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II. Teil. Ernstes VI. Plötzensee Plötzensee als Gefängnis

Full text: Berlins dunkle Existenzen / Born, Paul (Public Domain)

sozusagen der letzte, aber beste Bissen. Da ward 
Vater Jüngel noch gesprächiger, denn es sind „seine 
Jugendlichen!" Treuherziger, väterlicher Mann! 
Aber mit seinen Jugendlichen will es ihm nicht 
klappen. „Es sind nur \20 Zellen für Jugendliche 
in der Anstalt, und jetzt haben wir schon ca. 260 
im bfaus. Dabei wird der Zuzug immer stärker, 
alle Berliner Gefängnisse sind besetzt!" 
„Welch ein Zeichen der Zeit!!" 
Das sagen wir alle Beide, und dagegen wird 
der Leser noch weniger einzuwenden haben. 
Und nun steigen wir hinauf. Vater Jüngel läßt 
eine Zelle ausschließen. „En Schauster!" Der kleine 
Bengel, mit einer kugelrunden Aulturrübe obenauf, 
das Gesicht so treuherzig wie möglich, nagelt Schuhe. 
„Wie lange bleibst Du hier?" fragt Vater Jüngel. 
„Sechs Monate," repliziert der Meine. 
„Und was hast Du angestellt, mein Sohn?" 
fragte ich. 
„Diebstahl." 
Wir sehen uns an. Und jede Zelle: Diebstahl, 
immer wieder Diebstahl. Immer wieder dasselbe
	        
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