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1826 - 1857. Joachimsthal'sches Gymnasium zu Berlin

Full text : August Meineke / Ranke, Carl Ferdinand (Public Domain)

1834. die Möglichkeit darbot, diese Wirksamkeit noch zu erweitern.
 Er wurde Mitglied der wissenschaftlichen Prüfungscommission
 und dehnte dadurch seine Thätigkeit für das
Aufblühen philologischer Studien in Berlin und im gesammten
 Vaterlande viel weiter aus, als zuvor. Die Aufgabe,
welche er übernahm, war mit grossem Zeitverlust verbunden,
weil gerade in Berlin die Zahl der zu prüfenden Candidaten
von Jahr zu Jahr im Wachsen begriffen ist. Den Candidaten
passende Aufgaben zu geben, ihre eingereichten Arbeiten zu
beurtheilen, die mündliche Prüfung vorzunehmen, die Probelection
 anzuhören, Zeugnisse abzufassen ist eine Last, die
ununterbrochen fortgeht und allmählich an Beschwerlichkeit
zunimmt. Dazu ist die Verantwortung gross. Meineke erkannte
 vollkommen die Schwierigkeit und Wichtigkeit seines
neuen Amtes und widmete ihm seine Kräfte. Junge Gelehrte
in die Schule einzuführen, untüchtige, unberufene, mit mangelhaften
 Kenntnissen ausgerüstete Männer nach Möglichkeit
abzuwehren, schien ihm, wie es ist, der Arbeit und Anstrengung
 werth. Auch hier kam ihm seine Raschheit und Leichtigkeit
 im Arbeiten zu Hülfe: die schriftlichen und mündlichen
 Leistungen wusste er mit Sicherheit zu beurtheilen:
ganz durchgelesen hat er wohl nur solche Arbeiten, die ihm
auf der Höhe der Wissenschaft zu stehen schienen, oft aus
der Klaue den Löwen erkannt. Milde und Freundlichkeit
übte er immer und überall: nur zuweilen haben wir ihn in
den Probelectionen streng und scharf gesehen: nur grobe
Unwissenheit und: Ungeschick erregten seinen Zorn; gerecht
blieb er stets: sollte er hier und da geirrt haben, so ist es
gewiss nur durch zu grosse Nachsicht geschehen, wenn der
erste Eindruck der Persönlichkeit ein sehr günstiger, die
ersten Gespräche mit den Candidaten erfreuliche waren, und so
später Verfehltes in besserem Lichte erschien. Seine gesammte
Arbeit auf diesem Gebiete ist eine sehr segensreiche gewesen.
Dies Alles verdankte er seinem Aufenthalte in Berlin,
der sich ausserdem noch nach zwei Richtungen hin für seine
ganze geistige KEntwickelung höchst wichtig erwies. Im

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