Path:

Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) (Rights reserved)

Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 1. Voraussetzungen und Bedingungen Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Heinz-Brandt-Schule eine Integrierte Sekundarschule (ISS). Die drei Klassen der Jahrgangsstufe 8 und die vier Klassen der Jahrgangsstufe 7 organisiert die Schule im gebundenen Ganztag. Die Jahrgangsstufen 9 und 10 werden jeweils zweizügig als Hauptschulklassen unterrichtet. Darüber hinaus ist in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) eine Praxisklasse im 9. Jahrgang eingerichtet, in der schuldistanzierte Schülerinnen und Schüler an drei Tagen wöchentlich berufspraktische Erfahrungen sammeln und zwei Tage Unterricht in der Schule erhalten. Die Schülerzusammensetzung veränderte sich in den letzten beiden Jahren hinsichtlich des Leistungsniveaus. Inzwischen besuchen deutliche mehr leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler die Schule. Etwa die Hälfte der Eltern ist von der Zuzahlung zu Lernmitteln befreit. Im aktuellen Schuljahr hatte die Schule mehr Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung standen. Die Lehrkräfte werden bei der Gestaltung des Schulalltages durch verschiedene Professionen unterstützt. Hierzu gehören Schulhelferinnen und Schulhelfer, Praktikantinnen und Praktikanten sowie eine Hochschulabsolventin, die als „Fellow“ von der Organisation „Teach First Deutschland“ vermittelt wurde. Weiterhin arbeiten drei Sozialpädagoginnen des freien Trägers „Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e. V.“ (RAA Berlin) an der Schule. Zum Inspektionszeitpunkt hatte die Schule eine rechnerische Ausstattung von 104,1 %. Hierin sind Stunden für vier Lehrerstellen enthalten, die der Schule zwar zugewiesen, aber nicht besetzt sind. Die tatsächliche Ausstattung liegt damit bei ungefähr 88 %. Auch der Ausfall einer längerfristig erkrankten Lehrkraft und einer Sozialpädagogin sowie die in den Standortbedingungen beschriebene schwierige räumliche Situation beeinträchtigten zum Zeitpunkt der Inspektion die Arbeit der Schule erheblich. 2. Stärken und Entwicklungsbedarf Stärken der Schule • • • • • • • großer Einsatz des Kollegiums bei der Umsetzung innovativer Maßnahmen im Rahmen der Entwicklung zur Integrierten Sekundarschule (ISS) engagiertes Schulleitungshandeln duales Lernen, unter anderem durch umfangreiche Kooperationen soziales Lernen in besonderen Projekten schülerorientierte Angebote im gebundenen Ganztag1 starke Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule positive Wahrnehmung der Schule in der Öffentlichkeit Entwicklungsbedarf der Schule • • • • 1 Weiterentwicklung der innovativen pädagogischen Konzepte, insbesondere im Hinblick auf − innere Differenzierung − Problemorientierung − selbstständiges und kooperatives Lernen Förderung der Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler Dokumentation von konzeptionellen Vereinbarungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung Entwicklung einer Feedbackkultur Das Ganztagsangebot ist verbindlich für alle Schülerinnen und Schüler des 7. und 8. Jahrgangs an vier Tagen in der Woche in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr. Seite 1/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 3. Erläuterungen Die Heinz-Brandt-Schule hat seit der letzten Schulinspektion, die im Jahr 2006 stattfand, einen umfassenden Veränderungsprozess durchlaufen. Dieser bezieht sich insbesondere auf die Entwicklung der Hauptschule zur Integrierten Sekundarschule. Für eine Übergangszeit existieren zwei Schulformen nebeneinander, was strukturelle Probleme mit sich bringt. Sowohl die Unterrichtsgestaltung und -organisation als auch die Tagesstruktur für die