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Full text: Peter von Cornelius und der campo santo in Berlin / Pfundheller, Heinrich (Public Domain)

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dem königlichen Schloß und dem Museum. Ein Theil der östliche» 
Domfuudamcnte und der Umfassung des campo santo sind zur Ausführung 
gelaugt. Da kam das Jahr^^8, und der Weiterbau unterblieb. Im 
Jahr 1855 wurde der BauplM<^ss -&uem aufgenommen. Stüler legte 
^>er einen Centralbau auf 
eißtc. Da kam die 
1867 
^Neubau 
s- 
einen neuen Entwurf für j 
quadratischer Grundlage 
Krankheit des Königs, uzj 
ordnete der König Wilb« 
des Domes getroffen 
geschrieben, in der die 
der Zeit Friedrich V 
hange mit dem 
liefen ein. Aber^ 
Ausführung gea 
ab, daß die D/ 
müsse, und daß" 
geführt werde. Dabei "8? 
zufrieden, daß den Absichten Fk? 
getragen war. Nach dem Tode KaffW 
die Dombaufrage wieder aufzunehmen. 
Befehl wiederholt. Was wird nun geschehen? 
Vor einigen Tagen ist bei dem Landtage eine"^. 
eingegangen, welche zur Vorbereitung des vom Kaiser Friedrich *. 
Dombaues 600 000 Mark verlangt. Die Vorlage enthält nichts Genar 
über die Ausführung des Baues. Nur die Bemerkung ist hinzugefügt^" 
daß die Anlegung eines campo santo aufgegeben sei. Bekanntlich sind 
im vorigen Jahre die Dombauentwürfe von Raschdorff veröffentlicht worden. 
Nach ihnen soll an der Stelle des heutigen Domes mit Hinzunahme des 
für den campo santo in Aussicht genommenen Platzes ein mächtiger 
Renaissancebau mit drei Kuppeln zur Ausführung gelangen, dessen südlicher 
Theil die Predigtkirche, dessen mittlerer die Fcstkirche mit dem National- 
Denkmal für Kaiser Wilhelm am Eingänge, und dessen nördlicher die 
Gruftkirche enthält. Wenn dieser Plan zur Ausführung gelangt, so wird 
kein campo santo gebaut. Allerdings können einzelne Fresken von 
Cornelius in der Gruftkirche Verwendung finden. Das Schicksal der 
Entwürfe des Cornelius für den campo santo ist also zur Zeit ein 
ganz unbestimmtes. 
Hoffen wir, daß an irgend einer Stelle die Entwürfe in ihrem 
ganzen Umfange zur Ausführung gelangen, vielleicht in der Art, daß die 
Sockelbilder als Reliefs ausgeführt werden, wozu sie sich vorzüglich eignen, 
während die übrigen .Bilder in Mosaiken zur Darstellung kommen. Durch 
solche Ausführung würde eine Ehrenschuld an den Meister abgetragen, der 
mit vollster Hingebung sich gerade diesen Arbeiten gewidmet hat. Solch' 
eine Ausführung würde aber auch ein Segen für die gesammte Kunst sein. 
Es wäre Unrecht, behaupten zu wollen, daß Cornelius in allen Stücken 
ein vollkommener Meister gewesen. Aber das Ziel, welches er in der 
Kunst verfolgte, bleibt doch das einzig richtige. Alle vollkommene Kunst 
ist die Vereinigung von Realismus und Idealismus, von Schönheit und 
Wahrheit der Form und des Inhalts. Solche Vereinigung aber hat 
Cornelius stets als Ideal vorgeschwebt, und deshalb ist unser Meister 
ein Wegweiser zur wahren Kunst! 
-Wer will nicht gern anerkennen, daß die bildende Kunst unserer 
Tage Hochbedeutsames leistet. Aber ich meine: eins fehlt ihr doch vielfach: 
Ideale Gehalt. Der Blüthezeit des 16. Jahrhunderts ging das 
pdert mit seinem Realismus voran. Möge der jetzt in der 
Realismus ctudj eine solche Vorbereitung sein für eine neue 
dem Gebiete des politischen Lebens ist Großes 
Üen Entwickelung ist solches auch für die 
bilder des Cornelius aber zeigen den 
ganzem Umfange ausgeführt 
gs eine Aussaat werden 
Lsrndte vorbereitet, 
- 10 
I 
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- 7 
— 5 
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— 3 
— 2 
— 1 
10 9876 54321
	        
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