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Volume Heft 6

Full text: Illustrirtes Panorama (Public Domain) Issue5.1865 (Public Domain)

Illustrirtcs Panorama. 221 
„Wo kommst Du her?" fuhr ihn der Alte, der neben 
seiner Güte immer streng gewesen und jetzt, durch die heim 
liche Entfernung des Sohnes erbittert worden war, an. 
„Von Paris!" war die vielleicht übereilte Antwort. 
„Aus diesem Höllenneste kommt nichts Gutes! Was 
willst Du hier?" 
Robert zögerte eine Weile mit der Antwort, dann 
sprang er mit schnellem Entschlüsse wieder in das Gebüsch 
zurück und eilte, trotz des Rufens seines Vaters, unaufhalt 
sam in das Waldesdunkel zurück. 
Es war schon Mitternacht vorüber, als er daselbst an 
kam; so eben verließen die letzten Wagen mit Gästen das 
Schloß, die Bauern mit ihren Kindern waren längst in das 
Dorf zurückgekehrt. 
Frau von Frontignac halte sich bereits in ihre Zimmer 
zurückgezogen, denn der Abschied von ihrer Tochter, die be 
reits dem Gatten nach dessen wenige Meilen entfernten Gute 
gefolgt war, hatte sie sehr ergriffen. Der Marquis war aber 
noch wach und ließ den alten Jäger, der ihn dringend zu 
sprechen wünschte, sogleich vor sich. 
Franyois Weitab. 
(Seite 218.) 
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, 
>,Stehe, Bösewicht, oder ich gebe Feuer auf Dich!" 
ries der Förster gepreßt, aber die schon erhobene Büchse 
sank herab, und er bedeckte die Augen mit den bebenden 
Händen. 
Ein blitzschneller Gedanke hatte ihn durchzuckt. Er zwei 
felte nicht mehr, daß seine Befürchtungen zur Wahrheit ge 
worden, daß Robert nur aus- einer schändlichen Rache-Absicht 
zurückgekehrt sei. 
„Den Frontignac's droht «Gefahr!" flog ihm durch den 
Kopf, und nachdem er seinem Hunde gepfiffen hatte, eilte 
er ohne Verzug nach dem Schlosse hinauf. 
Franpors zitterte an allen Gliedern, und es bedurfte 
der ganzen leutseligen Freundlichkeit des Herrn, ihn so weit 
zu beruhigen, daß er zu sprechen vermochte. Nun schloß er 
ihm sein ganzes schwerbedrücktes Herz auf und theilte ihm 
seine Vermuthungen mit. 
Der Marquis war nicht wenig erstaunt, als er zum er 
sten Male aus dem Munde seines treuen Dieners vernahm, 
daß dessen Sohn seiner Adele, die dies- wobl auch nicht 
geahnt, eine so wahnsinnige Leidenschaft zugetragen habe, 
aber dennoch belächelte er die Besorgnisse de? alten Mannes 
und, im Bewußtsein seines reinen Gewissens, wies er dessen
	        
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