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II. Teil. Ernstes VI. Plötzensee Plötzensee als Gefängnis

Full text: Berlins dunkle Existenzen / Born, Paul (Public Domain)

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sind. Immerhin aber glauben wir nach dieser Seite 
hin nicht ganz auf die Weihnachtsbräuche verzichten 
zu dürfen. Lin jeder Gefangene findet, wenn er 
von der Kirche zurückkehrt, in seiner Zelle einen 
Teller mit etwas Kuchen, Äpfeln und Nüssen. 
„Damit kann selbstverständlich nur angedeutet werden, 
was der Gefangene in der Freiheit hätte genießen 
können. Line kleine Mahnung an seinen Leichtsinn, 
an den Verlust derjenigen Kerzen, die an diesem 
Abende gewiß daraus gesonnen hätten, ihn zu erfreuen, 
der sich selbst um diese Freude gebracht. Za, ja, 
wir arbeiten, wo es auch nur angeht, mit allen 
Mitteln." 
„Früher gab es auch Nüsse" — knüpfte ich 
daran — „aber mehr Kopfnüsse und noch etwas 
von Leder" — ich konnte den kleinen Wehmutswitz 
doch nicht ganz unterdrücken, da mir in diesem 
Augenblick die Tüchtigkeit der historischen Lnt- 
wickelung des Gefängniswesens durch den Kopf 
ging. Und ich fuhr fort: 
„Früher gab's sehr viel Prügel, Herr Ober 
inspektor — sozusagen pädagogische Schwingungen,
	        
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