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I. Abschnitt. Darstellung des Lebens

Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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Schnelligkeit, mit der er gleichsam im Fluge seine Ge- 
Gedanken zu ordnen und aufs Papier zu “werfen, und 
die Gewissenhaftigkeit, mit der er jede Stunde des Ta- 
ges auszukaufen verstand , macht es begreiflich, daß er 
hiezu: noch Zeit fand. 
Die Veranlassung zu einem längern Besuche seiner 
Halleschen Kinder und Enkel gab die Feier der silbernen 
Hochzeit, am 149ten September 1824, welche: .die.. edeln 
Eltern der Silberbraut in ihrem Hause auf das sinnigste 
und geschmackvollste ordneten, welche von dem geliebte- 
sten Freunde aus der ersien Zeit, Marot, durch eine 
Rede geweiht, und von allen Freunden-, Verwandten 
und näher oder ferner stehenden Bekannten mit Blüthen 
der Theilnahme befränzt wurde. Beide sahen auf einen 
Zeitraum von 25 Jahren, reich an häuslichem Glück, 
oft getrübt von Leiden, wie sie das wechselvolle Leben 
des Menschen immer bietet, aber gekrönt von dem Be- 
wußtsein, im gemeinschaftlichen Gange durch das Leben 
weiser und frömmer geworden zu seyn durch Gottes 
Gnade, Erfreulich sür alle Anwesende zeigte sich die 
Freude der Gatten an ihrem gegenseitigen Besiß, die 
sich auf mannigfache Weise, durch stete zärtliche Auf- 
merksamkeit, wie durch heiteren Scherz kund gab. Wuß- 
fen sie doch am besten, welchen Schat an Erdenglück sie 
an einander besaßen! 
Einen eben so erfreulichen Rückblick , den nämlich 
auf fünfundzwanzigjährige Amtsthätigkeit hatte Wilmsen 
ein Jahr vorher gethan, .als der Tag wiederkehrte , an 
welchem er zum ersten: Male als Nachfolger seines Va- 
ters vessen Kanzel betreten. Er stellte denselben auch 
vor den Augen der Gemeinde in einer-Predigt an, welche
	        
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