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Full text: Chronik von Tempelhof / Pieper, G. Wilhelm (Public Domain)

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Flachsboten geröstet, um dann geba>t zu werden. Dieser Flachsbau hat 
in den Dörfern in der Nähe Berlins gänzlich aufgehört. 
Die Schmiede war hier früher nur eine sogenannte Laufschmiede, 
d. h. eine solche, wohin der Besitzer nur einige Tage in der Woche sich 
begab, um die angemeldete Arbeit anzufertigen. DSie gehörte einen 
Schmiedemeister Namens Tugut zu Alt-Schöneberg. Von diesem erkaufte 
oder pachtete sie der Schmiedemeister Bos, und da dieser in der Lotterie 
1160 Thlr. gewonnen, so gab er die: Schmiede hier auf, und es kaufte 
sie nun der Schmiedemeister Eltsche, und von diesem der Schmiedemeister 
Churschmidt Späth 1835, der auch 2 Morgen Aer von dem Kaufmann 
Dittner, die hinter seinem Hause belegen waren, dazu kaufte, und sie 
bei seinem Tode seiner Wittwe hinterließ, die sie nachher dem jekigen 
Schmiedemeister Scheel verkaufte. Der Schmidt erhielt alljährlich für 
jede Hufe Aer einen Scheffel sogenanntes Schärfkorn, wofür er die 
frühere Flugschaaren und Kolter schärfen, auch wenn altes Eisen geliefert 
wurde, die übrigen Arbeiten am Pfluge anfertigen mußte. Jett ist die- 
ses Schärfforn ziemlich ganz abgelöset worden. 
Büdner-Grundstücke befanden sich bis in den 1840 Jahren fast 
gar nicht im Orte; allein seit dieser Zeit sind aufgeführt: das Dittnersche, 
Reglinsche, Bredere>sche, Deventersche, Dunkelsche , Grothesche, Fretsch- 
nersche, Weidlersche, das des Schulzen Berlini>esche, ehemalige Hirten- 
Grundstü>; Piepersche, und Mannzsche, zulezt no< Arendtsche und 
Einsensche, am Wege nach Schöneberg belegen. 
Da das Küster- und Schulhaus 1828, wie vorher angedeutet, mit 
abgebrannt war, so wurde in demselben Jahre das jetzige erbaut, und 
soweit vorgerüct, daß die jetzige Hinterfront dasteht, wo früher die Vor- 
derfront stand, den Raum, der no< bis zur Straße liegen blieb, 
schenkte der Patron, Fürst Schönburg, dem damaligen Küster und Lehrer 
Pieper, und gehört derselbe nunmehr als Vorgarten der Küsterei. 
Da die Kirche sich bis zum Jahre 1847 im Innern in sehr schlech- 
ten baulichen Zuständen befand, so drang die Gemeinde, da sie selbst 
größtentheils sehr stattlihe Wohnhäuser besaß, auf den innern und 
theilweise äußeren Umbau ihres Gotteshauses. Obgleich diese Bemü- 
hungen viele Jahre hindurch fruchtlos blieben, da die Kirche nur wegen 
frühern Thurmbaus, ein sehr mäßiges Vermögen besaß, und das Patronat 
auch nicht einwilligen wollte, bis es ihr endlich doch gelang, die Einwilli- 
gung durch Drängen auf den Patron zu erlangen. Nun ging aber 
auch der Bau so schnell von Statten, daß die Einweihung schon im 
Frühjahr 1848 bald nach der Revolution geschehen konnte. 
Da nach einem frühern Brande, wann, ist nicht zu ermitteln, ob-
	        
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