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Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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mit Thränen ermahnte und warnte, so ergahnet und 
warnet Euch nun selbst durch das Wort Gotts, wel- 
<es Euch ins Herz geschrieben ist, und schaffer Eure 
Seligkeit mit Furcht und Zittern. 
Darf ich denn hoffen, daß die Ermahnung Cures 
Freundes und Lehrers nicht vergeblich seyn, daß sie auch 
die leichtsinnigen Herzen ergreifen und erwecken, auch 
den Verblendeten die Augen öffnen, auch die Hartherzi- 
gen erweichen und rühren werde? Eurem dankbaren 
Herzen lege ich diese Frage vor; ich richte sie an Cuer 
Gewissen in der heiligsten Stunde, an dem feierlichsteu 
Tage Eures Lebens, an dem Tage, der über Euer Schick- 
sal in Zeit. und Ewigkeit entscheiden soll, in diesem Hei- 
ligthume Gottes, an dem Altare des Heilandes , mitten 
unter denen, welche voll Liebe und Sorge Euch den Se- 
gen Gottes mit Thränen erflehen ; ich richte sie an Euch 
in dem Augenblick, da ich den Segens8wunsch über Cuch 
aussprechen will. Leer werden die Worte des Segens 
zu mir zurückfehren, wenn Euer Herz nicht fest und freu- 
dig entschlossen ist, sich zum Herrn zu wenden z anklagen 
wird Euch einst bei dem ewigen Richter diese Stunde, 
wenn sie vergeblich und unwirksam bliebe in Euren Her- 
zen; weinen und seufzen oder wohl gar erschrecken wer- 
det Ihr über Euch selbst, so oft dieser Tag mit seinen 
Erinnerungen wiederkehrt, wenn Ihr den Weg des Le- 
bens verlasset, auf den Euch diese Stunde geführt hat. 
O. daß Euch die Barmherzigkeit Gottes bewahre, der 
Geist der Wahrheit erleuchte und heilige, daß doch, wo 
Ihr der Erschätterung bedürfet, das Donnerwort der 
Ewigkeit Euch aus der Betäubung wee, und dann 
Euer Herz Thränen der Neue weine, Eure Seele sich 
ermanne, und ihr Heil suche und wiederfinde! So ir- 
ret Euch denn nicht, Ihr Leichtsinnigen, denn Gott läßt 
sich nicht spotten; fo werdet denn Freunde der Wahrheit, 
die Ihr durch Lägen Euer Gewissen verletzen konntet, 
eingedenk, daß der Gerechte den Lägner umbringet , und
	        
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