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Full text: Chronik von Tempelhof / Pieper, G. Wilhelm (Public Domain)

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zusammen also 50 Hufen, und eine den beiden vorhingenannten Kossä- 
then vererbpachtete Kir<henhunfe. 
Im Jahre 1247 stellte ein Magister Hermann, im Dorfe Tempel- 
hof ansässig, eine Urkunde aus, in welcher er den Namen des Dorfes 
Templo schrieb, was leicht Veranlassung geben könnte, den Namen sich 
als Templowo oder Tempelowe oder auch Tempelau zu deuten. Be- 
kannt .ist es, daß das Dorf früher der Johanniter-Orden im Besitz hatte. 
Im Zahre 1290 schenkte ein Ritter, Jakob v. Nybede zu seiner und 
seiner Familie Seelenheil, den Brüdern des Grauen Klosters zu Berlin 
eine Ziegelscheune, mit dem Rechte, dort die Ziegelerde zu graben, und ist 
dies jedenfalls der sogenannte Dustre Keller an der heutigen Bergmanns- 
Straße. Obgleich der A>er bis 1829 bäuerlicher war, so konnte doch 
leicht ein bedeutender Abhang dieser Ländereien rec<ts und links des 
Weges von Tempelhof nac<- Berlin schon in früheren Jahren dem Do- 
minio gehört haben, und wenn auch der Nybede wohl nicht selbst zu 
den Besitzern Tempelhof! 8 gehört haben mag, so scheint er doch diese 
Hügel, worauf die Ziegelscheune stand, entweder von einem der 2 freien 
Güter 'Tempelhof's oder von dem bäuerlichen A>er erkauft zu haben, 
um fie verschenken zu können. 
Die Gruft, der Dustre Keller noc< heute "benannt, mit starken 
Bäumen bepflanzt, zeigt noch heute deutlich, daß hier die Erde zu Millionen 
Steinen entnommen sein muß, die zur Aufbauung der Kloster-Kirc<he, und 
zu der des Klosters selbst verwandt wurden. 
Uebrigens führen diese Berge den Namen Weinberge, und die sich 
dort angebaut habenden Besitzer sind eingewanderte Pfalzer, welche sich 
mit Anbau des Weines beschäftigten, doch ist der Anbau dieser Reben, 
vielleicht wegen Säure des Gewächses, gegen Anpflanzung von Obstbäu- 
men, wovon noch einige links vom Kreuzberge stehend, Zeugniß geben, 
vertauscht worden. 
Den Namen Kreuzberg führt der eine Theil dieser Hügel nur erst 
seit fo lange, als das eherne Denkmal der gewonnenen Schlachten im 
Freiheitskriege auf demselben eine Stelle gefunden hat. 
Daß die Johanniter Tempelhoß, besessen haben, geht übrigens aus 
einer Urkunde vom Jahre 1344 hervor, wo der Ordens-Comthur Burch- 
hard v. Arneholdt mit dem Convente zu Tempelhof dem Bürger Iohann 
Ryken zu Cöln die Präfectur, oder das Schulzenamt zu Tempelhof und 
Marienfelde überließ. 
Im Jahre 1358 war ein Ritter Ulrich v. Königsmark Comthur zu 
Tempelhof, der den Gebrüdern Ryken. zu Berlin jährliche Hebungen zu 
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