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Erstes Kapitel. Lustfahrt von Berlin über Schöneberg, Stegelitz und Zehlendorf nach Potsdam; von Potsdam in westlicher Richtung nach Brandenburg; dann von eben dort in südwestlicher Richtung nach Brück und Belzig. Geschichte der Hauptörter und Beschreibung der Umgegend

Volltext: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

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Völkerwanderung von den Wenden entweder ganz neu gebaut, 
oder vielleicht vergrößert und befestigt worden. Zhre vortheilhafte 
Lage an der Havel machte sie gleichsam zum Schlüssel der wen- 
dischen Länder und zum Bollwerke gegen die Deutschen. Deshalb 
erhielt die Stadt ohne Zweifel auch den Namen Brennabor, 
was so viel wie Waldburg , Waldhut bedeutet. Interessante 
historische Erinnerungen knüpfen sich an diese Stadt, die, am 
Fuße des Harlunger-Berges, belegen einst unter dem Schuke des 
mächtigen wendischen Gottes Triglaf (von „Tri“ drei und „Glu- 
pen“ Sehen), der 3 Köpfe und auf dem genannten Berge sei- 
nen Haupttempel hatte, stand. Aus dieser einzigen Bemerkung 
geht hervor, daß Brennabor die Hauptstadt des Wendenreichs 
gewesen; auch sprechen die großen Anstrengungen mehrerer deut- 
schen Kaiser zu ihrer Eroberung dafür. Hierher gehört besonders 
das Unternehmen Kaiser Heinrich's 1., des Vogelstellers, aus dem 
Jahre 928 oder 929. In diesem Jahre wußte der Kaiser die 
Strenge des Winters trefflich zu seinem Vortheile zu benußen, 
indem er seine Truppen über den gefrornen Fluß und die Sümpfe 
führte, den wendischen König Tugumir mit seiner Mannschaft 
einschloß , der Stadt alle Zufuhr abschnitt und sie endlich zur 
Uebergabe zwang. Von dieser Zeit ab bis 1157 ist Brennabor 
während längerer und kürzerer Zwischenräume der Zankapfel zwi- 
schen den deutschen Markgrafen und den wendischen Fürsten ge- 
wesen, und erst in dem genannten Jahre bemächtigte sich ihrer 
Albrecht der Bär, wußte sie zu behaupten und gab nach ihr sei- 
nem Markgrafenthume den Namen. Schon der Nachfolger 
Heinrich's 1., Otto I., stiftete hier 949 ein Bisthum, das er dem 
Erzstifte Magdeburg unterordnete. Dies Bisthum haben von 
949 bis 1565, in welchem lekten Jahre es unter der Regierung 
Joachim's Il. in ein weltliches Stift verwandelt, in neuerer Zeit 
(1819) aufgehoben und in ganz neuester (1827) abermals resti- 
tuirt wurde, 42 Bischöfe verwaltet, unter denen der gelehrte und 
hochgeachtete Hieronymus (+ 1523), der zugleich auch Bischof
	        
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