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Full text: Konjunkturbericht (Rights reserved) Issue2020,3 (Rights reserved)

Q1 Q2 Q3 Q4 Konjunkturbericht Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin 3. Quartal 2020 Impressum Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Referat Grundsatzangelegenheiten der Wirtschaftspolitik Martin-Luther-Straße 105 10825 Berlin Telefon: (030) 90 13 74 67 E-Mail: konjunkturbericht@senweb.berlin.de Internet: www.berlin.de/sen/web/ Der Bericht enthält Zahlen, die bis zum 1. Dezember 2020 vorlagen. Titelfotos: Jim D. Woodward; Hans-Georg Kauert; hosszuka; Gregor Fischer; Ferdinand-Braun-Institut/Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH); Arbeitgeberverband Gesamtmetall; Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB); Jean-Pierre Dalbéra; Felix O.; Mathias Richel; Daniel Neugebauer Dieser Bericht ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Landes Berlin. Er ist nicht zum Verkauf bestimmt und darf nicht zur Werbung für politische Parteien verwendet werden. Inhalt Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin 3. QUARTAL 2020 Standort Berlin Berliner Wirtschaft weiter unter Druck 2 VERARBEITENDES GEWERBE Industriestadt Berlin Industrie noch verhalten 3 BAUHAUPTGEWERBE Bauplatz Berlin Bautätigkeit gefestigt 5 TOURISMUS, EINZELHANDEL UND GASTGEWERBE Handel und Tourismus in Berlin Tourismus und Gastgewerbe weiter stark im Minus 6 UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN Gründungsmetropole Berlin Gründungsdynamik etwas geringer 8 ARBEITSPLÄTZE Arbeitsmarkt Berlin Arbeitsmarkt stark betroffen 9 AUF EINEN BLICK Zahlenwerk Berlin Wirtschaftsdaten auf einen Blick 11 1 3. Quartal 2020 Standort Berlin Berliner Wirtschaft weiter unter Druck In der Berliner Wirtschaft hat sich die Entwicklung nach dem Lockdown vom Frühjahr im 3. Quartal stabilisiert. Während bspw. die Einzelhandels­ umsätze wieder höher ausfielen, bewegten sich der Tourismus und das Gastgewerbe aber noch auf einem sehr niedrigen Niveau und befinden sich zudem in einem weiteren Lockdown. Die Lage ist auch auf dem Ar­ beitsmarkt angespannt, hat sich aber zuletzt wieder etwas verbessert. Industrie noch im Minus – Bau gefestigt Nach dem Einbruch im Frühjahr haben sich die Industrieumsätze in Berlin im 3. Quartal wieder besser entwickelt, fielen aber noch um 3,2 % geringer aus als ein Jahr zuvor. Auch die Auftragseingänge haben sich stabilisiert, konnten den Vorjahresstand aber ebenfalls nicht erreichen. Im Zuge der auch überregional wieder etwas stärken Industriedynamik gaben die Unternehmen bundesweit im November aber erneut bessere Urteile zur Geschäftslage ab. Allerdings schwächten sich die Geschäftserwartungen der Industrie den zweiten Monat in Folge ab; auch in Berlin dürfte sich dabei eine zunehmende Unsicherheit infolge der zweiten Corona-Welle niederschlagen. Weiterhin stabil zeigt sich das Bauhauptgewerbe, bei dem die Umsätze, die geleisteten Arbeitsstunden und die Beschäftigung 2020 bislang über den Werten vom Vorjahr liegen. Diese wurden bei den Auftragseingängen allerdings nicht erreicht. Der hohe Auftragsbestand und Baugenehmigungen auf dem Vorjahresniveau schaffen indes weiteres Potenzial für eine starke Bautätigkeit am Standort Berlin. te- und -übernachtungen wie vor einem Jahr. Dies hat unmittelbare Folgen für das Gastgewerbe, das einen Umsatzeinbruch von 45 % verzeichnete. Der Beherbergungssektor war mit einem Rückgang von zwei Drittel besonders betroffen. Mit dem neuerlichen Lockdown im November verschärft sich ein weiteres Mal die Situation für die Branche. Der Einzelhandel hat sich gefestigt und konnte dank Zuwächsen vor allem im Onlinehandel die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr im 3. Quartal wieder etwas steigern. Arbeitslosigkeit stabilisiert, aber noch deutlich über Vorjahresstand Die Zahl der Arbeitslosen hat sich zur Jahresmitte hin stabilisiert und ist seit August wieder etwas zurückgegangen. 