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Full text: Peter von Cornelius und der campo santo in Berlin / Pfundheller, Heinrich (Public Domain)

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dem königlichen Schloß und dem Museum. Ein Theil der östlichen 
Domfundamente und der Umfassung des campo santo sind zur Ausführung 
gelangt. Da kam das Jahr 1848, und der Weiterbau unterblieb. Im 
Jahr 1855 wurde der Banplan von Neuem aufgenommen. Stiller legte 
einen neuen Entwurf für den Dom vor, der einen Centralbali auf 
quadratischer Grundlage mit dvminirender Kuppel zeigte. Da kam die 
Krankheit des Königs, und der Bauplan wurde bei Seite gelegt. 1867 
ordnete der König Wilhelm I. an, daß die Einleitungen für einen Neubau 
des Domes getroffen werden sollten. Eine Concurrenz wurde aus 
geschrieben, in der die Bedingung gestellt war, daß die Fundamente aus 
der Zeit Friedrich Wilhelms IV. benutzt würden, und daß im Zusammen 
hange mit dem Dom ein campo santo angelegt werde. 53 Entwürfe 
liefen ein. Aber das Preisgericht entschied, daß keiner der Entwürfe zur 
Ausführung geeignet sei. Zugleich gab das Preisgericht das Gutachten 
ab, daß die Domkirche eine Predigtkirche mit etwa 1600 Sitzplätzen sein 
müsse, und daß diese nicht im mittelalterlichen oder Bafilikcnstylc aus 
geführt werde. Dabei blieb es. Vielleicht war der König nicht damit 
zufrieden, daß den Absichten Friedrich Wilhelms IV. zu wenig Rechnung 
getragen war. Nach dem Tode Kaiser Wilhelms befahl Kaiser Friedrich, 
die Dombaufrage wieder aufzunehmen. Unser jetziger Kaiser hat diesen 
Befehl wiederholt. Was wird nun geschehen? 
Vor einigen Tagen ist bei dem Landtage eine Regierungsvorlage 
eingegangen, welche zur Vorbereitung des vom Kaiser Friedrich angeregten 
Dombaues 600 000 Mark verlangt. Die Vorlage enthält nichts Genaueres 
über die Ausführung des Baues. Nur die Bemerkung ist hinzugefügt, 
daß die Anlegung eines campo santo aufgegeben sei. Bekanntlich sind 
im vorigen Jahre die Dombauentwürfe von Raschdorff veröffentlicht worden. 
Nach ihnen soll an der Stelle des heutigen Domes mit Hinzunahme des 
für den campo santo in Aussicht genommenen Platzes ein mächtiger 
Renaissancebau mit drei Kuppeln zur Ausführung gelangen, dessen südlicher 
Theil die Predigtkirchc, dessen mittlerer die Festkirche mit dem National- 
Denkinal für Kaiser Wilhelm am Eingänge, und dessen nördlicher die 
Gruftkirche enthält. Wenn dieser Plan zur Ausführung gelangt, so wird 
kein campo santo gebaut. Allerdings können einzelne Fresken von 
Cornelius in der Gruftkirche Verwendung finden. Das Schicksal der 
Entwürfe des Cornelius für den campo santo ist also zur Zeit ein 
ganz unbestimmtes. 
Hoffen wir, daß an irgend einer Stelle die Entwürfe in ihrem 
ganzen Umfange zur Ausführung gelangen, vielleicht in der Art, daß die 
Sockelbilder als Reliefs ausgeführt werden, wozu sie sich vorzüglich eignen,
	        
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