Path:
99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 101. Sitzung. Mittwoch den 17. Dezember 1919

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

83679Verfassunggebende Preußische Landesversammlung 101. Sizung am 17. Dezember | 1919 8363 
z 
sDritt En eSereiung des Staatshaushalt3plans a b “ Hir Ar Ei er vir das 89 it u DT : 
für 1 ahrungsmittel betrügen, die d 
die Nahrungs3mittel stehlen und es zum 
MRRRRR Seife a hae SIENA P iled ure Nieätagos 
„Die drohende Preizerhöhung dieser Nahrungsmittel von einer Milliarde belohnt. Das scheint uns 
hewirkt, daß die LebenShaltung der Arbeiter, doch die Höhe zu sein. 
wenn möglich, no<h heruntergedrü>t wird. Sie werden zu jem: | | | 
selbst zugeben, daß das nicht geht. Was ist nun die Aus den Kreisen der Agrarier stammen ja wohl zumeist 
notwendige Jolge davon? Lohnerhöhungen die Offiziere, von denen Herr Haseloff sprach, die 
müssen eintreten, die Arbeiter können gar niht „prachtvollen Mens<en. Gewiß, damit solche 
men vamp bei Foreher Rreintreiheten “ ie dur<g „Pp GNR DTT nommehrgeimasser ene 
Lohnerhöhungen wieder auszugleichen. Eben haben wir muß das arbeitende D0 ungern, und dazu muß € 
2 den Eisenbahnern geredet, daß endlig Ruhe in der eine jol<e Liebe3gabe von einer Milliarde 
Löhnung der Beamten und Arbeiter eintreten muß. Es mehr ausgeben. Das ist denn doc<h das Höchste, 
ist notwendig, daß wir endlich durc Herabsezung der was man selbst von dieser Regierung erwarten konnte. 
Qeben3mittelpreise zu vernünftigen Berhältnissen kommen. Die Reich3wehr, das Baltikumabenteuer, die Versuche 
Das ist der einzige Weg der Gesundung. Dem Arbeiter der monarchistischen Gegenrevolution, das ist alles nichts 
liegtnichts daran, pro Woche 100 oder 200 K weiter als der lette Rettung3anker für diese „prächtigen 
RBapiergeld zu bekommen, wenn er sic<h Offiziere“, die „pra<htvollen Mens<en“, die 
dafür nicht soviel kaufen kann, wie ex Musterexemplare, von denen wir ja einen Teil 
früher für 20 oder 10 X bekommen hat. fennengelernt haben bei der Ermordung des Liebknecht, 
E3 ist um so unbegreifliher, daß die preußische Re- der Luxemburg, des. EiSnex, wie Vogel, Arco, 
gierung diese Angelegenheit -mit keinem Marloh, Kessel, Reinhard, um nur einige 
Wort erwähnt hat. dieser Prachtexemplare mit Namen zu nennen, die aus 
Zuruf diesen Kreisen hervorgegangen sind. Die Sorge um diese 
WUELRNG and iis Sorranzsieilung St 1 zu6emn 
SiDie Regierung ist niml.da wieimmer dann. > eismand: Trage aum een Sei 0er Sem Daran: 
wenn es sich um wichtige Kien des Volkes handelt. daß dieser entseßliche Krieg, dessen Ende 
| ; | jeder denkende Mens< voraussehen mußte, 
(Zuruf des Abgeordneten v. Kardorff); gekommen ist. Die Sorge um die Ernährung 
der aroßenM e de8 Volkes, da35 re, 
= Herr Abgeordneter v. Kardorff, regen Sie sich niht mz Ere ven Na gefroren, ged Se 
weiter auf, Ihre Regierung hates au<h niht gehungert hat, deren Kinder an Unter- 
WEDER SECH TNGE SIZE ENTW NERDRN OLINE? 
