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III. Abschnitt. Predigten, kleinere geistliche und Konfirmations-Reden Rede, gehalten am Stiftungsfeste der Luisenstiftung. Den 19. Juli 1817

Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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schen, der Wollen und Vollbringen“ des Guten schafft 
näch seiner Gnade, aufs neue an unser Werk, und 
freuen 'uns des heiligen Berufes, den die Vorsehung 
uns angewiesen hät. 
Feiern auch Sie, geliebte Zöglinge, diesen Tag“durch 
fromme und aufrichtige Gelübde, und es stärke Sie darin 
das Andenken än" die Verklärte, deren Bild Sie vor 
Aügen haben. OD fragen Sie sich: warum lebt sie fort 
in unseren Herzen z' warum ist ihr Name von Tausenden 
so“ hoch gefeiert, "warum wallfahrtet nicht bloß die Neu- 
gier, sondern öfter noch die Liebe und Verehrung zu 
ihrer Grabesstätte? Nicht, weil sie durch körperliche 
Schönheit glänzte, nicht, weil sie die "Gefährtin eines 
mächtigen Königs war, sondern weil sie durch den Adel 
der Gesinnung sich der Hoheit würdig zeigte, die ihr :von 
Gott verliehen war; weil der Name Louise an alles 
Güte, Schöne und Erhabene erinnert, wozu weibliche 
Seelen sich“ durch die herrlichen Anlagen, welche der 
Schöpfer ihnen verliehen hat, hinaufschwingen können ; 
weil: bei "diesem Namen in jedem edlen weiblichen Herzen 
ein seliges Gefühl 'der Würde erwacht, zu welchem sich 
dieses Geschlecht schon durch die Innigkeit, Zartheit und 
Kraft seiner Gefühle erheben kann. Darf ich Sie in 
dieser feierlichen Stunde wohl erst auffordern, geliebte 
Zöglinge, zu erkennen, daß Ihnen Ihr Loos aufs Lieb- 
lichste gefallen ist/ indem des Himmels Fügung Sie 
iw eine Bildungsanstalt führte, welche" diesen schönen, 
bedeutungsvollen 'Namen führt, in der die Bestimmung 
und die Würde des weiblichen Geschlechts erkannt, er- 
rungen und treu bewahrt werden , in der jede zarte Blüthe 
der edlen Weiblichkeit ihre Pflege und ihr Gedeihen fin- 
det, und'sich hoffnungsvoll entfaltet; darf ich Sie auf- 
fordern, dieser segensreichen Anstalt, diesen treuen , müt- 
terlichen Freundinnen, diesen Ihren liebevollen Lehrern 
und Beschügern , welche“ Gott selbst Ihnen gegeben hät, 
mit -einem Herzen "voll Liebe“ und Vertrauen ergeben zu
	        
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