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Full text: Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) (Rights reserved)

Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 1. Vorwort Die Inspektion des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums wurde im Januar 2018 durchgeführt. Das Inspektionsteam hat die Schule von außen in den Blick genommen und gibt mit diesem Bericht eine Rückmeldung zur Qualität und zum aktuellen Entwicklungsstand der Schule. Die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis von guter Schule ist dabei der Handlungsrahmen Schulqualität in Berlin, der dieses in seinen Qualitätsbereichen und Qualitätsmerkmalen definiert. Mit dem Schuljahr 2017/2018 hat die „dritte Runde“ Schulinspektion in Berlin begonnen. Um der Individualität jeder einzelnen Schule gerecht werden zu können, hat die Schulinspektion dabei deutliche Veränderungen am Verfahren vorgenommen. 1 Der Fokus wird nun auf die Gestaltung der Unterrichtsprozesse, die Unterrichtsentwicklung mit dem schulinternen Curriculum sowie das Schulleitungshandeln und den Umgang mit den Ergebnissen der Schule gelegt. Bei der Festlegung des Inspektionsrahmens hat das Team das Ergebnis der vorherigen Inspektion, statistische Daten der Bildungsverwaltung, die Ergebnisse der im Anhang 2 einzusehenden Online-Befragungen und schulspezifische Merkmale berücksichtigt. Für die Inspektion des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums wurden somit folgende zusätzliche Qualitätsmerkmale aufgenommen: • • • • 3.1 3.2 5.2 E.3 Beteiligung Schule als Lebensraum Arbeits- und Kommunikationskultur Berufs- und Studienorientierung Darüber hinaus wählte das Heinrich-Schliemann-Gymnasium das Qualitätsmerkmal: • E.5 Schulprofil Wir bedanken uns bei der Schulgemeinschaft für die Zusammenarbeit und Unterstützung während der Inspektion und hoffen, der Schule mit diesem Bericht Impulse für die weitere Schulentwicklung zu geben. Für den weiteren Weg wünschen wir der Schule viel Erfolg. 1 2 Die kompletten Materialien zur Schulinspektion mit einer ausführlichen Darstellung des Verfahrens stehen unter: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/schulinspektion/ . Der Anhang ist Bestandteil des ausführlichen Berichts. Seite 1/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 2. Rahmenbedingungen der Schule 2.1 Voraussetzungen Das Heinrich-Schliemann-Gymnasium befindet sich im Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirkes Pankow in unmittelbarere Nähe des S-Bahnhofs Prenzlauer Allee. Direkt auf der anderen Seite der ans Schulgrundstück angrenzenden S-Bahnlinie liegt das Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Das unmittelbare Wohnumfeld der Schule besteht mittlerweile vorwiegend aus sanierten Altbauten mit vielen Eigentumswohnungen. Der Anteil an Kindern aus Familien nichtdeutscher Herkunftssprache ist gering, auch der an Erziehungsberechtigten, die von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit ist, liegt unter zehn Prozent. Insgesamt lernen gut 900 Schülerinnen und Schüler, davon vier mit sonderpädagogischem Förderbedarf, an der Schule. Die Anmeldezahlen waren in den letzten Jahren, wie an allen Gymnasien im Bezirk, konstant hoch. Die Schule versteht sich als sprachlich orientiertes Gymnasium und ist vier- bis fünfzügig organisiert. In zwei grundständigen altsprachlichen Zügen wird Latein als zweite Fremdsprache angeboten, die Schülerinnen und Schüler dieser Klassen haben in Klassenstufe 8 die Wahl zwischen Altgriechisch und Französisch als dritter Fremdsprache. Neben Englisch, Französisch, Latein und Altgriechisch runden Spanisch und Russisch das Sprachenangebot der Schule ab. Knapp siebzig Lehrkräfte unterrichten am Schliemann-Gymnasium, von elf der Schule zustehenden Funktionsstellen sind derzeit vier offiziell besetzt. Der jetzige Schulleiter ist seit dem Schuljahr 