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Erstes Kapitel. Lustfahrt von Berlin über Schöneberg, Stegelitz und Zehlendorf nach Potsdam; von Potsdam in westlicher Richtung nach Brandenburg; dann von eben dort in südwestlicher Richtung nach Brück und Belzig. Geschichte der Hauptörter und Beschreibung der Umgegend

Volltext: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

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dam liegt, werden wir bei der Beschreibung der Umgegend Pots- 
dam's näher berühren. Wir wenden uns demnach jekt direkt 
nach Potsdam , der zweiten Residenzstadt des Königs, und mit 
Ausnahme Berlin's, der größten Stadt der Mark Brandenburg. 
--» Ehe wir uns indeß mit dem Topographischen und Statisti- 
schen der Stadt, so wie mit den Merkwürdigkeiten, die sie be- 
sonders in architektonischer Hinsicht enthält, beschäftigen, wol- 
len wir dem Entstehen und dem allmäligen Wachsthume der- 
selben einige Aufmerksamkeit widmen. 
Obgleich sich viele Geschichtsforscher mit Untersuchungen ab- 
gegeben haben, aus alten schriftlichen Denkmälern irgend eine be- 
stimmte Zeit, in welche die Entstehung Potsdam's fallen könnte her- 
guszufinden, so sind doch bis jekt alle Bemühungen dieser Art ver- 
gebens gewesen. So viel scheint indeß gewiß zu sein, daß diese 
Stadt mit Berlin gleiche Erbauer gehabt, und daß sowohl an 
der Havel wie auch an der Spree sich eingewanderte Wenden 
angesiedelt und das Fischergewerbe betrieben haben. Für diese 
Behauptung, daß nämlich Wenden ihre ersten Gründer gewesen, 
spricht der Name der Stadt; denn Potsdam ist unstreitig aus 
dem wendischen „„Pozdupimi“, was in deutscher Sprache, ,,un- 
ter den Eichen“ bedeutet, entstanden, und die waldige Umgegend 
der Stadt kann dafür ein genügendes Zeugniß ablegen. Längs 
der Havel haben sich jene wendischen Fischer ohne Zweifel zuerst 
angesiedelt und lange Zeit ausschließlich dies Gewerbe betrieben, 
was aus mehreren alten, die Fischerei betreffenden Verträgen, 
die mit Berlin abgeschlossen wurden , hervorgeht. *) Die älteste 
Urkunde, in der Potsdam's Erwähnung geschieht, ist vom Jahre 
*) Im Garcäus und Hendrich wird eines Vertrages wegen der Fischerei 
zwischen Berlin und Potsdam vom Jahre 1106 erwähnt , der indeß, abgesehen da- 
von, daß kein Dokument darüber vorhanden ist, viel von seiner Wahrscheinlichkeit 
verliert, wenn man die Unbedeutfamkeit Berlin's zu dieser Zeit in Anschlag bringt. 
Diesen Vertrag aber ganz abzuläugnen, wäre zu kühn, da ja auch zwischen Dörfern 
und das waren Berlin und Potsdam damals, Verträge bestehen können.
	        
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