Jahrgangsstufen 7 und 8 haben sich im Rahmen des gebundenen Ganztags grundlegend verändert. Diese Veränderungen vollziehen sich auf der Grundlage bewährter pädagogischer Grundhaltungen und setzen die schulische Tradition fort. Zum Profil gehört insbesondere eine intensive Förderung der teilweise aufgrund ihrer sozialen Herkunft benachteiligten Jugendlichen, unter anderem in Bezug auf ihre Berufsorientierung, aber auch im Hinblick auf ihre musisch-kreativen Anlagen. In diesem pädagogischen Konzept hat die Elternarbeit einen hohen Stellenwert. Es findet beispielsweise monatlich ein „Elterncafé“ statt. Eltern, einige Lehrkräfte, ein Mitglied der Schulleitung, eine Sozialpädagogin sowie Vertreterinnen bzw. Vertreter des Fördervereins treffen sich, um Fragen zu Erziehung und Schule in informeller Atmosphäre zu erörtern. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen des schülerorientierten Konzepts der Heinz-BrandtSchule haben die Sozialarbeiterinnen des Trägers RAA Berlin, die den Schülerclub und die Schulstation betreiben. Weiterhin unterstützen sie unterrichtsbezogene Aktivitäten, z. B. die Berufsorientierung bzw. das dualen Lernen, in vielerlei Hinsicht effektiv. Sowohl die pädagogischen Herausforderungen als auch die im Rahmen der Entwicklung zur ISS zu bewältigenden Veränderungen im methodisch-didaktischen Bereich und der Schulorganisation bewältigt das Kollegium sehr motiviert und mit großem Einsatz. Das Ziel ist die Schaffung einer neuen Lern- und Arbeitskultur. Lehrkräfte haben an innovativen Schulen hospitiert und zielgerichtet Fortbildungen besucht, beispielsweise zum individuellen und ganztägigen Lernen. Das Kollegium hat außerdem Studientage, unter anderem zu den Themen „Differenzierung im individualisierten Unterricht“ sowie „Teamentwicklung und Kommunikation“, durchgeführt. Allerdings entsprechen die Angebote häufig nicht den Erwartungen der Lehrkräfte, die sich in ihren Bemühungen um eine veränderte Unterrichtskultur zu wenig durch zielgerichtete und kompetente Fortbildungsmöglichkeiten unterstützt sehen. Die Schulleitungsmitglieder haben ihrerseits an umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen. So hat die Schulleiterin berufsbegleitend ein Masterstudium im Bereich Schulmanagement absolviert und dadurch nach ihrer Einschätzung ihre persönlichen Kompetenzen als Voraussetzung für das Change Management, d. h. die Gestaltung des schulischen Veränderungsprozesses, erweitert. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht sie im Personalmanagement. Die engagierte Schulleiterin greift Initiativen zur Schulentwicklung aus dem Kollegium auf, setzt aber auch eigene Impulse und wird von ihrer Stellvertreterin hierin unterstützt. Die Schulleitung schafft die schulorganisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung der Entwicklungsvorhaben. Außerdem ist ein umfassendes Kooperationsnetzwerk aus schulischen Partnern sowie aus dem Bereich Kultur und Wirtschaft entstanden. Der Beitrag der Schulleiterin zur Unterrichtsentwicklung, z. B. durch die Beratung der Lehrkräfte, wird allerdings nicht deutlich. Eine Feedbackkultur ist zwischen der Schulleitung und dem Kollegium nicht etabliert. Es vermisst insbesondere den ausdrücklichen Dank und die Anerkennung für sein großes Engagement. Auch innerhalb des Kollegiums sind Feedbackverfahren nicht allgemein üblich. Allerdings werden etwaige Meinungsverschiedenheiten, die sich z. B. auf unterschiedliche pädagogische Konzeptionen beziehen, argumentativ und sehr sachlich ausgetragen. Seite 2/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) Der Unterricht an der Heinz-Brandt-Schule wird nicht nach einem einheitlichen organisatorischen Modell erteilt. So werden die Lerngruppen der Jahrgangsstufen 9 und 10, die vor der Schulstrukturreform aufgenommen wurden, noch als Hauptschulklassen geführt und im Klassenverband unterrichtet. