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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 103. Sitzung. Donnerstag den 22. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

8539 Verfassunggebende Preußische Landesversammlung 103. Sißung am 22. Januar 1920 8540 
[Förderung des Landbaus] Mengen an Kohle und Koks für die Düngererzeugung 
wo zur Verfügung gestellt werden. Denn einzig und allein 
[Seld, Fragesteller (D. V.-P.)] daran fehlt es. Es wird also gefordert, nachdem nach= 
- i< beziehe mich auf die Verhandlung =- wurden gewiesen ist, daß diese Menge auzreichend sei, daß 3% 
910.000 t gebraucht, während im Jahre 1915 nur 115 000 t der Kohlenerzeugung und 5 J-der Kokserzeugung vorweg 
a Fonnten- + Me » vor allem für die Erzeugung von Stidstoff und die 
geliefert werden 10 er Phos3phorsäure steht . . | 
0750, daß 630.000 kg gebraucht wurden, während im Förderung von Kali zur Verfügung gestellt werden. 
hne 1919 nur 230000 kg geliefert wurden. Kali, das 21:1" Damen und Herren, ic< glaube, es ist niemand 
wir in ausreichenden Mengen haben, ist damals befrie- unter Ihnen, von keiner Partei, der nicht auf dem 
digend geliefert worden. Es sind Stistoffwerke gebaut Standpunkt steht, daß es heute das allernotwendigste für 
NI Leistung ton 200.000/t, alfo für das Zweiein-hs 2 292 I (Wnssen; was die Venölfernng zum Tehen 
halbfache des Friedensbedarfes. Und troßdem haben wir nötig hat, damit wir nicht im nächsten Jahre überhaupt 
heute nicht das, was die Landwirtschaft in normalen zugrunde gehen. I< betone noch einmal: die schwierige 
eiten braucht. Von normalen Zeiten kann jedoch heute Lage, in der wir uns heute befinden, ist nichts im Ber- 
Hine Rede sein, weil, wie Sie wissen, unser Boden durch und P8Utnis zu der Lage, in der wir im Jahre 1920 sein 
durch ausgepovert ist und, wie Herr Ramm in seinem werden, wenn wir nicht die nötigen Kohlenmengen 
M dw.ist, wir etwa 400000 € Stiefstoff nötig 17212 2m Stitfstoff "und die nötigen Düngemittel zu 
hätten, um die Getreidemengen hervorbringen zu können, "0BP-- . | | 
die ausreichen würden, unsere Bevölkerung im allgemeinen Es ist auch nötig, daß dem scheußli<en S<leich- 
zu nähren. Kali, habe ich gesagt, haben wir in aus- handel mit Düngemitteln, der sich heute breitmacht, 
reihendem Maße: aber durch des Fehlen der Kohle ist Einhalt getan wird. Es ist zwar auch heute noch künst- 
die Förderung des Kalis auch nicht in genügender Weise licher Dünger zu bekommen, aber im Scleichhandel, und 
möglich; es werden 1200000 t Kali gefordert, um so wirken da werden Preise gefordert und bezahlt, die geradezu 
zu können, wie e3 für uns nötig ist. Ich darf hier wohl exorbitant sind. Beispielsweise müssen die Leute für 
vorlesen, was am Sclusse dieser Ausführungen ger Ammoniak =- es ist nämlich auch noch zu haben, dD. h. 
