschub leisten sollten. FÜr ie Prom 
fürchte ih -- in absehbarer Zeit no< nicht mit einer Scleswig-Holstein ist ein Durchschnittspreis für | 
Revision der bestehenden Richtpreise zu rechnen haben, Vieh von 11 Zentnern Lebendgewicht auf 2200 - ih 
um so weniger, als die Antwort der Preußischen Staat3- gesevt, und da us ich jagen, daß vn Dee ein "Is 
regierung sehr wenig entgegenkommend gewesen ist. Wenn 8 tnissen in SRI wi9.0 ] EU jet vein - „Für - 
wir aber inzwischen vermeiden wollen, den kleinen Land- Zuchtvieh, i1900e Ji sin un s Rn wich 
wirten den außerordentlich s<wierigen Beweis über den Preise, wenn 3 ich: . Sentner . en eau 
tatsächlichen Wert der von ihnen abgelieferten Tiere auf- hat, (ngen D ii j9 " freihändigen "heb 
zulegen, so scheint mir der Vorschlag des Herrn Intex- vorgesehen uu en 100 505% weute 1 ) vie 
pellanten ein außerordentlich zwe>mäßiges Auskunfts- 3088, e> wird uns in S9 eswig-Holstein ge GE N 
mittel zu sein, um bereits heute den 'augenbliflichen notwendige Anzahl Milchkühe und auch Jungvieh „durd 
tatsächlichen Wert festzustellen. freihändigen Ankauf aufzubringen. Deshalb könn 
meine politischen Freunde sich heute nicht dafür erklären 
Ich schließe deshalb, indem ich namens meiner daß s<hon heute festgeseßt wird, daß bedeutend über d 4 
politischen Freunde die dringende Bitte an die Staat8- Nichtpreise des Reichswirtschaftsministeriums hinaus 
regierung richte, bei der ReichSregierung für eine als- gegangen. werden soll. | 
baldige angemessene Erhöhung der Richtpreise besorgt zu Etwas freundlicher stellen sih meine Freunde Fü 
jein, und zweitens empfehle ich ebenfalls den Vorschlag dem Vorschlag des Begründers der Förmlichen Anfräße 
des Herrn Interpellanten , bereits heute die Abnahme- des Herxn Kaulen. Die Kommission mag =- e3 werde 
kommissionen anzuweisen, neben dem Richtpreis auch den Sachverständige darin sein = wenn sie meint, daß dü 
tatsächlichen Wert des betreffenden Stü>es Vieh zu ver» Stü> Vieh notwendig gebraucht wird und einen höheren 
znerfen. Marktyrei2 darstellt diesen Nroi3 ointragen und spat?
	        
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