Säule, die von er Bracht IE Dien EG 5 cni Die Renin 47 SU 008 l Sir 
+: - ollte endli< dafür sorgen, daß die Nahrung3mittel ab- 
/ Auf die Notwendigkeit der weiteren Steigerung der geliefert werden, endlich nach rechts schärfer sein, nicht 
Löhne wurde von dem Metallarbeiterverband hingewiesen. mit dem Belagerungszustand, dem Standrec<ht kommen, 
Die Berliner Gewerkschafts8kommission hat ebenfalls mit wenn der Arbeiter streikt, weil er bei den bisherigen 
Entschiedenheit Stellung dazu genommen. Auf ein Löhnen niht mehr leben kann, sondern dorthin gehen, 
Schreiben d es Metallarbeiterverbande3 wo die Nahrungsmittel nicht abgeliefert werden. =- Aber 
join 6 3 Rei mau 5 en Z minik er | um n ; <t da LIEREN 9 energie u faden gott Mien 
e' "geantwortet. Dann muß doch wenigstens damit sie nur advniesern. eiß gar nicht, weiche 
ie Preußische Regierung Auskunft geben, wie es mit den Re<ht Sie rechts haben, sih gegen eine solche Re- 
ingen steht. Wenn nicht einmal eine Antwort erteilt gierung zu wenden. Eine Regierung, die das duldet 
wird, ist es wohl notwendig, 'daß das Volk einen ganz und über sol<e Attentate nicht mal eine Nachricht gibt, 
wn Protest gegen wenarti: Dinge erhebt. Die [öeint it es die Mi Veistung zu jen Ha ia 
mug Regierung: ist - bereit, dem Drucd der eiMSs-, Sinwohner- undleineieqmnij<e 
MINI I 121008 eM gaeMetingen 33 aa aman eO R DR SPIRI UR 
gen, eure Preissteigerungen l 
vorzünehmen, wo sie doch weiß, daß der Arbeiter Wolfgang Heine, kein Standrec<ht von 
6 des der Zug ist, mit 47 Geld, 305. er verdient, Nu Ske un t Kess s u .? R. in 27874 nwei ; 
t zu kaufen, was er für des Lebens Not- |Ungen, eine rojäripiionStijte mi 
Sie aten 67 ven Löhnen der SEIEN reden Namen der zu AUER ELITIESEEST | 
€ darüber, daß sie stehlen, und eben noc< hat der eine Regierung, die jo eiwa u4der, 
Minister Oeser gesagt, er könne nicht begreifen, wie wird eine kapitalistisc<e Gesellschaft 
Afee Borstelangen augen können darüber, daß s<ü vn „wen a. a 5, ur 92 anger 2 ix Ver- 
, die gestohlen haben, aus dem Dienst entfernt zweislung getriebene Boli endlich ein -= 
verden. Ja, was bleibt dem Arbeiter weiter übrig mal es müde ist, sich in dieser Weisevon 
N der Art, wie die Lebensmittelpreise steigen und einerkleinenCliqueau3beuten undaus- 
Schlei die LebenSmittel, die nicht abgeliefert werden, im nußen zu lassen. Hören Sie dieWarnung 
5 leihwege zu Phantasiepreisen verkauft werden? Ent- nicht, dann hüten Sie sich, wennSiein 
veder muß er durch Streik seine Löhne [sol<er Weise das Volk zur Verzweiflung 
erh 
vel, oder « wirs, durch ie u. zum Sint treiben 
x." Wenn er seine Kinder nicht verhungern lassen (Lehhafter Beifall bei d ängai aldemp- 
eS + e ien die Schut, jp Zen eeveiler dazu Lehe I DeR Er 4 Maden gigen Sozinldeing 
- Sie sind selber schuld, daß Sie solche Zustände 
hoffen und erhalten. Herr Oeser sagte, die gestohlen Präsident Leinert: Das Wort hat der Abge- 
10; ien unerbittlich aus dem Dienst entfernt. Gut. ordnete Werner. 
vi, Sitg LandeSvers. 1919
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.