jagt wird: [70 Epe und Butter desär geliefert werden =- statt 
„ . rüher 10 heute 75 X bezahlen. Bho8phor -- das 
WE Rl lla 220785720 PL 2072,00 23 27207565 SOU 4.227%507 IN 
. 720 ] s - in dem Maße erzeugen, wie wir es nötig haben. ir 
GEMEEZIELEN 2 REREN VEBMLINN DAVIN 
wir so hohe Getreide= und Kartoffelernten machen 10m ehe jeh R vis: ain werden Fair del Ert: 
daß wir damit nicht nur die Bevölkerung voll mit jar Semis satt IM Der am Scteimnande gefordert 
Brod und Kartoffeln ernähren en daneb as iss ein Zustand, der überaus iraung ist und der 
Du Grtweile MARE Et Een nur beseitigt wird, wenn wir die nötige Kohle bekommen, 
wir aus der Kalamität heraus, es gäbe ie nm ERngewittet zi ausreichenden „Moße au fordern: 
mehr und billigere Nahrungsmittel und die Grund- . Vor allen Dingen ist aber nötig, daß die Ver: 
Hod . . IU: teilung eine. gleihmäßige wird. Es darf nicht, wie 
edingung für den Wiederaufbau der Wirtschaft | ue : : 
wäre damit erfüllt. Eine andere Möglichkeit es heute häufiger vorkommt, mögli jein, daß Leute, die 
um aus dem Elend herauszukommen, ist nicht irgendeiner großen landwirtschaftlichen Organisation an- 
gegeben. Also muß das geschehen, was helfen Fan gehören, Mengen von Stickstoff haben, während anderwärts 
undi * In | keiner zu befommen ist. In meinem Kreise ist beispiels- 
is ich seze hinzu: was uns einzig und allein aus dem weise ein Vertrauendmann des Bundes der Landwirie, 
GN fanzueingen Rin I, .a3 Dp drin ASPERN 220 7402 ZU EREN 12 208 Wals 
. ] ) 2 i n Nac<h- der Lage ist. Wo er ihn herbekommt, ist ni eraus= 
Rn a aneh Mehr We IS fade et warnt 19 erde bem' Bonde dew. ud. 
zur, daß diese Berechnung etwas zu gering ist. Es iN 6 H Nu SEE un mne et cftens 
Me daß eine ausreichende Düngung pro Stickstoff. So wird da unlauterer Wettbewerb getrieben. 
Ee 5 it 3,50 Doppelzentner Korn, 23,69 Doppel- Die Hauptsache ist, daß, wenn Stickstoff geliefert werden 
Ee Ir uderrüben und 63,9 Doppelzentner Kartoffeln kann, auch ein Weg gefunden wird, um eine gleichmäßige 
5 r bringen würde als jezt. I< bin überzeugt, daß Verteilung vorzunehmen. Vor allem müssen auch die 
8 außerordentlich viel mehr sein würde. Denn ich habe kleinen Leute berücsichtigt werden, die Gartenbau be- 
Sticstoßi d eoreunde: der « zufälligerweise ausreichend treiben, Arbeiter und sonstige kleine Leute; denn diese 
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habe Inet enwetel AE, NISFE EEN MO AGE BEE 22% Wen au für "Ms Arka DUL " MEI 
En Nachbar geerntet hatte, der nicht in dieser glük- Damen und Herren, geradezu erschütternde Briefe be- 
> age war. Und da kann ich feststellen, daß jener, kommt man aus den Kreisen der Landwirtschaft. Hier 
genügend Stickstoff hatte, erheblich größeren Mehr- schreibt mir 3. B. ein Freund: 
jn potts, ats Hier angegeben if: I< will Ihnen einmal kurz schildern, wie es 
. ie Ausführungen des Herrn Ramm wirken so un : , 
köetarugend, daß niemand, der die Verhältnisse einiger- mir im leßten Herbst ergangen ist. 
we u agen. davor, Gerinnen daun ws . Ni; dus ist draus genug, das wissen wir; dann 
M nu alles geschehen, um die nötigen Stistoff- und schreibt er aber. weiter: 
Wollen de zu beschaffen, wenn wir nicht zugrunde gehen Wie soll es werden? Der Viehbestand ist bedeutend 
Fine wenn wir das erzeugen wollen, was wir für die kleiner als früher, Stalldünger fehlt infolgedessen, 
hrung der Bevölkerung brauchen. | Stickstoff und Kali ist nicht zu haben und die land- 
Beschluß hat eine Kommission jenes Ausschusses einen wirtschaftliche Erzeugung geht mit Riesenschritten 
in: gefaßt, in dem gefordert wird, daß die nötigen zugrunde. wenn nicht schnellstens eingegriffen wird. 
. Sig LandeS3vers. 1919/20
	        
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