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Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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Wie große Herzen wurden weich, 
als diese Gluth in Augsburg brannte, 
als man der Lehre Grund bekannte 
vor Kaiser, König, Ständ* und Reich! 
Das ist der Tag, den wir begehen, 
an dem, auch der es nie gedacht, 
den Glauben in der schönsten Pracht, 
die Wahrheit im Triumph gesehen. 
Dies ist der frohe Jubeltag , 
der mit Bestand ein Tag der Ehre, 
der wiederhergestellten Lehre, 
ja ihr Geburtstag heißen mag. 
Verfolgung, Drohen , Wüthen, Toben, 
Haß, List, Gewalt, Krieg, Schwerdt und Blut, 
Gefängniß , Fesseln , Feu'r und Gluth 
hat sich zwar gegen sie erhoben; 
doch sieht sie fest und unbewegt; 
denn, wenn die Hölle sie bestürmet, 
so hat der Himmel sie beschirmet, 
bis auf den leßten Tag der Welt! 
Wir sind, wir sind nun überzeuget, 
daß niemals Gott ein Häuflein fehlt, 
das sich sein Wort zum Leitstern wählt , 
und feine Knie vor Babel beuget. 
Erhalt? uns, Herr, dem Feind zum Troße, 
bei Deinem Work und Sakramenten; 
ermunfre <ristliche Regenten 
zu Deiner Kirchen Schirm und Schuß. 
1 Pekri, 3, 19. 
Seyd aber alle Zeit bereit zur Verantwortung 
jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, 
die in euch ist. 
Zu einer solchen Verantwortung hatten sich die Für- 
sten , unter deren Schut-die Reformatoren ihr heilbrin- 
gendes Werk unternahmen, bereit erklärt. und darum 
erschienen sie in der Versammlung aller Fürsten Deutsch-
	        
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