Path:
Volume

Full text: Geschäftsbericht ... (Rights reserved) Issue2018 (Rights reserved)

GESCHÄFTSBERICHT 2018 20 Jahre auf Kurs. Mit Erfolg. Erzeugungsstandorte Frankfurt am Main BHKW Oberer Ornberg MHKW Nordweststadt HKW Messe FRANKFURT AM MAIN BHKW Marbachweg BHKW Rebstockbad Biomasse-Kraftwerk Fechenheim BHKW Sossenheimer Weg HKW Mitte HKW West MA IN Laufwasserkraftwerk Griesheim (1) HKW Niederrad BHKW Landessportbund Heiz-Kälte-Werk Flughafen Biomasse-Kraftwerk Blockheizkraftwerk Gas- und Dampfkraftwerk Heizkraftwerk Solarpark Wasserkraftwerk Windkraftwerk (1) im Besitz des Wasser- und Schiff­fahrtsamts Aschaffenburg Erzeugungsstandorte Deutschland (mit Beteiligung) DÄNEMARK Photovoltaik Eggebek POLEN NIEDERLANDE GuD-Kraftwerk Bremen EL BE Windpark Havelland Windpark Kirchhain Photovoltaik Polditz Windpark Siegbach W ES ER Windpark Hohenahr DEUTSCHLAND RH EIN Laufwasserkraftwerk Eddersheim (1) MAIN Windpark Remlingen Photovoltaik Pfenninghof Windpark Niederhambach NECKAR DONAU GuD-Kraftwerk Irsching FRANKREICH Photovoltaik In der Kultur / Prittriching Windpark Migé SCHWEIZ ÖSTERREICH Der Mainova-­ Nachhaltigkeitsbericht 2018 N A C H H A LT I G K E I T S B E R I C H T 2 0 1 8 20 Jahre auf Kurs. Mit Verantwortung. Inhaltsverzeichnis 20 Jahre Mainova 2 4 8 12 Brief an die Aktionäre Bericht des Aufsichtsrats Interview mit dem Vorstand 20 Jahre auf Kurs Zusammengefasster Lagebericht 26 Grundlagen des Konzerns 31 Wirtschaftsbericht 42 Prognose-, Chancen- und Risiko­bericht 48 Sonstige Angaben 52 Erläuterungen zum Jahresabschluss der Mainova AG (HGB) Konzernabschluss 58 Gewinn- und Verlust­rechnung des ­Mainova-Konzerns 59 Gesamtergebnisrechnung des Mainova-Konzerns 60 Bilanz des ­Mainova-Konzerns 62 Eigenkapitalveränderungsrechnung des ­Mainova-Konzerns 64 Kapitalflussrechnung des ­Mainova-Konzerns 65 Anhang des ­Mainova-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 130 Bestätigungsvermerk des unabhängigen ­Abschlussprüfers 136 Versicherung der gesetzlichen Vertreter Ergänzende Informationen 140 Erklärung zur Unternehmensführung / Corporate Governance-Bericht 2018 148 Organe der Gesellschaft 158 Bereichsleiter und Stabsstellenleiter der Mainova 159 Geschäftsführer Mainova-Verbund 160 Glossar 165 Grafik- und Tabellenverzeichnis Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir in der Regel auf geschlechtsspezifische Doppelnennungen verzichtet. Unsere Kennzahlen im Überblick 31.12.2017 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 Stromabsatz Einheit Mio. kWh 31.12.2018 9.260 10.831 11.219 10.008 10.851 Gasabsatz Mio. kWh 15.080 15.317 13.237 12.996 13.734 Wärmeabsatz Mio. kWh 2.008 2.068 1.988 1.868 1.679 Wasserabsatz Mio. m3 48,1 46,0 46,7 45,1 44,1 Umsatz Mio. € 2.048,7 1.999,7 1.970,6 1.933,7 2.036,7 Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) Mio. € 155,6 136,8 159,7 102,6 105,7 Bereinigtes EBT (1) Mio. € 144,3 132,2 100,3 128,9 136,1 Ergebnis nach Ertragsteuern Mio. € 129,2 98,5 109,9 80,8 96,6 Bilanzsumme Mio. € 3.031,2 2.712,3 2.715,7 2.674,2 2.776,3 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Mio. € 108,7 118,2 154,8 110,8 95,9 Investitionen in Beteiligungen / Tochter­unternehmen Mio. € 3,3 37,3 0,0 4,0 2,9 Mitarbeiter Anzahl 2.698 2.659 2.658 2.686 2.765 (1) bereinigt um Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 TSD. € Umsatz Bereinigtes EBT 2018 1.159.798 – 3.424 Erneuerbare Energien / Energiedienstleistungen TSD. € Umsatz Bereinigtes EBT Erzeugung und ­Fernwärme Gasversorgung Stromversorgung 2018 78.889 6.448 2018 TSD. € Umsatz 596.218 Bereinigtes EBT 51.765 Wasserversorgung TSD. € Umsatz Bereinigtes EBT TSD. € Umsatz Bereinigtes EBT 2018 253.037 21.516 Beteiligungen 2018 98.851 5.732 TSD. € Umsatz Bereinigtes EBT 2018 2.550 72.237 A 20 Jahre Mainova AG 2  Brief an die Aktionäre 4  Bericht des Aufsichtsrats 8  Interview 12  20 mit dem Vorstand Jahre auf Kurs 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN das Jahr 2018 war für die Mainova AG ein besonderes. Im Oktober haben wir unseren 20. Geburtstag gefeiert. Am 23. Oktober 1998 wurde die Mainova AG als Zusammen­ schluss der Stadtwerke Frankfurt am Main GmbH und der Maingas AG ins Handels­ register ein­getragen. Das nehmen wir zum Anlass, um in diesem Geschäftsbericht präg­ nante ­Entwicklungen dieser 20 Jahre nachzuzeichnen. Dieser Blick zurück gibt uns Kraft für die vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart – sei es der zunehmende Wett­ bewerb, das regulatorische Umfeld, energiepolitische Entwicklungen oder der demogra­ fische Wandel. Mit unserer Strategie Mainova 2028 gehen wir diese Herausforderungen konkret an. Sie bestimmt unseren Kurs der nächsten Jahre, um „Erste Wahl für Energie­ lösungen“ zu werden. Ausgewählte Umsetzungen der Strategie Mainova 2028 und Erfolge, wie zum ­Beispiel die Marktführerschaft beim PV-Mieterstrom oder der Bau eines eigenen tech­nischen Ausbildungszentrums, stellen wir Ihnen ebenfalls auf den folgenden Seiten vor. Das Jahr 2018 war für Mainova mit Blick auf das Geschäftsergebnis ein sehr gutes. Das bereinigte Konzernergebnis nach IFRS stieg auf 144,3 Mio. Euro. Trotz hohem Wett­ bewerbsdruck und der milden Witterung konnten wir unsere solide Geschäftsentwicklung fortsetzen. Die Zahlen verdeutlichen auch, dass unser Unternehmen breit aufgestellt und nachhaltig ausbalanciert ist. Für 2018 lieferten zum Beispiel die B ­ eteiligungen mit 72,3 Mio. Euro einen hohen Ergebnisbeitrag. Seit unseren Anfangstagen haben wir ­dieses Segment mit Bedacht ausgebaut. Unser Beteiligungsportfolio umfasst heute mehr als 50 Unternehmen. Eine Diversifizierung, die Sinn macht. Das Jahr 2018 war für unsere Funktion als Energiedienstleister für die regionale Infra­ struktur sehr herausfordernd. In Frankfurt wohnen mittlerweile mehr als 750.000 Ein­ wohner. Keine Stadt in Deutschland verjüngt sich so schnell wie die Mainmetropole. Die Branche der Rechenzentren expandiert. Mit unseren Infrastrukturleistungen ermöglichen wir Wachs­tum und das vielfältige Leben in Frankfurt / Rhein-Main. Hier haben wir in 2018 große Projekte voran­getrieben. Die Modernisierung des UW Nord und die Netzerweite­ rung im Frankfurter Osten stärken die Stromnetze. Am Alleenring, einer Hauptverkehrsader der Stadt, verdichten wir das Fernwärmenetz und schließen neue Kunden wie zum Beispiel die Frankfurt University of Applied Sciences an. Und im Heizkraftwerk West haben wir den ersten Teil einer umfassenden Großrevision erfolgreich abgeschlossen. Sie sichert die zuverlässige Wärmeversorgung in den nächsten Jahren. Denn Fernwärme ist ein wichtiger Bestandteil für die Energiewende im urbanen Raum. Insgesamt haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in Höhe von 112 Mio. Euro getätigt. Für das Jahr 2019 planen wir mit 151 Mio. Euro. Seit 1998 haben wir mehr als 1.300 Kilometer neue Leitungen verlegt und unser Anlagevermögen auf über 2,5 Mrd. Euro ausgebaut. Zahlen, die unsere Leistungsfähigkeit und unser solides Fundament untermauern. Das Jahr 2018 war mit Blick auf die Energiepolitik von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohle-Kommission hat ihren Abschluss­ bericht mit Empfehlungen für einen Kohleausstieg bis ins Jahr 2038 vorgelegt. Der Aus­ stiegsplan steht in Einklang mit den Zielen des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der Stadt Frankfurt. Wir haben bereits mit der Umsetzung begonnen und stellen derzeit einen Energieentwicklungsplan auf. Er wird die Basis für die Entscheidung sein, in welcher 2 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18 B R I E F A N D IE A K T IO N Ä R E  Form und mit welchem Energieträger Mainova zukünftig die Stadt und die Region mit Energie versorgt. Insgesamt plädieren wir bei der Umsetzung der Energiewende dafür, dass Markt­mechanismen wie das europäische Emissionshandelssystem (ETS) mit definier­ tem CO2-Abbaupfad zur Anwendung kommen. Markt führt gesamtgesellschaftlich zu den besseren Ergebnissen. Genauso wie fairer Wettbewerb. Deshalb sehen wir die geplante Transaktion zwischen den Energieversorgern E.ON und RWE kritisch. Die fusionierten Unter­nehmen würden marktbeherrschende Stellungen zum Nachteil des Wettbewerbs und damit der Verbraucher erlangen. Daher haben wir die Aufsichtsbehörden aufgefordert, den Zusammenschluss genau zu prüfen. Die Forderung nach Marktmechanismen und Wett­ bewerb ist gewissermaßen Teil unserer DNA. Schließlich war das 1998 in Kraft ­getretene „Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts“, das die Liberalisierung der Energiemärkte einläutete, ein Treiber für die Gründung unseres Unternehmens. Seitdem behaupten wir uns erfolgreich im Wettbewerb und konnten im abgelaufenen Geschäfts­ jahr unsere Kunden­zahl auf 714.000 steigern. Ohne das Know-how und den täglichen Einsatz unserer 2.698 Mitarbeiter im MainovaKonzern wären diese Erfolge nicht möglich. Ihnen möchten wir an dieser Stelle danken. Genauso wie unseren Kundinnen und Kunden und auch Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen. Übrigens: Seit 1998 hat sich der Aktienkurs der Mainova AG von 340 DM auf 368 Euro mehr als verdoppelt. Dr. Constantin H. Alsheimer Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG DR. CONSTANTIN H. ALSHEIMER Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 3 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN UWE BECKER Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mainova AG für den Aufsichtsrat ist klar: Der Energiemarkt in Deutschland verändert sich nachhaltig und die Mainova AG muss sich diesen Veränderungen nicht nur stellen, sie tut dies bereits mit Erfolg. Dass dies auch für die Mainova AG selbst Veränderungen mit sich bringt, ist selbstverständlich und findet seinen nach außen sichtbarsten Ausdruck sicher­ lich in der Erweiterung des Vorstands um Frau Diana Rauhut, die mit ihren Erfahrungen und Fähig­ keiten die vorhandenen Stärken des Gesamtvor­ stands noch weiter ergänzt. Doch auch jenseits der Vorstands­ebene nimmt der Aufsichtsrat im Unter­ nehmen einen großen Optimismus, Gestaltungs­ willen und eine bemerkenswerte Offenheit für alles Neue wahr. Und so bleibt inmitten aller Wandlungen eines unveränderlich: Das Vertrauen des Aufsichts­ rats in den fortgesetzten Erfolg der Mainova AG als zuverlässigen und zukunftsorientierten Energiever­ sorger sowie partnerschaftlichen Lösungsanbieter für moderne und effiziente Energiedienstleistungen. Zusammenarbeit mit dem Vorstand Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Führung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit kontinuierlich überwacht. Dabei war er in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeu­ tung für das Unternehmen eingebunden. Um die Erfüllung seiner zentralen Aufgabe, der Beratung des Vorstands, insbesondere bei der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Renta­ 4 bilität, der Risikolage, dem Risikomanagement und der Compliance des Unternehmens sowie der Überwachung von dessen Geschäftsführung zu gewährleisten, hat sich der Aufsichtsrat regelmä­ ßig, zeitnah und umfassend durch den Vorstand schriftlich informieren lassen. Diese Informationen wurden fortlaufend von mündlichen Berichten und Auskünften begleitet und ergänzt. Sämtliche wich­ tigen, die Gesellschaft und den Geschäftsverlauf betreffenden Sachverhalte und Maßnahmen waren Gegenstand der Unterrichtungen und Diskussionen in den Aufsichtsratssitzungen. Standen darüber hinaus kurzfristig berichtsrelevante Vorgänge an, so erfolgte eine Unterrichtung ad hoc. Alle Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Regelungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, haben eine eingehende Beratung und Vorlage zur Beschlussfassung erfahren. Während des gesamten Geschäftsjahres standen der Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie in Einzelfragen auch die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats auch zwischen den Sitzungen in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Über Gespräche mit dem Vorstand zwischen den Sitzungen sind die Aufsichtsratsmit­ glieder durch den Aufsichtsratsvorsitzenden zeitnah schriftlich und mündlich informiert worden. Personelle Aufstellung des Vorstands Die geschilderte intensive Begleitung der Arbeit des Vorstands ist die Grundlage für die Einschätzung des Aufsichtsrats, dass die amtierenden Vorstands­ mitglieder einen entscheidenden Anteil am Erfolg MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18 B E R I C H T D ES A U FS IC H T S R AT S  der Mainova AG haben und ihnen hierfür Dank und Respekt gebührt. Ausdruck hierfür ist etwa die Entscheidung des Aufsichtsrats, die Bestellung von Herrn Dr. Alsheimer als Vorstandsvorsitzenden zu verlängern. Im Rahmen der konsequenten stra­ tegischen Weiterentwicklung des Konzerns hatte der Aufsichtsrat eine Erweiterung des Vorstands von seinerzeit drei auf vier Mitglieder beschlossen, um den Herausforderungen der zunehmenden Transformation des Energieversorgungssystems sowie der Digitalisierung und der damit verbunde­ nen Vielzahl an neuen Aufgaben zu begegnen. In diesem Zusammenhang freut sich der Aufsichtsrat, mit Frau Diana Rauhut als neu hinzugekommenes Vorstandsmitglied eine Expertin im Energiesektor und im Management von Veränderungsprozessen gewonnen zu haben, welche die bisherige hervor­ ragende Arbeit des Vorstands sinnvoll ergänzt. Die Verstärkung des Vorstands ist die logische Kon­ sequenz aus dessen Anspruch, die Mainova zum Top-Anbieter für Energielösungen zu machen sowie dem Anspruch des Aufsichtsrats, diese Strategie durch eine nachhaltige Personalpolitik auf Vor­ standsebene zu begleiten. Sitzungen und Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2018 in fünf ordentlichen Sitzungen. Grundsätzlich haben sämtliche Mitglieder an mehr als der Hälfte der ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse teilgenom­ men. Ausnahmen bilden: Frau Brunner, welche an 40 % der Sitzungen des Aufsichtsrats und des Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschusses teil­ genommen hat. Herr Frank hat an 20 %, Herr Majer an 40 % der Sitzungen des Aufsichtsrats teilge­ nommen. Frau Kröll hat an 50 % der Sitzungen des Personalausschusses teilgenommen. Im Durchschnitt lag die Präsenz im Aufsichtsrat bei rund 79 %, im Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungs­ ausschuss bei rund 88 %, im Präsidium bei rund 83 % und im Personalausschuss bei rund 94 %. Dies ergibt über die Durchschnittswerte aller Gremien betrachtet eine durchschnittliche Anwesenheitsquote von rund 86 %. Der externe Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirt­ schaftsprüfungsgesellschaft hat sowohl an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 10. April 2019 als auch an der des Prüfungsausschusses am 27. März 2019 teilgenommen. Die ­Schwerpunkte der Beratungen und Beschlussfassungen des ­Aufsichtsrats waren die laufende Geschäftsentwick­ lung, die wirtschaftliche Lage und Entwicklung, die ­Planung, die Strategie, die Rentabilität sowie MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 die Risikosituation des Unternehmens. Dabei hat sich der Aufsichtsrat insbesondere laufend über die aktuelle Situation an den Beschaffungs- und Ver­ triebsmärkten sowie die laufenden Projekte und Ent­ wicklungen aus dem Technikressort informiert und sich regelmäßig über die Compliance, das Risiko­ management und die Tätigkeit der internen Revision unterrichten lassen. Neben der Regelberichterstattung waren insbeson­ dere die folgenden Themen Gegenstand eingehender Berichterstattung, Beratung und, soweit erforder­ lich, Beschlussfassung: Gegenstand der Erörterung und Beschlussfas­ sung in der ersten regulären Sitzung am 21. Feb­ ruar 2018 waren die vollständige Übernahme der WPE – Hessische Windkraft Entwicklungs GmbH, die Zeichnung von Wandelanleihen der Mainova Minderheitsbeteiligung ABO Wind AG, die Errich­ tung eines 10-kV-Anschlusses eines Rechenzen­ trumsbetreibers sowie die unter der Zustimmung des Aufsichtsrats stehende Erteilung von Prokuren. Die Sitzung am 19. April 2018 hatte die aus­ führliche Erörterung des Jahres- und Konzernab­ schlusses und die Vorberatung der Beschlüsse zur Hauptversammlung zum Gegenstand. Neben der Zustimmung zum Aufbau eines eigenen techni­ schen Ausbildungszentrums (TAZ) sowie zur Fern­ wärme- und Kälteversorgung der DFB-Akademie, wurde auch das vom Prüfungsausschuss vorge­ schlagene Ausschreibungsverfahren zu künftigen Jahres- und Konzernabschlussprüfungen beraten und beschlossen. In der ordentlichen Sitzung vom 13. Juni 2018 wurden der Erneuerung eines 110-kV-Kabels zwischen zwei Umspannwerken in Frankfurt sowie weiteren diversen Investitionen in die Infrastruktur zugestimmt. Daneben stimmte der Aufsichtsrat einem Vorratsbeschluss zur Gründung einer Areal­ netzbetreiber-Gesellschaft sowie der Beauftragung der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschafts­ prüfungsgesellschaft für das Jahr 2018 zu. In der ordentlichen Sitzung vom 30. August 2018 bestellte der Aufsichtsrat Frau Diana Rauhut zum neuen, vierten Vorstandsmitglied und stimmte der Anpassung der allgemeinen Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung zu. In seiner Sitzung am 5. Dezember 2018 befasste sich der Aufsichtsrat u. a. mit der Entsprechungs­ erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex sowie mit dem vollständigen Erwerb der Energy Air GmbH und des Windparks Karben 5 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN ­ loppenheim. Gegenstand ausführlicher Beratungen K sowie der Beschlussfassung war die Wirtschafts-, Finanz- und Investitionsplanung für 2019. Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich der Auf­ sichts­rat entsprechend der Empfehlung des Deut­schen Corporate Governance Kodex einer Effizienzprüfung seiner Arbeit im Wege einer Selbst­evaluierung unterzogen, wobei er sich eines unabhängigen Beraters als Unterstützung bedient hat. Die Ergebnisse wurden den Aufsichtsrats­ mitgliedern zur Verfügung gestellt und erörtert. Arbeit der Ausschüsse Die Arbeit des Aufsichtsrats wird durch die bewährte Form der Vorbereitung und Unterstützung durch die Ausschüsse erleichtert. Die Vorsitzenden der Aus­ schüsse erstatten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit der betreffenden Ausschüsse Bericht. Die Ausschüsse bereiten Beschlussvorschläge für den Aufsichtsrat vor, insbesondere bei Entscheidungen von erheblicher finanzieller Relevanz. Das Präsidium hat im Geschäftsjahr 2018 ­sechsmal getagt und dabei Vorstandsangelegenheiten, ­ins­besondere die turnusgemäße Überprüfung der Grundgehälter des Vorstands und die Verlänge­ rung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden behandelt. Auch die Bestellung von Frau Rauhut als weiteres, viertes Vorstandsmitglied war Gegenstand der Vorberatungen. Der Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschuss befasste sich mit Geschäftsvorfällen von wesent­ licher Bedeutung, dem Jahres- und Konzernab­ schluss, dem zusammengefassten Lagebericht, den Prüfungsberichten der Abschlussprüfer, dem Zwischenbericht und den relevanten externen Faktoren, die das strategische Geschäft der Mainova als Energielieferant maßgeblich beeinflussen. Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2018 in fünf ordent­ lichen Sitzungen getagt und überzeugte sich unter anderem von der Wirksamkeit des internen Risikomanagementsystems. Er überwachte den Rechnungslegungsprozess, dessen Geeignetheit vom Abschlussprüfer festgestellt wurde. Daneben beriet der Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungs­ ausschuss über die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, die Bestimmung der ­Prüfungsschwerpunkte und dessen Vergütung. Dabei prüfte er die Unabhängigkeit des Abschluss­ prüfers nach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie der gesetzli­ chen Vorgaben und überzeugte sich auch davon, dass beim Abschlussprüfer keine Interessenkonflikte vorliegen. In diesem Zusammenhang hat er im Laufe des Jahres auch über verschiedene Anträge zur Durchführung von Nichtprüfungsleistungen 6 beraten und diese im für den Ausschuss angemesse­ nen Umfang genehmigt. Auch führte der Ausschuss das Auswahlverfahren für den Vorschlag des künfti­ gen Abschlussprüfers gemäß der europarechtlichen Vorgaben für die kommenden Jahres- und Konzern­ abschlussprüfungen ab dem Jahr 2019 durch. Der Personalausschuss hat im Jahr 2018 zweimal getagt. Er prüfte die Personalberichterstattung im Nachhaltigkeitsbericht für das vorangegangene Geschäftsjahr und billigte die kurz- und mittelfristige Planung der Personalstärke sowie der Personal­ kosten. Außerdem setzte sich der Personalausschuss weiterhin intensiv mit den Herausforderungen der Folgen des demografischen Wandels und dem Fach­ kräftemangel auseinander. Die Mainova forcierte in diesem Zusammenhang die Personalgewinnung dualer Studenten und die Etablierung der eigenen Ausbildung im Hause sowie den Aufbau eines eige­ nen technischen Ausbildungszentrums (TAZ). Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mit­ bestG musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Jahresabschluss, Konzernabschluss und ­Gewinnabführung Die für den 30. Mai 2018 einberufene Hauptver­ sammlung hat erneut die KPMG AG Wirtschafts­ prüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 gewählt. In Umsetzung dieses Beschlusses hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den schriftlichen Auftrag zur Prüfung des Jahresund Konzernabschlusses der Mainova AG für das Geschäftsjahr 2018 erteilt. Der vom Vorstand nach den Regeln des Handels­ gesetzbuches aufgestellte Jahresabschluss der Mainova AG, der entsprechend den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den ergänzend nach § 315 e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellte Kon­ zernabschluss sowie der zusammengefasste Lage­ bericht für das Geschäftsjahr 2018 wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter Einbeziehung der Buchführung geprüft, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen und allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vom Vor­ stand rechtzeitig zugeleitet. Die Berichte über Art und Umfang sowie das Ergebnis der Prüfungen des Abschlussprüfers (Prüfungsberichte) lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor. Der Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 27. März 2019 ein­ gehend mit den Jahresabschlüssen der Mainova AG und des Konzerns, dem zusammengefassten MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18 B E R I C H T D ES A U FS IC H T S R AT S  Lagebericht sowie den Prüfungsberichten ausein­ andergesetzt und dem Aufsichtsrat empfohlen, die Abschlüsse zu billigen. Der Vorsitzende des Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschusses hat dem Gesamtaufsichtsrat hierüber in der Bilanzsitzung am 10. April 2019 berichtet und die Empfehlung des Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläutert. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der Mainova AG, den Konzernabschluss, den zusammen­ gefassten Lagebericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers seinerseits eingehend geprüft und keine Einwendungen erhoben. Die Berichte des Abschlussprüfers wurden zur Kenntnis genom­ men. Wie vom Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungs­ ausschuss empfohlen, hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Abschlussprüfer zugestimmt, den Jahresabschluss der Mainova AG zum 31. Dezember 2018 festgestellt und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 gebilligt. Der zusammengefasste Lagebericht, ins­ besondere die Aussagen zur weiteren Unternehmens­ entwicklung, wurde ebenfalls gebilligt. Nichtfinanzielle Erklärung Der Aufsichtsrat ist seiner Pflicht gem. § 171 Absatz 1 Satz 4 Aktiengesetz zur Prüfung der nicht­finanziellen Erklärung nachgekommen und hat sich hierfür der Unterstützung durch die Price­ waterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfung­ sgesellschaft (PwC) bedient. PwC hat festgestellt, dass ihr keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die sie zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt worden ist. Die aus dem Prüfungsergeb­ nis abgeleiteten Handlungsempfehlungen wurden im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat in den Sitzungen vom 27. März 2019 bzw. 10. April 2019 ausführlich erörtert. Gewinnabführungsvertrag Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrages ist das Jahresergebnis an die Mehrheitsaktionärin Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH abzuführen. Es beläuft sich abzüglich der vertrags­ gemäß bereits gezahlten Steuerumlage sowie der auf die Ausgleichszahlung an ­außenstehende Aktionäre entfallenden Ertragssteuern auf 55,0 Mio. Euro (Vorjahr 82,7 Mio. Euro). Die Aus­ gleichszahlung der Mehrheitsaktionärin an die außenstehenden Aktionäre beträgt – nach letzt­ instanzlicher Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main im Spruchverfahren aus dem Dezember 2014 – 10,84 Euro je Stückaktie. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Veränderungen im Aufsichtsrat der Mainova AG Herr Dr. Holtmeier hat sein Mandat mit Wirkung zum 22. Januar 2018 niedergelegt. Als seine Nach­ folgerin wurde mit gerichtlichem Beschluss vom 8. Februar 2018 Frau Gabriele Aplenz bestellt. Die Bestellung war gemäß der Empfehlung in Ziff. 5.4.3 Satz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 bis zum Ablauf der Hauptversammlung vom 30. Mai 2018 befris­ tet. Frau Aplenz ist sodann im Wege der Ergän­ zungswahl von den Aktionärinnen und Aktionären der Mainova AG auf der Hauptversammlung vom 30. Mai 2018 bis zum Ablauf der Hauptversamm­ lung, die über die Entlastung für das Geschäfts­ jahr 2018 beschließt, zum Aufsichtsratsmitglied gewählt worden. Corporate Governance und ­Entsprechenserklärung Der Aufsichtsrat hat die jährliche Entsprechenser­ klärung nach § 161 Aktiengesetz am 5. Dezem­ ber 2018 beschlossen und mit dem Vorstand am 17. Dezember 2018 auf der Internetseite unter www.mainova.de/entsprechenserklaerung dauerhaft zugänglich gemacht. Diversität Der Aufsichtsrat hat sich weiterhin intensiv mit dem Thema der Diversität auseinandergesetzt. Das Ergebnis finden Sie im Corporate-Governance-­ Bericht unter www.mainova.de/governance-bericht Dank Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Unter­ nehmensleitungen der Konzerngesellschaften, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren fortgesetzten Einsatz für die Mainova AG. Das Gremium weiß es zu schätzen, dass in den fünf ereignis- und veränderungsreichen Jahren seiner Amtszeit die Verlässlichkeit und das Engagement der Belegschaft zwei der wichtigsten Konstanten waren und weiterhin einen grund­ legenden Pfeiler für den auch zukünftigen Erfolg der Mainova AG bilden. Frankfurt am Main, im April 2019 Für den Aufsichtsrat Uwe Becker Vorsitzender 7 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 20 JAHRE AUF KURS – MIT ERFOLG DR. CONSTANTIN H. ALSHEIMER LOTHAR HERBST Mitglied des Vorstands 8 Vorsitzender des Vorstands DIANA RAUHUT Mitglied des Vorstands NORBERT BREIDENBACH Mitglied des Vorstands MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18 I N T E R V I E W MIT D E M VO R S TA N D Der Vorstand der Mainova AG über die Strategie Mainova 2028, Chancen der Digitalisierung, die Balance von New Work und klassischem Arbeiten sowie die Gestaltung der Dekarbonisierung. Dr. Alsheimer, lassen Sie uns über das Motto des 20. Geschäftsberichts der Mainova AG sprechen. Bei der Navigation beginnt jeder Kurs mit einer Standort­ bestimmung. Wie lautet Ihr Fazit des ver­ gangenen Geschäftsjahres? D R . A L S H E I M E R : Ein Gewinn von 144,3 Mio. Euro, ein Umsatz von über 2 Mrd. Euro, Eigenkapital in Höhe von 1,26 Mrd. Euro: Das ist ein sehr gutes Geschäftsergebnis und zeigt, dass wir uns im Wettbewerb behaupten. Außer­ dem demonstrieren die Zahlen das sta­ bile Wachstum der Mainova AG in den vergangenen 20 Jahren. Seit der Grün­ dung der Gesellschaft hat sich der Umsatz verdoppelt. Bei der Zahl unserer Kunden liegen wir weiterhin auf Wachstumskurs jenseits der 700.000er-Marke. Die Bilanz­ summe, die sich seit 1998 ebenfalls um nahezu 100 Prozent erhöht hat, zeigt die Investitionskraft des Unternehmens. Ein Blick auf unser Anlagevermögen gibt eine Ahnung, wie viele Werte wir in dieser Zeit geschaffen haben. Und wir investieren kontinuierlich in die Netze und Erzeugungs­anlagen, also in die Ver­ sorgungssicherheit der Bürger. Der Blick auf den Kurs der Mainova-Aktie seit 1998 dürfte unsere Anteilseigner und Investo­ ren ebenfalls freuen. Der Jahresschluss­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 kurs 2018 lag bei 368 €, 1998 noch bei 340 DM. Das Ergebnis der Mainova AG reflektiert aber auch die aktuellen Her­ ausforderungen der Energiebranche: Die Zahl der Wettbewerber wächst ste­ tig weiter, viele bislang branchenfremde Unternehmen steigen in den Strom- und Gasmarkt ein. Die Regulierungsbehör­ den erhöhen den Druck, besonders beim Netzgeschäft. Doch der Blick auf unsere Geschichte zeigt, dass wir solche Heraus­ forderungen positiv gestalten können. Die Liberalisierung der Energiemärkte kurz nach unserer Gründung oder die Entflech­ tung von Netz und Vertrieb 2005 haben wir als Marktchancen erfolgreich wahr­ genommen. Das werden wir auch jetzt und in Zukunft wieder tun. von Lösungen für komplexe Energie­ fragen. Diese Lösungen sollen bei den Kunden dafür sorgen, dass Energie einfach funktioniert. Zum Beispiel hat Mainova das Corporate eCarsharing zur Marktreife entwickelt und ist bundes­ weiter Marktführer beim Mieterstrom aus Photovoltaik. Das sind erste nach außen sichtbare Ergebnisse. Darüber hinaus optimieren wir kontinuierlich unsere Prozesse und fördern unter ande­ rem mit neuen Arbeitsmethoden eine ­flexible und intensive Zusammenarbeit im Haus. Das macht uns schneller, in der Auseinandersetzung mit unseren Wett­ bewerbern und auch in der Adaption des kontinuierlichen Wandels der energie­ politischen Rahmenbedingungen. Mit der Strategie Mainova 2028 hat der Vorstand die Richtung für die nächsten Jahre vorgegeben. Wie lautet Ihre erste Zwischenbilanz? Wie verändert sich durch die neue ­Strategie das Arbeiten bei Mainova? D R . A L S H E I M E R : Die fällt positiv aus! Wir sehen auch schon die ersten Erfolge. Mit der Vision „Erste Wahl für Energie­ lösungen“ formulieren wir ja zum einen unseren Führungsanspruch. Zum ande­ ren machen wir damit klar, wo wir die Chancen der Zukunft sehen: Als Anbieter H E R B S T: Es wird vielfältiger. Wir trei­ ben zum Beispiel das Thema New Work voran. Unter diesem Begriff verstehen wir innovative Arbeitsmethoden und Kreativtechniken. Mit Hilfe von alterna­ tiven Raumkonzepten, zum Beispiel dem Ideenwerk, einem Raum für interdiszi­ plinäres Arbeiten, wollen wir neue For­ men der Zusammenarbeit fördern. Wir 9 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN versprechen uns hierdurch mehr Ideen für Innovationen zu generieren, diese schneller in Projekte zu überführen und dann zügig zur Umsetzung zu bringen. Dafür braucht es Konzepte und Kompe­ tenzen für Agilität und Kreativität, und das fördern wir. Auch in der IT haben wir mit dem Digital Lab – um im Navigationsbild zu bleiben – ein Schnellboot installiert. Die dort tätigen Innovationsmanager die Rahmenbedingungen für den Kohleaus­ stieg geschärft. Wie ist hier die Position der Mainova? B R E I D E N B A C H : Vereinfacht gesagt ist das Ziel aller politischen Programme – sei es die Kohlekommission auf Bundes­ ebene, der „Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025“ des Landes Hessen oder der „Masterplan 100% Klimaschutz“ „Die erste Zwischenbilanz zur Strategie Mainova 2028 fällt positiv aus.“ Was sind die nächsten Schritte der Mainova bei der Gestaltung des Kohle­ ausstiegs? DR . CON S TA N T I N H . A L S H E I MER ­ rogrammieren in kurzer Zeit Prototy­ p pen, um die technische Realisierbarkeit einer Idee zu prüfen. Für uns ist Agilität jedoch kein Dogma, sondern ein weiterer Pfeil im Köcher. Wir haben bei Mainova nämlich auch viele Anforderungen, die sich sehr gut mit klassischem Projekt­ management umsetzen lassen. Ich denke dabei beispielsweise an die Verbindung zweier Umspannwerke mit einem 110-kV-­ Kabel, um das Stromnetz zu stärken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Anders ist es bei der Entwicklung von neuen Softwarelösungen: Hier helfen Agi­ lität und iteratives Projekt­design dabei, passgenaue Produkte für die Bedürfnis­ se der Kunden mit Tempo an den Markt zu bringen. Für uns bei Mainova sind New Work und klassisches Arbeiten keine Gegensätze, sondern ­müssen intelligent ausbalanciert werden. Diese Balance von Alt und Neu ist auch bei der Energieerzeugung ein Thema. Durch die Arbeit der Kohlekommission wurden nun 10 werk West tun. Und man darf nicht ver­ gessen: CO2-Emissionen zu vermeiden ist nicht nur eine Frage des Primärenergie­ trägers. Es gibt zahlreiche weitere Maß­ nahmen, die auf dieses Ziel einzahlen. Mainova ist hier bereits seit Jahren sehr aktiv. Als Beispiel nenne ich hier gerne den 2017 fertiggestellten Fernwärmever­ bund, der dank des Zusammenschlusses von mehreren Kraftwerken jedes Jahr bis zu 100.000 Tonnen CO2 vermeidet. Auch unser Engagement als Modera­ tor von Energieeffizienznetzwerken in unterschiedlichen Branchen, unsere Wind- und Solarparks oder unsere Photo­ voltaik-Lösungen für Privat- und Gewer­ bekunden zahlen auf dieses Ziel ein. der Stadt Frankfurt – die Reduzierung von CO2-Emissionen. Mit Blick auf die Gestaltung dieser Dekarbonisierung lautet unsere Position wie folgt: Je mehr CO2 pro erzeugter Megawattstunde ein Kohlekraftwerk ausstößt, desto früher sollte es vom Netz gehen. Das heißt: Als erstes die Braunkohlekraftwerke abschalten, als zweites Steinkohlekraft­ werke ohne Kraft-Wärme-Kopplung und B R E I D E N B A C H : Operativ beginnen wir nun damit, den Auftrag aus dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt vom Dezember 2018 mit­ zugestalten. Er sieht vor, bis 2030 auf einen umweltverträg­ licheren Energie­ träger umzusteigen und das Zieldreieck aus Klima- und Umweltschutz, Versor­ gungssicherheit und günstigen Preisen „Je mehr CO2 ein Kohle­ kraftwerk ausstößt, desto früher sollte es vom Netz.