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Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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ergriffen seyd von Christo, nicht durchdrungen von sei- 
nem Geiste, nicht ausgestattet mit seiner Kraft, nicht er- 
füllt mit dem Glauben, der ein Sieg ist, welcher die 
Welt überwindet. Er wird Euch helfen, ein Licht wird 
Euch aufgehen, ein lebendiger Eifer wird erwachen, eine 
höhere Kraft wird in Euch rege werden, wenn nun 
seine Prüfungen Euch treffen, seine Fügungen Euch er- 
schüttern - und demüthigen, seine“ Weisheit Tag und 
Stunde herbeiführt, in welcher Euch die Eitelkeit und 
Unsicherheit des Irdischen erscheint. Er will Euch hel- 
fen auch durch diese Stunde und ihre heilsamen Ein- 
drücfe, und durch die zweite heilige Stunde, die Eurer 
wartet, wenn Ihr nun zum erstenmal an diesem Altare 
die Zeichen Eurer Versöhnung mit Gott in Brod und 
Wein des Abendmahles empfanget. Aber lasset Euch 
auch helfen: denn zwingen will der Allweise seine Kin- 
der nicht, er will nicht feine Macht gebrauchen, ihr Herz 
zu überwältigen. So öffnet ihm" denn Euer Herz, und 
haltet fest die heiligen Eindrücke dieser feierlichen 
Stunde. 
Vor Dir demüthigt sich unser Herz, Du allwissen- 
der Herzensfändiger, denn ach, wir müssen uns ankla- 
gen vor Dir, müssen uns an unsre Brust schlagen und 
flehen: Herr, sey uns Sündern gnädig! Deine verirr- 
ten, fast Deine verlornen Kinder waren wir in der leicht- 
sinnigen Verblendung unsrer jugendlichen Herzen, in dem 
Taumel der Lust und dem Uebermuth glücklicher und sor- 
genfreier Tage. Da drang Dein heiliges Wort in unsre 
Seele, Du konntest uns nicht verlassen noch versäumen, 
da ließest Du Dein Wort als einLicht in unsre finstre Seelen 
scheinen, und wir erfannten unfre Verirrung, den trau- 
rigen, unglücklichen Zustand unsrer Seelen; da gingen 
wir in uns und bekannten: Herr, wir haben gesändigt 
vor Dir, und stehen nun hier, gerührte . Sünder, und
	        
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