3. Quartal 2020 Umsatz 2 Beschäftigte Aufträge Veränderung gegenüber Vorjahr Einbruch im Tourismus und Gastgewerbe Der Tourismus und das Gastgewerbe sind weiterhin in starkem Maße von den wirtschaftlichen Einschränkungen durch Corona betroffen. Auch wenn sich die Werte im Verlauf des Sommers zunächst auf einem niedrigen Niveau stabilisiert haben, gab es im 3. Quartal nur knapp halb so viele Gästeankünf- Wegen des zuvor aber sprunghaften Anstiegs liegt die Arbeitslosenzahl jedoch noch deutlich über dem Vorjahresstand. Im November waren in Berlin rund 202.300 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug 10,1 %, gegenüber 7,6 % im Vorjahresmonat. Die wirtschaftliche Betroffenheit durch Corona zeigt auch die Kurzarbeit. Nach den aktuell vorliegenden Gesamtzahlen gab es in Berlin im August 106.400 Kurzarbeitende; der Höchstwert lag im April bei 239.500. Gleichwohl befanden sich im August in Berlin damit 6,9 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit. Die Anzeigen zur Kurzarbeit haben sich im November im Zuge des Teil-Lockdowns zudem wieder erhöht. Die Beschäftigung fällt vor allem in Branchen wie dem Gastgewerbe oder den wirtschaftsnahen Dienstleistungen noch geringer aus, bewegte sich insgesamt auch infolge des hohen Ausgangsniveaus am Jahresbeginn im September aber weiterhin über dem Vorjahresstand. Wird allerdings die Gesamtzahl der Erwerbstätigen betrachtet, so fiel diese nach den für das 2. Quartal vorliegenden Angaben geringer aus als ein Jahr zuvor. Hier dürfte sich ein insbesondere im Gastgewerbe starker Rückgang bei den ausschließlich geringfügig Beschäftigten ausgewirkt haben. Verarbeitendes Gewerbe1 ▼ ▼ ▼ Bauhauptgewerbe2 ▲ ▲ ▼ Einzelhandel ▲ ▼ – Gastgewerbe ▼ ▼ – ▲▼ bis +/- 5 % 1 2 ▲ ▼mehr als +/- 5 % Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten; Beschäftigtenangaben bezogen auf Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten. Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Bundesagentur für Arbeit SenWiEnBe 2020 Verarbeitendes Gewerbe Industriestadt Berlin Industrie noch verhalten Die Industrieumsätze, die im Frühjahr infolge der wirtschaftlichen Brü­ che durch die Corona-Pandemie stark gesunken waren, haben sich im 3. Quartal stabilisiert. Das Vorjahresniveau wurde aber noch nicht erreicht und die Unsicherheit zur weiteren Entwicklung ist nach wie vor hoch. Wird die Pandemie auch international zusehends beherrschbar, dürften über­ regional weitere Impulse auf die Berliner Industrie ausgehen. Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe1 BERLIN in Mrd. Euro 6,7 6,6 6,5 6,4 6,3 6,2 6,1 6,0 5,9 5,8 5,7 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Aktuell Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre) Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk). Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 1 Nachdem die Geschäftslage der Berliner Industrieunternehmen im Frühjahr auf einen Negativsaldo von -23 Punkten eingebrochen war, zeigte sie sich im Herbst im Vorfeld der zweiten Corona-Welle gemäß IHK-Umfrage zunächst wieder verbessert und drehte mit 4 Punkten leicht ins Plus. Auch die Industrieumsätze haben sich im 3. Vierteljahr verbessert. Allerdings wurde das Umsatzniveau des Vorjahres noch um 3,2 % unterschritten, nach einem Rückgang von 7,4 % im 2. Quartal und einem Plus im 1. Quartal von 4,3 %. Für den Zeitraum Januar bis September ergibt sich für die Berliner Industrie jedoch ein um 2,2 % geringes Umsatzniveau als vor einem Jahr. Mit einem Rückgang von 12,1 % fiel das Bundesergebnis für die Industrie aber noch deutlich schlechter aus. Im Inland verbuchten SenWiEnBe 2020 die Berliner Industrieunternehmen in den ersten 9 Monaten 2020 ein Umsatzplus von 3,1 %; der Auslandsumsatz ging trotz wieder besserer Werte im 3. Quartal aber um 5,7 % zurück. Die gesamte Außenhandelsstatistik Berlins fiel im bisherigen Jahresverlauf entsprechend negativ aus. Bis September wurden Waren im Wert von rund 10,4 Mrd. Euro exportiert; dies war gut eine Mrd. weniger als im Vorjahreszeitraum. Ausfuhrrückgänge gab es bspw. nach China und in die USA; auch die Exporte in den EU-Raum fielen geringer aus als ein Jahr zuvor. Dass sich die Industrie in Berlin im laufenden Jahr weniger stark negativ entwickelt hat als im Bundesdurchschnitt, liegt an der Industriestruktur. Die Industriebranchen Nahrungsmittel, elektrische Ausrüstungen und Pharma, die im letzten Jahr zusammen fast die Hälfte der Industrieumsätze erbracht haben, zeigten sich im Zeitraum Januar bis September gegenüber dem Vorjahreswert stabil bzw. konnten wie im Fall der Nahrungsmittelproduktion die Um- Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe1 BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 15 10 5 0 -5 -10 -15 -20 -25 -30 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Betriebe mit 50 und mehr tätigen Personen (einschl. prod. Handwerk). Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt 1 SenWiEnBe 2020 3 Verarbeitendes Gewerbe te die zunehmende Unsicherheit infolge der zweiten Corona-Welle niederschlagen. Auch die jüngste Corona-Umfrage der IHK Berlin zeigte die Betroffenheit der Unternehmen. Auftragseingang (real) im Verarbeitenden Gewerbe1 BERLIN 2010 = 100 120 115 110 105 100 95 90 85 80 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Aktuell Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre) Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk). Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 1 sätze deutlich steigern. Damit konnte 2020 bislang ein schlechteres Umsatzergebnis vermieden werden, obwohl die Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen bzw. von Gummi- und Kunststoffwaren, die Metallindustrie und insbesondere die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen deutliche Einbußen verzeichnen mussten und in den ersten 9 Monaten jeweils zweistellige Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum hatten. Die Beschäftigungssituation der Industrie hat sich gegenüber dem Vorjahr im Zuge der negativen gesamtkonjunkturellen Entwicklung abgeschwächt. Im September 2020 gab es nach vorläufigen Angaben in Berlin rund 109.200 sozialversicherungspflichtige Industriebeschäftigte und somit 3,1 % weniger als im Vorjahresmonat. Wird der Personalstand im gesamten 3. Quartal betrachtet, lag die Industriebeschäftigung in Berlin um 2,7 % unter dem Niveau vom Vorjahreszeitraum. SenWiEnBe 2020 etwas aufgehellt und die Unternehmen zeigten sich bundesweit gemäß ifo auch im November zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Allerdings schwächten sich die ifo-Geschäftserwartungen für die Industrie im November den zweiten Monat in Folge ab und waren nur noch leicht positiv. Die Exporterwartungen gingen ebenfalls zurück. Dabei dürfte sich auch in Berlin angesichts der starken industriellen Einbindung in die internationalen Märk- Auftragseingang (real) im Verarbeitenden Gewerbe1 BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 10 0 -10 -20 -30 Auftragseingänge noch gedämpft Der konjunkturelle Rahmen hat sich für die Industrie seit dem Sommer wieder 4 Dabei haben sich die Auftragseingänge für die Berliner Industrie mit Blick auf die amtlichen Daten zwar im 3. Quartal stabilisiert, zeigten sich aber noch verhalten und unterschritten den Stand vom Vorjahreszeitraum um 8,0 %. Zuvor hatte es Rückgange von 11,8 % im 2. Quartal und 2,9 % im 1. Quartal gegeben. Für den Zeitraum von Januar bis September folgt daraus ein um 7,6 % geringeres Bestellniveau als vor einem Jahr, wobei die die Aufträge im Inland und Ausland schwächer ausfielen. Während in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 5,9 % weniger Inlandsbestellungen eingingen, lag der Rückgang bei der Auslandsnachfrage bei 8,8 %. Insbesondere die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen, aber auch die Pharmaindustrie hatte im Zeitraum Januar bis September ein höheres Bestellniveau als vor einem Jahr. Demgegenüber bewegten sich u.a. die Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, die Metallindustrie, der Maschinenbau und insbesondere der Fahrzeugbau unter dem ein Jahr zuvor erreichten Niveau bei den Auftragseingängen. -40 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk). Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt 1 SenWiEnBe 2020 Bauhauptgewerbe Bauplatz Berlin Bautätigkeit gefestigt Das Berliner Bauhauptgewerbe zeigt sich im bisherigen Jahresverlauf stabil. Die Umsätze lagen über dem Vorjahresniveau; die Zahl der ge­ leisteten Arbeitsstunden und der Beschäftigungsstand fielen ebenfalls höher aus. Die Auftragseingänge entwickelten sich zuletzt verhaltener und erreichten nicht mehr den Vorjahresstand. Auf einem nach wie vor hohen Niveau ist aber der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe. Umsatz (nominal) im Bauhauptgewerbe1 BERLIN in Mio. Euro 1100 1050 1000 950 900 850 800 750 700 650 600 550 500 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Aktuell Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre) Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl). Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg SenWiEnBe 2020 1 Die Umsätze im Berliner Bauhauptgewerbe lagen in allen 3 Quartalen über dem Vorjahresstand. Nachdem es im 1. Quartal, unterstützt durch einen Basiseffekt infolge schwacher Vorjahreswerte, noch ein starkes Plus von 20,6 % gegeben hat, kam es im 2. und 3. Quartal zu Zuwachsraten von 8,4 % bzw. 1,0 %. Für den Zeitraum Januar bis September stiegen die Umsätze damit um 8,8 % (Betriebe ab 20 Beschäftigte). Während sich der gewerbliche Bau leicht unter dem Umsatzniveau des Vorjahres bewegte, konnten der Wohnungsbau und insbesondere der öffentliche Bau Zuwächse verbuchen. Das Arbeitsvolumen in Form der geleisteten Arbeitsstunden lag im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls über dem Vorjahresstand und hat diesen von Januar bis September um 