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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 101. Sitzung. Mittwoch den 17. Dezember 1919

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

833517 Verfassunggebende * Preußische Landesversammlung 101. Sizung am 17. Dezember 1919 8339 
[Dritte Beratung des Staatshaushalt5plans schon jekt versuchen. Denn auch der Staatsgericht3hof kann 
für 1919] erst eintreten, wenn der Vertrag bis zum 1. Oktober 1920 
| nicht fertig ist; d. h. also, daß das Reich, wenn es zum 
[Dr Sager, Abgeordneter (Zentr.)] 1. April 1920 bereits die Eisenbahnen übernehmen will, 
fenuben: Sonst kommt es f<iießlich dahin, Daß das 9907 12: si: mit den Ländern über die Übernahme äu 
Publifum überhaupt keine Fahrkarten 2. Klasse mehr kauft. verständigen. Diese Verständigung wird gegenwärtig 
Der Eisenbahnverwaltung eröffnet sich ein weites Feld, versucht. GE . 
um in so mancherlei Dingen eine Besserung eintreten zu ES ist selbstverständlich dabei die Aufgabe meinex Ver- 
sassen. Ich erkenne gern an -- ich bin nicht so unbescheiden, waltung, die preußischen Interessen in weitestem Umfange 
zu glauben, daß das eine Folge meiner Interpellation ist, wahrzunehmen. Diese Interessen liegen zunächst auf finan- 
wenn es on 220 könnte =, daß in lekter Zeit shon gelen Wepiet: Dir Frage des Kaufpreises, aber noch mehr 
einige neue Züge eingelegt worden sind, und daß auch für die Frage der Sicherung des Kaufpreises, die in erster Linie 
einen Besse ien Perjoneivericht Reifer m getragen den Hei Sinn nien SIRE wird. Sie liegen 
worden ist. - Es könnte in dieser Beziehung aber noh vdann auf dem Gebiete der Personale, daß die preußischen 
manches geschehen, indem Lokomotiven, die für den Güter- Personale gegenüber den Personalen der übrigen Länder 
verkehr EEE men 30 dazu verwendet werden, 2465 PH werden dürfen, und daß auch für alle 
um einmal beschleunigte Bersonenzüge als Nachzüge ab- Zukunft für sie vorgesorgt wird. Hier ist es richtig, da 
gehen zu lassen, wenn die Reisenden mit den fibrplan- Bayern =- allerdings, bevor der Termin n Mf 
mäßigen Hauptzügen nicht haben befördert werden können, auf das Reich feststand, nämlich schon im Frühjahr dieses 
oder aber auch, um weitere Züge mit diesen für den Güter- Jahres =-, in ziemlich weitem Umfange Verbesserungen 
verfehr nicht mehr brauchbaren Lokomotiven zu fahren. Es seiner Personalverhältnisse dur<geführt hat, die uns nach 
würde sich auch empfehlen, daß bei weiteren Stre>en, wenn meinem Dafürhalten veranlassen, entsprechend vorzugehen, 
zwei Züge abgelassen werden, im ersten Zuge alle die damit ein gleiches Verhältnis für Preußen hergestellt wird. 
Reisenden befördert werden, die bis zum Orte des nächsten Von anderen Sondervorrechten Bayerns kann nach dem 
Maschinenwechsels oder - ziemlich weit fahren, wenn wir bvisherigen Verlauf der Verhandlungen keine Rede sein, 
| De Str 7 M nehmen, die wenigstens bis nach jwnee es ist selbstverständlich, daß alle sol<e Sonder- 
ortmund oder Essen fahren, und ferner, daß im zweiten vorrechte dem Geiste der Reichöverfassung widersprechen 
Zuge nachher die Reisenden befördert werden, die kürzere und auch den Sinn der Übernahme der EEN 33 
Shen zurückzulegen haben, also die etwa bloß bis das Reich niht zum Durchbruch bringen würden... (Es 
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WNEE En politischen Freunde wie die übrigen müssen 0 AER IN ELUUE SN ei 45; 
Mitglieder dieses Hauses und auch da3 Land draußen er- weiteren Aufschließung des Landes mit Eisenbahnen sind 
