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Full text: Geschichte der königlichen Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin / Levezow, Konrad (Public Domain)

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rem eigenen, nicht geringen Vortheil, Gebrauch zu maden. 
Eine noch großere Menge von Künstlern aus den Niederlan- 
den, Ztalien, Frankreich und dem übrigen Deutschlande be- 
kam dadurch Reiz und Anlo>ung sich auf längere oder kür- 
zere Zeit an dem Hofe und in den Staaten des Kurfürsten 
aufzuhalten, oder auf Lebenszeit in die Dienste eines so 
großmüthigen und freigebigen Freundes und Befödrderers der 
Künste zu treten. 
Das gute Vernehmen, worin diese Künstler zu einander 
standen, das gegenseitige Bedürfniß sich einander mitzutheilen 
und fern von kleinlichem Neide und hämischer Misgunst, 
durch Rath und Urtheil anderer ihre eigenen Werke vervoll- 
komnet zu sehen, ja selbst das ruhmvolle Bestreben, gesell- 
schaftlich sich ihren Mitbürgern nüßlich zu machen, hatte 
schon im Jahre 1690 verschiedene Künstler veranlaßt, in 
Berlin, zu einer Privat-Kunstgesellschaft zusammen zu treten, 
deren Hauptzwe> der Unterricht und die Bildung junger ans 
gehender Künstler gewesen zu seyn scheint. An jene verei- 
nigten Meister schloß si auc<) Augustin Terwesten, 
ein Niederländer, an, welcher sic) in Holland, Jtalien, Frank= 
reich und England gebildet hatte und in der Historienmah= 
lerey mit Auszeichnung arbeitete. Er war im Jahre 1692 
als einer der Hofmahler des Kurfürsten nach Berlin mit 
einem ansehnlichen Gehalte berufen worden, 
Als dieser Mann im Jahre 1694 Friedrich dem Dritten 
eins seiner Gemählde überreicht hatte, der Kurfürst darüber 
seinen Beifall bezeigte und wahrscheinlich sich mit ihm länger 
über Angelegenheiten der Kunst unterhielt, wobey auch die 
Rede auf jenes Privatkunstinstitut gekommen seyn mogte, so 
that Terwesten dem Kurfürsten den Vorschlag, nach dem 
Vorbilde der Kunstakademien in Paris und Rom eine ähn- 
liche Akademie der Künste in Berlin zu errichten. Dem 
zu solchen Unternehmungen geneigten Kurfürsten gefiel die 
ser Vorschlag so schr, daß Terwesten sogleich den Auftrag
	        
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