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Drittes und Viertes Kapitel. Lustfahrt von Berlin nach Charlottenburg, Grunewald, Pichelswerder, Spandau, Nauen, Königshorst, Friesack und Fehrbellin; von dort über Kremmen, Oranienburg, Neuendorf Stolpe, Neubrück, Schulzendorf, Tegel und den Gesundbrunnen nach Berlin zurück

Full text: Die Umgegend Berlin's (Public Domain)

nicht, wohl aber das Rathhaus wieder aufgebaut, doch brannte 
es 1680 mit der Nifolai- Kirhe abermals ab. Seit dieser 
Zeit hatte die Stadt kein Rathhaus und erst 1812 wurde 
das Rirttergutsgebäude dazu eingerichtet. -- Wir verdanken diese 
Nachrichten über Kremmen der Gefälligkeit des dortigen Max 
gistrats. 
Von Kremmen in östlicher Richtung durch die oranienbur- 
ger Forst und über das Pfarrkirc<dorf Germendorf erreicht man 
die offene Stadt Oranienburg, am rechten Ufer der Havel und 
nicht weit von der Mündung des ruppiner Kanals in dieselbe. 
Die Stadt hat eine evangelische Kirche, 202 Häuser und 2200 
Einwohner, die sich außer mehreren anderen städtischen Gewer- 
ben vorzüglich mit der Zikweberei und Töpferei beschäftigen. Es 
befindet sich hier ein ehemaliges Lustschloß, das die erste Gemah- 
lin des großen Kurfürsten, die Prinzessin Luise von Nassau-Ora- 
nien, 1665 erbauen ließ. Von dieser Zeit ab führt die Stadt, 
die sonst Bökow hieß, den Namen Oranienburg, zur Erinnerung 
an jene Fürstin, welche sich aber außer jenem Schlosse durch die 
Stiftung des, in Oranienburg befindlichen Waisenhauses ein noch 
größeres und würdigeres Denkmal gesekßt hat. 
Jenes erwähnte Schloß, das in diesem Jahre zum Theil 
durch Feuer zerstört ist, gehört seit längerer Zeit einem Privat- 
manne und ist zu einer Fabrik eingerichtet, in der Schwefelsäure, 
Salzsäure, Glaubersalz und Vitriol (täglich 4 bis 5 Centner ) 
bereitet werden. Außer diesem Lokal besteht hier noch eine <e- 
mische Fabrik, und in der Nähe der Stadt befindet sich die 
große Mühle, welche 1 Loh-, 2 Schneide- und 13 Mahlgänge 
hat. Oranienburg ist der Silz eines Stadtgerichts , eines Post- 
Amts und eines Wasserbau-Inspektorats. 
Ueber die Geschichte Oranienburgs haben wir troß unserer 
Bemühungen nichts, auch nur einigermaßen Zusammenhängendes 
erfahren. Alle Nachrichten über seine früheren Verhältnisse sind 
bei den, dort häufig stattfindenden Feuersbrünften verloren ge- 
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