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I. Abschnitt. Darstellung des Lebens

Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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Edele, durch einen religissen' Siun und durch musterhaf- 
tes Benehmen auszeichnete, gewährte ihm mit neuer Ge- 
legenheit zur Beschäftigung und zur Ausbildung seines 
Erziehertaleut8 auch sehr viele Erheiterung. Zst doch 
manches seiner Bücher aus den kleinen Geschichten ent- 
standen, welche er in der Kinderstube erzählte und erst 
nachher aufschrieb , mithin das Geheimniß gelöset , warum 
dieselben so sehr das kindliche Gemüth ansprechen. Deu 
Kindern selbst war der rechte Ton abgelauscht worden. 
Erheiterung fand der rastlos thätige Schriftsteller 
auch in der gemeinschaftlichen Lektüre mit seiner Gattinn, 
der er, selbst wenn er nicht wohl war, jeden Abend nach 
Tische vorlas, namentlich aus Werken der schönen Lite- 
ratur. Auch stiftete er nacheinander mehrere Lesevereine, 
um das Neueste und Beste der vaterländischen klassischen 
Literatur zu einem größern Gemeingut der gebildeten 
Welt zu machen. Das für seine literarischen Zwecke 
Brauchbare entnahm er in reichen Excerpten dieser an- 
haltenden Lektüre und sammelte Schäße der Belehrung 
und Unterhaltung für die Jugend, namentlich aus an- 
ziehenden Reisebeschreibungen , welche derselben nicht voll- 
ständig in die Hand gegeben werden können. Dazu kam 
die Freude, welche ihm musikalische Genüsse gewährten, 
und die Leistungen der ausgezeichneten Singakademie er- 
hoben ihn oft über die Mühen und Sorgen des Lebens. 
Und wie die Kunst, so reichte ihm auch die Natur 
in ihrer Mannigfaltigkeit süße Erquiung dar. Wie 
gern weilte er unter den Blumen des kleinen Pfarrgar- 
tens , wie begierig schlürfte er die Düfte von Bouches 
reicher Blüthenflur im Frühling! Wie fröhlich eilte er 
in den Reisewagen, wenn es ihm einmal vergönut war,
	        
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