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Full text: Erinnerungen an Friedrich Philipp Wilmsen / Hesekiel, Friedrich (Public Domain)

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bettlägrig, eben. als. ich“ dachte, daß die Kranfkheit,-die 
doch nur ein heftiger Brust- Katharr isc, sollte überstan- 
den seyn. . Nur der Schriftsteller kann noch täglich ein 
paar Stunden arbeiten, und zwar mit großer und ver- 
botener Anstrengung« Wäre es mir nach meiner „Ge- 
müthsart und. Leben8gewohnheit möglich gewesen, ganz 
unthätig mich zu verhalten, so würde vielleicht die Kur 
nicht so lange gedauert haben. Auch trafen mich gleich 
anfangs Gemüthsbewegungen, die das Uebel verschlim- 
merten. Zum Zeitvertreib studire ich 29 Jubelpredigten, 
und erfreue mich an Jean Pauls Leben, 5tes Heftlein. 
Auch die anziehenden Briefe unsers Raumer aus Paris 
gewähren mir eine sehr angenehme Lektüre, 
An eine Freundin. 
“ Den 6. December 1830. 
. « Die Schilderungen Ihrer Freuden in der Kin- 
derstube haben uns eine große Befriedigung gewährt, 
und wie schön bemerken Sie, daß die treue Erfüllung 
der Pflicht unser Herz, wenn es von Wünschen, Sorgen 
und Verlangen beunruhigt, mit sich selbst uneins zu 
werden droht, am besten zur Ruhe und zum Entschluße 
bringt. Kinder sind doch eine herrliche Gabe Gottes, 
und die Pflege der Kinder ist eine schöne, reich beloh- 
nende Bestimmung. 
Meine»Nächte fangen an, etwas besser zu werden, 
besonders bin ich nun von der Gluthißze - frei, die mich 
noch vor 8 Tagen regelmäßig beim Anfang der Nacht 
überfiel, und mich mehrere Stunden lang in einen höchst 
peinlichen Zustand verseßte. Dagegen waren die Tage 
oft sehr erträglich, sogar heiter, und dann hatte ich einen 
unwiderstehlichen Drang zur Thätigkeit, daher ich eine 
große Zahl von Billets, Briefen, Berichten, Predigt- 
Entwürfen, und etwa 40 Bogen Manuscript für den 
Druc habe liefern können, auch 8 Poesien , darunter
	        
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