7081 Verfassunggebende Preußische Landesversammlüng 89. Sizung am 3. Dezember 1919 7083
jUnterricht8haushalt - . Ministerium, Kultus legung von Knaben- und Mädchenschulen Schulen höherer
usw] Form möglich find; und bei dem Aufbau der Schule,
- den die ReichSverfassung fordert, die die allerverschieden-[Frau
Dr Wegscheider, Abgeordnete (Soz.-Dem.)] artigste Fehoiung ze Oberklassen dex Schule vorsieht,
verständliche Achtung vor jedem Schulunterricht hat, daß “Püxde ja ohne diese Zusammenlegung nur in wenigen
man es ins Zi dieses eu in aI M großen Städten das eigentliche, vom Reich geforderte
wie es auch die Verfassung wünscht, anzuerkennen. Es SOvlideal der beruflichen Weiterbildung überhaupt mög.
ird Das feine Gefahr fei 9 in, S0 verlangen wir Daß Der gemein Gafien
D 3 S8 nN NR I ndernis ent-Mee
a 0m auf am Standpunft, da gegengeje wird. Zie rfahrangen aller Wander habe
finden möge. Der Erlaß des Herrn Ministers über die Bewiesen, daß Iegeive iche fine Gefährdung aus dieset
Elternbeiräte scheint uns ein erster willkommener Schritt gemini fttihen zien a9, ni LW. Die heute
auf diesem Wege zu sein, der gewiß mit diesem Erlaß liche 'Erzieh Heresthende neigung gegen die gemeinschaftnoch
nicht zu Ende gegangen ist. Ex schafft Elternbeiräte 4 ne Gr. 5 ch höheren u en hat Ihren seht
an den einzelnen Schulen und dadurc< auf Grund eines hafen GE EE Bor 5 M Berhäln Hehe
sorgfältig ausgearbeiteten Wahlsystems den Eltern ein ialtet 3 hen“ Dan je Na . Lerhältniise fü
Sprechorgan, das zu den Schulangelegenheiten seine geholt in Zahl 8 un m eil der HOheren
Wünsche, seine Beschwerden und seine Befürchtungen Frauen als Lehrerinnen die der En 7 u 7
äußern fann. Dieser Elternrat gibt uns die erwünschte lichen Lehrer überwiegt und daß es un er M
Möglichkeit, der Kritik der Mitbetroffenen an der Schule daß die Knaben i 300 in Mäd Win . im wirt
nicht weiter jene hinterhältige und unterdrückte Form Ee Ebenso insole! eisen Ir pp u (730008
zu lassen, die so häufig der Schularbeit schadet; sie soll Mädchen In Baa tEnler NEN WEL I nicht „unjele
die Formen positiver Mitarbeit am Ziele der Erziehung ENES ' 398 R
der gesamten Schüler haben. Wir fürchten uns bei Die bürgerliche Frauenbewegung hat das außersolchen
Neuerungen, die in der Tat Kulturtaten aller- dentliche Verdienst, den Mädchen überhaupt erst den
erster Bedeutung sind, nicht vor einzelnen kleineren Zugang zu den Bildungsmöglichkeiten geschaffen zu haben,
Gefahren. Es werden solche Neuerungen niemals vor die den Knaben bisher gegeben waren. Sie mußte aus
sich gehen, ohne daß eine Reihe von Gefahren damit taftis<en Gründen, gewiß nicht aus innerer Überzeugung,
verbunden ist, ohne daß sich kleine Unzuträglichkeiten sie mußte vor allen Dingen und zuerst einmal darauf
ergeben. Wo neue Rechtsträger geschaffen werden, wird Lestehen, daß kein Erziehungsweg, der für Knaben gang:
den alten Trägern des Rechts immer von der bisherigen 2327 war, grundsäßlich den Mädchen verschlossen wurde.
Form ihres Recht8 etwas genommen werden. Es handelt Sie hat infolgedessen vielfach bewußt in Kauf nehmen
sich für uns bei der Sculerziehung der Jugend nicht müssen, daß unsere Mädchenerziehung zu sehr in die für
darum, wer Rechte hat, sondern darum: wie kann die naben eingefahrenen Bahnen hineingeleitet worden ist.
