7087" Berfassunggebende Preußische Landesversammlung 89. Sitzung am 3. Dezember 1919 7088
sUnterricht3haushalt --- Ministerium, Kultus M Anjipean RE freuen 11% Faß
usw a ejezg Über die uldeputationen, das vor dem
he] Inkrafttreten der Reichsverfassung eingebracht ist, weiter-[Frau
Dr Wegscheider, Abgeordnete (Soz.-Dem.)] vrarveiter ie STU ins, „daß IDE SINN
. 5 : : u wie die deutsche Oberschule, wie die Lehrervorbildung
Dir gehören einer Gruppe an, die noch nie in Deutschland an höheren Schulen aller Art weiterhin auf dem Wege
oder in Preußen überhaupt an Verwaltungsarbeit in >. Verordnung geleitet werden, damit hier nicht ein
höheren Regierungsstellen .. EG können. Stilistand eintritt
(Sehr richtig! links) Das preußische Schulwesen zeichnete sich biSher unter
Auch die Deutsche Demokratische Partei hat ganze Gruppen den deutschen Schulwesen durch seine Geschlossenheit aus,
von Mitgliedern, die von diesem Verwaltungsdienst mehr durch die Folgerichtihkeit seines AusSbaus. Diese Folgeoder
minder ausgeschlossen waren. IE innerh seines Mubaue8 wärn: Der mein
Nene Schaden werden, wenn an diesem Ausbau je öpli
(Sehr richtig!) monatelang oder no< länger nicht gearbeitet würde.
Auch die Zentrumspartei ist biSher in vielen preußischen Denn es ist nicht alles beim alten geblieben, und gerade
Verwaltungskörpern aus einem außerordentlich falshen bei einer so konsequenten Führung, wie sie früher hier
Grundsaß zu sehr bewußt ausgeschlossen worden. vonn: a jeder Stilisiand nit Fine Vsn ie
It een immter ulgattungen erwidert werden. DeShalb mu
. (Sehr rimig! im Zentrum) - gearbeitet werden im Rahmen der neu eingeschlagenen
Das fon abr it Doa Fen jet SER aue die- Richtung, es muß die engste Sühlung mit der RE
jenigen, die nun a achfenner in der Arbeit jißen, zu regierung genommen werden, um sich zu vergewissern,
entfernen und durch neue zu erseßen; daß man hier nicht gegen das Reich oder irgendeines
(jehr richtig!) der (wenn deutschen ZUE urge daß man I" Sime
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das ist ganz unmöglich und würde ein Chaos geben. EE Eun 228 In MT binn a. Matten
Zweitens auch nicht zu einer mechanischen Parität, jei es haite vor allem» durch seine Größe in der Universitätsin
parteipolitischer, sei es in konfessioneller Hinsicht. Ni<t bildung die formelle Führung. Wir haben in der Unidarin
kann die Parität bestehen, sondern nur darin, wie yerfitätsbildung das große Leid zu erleben, daß die
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. 1 3! versität38- und Hochschulwesens gefährden, daß sie auch die
werde, die er annimmt, sondern nac< der Sachkenntnis AuSerlesenheit des Lehrkörpers der Hochschulen gefährden,
einerseits, Und zweitens nach dem Geist, den seine bi8- veil die neutralen Länder mit dem höheren Wert ihres
herige Arbeit hat durc<blifen und wirken lassen, der der Geldes bessere Institute für die Hochschullehrer schaffen
ehörde als Geist erscheint, in dem sie jetzt die Arbeiten können. Wir müssen dafür sorgen, daß hier nicht Schaden
heu umstellen muß. ES kann. feine Behörde jetßt ohne angerichtet wird, daß Preußen diese äußere Führung
Zufuhr von jungem Blut leben, am allerwenigsten eine umwandelt in eine geistige Führung, daß der Geist
preußische Kulturbehörde, wissenschaftlicher Ehrlichkeit, der Geist der Mitarbeit aller
| (fehr gut! links) SELEN ee Ne unit ÜMen Trb daß a der Gel
; ; er Arbeit“ der uüdenten modern gerichtet werde.
fistens wegen des allgemeinen Umschwungs in kulturellen Verehrte Anwesende, es ist hier gewiß nicht der Ort,
ingen in ganz Deutschland, dana aber auch wegen der . IE ;
extremen Stellung, die Preußen biSher in diesen Dingen "00 dir AMEN EAU 2 00: Fr Sin iuen
znm (sehr richtig! link8) finden. Aber wir wünschten, daß auf den Universitäten
9210: nicht nur von oben der Geist der Sachlichkeit herrsche,
ib die infolgedessen ein Revirement dieses Verwaltung3- jenvern 2 ir Surütnerehne Swen der Student,
drpers ganz notwendig macht. So wünschen wir, daß ver in den lehten Jahren eine echte, ungenügende
der Herr Minister bei dem bleibt, was er im Ausshuß Sdulbildung gehabt hat oder der wohl gar vier Jahre
gesagt hat, daß nicht konfessionelle oder parteipolitische und länger aus seiner wissenschaftlichen Bildung heraus-Sugehörigkeit,
sondern ausschließlich die Gelegenheit und gerissen war, jenen Geist des Ernstes und der Sachlichkeit
dann auch das Maß des öffentlichen Vertrauens, das die hineinbringen möchte, der der Universität nötig ist und
iB ime Stellen berufenen Leute besißen, ein au8- mit dem es m einem Kinanien Seen ERL
aggebendes Moment bei der Aus8wahl sei. -Es ist man an manchen Universiiaten da eunigjte Wiederzweifellos,
daß biSher zurücgedrängte N otuen am aufleben aller alten Trink- und Saufformen „Des
jelbstverständlich heute zuerst hervorkommen und daß das sogenannten studentischen Lebens als erstes Zeichen sieht.
droßes Kopfschütteln in allen Kreisen, die es nicht Wir wünschen gewiß auch der studentischen Jugend endlich
gewohnt sind, hervorruft. Wir werden dieses Schütteln Wieder Fröhlichkeit, aber wir halten es da mit dem
Me begrüßen, und wir hoffen, daß es nicht so Goetheschen Wort:
n eintritt; denn es ist immer ein gutes Zeichen, Trunk wi ;
wenn auf dieser Seite ein Schütteln des Kopfes eintritt. SEEN RIEN EE ein.
: (Sehr gut!) Die Studenten sollen bald wieder zur fröhlichen
Das Ministerium mit seiner ganzen Verwaltungsarbeit Arbeitsfreudigkeit auf geistigem Gebiet kommen, [so daß
hat augenblicklich die große Schwierigkeit, wie der Minister ihnen diese trunkene Geselligkeit, diese Geselligkeit in den
Ik seinen Denkschriften niedergelegt hat, daß die Reich8- alten, doch wirklich veralteten Formen nicht mehr als
erfassung sowohl für die religiösen wie Schuldinge eine einziges Mittel zum fröhlichen Hugendgenuß gilt. Die
ierung „eit nach reichsgeseßlicher Festlegung der Richt- Politisierung der Studenten ist eine Notwendigleit.
di ten zuläßt. Diese Schwierigkeit darf aber nicht dazu Wir wünschen den Universitäten und den Universität3-en
= und wir freuen uns, daß sie nicht dazu geführt körperschaften den Geist der Gerechtigkeit und der Billigen
=-, jede organische Weiterausbildung der refor- keit gegenüber jeder politischen Betätigung der Studenten,
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