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sind leistungsdifferenzierte Kurse auf zwei Anforderungsniveaus eingerichtet. Schülerinnen und Schüler, die den mittleren Schulabschluss anstreben, erhalten in diesen Fächern eine zusätzliche Unterrichtsstunde wöchentlich. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 lernen viermal wöchentlich für je eine Unterrichtsstunde in ihren Stammgruppen. Darüber hinaus findet der Unterricht nicht im Klassenverband statt, sondern es wechseln sich Phasen des gemeinsamen und individuellen Lernens ab. Der Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird als Blockunterricht (80 Minuten) in Lernbüros erteilt. Hier soll das Lernen auf drei Niveaustufen (Aufbau-, Grund- und Erweiterungsniveau) stattfinden. Es ist überwiegend als Einzelarbeit konzipiert. Die zu bearbeitenden Aufgaben stehen zum Teil als Karteikarten bereit. Zusätzliche Materialien sind z. B. im sogenannten Wissensspeicher oder Medienspeicher für die Schülerinnen und Schüler zugänglich und dienen der weiteren Vertiefung der Lerninhalte oder zur Differenzierung. Weiterhin wird der Unterricht in einigen Fächern als themenzentrierter Unterricht angeboten (TZU). Hier werden z. B. Themenkomplexe wie „Vulkanismus und Erdbeben“ über einen längeren Zeitraum aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandelt. Ergänzend gibt es Wahlpflichtangebote, sogenannte TÜFF-Stunden (Trainieren - Üben - Fordern - Fördern) und Arbeitsgemeinschaften. Die Koordination und Abstimmung der Lernangebote für die einzelnen Lernenden erfolgt in den Stammgruppen. Als individuelles Planungsinstrument und zur Dokumentation von Lerninhalten führen die Schülerinnen und Schüler Logbücher. Darin werden auch Lernvereinbarungen getroffen und die Ergebnisse von Bilanzgesprächen festgehalten, die der Reflexion über Lernfortschritte dienen. Obwohl sich das Kollegium mit großem Einsatz den Herausforderungen dieser veränderten Unterrichtskultur stellt, indem es unter anderem die für innovative methodisch-didaktische Modelle erforderlichen Unterrichtsmaterialien anfertigt, gelingt die konkrete Umsetzung im Unterricht noch nicht in jeder Hinsicht. Das betrifft beispielsweise den themenzentrierten Unterricht, der hier überwiegend in einer Art Stationenlernen organisiert ist, aber dem methodischdidaktischen Anspruch an eine fächerübergreifende Herangehensweise noch nicht gerecht wird. Insbesondere fehlen die Einbindung der Lernenden bei der Festlegung von Themenbereichen sowie eine problem- und handlungsorientierte Ausrichtung. Über die Bewertung der während der Inspektion besuchten Unterrichtssequenzen, die einen repräsentativen Querschnitt der Unterrichtsangebote darstellen, geben die Unterrichtsprofile Auskunft. Im Abschnitt 1.5 sind das Gesamtunterrichtsprofil sowie die differenzierten Einzelprofile für die beiden Schulformen abgebildet. Sowohl in den Jahrgängen der Sekundarschule als auch in denen der Hauptschule wird das selbstständige und problemorientierte Lernen nur in einem Teil des Unterrichts gefördert. Die Aufgabenformate enthalten zwar teilweise offene Problemstellungen, aber die Schülerinnen und Schüler haben wenig Möglichkeiten, eigene Lösungswege zu entdecken. Die Arbeitsaufträge beinhalten überwiegend genaue Vorgaben zur Erledigung der Aufgaben und geben den Schülerinnen und Schülern selten Spielräume zum selbstständigen Lernen. Insgesamt gesehen ist auch die innere Differenzierung über alle Jahrgangsstufen hinweg schwach ausgeprägt. In den ISS-Klassen sind die innere Differenzierung und das selbstständige Lernen aufgrund verschiedener Angebote, z. B. in den