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Erstes Kapitel. Lustfahrt von Berlin über Schöneberg, Stegelitz und Zehlendorf nach Potsdam; von Potsdam in westlicher Richtung nach Brandenburg; dann von eben dort in südwestlicher Richtung nach Brück und Belzig. Geschichte der Hauptörter und Beschreibung der Umgegend

Full text: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

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Heinrich Brunsberg von Stettin gebaut, ein schäßbares Denk, 
mal altdeutscher Baukunst, noch besonders wichtig durch mancher- 
lei Alterthümer, wohin vornämlich der schöne Taufstein, den Fried- 
rich Mollner aus Erfurt 1440 gegossen, und die Kirchen-Biblio 
thek gehören; ferner die Domkirche mit dem 1518 erbauten Al, 
tare, mit den hölzernen Statuen der Maria und des Apostel 
Petrus, so wie mit den Gemälden der Maria Magdalena, des 
heiligen Benedikt, Augustin und Hieronymus in Lebensgröße ; 
mit der Gruft der Mutter der drei Markgrafen Otto I1l., Hein- 
rich 1. und Albrecht Il. so wie mit vielen andern Merkwürdig- 
keiten. Ein bemerkenswerthes Gebäude ist auch das Rathhaus 
auf dem neustädter Markt mit der Raths-Bibliothek. Vor der 
Front des Rathhauses steht die 18 Fuß hohe Rolandssäule, die bes 
reits 1454 errichtet ward. Zu erwähnen sind auch noch das neue 
Schauspielhaus , erbaut in den Jahren 1824 und 25., das neu- 
organisirte evangelische Domkapitel, 1 vereinigtes alt- und neu- 
städter Gymnasium mit UV Lehrern , 4 Ritterakademie , 1704 ge- 
stistet, 4 Bürgerschule, 1 höhere Töchterschule , 5 Elementarschu- 
len, 2 Armenschulen, 1 Erwerbschule für Mädchen, 5 Hospitäler, 
1 Strafanstalt, für solche Verbrecher, die zur Zuchthausstrafe von 
mäßiger Dauer verurtheilt sind, und das Land-Armenhaus, eins 
der größten Gebäude im Westen der Stadt, 1793 erbaut. Eigent«- 
liche Privathäuser hat Brandenburg 1386 und mit Einschluß 
der Garnison 14,000 Einwohner, die Tuch- und Leinweberei, 
Brauerei, Brennerei, Gerberei, Strumpfwirkerei, Schiffbau und 
Schifffahrt , einigen Weinbau und sehr lebhaften Konsumtions- 
handel treiben. Es befinden sich hier eine Tuchfabrik mit einer 
Dampfmaschine , eine Buchhandlung und zwei Leihbibliotheken; 
Außer der Freimauerloge „Friedrich zur Tugend“ wird die Ge- 
selligkeit durch ein Kasino noch besonders unterstäükt, =“ Branden- 
burg hat zu verschiedenen Zeiten mannichfache Unglücksfälle er- 
litten , vornämlich im Kriege mit Magdeburg gegen Ende des 
14. Jahrhunderts und dann im Zö0jährigen Kriege, während
	        
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