kennen die Schwierigkeiten an, in denen der Herr Eisen- für alle Länder die gleichen und werden auch eine gleich- 
Benin ger Fh Det ae es Ui me ganz jein sie mäßige Simi Benanen Was aber in anderen 
| c n. ix haben auch zu dem ändern ein wird, ä N 
Herrn Eisenbahnminister da3 Vertrauen, daß er nes tun gelten, und 0 MT AGAIN 25 ER 2 
wird, diess unerfreulichen Eisenbahnverhältnisse zu bessern. Stuttgart, in Karlsruhe und in Dresden errichtet dann 
Herr Eisenbahnminister, lassen Sie im Volke nicht den wird es nur sinngemäß sein, wenn eine derartige Zentrale 
Glauben auffommen, daß unser Personenverkehr nächstens auch für Preußen in Berlin errichtet würde 
zusammenbreche, weil da38 Volk damit zu leicht den Glauben cg | 
verbindet, daß dann auch unser Wirtschaft8leben zusammen- (Sehr richtig!) 
bricht. | Aber die Verhandlungen über diese Frage sind erst im 
(Lebhafte3 Bravo! im Zentrum) MERE Z wäre verfrüht, etwas darüber zu sagen. 
| . DU ann ist e3 auch ganz selbstverständlich, meine Damen 
i“' Erster Vizepräsident Dr Borsch: Das Wort und Herren, daß neben diesen direkten Interessen unseres 
er Herr Eisenbahnminister. Landes unsere erste Sorge sein muß, die ReichSeisenbahnen 
Deser, Minister der öffentlichen Arbeit Mei ir ee Berteh ETI wen eis E20: 
pr, | / iten: eine ih ertehrSintereisen entsprechen 
Herten, die Hoffnung, die der Herr Abgeordnete zum können, denn über alle finanziellen und sonstigen Fragen 
<lusse dargelegt hat, ist auch meine Hoffnung. Wir hinaus, die gegenwärtig obschweben, geht die Zukunfts- 
verden nicht mit dem Personenverkehr zusammenbrechen, bedeutung der Eisenbahnen für den ge- 
aber wir müssen auch gegenüber dem Personenverkehr samten Verkehr. Es wird vor allen Dingen die Auf- 
jmächs die lebenönotwendigsten Verkehre pflegen, und gabe sein, auch durc< die Organisation der Reichseisen- 
jar folgt eine gewisse Zurückdrängung des Personen- bahnen diesen künftigen Verkehr sicherzustellen, zu ermöge- 
0 ehr3, die aller Voraussicht nach noch eine Zeitlang an- lichen, daß die Eisenbahnen auch künftig den allgemeinen 
9 wern wird. I< darf Ihnen das vielleicht etwas näher LandeSinteressen und den Interessen der Bevölkerung gerecht 
0. ju we goes 50508 0 Worte über die Über- eden Von < Gesichtsöpunkten aus wird man in 
„der Eisenbahnen auf da3 Reich sagen. erster Linie die Frage der Verreichlichung betrachten müssen. 
Die Damen und Herren wissen, daß nach der ange- Das war ja auch der Zwe, we3halb wir zur zamien müssen, 
fommenen ReichSverfassung die Überführung der Eisen- geschritten sind. 
Mitten auf das Reich spätestens am 1. April 1921 einzu- Was nun die Verkehr3zustände auf der Eisenbahn an- 
H He : Die Vereinbarungen über den Vertrag sollen betrifft, so war es uns klar, daß wir in diesem Winter ganz 
uner ober 1920 fertig sein. Dann entsteht für uns die außerordentliche Schwierigkeiten haben würden. Aber diese 
4 Mi daß Derceimlimt werden muß. Ob die Ver- Schwierigkeiten, die nur der Ausdru>k des ganzen Zustandes 
Zwangäfr En en SENE TUES u Mans anf np sind, beschränken sich keine3weg3 etwa auf 
wi ge, jon! | ge. Insofern befinden Deutschland. Wenn Sie den Bli> über unsere Grenzen 
ei: na meinem Dafürhalten dem Reiche gegenüber hinauslenken und sich ansehen, wie in anderen am Kriege 
kr Seien une wenn wir die Verreihlihung beteiligten Ländern . die Eifenbahnzustände sind. dann 
. ande3vpers.
	        
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