Lernbüros, ausgeprägter als in den Hauptschulklassen. Allerdings wurde im beobachteten Lernbüro- und TNUUnterricht nicht durchgängig auf differenziertes und problemorientiertes Material zurückgegriffen. Festzustellen ist jedoch, dass sich die dargestellten neuen strukturellen Ansätze der ISS tendenziell bereits positiv auf die Unterrichtsqualität ausgewirkt haben. Seite 3/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) Die Unterrichtsorganisation verläuft trotz standortbedingter Einschränkungen und der damit verbundenen zusätzlichen Belastungen über alle Jahrgangsstufen hinweg weitgehend problemlos. Die Lehrkräfte strukturieren die Lernprozesse deutlich, gestalten sie jedoch nicht immer methodisch abwechslungsreich. Bis auf einige Ausnahmen herrscht im Unterricht ein angenehmes, von gegenseitiger Akzeptanz gekennzeichnetes Lernklima. Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich am Unterricht meist bereitwillig, wobei die Leistungsbereitschaft in den beiden oberen Jahrgangsstufen noch etwas ausgeprägter ist. Zum Teil gibt es deutliche Unterrichtsstörungen. Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Selbstvertrauen durch Anerkennung und Lob gestärkt, erhalten aber nur in Einzelfällen die Möglichkeit, ihre Leistungen bzw. die anderer einzuschätzen. Im Unterricht steht der Erwerb von fachlichen Kompetenzen deutlich im Vordergrund. Methodenkenntnisse wie Arbeits- und Lernstrategien werden hier dagegen weniger vermittelt. Die Förderung der Sprachkompetenz war in dem beobachteten Unterricht eher schwach ausgeprägt. In einigen Fällen waren die Lehrkräfte keine Vorbilder in der Sprachanwendung. Bedingt durch die Unterrichtsorganisation mit einem hohen Anteil von Einzelarbeit - insbesondere im themenzentrierten Unterricht und im Lernbüro - initiieren die Lehrkräfte seltener kooperative und damit kommunikative Sozialformen zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs. In Phasen, in denen ein Unterrichtsgespräch stattfindet, achten die Lehrkräfte nicht immer konsequent auf den richtigen Gebrauch der deutschen Sprache, der jeweiligen Fremd- bzw. Fachsprache. Der Schule stehen 30 Unterrichtsstunden für die Sprachförderung zur Verfügung. Diese werden im Wesentlichen in die Teilung von Unterricht investiert. Es gibt keine schulinterne Vereinbarung, wie Sprachförderung als integrativer Bestandteil des Unterrichts in den einzelnen Fächern erfolgen soll. Die Schule hat jedoch als vordringliche Aufgabe die Entwicklung eines Sprachförderkonzepts formuliert. Schulleistungsdaten werden von den Lehrkräften nicht systematisch ausgewertet. Jedoch werden sowohl aus der Erhebung zur Lernausgangslage als auch den Ergebnissen des mittleren Schulabschlusses einzelne Maßnahmen abgeleitet, z. B. die Einteilung in die Niveaustufen für die Lernbüros sowie die Verstärkung des Unterrichts in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im 9. und 10. Jahrgang. Die Dokumentation der an der Schule in Gang gekommenen umfangreichen Entwicklungsprozesse und -maßnahmen bleibt deutlich hinter den realen Veränderungen innerhalb der Schule zurück. Das betrifft insbesondere die Arbeit der Fachbereiche. Sie ist nicht nachvollziehbar dokumentiert, wenngleich die Produkte in Form von Unterrichtsmaterialien teilweise in überzeugender Qualität vorliegen, wie z. B. die des Fachbereichs Deutsch. Über ein schulinternes Curriculum, das den systematischen Aufbau von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen in den Lernbüros und im TZU beschreibt, verfügt die Schule nicht. Auch für die Fortschreibung des Schulprogramms ist kein zusammenfassendes Dokument vorhanden. Überlegungen zum Schulprogramm werden z. B. in Form von Konzeptpapieren, Plakaten, Fotodokumentationen zusammengetragen. Dem