2017/18 im Amt, nachdem seine Vorgängerin nach 26 Jahren in der Leitung des Schliemann-Gymnasiums in den Ruhestand gegangen war. Umfangreiche Informationen zur personellen und sächlichen Ausstattung der Schule, zu Schülerzahlen und den Abschlussergebnissen (Mittlerer Schulabschluss (MSA), Abitur) sind im Schulverzeichnis des Landes Berlin abgebildet. Dort ist auch der vorherige Inspektionsbericht zu finden. Sie gelangen zu den Daten des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums über die Startseite des Schulverzeichnisses: https://www.bildung.berlin.de/Schulverzeichnis/ Seite 2/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 2.2 Standort Das historische Hauptgebäude des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums wurde in den Jahren 1913/14 errichtet und über mehrere Jahre bis 2015 komplett saniert. Alle Flure, Klassen- und Fachräume sowie die Aufgänge sind nach historischem Vorbild neu gestrichen und machen einen äußerst gepflegten Eindruck. Nur im Vorderhaus laufen weiterhin Baumaßnahmen. Hier soll unter anderem ein Raum für die Schülervertretung entstehen und die Bibliothek einziehen, die momentan im Souterrain untergebracht ist. Die teilbare zweigeschossige Turnhalle konnte erst im Herbst 2017 nach über zwei Jahren wieder in den Schulbetrieb integriert werden, nachdem sie 2015 als Unterkunft für Geflüchtete diente und danach grundsaniert wurde. Das zweite Obergeschoss der Halle wird vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium für deren Sportunterricht genutzt. Die Räume sind den verschiedenen Fachbereichen zugeteilt, das heißt, es wird nach dem Fachraumprinzip unterrichtet. Ausschließlich der fünfte und sechste Jahrgang verfügen über eigene Klassenzimmer, in denen diese Schülerinnen und Schüler in den meisten Fächern unterrichtet werden. Alle Räume sind zweckmäßig, aber sehr schmucklos eingerichtet. Auch in den Fluren werden nur selten Arbeitsergebnisse von Schülerinnen und Schülern, Bilder von gemeinsamen Festen oder Veranstaltungen präsentiert. Die geringe Ausgestaltung der Räume und Flure nach der Sanierung geschah dabei bisher bewusst, da ein gemeinsames Raumkonzept noch nicht vorliegt. Die Aula bietet Platz für ca. 200 Personen sowie gut ausgestattete Räumlichkeiten für den Bereich Theater und den Fachbereich Musik. Hier verfügt die Schule unter anderem über verschiedene Instrumente wie Flügel, Schlagzeug und Keyboards, die im Unterricht genutzt werden können. In den oft vorhandenen Vorbereitungsräumen der Fachbereiche sind die Lehrwerke und Materialien für den Unterricht untergebracht. Für die Naturwissenschaften gibt es für jedes Fach jeweils zwei sehr gut ausgestattete Fachräume im 2001 errichteten Neubau, der mit dem Altbau verbunden ist. Zudem sind alle Räume der Schule mit interaktiven und vereinzelt noch zusätzlich mit klassischen Whiteboards ausgestattet. Eine Besonderheit stellen die Türen dar, die im oberen Drittel verglast sind und einen Blick ins Innere ermöglichen. Im Naturwissenschaftstrakt wurde zudem ein Aufzug errichtet, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Für die Lehrkräfte gibt einen großen, modernen Aufenthaltsraum gegenüber dem Sekretariat und dem Schulleitungsbüro, der allerdings nicht genug Platz für alle 80 Kollegen und Kolleginnen bietet, so dass sich viele von ihnen in kleineren Arbeitsräumen aufhalten, die sich auf verschiedene Orte innerhalb der Schule verteilen. Neben dem Büro der Pädagogischen Koordinatorinnen befindet sich ein eigener Raum für die Berufs- und Studienorientierung. Im Flurbereich davor informieren Flyer und Plakate sowie weitere Dokumente in Schaukästen die Jugendlichen, die hier außerdem die Möglichkeit haben, in Freistunden an einem Tisch zu arbeiten. Die sanitären Anlagen im Schulgebäude sind vor Jahren modernisiert worden, aufgrund einer anhaltenden Geruchsbelästigung ist eine erneute