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Volume Anhang. Amtliche Bekanntmachungen

Full text: Steglitzer Adressbuch (Public Domain) Issue18.1899 (Public Domain)

Drispolizei-Berordnungen 2C, 
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und Feiertag geftatten, wenn fie. zur, Verhütung -- eines unverhältnifmäßigen 
Schabens erforderlich find, und die Nothwendigkeit nicht abfichtlich herbeigeführt 
der durch AYWußerachtlaffung der gehörigen Sorgfalt verfchuldet ift. Beifpielsweife 
fann die Srlaubniß ertheilt werden, wenn anhaltend ungünftige Witterung die 
rechtzeitige Vornahme von Erntearbeiten verhindert Hat, oder NMaturereignifje wie 
Hochwaifer, MNiedrigwahler, Froft und dergl. den Betrieb der Schifffahrt oder die 
Schiffsladung bedrohen. 
Die Erlaubniß ift Hunlichft auf die Zeit außerhalb des Hauptgottesdienftes 
8 16) zu befchränfen. 
Befindet fich die Ortspolizeibehörde nicht am Ort, fo ift in dringenden Fällen 
auch der Gemeinde: oder SGutsvorftcher zur Srtheilung diefer Erlaubnik befugt. 
S 4. Nicht berührt werden von dem Verbote des S 1: 
1. der Eijenbahnverkehr, der Berfonen-Schifffahrisverfehr, das Lohnfuhrwefen 
für Perfonen, die Beförderung von MReifegepäctk, fowie der Gewerbebetrieb der 
Kahnverleiher, Sondelführer und Fahrrad-Verleihanftalten. 
2. der durchgehende Frachtichifffahrts= und Frachtfuhrmerks- Verkehr, fowie 
der Eilgüter- Verkehr zu und von den Bahnhöfen und Dampfichiffen. 
3. der Reichs-Pofts und Telegraphen-Verkehr. 
4. bis zum Beginn des Hauptgottesbienftc8 (S 16) der durch Privat-Unter- 
achmer vermittelte Briefverfehr und Verkehr mit Badeten, infoweit diefer nicht 
durch Frachtfuhrmerk bewerfkfftelligt wird. 
5. der Gewerbebetrieb derjenigen, welche auf Sffentlidhen Straßen und Pläßen 
der in Wirthshäufern ihre perfönlidhen Dienfte anbieten (Dienftmänner, Fremden- 
ührer und -dergl.), fofern die Verrichtungen nicht an fich dem Verbote des $& 1 
unterlicgen. 
6. der Transport von Lebens: und Genußmitteln, fowie von Eis während 
der für den Handel mit diefen Gegenftänden freigegebenen Stunden. 
7. der Umzug mit Möbeln aus einer Wohnung in die andere bis zum Beginn 
des Haupkgottesdienfte8. 
& 5. Soweit die Befchäftigung gewerblidher Arbeiter auf OSrund der 
Sewerbeordnung an Sonn- und Feiertagen geftattet ift, findet das Verbot des & I 
auf die Arbeiten in offenen Scfchäftsftellen. des Handelsgewerbes und auf den 
Betrich von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanttalten, Brüchen und Gruben 
von Hüttenmerfen, Mühlen, Fabriken und Werfkitätten, von Werften und BZiegeleien, 
Tomwie bei Bauten aller Art feine Anwendung. 
S 6. Das AMushängen und Ausficllen von Waaren in den Schaufenftern 
und Schaufäften, fowie in und vor den Ladenthüren {ft an Sonn- und Feiertagen 
nur während der zuläffigen Verkaufsgeit geftattet. 
Außerhalb diefer Zeit müjfen die Ladenthüren gefhloffen und die Schaufenfter 
geräumt oder verhängt fein. 
Märkte und Vielen dürfen an Sonn: und Feiertagen nur ftattfinden, wo dies 
herfömmlich ift. Iedoch muß der Wochenmarktverfehr vor Beginn des Haupt: 
gottesbienftceg ($ 16) beendet fein. Icder andere Marktverkehr darf erft nach der 
Zeit des Hauptgottesdienfics beginnen, 
Der Gewerbebetrieb im Umbherziehen und der Gemerbebetrieh der im S 42b
	        
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