Inspektionsteam liegt eine thesenartige Zusammenstellung von Leitideen zur Schulprogrammentwicklung der ISS vor, die aber im Kollegium nicht bekannt ist. Es bleibt offen, welche konkreten Schritte bei der weiteren Umsetzung der schulischen Vorhaben realisiert werden sollen. Im Bereich des dualen Lernens leistet die Heinz-Brandt-Schule seit Jahren Beispielhaftes. So finden in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 jeweils dreiwöchige Berufspraktika und zusätzlich im zehnten Jahrgang ein Tagespraktikum statt. Der neunte Jahrgang veranstaltet federführend, unter Anleitung von Lehrkräften, für alle Schülerinnen und Schüler und die Kooperationspartner in der Berufsorientierung eine Praktikumsbörse. Daran beteiligen sich viele kleine bis mittlere Seite 4/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) Wirtschaftsbetriebe aus der Region, zu denen die Schule - teilweise seit vielen Jahren - Kooperationen unterhält. Unter anderem ist das auf das Engagement des Fördervereins zurückzuführen, der auch die Initiative „Schule - Wirtschaft - Ausbildung“ in Zusammenarbeit mit dem „Wirtschaftskreis Pankow“ ins Leben gerufen hat. Mithilfe dieses Vereins werden demnächst Schülerstipendien in Höhe von monatlich 30 bis 50,- O finanziert. Damit sollen außergewöhnliches Engagement, positive Schülerleistungen und soziale Kompetenz honoriert werden. Die Nominierung erfolgt innerhalb aller Klassen auf der Grundlage eines hierzu erarbeiteten Kriterienkatalogs. Eine aus Vertreterinnen und Vertretern der Schule, des Wirtschaftskreises, des Fördervereins und der Eltern bestehende Auswahlkommission soll über die für das Stipendium Nominierten entscheiden. Ein weiterer Baustein im Bereich des dualen Lernens ist die Schülerfirma HBS Eventcenter, die beispielsweise das Catering für schulische Veranstaltungen bereitstellt. Über die genannten Kooperationen hinaus ist eine weitere mit der Marcel-Breuer-Schule (OSZ für Holztechnik, Glastechnik und Design) hervorzuheben. Den Auftakt zur Zusammenarbeit bildete ein gemeinsamer „Pädagogischer Tag“ im April 2010. Der gegenseitige Besuch von Fachkonferenzen sowie Unterrichtshospitationen und Fortbildungen sind vorgesehen. Darüber hinaus können Lernende der Heinz-Brandt-Schule gemeinsam mit einer Schülergruppe des Berufsqualifizierenden Lehrgangs (BQL) ein Produkt - z. B. ein einfaches Musikinstrument - im OSZ herstellen und so einen Einblick in das Berufsfeld Holztechnik erhalten. – Eine lange Tradition in der Schule hat das „Service-Learning“, das anstelle des Ethikunterrichts angeboten wird. Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs leisten für zwei Stunden wöchentlich ehrenamtlich Arbeiten in einer sozialen Einrichtung, z. B. in einer Kindertagesstätte, einem Pflegeheim oder bei der Berliner Tafel. Die Erfahrungen beim Service-Learning werden in den Stammgruppen ausgewertet und aufgearbeitet. Nach Aussagen aller Beteiligter wirkt sich dieses gesellschaftliche Engagement prägend auf die Jugendlichen aus. Sie erhalten nicht nur einen Einblick in das Arbeitsleben, sondern sie verändern ihre Haltung gegenüber Menschen, die ihre Hilfe benötigen. Sie erfahren viel Wertschätzung, was ihr Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und ihre soziale Kompetenz wesentlich stärkt. Im Rahmen des Faches „Wirtschaft, Arbeit, Technik“ (WAT) führen Schülerinnen und Schüler nach intensiver Vorbereitung und Beschäftigung mit Biografien bekannter jüdischer Bürger externe Besuchergruppen über den Jüdischen Friedhof Weißensee. Dieses Unterrichtsangebot, das auch die Auseinandersetzung mit allgemeinen Tourismusfragen sowie Marketingstrategien beinhaltet, zielt sowohl auf das soziale Lernen als auch auf das Erlangen von Fach- und Methodenkompetenz ab und wird