Sanierung erforderlich. Die Hauptbetriebszeit der Mensa ist täglich von 11:20 bis 11:50 Uhr. Ihr Angebot wird von dem externen Anbieter Sodexo gestellt und vor allem von den Jahrgängen 5 bis 7 genutzt. Ebenfalls im Souterrain, neben der Mensa, ist ein kleiner Schulkiosk vorhanden, den auch höhere Jahrgänge gerne besuchen. Auf dem Grundstück der Schule befinden sich außerdem ein kleiner Basketballplatz sowie eine Tartanlaufbahn. Vor dem Haupteingang gibt es eine hohe Anzahl an modernen Fahrradständern. Sowohl auf dem Vorplatz als auch im Hofbereich zwischen Schulgebäude und Sporthalle laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Seite 3/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 3. Ergebnisse der Inspektion 3.1 Stärken und Entwicklungsbedarf Stärken • Weiterentwicklung von Strukturen für eine zielgerichtete Schulentwicklung durch den Schulleiter • Gestaltung eines lernförderlichen Unterrichtsklimas Entwicklungsbedarf • Erarbeitung verbindlicher Konzepte zur Organisation des Schulalltags • Ausgestaltung des schulinternen Curriculums unter Berücksichtigung verbindlicher Absprachen zur Sprach- und Medienbildung • Unterrichtsentwicklung insbesondere im Bereich der Individualisierung der Lernprozesse • Schärfung des Schulprofils 3.2 Erläuterungen Mit seiner Amtsübernahme im Sommer 2017 fand der amtierende Schulleiter eine Schule vor, die ihre Entwicklungsarbeit nach einer längeren Unterbrechung erst im vergangenen Halbjahr wieder aufgenommen hatte. Im Zeitraum von der letzten Inspektion im Juni 2011 bis zur Pensionierung der bisherigen Schulleiterin zur Hälfte des Schuljahres 2016/17 war diese Entwicklung in vielen Bereichen zum Erliegen gekommen. Erst unter der kommissarischen Leitung der Schule durch die jetzige Stellvertreterin bildete sich wieder eine Steuergruppe, an der zahlreiche Kolleginnen und Kollegen beteiligt waren und die im Zuge der Entwicklung des schulinternen Curriculums mit der Überarbeitung des alten Schulprogramms von 2011 begann. In diesem Zusammenhang wurden sowohl die drei zentralen Entwicklungsschwerpunkte „Kommunikation“, „Identifikation mit der Schule“ und „Unterrichtsqualität“ als auch drei fachübergreifende Themen des neuen Rahmenlehrplans für die Erarbeitung des schulinternen Curriculums Demokratisierung, Interkulturelle Bildung und Nachhaltigkeit - festgelegt. Eine Tabelle, die diesen Aspekten bereits an der Schule vorhandene Angebote und Abläufe zuordnet, im Hinblick auf konkrete Zielformulierungen jedoch sehr vage bleibt, dokumentiert die Arbeit der Steuergruppe im letzten Schuljahr. Auch eine schulinterne Fortbildung zum Thema kollegiale Hospitation sowie die Organisation und Durchführung eines Hoffestes gingen im Wesentlichen auf die Initiative dieses Ausschusses zurück. Der amtierende Schulleiter hat die begonnene Arbeit der Steuergruppe weitergeführt, zugleich aber auch deren Aufgabengebiet geschärft: Sie soll nun die Zusammenarbeit zwischen den Gremien fördern, Aufgaben verteilen, Ergebnisse zusammenfassen und letztere in den verschiedenen Sitzungen der Schule präsentieren. Auf Initiative des Schulleiters und zum Zweck einer zielgerichteteren Arbeit gibt es nun nur noch fünf Lehrkräfte neben den Mitgliedern der SchulSeite 4/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 leitung in der Steuergruppe, daneben nehmen seit diesem Schuljahr zwei Eltern und ein Schülervertreter an den Sitzungen teil. Bei einem ersten Treffen konnten vier Arbeitsgruppen initiiert werden, die zu den Themen Schulveranstaltungen, Integrierung von Arbeitsgemeinschaften, Fahrten und Schüleraustauschprogramme Konzepte für die Schule erarbeiten sollen. Tatsächlich gibt es derzeit wenig verbindliche Absprachen zwischen den Lehrkräften, was vor allem im Hinblick auf die zahlreichen Schülerreisen und Exkursionen in der Vergangenheit zu deutlichen Problemen bei der Organisation des