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Full text: Chronik von Tempelhof / Pieper, G. Wilhelm (Public Domain)

-- VU == 
Comthur im Jahre 1432 überlassen hatte, Hebungen der Landschöffen 
und das Kirchenlehn zu Tempelhof und Rixdorf ausgeschlossen. Die 
Magisträte zu Berlin und Cöln veräußerten hierauf die zu Tempelhof 
sich befindenden 2 Freihöfe und behielten sich nur die Gericht8barkeit und 
Hebungen vor. Den Comthur-Hof erhielt ein Berliner Bürger, Jakob 
Heidi>e und gehörten zu ihm 8 Freihufen, worauf die wahrscheinlich erst 
von den Magisträten auferlegten Verpflichtungen hafteten, zur Zeit eines 
Krieges zu den Heereszügen ein Pferd zu stellen und 4 Scho> Groschen 
jährlich zu entrichten. 
An die Familie Bährbaum kam dieses Gut im Jahre 1500, welche 
es noh 1590 besaß, später befand es sich bis zum Jahre 1604 im Be- 
sitz der Churfürstin, welche es dem Magistrate zu Cöln verkaufte. 
Den Hanchof kaufte 1435 ein gewisser Thomas Treskow und ge- 
hörten hierzu auch 8 Hufen Landes, ein Wohnhaus, Weinberg, Garten, Wie- 
sen, Fischerei und Holzung. Nachdem dieser Hof in verschiedenen unbe- 
kannten Händen gewesen, erkaufte auch ihn im Jahre 1535 der Rath 
zu Cöln für 500 Flo.; veräußerte ihn aber: bald wieder an den Chur- 
fürsten, der ihn von allen landesherrlichen Bürden befreite, und ihn sei- 
nem Müundko< Hans Welters überließ. Der Churfürst Joachim Friedrich, 
an welchen er hierauf kam, veräußerte ihn 1604 an den Magistrat zu 
Cöln, derselbe hatte schon im Jahre 1590 den Berlinschen Magistrat 
wegen dessen Antheil an den Tempelhofer Gütern abgefunden, und war 
nunmehr in dem alleinigen Besitz des Gutes Tempelhof, zu welchem 
auch wieder das Kirc<henlehn gehörte, das ein früherer Besitzer, Kammer- 
rath Dr. Johann Köppen, im Jahre 1575 von den Ordens- Capitel 
in Sonnenburg erworben hatte. An Lübbert Müller veräußerte im 
Jahre 1621 der Magistrat beide Gutsantheile für 7000 Thlr. mit dem 
Vorbehalte, daß der Wiederverkauf nur an eine den Magistrate gefällige 
Person geschehen dürfe, ihm auch das Wiederkaufsrecht zustehen solle. 
Das Gericht und Patronat behielt sich der Rath vor, schenkte ihm dage- 
gen die Verpflichtungen, zu den Heere8zügen zu dienen und erließ ihm 
auch den Fleischzehend vom Hanehofe. Im Jahre 1630 kam Tempelhof 
an den Statthalter Grafen v. Schwarzenberg, dann 1660 an den großen 
Churfürsten und von diesem an seine Gemahlin Louise v. Oranien, die 
auch die schönen Bäume im Dorfe anpflanzen ließ. =- Hierauf aber 
später an den Hofprediger Cochius für dessen bei Wesel, im Amte 
Dinslaken belegenen Güter, tauschweise, jedoch mit Ausnahme der Hasen- 
haide, die der Churfürst, nac<herige König Friedrich 1., für sich behielt, 
dagegen erhielten der Hof 6 Eichen, jede zu 3 Klafter, und 12 Shwamm- 
auch Bullenbäume genannt, per Baum 1 Klafter, auch das Bauholz zu
	        
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