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Fünftes und Sechstes Kapitel. Lustfahrt von Berlin nach Lichtenberg, Friedrichsfelde, Dahlewitz, Schöneiche, Tasdorf, (Fredersdorf) Rüdersdorf, Herzfelde, Heidekrug, Müncheberg, Fürstenwalde, Friedrichshagen (Müggelsee und Berge), Köpenick, Treptow und Stralau nach Berlin zurück

Full text: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

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sel, der schon einen verderblichen Ausgang befürchten läßt: als 
sich plötzlich die älteste Tochter erhebt, die Eltern bittet, gar kein 
Aufschn zu erregen und ihnen zulekt sagt, sie sehe dort den jun- 
gen Herrn N., der sich neulich so viel bei dem Vater bestellt 
und so prompt bezahlt habe. 
Dies wirkt mit elektrischer Gewalt. Der Vater nimmt den 
Hut ab, streicht sich die Haare aus dem Gesicht, zupft an dem 
unteren Theil der Weste, bede>t dann wieder sein Haupt, steht 
auf, bringt die Nanquinbeinkleider so wie den blauen Leibro> 
in Ordnung und paßt nun in erwartender Stellung auf den 
jungen Herrn N. Dieser tritt mit dem stolzen Gefühl, im Be- 
filz von 25,000 Thalern zu sein, heran, grüßt die Familie, fragt 
nach dem Befinden der Kinder, findet die älteste Tochter heute 
schalkhaft, wünscht Allen einen guten Appetit und verspricht, sich 
gegen den Abend einzufinden. Bei den lekten Worten hat er 
einen verstohlenen Bli auf die älteste Tochter geworfen, dann 
entfernt er sich, und das bethörte Mädchen sieht ihm noch lange 
nach. Unterdessen hat die Mutter den Korb geöffnet; Alle siken 
Und essen mit wahrer Lust, aber der Vater macht von Zeit zu 
Zeit eine kleine Pause und erholt sich vom Essen durch einen ge- 
waltigen Schluck Branntwein. Es wird nur von dem jungen 
Herrn N., von seiner Herablassung u. s. w. gesprochen , Vater 
und Mutter ergießen sich in gewaltige Lobreden über ihn, und 
das Herz der Tochter schwimmt in Entzücken. So kommt der 
Abend heran und mit ihm der junge Herr N. Er bietet dem 
Vater eine Pfeife veritabeln Varinas an, giebt der Mutter eine 
Täte Bonbons, um sie unter die Kinder zu vertheilen, spricht 
dann mit dem Vater über eine neue Sache, die er recht bald von 
ihm angefertigt haben will, sagt mit Geld-Selbstgefähl , so viel 
wolle er zwar nur daran wenden, indessen käme es dabei auf 
einige Thaler mehr nicht an, und bittet nun endlich die Eltern 
um die Erlaubniß, mit der Tochter spakzieren gehen zu dürfen. 
Sie bewilligen es; das Mädchen hüpft sorglos mit dem jungen
	        
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