7,5 % übertroffen. Obwohl auch das Baugewerbe von dem Lockdown bspw. in Form von Lieferengpässen betroffen war und die Entwicklung zuletzt weniger dynamisch ausfiel, war die Bauleistung somit bislang höher aus ein Jahr zuvor. Die Beschäftigung ist im Zuge der höheren Bauaktivität gestiegen und lag im Berliner Bauhauptgewerbe im 3. Quartal um 2,5 % und in den ersten 9 Monaten um 4,3 % über dem Vorjahresstand. Die Auftragseingänge haben sich im bisherigen Jahresverlauf indes schwächer entwickelt und bewegten sich im 2. und 3. Quartal um jeweils gut ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Für die ersten 9 Monate ergibt sich eine um 18,6 % geringere Nachfrage. Während der gewerbliche Bau und der Wohnungsbau weniger Aufträge verbuchten, lag der öffentliche Bau von Januar bis September leicht über dem Niveau vom Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen erreichte in Berlin von Januar bis September den Stand des Vorjahres. Der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe fiel zur Jahresmitte um rund ein Viertel höher aus als ein Jahr zuvor und schafft ebenso Potenzial für ein weiter reges Baugeschehen. Auftragseingang (nominal) im Bauhauptgewerbe1 BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 50 40 30 20 10 0 -10 -20 -30 -40 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl). Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt SenWiEnBe 2020 1 5 Tourismus, Einzelhandel und Gastgewerbe Handel und Tourismus in Berlin Tourismus und Gastgewerbe weiter stark im Minus Die wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zeigten sich deutlich im 3. Quartal, in dem nach einer Stabilisierung auf niedrigen Niveau gut die Hälfte weniger Gäste nach Berlin kamen als ein Jahr zuvor. Der Umsatz im Gastgewerbe fiel um 45 % geringer aus und wird durch den erneuten Lockdown weiter belastet. Im Einzelhandel lagen die Umsätze, unterstützt durch ein starkes Plus bei den Onlinegeschäften, wieder etwas über dem Vorjahresniveau. Gästeankünfte1 in Beherbergungsstätten Der internationale Einbruch des Tourismus zeigt sich deutlich bei den Herkunftsregionen. Aus Europa reisten im 3. Quartal insgesamt 73,3 % weniger Gäste nach Berlin als im Vorjahreszeitraum; aus Amerika und Asien gab es Einbußen von 93,3 %, und 94,5 %. Bezogen auf die ersten 9 Monates des Jahres lag das Minus aus Europa bei 68,1 %. Die Zahl der Gäste aus Amerika und Asien ging um 79,9 %, bzw. 79,7 % zurück. BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 10 0 -10 -20 -30 -40 -50 -60 -70 -80 -90 -100 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Einschließlich übrige Beherbergungsstätten. Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt 1 Tourismus deutlich unter Vorjahresniveau Der Berlin-Tourismus hat sich nach dem Lockdown vom Frühjahr in den Sommermonaten zwar etwas erholt. Allerdings erfolgte diese Erholung auf einem sehr niedrigen Niveau, wie es auch die Gästezahlen zeigen. Nachdem im 2. Quartal in Berlin ein Rückgang von 88,6 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde, lag die Gästezahl im September mit 57,8 % und im 3. Quartal mit 55,8 % (Inland -38,4 %, Ausland -79,5 %) noch immer weit unter dem Vorjahresniveau. Im Zeitraum Januar bis September entstand ein Gästerückgang von 57,9 % (Inland -49,1 %, Ausland -71,2 %). Ähnlich starke Einbußen hat es bei den Übernachtungen gegeben; bei einem Minus von 87,9 % im 2. Quartal 6 und 56,4 % im 3. Quartal (Inland -35,0 %, Ausland -79,6 %). Von Januar bis September war die Übernachtungszahl um 58,4 % (Inland -47,4 %, Ausland -71,3 %) geringer als im Vorjahreszeitraum. Mit dem neuerlichen Lockdown dürfte die Entwicklung auch im Jahresschlussquartal deutlich negativ ausfallen. SenWiEnBe 2020 Die angebotenen Beherbergungskapazitäten fallen entsprechend geringer aus. Die Bettenzahl lag im September in Berlin um 4,1 % unter dem Stand vom Vorjahresmonat; deren Auslastung betrug aber nur 29,5 %. Von Januar bis September bewegte sich die Auslastung Übernachtungen in Beherbergungsstätten1 BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 10 0 -10 -20 -30 -40 -50 -60 -70 -80 -90 -100 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Einschließlich übrige Beherbergungsstätten. Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt 1 SenWiEnBe 2020 Tourismus, Einzelhandel und Gastgewerbe mittelumsätze fielen im 3. Quartal um 1,0 % höher aus als ein Jahr zuvor. Umsatz (real) im Einzelhandel1 BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Bezogen auf die ersten 9 Monate des Jahres ergibt sich für den Berliner Einzelhandel ein gefestigtes Bild mit einem leichten Umsatzplus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Stabilisiert hat auch hier der Zuwachs beim Lebensmittelumsatz, bei dem ein Plus von 4,8 % verbucht wurde. