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Full text: Berlins dunkle Existenzen / Born, Paul (Public Domain)

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Lachend wandte sich Mohr an mich. „Wenn 
nur etwas im Portemonnaie bleibt, mit Champagner 
allein ist den Dingern nicht gedient!" Cr that einen 
Aug und blies die Wölkchen der Cigarette in kleinen 
Ringeln nach der Leite der lustig Zechenden. 
Ernsteren Tones fuhr er fort: „Wer weiß, ob die 
Mädchen nicht schon mehrere Nächte hindurch 
umsonst auf einen Freier gewartet haben. Ich 
wünschte, sie lootsten dem Alten seine ganzen Mo 
neten ab; bedauern könnte ich den Mann nicht!" 
Von allen Leiten sahen uns teils verlebte, über 
und über gepuderte oder geschminkte, teils noch 
jugendliche, doch bereits die Lpuren wilden Lebens 
offenbarende Gesichter fragend an. 
Ich beklagte, daß die Prostitution unter den 
heutigen Verhältnissen nicht verschwinden könne. 
„5ie haben recht," erwiderte Mohr, „aber was 
wollen Lie? Wie die Mädchen, so sind auch wir 
prostituierte. Während jene nur ihre Lchönheit feil 
bieten und zuletzt stumpfsinnig und abgehärtet werden, 
verkaufen wir unser Herzblut, unser Wissen und 
Rönnen. Wir machen nur zu häufig Ronzessionen,
	        
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