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Volume Heft 4

Full text: Illustrirtes Panorama (Public Domain) Issue5.1865 (Public Domain)

IUufirirtes Panorama 
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Die Rirche 8t. Seoerin zu Jtarts. 
Paris ist natürlich reich an architectvnischcn Denkmälern 
alter und neuer Kunst, an historisch wie architektonisch merk 
würdigen Palästen, Monumenten und Kirchen. Es ist nicht 
leicht möglich für den Fremden, sie alle aufzufinden, denn 
Vieles aus älterer Zeit ist jetzt unter den glänzenderen neuen 
Anlagen versteckt, oder durch sie verdunkelt, und so geht es 
auch der Kirche St. Severin. 
Zeugniß ablegen. Hervorzuheben sind ihre Wandmalereien, 
welche indessen erst in neuerer Zeit entstanden sind und einen 
besonders günstigen Eindruck machen, eine doppelte Reihe 
von Glaswänden, und zwar gelten die des Chors, welche viele 
Familienwappen enthalten, für die ältesten in Paris, auch 
war es diese Kirche, welche vom König Johann die erste 
Orgel als Geschenk erhielt. 
Das Aeußere der Kirche St. Severin in Paris. 
Als eine der ältesten von Paris, ja sogar von Frank 
reich überhaupt, verliert sich ihre Gründung und die Veran- 
taffung zu derselben, sowie der Name ihres Gründers in 
das Gebiet der Sage und erst spätere Erweiterungen, Um 
baue und Ausschmückungen lassen sich der Zeit nach bestimm 
ter nachweisen. 
Dennoch ist sie dabei eine der schönsten Kirchen Frank 
reichs, deren gefälliger Styl und reichliche Verzierung deut- j 
llct > ÖDn dem guten Geschmacke, wie dem Fleiße ihrer Erbauer 
Jlliiftrirtes Panorama. Band v. Lief. 4. 
Historisch merkwürdig ist die Kirche St. Severin beson 
ders dadurch, daß in ihr König Karl VIII. und zwar in 
ihrer Vorhalle seinem Volke öffentlich Audienz gab , um 
Gerechtigkeit zu üben. Ein schöner Zug von einem Fürsten, 
der sich nicht oft wiederholt hat. 
Obwohl sehr häufig für längere Zeit gleichsam in Ver 
gessenheit gerathen, hacke diese Kirche doch wiederum Mo 
mente, in denen sie vor vielen anderen begünstigt zu sein 
schien. So z. B. in jener Periode, als die Prinzessin von 
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