Erziehung auf jene wirklich breite demokratische Basis Die neue Zeit braucht diese ängstliche Anlehnung an
geseßt werden, die nicht allein durch die Form des das alte, für Knaben geschaffene System nicht mehr inne-Barlamentari3mus
gesichert ist, sondern erst dann, wenn 3uhalten. Auch hier gilt das, was bei der Zusammennun
die einzelnen Betriebe in der Generation der an eröiehung der Kinder aller Stände gilt: es ist ebenso
ihnen Beteiligten auch die Selbstregulierung finden, deren vihtig für die Knaben, daß sie mit Mädchen zusammen
sie bedürfen. erzogen werden, wie es für Mädchen wichtig ist, daß sie
Genau so wihtig erscheinen uns diejenigen Erlasse ane Möalimienten der höheren geistigen und beruflichen
des Hexrn Ministers, die Lehrerräte, Krei3- und Bezirks- T vnn ug genießen. EE . 4
sehrerräte vorsehen. Wir wünschen, daß dieses System Meine Herren und Damen, die bürgerliche Demokratie
der Lehrerräte weiter ausgebaut wird. Wir wünschen des 18. und 19. Jahrhunderts hat der bürgerlichen Frau
es um so mehr, als wir die Autonomie der Schule, die aUmählich das Recht der gleichen Arbeit und der gleichen
Selbstverwaltung der Schule erst dann für gesichert halten, Zildung eröffnet. Aber diese Frau war immer ein
wenn sie, soweit sie die erzieherisch-unterrichtliche Tätigkeit Iremdling in der bürgerlichen Kultur und ist auch von
angeht, in den Händen der organisierten Lehrerschaft niht dex bLürgerlihen Kultur selbst als solcher empfunden
nur der einzelnen Schule, sondern der Schulen in Kreisen, vorden. Erst wenn diese zugespikt individualistische, wenn
Bezirken, Provinzen und im ganzen Lande liegt. Erst diese auf dem Egoismus des Kapitalismus wirtschaftlich
dann scheint es uns möglich, von einer wirklichen Schule Legründete Kultur durch die andere auf die Massen, auf
sprechen zu können. das natürliche, noch nicht ganz ins hellste Bewußtsein des
Zugleich. Theint uns aber anm eine andere Gemein- reinen IntellektualiSmus gehobene Bewußtsein gegründete
schaftli<keit in den Schulen von größter Notwendigkeit Sun: Ne 318 SITE NOSRR 180 erst dans
I n ; ? t ] ( ; ihre ei
Feine das die gemeinschaftliche Erziehung der Stellung neben dem Manne hat.
(Sehr richtig!) (Sehr richtig! bei der Sozialdemokratischen Partei)
Die gemeinschaftlihe Erziehung der Geschlechter al8 Erst dann entspricht ihre Stellung dem, was man [9
Rrinzip sofort dur<zusegen, wäre ein für die Güte der allgemein mit Schlagworten, die ich in einer kurzen Rede
Idee außerordentlich gefährliches Experiment. nicht näher untersuchen kann, als ihr Wesen darstellt,
S een indem man sie die Trägerin des Gefühls, des Instinkts
(Sehr richtig! rechts) oder, wie man das wohl so nennt, des Göttlichen nennt; erst
Außerdem wäre es heute aus den bekannten Schwierig- jeht ist es möglich, daß die Frau in dieser ihrer Eigenart,
keiten, die in finanzieller Hinsicht jede Änderung begleiten, in dieser breiten, sicheren Fundierung auf den großen
undurchführbar. E3 scheint uns dem ganzen Sinne, in Gefühlswerten der allgemeinen Menschlichkeit hier eine
dem wir die Kulturarbeit der Zeit zu leisten wünschen, wirklich ebenbürtige Stellung einnimmt.
entsprechend, wenn wir nur fordern, daß die gemeinschaft- Darum unterstüßen wir aufs äußerste den Antrag,
liche Erziehung überall da eintritt. wo durch Zusammen- der mit dem Zusaß des Zentrum8 wünscht, daß nicht