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Volume Lankwitz II. Ortsstatut, Steuerordnungen und Polizeiverordnungen

Full text: Adreßbuch von Groß-Lichterfelde und Lankwitz (Public Domain) Ausgabe 16.1912 (Public Domain)

Laufwitz. II. Teil. 
Sundesteuerordnung 
erlassen. 
8 1. Wer einen über zwei Monate alten Hund hält, hat eine Steuer 
zu entrichten, die zwanzig Mark, und, wenn in demselben Hausstande mehrere 
Hunde gehalten werden, für jeden weiteren Hund dreißig Mark jährlich beträgt. 
Die Steuer ist in Halbjahrsbeträgen in den ersten zwei Wochen der 
Monate Mai und November und, wenn die Steuerpflicht im Laufe des Steuer— 
jahres entsteht, binnen zwei Wochen nach ihrem Eintritt zu entrichten. Die 
Vorauszahlung für das ganze Jahr ist gestattet. Für das Halbjahr, in dem 
die Steuerpflicht entsteht oder untergeht, ist die Steuer voll zu zaählen. 
Nach der ersten Zahlung in jedem Steuerjahre wird die Steuermarke 
ausgehändigt. 
Halten mehrere einen Hund, so haftet jeder für die Erfüllung der durch 
diese Ordnung begründeten Verpilichtungen, insbesondere auch für die Zahlung 
der ganzen Steuer. 
82. Auf Antrag ist, sofern der Hund unentbehrlich ist Steuerfreiheit 
zu gewähren 
für Polizeihunde und Wächterhunde; 
für einen zu Erwerbszwecken verwendeten Ziehhund; 
für einen Hund, der ausschließlich zum Schütz mittelloser und dau 
hlinder, tauber oder sonst hilfloser Personen gehalten wird; 
für einen Hund, der auf einzeln gelegenen Grunditücken zur Be— 
vachung gehalten wird; 
für einen Hund, der zur Bewachung von Wareuvorräten gehalten 
wird; 
Steuerfreiheit ist auf Antrag ferner zu gewähren: 
3. für zugelaufene, aufgegriffene oder sonst in Verwahrung genommene 
Hunde, sofern die Verwahrung nicht länger als zwei Wochen dauert. 
Die Steuerfreiheit geht in den Fällen der Ziffern 4 bis 6 verloren, 
venn die Hunde frei auf der Straße umherlaufend btroffen werden. Im 
Falle der Ziffer 4 außerdem, wenn sie bei Tage nicht stets an der Kette 
liegend oder in einem ihre Freihbeit völlig ausschließenden Hundeawinger ge— 
halten werden. 
8 3. Die Steuerfreiheit gilt nur für das Steuerjahr und ist vor seinem 
Begainn — bei Zugängen zugleich mit der Anmeldung — schriftlich zu bean— 
tragen. Im Fall der Verspätung kann die Steuerfreiheit nur noch für das 
zweite Halbhjahr und nur dann bewilliat werden, wenn der Antrag bis zum 
1. Oktober gestellt ist. 
8 4. Wer einen bereits versteuerten Hund erwirbt oder mit einem 
bereits versteuerten von auswärts zuzieht, darf die für das laufende Halbjahr 
gezahlte Steuer auf den zn entrichtenden Halbjahrsbetrag anrechnen, sofern 
außer ber Sterernto e die Bescheinignung der erfolaten Bablung vorge— 
legt mirhh. 
Der Atn 
zu stellen. 
Kreishundesteuer wird nicht angerechnet. 
85. Wer einen Hund anschafft oder in Verwahrung nimmt oder mit 
einem Hunde neu anzieht, hat den Hund binnen zwei Wochen bei dem Ge— 
meindevorstande anzumelden. Neugeborene Hunde geiten als anageschafft, 
wenn sie das Alter von zwei Monaten überschritten haben. 
Jeder Hund, der abgeschafft, aus der Verwahrung gegeben, abhanden ge— 
mmen oder eingegangen ist, muß spätestens in den ersten zwei Wochen des auf 
den Abgang folgenden Halbjahrs ünter Rückgabe der Marke abgemeldet werden; 
andernfalls ist die Steuer bis zum Ablauf des Halbjahrs, in dem die Ab— 
meldung erfolgt, fort zu entrichten. Die Zurückbehaltung oder Zurückforderung 
der Marke für die Zwecke der Steueranrechnung (K 4) ist zuläfsig. 
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1912
	        
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