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I. Abschnitt. Darstellung des Lebens

Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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lands, darum hatte der treue Freund. und Mitarbeiter, 
den die Vorsehung dem Anfänger des Evangelischen 
Glaubens zugesellte, ein freimüthiges und einfach - kräf- 
tiges Glaubensbekenntniß abgefaßt, und dem Kaiser über- 
reicht, darum ward dieß Bekenntniß bei offenen Thüren 
vorgelesen, und der strengsten Prüfung hingegeben. Lasset 
uns diese denkwürdige, und in ihren Folgen so wichtig 
gewordene Verantwortung 
1) nach ihrer Wichtigkeit würdigen; 
2) die Verpflichtung erwägen, welche sie uns 
auflegt; 
3) des Segens uns vor Gott erfreuen, den 
sie der Christenheit gebracht hat. 
Um die Wichtigkeit der Verantwortung rich- 
tig zu würdigen, durch welche die Anhänger der Re- 
formation die Nothwendigkeit erwiesen, sich von der Kirche 
zu krennen, welche Glaubens - und Gewissensfreiheit nicht 
für ein heiliges Recht der Menschheit erkannte, müssen wir 
uns erinnern, mit welch einer grausamen Gewalt in 
jener ung'ückseligen Zeit diejenigen verfolgt und unter? 
drücft wurden, die es wagten, die ungerechte Herrschaft 
zu tadeln und zu befämpfen, welche der geistliche Fürst, 
der sich das Oberhaupt der Christenheit und den Statt- 
halter Jesu Christi nannte, seit Jahrhunderten augübte. 
Gelang es nicht, dieser Gewalt eine andere, und zwar 
die unüberwindliche der Wahrheit und. des Glaubens ent- 
gegenzuseen, und dem Recht der Gewissensfreiheit, wel- 
c<es unter die Füße getreten war, Anerkennung zu errin- 
gen, so ging die <ristliche Kirche ihrem Untergange ent- 
gegen. Freimüthig, öffentlich und nachdrücklich mußten 
die, welche die gereinigte Glaubenslehre verkündigten und 
vertheidigten , ihr kühnes Unternehmen zu verantworten 
bereit seyn; sie mußten von keiner Furcht und keiner Be- 
sorgniß zurückgehalten, durch keine Drohungen erschreckt,
	        
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