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmittel sank der reale Umsatz hingegen um 1,4 %; dabei konnte der Onlinehandel mit einem Plus von 17,0 % von Januar bis September einer schlechteren Entwicklung entgegenwirken. 6 5 4 3 2 1 0 -1 -2 -3 -4 -5 -6 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin 1 Deutschland Einzelhandel ohne Kfz-Handel; Angaben vorläufig. Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt bei 31,0 %. Mit dem Einbruch des Tourismus unmittelbar verbunden ist der Rückgang der Fluggastzahlen, die in Berlin im September um 78,8 % und von Januar bis September um 70,5 % gegenüber dem Vorjahr einbrachen. Auch diese Zahlen unterstreichen, in welch starkem Ausmaß sich die wirtschaftlichen Einschränkungen infolge Corona auswirken. Gastgewerbe stark unter Druck Durch den Einbruch beim Tourismus sind die Umsätze im Berliner Gastgewerbe zu einem beträchtlichen Teil weggefallen. Nachdem es gegenüber dem Vorjahreszeitraum im 2. Quartal einen Umsatzrückgang von 70,2 % gegeben hatte, lagen die Umsätze trotz der gelockerten Schutzmaßnahmen im September um 50,1 % und im 3. Quartal um 45,1 % unter dem Vorjahresniveau (Beherbergung -64,1 %, Gastronomie -33,6 %). Von Januar bis September betrug das Minus insgesamt 44,7 % (Beherbergung -57,9 %, Gastronomie -36,9 %). Einzelhandel dank Online- und Lebensmittelhandel wieder im Plus Der Berliner Einzelhandel, der durch den Lockdown besonders im April Ein- SenWiEnBe 2020 bußen hatte und sich im 2. Quartal bei den Umsätzen um real 2,1 % unter dem Vorjahresstand bewegte, verbuchte im 3. Quartal wieder einen Umsatzanstieg von 1,5 %. Hierzu konnte insbesondere der Onlinehandel mit einem Plus von 18,6 % beitragen. Dadurch lag der Einzelhandelsumsatz mit Nicht-Lebensmitteln insgesamt um 1,7 % über dem Stand vom Vorjahresquartal, obgleich bspw. beim Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen etc. noch ein Minus entstand. Die Lebens- Das Beschäftigungsniveau im Einzelhandel fiel im 3. Quartal aber um 0,7 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dies ist zurückzuführen auf einen Rückgang bei den Teilzeitkräften um 2,7 %, gegenüber einem Plus von 1,6 % bei den Vollzeitstellen. Infolge der stärkeren Betroffenheit durch Corona fiel der Personalrückgang im Berliner Gastgewerbe mit 17,8 % im 3. Quartal deutlich höher aus (Beherbergung -16,0 %, Gastronomie -18,3 %). Auch hier war die Entwicklung bei Teilzeit (-22,8 %) ungünstiger als bei Vollzeit (-11,5 %). Darin dürfte sich auch der Rückgang bei der geringfügigen Beschäftigung niedergeschlagen haben. Umsatz (real) im Gastgewerbe BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 10 0 -10 -20 -30 -40 -50 -60 -70 -80 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt SenWiEnBe 2020 7 Unternehmensgründungen Gründungsmetropole Berlin Gründungsdynamik etwas geringer Das Gründungsgeschehen ist in Berlin im 3. Quartal und im Zeitraum Ja­ nuar bis September 2020 zwar schwächer ausgefallen als ein Jahr zuvor, verzeichnete aber keinen Einbruch und bewegte sich weiterhin auf ei­ nem überregional überdurchschnittlichen Niveau. In den Insolvenzzahlen schlägt sich die im laufenden Jahr schwierige wirtschaftliche Lage auf­ grund der aktuell ausgesetzten Insolvenzantragspflicht noch nicht nieder. Neugründungen in Berlin1 Hessen (55). Der Bundesdurchschnitt lag bei 49. Auch bei den Betriebsgründungen ist Berlin der Spitzenreiter unter den Ländern. Im Fokus des Gründungsgeschehens stehen dabei vor allem die Dienstleistungsbereiche, in denen rund 4 von 5 der neuen Unternehmen entstehen. Darunter ist der Handel die gründungsstärkste Branche. BERLIN Anzahl in 1.000 12 10 8 6 4 2 0 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Neugründungen insgesamt Betriebsgründungen Neugründungen berücksichtigen nicht die Anmeldungen wegen Übernahme eines Betriebes, Gesellschaftseintritt, Änderung der Rechtsform, Umwandlung oder Zuzug aus einem anderen Meldebezirk. SenWiEnBe 2020 Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; eigene Berechnungen. 