damit anfallenden Vertretungsbedarfs führte. Erste Maßnahmen des Schulleiters, diesen einzudämmen bzw. die Qualität des Vertretungsunterrichts zu verbessern, waren allerdings wenig abgestimmt und stießen bei einigen der Lehrkräfte auf Ablehnung. Ein einheitliches und vom gesamten Kollegium getragenes Vertretungskonzept steht in diesem Zusammenhang ebenfalls noch aus. Durch eine Umgestaltung der Stundentafel, die Vereinheitlichung der Unterrichtszeiten nach dem zweiten Block und ein attraktiveres Nachmittagsangebot will der Schulleiter zudem eine einfachere und übersichtlichere Tagesstruktur schaffen. Um das Kollegium von seinen Ideen zu überzeugen, setzt er dabei vor allem auf Einzelgespräche. Von vielen an der Schule Beteiligten wird mittlerweile eine Aufbruchsstimmung in der Schule wahrgenommen, die häufig erwähnten „Reibungsverluste“ nach der Übernahme der Schule durch den neuen Schulleiter scheinen zunehmend überwunden. Ein weiteres Entwicklungsziel des Schulleiters liegt in der Schärfung des sprachlichen Profils der Schule. Traditionell bietet das Heinrich-Schliemann-Gymnasium ab dem achten Jahrgang verschiedene klassenübergreifende Sprachreisen zu Partnerschulen zum Beispiel nach Lyon/Frankreich, Bosten/USA, Luxor/Ägypten und zu den Shetland Islands an. Im Rahmen eines Schüleraustausches sollen die Jugendlichen ihre Sprachfertigkeiten vertiefen, grundlegende Kenntnisse und Einblicke in andere Kulturen erhalten und in ihrer Selbständigkeit gefördert werden. Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Kursangebots der gymnasialen Oberstufe auch das Sprachdiplom DELF 3 erlangen. Weitere Projekte, Ausstellungen, Aufführungen oder Arbeitsgemeinschaften, in denen sich das sprachlich-orientierte Profil der Schule deutlich über die verpflichtende Stundentafel heraushebt, sind jedoch kaum etabliert. Vor allem in den neusprachlichen Klassen wird dieses Profil kaum gelebt, was auch in der Kurswahl der gymnasialen Oberstufe deutlich wird. Im Schulgebäude und auf der schuleigenen Homepage finden sich nur wenige informierende Hinweise zu zusätzlichen fremdsprachlichen Angeboten. Ein verbindliches Konzept, in dem alle Fremdsprachenbereiche gemeinsame Vorhaben und Entwicklungsziele festlegen, liegt nicht vor. Zur Entwicklung des Unterrichts hat das Heinrich-Schliemann-Gymnasium in seinem schulinternen Curriculum zunächst fachspezifische Vereinbarungen getroffen. Für fast alle Fächer liegen kompetenzorientierte Curricula vor. Maßnahmen zur Leistungsfeststellung und Bewertung sind darin ausgewiesen. Die Lehrkräfte haben sich jedoch noch nicht darüber verständigt, wie die schulischen Schwerpunkte „Demokratieerziehung“, Nachhaltigkeit“ sowie „interkulturelle Bildung“ fach- bzw. jahrgangsbezogen umgesetzt werden sollen. Auch im Bereich der Sprachund Medienbildung stehen Formulierungen von Vorhaben zur Unterrichtsentwicklung und entsprechende verbindliche Festlegungen in weiten Teilen noch aus. Die fehlendenden Absprachen zur Unterrichtsentwicklung wirken sich auf die Qualität der Lernprozesse aus. Insbesondere Lernarrangements, die das individuelle Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen, haben im Vergleich zur letzten Inspektion spürbar 3 Das Sprachdiplom DELF (Diplôme d'Etudes en Langue Française) bescheinigt auf verschiedenen Niveaustufen mündliche und schriftliche Fertigkeiten in der französischen Sprache. Seite 5/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 abgenommen, die entsprechenden Werte liegen nun klar unter dem Durchschnitt der Berliner Gymnasien. Das Unterrichtsklima ist dabei nach wie vor durchweg freundlich. Die Unterrichtenden sowie die Lernenden gehen sehr respektvoll und wertschätzend miteinander um. Fragen werden sofort beantwortet und während der Arbeitsphasen beraten beziehungsweise unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer die Jugendlichen. Fachinhalte