“ NORBERT BREIDENBAC H zuletzt Steinkohlekraftwerke, die Strom und Wärme gemeinsam erzeugen und damit den Brennstoff besonders effizient ausnutzen, so wie wir das im Heizkraft­ für Strom und Wärme gleichermaßen zu berücksichtigen. Dieses Zieldreieck ist für uns schon seit jeher handlungs­ leitend, wie zum Beispiel die CO2-arme MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18 I N T E R V I E W MIT D E M VO R S TA N D  Energieerzeugung im Müllheizkraft­ werk zeigt. Ein erster Meilenstein bei der Gestaltung der Dekarbonisierung ist der Energie­entwicklungsplan, den wir zurzeit aufstellen und der bis 2021 / 2022 ­fertig sein wird. Er vereint die Perspekti­ ven von Energieerzeugung, Netzausbau und zukünftigen Kundenbedarfen ange­ sichts der hohen Wachstumsdynamik der Rhein-Main-­Region. Auf Basis dieses Energieentwicklungsplans können wir dann entscheiden, wo wir in Zukunft mit welchem Primär­energieträger und mit welcher Techno­logie wie viel Strom und Wärme erzeugen. Unsere Kunden ­sollen mit der Fernwärme auch künftig mit umweltfreundlicher Ener­gie und guten Preisen bedient werden. Neben der Dekarbonisierung ist vor allem die Digitalisierung ein Treiber, der den Kurs der gesamten Energiebranche bestimmt. Was verstehen Sie unter Digitalisierung? R AUHUT: Digitalisierung ermöglicht Effi­ zienzsteigerungen, beispielsweise durch die Automatisierung von Prozessen und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Zudem bietet Digitalisierung die große Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und das Unternehmen in der sich wandelnden Energiebranche neu zu positionieren. Und die Möglichkeiten, die die digitale Welt bietet, helfen uns bei unserem vorran­ gigen Ziel: Die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen und für ihn passende Lösungen zu entwickeln. Wie weit ist Mainova bei diesen Themen? R A U H U T: Lassen Sie es mich mit zwei Top-Projekten aus der Strategie Mainova 2028 erläutern. Mit dem Relaunch unserer Webseite stellen wir mit einem auf allen Geräten zugänglichen neuen Online-Auftritt den Kunden in den Mit­ telpunkt. Das ist ein sichtbares Projekt, eine unserer zentralen Visitenkarten, die der Kunde sofort wahrnehmen kann. Das zweite Beispiel stammt von unserer 100 %-Tochter MSD Mainova Service Dienste. Dort optimieren wir im Kunden­ service gerade mit Hilfe von geführten „Die Stadtwerke Frankfurt sind kon­zern­ weit für die berufliche Ausbildung zu­stän­ dig“ – dieser Satz stammt aus dem ersten Mainova-Geschäftsbericht 1998. Hier steht nun eine große Kursänderung bevor … H ER B S T: Ja. Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr alle nötigen Vorbereitun­ gen getroffen, um die Ausbildung zu uns ins Haus zu holen. So können wir die Azubis noch besser betreuen, sie für unsere vielfältigen und spannenden The­ men begeistern und gleichzeitig auch von ihren neuen Ideen profitieren. Im Laufe des Jahres 2019 werden wir unser eige­ „Digitalisierung bietet die große ­Chance, neue Geschäfts­ modelle zu entwickeln.“ DIANA RA UH UT Prozessen und Teil-Automatisierun­ gen die Systemarchitektur, sodass der Kunde noch besser beraten wird. Ein toller Nebeneffekt: Dabei sparen wir 40 Prozent Bearbeitungszeit. Mit beiden Projekten zeigen wir dem Kunden, dass wir uns darum kümmern, dass Energie für ihn einfach funktioniert. Auch das ist Digitalisierung. nes technisches Ausbildungszentrum eröffnen. Die Werkstätten und Fachräume dort werden optimal auf die Anforderun­ gen der verschiedenen Ausbildungsgän­ ge ausgerichtet und vereinen Praxisnähe, Qualität und Design. Und vermutlich ist es „typisch Mainova“, dass dieses Zent­ rum in einer denkmalgeschützten Halle aus den 1920er Jahren entsteht. Innova­ tion und Tradition – das passt zusammen. „Wir fördern Konzepte und Kompetenzen für Agilität und Kreativität.“ LOTHAR HERBST MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 11 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Seit der Gründung 1998 hat Mainova einen ­erfolgreichen Kurs eingeschlagen. Dieser spiegelt sich in Bilanzkennzahlen, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsbereitschaft wider. Auf den folgenden ­Seiten zeichnen wir diesen Kurs nach, ausgehend von Zahlen und Zitaten aus dem ersten Geschäfts­ bericht der Mainova AG von 1998. Jeder Kurs braucht ein Ziel. Deshalb haben wir im Jahr 2018 eine neue Vision formuliert: Erste Wahl für Energielösungen. Sie steht an der ­Spitze der Strategie Mainova 2028. Die Eckpunkte und ersten E­ rfolge stellen wir ab Seite 20 vor. 12 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 13 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 20 Jahre auf Kurs Mit einem werthaltigen Unternehmensauftritt Vom Energieversorger zum Energiedienstleister 2018 Mainova hat sich zu einem Energie­ dienstleister entwickelt. Neben dem klassischen Versorgungs­ geschäft bieten wir immer mehr Energielösungen an und stehen auf mehreren Standbeinen. Dies zeigt sich am Beteiligungsportfolio, das mehr als 50 Unternehmen umfasst und als Geschäftssegment konstante Ergebnisbeiträge liefert. Ein Blick auf die im Segment Erzeugung eingesetzten Brennstoffe macht die zunehmende Differen­ zierung unseres Erzeugungsparks deutlich. Dort arbeiten nun Windund Solarparks genauso wie ein Mit dieser Selbstdarstellung aus Biomassekraftwerk. Die Heizkraftdem Geschäftsbericht 1998 ging die Mainova AG an den Start. Das werke im Frankfurter Stadtgebiet sind bei der Fernwärme mittlerweile Geschäft besteht in der Hauptals Verbund aktiv und vermeiden sache aus der Erzeugung und Versorgung mit Strom und Wärme so 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Investitionen in die Infrastruktur sowie der Versorgung mit Gas und Wasser. Der Erzeugungspark sind unverändert hoch. Wichtige umfasst im Wesentlichen die Heiz- Finanzkennzahlen haben sich positiv entwickelt – genauso wie kraftwerke West, Niederrad und der Aktienkurs. Nordweststadt. 1998 „Mainova ist ein spartenübergreifender Energie- und Wasserver­ sorger, der sich in den liberalisierten Strom- und Gasmärkten besser positionieren und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen schaffen kann. Im Rahmen des Unternehmenszwecks einer möglichst ­sicheren, preiswürdigen und umweltverträglichen Energie- und Wasserversorgung bleibt es unser Ziel, eine marktgerechte Rentabilität des eingesetzten Kapitals nachhaltig zu gewährleisten.“ Leitungen 19 9 8 Gasversorgung 4.195 km 4.460 km 7.564 km Stromversorgung 6.778 km Wasserversorgung 1.862 km 202 km 14 2 0 18 Wärmeversorgung 2.051km 301 km MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   ­Jahresschlusskurs der Mainova-Aktie Beteiligungsergebnis * 2 0 18 72,2 Mio. € 2 0 18 368 € 19 9 8 19 9 8 173,84 € 6,2 Mio. € 340 DM Eigenkapitalquote * 12,2 Mio. DM Bilanzsumme * 2 0 18 2 0 18 41,6 % 3.031,2 Mio. € 19 9 8 28,7 % 19 9 8 1.307 Mio. € 2.557,1 Mio. DM Mengen und Brennstoffe Steinkohle 2 0 18 Erdgas 25,1 % 19 9 8 Abfall 38 % 22,1 % 44 % Steinkohle Biomasse Wind 6,6 % 6,2 % 42 % Erdgas 1,3 % Solar 0,7 % Heizöl 12 % Deponiegas und Dampf aus ­Müllverbrennung 2% Heizöl 2.507 Mio. € Anlagevermögen * 923 Mio. € 1.805 Mio. DM 19 9 8 2 0 18 * Alle dargestellten Zahlen betreffen den Mainova-Konzern. 1998 wurde nach HGB bilanziert, 2018 nach IFRS. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 15 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 20 Jahre auf Kurs Mit einem überzeugenden Auftritt im Wettbewerb 2.048,7 Mio. Umsatzerlöse * 1.002,2 Mio. € 1.960,1 Mio. DM 19 9 8 2 0 18 Liberalisierung und die Folgen 1998 Im Jahr 1998 wird die Liberalisierung der Energiemärkte auf den Weg gebracht. Am 24. April tritt das „Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts“ in Kraft. Es ermöglicht die freie Wahl des Strom- und Gasversorgers. Aus Verbrauchern werden Kunden. Bis 1998 hatten Stadtwerke und Versorgungsunternehmen ein Gebietsmonopol. Während der Wettbewerb beim Strom sofort Fahrt aufnimmt – erinnert sei an die Kampagnen von Yello Strom 1998 – dauert es beim Gas etwas länger. Hier ist Mainova Vorreiter und war 2006 in Bonn der erste regionale Versorger, der in einem anderen Bundesland Gas anbot. Absatzzahlen 19 9 8 2018 Der Wettbewerb bei Strom und Gas hat sich voll entwickelt. Deutschlandweit gibt es über 1.000 Tarife, im Netzgebiet der Mainova sind es (Stand Dezember 2018) 785 Strom- und 455 Gastarife. Die Sensibilität der ­Kunden dafür, wie der Strom erzeugt wird, wächst. Die ersten Discounter melden Insolvenz an. Mainova behauptet sich in diesem Wettbewerb mit fairen Preisen und einer hohen Servicequalität. Dies zeigt das konstante Kundenwachstum. 2017 hat Mainova erstmals mehr als 700.000 Kunden, 2018 konnten wir diese Zahl auf 714.000 weiter steigern. 2 0 18 Gasverkauf 21,029 Mio. kWh 3,745 Mio. kWh 63,181 Mio. m³ 1,639 Mio. kWh 15,080 Mio. kWh Stromverkauf 9,260 Mio. kWh Wasserverkauf 48,1 Mio. m³ Wärmeverkauf 2,008 Mio. kWh * Alle dargestellten Zahlen betreffen den Mainova-Konzern. 1998 wurde nach HGB bilanziert, 2018 nach IFRS. 16 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   Bruttostromerzeugung in Deutschland 4,2 % 11,7 % Sonstige Kernenergie 33,3 % € Erneuerbare Energieträger 5% 9% 4% 14,1 % Sonstige Erneuerbare Energieträger Steinkohle Erdgas 30 % Kernenergie 25 % Braunkohle 27 % Steinkohle 19 9 8 22,5 % Braunkohle 13,2 % 2 0 18 Erdgas Zahl der Stromversorger im Mainova-Netzgebiet Zahl der Gasversorger im Mainova-Netzgebiet 174 1128 1 19 9 8 2 0 18 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 19 9 8 2 0 18 17 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 20 Jahre auf Kurs Mit Expertise und Innovationskraft Großkunden: Langfristige Beziehungen und neue Herausforderungen 1998 Beim Geschäft mit Großkunden ist im Jahr 1998 der Flughafen der größte Verbraucher. So heißt es in der Chronik des ersten Ge­ schäftsberichts unter dem Datum 15. Mai 1998: „Gegen starke Konkurrenz gelingt es, gemeinsam mit dem Konsortial­partner Main-Kraftwerke AG die Flughafen Frankfurt Main AG als weitaus größten Stromverbraucher für weitere fünf Jahre als Kunden zu gewinnen.“ Besonders betont wird die Leistung des Heiz-Kälte-Werks: „Unsere Kältelieferungen an den Flughafen Frankfurt, den wir aus dem größten Absorptionskältewerk Europas versorgen, erreichten 1998 den höchsten Wert seit Inbetriebnahme.“ Das Heiz-Kälte-Werk steht dabei in einer Reihe mit weiteren Anlagen, die die Vorgängerunternehmen der Mainova zur Versorgung des Flughafens errichtet haben. So nahmen die Stadtwerke ­Frankfurt 1955 das damals modernste ­Flughafen-Umspannwerk der ­Bundesrepublik in Betrieb. Und einer der Gründe für den Bau des HKW Niederrad, das 1967 in Betrieb ging, war der wachsende Energiebedarf des Flughafens. 18 2018 Die Rechenzentren haben den ­Flughafen als größten Stromver­ braucher abgelöst. Einer der Gründe ist das Wachstum des 1995 in Frankfurt gegründeten Internetknotenpunkts DE-CIX. Er gilt heute als der – gemessen am Datenauf­ kommen – weltweit größte Knoten­ punkt und bewältigt zu Spitzenzeiten einen Datendurchsatz von mehr als 6 Tbit/Sekunde. Die Ver­sorgungs­sicherheit am Standort Frankfurt ist ein Wettbewerbsvorteil für die hier ansässigen Rechenzentren. 1998 steckte das Internet hingegen noch in den Kinderschuhen: Der Suchmaschinenbetreiber Google wurde gerade gegründet, genauso wie die heute in Frankfurt aktiven Rechenzentrumsbetreiber Equinix oder Interxion. Die Partnerschaft mit dem Flug­ ­ eiter hafen haben wir seit 1998 w ausgebaut. Momentan verstärken wir die Stromversorgung für die Erweiterung im Süden des Flug­ hafens. Dort entsteht unter anderem Terminal 3, wo ab 2020 die ersten Flieger startklar sein werden. Und im Jahr 2019 wird das HeizKälte-Werk seinen 25. Geburts­ tag feiern. Anzahl der Paragrafen im Energiewirtschafts­ gesetz 120 20 19 9 8 2 0 18 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   Contracting 1998 Der Begriff ist 1998 noch kein Thema. Im Geschäftsbericht heißt es lediglich, dass Mainova auch „Anlagen von Kunden als Dienstleister“ betreibt. ­ 2018 Contracting ist ein etabliertes Geschäftsfeld. Im Jahr 2018 betreut Mainova rund 200 Anlagen. Dabei erhalten unsere Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket von der Energielieferung über Planung und Bau der Anlage bis hin zu Wartung und Instandhaltung. Die Beispiele sind vielfältig: Wohnsiedlungen in Frankfurt und der Region, Industrie­ kunden, Hotels, Infrastruktureinrichtungen wie Krankenhäuser oder Schwimm­bäder sowie Leucht­ türme des städtischen Lebens wie der Frankfurter Zoo, die Commerz­ bank-Arena oder der Palmengarten. Das gemeinsam mit der ABG Frankfurt Holding realisierte Modellprojekt „Aktiv-Stadthaus“ wurde 2017 vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Gesetze 1998 Das 1935 erlassene Energiewirtschaftsgesetz ist der wesentliche rechtliche Rahmen für die Energiewirtschaft. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 2018 Die mit der Liberalisierung angestoßene Marktöffnung hat stattgefunden und wird flan­ kiert durch immer mehr Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlichte Gesetzeskarte für das Energieversorgungssystem umfasst (Stand 31. März 2019) über 80 Strategien, Gesetze, Verordnungen und Richtlinien auf EU- und Bundesebene, von der Anreizregulierungsverordnung über das Elektromobili­ täts­gesetz und das Kraft-Wärme-­ Kopplungsgesetz bis hin zur Übertragungsnetzausgleichs­ mechanismusverordnung. Was 1998 noch Zukunftsmusik war ... EN ER G IEEFFIZIEN Z 1998 Das Wort „Energieeffizienz“ kommt im ersten Mainova-­ Geschäftsbericht nicht vor. Das Thema wird erst langsam entdeckt: 1998 führt die EU das seitdem bestehende Energielabel für Haushaltsgeräte ein. 2018 Energieeffizienz gilt als eine der zentralen Säulen für die Erreichung der Klimaschutzziele der Energiewende. Mainova engagiert sich aktiv auf vielen Ebenen. Hierzu zählen die Raustauschwochen der Initiative Zukunft Erdgas, wo der Austausch von Heizungen gegen effizientere Modelle gefördert wird, genauso wie das Mainova Klima Partner Programm. Dort fördern wir im lokalen Kontext Projekte zur klimafreundlichen Energieerzeugung. Für Unternehmen bietet Mainova zum Beispiel die Teilnahme an Energieeffizienz­netzwerken. Das ImmoNetzwerk FrankfurtRhein-Main vereint Unternehmen aus der Wohnungs­wirtschaft, das ­Business Energieeffizienz Netzwerk Großkunden aus unterschied­lichen Branchen. N A CH H A LTIG KEIT 1998 In der Unternehmensbericht­ erstattung spielt „Nachhaltigkeit“ noch keine Rolle. 2018 Mainova verfügt seit Jahren über ein eigenes Nachhaltigkeits­ management und dokumentiert dies mit dem mittlerweile achten Nach­haltig­keitsbericht. 19 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 2028 Kurs Mit neuer Strategie die Herausforderungen der Energiewende meistern U NSE R E V I S I O N : Erste Wahl für Energielösungen Mit unserer Vision formulieren wir unseren Anspruch. Kunden, die auf der Suche nach Antworten auf ihre Energiefragen sind, denken als Erstes an Mainova. U NSER E M ISSIO N : Wir kümmern uns, dass Energie einfach funktioniert Unsere Mission drückt unsere Haltung aus. Wir machen das Leben des Kunden rund um Ener­gie einfach. Wir übernehmen die Komplexität und managen den Energiebedarf passgenau mit Lösungen für den jeweiligen Bedarf. 20 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   M M E N A R B S A E I U T Z eit er Lö su n ze it b ar en nd lpu nk t Kuitte ktion M n | Intera |M im ge Den m e i Wa n st d er W ä rm e | N e t el n 2028 Ex zel le nz | End- t o-E nd P ro B e s t e zesse leben D I N G G I TA L I S I E R U Um unsere Vision „Erste Wahl für Energielösungen“ zu erreichen und dem damit verbundenen Führungsanspruch gerecht zu werden, hat Mainova fünf zentrale strategische Themen formuliert. Auf diese werden wir uns konzentrieren und das Unternehmen ausrichten. Bei allem, was wir tun, steht der Kunde im Mittelpunkt. Wir möchten ihn mit besten Prozessen überzeugen. Das strategische Thema „Den Wandel meistern“ legt einen Fokus auf Wärme, Netze und Mitarbeiter. Hier ist der Veränderungsdruck hoch, denn in den nächsten zehn Jahren gehen rund 22 Prozent unserer Mitarbeiter in Ruhestand. Die Netze in Frankfurt sehen sich ebenfalls großen Herausforderungen gegenüber, da der Energiehunger der Region Frankfurt Rhein-Main ständig wächst. Und beim Thema Wärme werden wir Antworten finden auf die Frage, mit MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 welcher Technologie und an welchen Standorten wir in Zukunft den ­Wärmebedarf in Frankfurt nach­ haltig und wirtschaftlich decken. Zusammenarbeit und Digitalisierung komplettieren unser Strategierad. Sie bilden den äußeren Kreis, da es sich um Beschleunigerthemen mit vielen Bezügen zu den drei inneren Feldern handelt. Digitalisierung hat viele Schnittmengen zu „Beste Prozesse leben“, aber auch zu Erzeugung, Netzen und der Entwicklung von Energielösungen. Bei Zusammenarbeit geht es beispielsweise darum, neue Formen des Projektmanagements und des Austauschs zu etablieren, um Projekte noch schneller umzusetzen und dafür zu sorgen, dass für unsere Kunden Energie einfach funktioniert. Mit der Strategie Mainova 2028 bearbeiten wir die fünf großen Herausforderungen Digitalisierung, Dezentralisierung, Dekarboni­ sierung, demografischer Wandel und das dynamische Wachstum der Stadt Frankfurt. Auf den ­nächsten Seiten stellen wir erste Umsetzungen vor. 21 2 0 J AHRE MA I N O VA A G    ZUS AM M EN G EFAS S TER LAG EBERICHT    KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Dezentralisierung U NSE R E H E RAU S F O R D ER U N G 1,7 Mio. Solaranlagen, fast 30.000 Windenergie­ anlagen – schon diese ­beiden Zahlen für Deutschland zeigen, dass sich mit der Energie­wende die Zahl der Akteure in der Energiewirtschaft vervielfacht. Denn immer mehr Menschen legen Wert darauf, ihre Energieversorgung umweltfreundlich selbst zu gestalten. U NS ERE LÖS U NG Mieterstrom ist eine intelligente Lösung, um Menschen in urbanen Regionen an den Vorteilen der Energiewende zu beteiligen. Sie nutzen den auf dem eigenen Dach erzeugten Strom selbst vor Ort und sparen mit dem Mieterstromtarif „Lokal PV“ bares Geld im Vergleich zum Grundversorgungs­ tarif. Beim Mieterstrom aus PV-Anlagen ist Mainova bundesweit Marktführer mit einem Anteil von rund 25 Prozent. Dekarbonisierung U NSE R E H E RAU S F O R D ER UN G Die Kohlekommission hat in ihrem Abschlussbericht empfohlen, dass Deutschland bis 2038 aus der Energieerzeugung mit Kohle aussteigen soll. Erfreulicherweise wird dabei die Bedeutung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) betont. Denn KWK ist eine klimafreundliche Form der Wärmeerzeugung. 22 U NS ER V ORGEHEN In der Strategie Mainova 2028 ist Wärme eines der Top-Projekte. Wie viel Wärme braucht Frankfurt in den nächsten Jahren? Mit welcher Technologie werden wir die nötigen Mengen erzeugen? Und an welchem Standort? Diese Fragen werden wir beantworten. Der erste Schritt ist der Energie­ entwicklungsplan. Er wird die Bedarfe ermitteln. Dynamische Stadtentwicklung UN SER E H ER A USFO R D ER UN G Frankfurt ist eine prosperierende Region und zählt zu den attraktivsten Städten in Deutschland. Die Bevölkerung wächst. Kürzlich konnte die Stadt den 750.000sten Ein­ wohner begrüßen. Auch die Branche der Rechenzentren boomt. Sie zählen zu den größten Stromverbrauchern und stellen hohe Anforderungen an die Versorgungszu­ verlässigkeit. UN SER E LEISTUN G Leistungsfähige Netze sind eine Voraussetzung für das Wachstum der Städte. Mainova und ihre Netztochter NRM sind hier mit vielen Maßnahmen aktiv – zum Beispiel im Frankfurter Ostend. Dort verbinden wir zwei Umspannwerke und legen 20 Kilometer neue Leitungen, um das Netz zu stärken. Auch die Verdichtung des Fernwärmenetzes treiben wir voran – zum Beispiel mit einer 1,7 Kilometer langen Leitung am Alleenring in Frankfurt. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 19 9 8 – 2 0 18   Digitalisierung UN SER E H ER A USFO R D ER UN G Digitalisierung ist ein Megatrend. Er verändert die Art, wie Menschen sich informieren, miteinander kommunizieren und konsumieren. Digitalisierung kann deshalb auch die Energiewirtschaft, ihre Geschäftsmodelle, Prozesse und Produkte grundlegend verändern. Noch ist aber vieles Zukunftsmusik. Das vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte „Barometer Digitalisierung der Energiewende“ sieht Deutschland derzeit bei 22 Punkten auf einer Skala von 1 bis 100. Demografischer Wandel U N S ER E H ER A U S F O R D ER U NG Der demografische Wandel hat viele Gesichter: Die Menschen werden deutschlandweit immer älter. Die ­Geburtenrate sinkt. Aufgrund der ur­ banen Dynamik kommt in Frankfurt ein weiteres Phänomen dazu: Das durchschnittliche Alter der Einwohner sinkt in keiner anderen Stadt so schnell wie hier. Dies ist eine große Herausfor­ derung für die Gewinnung von jungen Fachkräften. Zumal bei Mainova in den nächsten zehn Jahren rund 22 Prozent der aktuellen Belegschaft in Ruhestand gehen. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 UN SER E ID EE Digitalisierung eröffnet innovative Möglichkeiten für verschiedene Bereiche der Stadtgestaltung, die oft unter dem Schlagwort Smart City diskutiert werden. Mainova erprobt hier derzeit verschiene Energielösungen. So führt die Mainova-Tochter SRM Straßenbeleuchtung Rhein-Main GmbH derzeit ein Pilotprojekt am Bahnhof Bürstadt mit intelligenten Laternen durch. Die Leuchten stellen auch öffentliches WLAN bereit. In einem weiteren Ausbauschritt soll ein Parkleitsystem über die intelligenten Leuchten gesteuert werden. U NS ERE ANTWORT Ab 2019 holt Mainova die Ausbildung, die bislang auf Ebene der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH organisiert war, ins eigene Haus. So können wir die Nachwuchskräfte noch individueller betreuen, ihre Stärken schnell erkennen und fördern. Dafür errichten wir ein technisches Ausbildungszentrum am Standort Gutleutstraße 280 in einer denkmalgeschützten Halle. Dort finden die rund 90 Mainova-Azubis modernste Lernbedingungen, inklusive Kreativraum und Selbstlernbereich. 23 B Zusammengefasster ­Lagebericht ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT   26  Grundlagen des Konzerns 26  Geschäftsmodell 27  Unternehmensstrategie und Nach­haltigkeit 30  Marktinnovationen 30  Steuerungssystem und Leistungs­indikatoren 31  Wirtschaftsbericht 31  Rahmenbedingungen 35  Geschäftsverlauf des Konzerns 40  Wesentliche Ereignisse 40  Mitarbeiter 42  rognose-, ChancenP und Risiko­bericht 48   Sonstige Angaben 48  Internes Kontroll- und Risiko­managementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess nach §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB 49  Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand 50  Übernahmerelevante Angaben nach §§ 289 a Abs. 1 und 315 a Abs. 1 HGB 51  Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f und 315 d HGB 52  rläuterungen zum Jahresabschluss E der Mainova AG (HGB) 52  Wirtschaftsbericht der Mainova AG 54  Prognose-, Chancen- und Risiko­bericht der Mainova AG 54  Angaben zu den Tätigkeitsabschlüssen nach § 6 b EnWG 42  Prognosebericht 44  Chancen- und Risikobericht MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 25 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN ZUSAMMENGEFASSTER ­LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2018 GRUNDLAGEN DES KONZERNS Als börsennotiertes Unternehmen hat die Mainova Aktiengesellschaft (Mainova AG) ihren Konzernab­ schluss (im Folgenden wird der Mainova-Konzern als Mainova bezeichnet) nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschrif­ ten aufgestellt. Der Lagebericht der Mainova AG und der Konzernlagebericht wurden gemäß den §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. GESCHÄFTSMODELL Mainova ist in der Versorgung mit leitungsgebun­ denen Energieträgern und Wasser sowie in art­ verwandten Dienstleistungen tätig. Wir versorgen rund eine Million Menschen überwiegend in Hes­ sen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen mit Strom und Gas. In Frankfurt am Main bieten wir unseren Kunden zusätzlich Wärme und Wasser an. Zudem beliefern wir regionale Energieversorgungsunterneh­ men (Energiepartner) sowie bundesweit Geschäfts­ kunden mit Strom und Gas. Auch energienahe Dienstleistungen gewinnen zunehmend an Bedeu­ tung. Als Betreiber von Versorgungsnetzen stellen wir Dritten den Zugang und Anschluss zur Verfügung und gewährleisten den sachgerechten Transport von Energie und Wasser. Unser operatives Kerngeschäft nehmen im Wesent­ lichen die Mainova AG und drei Tochterunterneh­ men wahr. Die NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) pachtet und betreibt das Strom- und Gasnetz der Mainova AG. Für die Wasserversorgungsnetze übernimmt sie die Betriebsführung. Die Aufgaben der Mainova ServiceDienste Gesellschaft mbH (MSD) erstrecken sich auf das Messwesen, die Abrechnung der Lieferungen und Leistungen, die Kundenbetreu­ ung sowie das Forderungsmanagement. Die SRM StraßenBeleuchtung Rhein-Main GmbH betreut über­ wiegend das Straßenbeleuchtungsnetz in Frankfurt am Main. Unsere Aktivitäten im Bereich der erneu­ erbaren Energien mit Ausnahme der energienahen 26 Dienstleistungen bündeln wir in Tochter- und Beteili­ gungsunternehmen. Dabei handelt es sich vorrangig um Onshore-Windparks und Photovoltaikanlagen. Zum 1. Januar 2018 haben wir eine Anpassung unse­ rer Segmentstruktur vorgenommen. Hiervon sind in erster Linie die bisherigen Segmente Strom- und Wärmeerzeugung sowie Wärmeversorgung betrof­ fen. Gründe für die Änderung der Segmentstruktur sind eine höhere Transparenz in der Berichterstat­ tung aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Wärmeproduktion und -versorgung sowie des fort­ schreitenden Ausbaus der erneuerbaren Energien und Energiedienstleistungen. In der bisherigen Struktur waren insbesondere die Fernwärme sowie Energiedienstleistungen über mehrere Segmente verteilt. Dies wurde unserer künftigen strategischen Ausrichtung nicht mehr gerecht. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. In der Strom-, Gas- und Wasserversorgung wird jeweils die Wertschöpfungskette vom Handel über den Vertrieb bis hin zur Verteilung dieser Produkte abgebildet. Im Segment Erzeugung und Fernwärme werden sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Fernwärme einschließlich der Wärme- und Strom­ produktion in Frankfurt gebündelt. Ferner sind Beteiligungen an konventionellen Erzeugungsge­ sellschaften in diesem Segment enthalten. Dem Segment Erneuerbare Energien und Energie­ dienstleistungen sind unsere Biomasse-, Windener­ gie- und Photovoltaikanlagen sowie das Contractingund Energiedienstleistungsgeschäft zugeordnet. Im Segment Sonstige Aktivitäten / Konsolidierung sind unter anderem IT-Dienstleistungen an Dritte und Anlagenverkäufe, die nicht in Zusammenhang mit einem Kernsegment stehen, enthalten. Hierbei handelt es sich um Nebengeschäfte, die eine unterge­ ordnete Steuerungsrelevanz haben. Zudem werden in diesem Segment Konsolidierungseffekte abgebildet. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT G rundlagen des K on z erns SEGMENTAUFTEILUNG NACH WERTSCHÖPFUNGSSTUFEN G 01 Wertschöpfungsstufen Segmente ERZEUGUNG HANDEL VERTRIEB NETZ SONSTIGES Stromversorgung Gasversorgung Erzeugung und Fernwärme Erneuerbare Energien / Energiedienstleistungen Wasserversorgung Beteiligungen Sonstige Aktivitäten / ­Konsolidierung UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND NACHHALTIGKEIT Strategie „Mainova 2028“ – die Inhalte Im November 2017 wurde die „Mainova Strategie 2028“ vom Aufsichtsrat verabschiedet und damit zur Umsetzung freigegeben. Die wesentlichen Elemente der Strategie 2028 werden im Folgenden erläutert. Unsere Vision: Erste Wahl für Energielösungen Unsere Ambition ist es, Mainova in Frankfurt, in der Region Rhein-Main und darüber hinaus als einen der Top-Energieversorger zu positionieren. Dieses Ziel repräsentiert unsere neue Vision „Mainova: Erste Wahl für Energielösungen“. Unter „Erste Wahl“ verstehen wir: Mainova ist der bevorzugte Ansprechpartner für alle aktuellen und potenziellen Kunden, wenn es um energiewirtschaft­ liche Sachverhalte geht. Der Fokus auf Lösungen schließt das klassische Kerngeschäft ein, also den Vertrieb von Strom, Gas, Wärme und Wasser. Wir sind überzeugt, dass die neue Energiewelt sich durch wertschöpfungsübergreifende Kundenlösungen aus­ zeichnen wird. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Unsere Mission: Wir kümmern uns, dass ­Energie einfach funktioniert Im Rahmen unserer Mission „Wir kümmern uns, dass Energie einfach funktioniert“ stehen wir dafür, den Zugang und die Nutzung von komplexen Produkten und Dienstleistungen für unsere Kunden professio­ nell und einfach zu gestalten. Wir stellen das jeweils passende Angebot bereit – ob bei standardisierten oder individuellen Lösungen. Die Strategie „Mainova 2028“ basiert auf fünf zen­ tralen strategischen Themen: Fünf zentrale strategische Themen ›› Kunden im Mittelpunkt: Trends wie Digitali­ sierung und Dezentralisierung haben massive Auswirkungen auf die Energiewirtschaft. Auch die Ansprüche unserer Kunden wachsen merk­ lich. Sie erwarten innovative Lösungen sowie exzellenten Service – schnell und unkompliziert. Diesen Erwartungen wollen wir durch einen konsequenten Kundenfokus bei all unseren Akti­ vitäten gerecht werden. ›› Beste Prozesse leben: Das Nachfrageverhalten unserer Kunden verändert sich immer schneller und erfordert eine hohe Adaptionsgeschwindig­ keit und Flexibilität. Diese muss durch unsere 27 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Prozesse und Strukturen ermöglicht werden. Wir werden aus diesem Grund alle unsere Prozesse künftig konsequent aus Kundensicht betrachten. Unser Ziel sind exzellente Prozesse in allen Bereichen unseres Unternehmens. ›› Den Wandel meistern: Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. Um unsere Vision zu erreichen, müssen wir sie durch gezielte Personalentwicklung und den notwendigen Wissenstransfer befähigen, Herausforderungen wie Digitalisierung und die Konsequenzen des demografischen Wandels zu meistern. Durch eine strategische Personal- und Nachfolgepla­ nung müssen wir frühzeitig ermitteln, wie wir spezifisches Wissen ausscheidender Mitarbeiter im Unternehmen erhalten können und welche Kompetenzen wir zukünftig benötigen werden. Die Infrastruktur, die wir im Rhein-Main-Gebiet zum Zwecke der Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung betreiben, muss sich der stei­ genden Bevölkerung und der Stadtentwicklung anpassen. Insbesondere die Dimensionierung der künftigen Strom- und Wärmenetze sowie die Einbindung neuer Technologien für Strom- und Wärmeerzeugung benötigen intensive Planun­ gen und weichenstellende Entscheidungen. ›› Digitalisierung: Die Vernetzung von Daten, Technik und Menschen bietet uns neue unter­ nehmerische Möglichkeiten. Ob Erfolg am Markt mit neuen Lösungen und neuen Formen der Kundeninteraktion oder höhere Effektivität und Effizienz durch digital unterstützte Prozesse: Wir haben uns vorgenommen, zu einem digitalen Vorreiter der Energieversorgung zu werden. ›› Zusammenarbeit: Damit wir schneller auf die Anforderungen unserer Kunden reagieren kön­ nen und unsere Lösungen zeitnah angeboten werden, müssen wir stärker bereichsübergrei­ fend zusammenarbeiten. Dies verlangt von den Mitarbeitern von Beginn an Teamarbeit, eine übergeordnete Sicht auf die Prozesse und die gemeinsame Übernahme von Verantwortung. Strategie 2028 – die Umsetzung Die im Jahr 2017 erarbeitete Unternehmensstrategie wurde im Geschäftsjahr 2018 weiterentwickelt und für alle Bereiche in Form von Teilstrategien konkreti­ siert. Auf diese Weise ist ein Handlungsrahmen für alle Mitarbeiter entstanden. Zudem wurde sichergestellt, dass alle Aktivitäten sowohl mit den Zielen der Unter­ nehmensstrategie als auch miteinander im Einklang stehen und den Erfolg der Strategie optimal fördern. STRATEGIE 2028 G 02 Mission Vision Strategische Stoßrichtungen WARUM GIBT ES UNS? WAS WOLLEN WIR ERREICHEN? WIE GEHEN WIR VOR? Z M M E N A R B S A E U Den W meis an te im Wir kümmern uns, dass Energie einfach funktioniert 2028 Erste Wahl für Energie­lösungen Pr D 28 M K den un telpunkt it l de n r IT B o z e e s t ee b e n sse l G IG U N I TA L I S I E R MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT G rundlagen des K on z erns Laufende und geplante Projekte wurden im Hin­ blick auf ihre Relevanz für die Unterstützung der strategischen Ziele überprüft und die identifizierten Top-Projekte mit herausragender Bedeutung für die neue Unternehmensstrategie entsprechend priori­ siert. Die Projekte umfassen unter anderem Themen im Kontext Digitalisierung sowie Maßnahmen zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit unter anderem in agilen Projekten. NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT G 03 Nachhaltigkeitsinstrumente ›› Wesentlichkeitsmatrix ›› Nachhaltigkeitsprogramm ›› Nachhaltigkeitsradar ›› Nachhaltigkeitsbericht Nachhaltigkeit Als Unternehmen der kommunalen Daseinsvorsorge gehört es zu unserem Selbstverständnis, unserer Ver­ antwortung für Frankfurt und die Region Rhein-Main gerecht zu werden. Unser Verständnis von Nachhaltigkeit wird in den folgenden fünf Dimensionen abgebildet: 1. Langfristiger Erfolg umfasst die ökonomische 2. 3. 4. 5. Komponente der Nachhaltigkeit und ist die Grundvoraussetzung für soziales und ökologi­ sches Engagement. Leistungsfähige Technik beschreibt die langfris­ tigen Investitionen in eine zuverlässige, umwelt­ schonende und effiziente Energieversorgung. Zukunftsfähige Versorgung bedeutet, als Part­ ner der Kunden mit eigenen Produkten und Dienstleistungen ökologische Verantwortung zu übernehmen. Faire Partnerschaft spricht die soziale Dimensi­ on an und umfasst den fairen, partnerschaftlichen Umgang mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Regionale Verantwortung ist im Selbstverständ­ nis der Mainova fest verankert. Unser gesell­ schaftliches Engagement ist hier ein wesent­ licher Baustein. Nachhaltigkeitsgremien ›› Nachhaltigkeitsboard (Entscheiderebene) ›› Nachhaltigkeits­koordinatoren (Arbeitsebene) Auch die Mainova AG unterliegt gemäß dem Corpo­ rate Social Responsibility-Richtlinie-Umsetzungs­ gesetz (CSR-RL-UG) als kapitalmarktorientiertes Unternehmen der CSR-Berichtspflicht. Aus diesem Grund ist ein sogenannter nichtfinanzieller Bericht zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, Menschenrechten und Korruptionsbekämpfung abzugeben. Wir kommen der erweiterten Berichts­ pflicht in Form eines zusammengefassten gesonder­ ten nichtfinanziellen Berichts der Mainova AG und des Konzerns in Form einer Ergänzung innerhalb des gesonderten Nachhaltigkeitsberichts nach. Die in der Wesentlichkeitsmatrix identifizierten Kernthemen entwickeln wir zu konkreten Zielen und Maßnahmen in unserem Nachhaltigkeitsprogramm weiter. Im Nachhaltigkeitsradar wird jährlich die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen kritisch ana­ lysiert. Im jährlich erscheinenden Nachhaltigkeits­ bericht dokumentieren und veröffentlichen wir alle Aktivitäten und Kennzahlen. Gemäß § 171 Abs. 1 Satz 4 Aktiengesetz (AktG) hat der Mainova-Aufsichtsrat den nichtfinanziellen Bericht im Hinblick auf dessen Rechtmäßigkeit, Ord­ nungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit zu prüfen. Um seiner Prüfungspflicht zu genügen, hat der Aufsichts­ rat für eine betriebswirtschaftliche Prüfung nach dem International Standard on Assurance Engagements 3000 (ISAE 3000 Revised) zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit („limited assurance“) die Wirt­ schaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) beauftragt. Das Ergebnis dieser Prüfung hat PwC abschließend in einem Prüfvermerk zusam­ mengefasst, der dem Nachhaltigkeitsbericht 2018 auf den Seiten 52 und 53 beigefügt ist. Das Nachhaltigkeitsboard fungiert als zentrales Ent­ scheidungsgremium für wesentliche Nachhaltigkeits­ themen. Die Nachhaltigkeitskoordinatoren stellen auf Arbeitsebene das Bindeglied zu den einzelnen Fachbereichen dar. Für ausführliche Informationen zu unseren Nach­ haltigkeitsaktivitäten verweisen wir auf unseren Nachhaltigkeitsbericht 2018, der den nichtfinanzi­ ellen Bericht der Mainova AG und des Konzerns nach §§ 289 b und 315 b HGB für das Geschäftsjahr 2018 Zur Ableitung von konkreten Handlungsfeldern und deren Überwachung haben wir ein Nachhaltigkeits­ management, bestehend aus Nachhaltigkeitsinstru­ menten und -gremien, etabliert. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Mainova bildet ­C SR-­Berichtspflicht im Nachhaltigkeits­ bericht 2018 ab. 29 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN enthält und ab dem 30. April 2019 im Internet unter https://www.mainova.de/ueber_uns/presse/berichte-­ praesentationen.html abrufbar ist. Der Nachhaltig­ keitsbericht ist nicht Bestandteil des Lageberichts. MARKTINNOVATIONEN Zur Umsetzung unserer strategischen Vision „Erste Wahl für Energielösungen“ bieten wir innovative Kundenlösungen und Dienstleistungen an. Mit unseren zahlreichen dezentralen und klimascho­ nenden Energieversorgungslösungen im Bereich Strom, Wärme und E-Ladeinfrastruktur gestalten wir mit unseren Kunden schon heute gemeinsam eine nachhaltige Energiezukunft. Mainova hat seine Ladelösungen weiterentwickelt. STEUERUNGSSYSTEM UND ­LEISTUNGSINDIKATOREN Ein Beispiel hierfür ist unser Mieterstrommodell, bei dem wir Bewohner direkt mit lokaler, regenerativ erzeugter Energie innerhalb des Wohnhauses versor­ gen. Mit dieser innovativen Lösung nehmen wir nicht nur eine Vorreiterrolle in Frankfurt ein, sondern zählen inzwischen auch zu den Marktführern in Deutschland. In diesem Jahr konnten wir erstmalig ergänzend auch einen Stromspeicher im Mieterstrommodell integrie­ ren und so den lokalen Energiebedarf unserer Kunden mit mehr regenerativem Solarstrom decken. Zur Erreichung unserer strategischen und operativen Ziele ziehen wir konkrete Steuerungsgrößen heran, um den Erfolg unserer Maßnahmen zu messen. Die Basis bildet ein zuverlässiges und konsistentes Steuerungssystem, das die rollierende Mittelfrist­ planung, regelmäßige Forecasts und die monatliche Berichterstattung über die Zielerreichung vereint. Durch diesen Prozess erhalten wir frühzeitig Hin­ weise auf die Geschäftsentwicklung und können angemessen agieren. Ein weiterer Bestandteil des Steuerungssystems ist die turnusmäßige Berichter­ stattung über die wirtschaftliche Entwicklung des Beteiligungsportfolios. Der technologische Fortschritt, die Digitalisierung sowie die Kundenbedürfnisse verändern die Ener­ giewelt nicht nur im Bereich der klimaschonenden, dezentralen Energieerzeugung. So erschließen sich für Mainova auch weitere Wachstumsmärkte im Bereich Elektromobilität und Carsharing. Die wesentlichen Steuerungsgrößen der Mainova sind die im Folgenden beschriebenen Leistungsindika­ toren, die auch in den Zielvereinbarungen des Vor­ stands und der Führungskräfte verankert sind. Bezüg­ lich der Leistungsindikatoren verweisen wir auf die Ausführungen im nachfolgenden Wirtschaftsbericht. Als ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität haben wir uns schon früh um optimale Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in Frankfurt und der Region gekümmert. Um der stetig wachsenden Nachfrage und den geänderten Kundenbedürfnissen weiterhin gerecht zu werden, hat Mainova in 2018 seine Lade­ lösungen weiterentwickelt. Es wurden passgenaue, vernetzte Lösungen, sogenannte Charge-Kits, für jeden Bedarf entwickelt. Den Kunden ermöglichen wir zukünftig mit unserer App den bequemen Zugang zu den Ladesäulen sowie eine adäquate Abrechnung. Neben der passenden Lademöglichkeit hat Mainova zusammen mit dem Carsharing-Anbieter book-ndrive zusätzlich eine neue, nachhaltige und digitale Mobilitätslösung entwickelt. Unternehmen haben dabei die Möglichkeit Elektrofahrzeuge zu mieten und diese mit Dritten zu teilen, beispielsweise mit ihren Mitarbeitern. Aufgrund einer effizienteren Fahr­ zeugauslastung lassen sich hiermit die Kosten für alle Fahrzeugnutzer verringern. So können Unternehmen, aber auch unsere Privatkunden einfach und günstig die Vorteile der Elektromobilität erleben. 30 Mit Blick auf die Bedürfnisse unserer Kunden arbeiten wir stetig weiter an zukunftsorientierten Lösungen. Wir wollen es unseren Kunden auch in Zukunft leicht machen, sich für Mainova-Lösungen zu entscheiden. Wir inspirieren sie mit innovativen Möglichkeiten und bieten ihnen transparente Vorteile – so wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden eine nachhaltige Energiezukunft für Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus schaffen. Finanzielle Leistungsindikatoren Unsere zentrale finanzielle Steuerungskennzahl ist das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT), das im Kon­ zernabschluss nach IFRS um Effekte aus der Derivate­ bewertung bereinigt wird. Im Rahmen des monatli­ chen Berichtswesens wird das EBT für die Segmente Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Erzeugung und Fernwärme, Erneuerbare Energien / Energiedienst­ leistungen sowie Beteiligungen analysiert und mit den Verantwortlichen in einem regelmäßigen Tur­ nus diskutiert. Ergänzend wird nach den Wertschöp­ fungsstufen Erzeugung, Handel, Vertrieb und Netz differenziert. Über die Ergebnisse dieser Gespräche wird der Vorstand durch die monatliche Berichter­ stattung informiert. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Entsprechend ihrer Steuerungsrelevanz stellen die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit unsere bedeu­ tenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren dar MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT G rundlagen des K on z erns W irtschaftsbericht und werden durch regelmäßige Erhebungen ermit­ telt. Daneben spielen Absatz- und Erzeugungsmen­ gen eine Rolle. WIRTSCHAFTSBERICHT RAHMENBEDINGUNGEN Zahlreiche externe Einflussfaktoren wirken sich auf unseren Geschäftsverlauf aus. Bedeutsam für unsere Unternehmensentwicklung sind dabei die Änderun­ gen der politischen und regulatorischen Rahmen­ bedingungen sowie die Entwicklung der Konjunktur, der Energiepreise und der Witterung. Energiepolitik Auf europäischer Ebene haben sich folgende Neu­ erungen ergeben, die auch Auswirkungen auf die nationale Energiepolitik haben: EU einigt sich auf Strommarktrichtlinie und Strommarktverordnung Die EU-Institutionen haben am 19. Dezember 2018 eine Einigung in Sachen Neufassung der Richt­linie sowie der Verordnung zum Strombinnenmarkt erzielt. Die Einigung muss formell noch vom Rat und vom EU-Parlament gebilligt werden. Die Strom­ marktverordnung legt vor allem Bedingungen für die Einrichtung von Kapazitätsmechanismen durch die Mitgliedstaaten fest. Künftig soll eine Emissions­ obergrenze von 550 Gramm CO2 aus fossilen Brenn­ stoffen pro kWh Strom gelten. Neue Kraftwerke, die mehr emittieren, sollen sich nicht an Kapazi­ tätsmechanismen beteiligen dürfen; für bestehende Kraftwerke gilt das ab 2025. Die Strommarktricht­ linie legt unter anderem den rechtlichen Rahmen für Netzbetreiber fest. Darüber hinaus stärkt sie die Verbraucherrechte und definiert Rollen und Verant­ wortlichkeiten der Marktteilnehmer. EU-Kommission genehmigt Kapazitätsreserve für Deutschland Die Kommission der EU hat im Februar 2018 die Einführung einer Kapazitätsreserve in Deutschland nach beihilferechtlicher Prüfung genehmigt. Die von Deutschland geplante Kapazitätsreserve sieht vor, dass die Übertragungsnetzbetreiber mit der Beschaf­ fung einer Reserve von bis zu zwei GW beauftragt werden. Die Beschaffung soll ab Oktober 2019 bis zum Jahr 2025 im Rahmen eines alle zwei Jahre durchgeführten Ausschreibungsverfahrens erfolgen. Zudem sollen Stromlieferanten, die ihre Lieferver­ pflichtungen nicht erfüllen konnten, entsprechend ihres Verursacherbeitrags einen angemessenen Anteil der Gesamtkosten der Kapazitätsreserve zah­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 len. Damit bekommen Lieferanten nach Auffassung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie einen starken Anreiz, ihre Lieferverpflichtungen über Termingeschäfte oder Vereinbarungen mit ihren Kun­ den frühzeitig abzusichern und somit die Reserve erst gar nicht zum Einsatz kommen zu lassen. Durch die Genehmigung der Kapazitätsreserve herrscht auf diesem Gebiet nunmehr Rechtsklarheit. Grundsätz­ lich plädiert Mainova jedoch für einen dezentralen Leistungsmarkt als effizientes Kapazitätsinstrument zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Mainova plädiert für dezentralen Leistungs­ markt. Neue EU-Regeln für Emissionshandel ­passieren Bundesrat Am 14. Dezember 2018 hat die Novelle des Treib­ hausgas-Emissionshandelsgesetzes den Bundesrat passiert. Das Gesetz enthält eine Reihe von Anpas­ sungen für die ab dem Jahr 2021 beginnende vier­ te Handelsperiode des EU-Emissionshandels. Die Anpassungen sind durch die im April 2018 in Kraft getretene Novelle der europäischen Emissionshan­ delsrichtlinie notwendig geworden. Die Reform des EU-Emissionshandels sieht unter anderem vor, dass die Zahl der Emissionszertifikate künftig jährlich um 2,2 % statt um 1,74 % gesenkt wird. Das Gesetz tritt Anfang Januar 2019 in Kraft. EU-Verordnung zur nationalen Lastenverteilung angenommen Der EU-Ministerrat hat am 14. Mai 2018 der Lasten­ verteilungsverordnung zugestimmt, mit der die nati­ onalen Treibhausgas-Einsparziele für all diejenigen Sektoren bestimmt werden, die nicht dem EU-Emis­ sionshandel unterliegen. Die Treibhausgasemissio­ nen in den Sektoren Landwirtschaft, Gebäude, Abfall und Verkehr sollen um 30 % gegenüber dem Basis­ jahr 2005 sinken. Den einzelnen EU-Mitgliedstaaten werden hierzu unterschiedlich hohe Einsparvorga­ ben zur Erreichung dieses Gesamtziels vorgegeben. Demnach muss Deutschland seine Treibhausgas­ emissionen um 38 % senken. Mainova begrüßt die Tatsache, dass neben dem Energiesektor nun auch die übrigen volkswirtschaftlichen Sektoren stärker zum Klimaschutz beitragen sollen. EU-Kommission erteilt beihilferechtliche Genehmigung zur Ermäßigung der ­Offshore-Netzumlage Die EU-Kommission hat die Pläne Deutschlands, stromintensiven Unternehmen und Bahnunterneh­ men Ermäßigungen von einer Offshore-Netzum­lage zu gewähren, nach den EU-Beihilfevorschriften gebilligt. Aufgrund einer Änderung des Energiewirt­ schaftsgesetzes werden die Kosten des Anschlusses von Offshore-Windanlagen an das Hauptstromnetz ab 2019 über eine Offshore-Netzumlage finanziert, die von den Endverbrauchern zu zahlen ist. 31 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN EU-Rat stimmt Erneuerbaren- und ­Energieeffizienz-Richtlinie zu Der Rat der EU hat am 4. Dezember 2018 seine Zustimmung zu neuen Regeln für erneuerbare Energien und Energieeffizienz erteilt. Die Neufas­ sung der Energieeffizienz-Richtlinie legt fest, dass in der EU bis zum Jahr 2030 mindestens 32 % des Energieverbrauchs in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr aus erneuerbaren Energien stammen soll. Im Verkehrssektor soll der Anteil dabei bis zum Jahr 2030 auf 14 % steigen. Zudem werden Erneuerbare-Energien-Eigenversorger bezüglich Umlagen und Abgaben bessergestellt. Die Neufas­ sung der Energieeffizienz-Richtlinie legt für 2030 ein Energie-Einsparziel von mindestens 32,5 % fest. Sobald die neuen Regeln in Kraft treten, haben die EU-Staaten eineinhalb Jahre Zeit, sie in nationales Recht umzuwandeln. Aus Sicht von Mainova ergibt sich durch die Bes­ serstellung von Eigenstrom für den nationalen Gesetzgeber die Aufgabe, sicherzustellen, dass eine angemessene und solidarische Finanzierung der Energiewende und der Netzinfrastruktur auch über das Jahr 2026 hinaus gewährleistet ist. EU-Ministerrat nimmt Gebäudeeffizienz­ richtlinie an Der EU-Ministerrat hat am 15. Mai 2018 die EU-­ Gebäudeeffizienzrichtlinie abschließend angenom­ men. Sie soll ab 2020 gelten und die Energieeffizienz neuer Gebäude fördern und die Sanierungsrate im Bestand anheben. Darüber hinaus will man mit der Richtlinie Anreize für den Aufbau von Ladeinfra­ struktur für die Elektromobilität in Gebäuden setzen. Auf nationaler Ebene zeigten sich folgende Entwick­ lungen: Aussagen zu hoch­flexiblen ­Gaskraft­werken und KWK sind zu ­begrüßen. 32 Bundestag verabschiedet Energiesammelgesetz Am 21. Dezember 2018 ist das Energiesammelge­ setz (EnSaG) in Kraft getreten. Darin werden unter anderem einige Änderungen am Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) vorgenommen. Zum einen wurde die Förderung für Neuanlagen und Modernisierungen von Kraft-Wärme-Kopp­ lungs(KWK)-Anlagen bis Ende 2025 verlängert. Zum anderen wurden die Regelungen zur Moder­ nisierung von Dampfsammelschienen-KWK-Anla­ gen geändert. Weiterhin wurden neue Fördersätze für die Bestandsanlagenförderung festgesetzt. Die Förderung wurde in der für Mainova relevanten Anlagenklasse deutlich weniger stark gekürzt als ursprünglich geplant. Darüber hinaus schreibt das EnSaG Änderungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fest. Bei Gebäude-Solaranlagen zwischen 40 kW und 750 kW wird die Einspeisevergütung ab Januar 2019 gestaf­ felt bis April 2019 abgesenkt. Bei Mieterstrompro­ jekten wird im Gegenzug der Mieterstrom-Abzugs­ betrag reduziert, um die Auswirkungen der Absen­ kung auf Mieterstromprojekte abzumildern. Weiterhin wurde auf Grundlage eines Kompromisses der Bundesregierung mit der EU-Kommission eine Neuregelung der EEG-Umlage für die Eigenstrom­ nutzung aus neuen KWK-Anlagen getroffen. Die Neuregelung trat rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft. Ferner werden die im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen von erneuerbaren Ener­ gien geregelt. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2021 je vier GW Solar- und Windenergieanlagen an Land zusätzlich ausgeschrieben werden. Kohlekommission legt Abschlussbericht vor Am 26. Januar 2019 hat die Kommission für Wachs­ tum, Beschäftigung und Strukturwandel („Kohle­ kommission“) ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die zentralen Punkte sind ein Ausstiegspfad und Enddatum für die Kohleverstromung in Deutsch­ land. Bis zum Jahr 2022 sollen demnach 5 GW Braunkohle- und 7,7 GW Steinkohlekapazitäten im Einvernehmen mit den Betreibern gegen noch festzulegende Entschädigungen stillgelegt werden. Zwischen den Jahren 2023 und 2030 sollen dann weitere Stilllegungen von 5,9 GW Braunkohle- und 7 GW Steinkohlekapazitäten erfolgen. Zudem soll das KWKG verlängert und weiterentwi­ ckelt werden, wodurch bis zum Jahr 2030 stabile Rahmenbedingungen für Investitionen in moderne KWK-Anlagen geschaffen werden. Es ist geplant, die Umrüstung von Kohle- auf Gas-KWK bis zum Jahr 2026 attraktiver auszugestalten. Im Jahr 2023 soll die Einführung eines systematischen Investiti­ onsrahmens für neue Kraftwerke geprüft werden. Als Enddatum für die Kohleverstromung in Deutsch­ land wird das Jahr 2038 empfohlen. Die Kohlekommission hat selbst keine gesetzgeberi­ schen Befugnisse. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Bundesregierung den Empfehlungen weit­ gehend folgen und diese gesetzlich umsetzen wird. Mit Blick auf das Mainova-Erzeugungsportfolio ist vor allem die Anerkennung der unverzichtbaren Rolle hochflexibler Gaskraftwerke im Energiesystem der Zukunft und die klare Positionierung zugunsten der KWK in dem Abschlussbericht zu begrüßen. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W irtschaftsbericht Bundesnetzagentur legt sektorale Produk­ tivitätsvorgabe fest Mit Beschluss vom 21. Februar 2018 hat die Bundes­ netzagentur (BNetzA) den generellen sektoralen Produktivitätsfaktor für Gasnetzbetreiber in Höhe von 0,49 % rückwirkend zum 1. Januar 2018 fest­ gesetzt. Gegenüber den Werten der ersten (1,25 %) und zweiten (1,5 %) Regulierungsperiode stellt dies eine merkliche Erleichterung dar. Zudem hat die BNetzA am 5. Dezember 2018 den Wert des generellen sektoralen Produktivitätsfaktors für Stromnetzbetreiber mit 0,9 % festgelegt. Der Wert gilt für die dritte Regulierungsperiode, die von 2019 bis 2023 dauert. Mainova kritisiert die Festle­ gung, da die von der BNetzA ermittelten Ergebnisse deutlich zu hoch sind und in der Gesamtbetrachtung keine plausible Bandbreite ergeben. Bundeskabinett beschließt Verordnung zur Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte Das Bundeskabinett hat am 25. April 2018 den Ver­ ordnungsentwurf zur Einführung bundeseinheit­ licher Übertragungsnetzentgelte beschlossen. Am 8. Juni 2018 hat der Bundesrat dem Kabinettsbe­ schluss zugestimmt. Die Verordnung sieht vor, dass die Netzentgelte für die Nutzung der Übertragungs­ netze in fünf gleich großen Schritten bundesweit ver­ einheitlicht werden. Der Umsetzungsprozess beginnt, wie im Gesetz vorgesehen, ab dem 1. Januar 2019 und soll bis zum 1. Januar 2023 abgeschlossen werden. Die Vereinheitlichung der Übertragungs­ netzentgelte sieht Mainova positiv. Ein Fortbestand der bisherigen Regelung hätte die Mehrheit unserer Kunden in zunehmendem Maße benachteiligt. Bundesrat fordert bessere Rahmen­ bedingungen für Mieterstromprojekte Der Bundesrat hat am 19. Oktober 2018 einen Ent­ schließungsantrag gefasst, der eine stärkere Einbe­ ziehung von Städten in die Energiewende vorsieht. Einer der Schwerpunkte ist eine bessere Förderung des Mieterstroms. Gefordert wird unter anderem die Abschaffung der Beschränkung für Mieterstrompro­ jekte auf 100 kWp installierter Leistung pro Gebäu­ de. Alternativ solle zumindest eine Regelung durch­ gesetzt werden, die Anlagen mit bis zu 250 kWp pro Gebäude zulässt. Auch die zusätzliche Begrenzung von förderfähigen Mieterstromprojekten auf ins­ gesamt 500 MW jährlich soll aufgehoben werden. Konjunkturelle Entwicklung Die deutsche Wirtschaft verzeichnete nach ersten Berechnungen im Jahr 2018 einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,5 %. Grundsätzlich zeigte sich die konjunkturelle Lage MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 damit in solider Verfassung und lag erneut über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Jedoch entwickelte sich das Wachstum deutlich weniger dynamisch als im Vorjahr. Treiber der positiven Entwicklung waren die weiterhin steigende Zahl der Erwerbstätigen und die damit einhergehende Konsumnachfrage der privaten Haushalte sowie ein kräftiger Anstieg im Baugewerbe. Dämpfend wirkten sich der Außenbeitrag und das produzierende sowie verarbeitende Gewerbe aus. Entwicklung des Primärenergieverbrauchs Auf der Basis vorläufiger Schätzungen der Arbeits­ gemeinschaft Energiebilanzen hat sich der Energie­ verbrauch in Deutschland im Jahr 2018 um 5,0 % auf 440,2 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten verrin­ gert. Zurückzuführen war diese Entwicklung vor allem auf gestiegene Preise, die milde Witterung sowie die verbesserte Energieeffizienz. Energieverbrauch in Deutschland hat sich 2018 um 5 % verringert. Der Primärenergieverbrauch verteilt sich in Deutsch­ land im Jahr 2018 wie folgt: PRIMÄRENERGIEVERBRAUCH G 04 Sonstige 0,4 % Kernenergie 6,4 % Steinkohle 10,1 % Mineralöl 34,1 % Braunkohle 11,5 % Mainova sieht Vereinheit­ lichung der Übertragungs­ netzentgelte positiv. Erneuerbare Energieträger 14,0 % Erdgas 23,5 % Quelle: P  ressedienst Nr. 5 / 2018 der Arbeitsgemeinschaft ­Energiebilanzen e. V., Berlin Gegenüber dem Vorjahr sind nur leichte Änderungen im Mix der Energieträger zu verzeichnen. Wichtigster Energieträger blieb auch im Jahr 2018 das Mineral­ öl. Mit 34,1 % verringerte sich dessen Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger verzeichnete mit 1,0 Prozentpunkten den größten Anstieg, gefolgt von Braunkohle mit einem Plus von 0,4 Prozent­ punkten und Kernenergie mit einer Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte. Dagegen sanken die Anteile der Energie­träger Steinkohle und Erdgas um 0,7 bezie­ hungsweise 0,6 Prozentpunkte. 33 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Verantwortlich für die Wertgewinne waren ein robus­ ter Energieverbrauch mit kräftigen Nachfragezuwäch­ sen, vor allem im asiatisch-pazifischen Raum, Störun­ gen auf der Angebotsseite und die im ersten Quartal final ratifizierten Reformen für den Europäischen Emissionshandel. Weiterhin machten sich in Europa die klimatischen Verhältnisse mehrfach mit extremen Ausprägungen bemerkbar. So sorgte am Gasmarkt der kalte Spätwinter im Februar und März für einen Här­ tetest des europäischen Versorgungssystems mit der Folge leerer Gasspeicher und außergewöhnlich hoher Einspeicherungen im Sommer. Hohe positive Tempe­ raturanomalien und überwiegend trockene Witterung ließen die Flusspegel wichtiger Schifffahrtswege auf kritische Tiefs fallen bei gleichzeitig signifikant stei­ genden Preisen für Binnenschiffstransporte, die die Grenzkosten zur Stromerzeugung deutlich erhöhten. Der durchschnittliche Kohlepreis in der ARA (Amster­ dam, Rotterdam, Antwerpen)-Region (API2) zeigte sich im Berichtszeitraum mit 87,05 US-Dollar pro Tonne um 18,1 % gegenüber dem Vorjahr verteuert. Aufgrund eines höheren Euro-Dollar-Wechselkur­ ses reduzierte sich der Preisanstieg auf Eurobasis. Während sich das Preisniveau im ersten Quartal mit nachlassendem Winterverbrauch und verbesserter Angebotsverfügbarkeit in Asien abschwächte, erhöh­ te sich der Preis im Umfeld anziehender Ölpreise und hoher Nachfrage im asiatischen Raum in den Sommer­ monaten spürbar. Im weiteren Jahresverlauf korre­ lierte der Kohlepreis mit den bis Oktober steigenden, danach volatil sinkenden Ölpreisen und vollzog nach einem Anstieg auf fast 100 US-Dollar im Oktober eine scharfe Preiskorrektur zurück in den Bereich um die 85 US-Dollar. Dazu beigetragen hat auch eine schwä­ chere globale Kohlenachfrage, unter anderem wegen einer verbesserten Verfügbarkeit von Atommeilern in verschiedenen asiatischen Staaten. Eine vorwiegend milde Witterung in Europa und Asien sorgte nach hitze­bedingt knappen Marktverhältnissen im Sommer ebenfalls für eine Entspannung im vierten Quartal. Der durchschnittliche Preis für Rohöl der Sorte Brent lag im vergangenen Jahr mit 68,53 US-Dollar pro Barrel um rund 24,7 % über dem vergleichbaren Vor­ 34 jahreszeitraum. Stützend auf die Ölpreise wirkte die seit 2017 konsequent umgesetzte Angebotskürzung der OPEC und einiger Nicht-OPEC-Länder. Weiter­ hin kam es beim Kartellmitglied Venezuela zu hohen Produktionsausfällen, was bei robustem globalem Verbrauchswachstum eine Normalisierung der glo­ balen Öllagerbestände begünstigte. Einen deutlichen Aufwärtsimpuls erhielten die Ölpreise am 7. Mai mit dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und der im Juni folgenden Absichtserklä­ rung des US-Präsidenten, Irans Ölexporte bis Novem­ ber zum Erliegen zu bringen. Nachdem die USA allerdings im November großzügige Ausnahmen für Abnehmer iranischen Öls verkündeten und im Vorfeld zahlreiche Produzenten ihren Ausstoß zum Ausgleich iranischer Mengen erhöht hatten, brach der Ölpreis Anfang Oktober von über 80 US-Dollar pro Barrel auf 54,16 US-Dollar pro Barrel zum Jahresende ein. Dies wurde durch gedämpfte Verbrauchsaussichten und einen Rückzug spekulativ orientierter Marktteil­ nehmer verstärkt. PREISENTWICKLUNG KOHLE UND ROHÖL G 05 Jan. Febr. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 100 Kohle- und Rohölpreise in USD pro Tonne bzw. Barrel Aufwärtstrend der Energie­großhandelspreise hat sich fortgesetzt. Entwicklung der Energiepreise und des CO2-Emissionshandels Der Aufwärtstrend der Energiegroßhandelspreise hat sich unter hohen Schwankungen im Geschäftsjahr fortgesetzt. Die durchschnittlichen Frontjahresnotie­ rungen für Strom, die Brennstoffe Rohöl, Gas, Kohle sowie für die europäischen Emissionsrechte zeigten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum deutliche Wertgewinne. Dabei setzte sich der Preis­ anstieg insbesondere im zweiten und dritten Quartal verstärkt fort, bevor ab dem vierten Quartal überwie­ gend Preisrückgänge einsetzten. Kohle API2 2019 in USD / t 80 60 Rohöl Brent 2019 in USD / b 40 Der durchschnittliche Erdgaspreis im Marktgebiet NCG (NetConnect Germany) für das nächstfällige Lieferjahr belief sich auf 20,95 Euro pro MWh. Nach mildem Winterbeginn sorgte ein seit Mitte Februar deutlicher Verbrauchsanstieg infolge kalter Witte­ rung bei rückläufiger Produktion in den Niederlan­ den und nur geringen Flüssigerdgas (LNG)-Zuflüs­ sen für schnelle Entleerung der Gasspeicher auf unter 20 % Füllstand. Die nach dem Winter hohe Nachfrage zur Einspeicherung stützte die Preise im Sommer. Ebenso trug der gestiegene Ölpreis vor allem im dritten Quartal zu einer Erhöhung des Erdgaspreises bei. Entspannend wirkten im vierten Quartal vorwiegend die milde Witterung und ein schwacher Verbrauch bei hohen Wintergasflüssen nach Wartungen und steigendem LNG-Angebot. Neben attraktiven europäischen Vermarktungsprei­ sen für LNG im dritten Quartal führten ein unter Erwartungen verbleibender Gasverbrauch in Asien, geringere Frachtkosten in Europa und ein global wachsendes LNG-Exportangebot zu deutlich stei­ genden Zuflüssen. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W irtschaftsbericht PREISENTWICKLUNG ERDGAS G 06 PREISENTWICKLUNG STROM Jan. Febr. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 28 24 60,0 Strompreis in Euro pro MWh Gaspreis in Euro pro MWh Jan. Febr. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. G 08 Erdgas NCG 2019 in Euro / MWh 20 16 50,0 Strom Base 2019 in Euro / MWh 40,0 30,0 Die Preise für Emissionsrechte (EU-Allowances (EUA)) verzeichneten im Jahresverlauf einen signi­ fikanten Preisanstieg von ca. 8 Euro pro Tonne zu Jahresbeginn auf 25 Euro pro Tonne Ende Dezember. Ausgelöst wurde diese Preisentwicklung hauptsäch­ lich von den im November 2017 verabschiedeten und im März 2018 formal finalisierten Reformplänen das Europäische Emissionshandelssystem betreffend. Die Beschlüsse sehen insgesamt einen signifikanten Abbau des bestehenden Angebotsüberschusses in den nächsten Jahren vor. PREISENTWICKLUNG EMISSIONSRECHTE G 07 Die Deckungsbeiträge bei der Stromerzeugung (Grundlast) entwickelten sich unterschiedlich. Wäh­ rend sich die Margen für Kohlekraftwerke (Clean Dark Spread) für die Grundlastvermarktung des Frontjahres infolge steigender Kohle- und Emissi­ onshandelspreise durchschnittlich leicht verschlech­ terten, konnten sich die Margen für Gaskraft­werke (Clean Spark Spread) aufgrund der geringeren Preissteigerung von Gas im Vergleich zu Strom sowie dem geringeren Einfluss der deutlich gestiegenen CO2-Preise auf die Erzeugungskosten tendenziell weiter verbessern. Preise für Emissions­ rechte mit signifikantem Preisanstieg MARGEN IN DER STROMERZEUGUNG G 09 23,0 19,0 Jan. Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. EUA 2019 in Euro / t 15,0 11,0 7,0 Eng angelehnt an den gefestigten Brennstoffpreis­ verlauf und den deutlichen Anstieg der Emissions­ handelspreise zeigte sich der Preis für Grundlast­ strom. Im Vergleich zum Vorjahr gewann der Front­ jahreskontrakt 36,1 % an Wert auf durchschnittlich 44,08 Euro pro MWh. Nach einem Jahrestief von 33 Euro pro MWh im Februar infolge korrigierender Kohle-, Gas- und Ölpreise waren es neben wieder anziehenden Brennstoffwerten vor allem die deutlich steigenden EUA-Notierungen, die zu einem Hoch von über 56 Euro pro MWh im September führten. Neben den Brennstoff- und EUA-Notierungen zeigten sich im Frühjahr und Sommer die Spot- und Front­ monatspreise stützend für den Preisverlauf. Hier machten sich eine niedrige Windkrafterzeugung bei überdurchschnittlich hohen Temperaturen sowie geringe Niederschläge bemerkbar. Margen für Kohle- bzw. Gaskraftwerke in Euro pro MWh Preis der CO2-Emissionsrechte in Euro pro Tonne Jan. Febr. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 27,0 10,00 5,00 Clean Dark Spread (Base) 0,00 –5,00 Clean Spark Spread (Peak) GESCHÄFTSVERLAUF DES KONZERNS Gesamtaussage des Vorstands Im Jahr 2018 haben wir unser bereinigtes EBT in Höhe von 144,3 Mio. Euro um 12,1 Mio. Euro gegen­ über dem Vorjahr gesteigert. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen konnten wir unsere Erwartun­ gen leicht übertreffen. Dies hängt unter anderem mit der positiven Entwicklung unseres Beteiligungsport­ folios zusammen. In unserem Kerngeschäft ist der Wettbewerbsdruck insbesondere in dem ohnehin stark kompetitiven Energiemarkt in Frankfurt deutlich gestiegen. In diesem Umfeld konnten wir uns dennoch weiterhin MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Bereinigtes EBT steigt auf 144,3 Mio. Euro. Wettbewerbsdruck im Kerngeschäft deutlich gestiegen 35 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN erfolgreich behaupten. Dies zeigt sich in einem wei­ ter gestiegenen Kundenbestand. Dazu hat auch eine faire und marktgerechte Preisgestaltung für unsere Kunden beigetragen. So wurden beispielsweise in der Gasversorgung die Preise nach dem Jahr 2017 auch im Jahr 2018 weiter gesenkt. Durch die außerordent­ lich warme Witterung waren allerdings im Gas- und Wärmegeschäft Absatzrückgänge zu verzeichnen, die vor allem in der Gasversorgung zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses geführt haben. Wir haben auch im Jahr 2018 hohe Investitionen in den Erhalt, die Ertüchtigung und den Ausbau der Netze und der Erzeugungsinfrastruktur getätigt. Damit reagieren wir auf die infrastrukturellen Heraus­ forderungen insbesondere durch das starke Wachs­ tum der Stadt Frankfurt und der Rhein-Main-Region. Nachdem im Vorjahr die abschließenden Bautätig­ keiten zum Wärmeversorgungskonzept im Fokus standen, wurden im Jahr 2018 unsere Kraftwerke durch Großrevisionen ertüchtigt. Diese Maßnahmen werden auch im Geschäftsjahr 2019 zu hohen Inves­ titionen führen. Marktführende Rolle im Mieterstrommodell Mit der Umsetzung unserer neuen Unternehmens­ strategie „Mainova 2028“ haben wir uns hinsichtlich der wichtigen Themen, die unser Unternehmen in den zukünftigen Jahren beeinflussen werden, posi­ tioniert. Hiervon werden auch unsere Kunden vor allem durch die Entwicklung innovativer und maßge­ schneiderter Kundenlösungen und Dienstleistungen profitieren. Dazu zählt unter anderem unser Mieter­ strommodell, bei dem wir inzwischen eine marktfüh­ rende Rolle in Deutschland einnehmen. Ergänzend haben wir unser Produktportfolio in den Bereichen Elektromobilität und Carsharing erweitert. Daneben haben wir uns durch die Einführung innovativer und agiler Arbeitsmethoden zukunftsweisend aufgestellt. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der konse­ quenten Weiterentwicklung unseres Konzerns im Jahr 2018 ein neues Vorstandsressort geschaffen, unter anderem um den Herausforderungen der Digi­ talisierung und der damit verbundenen Vielzahl an neuen Aufgaben zu begegnen. Absatz Der Absatz hat sich wie folgt entwickelt: ABSATZ Im Gasgeschäft führten die deutlich wärmere Witte­ rung sowie ein Mengenrückgang bei den Energiepart­ nern zu einem Absatzrückgang. Dies wurde teilweise durch Kundengewinne im Individualkundensegment sowie den Anstieg der Handelsmengen aufgrund witterungsbedingter Rückverkäufe kompensiert. Der geringere Wärmeabsatz beruht im Wesentlichen auf der wärmeren Witterung. Der Anstieg des Wasserabsatzes ist insbesondere auf das Wachstum der Stadt Frankfurt und den nieder­ schlagsarmen Sommer zurückzuführen. Erzeugungsmengen Im Geschäftsjahr 2018 haben wir in unseren Anlagen folgende Mengen erzeugt: ERZEUGUNGSMENGEN Einheit T 02 2018 2017 Veränderung Mainova Wärme / Kälte Mio. kWh 1.743 1.788 – 2,5 % Strom Mio. kWh 1.041 1.227 – 15,2 % Beteiligungen Wärme / Kälte Mio. kWh 487 457 6,6 % Strom Mio. kWh 434 839 – 48,3 % Die erzeugten Wärmemengen der Mainova sind witterungsbedingt gesunken. Gegenläufig waren Zuwächse bei dezentralen Anlagen zu verzeichnen. Der Anstieg der Wärmemengen bei den Beteiligun­ gen entfällt auf das MHKW Müllheizkraftwerk Frank­ furt am Main GmbH Nordweststadt. Sowohl die Stromerzeugungsmengen der Mainova als auch der Beteiligungen sind gegenüber dem Vorjahr gesunken. Bei unseren wärmegeführten Kraftwerken in Frankfurt ist dies zum Teil durch revisionsbedingte Kraftwerksausfälle verursacht. Die reduzierte Strom­ erzeugung bei den Beteiligungen entfällt auf das Gemeinschaftskraftwerk Bremen. T 01 Einheit 36 Im Stromvertrieb konnte der Absatz durch Kundenge­ winne im Standardkundenbereich gesteigert werden. Ursächlich für den Rückgang des Stromabsatzes war ein zum Jahresende 2017 ausgelaufener Vertrag im Stromhandel. 