seit vielen Jahren mit großem Erfolg und öffentlichem Interesse durchgeführt. Die Maßnahmen im Rahmen der Berufsorientierung waren Gegenstand der internen Evaluation, die von der Steuergruppe mit Unterstützung eines Vertreters des RAA Berlin durchgeführt und im Evaluationsbericht von 2009 differenziert und mit nachvollziehbaren Einschätzungen dargelegt wurde. Zu ausgewählten Schwerpunkten (Betriebspraktikum, Tagespraktikum und ServiceLearning) sind Teilberichte enthalten. Aus den Evaluationsergebnissen werden Folgerungen für die Unterrichtspraxis abgeleitet. Bereits im Jahr 2008 hat sich das Kollegium für die Einführung eines teilgebundenen Ganztagsangebots2 entschieden. Auf diesen Erfahrungen basiert der nunmehr erfolgte Ausbau der Angebote zum gebundenen Ganztag. Der Schultag ist deutlich und zweckmäßig rhythmisiert. Lern- und Freizeitphasen wechseln sich sinnvoll ab. Am Vormittag unterbricht eine 60-minütige Pause den Unterricht, die sowohl zur Einnahme des Frühstücks als auch für Bewegungsangebo2 Ein verbindliches Ganztagsangebot an ein oder zwei Wochentagen. Seite 5/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) te genutzt werden kann. Während der Mittagsfreizeit gibt es eine warme Mahlzeit sowie schülerorientierte Freizeitangebote. Allerdings wurden diese Angebote kürzlich wegen teilweise unzulänglicher Rahmenbedingungen, die insbesondere auf die nicht von der Schule zu verantwortenden baulichen Einschränkungen sowie die personelle Unterausstattung zurückzuführen sind, reduziert. So besteht derzeit für die Schülerinnen und Schüler keine Verpflichtung, an einem Angebot im Rahmen der bewegten Pause teilzunehmen. Die Ganztagsangebote werden durch attraktive Arbeitsgemeinschaften wie Trommeln, Schülerband, Arbeiten mit Holz oder Metall ergänzt. Bewusst bezieht die Schule auch externe Institutionen bzw. Personen ein und nutzt ihre Professionen. Beispielhaft hierfür ist die Beschäftigung der „Fellows“, die im Rahmen des Projekts „Teach First Deutschland“ nach ihrem Hochschulabschluss zunächst für zwei Jahre an einer Schule arbeiten. Über die beschriebenen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Aktivitäten hinaus sorgen besondere Ereignisse für schulische Höhepunkte und bieten ein außergewöhnliches Identifikationspotenzial. Beispielhaft seien hier das kürzlich durchgeführte Projekt „Dancing to Connect The Fall of the Wall“, eine Choreografie, die unter Anleitung von Tänzern der Battery Dance Company aus New York entstanden ist, sowie das Tanzprojekt „Sacre du Printemps“ in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern genannt. Die Fülle der schulischen Angebote, die positive Beachtung durch die Öffentlichkeit und Anerkennung der schulischen Leistungen, vor allem aber das Engagement und die Aufmerksamkeit, die den Schülerinnen und Schülern durch das Kollegium zuteil werden, bewirken eine hohe Zufriedenheit der Lernenden und ihrer Eltern. Sie sind stolz auf ihre Schule und identifizieren sich mit ihr. Die steigenden Anmeldezahlen, die die Schule zu einer Auswahl unter den Bewerberinnen und Bewerbern um einen Schulplatz zwingen, sind ein Beleg für den nunmehr guten Ruf der Schule. Wegen ihrer Erfolge auf unterschiedlichen Gebieten, insbesondere bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern, der Erprobung neuer didaktischer Konzepte und der umfassenden Leistungen im dualen Lernen, hat die Schule mehrfach bedeutende Auszeichnungen erhalten. Stellvertretend für andere seien hier der Preis „Starke Schule“ der Hertie-Stiftung, der gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutschen Bank ausgelobt wird, sowie der im Rahmen des Deutschen Schulpreises von der Robert-Bosch-Stiftung verliehene Preis der Akademie genannt. Seite 