1 In Berlin entstanden im Zeitraum Januar bis September 2020 insgesamt 28.210 neue Unternehmen, gegenüber 29.957 Neugründungen im Vorjahreszeitraum. Somit fiel die Gründungsdynamik um 5,8 % geringer aus. Bezogen auf das 3. Quartal gab es mit 6,4 % einen ähnlich starken Rückgang. Hierzu dürfte unter anderem eine eher vorsichtige Gründungsneigung wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit infolge der Einschränkungen durch die CoronaPandemie beigetragen haben. Im Bundesländervergleich steht Berlin aber weiterhin an der Spitze. In den ersten 9 Monates dieses Jahres entstanden die meisten neuen Unternehmen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner (77), noch vor Hamburg (64) und 8 Die wirtschaftlichen Brüche in Berlin und Deutschland infolge Corona spiegeln sich nach der bisherigen Datenlage bis zum Monat August in den Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen noch nicht wider. Der Grund dafür ist die zurzeit ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für Unternehmen. In Berlin gab es von April bis August insgesamt 511 Insolvenzverfahren; dies waren 90 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis August ging die Insolvenzzahl in Berlin um 73 bzw. 7,7 % auf 875 zurück. Ein Rückgang von 11,2 % entstand bundesweit bei den Unternehmensinsolvenzen in den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres. Neugründungen nach Branchen von Januar bis September 2020 BERLIN Baugewerbe 5.454 Handel 5.393 Freiberufliche wiss. u. techn. Dienstleistungen 3.406 Sonstige wirtschaftl. Dienstleistungen1 3.174 Information u. Kommunikation 2.099 Sonstige inkl. persönl. Dienstleistungen2 2.053 Erziehung u. Unterricht, Gesundheit, Sozialwesen 1.707 Gastgewerbe 1.698 Berlin 1 z. B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung von Arbeitskräften, Reisebüros, Gebäudebetreuung. 2 z. B. Erbringung persönlicher Dienstleistungen, Reparatur von DV-Geräten und Gebrauchsgütern. Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. SenWiEnBe 2020 Arbeitsplätze Arbeitsmarkt Berlin Arbeitsmarkt stark betroffen Die Arbeitslosenzahlen, die im Zuge des Lockdowns im Frühjahr massiv gestiegen sind, haben sich seitdem stabilisiert. Allerdings bewegt sich die Arbeitslosigkeit als Folge der Einschränkungen durch Corona noch deutlich über dem Vorjahresstand. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit hat sich im Zuge der wirtschaftlichen Stabilisierung seit dem Frühjahr verringert, betrifft aber noch zahlreiche Beschäftigte. Arbeitslose BERLIN Anzahl in 1.000 230 220 210 200 190 180 170 160 150 140 Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov 2019 2020 Aktuell Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre) Quelle: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit Nachdem die Arbeitslosigkeit in Berlin zwischen März und Juni um insgesamt 55.111 Personen gestiegen ist, hat sie sich mit Beginn des 2. Halbjahres stabilisiert. Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen noch um 5.945; im August sank sie dann erstmals wieder um 1.002 und im September um weitere 5.021 Personen. Im gesamten 3. Quartal lag die Arbeitslosenzahl in Berlin bei 212.963 Personen. Durch die im Frühjahr infolge Corona stark negative Entwicklung waren dies aber 57.926 mehr als im Vorjahresquartal. SenWiEnBe 2019 Vorjahres. Bundesweit lag der Anstieg bei 23,8 %. Dabei hat sich auch ein geringeres Angebot an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ausgewirkt. Die Arbeitslosenquote betrug in Berlin im November 10,1 %, gegenüber 7,6 % ein Jahr zuvor. Bei den Frauen erhöhte sich die Arbeitslosenquote binnen Jahresfrist von 7,0 % auf 9,3 %; bei den Männern gab es einen Anstieg von 8,1 % auf 10,8 %. Beim Blick auf die einzelnen Branchen zeigt sich, dass der Abgang von Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit zwischen April und November gegenüber dem Vorjahreszeitraum am stärksten im Gastgewerbe ausgefallen ist. Aber auch in anderen Wirtschaftszweigen, etwa bei Verkehr und Lagerei sowie den wirtschaftlichen und sonstigen Dienstleistungen, gingen mehr Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegte sich zudem auf einem noch verhaltenen Niveau und lag gemäß des Stellenindex der Arbeitslose BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Arbeitslosenquote im November 10,1 % Im aktuellen Berichtsmonat November 2020 gab es in Berlin insgesamt 202.313 Arbeitslose; dies waren 53.538 bzw. 36,0 % mehr als im November des -5 -10 Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov 2019 2020 Berlin Deutschland Quellen: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Bundesagentur für Arbeit SenWiEnBe 2019 9 Arbeitsplätze Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte BERLIN im Vergleich mit Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 -0,5 2. Vj. 3. Vj. 4. Vj. 