2018 2017 Veränderung Strom Mio. kWh 9.260 10.831 Gas Mio. kWh 15.080 15.317 – 14,5 % – 1,5 % Wärme / Kälte Mio. kWh 2.008 2.068 – 2,9 % Wasser Mio. m³ 48,1 46,0 4,6 % Die folgenden Darstellungen zeigen den prozentua­ len Anteil der Kraftwerke an der Strom- und Wärme­ erzeugung: MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W irtschaftsbericht STROMERZEUGUNG G 10 Solaranlagen 2,4 % Sonstige dezentrale Anlagen 1,3 % Biomassekraftwerk Fechenheim 5,7 % Windparks 10,6 % Gemeinschaftskraftwerk Bremen 10,8 % Heizkraftwerke 53,2 % MHKW Nordweststadt 16,0 % WÄRME- / KÄLTEERZEUGUNG G 11 Biomassekraftwerk Fechenheim 2,0 % Sonstige dezentrale Anlagen 11,6 % Erdgas ist weiterhin mengenmäßig der größte Ein­ satzfaktor, jedoch verringerte sich der Anteil um 3,9 Prozentpunkte. Die erneuerbaren Energieträger und Abfall verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg. Hingegen reduzierte sich der Anteil von Steinkohle weiter um 2,9 Prozentpunkte. Die Kohlendioxid-Emissionen unserer Heizkraft- und Heizwerke lagen im Jahr 2018 mit rund 1,0 Mio. Ton­ nen CO2 um 0,4 Mio. Tonnen unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei ist der Einsatz von Biomasse und Abfall als Brennstoff als CO2-neutral zu bewerten. Ertragslage des Konzerns Das EBT des Konzerns lag bei 155,6 Mio. Euro (Vorjahr 136,8 Mio. Euro). Nach Bereinigung um ­Effekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 belief sich das EBT auf 144,3 Mio. Euro (Vorjahr 132,2 Mio. Euro). Das bereinigte EBT nach Segmenten hat sich wie folgt entwickelt: BEREINIGTE SEGMENTERGEBNISSE MHKW Nordweststadt 21,8 % Heizkraftwerke* 64,6 % * inklusive Heiz- / Kältewerk * Inklusive Heiz- / Kältewerk MIO. € 2018 Stromversorgung – 3,4 7,4 – 10,8 Gasversorgung 51,8 81,3 – 29,5 Erzeugung und Fernwärme ENERGIEEINSATZ DER KRAFTWERKE Wind 6,2 % Biomasse 6,6 % Erdgas 38,0 % Steinkohle 25,1 % MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Veränderung 21,5 9,2 12,3 6,4 8,6 – 2,2 Wasserversorgung 5,7 4,3 1,4 72,3 27,1 45,2 – 10,0 – 5,7 – 4,3 144,3 132,2 12,1 Sonstige Aktivitäten / Konsolidierung G 12 Solar 1,3 % Heizöl 0,7 % Abfall 22,1 % 2017 Erneuerbare Energien / Energiedienst­leistungen Beteiligungen Der Energieeinsatz der Kraftwerke im Jahr 2018 stellte sich wie folgt dar: T 03 In der Stromversorgung konnten wir wie geplant überregional Kunden gewinnen. Dies führte im ope­ rativen Vertriebsgeschäft zu einer stabilen Ergeb­ nissituation. Der deutliche Rückgang des Segment­ ergebnisses gegenüber Vorjahr und Plan resultierte im Wesentlichen aus dem Netzgeschäft und war in Belastungen durch Verpflichtungen aus Baumaß­ nahmen begründet. Stabiles Ergebnis im ­operativen Vertriebs­ geschäft Das Ergebnis der Gasversorgung liegt erwartungs­ gemäß deutlich unter dem Vorjahr. Hier machten sich neben einer wärmeren Witterung der durch den intensiven Wettbewerb in allen Kundensegmenten verursachte Margendruck sowie der Absatzrückgang bei Energiepartnern bemerkbar. Positiv wirkten sich hingegen Kundengewinne im Geschäftskunden­ bereich aus. 37 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Im Segment Erzeugung und Fernwärme wird die voll­ ständige Wertschöpfung in der Fernwärme von der Erzeugung über das Netz bis zum Vertrieb abgebil­ det. Während der Wärmevertrieb von der Einführung eines neuen Preissystems beeinflusst war, belasteten deutlich geringere Ergebnisse aus vermiedener Netz­ nutzung das Ergebnis. Gegenläufig wirkte sich die gestiegene KWK-Förderung unserer Kraftwerke aus. Insgesamt konnte erwartungsgemäß ein merklicher Ergebnisanstieg erzielt werden. Ergebnissteigerungen unserer Wind-, Photovoltaikund Contractinganlagen wirkten sich positiv auf das Ergebnis im Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen aus. Dem standen Kosten für den Aufbau des Energiedienstleistungsgeschäfts gegenüber. Insgesamt wurde das erwartete Ergeb­ nisniveau erreicht. Das Ergebnis in der Wasserversorgung lag aufgrund von Mengen- und Preiseffekten leicht über dem Vor­ jahres- und Planniveau. Die Mengensteigerung ist insbesondere auf das Wachstum der Stadt Frankfurt sowie den niederschlagsarmen Sommer zurückzufüh­ ren. Ferner machte sich die zum 1. Juli 2018 vorge­ nommene Preisanpassung bemerkbar. Ursächlich für den starken Anstieg im Segment Betei­ ligungen waren Ergebnisverbesserungen im Rahmen der Equity-Fortschreibung bei zwei Beteiligungen jeweils im unteren zweistelligen Millionenbereich. Bei der ersten Beteiligung, einer Holdinggesellschaft, wirkten sich positive Effekte aus Unternehmenstrans­ aktionen im aktuellen Geschäftsjahr aus. Bei der zwei­ ten Beteiligung war das Vorjahr durch Belastungen aus Wertminderungen geprägt. Die positiven Effekte aus den Unternehmenstransaktionen führten zu der deut­ lichen Planüberschreitung des Segmentergebnisses. Nachfolgend wird die Entwicklung der einzelnen Pos­ ten der unbereinigten Gewinn- und Verlustrechnung erläutert. Bei den Umsatzerlösen aus Strom resultierte die Stei­ gerung im Wesentlichen aus Mengenzuwächsen im Standardkundengeschäft. Gegenläufig verringerten sich die Handelserlöse insbesondere aufgrund eines zum Jahresende 2017 ausgelaufenen virtuellen Kraft­ werksvertrags. Die Gaserlöse waren unter anderem durch witterungsbedingte Mengenrückgänge im Privatkundengeschäft sowie ein rückläufiges Ener­ giepartnergeschäft gesunken. Gegenläufig wirkten höhere Handelserlöse teilweise kompensierend. Im Wärmegeschäft war insbesondere durch die Einfüh­ rung des neuen Preissystems ein Umsatzanstieg zu verzeichnen. Die Wassererlöse lagen aufgrund einer Preisanpassung sowie durch Absatzsteigerungen über dem Vorjahr. Der Anstieg der Netzentgelte war überwiegend preisbedingt. Die sonstigen Umsatzer­ löse sind einerseits durch höhere Auflösungen von Baukostenzuschüssen im Rahmen der Erstanwen­ dung des IFRS 15 und andererseits durch gestie­ gene Umsätze aus Bauleistungen im Netzbereich verursacht. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 16,4 Mio. Euro auf 55,4 Mio. Euro resultierte ins­ besondere aus einem im Vorjahr enthaltenen Erlös aus der Veräußerung eines Grundstücks sowie gerin­ geren Auflösungen von Rückstellungen. Der Materialaufwand betraf überwiegend den Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserbezug, die Kos­ ten für den Einsatz von Primärenergie in den eige­ nen Kraftwerken sowie Netzentgelte. Der Anstieg um 56,6 Mio. Euro auf 1.585,7 Mio. Euro entfiel im Wesentlichen auf höhere Bezugsaufwendungen und vorgelagerte Netzkosten im Strombereich. Der Gas­ bezug lag annähernd auf Vorjahresniveau. Der Personalaufwand lag mit 218,5 Mio. Euro um 3,4 Mio. Euro über dem Vorjahr. Dies war durch tarif­ lich bedingte Gehaltsanpassungen bedingt. Die Abschreibungen beliefen sich auf 82,5 Mio. Euro und lagen auf Vorjahresniveau. Die Umsatzerlöse stellten sich wie folgt dar: UMSATZERLÖSE MIO. € Strom 2018 2017 Veränderung 1.048,8 1.034,7 14,1 Gas 474,2 496,6 – 22,4 Wärme / Kälte (1) 155,0 130,4 24,6 Wasser Netzentgelte Sonstige (1) 38 T 04 84,1 77,7 6,4 153,0 136,7 16,3 133,6 123,6 10,0 2.048,7 1.999,7 49,0  avon im Jahr 2018 Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß D IFRS 15 in Höhe von 151,5 Mio. Euro Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 150,5 Mio. Euro reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Mio. Euro. Dies war auf eine Vielzahl von Einzeleffekten zurückzuführen. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzier­ ten Finanzanlagen in Höhe von 92,0 Mio. Euro lag um 51,3 Mio. Euro über dem Vorjahr. Der Anstieg entfiel insbesondere auf Ergebnisverbesserungen bei zwei Beteiligungen. Dies war einerseits deutlich durch positive Effekte aus Transaktionen im aktuellen Jahr beeinflusst; andererseits waren im Vorjahr hohe Belastungen aus Risikovorsorgen und Abschreibun­ gen enthalten. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W irtschaftsbericht Der Rückgang der Finanzerträge um 5,5 Mio. Euro auf 6,2 Mio. Euro resultierte aus geringeren Zins­ effekten aus Rückstellungen. Die Finanzaufwendun­ gen beliefen sich auf 23,6 Mio. Euro und lagen auf Vorjahresniveau. Diesbezüglich verweisen wir auf die Ausführungen zu den Bilanzierungsänderungen in Abschnitt 2 im Konzernanhang. Vermögenslage des Konzerns Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 318,9 Mio. Euro auf 3.031,2 Mio. Euro. Bei den langfristigen Schulden handelte es sich in Höhe von 460,7 Mio. Euro (Vorjahr 517,4 Mio. Euro) um Finanzschulden. Davon sind 147,4 Mio. Euro innerhalb eines Zeitraums von ein bis fünf Jahren und 313,3 Mio. Euro erst nach mehr als fünf Jahren fällig. Der durchschnittliche Zinssatz der Finanz­ schulden betrug 3,6 %. Die langfristigen Schulden haben sich im Wesentlichen durch gestiegene passive latente Steuern erhöht. Gegenläufig wirkten sich die gesunkenen langfristigen Finanzschulden aus. Im kurzfristigen Bereich sind sowohl die Verbindlich­ keiten aus Lieferungen und Leistungen als auch die kurzfristigen Finanzschulden gestiegen. BILANZ (KURZFASSUNG) Die Investitionen gliederten sich wie folgt: Der Rückgang der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 12,0 Mio. Euro auf 26,4 Mio. Euro entfiel sowohl auf die tatsächlichen Steuern insbe­ sondere aufgrund eines geringeren Ergebnisses der Mainova AG als auch auf Steuern aus Bewertungsun­ terschieden zwischen IFRS und Steuerbilanz. MIO. € 31.12.2018 T 05 31.12.2017 Veränderung Summe ­Vermögenswerte Langfristige ­Vermögenswerte 2.506,5 2.246,7 259,8 Kurzfristige ­Vermögenswerte 524,7 465,6 59,1 3.031,2 2.712,3 318,9 INVESTITIONEN MIO. € 2018 Erzeugungsanlagen 20,5 16,4 Verteilungsanlagen 63,2 72,3 Grundstücke und Gebäude Sonstiges Summe Eigenkapital und Schulden Investitionen in immaterielle ­Vermögenswerte und Sachanlagen Eigenkapital Beteiligungen 1.259,5 1.016,2 243,3 Langfristige Schulden 1.118,3 1.106,1 12,2 Kurzfristige Schulden 653,4 590,0 63,4 3.031,2 2.712,3 318,9 Die langfristigen Vermögenswerte haben sich um 259,8 Mio. Euro erhöht. Insbesondere wirkte sich die Anpassung des Auflösungszeitraums bei Baukos­ tenzuschüssen nach dem neuen Standard IFRS 15 erhöhend auf die langfristigen Vermögenswerte aus. Zudem erhöhte sich der Buchwert der nach der Equi­ ty-Methode bilanzierten Finanzanlagen insbesondere durch Ergebnisverbesserungen bei einigen Gesell­ schaften. Der Anteil des langfristigen Vermögens an der Bilanzsumme belief sich auf 82,7 % (Vorjahr 82,8 %) und wurde zu 50,2 % (Vorjahr 45,2 %) durch Eigenkapital gedeckt. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte entfiel im Wesentlichen auf die For­ derungen aus Lieferungen und Leistungen. Dabei erhöhten sich die abgerechneten Forderungen und die Forderungen aus Verbrauchsabgrenzung. Die Eigenkapitalquote belief sich auf 41,6 % (Vor­ jahr 37,5 %). Die Erhöhung des Eigenkapitals ent­ fällt im Wesentlichen auf zwei Umstellungseffekte aus dem neuen Standard IFRS 15. Die Anpassung bei den Baukostenzuschüssen und beim Regulie­ rungskonto wirkten sich eigenkapitalerhöhend aus. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 T 06 Minderheitsanteile 2017 8,5 16,7 16,5 12,8 108,7 118,2 3,3 4,8 – 32,5 112,0 155,5 Die Investitionsprojekte zur Erweiterung und zum Erhalt der Verteilnetze für die Strom-, Gas-, Wärmeund Wasserversorgung stellten den Schwerpunkt der Investitionen in Sachanlagen dar. Im Rahmen der Großrevision des Heizkraftwerks (HKW) West wurden Investitionen in Höhe von rund 10 Mio. Euro getätigt. Ein weiterer Fokus lag auf der abschließen­ den Umsetzung des Wärmeversorgungskonzepts mit dem Ziel der Optimierung der Erzeugungsanlagen und des Fernwärmenetzes in Frankfurt am Main. Hierfür wurden rund 4 Mio. Euro (Vorjahr rund 22 Mio. Euro) investiert. Langfristige Vermögens­ werte um 259,8 Mio. Euro erhöht Bei dem Erwerb von Beteiligungen handelte es sich im Wesentlichen um eine Kapitaleinlage in eine unse­ rer Beteiligungen an Gaskraftwerken. Finanzlage des Konzerns Das Finanzmanagement verantwortet die Sicherung des finanziellen Vermögens der Mainova sowie die Gewährleistung ausreichender Liquiditätsreserven. Dies stellt die uneingeschränkte Erfüllung der Zah­ lungsverpflichtungen jederzeit sicher. Eigenkapitalquote steigt auf 41,6 %. 39 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die finanzielle Entwicklung des Unternehmens zeigt die nachfolgende zusammengefasste Kapitalfluss­ rechnung: KAPITALFLUSSRECHNUNG MIO. € Cashflow aus der ­laufenden Geschäfts­ tätigkeit Cashflow aus der ­Investitionstätigkeit Cashflow aus der ­Finanzierungstätigkeit 2018 T 07 2017 Veränderung 226,3 202,6 23,7 – 99,8 – 43,1 – 56,7 31,4 – 131,1 – 162,5 Zahlungswirksame Veränderung des ­Finanzmittelfonds – 4,6 – 3,0 – 1,6 Finanzmittelfonds 10,0 14,6 – 4,6 Finanzmittelfonds ­einschließlich Guthaben aus Cash Pooling 64,8 66,4 – 1,6 Vorstand auf vier Mitglieder erweitert Der positive Cashflow aus der laufenden Geschäfts­ tätigkeit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 23,7 Mio. Euro und lag bei 226,3 Mio. Euro. Dies war im Wesentlichen auf eine Erhöhung von Rückstellun­ gen (Vorjahr Verminderung) zurückzuführen. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 99,8 Mio. Euro lagen um 56,7 Mio. Euro über dem Vorjahr. Dies war insbesondere bedingt durch die Veränderung des Cash Poolings mit der Stadt­werke Frankfurt am Main Holding GmbH (SWFH) sowie geringeren Erlösen aus Anlagenabgängen. Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 131,1 Mio. Euro resultierte wie im Vorjahr insbesondere aus der Gewinnabführung an die SWFH und der Tilgung von Krediten. Im Vorjahr waren zudem Mittelabflüsse in Höhe von 32,5 Mio. Euro aus der Aufstockung der Anteile an der Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH auf 100 % enthalten. Kundenzufriedenheit im Fokus der Strategie 2028 40 Sonstige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Kundenzufriedenheit Die Zufriedenheit der Kunden ist seit jeher ein zen­ trales Anliegen der Mainova. Mit der Umsetzung der Strategie 2028 rückt der Aspekt noch stärker in den Fokus. Anhand eines Index, der die Dimensionen Zufriedenheit und Loyalität auf einer Skala von 0 bis 100 abbildet, wird die Zufriedenheit unserer Kun­ den mit der Zufriedenheit der Wettbewerbskunden verglichen. Wir erreichen bei unseren Kunden einen Wert im oberen Drittel der Skala und liegen damit auf dem geplanten Niveau. Mitarbeiterzufriedenheit Seit 2009 führen wir im Zwei-Jahres-Rhythmus unter­ nehmensweite Mitarbeiterbefragungen durch. Nach unserer Mitarbeiterbefragung Ende des Jahres 2017, die eine mehrheitlich positive Entwicklung gezeigt hat, wurden die Ergebnisse im Geschäftsjahr in den Fach­ bereichen und auf Unternehmensebene ausführlich analysiert und eine Vielzahl von Verbesserungsmaß­ nahmen erarbeitet und angestoßen. Einzelne bereichs­ übergreifende Themen wie zum Beispiel Zusammen­ arbeit sind dabei in Teilprojekte der laufenden Unter­ nehmensstrategie Mainova 2028 eingeflossen. Die nächste Erhebung findet im Herbst 2019 statt. WESENTLICHE EREIGNISSE Ereignisse im Berichtsjahr Diana Rauhut wurde Ende August 2018 vom Aufsichts­ rat für fünf Jahre zum Vorstand bestellt. Seit 1. Novem­ ber 2018 verantwortet sie die Geschäftsbereiche Ver­ trieb Privat- und Gewerbekunden, Marketing, IT und den Kundenservice in der Tochtergesellschaft MSD. Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns hatte der Aufsichtsrat eine Erweiterung des Vorstands von drei auf vier Mitglieder beschlossen, um den Herausforderungen der zunehmenden Trans­ formation des Energieversorgungssystems sowie der Digitalisierung und der damit verbundenen Vielzahl an neuen Aufgaben zu begegnen. Im Oktober 2018 wurden 100 % der Anteile an der Energy Air GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2019 erworben. Die Gesellschaft bietet ein ganzheitli­ ches Geschäftsmodell für Energielösungen über die gesamte Wertschöpfungskette der Energieversor­ gung am Flughafen Frankfurt am Main. Ereignisse nach Ablauf des Berichtsjahres Es haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres ergeben. MITARBEITER Wir beschäftigten zum Jahresende 2018 im Konzern 2.698 (Vorjahr 2.659) und bei der Mainova AG 2.550 (Vorjahr 2.518) Mitarbeiter. Bis Ende des Jahres 2030 werden ca. 30 % der der­ zeitigen Belegschaft das Unternehmen aufgrund von Renteneintritten verlassen. Bereits im Jahr 2022 können diese Abgänge nicht mehr durch die Über­ nahme von Auszubildenden und dualen Studenten gedeckt werden. Eine weitere Herausforderung ist MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W irtschaftsbericht der aufgrund des demografischen Wandels zuneh­ mende Fachkräftemangel, insbesondere in den naturwissenschaftlichen und technischen Berufen. Die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern wird daher immer wichtiger, weshalb eine hohe Arbeit­ geberattraktivität für Mainova von entscheidender Bedeutung ist. Schwerpunkte unserer Personalpolitik bilden daher die qualifizierte Ausbildung von Nachwuchs­kräften, die Weiterentwicklung und -qualifizierung der Belegschaft sowie die Förderung von Zusammen­ arbeit und neuen Arbeitsmethoden im Rahmen von New Work-Konzepten. Der Wettstreit um leistungsstarke Talente beginnt bereits auf dem Ausbildungsmarkt. Die Erwartungen an den Arbeitgeber beziehungsweise das ausbilden­ de Unternehmen sind gestiegen. Zudem sind Nach­ wuchskräfte, insbesondere für technische Berufe, knapp. Mainova hat bereits vor einigen Jahren die Anzahl der Einstellungen von Nachwuchskräften auf jährlich rund 50 erhöht. Im April 2018 hat der Aufsichtsrat einer Änderung des Ausbildungskonzepts zugestimmt: Bislang erfolgte die Ausbildung über die SWFH in Zusam­ menarbeit mit externen Ausbildungswerkstätten. Ab dem Jahr 2019 werden die Auszubildenden direkt bei Mainova beschäftigt und im eigenen Haus aus­ gebildet. Dies ermöglicht eine individuellere Betreu­ ung und Entwicklung unserer Nachwuchskräfte. Des Weiteren werden hier wichtige Weichen für eine frühzeitige Bindung der Nachwuchskräfte an das Unternehmen gestellt. Kernelement des Ausbildungskonzepts ist ein neues, modern ausgestattetes Ausbildungszentrum mit tech­ nischem Schwerpunkt. Gemeinsam mit Fachpartnern aus Bildung, Wirtschaft und Handwerk wurde ein umfassendes Konzept mit einer Metall- und Elek­ trowerkstatt, Maschinen-, Automatisierungs- sowie Schulungs-, Besprechungs- und Aufenthaltsräumen erstellt. Hier wird künftig die Grundausbildung der technischen Auszubildenden erfolgen. Auch Schu­ lungen für die kaufmännischen und IT-Nachwuchs­ kräfte oder gemeinsame Events finden im neuen Ausbildungszentrum statt. Attraktive Angebote für Nachwuchskräfte bietet Mainova auch mit dualen Studiengängen in tech­ nischen, kaufmännischen und IT-Fachrichtungen. Zukünftig werden Angebote im Bereich von Mas­ ter-Studiengängen das Portfolio erweitern. Eine weitere Antwort auf den demografischen Wandel sowie den Fachkräftemangel sind gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen. Diese verbes­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 sern die fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Fähigkeiten der Belegschaft und stei­ gern gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung. Zusätzlich wirken diese Maßnahmen posi­ tiv auf die Attraktivität der Mainova als Arbeitgeber. Unseren Mitarbeitern steht deshalb ein breites Angebot an offenen Trainings zur Verfügung, das durch individuelle Bereichs- oder Teammaßnahmen ergänzt wird. Im Oktober 2018 haben wir dieses umfangreiche Weiterbildungsprogramm durch die Einführung von E-Learning erweitert. Kurse zu über 60 Themen stehen den Mitarbeitern digital zur Verfügung. Nahezu ein Drittel informiert über Energiethemen. Die übrigen Kurse behandeln z. B. Projektmanagement, Präsentationstechniken, Ver­ triebstraining oder Umgang mit Konflikten, aber auch Datenschutz und Compliance. E-Learning erweitert das umfangreiche ­Weiterbildungsprogramm. Zur Förderung engagierter Talente startete Mainova im November 2018 das „Förderprogramm Potenzia­ le“. Das Programm wendet sich an Mitarbeiter, die ein deutliches Potenzial für anspruchsvolle Aufga­ ben zeigen. Das Programm läuft über 18 Monate berufsbegleitend und fordert entsprechend großen Einsatz von den Teilnehmern. Es bietet im Gegenzug zahlreiche Möglichkeiten, sich persönlich sowie in der Methoden- und Sozialkompetenz weiterzuentwi­ ckeln und sich über die eigene Organisationseinheit hinaus im Unternehmen zu vernetzen. Den Veränderungen der Arbeitswelt und des Umfel­ des begegnen wir mit Methoden und Techniken aus dem Bereich „New Work“ – einem Sammel­ begriff für innovative und agile Arbeitsmethoden und Kreativtechniken ebenso wie für neue Formen der Zusammenarbeit. Mainova bietet in diesem Themengebiet offene Trainings für Techniken wie SCRUM (Methode agilen Projektmanagements) und Design Thinking (methodische, nutzerorientierte Vorgehensweise zum Lösen von Kundenproblemen und Entwickeln neuer Geschäftsmodelle) sowie die Begleitung von professionellen Trainern und Moderatoren für teamspezifische Workshops an. Im neu gestalteten „Ideenwerk“ finden Mitarbeiter den passenden Raum für die Anwendung dieser neuen Methoden. Das Ideenwerk bietet mit modu­ laren Möbeln, beschreibbaren Whiteboard-Tapeten und interaktiver, digitaler Medientechnik die ideale Infrastruktur. Bei einem „New Work Day“ im Herbst 2018 erhielten über 300 Mitarbeiter in Kurz-Work­ shops Einblicke in „New Work“-Methoden und Bei­ spiele aus der Unternehmenspraxis. New Work Neues, modern ­ausgestattetes ­Ausbildungszentrum Die Weiterentwicklung der grundlegenden Per­ sonalentwicklungssysteme hat Mainova mit der Überarbeitung des Kompetenzmodells für Mitar­ beiter und Führungskräfte begonnen. Die Heraus­ 41 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN forderungen durch veränderte Anforderungen an die Belegschaft, etwa aufgrund der zunehmenden Digitalisierung oder einer stärkeren Fokussierung auf Kundenbedürfnisse und interdisziplinärer Ver­ netzung, und die Themen der „Mainova Strategie 2028“ werden dort Einzug finden. In Verbindung mit einer digitalisierten Systemlandschaft stehen dem Unternehmen zukünftig weitere Steuerungs­ möglichkeiten für Personalentwicklung und Rekru­ tierung zur Verfügung. Um den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen zu können, startete der Personalbereich in 2018 das Digitalisierungsprojekt „HR 2020“: Workflows und Systeme sollen optimiert und in eine moderne HR-Systemlandschaft integriert werden. Darüber hinaus werden Services wie Employee Self Service (Stammdatenverwaltung durch den Mitarbeiter), Manager Self Service (zum Beispiel Stelleninformationen, Beschäftigungs- und Vergü­ tungsdetails für den Manager), ein automatisiertes Reisemanagement und Onboarding sowie unterstüt­ zende Talentmanagementtools neu implementiert. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT PROGNOSEBERICHT Für das Geschäftsjahr 2019 ist bereinigtes EBT leicht unter Vorjahres­ niveau geplant 42 Gesamtaussage des Vorstands über die ­Unternehmensentwicklung Das energiewirtschaftliche Marktumfeld ist von einem deutlichen Wandel geprägt. Während in der Vergangenheit maßgeblich politische Rahmen­ bedingungen die Haupttreiber für Veränderungen waren, gewinnt gegenwärtig die Digitalisierung zunehmend an Dynamik. Smarte Energielösungen sowie die Vernetzung von Anwendungen bieten das Potenzial moderner und innovativer Lösungsansätze. Unsere traditionellen Geschäftsmodelle werden von der wachsenden Bedeutung dezentraler Energie­ gewinnung mehr und mehr unter Druck gesetzt. Im Zusammenspiel mit effizienteren Technologien trägt dies maßgeblich zur Entstehung neuer Produkte und der Erschließung neuer Absatzmärkte bei. Anderer­ seits sind dadurch jedoch auch hohe Investitionen insbesondere in IT-Lösungen erforderlich. Trotz der zahlreichen Herausforderungen werden wir unsere Verschuldung auch weiterhin deutlich reduzieren. Mit der konsequenten Umsetzung unserer auf nach­ haltiges Wachstum ausgerichteten Unternehmens­ strategie sind wir in der Lage, die künftigen Heraus­ forderungen erfolgreich zu bewältigen. Konjunkturelle Entwicklung Nach der Prognose des Deutschen Instituts für Wirt­ schaftsforschung wird das BIP im Jahr 2019 gering­ fügig langsamer als im Vorjahr wachsen. Dabei wirkt sich ein zunehmend unsicheres weltwirtschaftliches Umfeld aus. Die Unsicherheit geht dabei vor allem von den wachsenden Sorgen um einzelne europäi­ sche Länder, in erster Linie Italien, und der Möglich­ keit eines eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und dem Rest der Welt aus. Dies beeinträch­ tigt die Investitionstätigkeit der Unternehmen welt­ weit und bremst somit das Wachstum der deutschen Exporte. Trotz der etwas gedämpften Konjunktur­ entwicklung bleibt die deutsche Wirtschaft allerdings weiterhin in einer guten Verfassung. Es wird von einer weiter sinkenden Arbeitslosenquote und einem hohen Lohnniveau ausgegangen. Dies begünstigt den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der deut­ schen Konjunktur bleibt. Eine Rolle spielen auch die von der Regierung geplanten Abgabenentlastungen und Ausgabenerweiterungen, die die Einkommen der privaten Haushalte ankurbeln. Auch die anvisierten öffentlichen Investitionen dürften die Binnenkonjunk­ tur leicht anregen. Entwicklung der Energiepreise und des CO2-Emissionshandels Auf Basis einer aktuell guten Versorgungslage und relativ stabiler Nachfrageverhältnisse am Energie­ markt erwarten wir auch für das Jahr 2019 ein anhal­ tend hohes bis weiter steigendes Preisniveau. Dabei sind zwischenzeitlich höhere Preisschwankungen möglich, allerdings dürften diese im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausfallen. Neben den grund­ legenden Wirkungen auf den Energiemarkt könnten auch energiepolitische Entscheidungen einen stär­ keren Einfluss auf das Marktgeschehen im nächsten Jahr nehmen. Hier sind zum Beispiel das Ergebnis der „Kohlekommission“ zum Kohleausstieg sowie die Genehmigung und eventuelle Fortschritte beim Bau der Nordstream II-Leitung zu nennen. Weitere wirtschaftspolitische Entwicklungen, wie der „Brexit“ oder die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA einerseits sowie China und der EU andererseits könn­ ten den Preisverlauf am Energie- und Emissionshan­ delsmarkt ebenfalls deutlich beeinflussen. Die Entwicklung an den Commodity-Märkten ist für uns bezogen auf das Jahr 2019 von untergeordneter Bedeutung, da wir die Mengen überwiegend schon kontrahiert haben. Geschäfts- und Ergebnisentwicklung Für das Geschäftsjahr 2019 ist ein um Effekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von deri­ vativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 bereinigtes MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT W I RTS C H A FT S B E R IC H T P rognose - , C hancen - und R isikobericht EBT leicht unter dem Vorjahresniveau geplant. Dabei werden sich vertriebliche Erfolge im Strom- und Gasgeschäft sowie der Ausbau des Wärmegeschäfts positiv auswirken, wobei der Druck auf die Margen bestehen bleibt. Höhere Aufwendungen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung sind planerisch berücksichtigt. Zudem trägt der Wegfall von positiven Sondereffekten im Beteiligungsbereich wesentlich zu dem leicht rückläufigen Ergebnis bei. Die für das Jahr 2019 erwartete Entwicklung unse­ res finanziellen Leistungsindikators bereinigtes EBT stellt sich nach Segmenten wie folgt dar: ERWARTETE SEGMENTENTWICKLUNG T 08 2019 (Plan) Stromversorgung Gasversorgung Erzeugung und Fernwärme Erneuerbare Energien / Energiedienstleistungen Wasserversorgung Beteiligungen Konzern deutlich über Vorjahr auf Vorjahresniveau Aufgrund von positiven Einmaleffekten im Geschäfts­ jahr 2018 rechnen wir mit einem deutlich geringeren Ergebnis im Segment Beteiligungen. Wir erwarten, dass unsere Leistungsindikatoren Kun­ den- und Mitarbeiterzufriedenheit im Jahr 2019 auf Höhe der letzten Erhebung liegen. Investitionen und Finanzlage Unser geplantes Investitionsvolumen bleibt auch nach der Fertigstellung des Wärmeversorgungs­ konzepts auf einem hohen Niveau. Ausschlaggebend hierfür ist unter anderem, dass die Digitalisierung in der Branche stetig zunimmt und hohe Investitionen erforderlich macht. moderat über Vorjahr auf Vorjahresniveau auf Vorjahresniveau deutlich unter Vorjahr leicht unter Vorjahr Im Segment Stromversorgung gehen wir von einer deutlichen Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr aus. Dies ist insbesondere auf das Netzgeschäft zurück­ zuführen, welches im Jahr 2018 durch Verpflichtungen aus Baumaßnahmen belastet war. Zudem sollen kon­ tinuierlich Privat- und Gewerbekunden wertorientiert gewonnen werden. Auch im Geschäftskundenbereich plant der Vertrieb eine Steigerung des Absatzes. Im Segment Gasversorgung wird sich der weiterhin intensive Wettbewerb auf unsere angespannten Gas­ vertriebsmargen auswirken. Das Vorjahr war unter anderem durch die warme Witterung beeinflusst, sodass wir bei einem durchschnittlichen Witterungs­ verlauf im Jahr 2019 ein Ergebnis auf Vorjahres­ niveau erwarten. Für das Segment Erzeugung und Fernwärme rechnen wir mit einem moderat über dem Vorjahr liegenden Ergebnis. Dies resultiert aus Primärenergieeinspa­ rungen im Zusammenhang mit dem Wärmeversor­ gungskonzept sowie aus steigenden Absatzmengen durch Neuanschlüsse von Kunden. Der weitere Ausbau des Segments Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen wird im Jahr 2019 fortgesetzt. Durch gegenläufig steigen­ de Anlaufkosten gehen wir von einem Ergebnis auf Vorjahres­niveau aus. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Für die Wasserversorgung wird ein unverändertes Ergebnisniveau erwartet. Die geplanten Investitionen verteilen sich wie folgt: ERWARTETE INVESTITIONEN MIO. € T 09 2019 Verteilungsanlagen 81 Erzeugungsanlagen 26 Sonstiges 35 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Erwerb von Beteiligungen Investitionen gesamt 142 9 151 Der Schwerpunkt unserer Investitionsplanung liegt traditionell im Bereich Netz. Durch die hohen Inves­ titionen in den Ausbau und den Erhalt unserer Ver­ sorgungsnetze gewährleisten wir ein hohes Maß an Versorgungszuverlässigkeit und -qualität im Interesse unserer Kunden. Darüber hinaus werden Investitio­ nen in Umspannwerke getätigt. Netze als Schwerpunkt der Investitionsplanung Die geplanten Investitionen in Erzeugungsanlagen tragen maßgeblich dazu bei, die zuverlässige Ener­ gieversorgung und die ressourcenschonende, effi­ ziente Energieerzeugung weiter fortzusetzen. Darin enthalten ist zudem eine im Kraftwerksbereich not­ wendige Großrevision. Die in den sonstigen Investitionen enthaltenen ver­ stärkten Investitionen in die IT-Infrastruktur und Systeme tragen dazu bei, der zunehmenden Digita­ lisierung Rechnung zu tragen. Wir gehen davon aus, dass unsere Investitionen auch im Jahr 2019 vollständig durch Mittel aus der lau­ fenden Geschäftstätigkeit gedeckt werden können. 43 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Beurteilung der Risikosituation durch die Unternehmensleitung Zur Gewährleistung des langfristigen Unternehmens­ erfolgs ist ein nachhaltiges Risikomanagementsys­ tem von großer Bedeutung. Die über alle Unterneh­ menseinheiten identifizierten Chancen und Risiken werden dabei gemäß dem bestehenden Regelwerk zentral erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr stellte sich die Chancensituation nahezu unverändert dar, wobei sich der Umfang der Risiken im gleichen Zeitraum erhöhte. Dennoch sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Sachverhalte erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. ve Abweichungen zur verabschiedeten Wirtschafts­ planung sowie operationelle Risiken. Unter letzteren sind betriebliche, nicht eindeutig quantifizierbare Sachverhalte zu verstehen, die durch Unangemes­ senheit oder Versagen von internen Verfahren, Men­ schen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Hierzu zählen auch compliance­ relevante Themen. Liquiditätsrisiken bestehen, wenn benötigte Zah­ lungsmittel nicht oder nur zu erhöhten Kosten beschafft werden können. Aus Gründen der Verein­ fachung erfolgt eine nähere Beschreibung im Rah­ men der Unternehmensrisiken unter „Finanzen und Beteiligungen“. Das Risikomanagementsystem der Mainova stellt sich wie folgt dar: AUFSICHTSRAT i s i k o -Kom t -R Berichterstattung ee ZENTRALES RISIKOMANAGEMENT rk Aggregation it Delegation Koordination a 44 G 13 Risikostrategie und Risikofrüherkennungssystem ur Halbjährliche Risikoinventur Daneben beziehen sich die Unternehmenschancen und -risiken auf alle Sachverhalte, die aus der ope­ rativen Geschäftstätigkeit resultieren oder diese beeinflussen, exklusive der Markt- und Liquiditäts­ risiken. Hierzu zählen unter anderem Sachverhal­ te, die aus einer unzureichenden Einschätzung der branchenspezifischen Entwicklung im Hinblick auf Gesetzgebung und Markttrends resultieren, negati­ Berichterstattung inv ent Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Markt-, Unternehmens- sowie Liquiditätschancen bezie­ hungsweise -risiken. Erstere entstehen sowohl durch Preisveränderungen an den Absatz- und Beschaf­ fungsmärkten als auch infolge von Geschäftspartner­ ausfällen im Rahmen der erneuten Bewirtschaftung von Geschäften sowie bei Zahlungsausfällen. › Verantwortung für s i ko Einmal jährlich wird auf Basis des Eigenkapitals und des geplanten Ergebnisses des jeweiligen Geschäftsjahres eine Risikotragfähigkeit ermittelt. Zu Steuerungszwecken werden die Risiken der ent­ sprechenden Tragfähigkeit gegenübergestellt. VORSTAND Ri Ein Risiko ist hierbei als eine potenziell negative Abweichung von unternehmerischen Zielen oder Planwerten definiert. Demgegenüber bezeichnen wir eine Chance als potenziell positive Abweichung vom geplanten Unternehmensergebnis. Die Basis für deren Bewertung bilden Einschätzungen sowie Annahmen über denkbare zukünftige Entwicklungen und Ereignisse. RISIKOMANAGEMENTSYSTEM M Risikomanagementsystem Um den Anforderungen nach einer sachgerechten Risikoüberwachung und -steuerung zu entsprechen, hat Mainova ein adäquates System installiert. Hier­ durch wird Mainova in die Lage versetzt, kritische Geschäftsvorgänge zeitnah zu erfassen, zu analysie­ ren und erforderliche Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Rahmenbedingungen Berichterstattung FACHBEREICHE UND GESELLSCHAFTEN › Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken Alle potenziellen Geschäftsvorfälle mit einer positiven oder negativen Abweichung von Unternehmenszielen werden im Rahmen einer halbjährlichen Risikoinven­ tur erhoben. Die Identifizierung und systemseitige Erfassung der Sachverhalte erfolgt zunächst durch die operativ verantwortlichen Unternehmenseinhei­ ten der Mainova sowie der einbezogenen Tochter­ unternehmen. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT P rognose - , C hancen - und R isikobericht Die Einheiten sind zudem dafür verantwortlich, wirk­ same Maßnahmen aufzuzeigen, die Risiken vermei­ den, reduzieren und kontrollieren. Daneben stellen sie die Nutzung von Chancen sicher. Das Monitoring der Marktchancen und -risiken aus den Kerngeschäftsprozessen Energiebezug und Han­ del, Vertrieb sowie Erzeugung erfolgt in monatlichen Sitzungen des Markt-Risiko-Komitees (MRK) unter der Teilnahme von Vorstand und Führungskräften. Der Bereich „Finanzen, Rechnungswesen und Con­ trolling“ steuert und koordiniert das zentrale Risiko­ management und verantwortet die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat. Unvorhergesehene wesentliche Veränderungen der Risikosituation wer­ den vom zentralen Risikomanagement oder von den verantwortlichen Unternehmenseinheiten ad hoc an die Unternehmensleitung berichtet. Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird regelmäßig von der internen Revision geprüft. Zudem begutachtet der Wirtschaftsprüfer die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen nach § 91 Abs. 2 AktG. Marktchancen und -risiken Volatile Preisentwicklungen an den Rohstoff- und Energiebeschaffungsmärkten bergen sowohl bei der Beschaffung von Strom und Gas für unsere Kun­ den als auch bei der Vermarktung der in unseren eigenen Kraftwerken erzeugten Energie vielfältige Marktpreis­chancen und -risiken. Zudem bestehen Adressausfallrisiken, welche zur erneuten Bewirt­ schaftung von bereits abgesicherten Geschäften sowie zu Zahlungsausfällen führen können. Seit dem Jahresende 2017 bestimmen stetig steigen­ de Preise an den Rohstoff- und Energiemärkten das Marktgeschehen. Um die Preisrisiken aus erhöhten Bezugspreisen im Rahmen unserer Eindeckung mit Strom und Gas für das Vertriebsportfolio möglichst zu minimieren, setzen wir auf eine marktorientierte Beschaffung. Gleichzeitig trägt diese Situation zu einem Anstieg des Risikos erhöhter Wiederbeschaf­ fungskosten im Falle eines Ausfalls von Handelspart­ nern bei. Zur Risikodiversifizierung streben wir unter anderem eine sukzessive Ausweitung des Handels­ partnerportfolios an. Trotz des aktuell hohen Preisniveaus bleibt die wirtschaftliche Situation unserer konventionellen Erzeugungsanlagen anhaltend schwierig. Sie kom­ men aufgrund des vorrangig ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen immer sel­ tener zum Einsatz. Diesem Trend begegnen wir mit MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 einer langfristig und risikodiversifiziert ausgelegten Vermarktungsstrategie, die einer regelmäßigen Über­ prüfung und Anpassung unterliegt. Zur Absicherung von Preisänderungen aus der Brennstoffbeschaffung setzen wir Kohle-, Gas- und Öl-Swaps als Sicherungsinstrumente ein. Gleichzei­ tig werden zur Sicherung der Stromerlöse Vermark­ tungsgeschäfte (Forwards) für die eigenerzeugten Mengen abgeschlossen. In einem stark begrenzten und regelmäßig über­ wachten Umfang betreiben wir Eigenhandel mit defi­ nierten Commodities mit dem Ziel, Handelsmargen aus den Preisbewegungen am Markt zu generieren. Da­raus resultieren sowohl die Chance auf die Erzie­ lung positiver Ergebnisbeiträge als auch das Risiko des Abschlusses von verlustbringenden Geschäften. Bezüglich der Risiken aus der Verwendung von Finanz­ instrumenten verweisen wir auf den Abschnitt 7 im Konzernanhang. Für die Durchführung von Beschaffungs- und Ver­ marktungsaktivitäten sowie die finanziellen Siche­ rungs- und Eigenhandelsaktivitäten haben wir eindeutige Strategien und Rahmenbedingungen definiert. Diese werden regelmäßig durch das MRK geprüft und freigegeben. Die Steuerung der Marktrisiken erfolgt mittels eines Limitsystems. Grundlage hierfür ist ein von den operativen Einheiten unabhängiges Berichts­ wesen, das kontinuierlich die Risiken auf Basis der zugelassenen Instrumente überwacht. Die zentrale Steuerungskennzahl ist das Risikokapital bezie­ hungsweise der Value at Risk (VaR). Die Auslastung dieses globalen Limits berücksichtigt Handelsakti­ vitäten für das aktuelle sowie für die drei folgenden Geschäftsjahre. Der VaR zeigt dabei zudem mög­ liche Ergebnisschwankungen auf, die aus noch offenen Positionen des Energiehandelsportfolios der aktuellen Bewirtschaftungszeiträume entste­ hen können. Zum 31. Dezember 2018 belief sich die Auslastung des Risikokapitals inklusive des VaR auf rund 26,5 Mio. Euro, was einer Ausschöpfung des Limits von rund 53 % entspricht. Die Erhöhung dieser Kennzahl im Vergleich zum Vorjahr war im Wesentlichen auf einen steigenden Trend an den Commodity-Märkten zurückzuführen. Sukzessive Ausweitung des Handelsportfolios zur Risikodiversifizierung Unternehmenschancen und -risiken sowie übergeordnete Sachverhalte Die allgemeinen Unternehmenschancen und -risiken umfassen, wie voranstehend beschrieben, eine Vielzahl an Sachverhalten, die aus der operativen Geschäfts­ tätigkeit resultieren oder diese beeinflussen. Wir 45 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN teilen sie entlang der Wertschöpfungsstufen in die Kategorien Erzeugung, Handel, Vertrieb, Netz und Regulierung, Finanzen und Beteiligungen, S ­ hared Service sowie Recht und Compliance ein. Erwartungswert aller gemeldeten Risiken auf Vorjahresniveau Der Erwartungswert aller gemeldeten Risiken nach bereits eingeleiteten Gegenmaßnahmen beläuft sich zum 31. Dezember 2018 auf rund 33 Mio. Euro und liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau. Davon entfallen 6 % auf die Erzeugung, 10 % auf den Ver­ trieb, 24 % auf Netz und Regulierung, 19 % auf Finanzen und Beteiligungen, 37 % auf Shared Ser­ vices und 4 % auf sonstige Risiken einschließlich Recht und Compliance sowie Handel. Erzeugung Im Erzeugungsbereich liegt ein wesentliches Risiko in der Nichtanerkennung der Modernisierung unserer Anlagen im HKW West gemäß des KWKG. Damit würden die geplanten Förderungen entfallen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir derzeit als gering ein. Fernwärme zukunftsfähig machen Gezielte Erweiterung unseres Vertriebsgebiets Um die Handlungsfähigkeit der Mainova im Wärme­ markt sicherzustellen, haben wir eine übergreifende Wärmestrategie mit dem Ziel definiert, im Wärme­ netz langfristig Strukturen zu schaffen, die die Ein­ bindung von alternativen, nicht fossilen Wärme­ quellen ermöglichen und somit die Fernwärme zukunftsfähig machen. Im Betrachtungszeitraum ist eine Erhöhung des Automatisierungsgrades der Kraftwerke geplant, um Außenstandorte und Neben­ anlagen im Betrieb ohne Beaufsichtigung betreiben zu können. Ziel ist es, mit diesen Optimierungs­ maßnahmen die Effizienz und Flexibilität unseres Kraftwerksparks zu steigern sowie steigenden Per­ sonalkosten entgegenzuwirken. Im Bereich der Investitionen in regenerative Erzeu­ gungsanlagen konzentrierte sich unser Engagement überwiegend auf den Erwerb von Photovoltaik­ anlagen und Onshore-Windparks sowie die Opti­ mierung der Kostenstruktur der bestehenden Parks. Aufgrund der aktuellen Marktsituation können mit dem Erwerb von schlüsselfertigen Projekten unsere Renditeanforderungen nicht mehr erfüllt werden. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Engagement im Bereich Projektentwicklung ausgebaut, unter anderem durch die vollständige Übernahme der WPE – Hessische Windpark Entwicklungs GmbH von der ABO Wind AG. Das Gemeinschaftskraftwerk in Irsching, an dem Mainova mit 15,6 % beteiligt ist, befindet sich seit April 2016 in der Netzreserve. Währenddes­ sen darf das Kraftwerk nicht am Markt eingesetzt werden. Der Rechtsrahmen beinhaltet die Zahlung 46 von Erzeugungsauslagen, Betriebsbereitschafts­ auslagen für die Vorhaltung des Kraftwerks sowie eine Vergütung des anteiligen Werteverbrauchs in Abhängigkeit der aufgerufenen Betriebsstunden. Eine Erstattung der Kapitalkosten ist jedoch nicht vorgesehen. Damit ist eine volle Kostendeckung des Gemeinschaftskraftwerks in Irsching auch im Rahmen der Netzreserve nicht gewährleistet. Die Höhe der Kostenerstattungen ist zudem noch nicht abschließend geklärt. Aufgrund der weiterhin ange­ spannten Situation am Strommarkt wurde erneut eine vorläufige Stilllegungsanzeige gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber gestellt, welche auf­ grund der Systemrelevanz des Kraftwerks zurück­ gewiesen worden ist. Somit verbleibt die Anlage weiterhin bis mindestens 2020 in der Netzreserve. Das Gemeinschaftskraftwerk in Bremen, an dem wir mit 25,1 % beteiligt sind, ist bis zum Jahr 2021 langfristig vermarktet und damit nicht den Risiken des Marktes ausgesetzt. Aufgrund der angespannten Marktlage ist die langfristige Rentabilität jedoch fraglich und abhängig von der weiteren Entwicklung auf dem Terminmarkt. Den Risiken aus den Gaskraftwerken in Irsching und Bremen haben wir durch bilanzielle Maßnahmen Rechnung getragen. Handel Im Energiehandel ergibt sich neben den Marktpreisund Adressausfallrisiken (vgl. Kapitel 3.2.3) weiteres Risiko- und Verlustpotenzial. Durch die zunehmende Kleinteiligkeit des Geschäfts steigen die Komplexität der Prozesse sowie die Kosten. Zudem werden mit verstärkter Regulierung Kapazitäten gebunden und der Aufwand erhöht. Um insbesondere operationellen Risiken aus diesem Bereich zu begegnen, unterliegt die Übertragung von Daten in das beziehungsweise aus dem Han­ delssystem einer regelmäßigen Kontrolle. Darüber ­hi­naus erfolgt eine stetige Prozessoptimierung sowie Automatisierung interner Abläufe. Vertrieb Die Strom- und Gasversorgung unserer Privat- und Geschäftskunden ist durch anhaltend intensiven Wettbewerb geprägt. Um die sich daraus ergeben­ den Chancen zu nutzen, erweitern wir unser Ver­ triebsgebiet gezielt, um neue Kunden zu gewinnen. Zur Sicherung der bestehenden Marktanteile sowie zur Minderung des Risikos von Mengenverlusten ist die Pflege unserer Bestandskunden elementar. Dabei übernehmen wir für unsere Kunden zuneh­ mend die Funktion eines umfassenden Energie­ dienstleisters. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT P rognose - , C hancen - und R isikobericht Die Absatzmengen für Erdgas und Fernwärme sind in hohem Maße witterungsabhängig. Plane­ risch gehen wir diesbezüglich jeweils von dem durchschnittlichen Witterungsverlauf der vergan­ genen zehn Jahre aus. Abweichungen davon kön­ nen sowohl Chancen als auch Risiken darstellen. Im Jahr 2018 war ein überdurchschnittlich warmer Witterungsverlauf zu verzeichnen. Netz und Regulierung Das Netzgeschäft ist insbesondere durch die Vor­ gaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) einschließlich der Verordnungen sowie der Fest­ legungen der BNetzA zu den Kosten und Erlösen der Netzbetreiber geprägt. Diese Vorgaben bergen regulatorische Risiken, indem sie Netzbetreiber dazu zwingen, die Kosten zu senken und gleich­ zeitig eine angemessene Versorgungsqualität zu gewährleisten. Im Mai 2018 erhielt unsere Netzgesellschaft eine Mitteilung zur Festlegung der Netzkosten Strom, auf deren Basis der Effizienzvergleich mit anderen Netz­ betreibern und somit die Festlegung einer neuen Erlösobergrenze erfolgen soll. Zuvor angekündigte Kürzungen der anerkannten Netzkosten durch die BNetzA konnten auf ein akzeptables Maß begrenzt werden. Die Kapitalkosten aus den Investitionen der letzten Jahre in das Frankfurter Stromnetz finden daher ihren Niederschlag in der entsprechenden Erhöhung der Kostenbasis. Zur Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende führt die Mainova AG ein umfang­ reiches Projekt durch. Unsere Tochtergesellschaft MSD installiert moderne Messeinrichtungen im Netzgebiet der NRM, um den gesetzlichen Einbau­ pflichten gerecht zu werden. Um die sich daraus ergebenden Chancen eines neuen Geschäftsmodells beziehungsweise neuer Vertriebsprodukte nutzen zu können, wurden erste technische und organi­ satorische Voraussetzungen für die erforderliche Digitalisierung der Prozesse geschaffen. Dennoch werden uns die technischen Entwicklungen stets vor neue Herausforderungen stellen. Bereits heute versuchen Wettbewerber in diesem Segment durch neue Produkte wichtige Kundensegmente in unse­ rem Portfolio zu besetzen. Zudem werden regula­ torische Vorgaben Einfluss auf die Entwicklung des Geschäftsmodells nehmen. Bei der rechtlichen Sicherung zur Nutzung öffent­ licher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Strom- und Gasinfrastruktureinrich­ tungen müssen die konzessionsgebenden Städte und Gemeinden strukturierte Vergabeverfahren umsetzen. Bei auslaufenden Verträgen besteht auch in der Region Rhein-Main ein hoher Anreiz MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 für Wettbewerber, Angebote zu platzieren. Als Wett­ bewerber treten in der Regel andere Energiever­ sorgungsunternehmen aus der Region auf. Diese wollen ihr Netzgeschäft ausweiten oder verlorene Konzessionen kompensieren. Neben dem Ziel, Bestandskonzessionen in den Wettbewerbsverfah­ ren zu halten, bewirbt sich die Mainova AG auch um weitere Strom- und Gaskonzessionen in einem definierten Radius rund um Frankfurt. Der Konzessionswettbewerb bietet den etablierten Netzeigentümern sowie Netzbetreibern Wachstums­ chancen. Gleichzeitig birgt er aber auch das Risiko, eigene Konzessionen an andere Netzeigentümer und -betreiber vollständig zu verlieren oder die Kon­ zession nur im Rahmen eines Kooperationsmodells mit dem Konzessionsgeber weiterführen zu können. Finanzen und Beteiligungen Unter „Finanzen und Beteiligungen“ erfassen wir sowohl Liquiditäts-, Zinsänderungs- sowie Forde­ rungsausfallrisiken als auch Chancen und Risiken aus Beteiligungen. Liquiditätsrisiken können bestehen, wenn die erfor­ derlichen Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen, um Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Um diesen entgegenzuwirken, ist Mainova in das systematische Liquiditätsmanagement der SWFH eingebunden. Wir verfügen bei der SWFH über eine Kreditlinie in Höhe von 40 Mio. Euro. Darüber hinaus besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Termingelder zu ver­ einbaren, um Liquiditätsunterdeckungen zu vermei­ den. Bei Banken liegen keine Kreditlinien vor. Digitalisierung der Prozesse Zinsänderungsrisiken resultieren aus marktbeding­ ten Schwankungen der Zinssätze und wirken sich auf die Höhe der Zinsaufwendungen aus. Diese bestehen bei uns für verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, bei denen die Laufzeiten die vereinbarten Zinsbindungsfristen übersteigen. Wir begegnen derartigen Risiken zum Teil durch den Abschluss von Verträgen mit langfristigen Zinsbin­ dungsfristen. Darüber hinaus werden in Einzelfällen Zins-Swaps abgeschlossen. Die Gefahr von Forderungsausfällen besteht bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage einerseits bei den Kunden und andererseits bei den Kontrahenten im Energiehandel. Sowohl ein anfor­ derungsgerechtes Forderungsmanagement als auch Bonitätsrichtlinien für den Abschluss von neuen Verträgen sowie die Gewährung von Ratenplänen führten hier zu einer Risikoreduktion. Das Beteiligungscontrolling überwacht durch die turnusmäßige Berichterstattung die Chancen und Risiken aus Beteiligungsgesellschaften. Dabei wer­ 47 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Karrierepfade außerhalb der klassischen Führungslaufbahn den Plan-Ist-Abweichungen, die negative Auswir­ kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertrags­ lage haben, analysiert und, falls es erforderlich ist, gemeinsam mit der Gesellschaft Gegensteuerungs­ maßnahmen erarbeitet. Darüber hinaus führen wir insbesondere mit den großen Beteiligungsgesell­ schaften regelmäßige Management-Gespräche zur wirtschaftlichen Entwicklung, in denen auch die Unternehmensstrategie, Regulierungseinflüsse und Rentabilität größerer Investitionsvorhaben erörtert werden. Sofern Ereignisse oder veränderte Umstän­ de darauf hindeuten, dass die Buchwerte unserer Beteiligungsgesellschaften in ihrem Wert gemindert sind, führen wir eine Werthaltigkeitsprüfung durch. effizientes Berechtigungskonzept aktiv entgegen. Die Aufrechterhaltung und Optimierung der komplexen IT-Systeme werden maßgeblich durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Fachkräfte sowie die kontinuierliche Modernisierung von Hard- und Software erreicht. Shared Service In dieser Kategorie werden insbesondere Sachver­ halte aus den Bereichen Personal und IT erfasst. Compliancerechtlich relevant sind sowohl gesetz­ liche Vorgaben als auch interne Richtlinien und Verhaltensregeln. Neben den typischerweise bei Compliance angesiedelten Themen wie Korrupti­ on, Kartellvergehen und Missachtung von Daten­ schutz-, Umweltschutz- oder Arbeitssicherheits­ bestimmungen werden weitere Themen beobachtet, die Risiken für den Verbund Mainova bergen kön­ nen. Dazu gehört das Erarbeiten von Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche, Insiderhandel und Marktmissbrauch. Um compliancerelevante Sachverhalte zu erkennen, führt das Compliance-­ Management regelmäßig Risikoanalysen durch und entwickelt hieraus konzerneinheitliche Grundsätze und Maßnahmen zu deren Verminderung. Dadurch soll erreicht werden, dass sich Mainova und die für sie handelnden Personen rechts- und richtlinienkon­ form verhalten und die Unternehmenswerte beach­ ten. Zu diesen Maßnahmen zählen beispielsweise ein Verhaltenskodex, eine Geschenkerichtlinie, eine Hinweisgeberrichtlinie und Compliance-Schulun­ gen für Mitarbeiter und Führungskräfte. Zudem wird darauf geachtet, dass für die betroffenen Compliance-­Risiken soweit möglich ein hinreichen­ der Versicherungsschutz gewährleistet ist. Der zunehmende Wettbewerb um qualifiziertes Personal und die damit verbundenen Auswirkun­ gen nehmen spürbar zu. Vor diesem Hintergrund ist es ein primäres Ziel, der Abwanderung von Leis­ tungsträgern in Schlüsselfunktionen und dem damit verbundenen Verlust von Know-how entgegenzu­ wirken. Zur Mitarbeiterbindung setzen wir auf eine bedarfsgerechte Personalentwicklung und individu­ elle Förder- beziehungsweise Entwicklungsprogram­ me. Daneben sollen Karrierepfade auch außerhalb der klassischen Führungslaufbahn, zum Beispiel eine Projektkarriere, attraktive Entwicklungsperspekti­ ven bieten und die Bindung an das Unternehmen steigern. Das betriebliche Gesundheitsmanagement sowie die regelmäßige Erhebung der Mitarbeiter­ zufriedenheit und der damit verbundenen laufen­ den Optimierungsmaßnahmen bilden einen weiteren wichtigen Bestandteil, unsere Leistungsträger im Unternehmen zu halten. Der demografisch bedingt steigende Bedarf an Nachwuchskräften macht es erforderlich, den Fokus verstärkt auf die betriebliche Ausbildung und das duale Studium zu legen. Um Mainova als umfassen­ den Ausbildungsbetrieb in der Region zu etablieren und die Azubis frühzeitig an das Unternehmen zu binden, erfolgt die Ausbildung künftig nicht mehr über die SWFH, sondern direkt bei Mainova. In diesem Zusammenhang errichten wir ein eigenes technisches Ausbildungszentrum und bauen gleich­ zeitig die Abteilung „Nachwuchsentwicklung“ zur optimierten Fokussierung und Bündelung unserer Nachwuchsaktivitäten auf. Im IT-Bereich entstehen Risiken aufgrund einer eingeschränkten Systemverfügbarkeit sowie aus Datenschutz- und Integritätsgründen. Diesen treten wir durch redundante Systemstrukturen, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen und ein 48 Recht und Compliance Rechtliche Risiken können sich aus veränderter Rechtslage durch Inkrafttreten neuer oder geänderter Gesetze und Verordnungen sowie aus höchstrichter­ licher Rechtsprechung ergeben. Änderungen mit Auswirkung auf unser Kerngeschäft haben wir im Abschnitt Rahmenbedingungen dargestellt. SONSTIGE ANGABEN INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM BEZOGEN AUF DEN KONZERNRECHNUNGSLEGUNGSPROZESS NACH §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB Die Zielsetzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist es, die Ordnungsmäßigkeit sowie die Verlässlichkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung durch die Implementierung von Kontrollen sicherzu­ stellen. Das System beinhaltet Grundsätze, Verfahren, Regelungen und Maßnahmen, um eine vollständige, MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT P R OG N OS E - , C H A N C E N - U N D R IS IK O B E R IC H T Sonstige A ngaben korrekte und zeitnahe Erfassung von Geschäftsvor­ fällen unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu gewährleisten. Die Grundlagen dafür sind die Identi­ fikation möglicher Fehlerquellen und die wirksame Begrenzung daraus resultierender Risiken. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist ein integraler Bestandteil des Rechnungslegungs­ prozesses der Mainova und erstreckt sich auf die Finanzberichterstattung im gesamten Konzern. Es beinhaltet eine klare Funktionstrennung zwischen den beteiligten Bereichen, die darüber hinaus in quantitativer und qualitativer Hinsicht angemes­ sen ausgestattet sind. Bei allen rechnungslegungs­ relevanten Prozessen finden regelmäßig analytische Prüfungen statt. Die im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken werden im Jahres­ abschluss berücksichtigt, sofern bestehende Bilan­ zierungsregelungen dies vorschreiben. Die für die Rechnungslegung eingesetzten IT-Sys­ teme sind durch Sicherheitsvorkehrungen vor unbe­ fugten Zugriffen geschützt. Soweit es möglich ist, wird Standardsoftware eingesetzt. Erhaltene oder weitergegebene Rechnungslegungsdaten überprü­ fen wir regelmäßig in Stichproben auf Vollstän­ digkeit und Richtigkeit. Zudem finden durch die eingesetzte Software programmierte Plausibilitäts­ kontrollen statt. Der Konzernabschluss wird mithilfe einer SAP-Kon­ solidierungssoftware erstellt. Die von den einzelnen Gesellschaften nach den konzernweit geltenden Bilanzierungsrichtlinien erstellten Abschlüsse fas­ sen wir bei der Mainova AG zum Konzernabschluss zusammen. Die Mainova AG trägt die Verantwortung für die Betreuung des Konsolidierungssystems, den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durch­ führung der Konsolidierungsmaßnahmen. Für die Umsetzung dieser Regelungen sind die betei­ ligten Bereiche und Abteilungen zuständig. Die Verantwortlichkeit für die Implementierung, Aufrechterhaltung und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie die Überwachung der Einhaltung der Vorgaben liegt bei dem für Finanzen zuständigen Mitglied des Vor­ stands der Mainova AG. Diese Verantwortung ist in der Geschäftsordnung des Vorstands festgehalten. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und konzerninternen Richtlinien für das Kontroll- und Risikomanagementsystem wird von der internen Revision durch risikoorientierte Prüfungen regel­ mäßig überwacht. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Der Aufsichtsrat überwacht als übergeordnete Instanz regelmäßig das interne Kontroll-, Risikomanagementund Revisionssystem auf seine Angemessenheit. GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGS­ SYSTEMS FÜR DEN VORSTAND Für die Festlegung der Gesamtbezüge der ein­ zelnen Vorstandsmitglieder ist gemäß dem am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Ange­ messenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) das Aufsichtsratsplenum zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen Jahresgehalt und einer variablen Ver­ gütung zusammen. Die variable Vergütung teilt sich in eine kurzfristige variable Vergütungskomponente, die zum Teil garantiert ist, sowie ein langfristiges Anreizprogramm (LAP) auf. Zusätzlich erhalten die einzelnen Vorstandsmitglieder Sachleistungen, die im Wesentlichen marktübliche Versicherungsleis­ tungen und Dienstwagen umfassen. Die Höhe des festen Jahresgehalts und der Ziel­ tantieme (kurzfristige variable Vergütungskom­ ponente) werden jährlich überprüft. Die jährliche Überprüfung erfolgt anhand eines jährlich durch einen externen Gutachter zu ermittelnden Median­ werts für die Jahresgesamtdirektvergütung. Das feste Jahresgehalt und die Zieltantieme sollen dabei grundsätzlich stets so angepasst werden, dass die Jahresgesamtdirektvergütung insgesamt an den Medianwert angeglichen wird. Die wirtschaftliche Entwicklung der Mainova AG sowie die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden hierbei Berücksichtigung. Bedeutet die Anpassung an den Median eine Herabsetzung der Bezüge oder werden die Bezüge durch den Aufsichtsrat gemäß § 87 Abs. 2 S. 1 AktG herabgesetzt, so besteht für den Vorstand ein Sonderkündigungsrecht. Die Höhe der kurzfristigen variablen Vergütungs­ komponente ist an das Erreichen von Finanzzielen gekoppelt. Sie bemisst sich dabei am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT Mainova-Kon­ zern nach HGB). Wird ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund der Änderung des HGB in 2015 nicht mehr ausgewiesen, so bestimmt sich das Konzern-EBT dabei als Ergebnis nach Steuern gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 15 HGB zuzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB. Um die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit der Ver­ gütungsstruktur zu erhöhen und den Anforderungen des VorstAG in vollem Umfang zu genügen, neh­ men die Vorstandsmitglieder an dem langfristigen 49 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Anreizprogramm LAP teil. Die Auszahlung im Rah­ men des LAP erfolgt am Ende eines dreijährigen Per­ formancezeitraums. Dabei bestimmt das Erreichen von vorab definierten finanziellen und qualitativen Erfolgszielen die Höhe der Auszahlung. Als finanzi­ elles Erfolgsziel dient dabei das erreichte kumulierte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT Mainova-Konzern nach HGB) während des Perfor­ mancezeitraums. Wird ein Ergebnis der gewöhnli­ chen Geschäftstätigkeit aufgrund der Änderung des HGB in 2015 nicht mehr ausgewiesen, so bestimmt sich das Konzern-EBT dabei als Ergebnis nach Steu­ ern gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 15 HGB zuzüglich Steu­ ern vom Einkommen und Ertrag gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB. Als qualitative Erfolgsziele werden die „Kundenzufriedenheit“ und „Mitarbeiterzufrieden­ heit“ herangezogen. Aktionärsstruktur: Stadt Frankfurt 75,22 % Thüga AG 24,47 % Streubesitz 0,31 % Die Auszahlung der langfristigen variablen Vergü­ tungskomponente ist nach oben hin begrenzt (Kap­ pung). Werden die Mindestziele in allen Komponen­ ten nicht erreicht, so entfällt eine Auszahlung der langfristigen variablen Vergütung vollständig. Für die kurzfristige und langfristige variable Vergü­ tung hat der Aufsichtsrat eine Anpassungsmöglich­ keit für außerordentliche Entwicklungen vereinbart. Das zuletzt bestellte Vorstandsmitglied erhält einen monatlichen Beitrag für eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung, die über einen exter­ nen Versicherer nach den Regelungen des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung durchgeführt wird. Die weiteren Vorstandsmitglie­ der und deren Hinterbliebene haben Anspruch auf Ruhegehalt beziehungsweise Hinterbliebenenver­ sorgung in Form einer Leistungszusage. Als Ruhe­ gehalt werden ab dem Eintritt in den Vorstand der Mainova 35 % des zuletzt bezogenen festen Jahres­ gehalts garantiert. Abweichend hiervon erhält ein Vorstandsmitglied aufgrund der hohen Versorgungs­ anwartschaften aus früheren Anstellungsverhältnis­ sen, welche angerechnet werden, ab dem Eintritt in den Vorstand der Mainova 45 % des zuletzt bezoge­ nen festen Jahresgehalts. Der Anspruch von 35 % beziehungsweise 45 % erhöht sich mit dem Ablauf eines jeden Jahres als Vorstandsmitglied der Mainova um jeweils 2 % bis zum im Dienstvertrag geregelten Höchstbetrag. Erhöhungen des festen Jahresgehalts ab dem 1. Januar 2018 werden jeweils nur zu 90 % bei der Bestimmung des zuletzt bezogenen festen Jahresgehalts berücksichtigt. Der fixe Tantieme­ anteil wird bei der Berechnung des Ruhegehalts nicht berücksichtigt. 50 ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN NACH §§ 289 A ABS. 1 UND 315 A ABS. 1 HGB Das Grundkapital der Mainova AG beträgt 142.336.000 Euro und ist in 5.560.000 nennbetrags­ lose Stückaktien, jeweils mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 25,60 Euro je Aktie, ein­ geteilt. Davon lauten 5.499.296 (rund 98,9 %) auf den Namen und 60.704 (rund 1,1 %) auf den Inhaber. Die Inhaberaktien sind zum regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten richten sich nach dem AktG. Aktien mit Sonderrechten, die Kon­ troll­befugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Die am Kapital der Gesellschaft beteiligten Arbeit­ nehmer können ihre Stimmrechte uneingeschränkt selbst ausüben. Nach Kenntnis der Gesellschaft hält die Mehrheits­ aktionärin SWFH 4.170.002 Namens-Stückaktien und 12.145 Inhaber-Stückaktien (insgesamt rund 75,22 %). Diese Aktien werden der Stadt Frankfurt am Main zugerechnet. Von der Minderheitsaktio­ närin Thüga Aktiengesellschaft (Thüga), München, werden nach Kenntnis der Gesellschaft 1.329.294 Namens-Stückaktien und 31.216 Inhaber-Stück­ aktien gehalten (insgesamt rund 24,47 %). Diese Aktien werden der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA (Thüga Holding) zugerechnet. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz (rund 0,31 %). Die SWFH und die Thüga stimmen die Ausübung der Stimmrechte aus den Aktien nach Maßgabe der konsortialvertraglichen Vereinbarungen ab. Die Namens-Stückaktien sind nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragbar, soweit sie nicht auf die SWFH übertragen werden. Die Hauptversammlung entscheidet über die Zustimmung. Der Vorstand ist nicht zur Ausgabe oder zum Rück­ kauf von Aktien befugt. Die Zwangseinziehung von Aktien ist gemäß § 5 der Satzung zugelassen. Gemäß § 6 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Mitglieder des Vorstands. Für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern ist gemäß § 31 Mitbestimmungsgesetz eine Mehrheit von min­ destens zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG auf höchstens fünf Jahre. Der Aufsichtsrat ist gemäß § 84 Abs. 3 AktG auch für den Widerruf der Bestellung zuständig. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT Sonstige A ngaben Soweit nicht gesetzlich zwingend etwas anderes vorgeschrieben ist, bedürfen Satzungsänderungen der einfachen Kapital- und Stimmenmehrheit. oder dem Vertragspartner, der Frankfurter Entsor­ gungs- und Service GmbH, zu einem Kontrollwech­ sel kommt. Von den von der Gesellschaft in Anspruch genomme­ nen Darlehen könnten im Falle eines Kontrollwech­ sels insgesamt Darlehen in Höhe von 17,6 Mio. Euro vom Darlehensgeber gekündigt werden. In diesem Fall würde die Liquidität der Gesellschaft belastet. Diese Kündigungsrechte bestehen jedoch nicht uneingeschränkt. So können sie nicht ausgeübt wer­ den, wenn zusätzliche Sicherheiten gestellt werden (10,0 Mio. Euro). Der Konsortialvertrag der Dynega Energiehandel GmbH sieht die Möglichkeit des Ausschlusses eines Gesellschafters durch Gesellschafterbeschluss vor, wenn dieser nicht mehr zumindest überwiegend unmittelbar oder mittelbar in kommunalem Eigen­ tum steht oder nicht mehr kommunaler Kontrolle unterliegt. Die Mainova AG hat mit ihren Mitgesellschaftern in der Thüga Holding Vereinbarungen geschlossen, die gegenseitige Call-Optionen für den Fall eines Kon­ troll­wechsels bei einer Partei vorsehen. Abweichend von den Vorschriften der §§ 289 a Abs. 1 Nr. 8, 315 a Abs. 1 Nr. 8 HGB liegt ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Vereinbarung dann vor, wenn eine Person, die zuvor keine Mehrheit der Stimmen oder des Kapitals an einer Partei hält oder anderweitig keinen direkten oder indirekten beherrschenden Einfluss im Sinne des § 17 AktG auf eine Partei ausübt, eine solche Mehrheit beziehungsweise einen solchen direkten oder indirekten beherrschenden Einfluss erlangt. Jede von einem Kontrollwechsel nicht betroffene Partei ist jeweils nach dem Verhältnis ihrer Beteili­ gung berechtigt, von der durch den Kontrollwechsel betroffenen Partei die Übertragung der betreffen­ den Aktien zu verlangen. Der Kaufpreis für die von der Call-Option betroffenen Aktien entspricht dem anteiligen Ertragswert. Weitere wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels stehen, sind: Der Partnerschaftsvertrag über den Bau und Betrieb eines Gas- und Dampfkraftwerks am Kraftwerksstand­ ort Irsching. Hierin haben die Vertragsparteien ver­ einbart, im Falle eines bei einer Partei eintretenden Kontrollwechsels die jeweils gehaltenen Geschäfts­ anteile an der Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI) einander zum Kauf anzubieten. Bei einem Ausscheiden aus der Kraftwerksgesellschaft würde die Gesellschaft einen maßgeblichen Teil ihrer Eigen­erzeugungskapazität für Strom verlieren. Der Konsortialvertrag mit der Beteiligungsholding der Stadt Hanau steht unter dem Vorbehalt der Kündbarkeit für den Fall des Kontrollwechsels. Der Gesellschaftsvertrag der Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH sieht die Möglichkeit der Kündigung für den Fall vor, dass es bei der Mainova MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Der Gesellschaftsvertrag der Gemeinschaftskraft­ werk Bremen GmbH & Co. KG sieht vor, dass die Kommanditisten einen der ihren aus der Gesell­ schaft ausschließen können, falls es bei diesem zu einem Kontrollwechsel kommt. Der Gesellschaftsvertrag der Netzeigentumsgesell­ schaft Mörfelden-Walldorf GmbH & Co. KG bein­ haltet die Möglichkeit, dass die Gesellschafterver­ sammlung den Ausschluss eines Mitgesellschafters beschließen kann, wenn dieser sich nicht mehr über­ wiegend in kommunalem Eigentum befindet oder nicht mehr kommunaler Kontrolle unterliegt. Für den Fall, dass die Stadt Frankfurt am Main mit dem ihr direkt und indirekt zuzurechnenden Anteil nicht mehr die Mehrheit am stimmbe­ rechtigten Grundkapital der Mainova AG innehat (Kontrollwechsel) oder im Falle eines Rechtsform­ wechsels gemäß § 190 ff. Umwandlungsgesetz oder bei Abschluss eines wirksamen Vertrags, der die Mainova AG der Beherrschung eines anderen Unternehmens außerhalb des Konzerns der Stadt­ werke Frankfurt unterstellt (Beherrschungsvertrag gemäß § 291 Abs. 1 Satz 1 1. Alt. AktG), gewährt die Mainova dem Vorsitzenden des Vorstands ein Sonderkündigungsrecht und das Recht zur Nieder­ legung seines Amts. Für den Fall der wirksamen und fristgerechten Kündigung und Amtsniederlegung erhält der Vorsitzende des Vorstands eine Abfindung in Höhe des Zweifachen seiner letztmaligen Jahres­ gesamtbezüge. Maximale Obergrenze ist jedoch die Höhe der Gesamtvergütung für die Restlaufzeit des Dienstvertrags. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENS­ FÜHRUNG NACH §§ 289 F UND 315 D HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f und 315 d HGB, die nicht Bestandteil des Lageberichts ist, kann im Internet (www.mainova.de/ governance-bericht) eingesehen werden. 51 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN ERLÄUTERUNGEN ZUM ­JAHRESABSCHLUSS DER ­MAINOVA AG (HGB) Das EBT der Mainova AG nach Segmenten hat sich wie folgt entwickelt: SEGMENTERGEBNISSE DER MAINOVA AG Die Mainova AG, Frankfurt am Main, stellt ihren Jahres­abschluss nach den Vorschriften des HGB sowie nach den ergänzenden Vorschriften des AktG und des EnWG auf. Die Mainova AG ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns, da die Ergebnisbeiträge der wesentlichen Tochterunternehmen aufgrund bestehender Ergeb­ nisabführungsverträge enthalten sind. Daher treffen die Ausführungen zu den Grundlagen des Konzerns und zu den Rahmenbedingungen im Wirtschafts­ bericht grundsätzlich auch auf die Mainova AG zu. WIRTSCHAFTSBERICHT DER MAINOVA AG Ertragslage der Mainova AG Nachfolgend wird die Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung erläutert. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER MAINOVA AG (KURZFASSUNG) MIO. € Umsatzerlöse Bestandsveränderung und aktivierte Eigen­ leistungen Sonstige betriebliche Erträge 2018 T 10 2017 Veränderung 2.092,4 2.070,0 22,4 2,4 3,4 – 1,0 45,6 61,0 – 15,4 1.597,9 1.568,5 29,4 206,2 205,8 0,4 70,6 68,4 2,2 Sonstige betriebliche Aufwendungen 173,5 167,4 6,1 Finanzergebnis Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen – 12,9 – 12,5 – 0,4 Ergebnis vor Steuern (EBT) 79,3 111,8 – 32,5 Steuern 24,3 29,1 – 4,8 MIO. € 2018 Stromversorgung – 1,3 8,3 – 9,6 Gasversorgung 57,9 83,2 – 25,3 Erzeugung und Fernwärme 4,3 7,8 – 3,5 Erneuerbare Energien / Energiedienstleistungen 5,5 7,9 – 2,4 Wasserversorgung 6,0 5,1 0,9 Beteiligungen 13,2 – 0,7 13,9 Sonstige Aktivitäten / Konsolidierung – 6,3 0,2 – 6,5 79,3 111,8 – 32,5 Das Ergebnis im Segment Beteiligungen ist grund­ sätzlich nicht mit dem Konzernabschluss vergleich­ bar, da in der Mainova AG die vereinnahmten Aus­ schüttungen anstatt Erträgen aus der Equity-Bewer­ tung enthalten sind. Ursache für den Anstieg des Segmentergebnisses waren bei konstanten Aus­ schüttungen außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen im Vorjahr. Das Ergebnis liegt auf dem geplanten Niveau. Nachfolgend wird die Entwicklung der einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erläutert. Die Umsatzerlöse stellten sich wie folgt dar: UMSATZERLÖSE DER MAINOVA AG Aufgrund eines Gewinn­abführungs­ vertrags abgeführte Gewinne 55,0 82,7 – 27,7 Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 MIO. € Das EBT von 79,3 Mio. Euro lag um 32,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr und moderat unter dem erwarteten Ergebnisniveau. Veränderung Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Segmenten entsprach im Wesentlichen den in der Ertrags­lage des Konzerns dargestellten Entwicklungen der berei­ nigten Segmentergebnisse. Im Gegensatz zum Kon­ zern war das Segmentergebnis in der Erzeugung und Fernwärme jedoch durch die nach HGB nicht aktivie­ rungsfähigen Aufwendungen für eine Groß­revision in Höhe von 9,3 Mio. Euro belastet, sodass ein Ergebnis­ rückgang und eine leichte Planunterschreitung zu verzeichnen waren. Strom 2018 T 12 2017 Veränderung 1.054,0 1.037,7 16,3 Gas 463,4 484,6 – 21,2 Wärme, Dampf, Kälte 156,7 132,1 24,6 84,1 77,8 6,3 334,2 337,8 – 3,6 2.092,4 2.070,0 22,4 Wasser 52 2017 T 11 Sonstige MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT E rläuterungen z um J­ ahresabschluss der ­M ainova A G ( H G B ) Bei den Umsatzerlösen aus Strom resultierte die Stei­ gerung im Wesentlichen aus Mengenzuwächsen im Standardkundengeschäft. Gegenläufig verringerten sich die Handelserlöse insbesondere aufgrund eines zum Jahresende 2017 ausgelaufenen virtuellen Kraft­ werksvertrags. Die Gaserlöse waren unter anderem durch witterungsbedingte Mengenrückgänge im Privatkundengeschäft sowie ein rückläufiges Ener­ giepartnergeschäft gesunken. Gegenläufig wirkten höhere Handelserlöse teilweise kompensierend. Im Wärmegeschäft war insbesondere durch die Einfüh­ rung des neuen Preissystems ein Umsatzanstieg zu verzeichnen. Die Wassererlöse lagen aufgrund einer Preisanpassung sowie durch Absatzsteigerungen über dem Vorjahr. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 15,4 Mio. Euro auf 45,6 Mio. Euro resultierte ins­ besondere aus einem im Vorjahr enthaltenen Erlös aus der Veräußerung eines Grundstücks. Der Materialaufwand betraf überwiegend den Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserbezug, die Kos­ ten für den Einsatz von Primärenergie in den eige­ nen Kraftwerken sowie Netzentgelte. Der Anstieg um 29,4 Mio. Euro auf 1.597,9 Mio. Euro entfiel im Wesentlichen auf höhere Bezugsaufwendungen und Netzentgelte im Strombereich korrespondierend zu den höheren Erlösen. Der Gasbezug lag annähernd auf Vorjahresniveau. Der Personalaufwand lag mit 206,2 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau. Einer Erhöhung im aktuellen Jahr aufgrund tariflich bedingter Gehaltsanpassun­ gen standen Sonderbelastungen aus lohnsteuerrecht­ lichen Risiken im Vorjahr gegenüber. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 173,5 Mio. Euro und lagen um 6,1 Mio. Euro über dem Vorjahr. Der Anstieg war unter anderem auf höhere Leistungsverrechnungen innerhalb des Konzerns zurückzuführen. Das Finanzergebnis belief sich auf – 12,9 Mio. Euro und lag auf dem Vorjahresniveau. Im Vorjahr ent­ haltenen Abschreibungen auf Finanzanlagen stand dabei eine höhere Verlustübernahme unserer Netz­ gesellschaft gegenüber. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Vermögenslage der Mainova AG BILANZ DER MAINOVA AG (KURZFASSUNG) MIO. € 31.12.2018 T 13 31.12.2017 Veränderung 14,6 Aktiva Immaterielle Vermö­gens­ gegenstände und Sachanlagen 889,5 874,9 Finanzanlagen 256,1 248,8 7,3 1.145,6 1.123,7 21,9 27,6 29,9 – 2,3 303,0 261,4 41,6 – 1,5 Anlagevermögen Vorräte Forderungen und ­sonstige Vermögens­ gegenstände Übrige Vermögens­ gegenstände 2,2 3,7 332,8 295,0 37,8 1.478,4 1.418,7 59,7 Eigenkapital 356,7 356,7 – Erhaltene Zuschüsse 196,7 189,5 7,2 Rückstellungen 284,6 286,4 – 1,8 Verbindlichkeiten 640,4 586,1 54,3 1.478,4 1.418,7 59,7 Umlaufvermögen Passiva Zum Anstieg der immateriellen Vermögensgegen­ stände und Sachanlagen haben insbesondere die abschließende Umsetzung des Wärmeversorgungs­ konzepts und die Kernsanierung eines unserer Gebäu­ de beigetragen. Die Finanzanlagen haben sich durch eine Kapitaleinzahlung in die GKI sowie Zuschrei­ bungen von Beteiligungen erhöht. Der Anstieg des Umlaufvermögens entfiel im Wesentlichen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dabei erhöhten sich die abgerechneten Forderungen und die Forderungen aus Verbrauchsabgrenzung. Der Anstieg der Passiva war insbesondere auf den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Cash Pooling zurückzuführen. Gegenläufig haben sich Verbind­ lichkeiten aus der Gewinnabführung entwickelt. 53 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     Z U SA MME NG E FA SSTE R LA G E B E R IC H T    KONZ ERNABSC H LUSS   ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Mainova AG: Moderater EBT-Anstieg geplant Finanzlage der Mainova AG Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Cash­flows gegenüber dem Vorjahr: Bezüglich der Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten verweisen wir auf Abschnitt 5 im Anhang zum Jahresabschluss der Mainova AG. KAPITALFLUSSRECHNUNG DER MAINOVA AG Für die Mainova AG planen wir mit einem moderat über dem Vorjahr liegenden EBT. Die Entwicklung in den Segmenten wird dabei in etwa der des Kon­ zernabschlusses entsprechen. MIO. € Cashflows aus der ­laufenden Geschäfts­ tätigkeit Cashflows aus der ­Investitionstätigkeit Cashflows aus der ­Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderung des ­Finanzmittelfonds Finanzmittelfonds 2018 T 14 2017 Veränderung 147,7 87,5 60,2 – 87,2 – 107,4 20,2 – 72,5 – 50,4 – 22,1 – 12,0 – 70,3 58,3 – 184,0 – 172,0 – 12,0 Der positive Cashflow aus der laufenden Geschäfts­ tätigkeit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 60,2 Mio. Euro und lag bei 147,7 Mio. Euro. Dies war bei einem geringeren Periodenergebnis auf die Veränderung des Umlaufvermögens zurückzuführen. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 87,2 Mio. Euro lagen um 20,2 Mio. Euro unter dem Vorjahr, das durch die Finalisierung des neuen Wärmeversorgungskonzepts beeinflusst war. Im negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 72,5 Mio. Euro machten sich gegenüber dem Vorjahr geringere Einzahlungen aus Zuschüssen bemerkbar. Der Finanzmittelfonds setzte sich aus den Forderun­ gen aus der Konzernfinanzierung (54,8 Mio. Euro; Vorjahr 51,7 Mio. Euro) sowie den liquiden Mitteln (0,1 Mio. Euro; Vorjahr 2,0 Mio. Euro) abzüglich der Verbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung (238,9 Mio. Euro; Vorjahr 225,7 Mio. Euro) zusam­ men. Die Forderungen aus der Konzernfinanzierung entfielen vollständig auf die bei der SWFH im Rah­ men des Cash Pooling angelegten Tagesgelder. Bei den Verbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung handelte es sich um Tagesgeldanlagen von verbun­ denen Unternehmen. PROGNOSE-, CHANCEN- UND ­RISIKOBERICHT DER MAINOVA AG Die im Prognose-, Chancen- und Risikobericht des Konzerns getroffenen Aussagen beziehen sich auch auf die Mainova AG. Da der Konzern im Wesent­ lichen durch die Mainova AG geprägt wird, unterlie­ gen beide Abschlüsse den gleichen Einflüssen sowie Chancen und Risiken. 54 Die für das Jahr 2019 geplanten Investitionen der Mainova AG belaufen sich auf rund 138 Mio. Euro. Die Verteilung auf Anlagengruppen entspricht im Wesentlichen der im Prognosebericht des Konzerns aufgeführten Aufteilung. Wir erwarten, dass unsere Leistungsindikatoren Kun­ den- und Mitarbeiterzufriedenheit im Jahr 2019 auf Höhe der letzten Erhebung liegen. ANGABEN ZU DEN TÄTIGKEITS­ ABSCHLÜSSEN NACH § 6 B ENWG Gemäß § 6 b Abs. 7 Satz 4 des EnWG ist im Lage­ bericht auf die Tätigkeiten im Sinne des § 6 b Abs. 3 Satz 1 EnWG einzugehen. Zur Vermeidung von Dis­ kriminierung und Quersubventionierung sind verti­ kal integrierte Energieversorgungsunternehmen zur Führung von getrennten Konten je Tätigkeitsbereich sowie zur Aufstellung von gesonderten Tätigkeits­ abschlüssen verpflichtet. Als Tätigkeitsbereiche defi­ niert das Gesetz die Elektrizitätsübertragung, Elek­ trizitätsverteilung, Gasfernleitung, Gasverteilung, Gasspeicherung sowie den Betrieb von LNG-Anlagen. Ferner gehört zu den Tätigkeiten jede wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Strom- und Gas­ netzen, Gasspeichern oder LNG-Anlagen. Entsprechend dieser Berichtspflicht führen wir in der internen Rechnungslegung der Mainova jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten der Elektrizi­ täts- und Gasverteilung und für sonstige Tätigkeiten innerhalb sowie außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Auf dieser Grundlage wird für die Tätig­ keitsbereiche eine Bilanz und eine Gewinn- und Ver­ lustrechnung erstellt. Die Ergebnisse der Tätigkeitsbereiche Elektrizi­ täts- und Gasverteilung der Mainova AG wurden von den Erlösen aus der Verpachtung der Stromund Gasnetze an die NRM sowie von der Abfüh­ rung des Ergebnisses der NRM bestimmt. Den Aufwendungen aus Konzessionsabgabe (sonstige betriebliche Aufwendungen) standen Erträge aus der Weiterbelastung der Konzessionsabgabe an die NRM (Umsatz­erlöse) gegenüber. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ZUS AMMEN GEFAS S TER L AGE BE RICHT E rläuterungen z um J­ ahresabschluss der ­M ainova A G ( H G B ) Der Tätigkeitsbereich Stromverteilung wies einen Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung in Höhe von 11,7 Mio. Euro (Vorjahr 8,3 Mio. Euro) aus. Die Veränderung war einerseits auf die erhöhte Ver­ lustübernahme der NRM im Ergebnis aus Finanz­ anlagen und gegenläufig auf die Minderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen zurückzu­ führen. Auf der Aktivseite erhöhten sich die Sach­ anlagen aufgrund gestiegener Investitionen um 14,4 Mio. Euro. Auf der Passivseite war ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 18,1 Mio. Euro zu verzeichnen. Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung wies einen Jah­ resüberschuss vor Ergebnisabführung in Höhe von 24,1 Mio. Euro aus und lag damit nahezu auf Vor­ jahresniveau. Auf der Aktivseite erhöhten sich die Sachanlagen um 4,3 Mio. Euro sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen um 4,9 Mio. Euro. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen verminderten sich hingegen um 13,0 Mio. Euro. Auf der Passivseite sind die Verbindlichkeiten gegen­ über Kreditinstituten und die sonstigen Verbindlich­ keiten um jeweils 1,7 Mio. Euro zurückgegangen. Frankfurt am Main, den 11. März 2019    DR. ALSHEIMER MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 BREIDENBACH HERBST RAUHUT    55 C Konzernabschluss KON ZE RNABSCHL U SS   58  ewinn- und Verlust­rechnung G des ­Mainova-Konzerns 59  esamtergebnisrechnung G des Mainova-Konzerns 60  Bilanz 62 64 65 des ­Mainova-Konzerns  igenkapitalveränderungsrechnung E des Mainova-Konzerns 82   3. Konsolidierungs­grundsätze 83   4. Konsolidierungskreis und Änderungen des Konsolidierungskreises 88   5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 94   6. Erläuterungen zur Bilanz 106   7. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten 116   8. Segmentberichterstattung 118   9. Angaben zur Kapitalflussrechnung 119   10. Sonstiges  onsolidierungskreis und Anteilsbesitzliste 128   K des Mainova-Konzerns 130  estätigungsvermerk des ­unabhängigen B Abschlussprüfers 136  ersicherung der V gesetzlichen Vertreter  apitalflussrechnung K des Mainova-Konzerns  nhang des Mainova-Konzerns A für das Geschäftsjahr 2018 65   1. Allgemeine Grundlagen 66   2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 57 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN GEWINN- UND VERLUST­ RECHNUNG DES ­MAINOVA-KONZERNS vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG T 15 Anhang TSD. € Umsatzerlöse (1) Bestandsveränderungen Andere aktivierte Eigenleistungen 2.048.686 2017 (1) 1.999.654 324 3.029 12.689 14.268 Sonstige betriebliche Erträge (2) 55.419 71.828 Materialaufwand (3) 1.585.661 1.529.077 Personalaufwand (4) 218.478 215.083 Abschreibungen und Wertminderungen (5) 81.452 82.119 Sonstige betriebliche Aufwendungen (6) 150.534 153.610 2.483 4.158 davon Wertminderungsaufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten davon Verluste aus der Ausbuchung von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen (7) Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 1.349 2.802 91.995 40.687 172.988 149.577 Finanzerträge (8) 6.216 11.731 Finanzaufwendungen (9) 23.593 24.484 155.611 136.824 Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) Ertragsteuern (10) 26.371 38.360 129.240 98.464 128.986 96.363 254 2.101 Unverwässert 30,84 23,04 Verwässert 30,84 23,04 144.258 132.168 Ergebnis nach Ertragsteuern Gesellschaftern der Mainova AG zurechenbares Jahresergebnis Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Jahresergebnis Ergebnis je Stückaktie der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH als Organträger in Euro Bereinigtes EBT (nachrichtlich) (1) 58 2018 Abschnitt 10  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Gewinn - und V erlust­rechnung des M ­ ainova -K onzerns G esamtergebnisrechnung des Mainova -K onzerns  GESAMTERGEBNISRECHNUNG DES MAINOVA-KONZERNS (1) vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 GESAMTERGEBNISRECHNUNG TSD. € Ergebnis nach Ertragsteuern T 16 2018 2017 (2) 129.240 98.464 Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen und Deputaten 2.487 – 1.741 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen (Anteil am sonstigen Ergebnis) – 667 1.723 Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge ohne zukünftige Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung Cashflow Hedges 1.820 – 18 – 4.918 2.733 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente 1.862 1.848 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen (Anteil am sonstigen Ergebnis) 7.855 2.956 Erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge mit zukünftiger Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 4.799 7.537 Sonstiges Ergebnis 6.619 7.519 135.859 105.983 135.605 103.886 254 2.097 Gesamtergebnis davon den Gesellschaftern der Mainova AG zurechenbares Gesamtergebnis davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Gesamtergebnis (1) nach Steuern (2) Mainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 59 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN BILANZ DES M ­ AINOVA-KONZERNS SUMME VERMÖGENSWERTE TSD. € T 17 Anhang 31.12.2018 31.12.2017 (1) Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte (11) 45.355 45.955 Sachanlagen (11) 1.565.446 1.367.372 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen (12) 783.455 731.095 Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte (13) 107.788 96.385 Latente Steueransprüche (17) 4.420 5.868 2.506.464 2.246.675 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte (14) 43.589 45.055 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (15) 327.550 288.634 Forderungen aus Ertragsteuern (16) 9.730 12.215 Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (13) 116.979 89.393 Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte (13) 16.965 15.741 9.969 14.621 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (1) 60 524.782 465.659 3.031.246 2.712.334  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M ­Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B I L A N Z des M ­ ainova -K onz erns SUMME EIGENKAPITAL UND SCHULDEN  T 17 Anhang TSD. € 31.12.2018 31.12.2017 (1) Eigenkapital Anteil der Gesellschafter der Mainova AG Gezeichnetes Kapital (18) Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Nicht beherrschende Anteile (19) (20) 142.336 142.336 207.082 207.082 908.321 665.224 1.257.739 1.014.642 1.725 1.601 1.259.464 1.016.243 Langfristige Schulden Erhaltene Zuschüsse (2) (21) 184.634 197.150 Langfristige Finanzschulden (22) 460.657 517.416 Pensionsrückstellungen (23) 73.782 76.540 Sonstige langfristige Rückstellungen (24) 155.711 155.484 Übrige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (25) 63.302 52.191 Latente Steuerschulden (18) 180.220 107.332 1.118.306 1.106.113 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzschulden (22) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige kurzfristige Rückstellungen (24) Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (25) Übrige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten (25) 63.231 35.172 249.727 221.311 83.147 70.540 176 1.626 125.366 133.816 131.829 127.513 653.476 589.978 3.031.246 2.712.334 (1)  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M ­Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. (2) In den erhaltenen Zuschüssen sind Baukostenzuschüsse enthalten, bei denen es sich um Vertragsverbindlichkeiten nach IFRS 15 handelt. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 61 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN EIGENKAPITALVERÄNDERUNGS­ RECHNUNG DES ­MAINOVA-KONZERNS EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG TSD. € Stand 01.01.2017 Kapitalrücklage 142.336 207.082 Periodenergebnis – – Im Eigenkapital erfasste erfolgsneutrale Wertänderungen – Gesamtergebnis der Periode – – Ergebnisabführung Mainova – – Gewinnausschüttungen nicht beherrschende Anteile – – Sonstige Veränderungen nicht beherrschende Anteile – – Stand 31.12.2017 1 142.336 207.082 Stand 01.01.2018 142.336 207.082 Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (1) – – 142.336 207.082 Periodenergebnis – – Im Eigenkapital erfasste erfolgsneutrale Wertänderungen – – Gesamtergebnis der Periode – – Ergebnisabführung Mainova – – Gewinnausschüttungen nicht beherrschende Anteile – – Sonstige Veränderungen nicht beherrschende Anteile – – 142.336 207.082 Stand 01.01.2018 nach Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Stand 31.12.2018 (1) 62 Gezeichnetes Kapital  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS E igenkapitalveränderungs­rechnung des ­M ainova -K onzerns T 18 Gewinnrücklagen Pensions- / Deputate­ bewertung Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Cashflow (Eigenkapital­ Hedges instrumente) Nach der Equity-Methode bewertete Unternehmen Sonstige Gewinn­ rücklagen Gesamt Gesellschaftern der Mainova zurechenbares Eigenkapital Nicht ­beherrschende Anteile am ­Eigenkapital Eigenkapital gesamt – 28.319 – 41.281 721 – 25.205 750.198 656.114 1.005.532 22.947 1.028.479 – – – – 96.363 96.363 96.363 2.101 98.464 – 1.741 2.733 1.848 4.683 – 7.523 7.523 –4 7.519 – 1.741 2.733 1.848 4.683 96.363 103.886 103.886 2.097 105.983 – – – – – 82.716 – 82.716 – 82.716 – – 82.716 – – – – – – – – 2.800 – 2.800 – – – – 309 – 11.751 – 12.060 – 12.060 – 20.643 – 32.703 – 30.060 – 38.548 2.569 – 20.831 752.094 665.224 1.014.642 1.601 1.016.243 – 30.060 – 38.548 2.569 – 20.831 752.094 665.224 1.014.642 1.601 1.016.243 – – – 15.944 146.592 162.536 162.536 – 162.536 – 30.060 – 38.548 2.569 – 4.887 898.686 827.760 1.177.178 1.601 1.178.779 129.240 – – – – 128.986 128.986 128.986 254 2.487 – 4.918 1.862 7.188 – 6.619 6.619 – 6.619 2.487 – 4.918 1.862 7.188 128.986 135.605 135.605 254 135.859 – – – – – 55.044 – 55.044 – 55.044 – – 55.044 – – – – – – – 34 – 34 – – – – – – – 96 – 96 – 27.573 – 43.466 4.431 2.301 908.321 1.257.739 1.725 1.259.464 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 972.628 63 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN KAPITALFLUSSRECHNUNG DES MAINOVA-KONZERNS für das Geschäftsjahr 2018 KAPITALFLUSSRECHNUNG TSD. € Ergebnis vor Ertragsteuern T 19 2018 2017 (1) 155.611 136.824 Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 81.452 82.119 Zinsergebnis 14.072 16.174 Veränderung der Rückstellungen 10.076 – 27.881 Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Vermögenswerte Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Schulden Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge (2) 1.107 – 10.941 – 57.480 – 65.004 45.992 41.337 – 92.475 – 50.690 Einzahlungen aus Baukostenzuschüssen 20.302 41.163 Erhaltene Dividenden 65.103 69.950 Gezahlte Ertragsteuern Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit – 17.471 – 30.423 226.289 202.628 – 108.715 – 118.158 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Auszahlungen für Investitionen Einzahlungen aus Abgängen Cash Pooling Stadtwerke Konzern 2.249 13.573 – 3.079 34.680 – 97 – – 3.258 – 4.805 Vollkonsolidierte Unternehmen Auszahlungen für Investitionen Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen Auszahlungen für Investitionen Kapitalrückzahlungen 305 – 5.392 6.786 Sonstige Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit 10.037 25.446 Sonstige Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit – 2.694 – 604 Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 99.860 – 43.082 Gewinnabführung an das Mutterunternehmen – 82.716 – 75.734 Erhaltene Zinsen Aufnahme von Finanzschulden Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 1.067 – 35.023 – 27.834 Termingeldaufnahmen – – 2.497 Erwerb nicht beherrschende Anteile Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH – – 32.531 – 20.677 – 22.112 Gezahlte Zinsen Sonstige Einzahlungen aus der Finanzierungstätigkeit – 104 – 215 – 2.973 – 131.081 – 162.510 Veränderung des Finanzmittelfonds – 4.652 – 2.964 Finanzmittelfonds zum Anfang der Berichtsperiode 14.621 17.585 Finanzmittelfonds zum Ende der Berichtsperiode (3) 9.969 14.621 Sonstige Auszahlungen aus der Finanzierungstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 64 7.550 (1)  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. (2) enthält die zahlungsunwirksamen Effekte aus der Bewertung nach der Equity-Methode (3)  nter Berücksichtigung der Guthaben aus dem Cash Pooling bei der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH ergibt sich ein U ­Finanzmittelbestand in Höhe von 64,8 Mio. Euro (Vorjahr 66,4 Mio. Euro). MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS K apitalflussrechnung des M ainova -Kon z erns A llgemeine G rundlagen ANHANG DES MAINOVA-­KONZERNS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018 1. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN Der Konzernabschluss der Mainova Aktiengesellschaft (Mainova AG) mit Sitz in Frankfurt am Main (Register­ gericht Frankfurt am Main, HRB 7173) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 Handels­ gesetzbuch (HGB) zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Mainova AG sowie die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden im Folgenden als „Konzern“ oder „Mainova“ bezeichnet. Das oberste Mutterunternehmen der Mainova ist die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH (SWFH), Frankfurt am Main, die einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen nach HGB aufstellt, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Das vollkonsolidierte Tochterunternehmen Hotmobil Deutschland GmbH (HMD) macht von der Befreiungs­ vorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch und verzichtet auf die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der HMD und der Mainova. Für die Bilanzierung, Bewertung und den Ausweis im Konzernabschluss 2018 haben wir die Anforderungen der am Abschlussstichtag veröffentlichten und verpflichtend anzuwendenden Standards des Internatio­ nal Accounting Standards Boards (IASB) sowie die Interpretationen des IFRS Interpretations Committees (IFRS IC) – vormals International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beziehungsweise Standing Interpretations Committee – ausnahmslos erfüllt. Der Konzernabschluss der Mainova vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Mainova erstellt diesen Konzernabschluss aufgrund der Aufstellungspflicht für börsennotierte Aktiengesell­ schaften nach § 290 Abs. 1 in Verbindung mit § 291 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Der Aufsichtsrat wird am 10. April 2019 über die Billigung des Konzernabschlusses entscheiden. Anschließend wird der Konzernabschluss im Bundesanzeiger offengelegt. Mainova ist in der Versorgung mit leitungsgebundenen Energieträgern und Wasser sowie in artverwandten Dienstleistungen tätig. Wir versorgen rund eine Million Menschen überwiegend in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen mit Strom und Gas. In Frankfurt am Main bieten wir unseren Kunden zusätzlich Wärme und Wasser an. Zudem beliefert Mainova regionale Energieversorgungsunternehmen (Energiepartner) sowie bundesweit Geschäftskunden mit Strom und Gas. Auch energienahe Dienstleistungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Als Betreiber von Versorgungs­ netzen stellt Mainova Dritten den Zugang und Anschluss zur Verfügung und gewährleistet den sachgerechten Transport von Energie und Wasser. Weitere Informationen dazu sind auch im Abschnitt 8 „Segmentbericht­ erstattung“ enthalten. Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz Posten zusammen­gefasst und im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge werden, soweit dies nicht anderweitig vermerkt ist, auf Tsd. oder Mio. Euro gerundet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der vorliegende Abschluss umfasst das Geschäftsjahr 2018 auf der Basis der Berichtsperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember des Jahres mit einer Vergleichsperiode. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 65 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen im Wesentlichen denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017. Im Geschäftsjahr 2018 wurden erstmals die Vorschriften des IFRS 9 „Finanzinstru­ mente“ und des IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ angewendet. Diesbezüglich verweisen wir auf die Ausführungen zu den Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Erstellung des Konzernabschlusses der Mainova erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaf­ fungskostenprinzips. Davon ausgenommen sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten derivativen Finanzinstrumente und die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte. Die Realisierung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden erfolgt gemäß IFRS 15. Der Standard enthält ein Fünf-Stufen-Modell, mithilfe dessen die Höhe der Umsätze und der Zeitpunkt beziehungsweise Zeitraum der Umsatzrealisierung bestimmt werden. Bezüglich der Umsatzrealisierung verweisen wir auf Abschnitt 5 (1). Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wird zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen ange­ setzt. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt gemäß IAS 36 keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Beim Eintritt besonderer Ereignisse, die dazu führen können, dass der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) beziehungs­ weise von Gruppen von ZGE nicht mehr durch den erzielbaren Betrag gedeckt ist, wird auch unterjährig ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Der im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung verwendete Vorsteuerzinssatz liegt zum Stichtag zwischen 9,40 % und 9,73 % (Vorjahr zwischen 9,43 % und 9,58 %). Der Ermittlung der diskontierten Cashflows liegt die vom Vorstand genehmigte und vom Aufsichtsrat gebilligte Mehrjahresplanung zugrunde. Eine Wertaufholung in späteren Perioden ist nicht möglich. Es wurden Eigenkapitalkostensätze zwischen 5,30 % und 6,65 % (Vorjahr zwischen 5,36 % und 6,37 %) und Betafaktoren zwischen 0,60 und 0,80 (Vorjahr zwischen 0,60 und 0,75) berücksichtigt. Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise ­Herstellungskosten bilanziert und linear, entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer, abgeschrieben: NUTZUNGSDAUERN DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE T 20 Jahre Software 3 – 10 Nutzungs- und Gestattungsverträge je nach Vertragslaufzeit 7 – 30 Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden werden mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Es liegen keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer vor. Bezüglich der Überprüfungen auf Wertminderungen verweisen wir auf die Erläuterungen zum Sachanlagevermögen in diesem Abschnitt. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger nutzungsbedingter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Bei selbst erstellten Sachanlagen werden die Herstel­ lungskosten anhand der direkt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten ermittelt. Es wird die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Wesentliche Ersatzinvestitionen sowie die Großrevisionen der Kraftwerke werden aktiviert. Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen, die keine wesentlichen Ersatzinvestitionen darstellen, werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Nutzungsdauer und Abschreibungsmethoden werden mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jeder Teil einer Sachanlage mit wesentlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten im Verhältnis zum gesam­ ten Wert des Vermögenswerts wird hinsichtlich der Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode getrennt von den anderen Teilen der Sachanlage beurteilt und entsprechend abgeschrieben (Komponentenansatz). Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann als Buchwert des Vermögenswerts erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern daraus zukünftig ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. 66 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden Die planmäßigen linearen Abschreibungen für unsere typischen Anlagen werden nach folgenden konzern­ einheitlichen Nutzungsdauern bemessen: NUTZUNGSDAUERN DER SACHANLAGEN T 21 Jahre Gebäude Kraftwerke und Heiz(kraft)werke 20 – 70 9 – 60 Stromverteilungsanlagen 12 – 60 Gasverteilungsanlagen 12 – 60 Wasserverteilungsanlagen 10 – 70 Wärmeverteilungsanlagen 15 – 70 Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 – 30 Sachanlagen werden auf Wertminderungen überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände vermuten lassen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. Darauf können insbesondere neue energiepolitische Rahmenbedingungen, eine deutliche Änderung der Preissituation an den Absatz- und Beschaffungsmärkten, geänderte regulatorische Vorgaben sowie eine Verschlechterung der zugrunde gelegten Plandaten hinweisen. In solchen Fällen erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung nach IAS 36. Eine Wertminderung eines Vermögenswerts ist erforderlich, wenn der Buchwert über dem erzielbaren Betrag des Vermögenswerts liegt. Dabei ist gemäß IAS 36.6 der erzielbare Betrag der höhere Wert aus dem ­Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Der bei Mainova zugrunde gelegte Nutzungswert ergibt sich aus dem Barwert der geschätzten, zukünftig nachhaltig erzielbaren betrieblichen Cashflows aus der fortgeführten Nutzung des Vermögenswerts zuzüglich eines am Ende der Nutzungsdauer realisierbaren Restwerts. Als Grundlage für die Ermittlung des Nutzungswerts dient die vom Vorstand geneh­ migte und vom Aufsichtsrat beschlossene beziehungsweise gebilligte Mehrjahresplanung. Ist es nicht möglich, den erzielbaren Betrag für einen einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, wird die Wertminderung auf der Basis des erzielbaren Betrags der ZGE ermittelt. Diese ist als kleinste identifizier­ bare Gruppe von Vermögenswerten definiert, die unabhängig von anderen Vermögenswerten in der Lage ist, Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung zu erzielen. Bei Mainova bestehen im Wesentlichen ZGE für die Verteilnetze Stromnetz, Gasnetz und Wassernetz sowie Kraftwerke. Die ZGE Kraftwerke setzt sich aus mehreren Heizkraftwerken (HKW West, Mitte, Niederrad und dem Müllheizkraftwerk Nordweststadt) mit zugehörigen Verbindungsnetzen zusammen, da diese sowohl bei unvorhergesehenen Produktionsausfällen als auch bei geplanten Revisionen die Versorgung der Kunden des Wärmenetzes gegenseitig sicherstellen. Bei der ZGE Kraftwerke wird eine begrenzte Nutzungsdauer der langfristigen Vermögenswerte unterstellt, sodass als Grundlage die Cashflow-Prognosen für die verbleibende Nutzungsdauer angesetzt werden. Bei den ZGE der Verteilnetze wird eine unbestimmbare Nutzungsdauer unterstellt, sodass die Planjahre um ein Normjahr als Basis für die ewige Rente ergänzt werden. Wenn der Grund für eine früher vorgenommene Wertminderung entfällt, werden die Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben, wobei der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert nicht die fortgeführ­ ten Anschaffungs- und Herstellungskosten übersteigen darf. An jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein für einen Vermögenswert in früheren Perioden erfasster Wertminderungs­ aufwand nicht mehr besteht oder sich vermindert haben könnte. Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Herstellung eines sogenannten qualifi­ zierten Vermögenswerts vom Zeitpunkt der Anschaffung beziehungsweise ab dem Herstellungs­beginn bis zur Inbetriebnahme entstehen, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Bei spezifischer Fremdfinanzierung werden die jeweiligen direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten berücksichtigt. Bei Mainova wird in der Regel nicht spezifisch finanziert, das heißt, es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen den aufgenommenen Fremdmitteln und den getätigten Investitionen. Zur Berech­ nung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten wird ein durchschnittlicher Fremdkapitalkostensatz ermittelt. Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein durchschnittlicher Fremdfinanzierungszinssatz von 1,75 % (Vorjahr 2,81 %) zugrunde gelegt. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 67 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Leasingtransaktionen, bei denen Mainova Leasinggeber ist und die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasingobjekts auf den Vertragspartner übertragen werden, sind als Finanzierungsleasing­ verhältnisse erfasst. Die Summe des Barwerts der ausstehenden Mindestleasingzahlungen und des nicht garantierten Restwerts werden als Leasingforderung bilanziert. Die Zahlungen des Leasingnehmers werden in Tilgungsleistungen sowie Zinserträge aufgeteilt. Werden die Chancen und Risiken nicht auf den Vertrags­ partner übertragen, liegt ein Operating-Leasingverhältnis vor, das heißt, dass das Leasingobjekt weiterhin bei Mainova bilanziert wird und die Leasingzahlungen als Ertrag erfasst werden. Bei den Geschäften, bei denen Mainova Leasingnehmer ist, liegen ausschließlich Operating-Leasingverhältnisse vor, das heißt, das Leasingobjekt wird beim Leasinggeber bilanziert und Mainova erfasst die Leasingzahlungen aufwandswirksam. IFRIC 4 „Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält“ beinhaltet Kriterien zur Identi­ fikation von Leasingelementen in Verträgen, die formal nicht als Leasingverträge bezeichnet werden. Vertragselemente, welche die Kriterien des IFRIC 4 erfüllen, sind nach den Vorschriften des IAS 17 als ­Leasingverträge zu bilanzieren. Bei Mainova fallen Contracting-Projekte in den Anwendungsbereich des IFRIC 4. Bei diesen Projekten stellt Mainova eine Energieerzeugungsanlage für einen Kunden bei gleichzei­ tigem Abschluss eines Energieliefervertrags. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen werden zunächst zu Anschaffungskosten angesetzt und deren Buchwert in den Folgeperioden in Höhe der anteiligen Veränderungen des Nettovermögens fort­ geschrieben. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Ein bilanzierter Geschäftsoder Firmenwert wird im Beteiligungsansatz ausgewiesen. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen bei nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Nach der Equity-­ Methode bilanzierte Finanzanlagen werden auf Wertminderungen überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände vermuten lassen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. Eine Wertminderung liegt vor, wenn der erzielbare Betrag den Beteiligungsbuchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag wird als Barwert der erwarteten künftigen Cashflows ermittelt. Als Grundlage für die Ermittlung des Nutzungswerts dienten die von den Gesellschaften erstellten und von deren Aufsichtsräten beschlossenen beziehungsweise gebilligten Mehrjahresplanungen. Dabei wurde ein laufzeitspezifischer risikofreier Zinssatz zwischen 0,40 % und 1,25 % (Vorjahr zwischen 0,50 % und 1,31 %) zuzüglich einer Marktrisikoprämie von 6,75 % (Vorjahr 6,75 %) unter der Nutzung folgender Betafaktoren (verschuldet) verwendet: PARAMETER BEI WERTHALTIGKEITSPRÜFUNGEN VON EQUITY-BETEILIGUNGEN T 22 2018 2017 Beteiligungen Gaskraftwerke 1,00 1,00 Beteiligungen Sonstige 0,80 0,75 Grundsätzlich wurde ein Eigenkapitalkostensatz von 6,65 % (Vorjahr 6,37 %) und bei Gaskraftwerken Eigen­ kapitalkostensätze zwischen 7,15 % und 8,00 % (Vorjahr 7,25 % und 8,06 %) verwendet. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt. Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert, es sei denn, es liegt ein qualifizierter Vermögenswert vor. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich zu gewogenen Durchschnittskosten. Die Herstellungskosten enthalten gemäß IAS 2 die direkt zurechenbaren Einzelkosten zuzüglich angemessener Gemeinkosten. Risiken aus einer geminderten Ver­ wertbarkeit wird durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. Soweit es erforderlich ist, wird der im Vergleich mit dem Buchwert niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert angesetzt. Wertaufholungen bei früher abgewerteten Vorräten werden als Minderung des Materialaufwands erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von Kunden geschuldete Beträge für im gewöhn­ lichen Geschäftserlauf verkaufte Güter und erbrachte Dienstleistungen. In den Forderungen sind erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch unserer Kunden verrechnet. Beim erstmaligen Ansatz wird der Betrag der unbedingten Gegenleistung erfasst. Ist jedoch eine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, erfolgt ein Ansatz zum beizulegenden Zeitwert. Mainova hält die For­ derungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen. Die Wertberichtigung wird im Rahmen des vereinfachten Wertminderungsmodells des 68 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden IFRS 9 stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Diesbezüglich verweisen wir auf die Erläuterungen zum Kreditrisiko in Abschnitt 7. Ergänzend werden Einzelwertberichtigungen aufgrund der wirtschaftlichen Situation eines Schuldners vorgenommen. Unentgeltlich zugeteilte Emissionsrechte werden mit null Euro und für den Eigenerzeugungsbedarf entgelt­ lich erworbene Emissionsrechte mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. Für eine etwaige Unterdeckung am Stichtag wird eine Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts am Bilanzstichtag für zusätzlich benötigte Emissionsrechte gebildet. Übrige finanzielle Vermögenswerte – Klassifizierung Die Klassifizierung ist abhängig vom Geschäftsmodell für die Steuerung der finanziellen Vermögenswerte und von den vertraglichen Zahlungsströmen. Ein finanzieller Vermögenswert wird nur dann mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn kumu­ lativ die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind: ›› Der finanzielle Vermögenswert wird in einem Geschäftsmodell gehalten, dessen Ziel es ist, Vermögens­ werte zu halten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, und ›› die vertraglichen Zahlungsströme führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die aus­ schließlich Zins und Tilgung auf die ausstehende Kapitalsumme darstellen. Ansonsten erfolgt eine Bewertung erfolgsneutral oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Schuld­ instrumente werden nur dann umklassifiziert, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Ver­ mögenswerte ändert. Bei den Investitionen in Eigenkapitalinstrumenten übt Mainova das Wahlrecht der Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert aus. Eine Beschreibung der Bewertungskategorien bei der Mainova befindet sich in Abschnitt 7. Übrige finanzielle Vermögenswerte – Ansatz und Ausbuchung Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, das heißt zu dem Tag, an dem sich Mainova verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Übrige finanzielle Vermögenswerte – Bewertung Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten nimmt Mainova abhängig vom Geschäftsmodell wie folgt vor: ›› Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertrag­ lichen Zahlungsströme gehalten werden und ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen Vermögenswerten werden in den Finanzerträgen und Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung in der Gewinn- und Verlust­ rechnung ausgewiesen. ›› Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet: Vermögenswerte, welche die Kriterien der ­Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Bei Mainova sind dies ausschließlich derivative Finanzinstrumente, deren Bilanzierungsgrundsätze gesondert dargestellt sind. Wertminderungen orientieren sich an dem Modell der erwarteten Kreditausfälle. Grundsätzlich wird die Wertminderung beim erstmaligen Ansatz von Finanzinstrumenten, mit Ausnahme der bereits zum Zugangs­ zeitpunkt wertgeminderten Vermögenswerte, auf Basis des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts ermittelt. Sofern sich in den Folgeperioden das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht, wird bei der Ermittlung der Wertminderung das Risiko, dass über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments ein Kreditausfall eintritt, zugrunde gelegt. Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob ein finanzieller Vermö­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 69 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN genswert wertgemindert ist. Dies ist dann erfüllt, wenn ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die einen nachteiligen Einfluss auf die zukünftige Zahlung haben. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen zum Kreditrisiko in Kapitel 7. Die Folgebewertung von Eigenkapitalinstrumenten erfolgt nach Ausübung des unwiderruflichen Wahlrechts erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Hierunter fallen die sonstigen Beteiligungen, in die Mainova aus strategischen Gründen investiert hat mit der Absicht, diese langfristig zu halten. Der beizulegende Zeitwert wird als Barwert der geschätzten, zukünftig nachhaltig erzielbaren Cashflows ermittelt. Die verwendeten Bewertungsmethoden und -parameter entsprechen denen, die bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen angewendet werden. Sofern ein Börsenpreis verfügbar ist, wird dieser herangezogen. Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bei Ausbuchung erfolgt keine Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung. Dividenden werden weiterhin in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wertminderungen und Wertaufholungen werden nicht getrennt von den Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ausgewiesen. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zu konzerneinheitlich vorgegebenen Umrech­ nungskursen, die den Mittelkursen am Bilanzstichtag entsprechen, bewertet. Nichtmonetäre Fremdwährungs­ posten sind bei Mainova nicht vorhanden. Zum Bilanzstichtag lagen keine Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten vor. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände und Guthaben bei Kredit­ instituten und werden zum Nennwert bilanziert. Die Pensionsrückstellungen umfassen die Rückstellungen für Einzelpensionszusagen sowie für die Gewäh­ rung von Energiedeputaten an Mitarbeiter, Pensionäre und ihre Hinterbliebenen. Der Ermittlung der leis­ tungsorientierten Verpflichtungen liegt zum Abschlussstichtag ein versicherungsmathematisches Gutachten eines qualifizierten Sachverständigen zugrunde. Die Berechnung erfolgt entsprechend IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Dieses Verfahren berücksichtigt neben den Renten und Anwartschaften auch zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung (sogenannte Neubewertungs­ komponente) werden in der Periode des Anfallens im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Diese resultieren aus einer Abweichung der tatsächlichen Entwicklung von den unterstellten Annahmen oder aus einer Änderung der Annahmen. Die übrigen Komponenten des Pensionsaufwands (sogenannte Dienst­ zeit- und Nettozinskomponente) werden im Gewinn oder Verlust der Periode berücksichtigt. Daneben sind alle tariflichen Mitarbeiter im Rahmen der Bindung an die Tarifverträge des öffentlichen ­Dienstes sowie auf der Basis einzelvertraglicher Regelungen bei der Zusatzversorgungskasse der Stadt Frankfurt am Main (ZVK) nach den Regeln der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst pflichtversichert. Nach IAS 19 handelt es sich bei dieser Form der Altersvorsorge um einen leistungsorientierten Plan (Defined Benefit Plan), da die individuellen Versorgungsleistungen der ZVK an frühere Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen nicht von eingezahlten Beiträgen abhängen. Da zudem in der ZVK Mitarbeiter mehrerer Mitgliedsunterneh­ men versichert sind, gilt diese Form der Altersvorsorge als gemeinschaftlicher Plan mehrerer Arbeitgeber ­(Multi-Employer Plan), für welche die besonderen Vorschriften des IAS 19 anzuwenden sind. Die Beiträge werden im Rahmen eines Umlageverfahrens erhoben. Aufgrund der Umverteilungen der Leis­ tungen der ZVK auf die an ihr beteiligten Unternehmen und der unzureichenden Daten über die Altersstruk­ tur, die Fluktuation und die Gehälter dieser Mitarbeiter liegen keine Informationen über den auf Mainova entfallenden Teil der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen vor (wirtschaftliche Verpflichtung). Somit ist eine Rückstellungsbildung nach IFRS nicht zulässig und die Behandlung erfolgt wie bei einem beitragsorientierten Plan (Defined Contribution Plan) gemäß IAS 19.34 (a). Die laufenden Zahlungen an die ZVK stellen demnach Aufwendungen des Geschäftsjahres dar. Der Umlagesatz der ZVK Frankfurt am Main beläuft sich auf 6,0 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts; davon übernimmt der Arbeitgeber 5,6 %, die Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer beträgt 0,4 %. Daneben wird gemäß § 63 der ZVK-Satzung vom Arbeitgeber ein steuerfreies Sanierungsgeld von 3,5 % erhoben. Für einen Teil der Pflichtversicherten wird für das ZVK-pflichtige Entgelt, das über dem tariflich festgesetzten Grenzwert liegt, eine zusätzliche Umlage von 9,0 % gezahlt. Derzeit liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, dass das Sanierungsgeld steigen wird. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass auch künftig Beitragserhöhungen erfolgen können. Der Aufwand aus ZVK-Umlagen (Arbeitgeberanteil) 70 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden ist unter den Aufwendungen für Altersversorgung ausgewiesen. Mainova ist gemeinsam mit den übrigen Mitgliedsunternehmen verpflichtet, die bereits aufgelaufenen, nicht durch Vermögen gedeckten sowie die künftig hinzukommenden Verpflichtungen zu finanzieren. Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Mainova den allgemeinen versiche­ rungsmathematischen Risiken wie beispielweise Langlebigkeits- und Zinssatzänderungsrisiken ausgesetzt. Verpflichtungen für Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, sobald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber einer anderen Partei aufgrund von Ereignissen in der Vergangenheit, die der Höhe und / oder dem Eintrittszeitpunkt nach unsicher sind und wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden. Die Rückstellungen werden mit dem bestmöglichen Schätzbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem Erwartungswert, wenn die zu bewertende Rückstellung eine große Anzahl von Positionen umfasst, beziehungsweise mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt, wenn eine einzelne Verpflichtung bewertet wird. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden gebildet, sofern die unver­ meidbaren Kosten zur Erfüllung der zukünftigen vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Der Verlust aus dem schwebenden Geschäft ermittelt sich dabei aus dem Saldo der daraus resultierenden erwarteten Erträge und Aufwendungen. Für wesentliche Rückstellungen (wie zum Beispiel Altlasten, Altersteilzeit) wurden Bewertungsgutachten beziehungsweise Berechnungen von sachverständigen Dritten eingeholt. Alle langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten bestmöglichen Schätzbetrag bilanziert, soweit der Zinseffekt nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Dabei wird der laufzeitäquivalente Zinssatz für Staatsanleihen, der von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, herangezogen. Der bestmögliche Schätzbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Ausgenommen davon sind Pensionsrückstellungen, für die gemäß IAS 19 gesonderte Regelungen angewendet werden. Die Mainova AG ist seit 2001 als Organgesellschaft in eine ertragsteuerliche Organschaft mit der SWFH eingebunden. Tatsächliche Steuerzahlungen und -erstattungen treten – mit Ausnahme der Körperschaft­ steuerzahlung für Ausgleichszahlungen an außenstehende Aktionäre – auf der Ebene des Organträgers ein. Bei der Mainova AG werden die ermittelten laufenden Steuerverpflichtungen beziehungsweise -ansprüche über Steuerumlagen abgebildet. Die Ermittlung der Steuerumlagebeträge erfolgt auf Einzelbasis, das heißt, die Mainova AG wird wie ein selbstständiger Steuerzahler behandelt. Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf sämtliche temporäre Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz der einzelnen in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gebildet. Latente Steuern aus Konsolidierungsvorgängen werden gesondert ermittelt und angesetzt. Die latenten Steueransprüche werden angesetzt, wenn zum Zeitpunkt der Umkehr der abzugsfähigen temporären Differenz genügend steuerliches Einkommen zur Verrechnung des Umkehreffekts zur Verfügung steht. Die latenten Steueransprüche umfassen grundsätzlich auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben. Eine Aktivierung erfolgt, wenn deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die zum Realisationszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Der Steuersatz des Mutterunternehmens Mainova AG beträgt 30,70 %. Er ergibt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15,00 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,50 % auf den Körperschaftsteuersatz und dem Gewerbeertragsteuersatz von 14,88 %. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 71 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektiv­zinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die von Kunden erhaltenen Anzahlungen werden unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen die Finanzschulden, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die übrigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie die übrigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Darüber hinaus gehören die ausgegebenen Finanzgarantien ebenfalls zu den Finanzinstrumenten. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden erstmals in der Bilanz angesetzt, wenn Mainova Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Alle nicht derivativen Finanzinstrumente werden zum Erfüllungstag erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden zur Sicherung von Commodity-Risiken eingesetzt, die mit den Akti­ vitäten des Unternehmens verbunden sind. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung von nichtfinanziellen Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden (Eigenverbrauchsverträge), werden gemäß IFRS 9 nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern nach IAS 37 als schwebende Geschäfte bilanziert und sind insofern in der Angabe zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten. Ferner werden derivative Finanzinstrumente zur Begrenzung des Risikos marktbedingter Schwankungen der Zinssätze eingesetzt. Derivate, die nicht zum Eigenverbrauch abgeschlossen werden, werden als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten bilanziert. Sofern die Voraussetzungen für Hedge Accounting nicht erfüllt sind, erfolgt eine Zuordnung zu der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf Basis marktgängiger Bewer­ tungsmodelle durch Abzinsung der zukünftig erwarteten Zahlungsströme ermittelt. Dabei basieren die Zahlungsströme der Commodity-Instrumente auf Forward-Preisen. Die Zahlungsströme für Zins-Swaps ergeben sich über die zum Stichtag gültige Zinsstrukturkurve und die daraus abgeleiteten Forward-Zinsen. Die verwendeten Preise spiegeln ähnliche am Hauptmarkt getätigte Transaktionen des jeweiligen Instruments wider. Bei finanziellen Vermögenswerten werden die Ausfallrisiken der Gegenpartei berücksichtigt, da aus Sicht der Mainova das Risiko besteht, dass die Gegenpartei ausfällt und demzufolge ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Neben der Berücksichtigung des Kreditrisikos der Gegenparteien im Falle von finanziellen Vermögenswerten wird bei finanziellen Schulden korrespondierend das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Bei den derivativen Finanzinstrumenten, die in einer Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) stehen, handelt es sich um Cashflow Hedges, die der Absicherung einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion gegen das Risiko schwankender Zahlungsströme dienen. Bei einem Cashflow Hedge werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts zunächst in der Rücklage für Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis (Eigenkapital) erfasst und erst dann in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam erfasst wird. Dabei darf nur der effektive Teil einer Sicherungsbeziehung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis berück­ sichtigt werden. Der ineffektive Anteil der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts eines Sicherungs­ geschäfts, für das zuvor ein Cashflow Hedge gebildet wurde, wird sofort erfolgswirksam erfasst. Entfällt das gesicherte Grundgeschäft, wird die im sonstigen Ergebnis für das Sicherungsgeschäft gebildete Rücklage sofort erfolgswirksam reklassifiziert. Diese wird ebenfalls als erfolgswirksam reklassifiziert, wenn das Hedge Accounting ineffektiv wird. Für die Anwendung von Hedge Accounting gemäß IFRS 9 ist eine ausführliche Dokumentation der Siche­ rungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft sowie der Sicherungsstrategie erforderlich. Eine Sicherungsbeziehung liegt vor, sofern eine ökonomische Beziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungs­ instrument vorliegt und die Critical Terms, wie Laufzeit, Mengen und Basiswert, übereinstimmen. Da auch einzelne Risikokomponenten abgesichert werden können und die Vertragsbedingungen übereinstimmen, ergeben sich keine wesentlichen Ineffektivitäten. IFRS 9 untersagt die freiwillige Beendigung der Bilanzie­ rung von Sicherungsgeschäften. 72 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden Zur Messung der Ineffektivität und der daraus abzuleitenden Buchungen aus der Sicherungsbeziehung wird die Effektivität prospektiv mittels der Dollar-Offset-Methode in Verbindung mit der hypothetischen Derivat­ methode gemessen. Hierbei werden die kumulativen Wertänderungen des Sicherungsinstruments mit den kumulativen Wertänderungen des Grundgeschäfts beziehungsweise des hypothetischen Derivats verglichen. Das hypothetische Derivat spiegelt sämtliche Parameter des Grundgeschäfts zum Zeitpunkt der Designation wider und hat einen Startwert von null. Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder gegenwärtige Verpflich­ tungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist beziehungsweise deren Höhe nicht ver­ lässlich bestimmt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz grundsätzlich nicht erfasst. Die im Anhang angegebenen Verpflichtungsvolumina bei den Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNGEN Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS sind bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ermessensentscheidungen zu treffen. Diese betreffen insbesondere folgende Sachverhalte: ›› Beurteilung, ob Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen (vergleiche Bilanzierungsmethoden von Sachanlagen und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen in diesem Abschnitt) ›› Abgrenzung von ZGE für den Wertminderungstest (vergleiche Bilanzierungsmethoden von Sachanlagen und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen in diesem Abschnitt) ›› Klassifizierung von Termingeschäften als Derivate oder Eigenverbrauchsverträge ›› Klassifizierung von Finanzinstrumenten (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, erfolgsneutral beziehungsweise erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) ›› Klassifizierung von Leasingverträgen in Operating- und Finanzierungsleasingverhältnisse ›› Bestimmung des Leistungszeitraums bei Baukostenzuschüssen analog der Vorgaben der Strom- und Gasnetzentgeltverordnungen Weiterhin sind Annahmen und Schätzungen aufgrund unbestimmter künftiger Ereignisse zum Bilanzstich­ tag erforderlich. Da die Schätzungen auf Annahmen und Prognosen beruhen, entstehen Risiken in Bezug auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Quellen von Schät­ zungsunsicherheiten, aufgrund derer ein Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden im Folgenden erläutert. Erhaltene Abschlagszahlungen auf den noch nicht abgerechneten Energieverbrauch von Kunden werden mit den zwischen dem letzten Abrechnungszeitpunkt und dem Bilanzstichtag hochgerechneten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verrechnet. Das Hochrechnungsverfahren berücksichtigt Verbrauchsverhalten der Vergangenheit, die historischen Temperaturverläufe beziehungsweise Gradtagszahlen und kunden­ individuelle Verbrauchseinschätzungen. Der Buchwert der Forderungen aus Verbrauchsabgrenzung beträgt 759,9 Mio. Euro. Bei der Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen (Deputate) sowie der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen sind hinsichtlich Abzinsungsfaktor, Gehaltstrends, Fluktuationsrate sowie Kostenschätzung der Erfüllungsbeträge Annahmen und Schätzungen erforderlich. Auf­ grund des Umfangs an direkten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen können sich aus möglichen Schätzungsänderungen in der Zukunft Auswirkungen ergeben (vergleiche Abschnitt 6 (23)). Bewertungs­ änderungen von Pensionsrückstellungen, die auf Änderungen der versicherungsmathematischen Parameter beruhen, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (vergleiche Abschnitt 6 (19)). Weiterhin sind bei der Durchführung von Werthaltigkeitstests zukunftsbezogene Schlüsselannahmen zu treffen. Änderungen dieser Annahmen können aus heutiger Sicht zu einem zusätzlichen Wertminderungsbeziehungsweise einem Wertaufholungsbedarf führen, da die Bewertung insbesondere auch von der Entwick­ lung der langfristigen Kapitalmarktzinsen und der verwendeten langfristigen Planungsrechnungen abhängt. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 73 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Als Bewertungsgrundlage für den Werthaltigkeitstest von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanz­ anlagen und sonstigen Beteiligungen wird jeweils die verabschiedete Mehrjahresplanung der Beteiligungen herangezogen, die jedoch in der langfristigen Planung gewisse Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Entwicklung enthält. Die im Geschäftsjahr einem Wertminderungstest unterzogenen Gesellschaften haben einen Buchwert vor Wertminderungen in Höhe von 89,4 Mio. Euro. Davon entfallen auf at Equity bilanzierte Finanzanlagen 71,0 Mio. Euro und 17,1 Mio. Euro auf sonstige Beteiligungen. Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen in Höhe von 8,6 Mio. Euro und Wertaufholungen in Höhe von 9,6 Mio. Euro vorgenommen. Darüber hinaus wurden Wertänderungen bei sonstigen Beteiligungen in Höhe von 2,3 Mio. Euro erfolgsneu­ tral als Wertminderung im Eigenkapital erfasst sowie 5,3 Mio. Euro als erfolgsneutrale Wertaufholung. Eine Erhöhung oder Verminderung des Zinssatzes um 0,25 % ergäbe für die at Equity bilanzierten Finanzanlagen einen positiven Ergebniseffekt von 1,2 Mio. Euro beziehungsweise einen negativen von 1,3 Mio. Euro. Eine Änderung des Zinssatzes um 0,25 % würde zu keiner Goodwill-Abschreibung führen. Die Rückstellungen für Altlasten (vergleiche Abschnitt 6 (24)) basieren auf externen Gutachten und Berech­ nungen, die jährlich aktualisiert werden. Diesen liegen Kostenschätzungen der Erfüllungsbeträge für die jeweilige Verpflichtung zugrunde. Schätzungsunsicherheiten ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Verpflichtungsumfangs, Abweichungen von den angenommenen Kostenentwicklungen sowie aus Änderungen des Zinsniveaus und der Zahlungszeitpunkte. Weiterhin kann eine Änderung des Diskontierungszinses zu einer Anpassung der Altlastenrückstellungen führen. Bei einer Zinssatzerhöhung beziehungsweise Zinssatz­ reduzierung um 0,25 % würde sich die Rückstellung um 1,4 Mio. Euro reduzieren beziehungsweise erhöhen. Bei den Rückstellungen für drohende Verluste aus langfristigen Energiebeschaffungs- und -vertriebsgeschäften in Höhe von 60,3 Mio. Euro werden Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung auf den Energiemärkten getroffen, deren Angemessenheit auf externen Markteinschätzungen beruht. Eine künftige Änderung dieser Einschätzungen kann zu einer Anpassung des Rückstellungsbetrags führen. Zudem kann sich eine Änderung des Diskontierungssatzes auswirken. Bei einer Zinssatzerhöhung beziehungsweise Zinssatzreduzierung um 0,25 % würden sich die Rückstellungen um 1,2 Mio. Euro reduzieren beziehungsweise erhöhen. Bei der Beurteilung von Rechtsstreitigkeiten im Hinblick auf die Bildung von Rückstellungen wurde eine Einschätzung des voraussichtlichen Prozessausgangs vorgenommen. Es werden nur latente Steuern auf Verlustvorträge aktiviert, von deren Nutzbarkeit mit ausreichender Sicher­ heit ausgegangen werden kann. Die Einschätzung der Nutzbarkeit erfolgt anhand von steuerlichen Ergeb­ nisplanungen. Die zugrunde liegenden Annahmen und Schätzungen basieren auf den Gegebenheiten und Einschätzungen am jeweiligen Bilanzstichtag. Durch von den Annahmen abweichende Einschätzungen sowie Entwicklungen können sich die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten unterscheiden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist keine wesentliche Änderung der getroffenen Annahmen und Schätzungen zu erwarten. KAPITALMANAGEMENT Die Mainova AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen und keinen externen Mindest­ kapitalanforderungen. Seit dem Abschluss des Gewinnabführungsvertrags mit der SWFH im Jahr 2001 und gemäß der in diesem Zusammenhang erlassenen Konzernrichtlinie ist die Mainova AG als Organgesellschaft in die zentrale Kon­ zernfinanzierung der SWFH eingebunden. Die SWFH übernimmt das Cash Management aller Organgesell­ schaften mit dem Ziel, die Kosten der Finanzierung beziehungsweise die Geldanlageerlöse zu optimieren. Da es sich bei der Rücklage aus Cashflow Hedges im sonstigen Ergebnis um eine reine IFRS-Accounting-Größe handelt, hat diese keine Auswirkungen auf das Kapitalmanagement der Mainova. Maßnahmen zur Einhaltung einer soliden Eigenkapitalquote werden im Rahmen der mittelfristigen Unter­ nehmensplanung berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2018 belief sich die Eigenkapitalquote auf 41,6 % (Vorjahr 37,5 %). Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags sind Rücklagendotierungen nur 74 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden begrenzt zulässig. Sofern im Rahmen von Kreditverträgen die Einhaltung bestimmter Kennzahlen gefordert wird, orientieren wir uns an diesen Vorgaben. Für durch Kommunalbürgschaften besicherte Darlehen sind keine Steuerungsmaßnahmen erforderlich. ÄNDERUNG DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die für den Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Aus­ nahme der Erstanwendung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ und IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017. IFRS 9 „Finanzinstrumente“ Im Juli 2014 wurde der IFRS 9 veröffentlicht, der den IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ ersetzt. Der neue Standard enthält überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden sowie Regelungen zur Ermittlung von Wertminderungen. Darüber hinaus werden nach IFRS 9 die bilanziellen Sicherungsbeziehungen stärker an das Risikomanagement angeglichen und die designierbaren Sicherungsbeziehungen erweitert. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Änderungen der Rechnungslegungsmethoden werden grundsätzlich retrospektiv angewendet, außer in den nachstehenden Fällen: ›› Der Konzern macht von der Ausnahme Gebrauch, Vergleichsinformationen für vorhergehende Perioden hinsichtlich der Änderungen der Einstufung und Bewertung (einschließlich der Wertminderung) nicht anzupassen. Differenzen zwischen den Buchwerten der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden aufgrund der Anwendung des IFRS 9 werden grundsätzlich in den sonstigen Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2018 erfasst. ›› Neue Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte werden grundsätzlich prospektiv angewendet. Durch die Erstanwendung des IFRS 9 ergibt sich zum 1. Januar 2018 folgende Auswirkung auf die sonstigen Gewinnrücklagen: AUSWIRKUNGEN DER ERSTANWENDUNG DES IFRS 9 TSD. € Wertberichtigungen Latente Steuern Sonstige Gewinnrücklagen T 23 Auswirkung von IFRS 9 zum 01.01.2018 5 –2 3 Klassifizierung und Bewertung Mit IFRS 9 ändert sich die Klassifizierung von Finanzinstrumenten. In Bezug auf finanzielle Verbindlichkeiten werden die bestehenden Regelungen aus IAS 39 unter IFRS 9 weitgehend beibehalten, sodass sich hieraus keine Änderungen für die Mainova ergeben haben. Die zuvor unter IAS 39 geltenden Kategorien für finan­ zielle Vermögenswerte werden ersetzt. Nach IFRS 9 wird ein finanzieller Vermögenswert entsprechend des jeweiligen Geschäftsmodells einer der drei Kategorien zugeordnet: ›› zu fortgeführten Anschaffungskosten ›› erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis ›› erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Bezüglich der Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen zu den finanziellen Vermögenswerten im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 75 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die folgende Tabelle stellt die bisherige Klassifizierung nach IAS 39 und die neue Klassifizierung nach I­ FRS 9 gegenüber: AUSWIRKUNGEN DER ERSTANWENDUNG DES IFRS 9 – KLASSIFIZIERUNG UND BEWERTUNG TSD. € Klassifizierung nach IAS 39 Klassifizierung nach IFRS 9 31.12.2017 T 24 01.01.2018 Bewertungs­ differenz Finanzielle ­Vermögenswerte Derivative Finanz­instrumente­ ­Commodities Zu Handelszwecken gehalten Erfolgswirksam zum ­beizulegenden Zeitwert 24.531 24.531 – Derivative Finanz­instrumente ­Commodities Beizulegender Zeitwert Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum ­beizulegenden Zeitwert (Cashflow Hedges) 5.061 5.061 – Zur Veräußerung ­verfügbar Option erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Eigenkapital­ instrumente) Sonstige Beteiligungen Fortgeführte ­Anschaffungskosten Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Cash Pooling gegen SWFH, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18.698 155 385.252 385.440 188 55.491 55.308 – 183 Erfolgswirksam zum ­beizulegenden Zeitwert 5.883 5.883 – Beizulegender Zeitwert Sicherungsinstrumente Erfolgsneutral zum ­beizulegenden Zeitwert (Cashflow Hedges) 42.201 42.201 – Sonstige finanzielle ­Schulden Sonstige finanzielle ­Schulden (fortgeführte Anschaffungskosten) 904.646 904.646 – Nicht klassifiziert Nicht klassifiziert 7.176 7.176 – Kredite und ­Forderungen Fortgeführte ­Anschaffungskosten Nicht klassifiziert Nicht klassifiziert Derivative Finanzinstrumente Commodities Zu Handelszwecken gehalten Derivative Finanzinstrumente Commodities Leasingforderungen 18.543 – Finanzielle Schulden Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Leasingverbindlichkeiten Die Bewertungsdifferenzen ergeben sich aus der Anwendung des neuen Modells der erwarteten Kredit­ verluste. Die geänderte Klassifizierung wirkt sich mit Ausnahme der sonstigen Beteiligungen nicht auf die Bilanzierung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden aus. Bei allen nach IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten besteht das Geschäftsmodell darin, vertrag­ liche Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten zu vereinnahmen, die ausschließlich Zins und Tilgung auf die ausstehende Kapitalsumme darstellen. Unter den sonstigen Beteiligungen werden Eigenkapitalinstrumente erfasst, in die Mainova aus strategischen Gründen mit der Absicht investiert hat, diese langfristig zu halten. Mainova macht von dem nach IFRS 9 bestehenden Wahlrecht Gebrauch, diese Instrumente zum Zeitpunkt der Erstanwendung als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Im Gegensatz zu der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ nach IAS 39 werden die in den sonstigen Gewinnrücklagen enthaltenen Gewinne und Verluste zu keinem Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert. Wertminderungen IFRS 9 ersetzt das Modell der eingetretenen Verluste des IAS 39 durch ein zukunftsorientiertes Modell der erwarteten Kreditausfälle. Das neue Wertminderungsmodell ist auf finanzielle Vermögenswerte anzuwen­ den, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie auf Forderungen aus Leasingverhältnissen und vertragliche ­Vermögenswerte. Hinsichtlich weiterer Informationen zum Wertminderungsmodell verweisen wir auf den Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“. 