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Band No. 1. Bericht über die algemeine Verwaltung des Magistrats

Volltext: Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin (Public Domain) Ausgabe 1900 (Public Domain)

Frieda Schlecht. (39 
gegeben, kleid, Hut, alles gekauft, 15 Mark für Essen 
und Trinken in einem Tanzsaale ausgegeben. Dann 
wurde sie betrunken. „Geld, alles ist fortgewesen." 
Es waren noch etwa 10 Mark. 
Dann wurden die beiden verhaftet. Suppler 
kam in Untersuchungshaft. 
Frida ins Dirnenkrankenhaus. 
Sie gab an, daß ein 18jähriger Bruder bei einem 
Bauer ist; ein 17jäl)riger Bruder ist Milchkutscher in 
Berlin. „Der sollte mal gestraft werden. Er hatte 
einen Keller aufgebrochen. Mit 14 Jahren hat er 
einen Verweis bekommen. Er macht mir schlecht; 
da mutz ich's von ihm auch sagen. Wenn er mir 
sieht, dann schlägt er mir immer aus, alle Zähne und 
die Nase blutig." Des weiteren gibt Frida an, daß 
er sie in der Zeit, als sie schon mit anderen Männern 
verkehrt hatte, unzüchtig berührt habe. Ihre Betten 
standen nebeneinander. 
Eine 10jährige Schwester besucht die Gemeinde- 
schule. Eine 7jährige Schwester ist von der zweiten 
Mutter mit in die Ehe gebracht. 
„Ich habe doch die zweite Mutter. Die erste 
Mutter ist vor fünf Icchrnt gestorben an Herzleiden, 
Leberanschwellung und Bandwurm." 
Wann erhielten Sie die zweite Mutter? 
„Ein paar Wochen später." 
Frida ist schwach entwickelt, hat niemals die 
Periode gehabt, nimmt unter der Krankenhausver¬ 
pflegung zu an Körpergewicht. Obgleich sie in einen 
Saal gelegt wurde, in dein die „Anständigen" lagen, 
wußte sie doch durch Kassiber mit einem Mädchen 
eines andern Stockwerks ein lesbisches Verhältnis 
anzufangen. 
Die Handschrift ist unausgebildet.
	        
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