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Zweites Kapitel. Lustfahrt von Berlin nach Alt-Landsberg, Straußberg, Wriezen, Freienwalde und Neustadt-Eberswalde; von dort zurück über Biesenthal, Bernau, Werneuchen, Buch, Französisch-Buchholz, Schönhausen und Pankow nach Berlin

Full text: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

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die bernauer Bürger heißen Bret und siedendes Wasser, welches 
ihre Weiber immer in Vorrath hielten, auf die Köpfe. 
Solchergestalt vertheidigte sich die Stadt so lange, bis es 
dem Kurfürsten Friedrich 1. , in Begleitung seines Sohnes Jo- 
hann, gelang, mit einem Heere zum Entsaß der Stadt herbeizu- 
eilen. Er griff die Hussiten an, und während er mit ihnen ei- 
nen harten Kampf bestand, machten die muthigen Bürger von 
Bernau einen Ausfall und drangen im Rücken der Hussiten auf 
diese ein. Die Lekteren wurden gänzlich geschlagen und so dic 
brandenburgischen Länder von diesem fürchterlihen und grausa- 
men Feinde auf immer befreit. Dies ist die berühmte Schlacht 
auf den rothen Feldern am 15ten April 1432, zu deren Gedächt- 
niß alljährig am Montage nach Rogate ein Fest gefeiert wird. 
Im verflossenen Jahre fand die vierhundertjährige Gedächtniß- 
feier dieses Sieges Statt. Im dreißigjährigen Kriege wurde 
Bernau zwischen 1638 und 39 pon den Schweden erobert. 
Südöstlich von Bernau, am alt-landsberger Fließe und an der 
Straße von Berlin nach Freienwalde, liegt der Marktflecken Wer- 
neuchen, der ein Justizamt, eine Posterpedition , 75 Häuser und 
etwa 480 Einwohner hat. Vom alt-landsberger Flicße aus 
geht ein schr kleiner Graben durch den Marktfleen , der sonst 
weiter keine Bedeutsamkeit hat. 
Von Werneuchen ab in westlicher Richtung erreicht man 
wieder die nähere Umgebung von Berlin, und hier ist es zuerst 
das freundliche Pfarrkir<hdorf Blumberg, das den Wanderer mit 
den wenigen Reizen, die ihn bis hierher umgaben, aussöhnt. 
Das Dorf liegt an der Straße von Berlin nach Freienwalde, 
hat ein herrschaftliches Haus nebst schönem Garten, dem Herrn 
von Goldbeck gehörig, ein Prediger-Waisenhaus und ein Armen- 
haus, so wie 290 Einwohner. Die Kirche des Dorfes ist in 
mancher Beziehung merkwürdig und interessant, vorzüglich wegen 
der, 4000 Bände starken Bibliothek, wegen des alabasternen 
Deukmals des Obristen von Kanstein , der 1709 in der Schlacht
	        
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