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2019 2020 Berlin Deutschland Quellen: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Bundesagentur für Arbeit Bundesagentur für Arbeit (BA-X) im November noch um knapp ein Drittel unter dem Vorjahresniveau. Zur realisierten Kurzarbeit liegen Gesamtzahlen für Berlin aktuell für August 2020 vor. Diese betraf 106.400 Personen, nach 130.500 im Juli, 172.900 im Juni, 220.100 im Mai und 239.500 im April. Somit befanden sich im August in Berlin 6,9 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit (Bund 7,6 %). Trotz der zuletzt rückläufigen Entwicklung zeigt die Größenordnung der Kurzarbeitenden das Ausmaß der wirtschaftlichen Betroffenheit durch Corona. Hinzu kommt, dass die Anzeigen zur Kurzarbeit, für die bereits Daten bis November vorliegen, sich infolge des Teil-Lockdowns wieder erhöht haben. Im November gingen von rund 2.200 Berliner Betrieben neue Anzeigen zur konjunkturellen Kurzarbeit ein, nach knapp 300 im Oktober 10 SenWiEnBe 2020 (Höchstwert im April mit 27.700 Betrieben). Die Zahl der von den Anzeigen potenziell betroffenen Personen lag im November bei 17.200 (Oktober 2.500, Höchstwert im April mit 270.000). Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung noch über Vorjahresstand Die Kurzarbeit hat auch dazu beigetragen, die negativen Folgen für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einzudämmen. Nach einem deutlichen Rückgang im April und Mai hat sich die Beschäftigtenzahl seit Juni wieder stabilisiert und entwickelte sich zuletzt im saisonüblichen Rahmen. Infolge der zuvor negativen Entwicklungen hat sich der Abstand zum Vorjahresniveau aber deutlich reduziert. Wurde dieses im Januar um 49.300 Beschäftigte übertroffen, gab es im September noch 8.600 Beschäftigte mehr als ein Jahr zuvor. Dies entsprach einem Plus von 0,6 %, womit der Vorjahresvergleich günstiger ausfiel als in den anderen Bundesländern und deutschlandweit mit einem Minus von 0,4 %. Trotz des insgesamt noch höheren Niveaus bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist aber zu beachten, dass die für das 2. Quartal vorliegenden Erwerbstätigenzahlen um 0,5 % geringer ausfielen als ein Jahr zuvor. Der Grund dafür sind die ausschließlich geringfügig Beschäftigten, deren Zahl in Berlin bereits Ende März (aktueller Datenstand) um 11.600 unter dem Vorjahresstand lag. Den stärksten Rückgang hatte hier das Gastgewerbe (-4.300 bzw. -18,2 %). Werden die nach Branchen differenzierten Zahlen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der Vorjahresvergleich zwischen September 2020 und September 2019 betrachtet, gab es in Berlin ein höheres Beschäftigungsniveau vor allem bei Information/ Kommunikation (+6.200 bzw. 5,4 %). Bundesweit entstand hier ein Stellenplus von 2,3 %. Mehr Beschäftigte hatten auch das Gesundheits- und Sozialwesen (+5.500) sowie Erziehung und Unterricht (+4.500). Einen geringeren Beschäftigungsstand als vor einem Jahr gab es im Gastgewerbe (-8.500) und bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-3.500); speziell bei der Arbeitnehmerüberlassung ging die Beschäftigtenzahl um 4.500 zurück. In der Industrie wurden 3.500 weniger Beschäftigte gezählt als im September des Vorjahres; einen Zuwachs von 900 gab es im gesamten Baugewerbe. Auf einen Blick Zahlenwerk Berlin Wirtschaftsdaten auf einen Blick Wirtschaftszweige 2019 3. Vj. 4. Vj. 2020 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2020 Jan-Sep Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in % Verarbeitendes Gewerbe Auftragseingang (real) insgesamt1 Inland Ausland darunter: H. v. pharmazeutischen Erzeugnissen Metallerzeugung und -bearbeitung H. v. Metallerzeugnissen H. v. DV-geräten, elektron. u. optischen Erzeugnissen H. v. elektrischen Ausrüstungen + 8,0 - 14,4 - 2,9 - 11,8 - 8,0 - 7,6 + 11,9 - 28,0 + 4,9 - 9,5 - 11,1 - 5,9 + 5,1 - 3,5 - 7,4 - 13,4 - 5,6 - 8,8 - 4,0 + 15,2 + 15,5 - 1,8 - 3,1 + 3,9 - 18,6 - 15,6 - 3,2 - 15,6 + 1,7 - 5,8 + 4,3 - 7,8 - 5,4 - 21,2 - 12,6 - 12,9 + 3,6 - 7,1 + 11,9 - 11,5 - 7,6 - 2,7 + 21,1 - 9,5 - 14,1 + 30,5 + 53,1 + 21,8 Maschinenbau + 6,4 - 7,7 - 11,9 - 25,6 - 26,8 - 21,2 Fahrzeugbau2 + 27,9 - 50,7 - 30,3 - 28,1 - 30,8 - 29,7 + 9,3 - 3,1 + 4,3 - 7,4 - 3,2 - 2,2 + 5,7 + 3,4 + 9,5 - 1,6 + 1,7 + 3,1 + 11,9 - 8,1 + 0,9 - 11,4 - 6,5 - 5,7 - 0,5 - 1,4 + 31,2 + 15,6 + 25,0 + 24,0 - 16,5 Umsatz (nominal) insgesamt1 Inland Ausland darunter: H. v. Nahrungs- und Futtermitteln H. v. Druckerzeugnissen; Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- u. Datenträgern H. v. pharmazeutischen Erzeugnissen H. v. Gummi- u. Kunststoffwaren Metallerzeugung und -bearbeitung + 3,7 + 0,5 - 11,2 - 43,0 + 5,4 + 15,4 + 2,1 + 13,5 - 6,3 - 6,1 - 0,1 - 6,5 - 1,4 - 11,1 - 29,4 - 6,9 - 15,9 - 17,2 - 18,3 - 9,2 - 13,7 - 9,5 - 10,8 H. v. Metallerzeugnissen - 0,1 - 12,2 - 7,0 - 16,6 - 10,1 - 11,1 H. v. DV-geräten, elektron. u. optischen Erzeugnissen - 0,3 - 14,4 - 3,1 - 17,2 - 12,0 - 10,8 H. v. elektrischen Ausrüstungen + 8,3 - 8,5 - 2,1 - 2,5 + 21,4 + 6,2 Maschinenbau + 0,3 + 12,5 - 8,5 - 11,8 - 9,2 - 9,9 + 24,9 + 25,1 + 37,5 - 36,5 - 36,9 - 18,6 + 21,1 + 44,0 + 37,2 - 50,7 - 40,1 - 24,9 Gewerblicher Bau + 28,1 + 246,0 + 152,8 - 50,2 - 63,3 - 25,9 Öffentlicher Bau + 68,0 + 111,1 + 61,9 - 32,8 - 34,4 + 1,6 Wohnungsbau + 14,3 + 5,1 + 10,3 - 52,3 - 29,3 - 27,7 Bauhauptgewerbe Auftragseingang (nominal) insgesamt3 Hochbau Tiefbau + 32,2 - 6,7 + 38,2 - 4,9 - 31,1 - 6,1 Gewerblicher Bau + 44,4 - 0,5 + 65,4 - 8,4 - 45,5 - 11,8 Öffentlicher Bau + 11,7 - 20,7 + 9,2 - 0,3 + 0,3 + 2,8 - 0,7 + 3,1 + 20,6 + 8,4 + 1,0 + 8,8 Umsatz insgesamt3 Hochbau + 1,2 + 9,3 + 18,5 + 10,6 + 13,8 + 14,0 Gewerblicher Bau + 5,1 + 16,6 + 23,1 + 40,2 + 4,7 + 22,1 Öffentlicher Bau + 26,1 + 14,7 + 44,8 + 34,3 + 95,7 + 59,5 - 1,8 + 6,8 + 14,6 + 0,6 + 8,0 + 7,3 - 3,2 - 4,1 + 25,0 + 4,7 - 17,0 + 0,0 Gewerblicher Bau - 0,2 - 10,5 + 13,0 - 3,6 - 34,0 - 13,1 Öffentlicher Bau - 10,4 + 14,9 + 54,0 + 22,6 + 27,7 + 31,7 Wohnungsbau Tiefbau 1 Betriebe mit 50 u. mehr tätigen Personen (einschl. prod. Handwerk). 2 Kraftwagen und -teile und sonstiger Fahrzeugbau. 3 Betriebe von Unternehmen mit 20 u. mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl). 11 Auf einen Blick 2019 3. Vj. Wirtschaftszweige 4. Vj. 2020 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2020 Jan-Sep Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in % Einzelhandel Umsatz (real) insgesamt1 + 4,9 + 2,8 + 2,2 - 2,1 +1,5 +0,5 + 2,1 + 0,5 + 5,0 - 0,1 -1,1 +1,2 + 3,8 + 5,0 + 7,9 + 3,4 +3,0 +4,7 + 11,0 + 9,2 + 2,2 - 7,7 +0,0 -1,9 + 1,0 + 1,8 - 5,8 - 23,3 -9,3 -13,0 + 10,9 + 2,8 + 7,1 + 25,0 +18,6 +17,0 Umsatz (real) insgesamt - 1,0 + 1,0 - 15,3 - 70,2 -45,1 -44,7 darunter: Beherbergung - 4,5 +0,5 - 17,0 - 85,7 -64,1 -57,9 darunter: Hotellerie - 4,3 +0,8 - 16,7 - 85,9 -64,2 -57,8 Gastronomie +0,7 + 1,4 - 14,4 - 60,7 -33,6 -36,9 Gästeankünfte insgesamt3 + 1,9 + 4,2 - 22,2 - 88,6 -55,8 -57,9 Inland + 4,2 + 6,4 - 19,6 - 83,3 -38,4 -49,1 Ausland - 0,9 + 0,6 - 26,5 - 96,8 -79,5 -71,2 + 1,8 + 3,5 - 23,0 - 87,9 -56,4 -58,4 Inland + 3,2 + 5,9 - 19,6 - 81,2 -35,0 -47,4 Ausland + 0,2 + 0,5 - 27,2 - 96,2 -79,6 -71,3 darunter: Einzelhandel in Verkaufsräumen mit Waren verschiedener Art Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren mit IK-Technik, Haushaltsgeräten, Heimtextilien, Einrichtungsbedarf u. a. mit Verlagsprodukten, Sportausrüst. u. a. Einzelhandel nicht in Verkaufsräumen2 Gastgewerbe Gästeübernachtungen insgesamt3 Unternehmensgründungen Neugründungen 2019 3. Vj. 4. Vj. 2020 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2020 Jan-Sep Anzahl 10.177 8.253 10.075 8.610 9.525 28.210 Stilllegungen5 7.961 7.782 8.245 4.445 6.185 18.875 SALDO 2.216 471 1.830 4.165 3.340 9.335 4 2019 3. Vj. Beschäftigung 4. Vj. 2020 1. Vj. 2. Vj. 3. Vj. 2020 Jan-Sep Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in % Verarbeitendes Gewerbe +1,7 +0,5 7 -1,3 -2,7 7 Bauhauptgewerbe + 9,9 + 9,7 + 6,8 + 3,5 + 2,5 + 4,3 Einzelhandel1 + 1,1 + 0,9 + 0,4 - 0,2 - 0,7 - 0,2 Gastgewerbe + 0,3 + 1,0 - 1,3 - 17,4 - 17,8 - 12,2 6 8 2020 Jun Arbeitslosigkeit Jul Aug Sep Okt Nov Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat Arbeitslose insgesamt + 56.745 + 58.807 + 58.055 + 56.916 + 52.503 +53.538 Frauen + 25.125 + 25.852 + 25.779 + 25.207 + 23.290 +23.801 Männer + 31.620 + 32.955 + 32.276 + 31.709 + 29.213 +29.737 10,1 Arbeitslosenquote insgesamt in % 10,5 10,8 10,7 10,5 10,2 Frauen 9,7 10,1 10,0 9,7 9,5 9,3 Männer 11,1 11,4 11,3 11,1 10,9 10,8 9 1 Einzelhandel ohne Kfz-Handel. 2 Versand- (inkl. Internethandel), Markt- und Lagerhandel sowie sonstiger Einzelhandel außerhalb von Verkaufsräumen. 3 In Beherbergungsstätten einschließlich übrige Beherbergungsstätten. 4 Neugründungen berücksichtigen nicht die Gewerbeanmeldungen wegen Übernahme eines Betriebes, Gesellschaftereintritt, Änderung der Rechtsform, Zuzug aus einem anderen Meldebezirk oder 4 Umwandlungen. 5 Zu den vollständigen Aufgaben zählen nicht die Gewerbeabmeldungen bei Verkauf, Verpachtung, Änderung der Rechtsform, Gesellschafteraustritt, Verlegung in einen anderen Meldebezirk oder 4 Umwandlungen. 6 Bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 7 Wert aus Gründen eines Datenbruchs nicht ausgewiesen. 8 Betriebe von Unternehmen mit 20 u. mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl). 9 Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen 12
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