werden in einer stets konzentrierten und in der Regel störungsfreien Lernatmosphäre unter Anleitung der Lehrkräfte vermittelt. Phasen, in denen die Schülerinnen und Schüler allein eine Aufgabe bearbeiten, sind dabei in den Unter- und Mittelstufe deutlicher ausgeprägt. Aufgabenformate, die in Partner- oder Gruppenarbeit gelöst werden können und die eine Absprache hinsichtlich der Aufgabenverteilung erfordern beziehungsweise die Teamkompetenzen der Lernenden fördern, setzen die Lehrkräfte dagegen insgesamt in etwa einem Drittel der Stunden ein. Gelegentlich runden Wiederholungsphasen oder das Kontrollieren von Arbeitsergebnissen den Unterricht ab. Deutlich seltener als noch vor sechs Jahren haben die Jugendlichen die Gelegenheit, Teile ihres Lernprozesses selbst zu gestalten oder ergebnisoffene Aufgabenformate zu bewältigen, die eine komplexe Herangehensweise erfordern. Problemorientierte Fragestellungen werden in den Unterricht der fünften und sechsten Klassen sowie der Mittelstufe kaum integriert. Dagegen ist in der Oberstufe häufiger zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler im Unterricht Problemstellungen bearbeiten sowie mögliche Lösungsansätze diskutieren. Eine auf die Leistungsheterogenität der Lernenden ausgerichtete Förderung ist jedoch insgesamt kaum feststellbar: Weder das inhaltliche Niveau des Unterrichts, zum Beispiel indem Arbeitsaufträge mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen gestellt werden, noch die Gestaltung der Lernwege berücksichtigt leistungsschwächere oder -stärkere Schülerinnen und Schüler. Auch die der Schule für die sonderpädagogische Förderung zur Verfügung gestellten Stunden werden nicht vollständig verwendet, um die betroffenen Lernenden gezielt zu unterstützen. Zudem ist eine zielgerichtete Sprachbildung im Hinblick auf die teilweise entsprechend hohen Kompetenzen der Schüler nicht durchgängig etabliert So schaffen die Lehrkräfte nicht regelmäßig Gesprächsanlässe, in denen sich die Lernenden über Unterrichtsinhalte oder ihre individuellen Lernwege austauschen können. Die Lehrkräfte arbeiten zwar mit den vorhandenen interaktiven Whiteboards, nutzen diese jedoch hauptsächlich als Tafelersatz und schöpfen somit deren multimediales Potenzial nicht durchgängig aus. In der Oberstufe werden sie zum Beispiel für Filmanalysen im Deutschunterricht oder Präsentationen eingesetzt. Andere digitale Medien wie Smartphones, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler beispielsweise im Internet zum Unterrichtsinhalt recherchieren könnten, kommen dagegen kaum zum Einsatz. Insgesamt hat das Schliemann-Gymnasium Strukturen geschaffen, die eine abgestimmte und konzeptionelle Arbeit an der Schule wieder ermöglichen. Neben notwendigen Absprachen zu einem funktionierenden Schulalltag stehen vor allem gemeinsame Überlegungen zur Unterrichtsentwicklung aus, die der Heterogenität, aber auch dem Potenzial der Schülerinnen und Schüler gerechter werden. Diesen Prozess gilt es nun unter Einbeziehung aller an der Schule Beteiligten, vor allem aber auch im Hinblick auf einen wertschätzenden Austausch zwischen Schulleitung und Kollegium, zu gestalten. Seite 6/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 3.3 Qualitätsprofil 4 Bewertung Qualitätsbereich 1: Qualitätsentwicklung 2017/2018 1.1 Schulprogramm B * 1.2 Interne Evaluation C * 1.3 Externe Evaluation A * Qualitätsbereich 2: Unterricht, Lehr- und Lernprozesse Bewertung 2010/2011 2017/2018 2.1 Schulinternes Curriculum/Unterrichtsentwicklung A C 2.1.a Sprachbildung * D 2.1.b Medienbildung * D siehe Unterrichtsprofil 2.2 Unterrichtsgestaltung 2.3 Systematische Förderung und Beratung B C Bewertung Qualitätsbereich 3: Schulkultur 2010/2011 2017/2018 3.1 Beteiligung C B 3.2 Schule als Lebensraum D B 3.3 Kooperationen A * Bewertung Qualitätsbereich 4: Schulmanagement 2010/2011 2017/2018 4.1 Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft A B 4.2 Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement A A 4.3 Verwaltungs- und Ressourcenmanagement A * 4.4 Unterrichtsorganisation A * Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement Bewertung 2010/2011 2017/2018 5.1 Personalentwicklung und Personaleinsatz A * 5.2 Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium B C Qualitätsbereich 6: Ergebnisse der Schule Bewertung 2010/2011 2017/2018 6.1 Schulleistungsdaten und Schullaufbahn B A 6.2 Schulzufriedenheit und Schulimage B * Bewertung Schulspezifische Qualitätsmerkmale 4 2010/2011 2010/2011 2017/2018 E.3 Berufs- und Studienorientierung * C E.5 Schulprofil * C Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (grau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie im Internet unter https://www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/schulinspektion/. Seite 7/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 3.4 Unterrichtsprofil Unterrichtsbedingungen ++ + - -- Mittelwert 5 2010/2011 2017/2018 2.2.1 Lehr- und Lernzeit 71 % 17 % 12 % 0 % 3,78 3,60 2.2.2 Lern- und Arbeitsbedingungen 75 % 21 % 4 % 0 % 3,74 3,71 2.2.3 Strukturierung und transparente Zielausrichtung 46 % 40 % 13 % 0 % 3,64 3,33 2.2.4 Kooperation des pädagogischen Personals n. b. n. b. 2.2.5 Verhalten der Schülerinnen und Schüler im Unterricht 90 % 8 % 2 % 0 % 3,84 3,88 2.2.6 Pädagogisches Klima im Unterricht 81 % 15 % 2 % 2 % 3,54 3,75 2.2.7 Förderung der Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft 37 % 46 % 17 % 0 % 3,52 3,19 Unterrichtsprozess ++ + - -- 2.2.8 Reflexion des Lernprozesses 4 % 6 % 25 % 65 % n. b. 1,48 2.2.9 Fachimmanentes, fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen 33 % 65 % 2 % 0 % 3,46 3,31 2.2.10 Methodenwahl 37 % 42 % 21 % 0 % 3,26 3,15 2.2.11 Medienbildung 6 % 8 % 13 % 73 % n. b. 1,46 2.2.12 Sprachbildung 17 % 33 % 44 % 6 % 3,04 2,62 Individualisierung von Lernprozessen ++ + - -- 2.2.13 Innere Differenzierung 0 % 13 % 23 % 63 % 2,10 1,50 2.2.14 Selbstständiges Lernen 6 % 15 % 23 % 56 % 2,74 1,71 2.2.15 Kooperatives Lernen 12 % 25 % 31 % 33 % 2,38 2,15 2.2.16 Problemorientiertes Lernen 6 % 19 % 25 % 50 % 2,74 1,81 nicht bewertet Mittelwert 2010/2011 2017/2018 Mittelwert 2010/2011 2017/2018 Die Symbole in der Bewertungsskala sind folgendermaßen definiert: ++ + -- 5 trifft trifft trifft trifft zu eher zu eher nicht zu nicht zu Für die Berechnung des Mittelwerts sind der Bewertung „++“ der Wert 4, der Bewertung „+“ der Wert 3, der Bewertung „-“ der Wert 2 und der Bewertung „- -“ der Wert 1 zugeordnet. Seite 8/10 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 3.5 Vergleichende Darstellung der prozentualen Verteilung der Bewertungen des Unterrichts Unterrichtsbedingungen 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 ++ + - 2.2.5 2.2.6 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 0% 2.2.7 -- Unterrichtsprozess 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 2.2.8 2.2.9 2.2.10 2.2.11 2.2.12 ++ + - 2.2.13 -- Seite 9/10 2.2.14 2.2.15 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 2017/2018 2010/2011 0% 2.2.16 Kurzbericht zur Inspektion des Georg-Schliemann-Gymnasiums (03Y04) im Schuljahr 2017/2018 3.6 Vergleichende Darstellung der Bewertungen des Unterrichts anhand des Mittelwerts 6 Schule - Berlin 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.5 2.2.6 MW Berlin 2.2.7 2.2.9 2.2.10 2.2.12 03Y04 MW 2010/2011 2.2.13 2.2.14 2.2.15 2.2.16 2.2.15 2.2.16 03Y04 MW 2017/2018 Schule - Schulart 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.5 MW Gymnasien 6 2.2.6 2.2.7 2.2.9 2.2.10 03Y04 MW 2010/2011 2.2.12 2.2.13 2.2.14 03Y04 MW 2017/2018 Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 27.000 Unterrichtsbeobachtungen der zweiten Inspektionsrunde verglichen. Seite 10/10
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