6/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 4. Qualitätsprofil 3 Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule 1.1 B C D Schulleistungsdaten und Schullaufbahn Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse 2.1 Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots 2.2 Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht 2.3 Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern 3.2 Soziales Klima und soziales Lernen in der Schule 3.4 Kooperationen Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft 4.2 Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement 5.1 Personalentwicklung und Personaleinsatz 5.2 Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung 6.1 Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben 6.2 Fortschreibung des Schulprogramms E.3 Duales Lernen D B C D B C D Bewertung A B C D Bewertung A B C D Bewertung Ergänzende Qualitätsmerkmale Ganztagsangebot C Unterrichtsprofil A 4.1 E.2 B Bewertung Qualitätsbereich 4: Schulmanagement Förderung der Sprachkompetenz A A 3.1 E.1 Bewertung Bewertung Qualitätsbereich 3: Schulkultur 3 Bewertung A A B C Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion Seite 7/10 D Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 5. Unterrichtsprofil Bewertung Unterrichtsbedingungen A B C D vergleichend 2.2.1 Lehr- und Lernzeit b 2.2.2 Lern- und Arbeitsbedingungen b 2.2.3 Strukturierung und transparente Zielausrichtung c 2.2.4 Kooperation des pädagogischen Personals 2.2.5 Verhalten im Unterricht c 2.2.6 Pädagogisches Klima im Unterricht b 2.2.7 Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft c ohne Bewertung Unterrichtsprozess A B C D vergleichend 2.2.8 Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung b 2.2.9 Fachimmanentes, fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen c 2.2.10 Methoden- und Medienwahl c 2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung c Individualisierung von Lernprozessen 2.2.12 Innere Differenzierung c 2.2.13 Selbstständiges Lernen c 2.2.14 Kooperatives Lernen c 2.2.15 Problemorientiertes Lernen b 4 Normative Bewertung Vergleichende Bewertung A (stark ausgeprägt) Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv (bei mind. 40 % „++“). a (vergleichsweise stark) Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze B (eher stark ausgeprägt) Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. C (eher schwach ausgeprägt) Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. D (schwach ausgeprägt) Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. 4 b (vergleichsweise eher stark) Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner Mittelwert und der Obergrenze. c (vergleichsweise eher schwach) Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner Mittelwert und der durch die Standardabweichung vorgegebenen Untergrenze. d (vergleichsweise schwach) Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze. Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt. Seite 8/10 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 6. Auswertung der Unterrichtsbesuche (grafische Darstellung der normativen Bewertung) 100% A/B 80% B 60% C 40% D 20% D 0% 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 2.2.5 2.2.6 2.2.7 ++ 2.2.8 + - 2.2.9 2.2.10 2.2.11 2.2.12 2.2.13 2.2.14 -- 7. Auswertung der Unterrichtsbesuche (grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin) 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.5 2.2.6 2.2.7 2.2.8 2.2.9 2.2.10 2.2.11 2.2.12 2.2.13 2.2.14 Qualitätskriterien des Unterrichts Berlin MW Berlin untere Grenze Seite 9/10 Berlin obere Grenze 03K05 MW 2.2.15 2.2.15 Kurzbericht zur Inspektion der Heinz-Brandt-Schule (03K05) 8. Standortbeschreibung Die Heinz-Brandt-Schule liegt an einer verkehrsreichen Straßenkreuzung im Pankower Ortsteil Weißensee. Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Klinkerbau besteht aus dem viergeschossigen Haupthaus, der doppelstöckigen Sporthalle und dem Arbeitslehrezentrum. Zurzeit entsteht ein Neubau, der künftig das Raumangebot der Schule durch Fach- und Klassenräume sowie eine Mensa ergänzt. Diese räumlichen Kapazitäten werden allerdings für die geplante vierzügige Einrichtung der Sekundarschule im gebundenen Ganztag nicht ausreichen. Eine Ausstattung mit entsprechenden fachspezifischen Lehrmitteln durch den Schulträger ist nicht vorgesehen. Zum Zeitpunkt der Inspektion arbeitete die Schule wegen der verzögerten Fertigstellung des Neubaus und einer Heizungshavarie unter sehr schwierigen räumlichen Bedingungen. Bis auf Weiteres kann in drei Klassenräumen kein Unterricht stattfinden. Die Schule nutzt deshalb den Lehrerarbeitsraum, einen Kellerraum im Arbeitslehregebäude und die Aula als Unterrichtsräume. Der Schulträger rechnet der Schule die Aula als Doppelunterrichtsraum an. Eine Doppelnutzung ist pädagogisch jedoch wenig sinnvoll. Besonders bei der Umsetzung der neuen unterrichtlichen Ansätze wie Lernbüro und Themenzentrierter Unterricht entsteht angesichts der aktuellen räumlichen Situation täglich ein hoher Organisationsaufwand für die Lehrkräfte. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befinden sich das Sekretariat, die Amtszimmer der Schulleitung, das Lehrerzimmer, das Büro des Hausmeisters und die Sanitäranlagen. Außerdem ist hier ein Arbeitszimmer für die Lehrkräfte mit mehreren Computerarbeitsplätzen eingerichtet, das gegenwärtig jedoch als Unterrichtsraum genutzt werden muss. In den übrigen Etagen stehen der Schule neben Klassenräumen auch ein PC-Raum, zwei naturwissenschaftliche Fachräume und ein entsprechender Sammlungsraum zur Verfügung. Die Ausstattung der Fachräume mit Lehrmitteln ist veraltet. Der ebenfalls vorhandene Fachraum für Bildende Kunst wird momentan als Klassenraum verwendet. Das Arbeitslehregebäude wurde vor einigen Jahren renoviert und erhielt gut ausgestattete Fachräume, z. B. eine Holzwerkstatt und eine Metallwerkstatt mit je einem Maschinen- und einem Arbeitsraum. Ebenso ist hier ein weiterer Computerraum mit 15 Arbeitsplätzen eingerichtet. Der Fachraum für Textilgestaltung wird gegenwärtig als Klassenraum verwendet. Die Lehrküche wird zurzeit auch vom Caterer zur Essenausgabe genutzt, der dazugehörige Unterrichtsraum als Essenraum. Weil das Platzangebot nicht ausreicht, nehmen die Schülerinnen und Schüler ihr Essen zum Teil auf der Treppe ein. Im Kellergeschoss des Arbeitslehregebäudes befindet sich der Musikraum der Schule, in dem zahlreiche Instrumente gelagert werden. Aufgrund der räumlichen Situation findet hier derzeit auch Unterricht in anderen Fächern statt. Adäquates Mobiliar, z. B. Schülertische oder eine geeignete Tafel, stehen in diesem Raum nicht zur Verfügung. In der dritten Etage nutzen die Sozialpädagoginnen einen großen Raum sowie mehrere kleine Arbeits- und Besprechungsräume für ihre Freizeit- und Beratungsangebote. Für den Sportunterricht steht der Heinz-Brandt-Schule die untere der beiden Sporthallen zur Verfügung. Die obere Halle wird zurzeit von der Katholischen Theresienschule genutzt. Sowohl die Fußböden als auch die Decken weisen erkennbar bauliche Schäden auf. Die Umkleideräume sind stark renovierungsbedürftig. Der Schulhof ist derzeit nicht gestaltet. Eine Weitsprunggrube und eine alte 60-Meter-Laufbahn sind zwar vorhanden, konnten aber länger nicht genutzt werden, da dort Baumaterialien für den Neubau lagerten. Die Schule plant gemeinsam mit engagierten Eltern eine Ideensammlung für die Neugestaltung des Hofes. Seite 10/10
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.