76 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden Die Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9 auf die Höhe der Wertminderungen der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte zum 1. Januar 2018 sind in nachfolgender Tabelle dargestellt: AUSWIRKUNGEN DER ERSTANWENDUNG DES IFRS 9 – WERTMINDERUNGEN T 25 Auswirkung von IFRS 9 TSD. € Wertberichtigungen nach IAS 39 zum 31. Dezember 2017 7.116 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 208 Leasingforderungen 183 Ausleihungen 20 Wertberichtigungen nach IFRS 9 zum 1. Januar 2018 7.111 Die Änderungen betreffen bei Mainova im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 zur Anwendung kommt. Die nachfolgende Übersicht zeigt die erwarteten Kreditausfälle für die abgerechneten Forderungen aus ­Lieferungen und Leistungen abzüglich der Abschlagszahlungen gegen Privat- und Kleingewerbekunden zum 1. Januar 2018: WERTMINDERUNGSMATRIX – FORDERUNGEN GEGEN PRIVAT- UND KLEINGEWERBEKUNDEN TSD. € Nicht überfällig Betrag Erwartete ­Verlustrate für die Restlaufzeit der Forderung T 26 Wertminderung 10.826 0,2 % 22 1 bis 30 Tage überfällig 2.198 0,7 % 15 31 bis 90 Tage überfällig 1.084 1,5 % 17 91 bis 180 Tage überfällig 1.066 3,7 % 39 181 bis 360 Tage überfällig 1.679 11,0 % 185 > 360 Tage überfällig 3.395 75,0 % 2.546 20.248 2.824 Die erwarteten Kreditausfälle für die abgerechneten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Geschäftskunden und Energiepartner zum 1. Januar 2018 werden in nachfolgender Übersicht dargestellt: WERTMINDERUNGSMATRIX – FORDERUNGEN GEGEN GESCHÄFTSKUNDEN UND ENERGIEPARTNER Erwartete ­Verlustrate für die Restlaufzeit der Forderung T 27 TSD. € Betrag Nicht überfällig 61.462 0,3 % 1 bis 30 Tage überfällig 5.881 0,9 % 54 31 bis 90 Tage überfällig 1.313 9,8 % 128 91 bis 180 Tage überfällig 2.157 74,4 % 1.605 522 75,0 % > 180 Tage überfällig 71.335 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Wertminderung 179 392 2.358 77 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Bilanzierung von Sicherungsgeschäften Eine weitere Änderung des IFRS 9 betrifft die Regelungen zur Anwendung und Bilanzierung von Hedge Accounting. Bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 hat der Konzern das Wahlrecht, anstatt des IFRS 9 weiterhin die Vorschriften des IAS 39 anzuwenden. Mainova wendet IFRS 9 an. Grundlegendes Ziel der neuen Regelungen ist die Angleichung der Abbildung bilanzieller Sicherungs­ beziehungen an das Risikomanagement und die wirtschaftliche Designation des Unternehmens. Ins­besondere ergeben sich daher Vereinfachungen in Bezug auf die Vorschriften zur Effektivitätsmessung sowie Erweite­ rungen in Bezug auf einzelne Designationsmöglichkeiten. Mainova hat im Rahmen der Commodity-Absicherungen die Möglichkeit in Anspruch genommen, ­einzelne Risikokomponenten prospektiv zu designieren, wodurch sich die bereits sehr geringen Ineffektivitäten ­weiter verringern. Commodity-Absicherungen werden bei Mainova auf Basis der Terminpreise gebildet, sodass keine separate Erfassung der Differenz zwischen Termin- und Kassakurs als Sicherungskosten erfolgt. Da Mainova weder Fremdwährungsabsicherungen designiert noch Optionen als ­Sicherungsinstrumente einsetzt, ergeben sich in Bezug auf die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehungen keine wesentlichen Auswirkungen. IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ IFRS 15 legt in einem 5-Stufen-Modell einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Der Standard erfasst alle Verträge mit Kunden über den Verkauf von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen und ersetzt die bestehenden Regelungen, darunter IAS 18 „Umsatzerlöse“, IAS 11 „Fertigungsaufträge“ und IFRIC 13 „Kundenbindungsprogramme“. Die Klarstellungen zu IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ wurden zeitgleich mit dem Standard eingeführt und umfassen Hinweise zur Anwendung in den Themenkomplexen Identifizierung von Leis­ tungsverpflichtungen, Prinzipal-Agenten-Beziehungen, Lizenzierung sowie zu den Übergangsvorschriften. Die Mainova wendet beim Übergang die modifiziert retrospektive Methode an, nach der die kumulierten Anpassungsbeträge zum 1. Januar 2018 ergebnisneutral erfasst werden. Aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 ergeben sich die nachfolgend dargestellten Anpassungen im Eigenkapital zum 1. Januar 2018, die vollständig den Gesellschaftern der Mainova zuzurechnen sind: AUSWIRKUNGEN DER ERSTANWENDUNG DES IFRS 15 TSD. € Baukostenzuschüsse Regulierungskonto Kundengewinnungskosten Auswirkung von IFRS 15 zum 01.01.2018 194.585 14.058 2.888 Latente Steuern – 64.940 Sonstige Gewinnrücklagen 146.591 Anpassung aus Equity-Beteiligungen Latente Steuern Gewinnrücklagen aus Equity-Beteiligungen Gewinnrücklagen 78 T 28 16.128 – 184 15.944 162.535 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden Die aufgeführten Anpassungen des Eigenkapitals ergeben sich aus folgenden Sachverhalten: ›› Baukostenzuschüsse Für den erstmaligen Anschluss eines Hauses an das Netz schließen der Bauherr und der Verteilnetz­ betreiber einen Netzanschlussvertrag ab. Dieser verpflichtet den Netzbetreiber zur Herstellung des Hausanschlusses sowie dazu, dem Kunden einen dauerhaften Zugang zum Verteilnetz zu ermöglichen. Der Kunde muss hierfür Baukostenzuschüsse leisten, die als Einmalzahlungen über die Laufzeit des Kundenvertrags zu verteilen sind. Die Baukostenzuschüsse werden von Mainova nach IFRS 15 über 20 Jahre entsprechend den Regelungen der Strom- und Gasnetzentgeltverordnungen aufgelöst anstatt wie bisher über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Netzes. Bei den passivierten Baukostenzu­ schüssen handelt es sich um eine vertragliche Verbindlichkeit. ›› Regulierungskonto Bisher wurde für die auf dem Regulierungskonto erfasste Verpflichtung zur zukünftigen Senkung der ­Netzentgelte eine Erlösabgrenzung vorgenommen. Diese Abgrenzung erfolgt nach IFRS 15 nicht mehr. ›› Kundengewinnungskosten Nach IFRS 15 werden wiedererlangbare Kundengewinnungskosten aktiviert und über die durchschnitt­ liche Kundenbindungsdauer aufgelöst. Ferner wirkt sich IFRS 15 auf den Ausweis der Erlöse aus der Marktprämie im Rahmen des Direktvermark­ tungsmodells und aus der EEG-Vergütung im Rahmen des Einspeisemodells in der Gewinn- und Verlustrech­ nung aus. Diese werden nicht mehr als Umsatzerlöse ausgewiesen, da Mainova kein Prinzipal ist. Dies führt zum 31. Dezember 2018 zu einer Minderung der Umsatzerlöse und korrespondierend des Materialaufwands in Höhe von 5,8 Mio. Euro. Die Auswirkungen der Anwendung des IFRS 15 auf die Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2018 stellen sich wie folgt dar: AUSWIRKUNGEN VON IFRS 15 AUF DIE BILANZ T 29 Anpassungen Werte ohne Anpassungen durch IFRS 15 2.506.464 189.655 2.316.809 1.565.446 173.490 1.391.956 783.455 16.165 767.290 524.782 3.401 521.381 16.965 3.401 13.564 Summe Vermögenswerte 3.031.246 193.056 2.838.190 Eigenkapital 1.259.464 164.278 1.095.186 908.321 164.278 744.043 TSD. € Langfristige Vermögenswerte davon Sachanlagen davon nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen Kurzfristige Vermögenswerte davon übrige kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte davon Gewinnrücklagen Langfristige Schulden wie berichtet 1.118.306 39.645 1.078.661 davon erhaltene Zuschüsse 184.634 – 26.237 210.871 davon latente Steuerverbindlichkeiten 180.220 65.882 114.338 653.476 – 10.867 664.343 131.829 – 10.867 142.696 3.031.246 193.056 2.838.190 Kurzfristige Schulden davon übrige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten Summe Eigenkapital und Schulden MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 79 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN AUSWIRKUNGEN VON IFRS 15 AUF DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG T 30 Anpassungen Werte ohne Anpassungen durch IFRS 15 Umsatzerlöse 2.048.686 – 4.789 2.053.475 Materialaufwand 1.585.661 – 5.798 1.591.459 Abschreibungen 81.452 – 490 81.942 150.534 – 513 151.047 TSD. € Sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Finanzaufwendungen Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) Ertragsteuern wie berichtet 91.995 37 91.958 172.988 2.049 170.939 23.593 – 452 24.045 155.611 2.501 153.110 26.371 757 25.614 Ergebnis nach Ertragsteuern 129.240 1.744 127.496 Gesamtergebnis 135.859 1.744 134.115 Weitere Standardänderungen Das International Accounting Standards Board hat folgende weitere Standardänderungen verabschiedet, die ab dem Geschäftsjahr 2018 anzuwenden sind: ›› Jährliche Verbesserungen (Zyklus 2014 – 2016) – IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der IFRS“ – IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures“ ›› IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ – Zeitpunkt der Umgliederung in die Kategorie der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ›› IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ – Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts aus anteilsbasierten ­Vergütungen ›› IFRS 4 „Versicherungsverträge“ – Übergangsregelungen ›› IFRIC 22 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen“ – ­Umrechnung von Anzahlungen Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. NEUE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN Das IASB und das IFRS IC haben folgende Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäfts­ jahr 2018 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Diese Standards und Interpretationen wurden noch nicht vorzeitig angewendet. Folgende Standards wurden von der EU übernommen, sind jedoch für das aktuelle Jahr noch nicht verpflich­ tend anzuwenden: IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ IFRS 16 wurde am 13. Januar 2016 durch das IASB veröffentlicht und ersetzt den Standard IAS 17 „Leasing­ verhältnisse“ sowie die Interpretationen IFRIC 4 „Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält“, SIC-15 „Operating-Leasingverhältnisse – Anreize“ und SIC-27 „Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen“. Der neue Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Mainova macht keinen Gebrauch von der vorzeitigen Anwendung. 80 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B ilan z ierungs - und B ewertungsmethoden IFRS 16 hat insbesondere Auswirkungen auf die Bilanzierung beim Leasingnehmer. Die bisherige Unterschei­ dung in Finanzierungsleasing und operatives Leasing entfällt und wird durch ein einheitliches Leasingmodell ersetzt, sodass diese Geschäfte zukünftig in der Bilanz abzubilden sind. Ein Leasingnehmer bilanziert nun ein Nutzungsrecht als Vermögenswert sowie eine Leasingverbindlichkeit, die die Verpflichtung zukünftiger Leasingzahlungen darstellt. Kurzfristige und unwesentliche Leasingverhältnisse müssen nicht in der Bilanz angesetzt werden. Die bisherige Bilanzierung beim Leasinggeber ändert sich nicht wesentlich. Eine weitere Änderung betrifft den Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung. Anstelle der bisherigen Aufwendungen aus der Nutzungsüberlassung wird das aktivierte Nutzungsrecht linear über die Dauer des Vertrags abge­ schrieben, während aus der Leasingverbindlichkeit Zinsaufwand resultiert. Im Jahr 2019 wird die Erstanwendung des IFRS 16 zu einem Ansatz von Nutzungsrechten und Leasing­ verbindlichkeiten in Höhe von rund 20 Mio. Euro führen. IFRIC 23 „Unsicherheiten bei der ertragsteuerlichen Behandlung“ Die neue Interpretation zu IAS 12 stellt klar, wie Unsicherheiten bei künftigen Ertragsteuern bilanziell abzu­ bilden sind, wenn die Erfassung beispielsweise von der Anerkennung durch die Finanzverwaltung abhängig ist. Die Interpretation ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Änderungen werden voraussichtlich keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Mainova haben. Die folgenden Standardänderungen wurden vom International Accounting Standards Board verabschiedet, sind jedoch noch nicht in EU-Recht übernommen worden: Jährliche Verbesserungen (Zyklus 2015 – 2017) ›› IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ – es wird klargestellt, dass die Grundsätze über sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden sind, wenn ein Unternehmen Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb erlangt, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit beteiligt war. ­Folglich findet eine Neubewertung statt. ›› IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ – es wird klargestellt, dass keine Neubewertung der Anteile stattfindet, wenn ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung an einem Geschäftsbetrieb erlangt, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit beteiligt war. ›› IAS 12 „Ertragsteuern“ – Klarstellung zur erfolgswirksamen Erfassung von tatsächlichen Ertragsteuern, die aus Dividendenzahlungen resultieren ›› IAS 23 „Fremdkapitalkosten“ – Klarstellung zur Behandlung der Fremdkapitalbestandteile bei Veräuße­ rung oder Nutzung eines Vermögenswerts Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Für Mainova ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen. IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ und IAS 8 „Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler“ Mit dem Änderungsstandard soll die Wesentlichkeitsdefinition in den IFRS geschärft werden, um die Defi­ nitionen im Rahmenkonzept und in den Standards zu vereinheitlichen. Zukünftig gelten Informationen dann als wesentlich, wenn vernünftigerweise zu erwarten ist, dass ihre Auslassung, fehlerhafte Darstellung oder Verschleierung die Entscheidungen der primären Abschlussadressaten beeinflussen können. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Für Mainova ergeben sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 81 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ Die Änderung betrifft die Neuermittlung des laufenden Dienstzeitaufwands und der Nettozinsen bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans. Zudem wird klargestellt, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertober­ grenze auswirkt. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Für Mainova ergeben sich voraussichtlich keine Auswirkungen. IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ Es wird klargestellt, dass die Vorschriften des IFRS 9 einschließlich der Wertminderungsvorschriften auf langfristige Anteile anzuwenden sind, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Klarstellung ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Für Mainova ergeben sich keine Auswirkungen. IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ Mit der Änderung wird die Definition eines Geschäftsbetriebs konkretisiert. Die Änderung zielt darauf ab, Fragen zu klären, die aufkommen, wenn ein Unternehmen bestimmt, ob es einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben hat. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Für Mainova ergeben sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen. IFRS 17 „Versicherungsverträge“ Der neue Standard regelt die Bilanzierung von Versicherungsgeschäften und ist für Geschäftsjahre anzu­ wenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen. Der neue Standard wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Mainova haben. Überarbeitetes Rahmenkonzept des IASB Das überarbeitete Rahmenkonzept enthält einige neue Konzepte, aktualisierte Definitionen und Ansatz­kriterien für Vermögenswerte und Schulden sowie Klarstellungen. Das Rahmenkonzept ist für Geschäftsjahre anzu­ wenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Voraussichtlich ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen. 3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der Tochterunternehmen sowie die Abschlüsse der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wurden einheitlich nach den bei Mainova geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. TOCHTERUNTERNEHMEN Beherrscht ein Unternehmen ein anderes Unternehmen, hat das Mutterunternehmen das Tochterunternehmen vollständig in den Konzernabschluss einzubeziehen. Beherrschung ist dann gegeben, wenn ›› das Mutterunternehmen die Entscheidungsmacht über die maßgeblichen Tätigkeiten des Tochter­ unternehmens hat, ›› das Mutterunternehmen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen ausgesetzt ist und ›› das Mutterunternehmen die Fähigkeit hat, die Rückflüsse mittels seiner Entscheidungsgewalt über das Tochterunternehmen zu beeinflussen. Alle Tochterunternehmen werden nach der Vollkonsolidierungsmethode in den Konzernabschluss einbezogen. 82 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B I L A N ZI E R U N G S - U N D B E W E RT U N G S M E T H O D E N Konsolidierungsgrundsät z e K onsolidierungskreis und Änderungen des K­ onsolidierungskreises Die Kapitalkonsolidierung für die Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbs­ zeitpunkt. Dabei werden die Anschaffungskosten für Anteile an Tochterunternehmen den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Schulden gegenübergestellt. Sich ergebende Unterschiedsbeträge werden den Vermögenswerten und Schulden der einbezogenen Unternehmen zugeordnet. Der den Zeitwert der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden übersteigende Unterschiedsbetrag wird als Geschäftswert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden gemäß IFRS 3 nach erneuter Beurteilung der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sofort erfolgswirksam erfasst. Die mit einem Unternehmenszusammenschluss verbundenen Kosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Diese Konsolidierungsgrundsätze gelten analog für die nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen. Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen vollkonsolidierten Unternehmen werden auf­ gerechnet. Konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Zwischen­ ergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Steuerabgrenzungen werden vorgenommen. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt nach der Neubewertungsmethode bewertet und innerhalb des Eigenkapitals des Mutterunternehmens ausgewiesen. Änderungen des Anteils an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Bei Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen werden die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigen­ kapital ausgebucht. Der entstandene Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Jede zurückbehaltene Beteiligung an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zu dessen beizulegendem Zeitwert angesetzt. ANTEILE AN FINANZANLAGEN, DIE NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERT­ ­WERDEN Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen die Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern über einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik verfügt. Jedoch besteht keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung. Eine gemeinschaftliche Führung besteht nur, wenn die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Entschei­ dungen die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordert. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinschaftliche Vereinbarung, bei der die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung innehaben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung haben. 4. KONSOLIDIERUNGSKREIS UND ÄNDERUNGEN DES K ­ ONSOLIDIERUNGSKREISES Dem Anhang ist eine Liste über den Konsolidierungskreis und den Anteilsbesitz beigefügt, die alle wesent­ lichen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen mit Angaben zum letzten Jahresabschluss nach den Regelungen der IFRS (Umsatz, Eigenkapital und Jahresergebnis) enthält. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 83 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN TOCHTERUNTERNEHMEN Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt: KREIS DER EINBEZOGENEN TOCHTERUNTERNEHMEN T 31 2018 01.01. Zugänge 31.12. 18 2017 18 1 – 19 18 Zum 30. April 2018 wurden die restlichen Anteile (50,1 %) an der Hessische Windpark Entwicklungs GmbH (WPE) erworben, die nun zu 100 % in den Konzernabschluss einbezogen wird. Gegenstand des erworbenen Unternehmens ist die Planung, Entwicklung und Errichtung von Windparks an Land und der Verkauf von entwickelten und gegebenenfalls bereits errichteten Windparks sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten. Der Erwerb dient dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Die folgende Tabelle fasst die beizulegenden Zeitwerte jeder Klasse an übertragenen Gegenleistungen zum Erwerbszeitpunkt zusammen: ZEITWERTE DER ÜBERTRAGENEN GEGENLEISTUNGEN TSD. € T 32 Beizulegender Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt Zahlungsmittel 116 Wandlung Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital 70 Gesamtbetrag übertragene Gegenleistungen 186 Die folgende Tabelle fasst die angesetzten Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt zusammen: ZUM ERWERBSZEITPUNKT ANGESETZTE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN TSD. € T 33 Bei Erstkonsolidierung angesetzt Forderungen aus Ertragsteuern 18 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19 Sonstige kurzfristige Rückstellungen 16 Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1 Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens 20 Der Bruttobetrag der Forderungen aus Ertragsteuern belief sich auf 18 Tsd. Euro, die voraussichtlich ­vollständig einbringlich sein werden. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT BEI ERSTKONSOLIDIERUNG TSD. € T 34 Bei Erstkonsolidierung angesetzt Gesamtbetrag übertragene Gegenleistungen 186 Beizulegender Zeitwert der Altanteile 116 Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens – 20 Geschäfts- oder Firmenwert 282 Der Geschäfts- oder Firmenwert ist erwartungsgemäß nicht für Steuerzwecke abzugsfähig. 84 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Konsolidierungskreis und Ä nderungen des K­ onsolidierungskreises Im Zusammenhang mit dem Erwerb der WPE wurde das Gesellschafterdarlehen gegenüber der Mainova AG in Höhe von 1,5 Mio. Euro zurückgezahlt und in Höhe von 70 Tsd. Euro in Eigenkapital umgewandelt. Der Buchwert der Altanteile belief sich zum Zeitpunkt des Erwerbs auf 77 Tsd. Euro. Aufgrund der Neu­ bewertung der Altanteile zum beizulegenden Zeitwert wurde ein Gewinn von 39 Tsd. Euro in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Im Geschäftsjahr 2018 beliefen sich die Umsatzerlöse der WPE auf 93 Tsd. Euro und der Jahresüberschuss auf 65 Tsd. Euro. Seit dem Erwerbszeitpunkt wurden keine Umsatzerlöse erzielt. Der Verlust in diesem Zeitraum betrug 26 Tsd. Euro. Im Oktober 2018 wurden 100 % der Anteile an der Energy Air GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2019 erwor­ ben. Gegenstand des Unternehmens ist der Handel mit Energie, die Versorgung von Kunden am Flughafen Frankfurt mit Strom, Wärme und Kälte, die Erbringung von Energiedienstleistungen sowie die Beteiligung an versorgungswirtschaftlichen Infrastrukturprojekten für Verkehrsflughäfen und luftfahrtnahe Unternehmen. Damit baut Mainova das Vertriebsgeschäft am Flughafen Frankfurt aus. Aufgrund der noch nicht erfolgten Kaufpreisallokation wurden die Angaben nach IFRS 3 B64 nicht gemacht. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die folgende Tabelle zeigt Informationen zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen. ENTWICKLUNG DER NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILE T 35 Biomasse-Kraftwerk Fechenheim GmbH TSD. € Prozentsatz nicht beherrschende Anteile 2018 Mainova Gemeinschaftswindpark Hohenahr GmbH & Co. KG 2017 2018 2017 10 % 10 % 15 % 15 % 10.909 12.862 22.259 23.800 Kurzfristige Vermögenswerte 5.591 5.064 4.965 5.179 Langfristige Schulden 2.083 2.113 18.206 19.830 2.416 3.584 1.648 1.628 12.001 12.229 7.370 7.521 3.300 Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Schulden Nettovermögen Umsatzerlöse 9.430 9.121 3.445 Gewinn 1.859 1.732 719 177 Gesamtergebnis 1.859 1.732 719 177 146 142 108 27 1.408 30 2.888 2.205 Nicht beherrschenden Anteilen zugeordneter Gewinn Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit –1 – 43 34 132 – 1.407 – 1.429 – 2.896 – 3.367 davon: Dividenden an nicht beherrschende Anteile – – – 34 – 22 Nettoerhöhung (Nettoabnahme) der Zahlungsmittel und ­Zahlungsmitteläquivalente – – 1.442 26 – 1.030 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 85 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN ASSOZIIERTE UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN Der Kreis der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2018 durch die Vollkonsolidierung der WPE reduziert und umfasst 15 assoziierte Unternehmen und 8 Gemein­ schaftsunternehmen. Das Gemeinschaftsunternehmen ENAG / Maingas Energieanlagen GmbH und das assoziierte Unternehmen Gasversorgung Offenbach GmbH haben als abweichenden Stichtag den 30. September und wurden mit den Abschlüssen zu diesem abweichenden Stichtag einbezogen. Aufgrund des fehlenden beherrschenden Ein­ flusses liegt die Entscheidung über den Bilanzstichtag bei der Geschäftsführung der Beteiligungen. Die Beteiligung an der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA (Thüga Holding) stellt nach den Kriterien des IFRS 11 ein Gemeinschaftsunternehmen dar. Nach aktienrechtlichen Vorschriften liegt kein beherrschender Einfluss vor. Die Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI) wird trotz eines Anteilsbesitzes von unter 20 % (die Betei­ ligung der Mainova beträgt 15,6 %) als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet, da der Mainova durch den Gesellschaftsvertrag maßgeblicher Einfluss eingeräumt wird. Bei sämtlichen wichtigen geschäftspolitischen Entscheidungen (zum Beispiel Investitionen, Aufnahme von Krediten, Abschluss oder Änderung von Verträgen sowie Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern) ist die Einstimmigkeit der Gesellschafter erforderlich. Die Beteiligungen sind in der gleichen Branche wie die Mainova tätig und somit den gleichen Risiken aus­ gesetzt. Diesbezüglich verweisen wir auf den Chancen- und Risikobericht im Lagebericht. Die nachfolgenden Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen für die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen: FINANZINFORMATIONEN FÜR ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN TSD. € Langfristige Vermögenswerte 2018 1.527.974 2017 1.609.638 Kurzfristige Vermögenswerte 719.591 636.777 Langfristige Schulden 864.795 856.800 Kurzfristige Schulden Umsatzerlöse Ergebnis nach Steuern Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis An den Konzern ausgeschüttete Dividenden 86 T 36 606.408 639.809 4.454.750 4.375.359 56.179 55.156 9.665 – 1.337 65.844 53.819 9.861 10.177 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Konsolidierungskreis und Ä nderungen des K­ onsolidierungskreises FINANZINFORMATIONEN FÜR GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN  TSD. € T 37 2018 2017 Langfristige Vermögenswerte 3.892.830 3.606.553 Kurzfristige Vermögenswerte 764.403 1.095.616 davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Langfristige Schulden davon finanziell Kurzfristige Schulden davon finanziell Umsatzerlöse Planmäßige Abschreibungen Zinserträge 63.279 71.088 933.910 819.403 908.278 795.152 878.883 1.158.593 2.808 900 3.975.203 4.036.366 24.075 22.488 7.230 4.545 Zinsaufwendungen 31.125 38.189 Ertragsteueraufwendungen 20.831 22.977 417.483 313.938 Ergebnis nach Steuern Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis An den Konzern ausgeschüttete Dividenden – 700 – 6.100 416.783 307.838 56.096 59.774 Auf unsere Beteiligung an der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA entfallen folgende Beträge: FINANZINFORMATIONEN FÜR DIE THÜGA HOLDING GMBH & CO. KG  T 38 2017 2016 Langfristige Vermögenswerte 3.751.900 3.721.500 Kurzfristige Vermögenswerte 1.077.100 1.146.400 TSD. € davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Langfristige Schulden davon finanziell Kurzfristige Schulden davon finanziell Umsatzerlöse Planmäßige Abschreibungen Zinserträge Zinsaufwendungen Ertragsteueraufwendungen Ergebnis nach Steuern Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis An den Konzern ausgeschüttete Dividenden MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 80.400 59.100 1.047.200 984.900 617.600 576.500 1.095.600 1.256.200 180.100 215.900 3.858.300 3.847.600 18.400 16.700 7.100 4.500 33.800 32.500 13.800 3.900 310.600 261.500 – 2.100 – 21.900 308.500 239.600 56.164 53.475 87 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 5. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (1) UMSATZERLÖSE Bezüglich der Aufgliederung der Umsatzerlöse verweisen wir auf Abschnitt 8. Im Geschäftsjahr wurden in den Umsatzerlösen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 5,1 Mio. Euro aus in früheren Perioden erfüllten Leistungsverpflichtungen erfasst. In den Umsatzerlösen sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 enthalten. Im Folgenden werden die wesentlichen Leistungsverpflichtungen erläutert: Die Hauptleistungsverpflichtung der Mainova besteht aus Energie- und Wasserlieferungen. Der Transaktions­ preis setzt sich aus fixen und variablen mengenabhängigen Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um eine einzige Leistungsverpflichtung, die Sicherstellung der permanenten Lieferbereitschaft während der Vertragslaufzeit. Die fixen Bestandteile des Transaktionspreises werden linear über die Vertragslaufzeit realisiert, die variablen Bestandteile entsprechend der gemessenen Abnahmemengen der Kunden. Ferner beinhalten die Umsatzerlöse auch die statistische Hochrechnung zwischen dem Abrechnungszeitpunkt und dem Bilanzstichtag. Für variable Preisbestandteile, zum Beispiel für Stufen- und Zonenrabatte oder Leis­ tungsspitzen, werden im Rahmen der Hochrechnung Schätzungen auf Basis des vergangenen Abnahme­ verhaltens vorgenommen. Der wesentliche Teil der Kundenbindungsmaßnahmen entfällt auf Neukundenboni, die nach Ablauf von zwölf Monaten als Gutschrift auf die nächste Abrechnung gewährt werden. Dies wird bereits nach Vertrags­ abschluss umsatzmindernd berücksichtigt. Eine weitere wesentliche Leistungsverpflichtung umfasst die Bereitstellung des Zugangs zu den Strom- und Gasnetzen entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere dem Energiewirtschaftsgesetz. Die von Kunden für den Netzanschluss erhaltenen Zuschüsse werden passiviert und zugunsten der Umsatzerlöse linear entsprechend des in der Strom- bzw. Gasnetzentgeltverordnung genannten Leistungszeitraums auf­ gelöst. Die Umsatzerlöse aus der Netzdurchleitung werden in Abhängigkeit von der Menge zum Zeitpunkt der Durchleitung realisiert. Die Erlöse aus Energiehandelsgeschäften beinhalten den Verkauf von eigenerzeugten Strommengen unserer Kraftwerke sowie Verkäufe im Rahmen der Strukturierung unserer Vertriebsportfolien. Des Weiteren wer­ den auch über den Bedarf hinaus eingedeckte Strom- und Gasvertriebsmengen veräußert. Die getätigten Handelsgeschäfte betreffen im Wesentlichen außerbörsliche Geschäfte auf der Grundlage der marktüblichen Rahmenverträge, insbesondere EFET-Verträge (European Federation of Energy Traders). Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Lieferung realisiert. Die Abrechnung der Leistungsverpflichtungen erfolgt entweder monatlich oder jährlich unter Berücksich­ tigung von monatlichen Abschlagszahlungen. Bezüglich der Zahlungsbedingungen im Vertriebsgeschäft sehen die Standardverträge eine zweiwöchige Zahlungsfrist vor, wohingegen Großkunden ein individuell festgelegtes Zahlungsziel haben. Im Energiehandel ist die Zahlung im Rahmen der EFET-Verträge am späte­ ren der ­beiden Zeitpunkte, nämlich entweder am 20. Tag des Kalendermonats oder am 10. Arbeitstag nach Erhalt der Rechnungen fällig. Die bereits kontrahierten verbleibenden Leistungsverpflichtungen, die zum 31.12.2018 nicht oder teilweise nicht erfüllt sind, betragen 713,7 Mio. Euro. Diese resultieren im Wesentlichen aus Energielieferverträgen und Vertragsverbindlichkeiten. Mainova erwartet, dass 298,8 Mio. Euro davon in der nächsten Berichtsperiode als Erlös erfasst werden und 232,8 Mio. Euro in den Jahren 2020 – 2023. In späteren Jahren fallen Erlöse in Höhe von 182,1 Mio. Euro an. Bei Kundenverträgen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr wird von der Angabe abgesehen. 88 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS E rläuterungen zur G ewinn - und Verlustrechnung (2) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE TSD. € Auflösung von Rückstellungen T 39 2018 22.078 2017 28.017 Auflösung von Verbindlichkeiten 6.009 5.175 Schadenersatz 3.215 5.451 Auflösung von Wertberichtigungen 1.936 2.212 289 12.713 Anlagenabgänge Übrige Erträge 21.892 18.260 55.419 71.828 Die übrigen Erträge enthalten eine Vielzahl von Einzelsachverhalten. (3) MATERIALAUFWAND MATERIALAUFWAND TSD. € Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Aufwendungen für bezogene Leistungen T 40 2018 1.484.180 2017 1.455.173 101.481 73.904 1.585.661 1.529.077 Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betreffen überwiegend den Gas-, Strom-, Wärme- und Wasserbezug, die Kosten für den Primärenergieeinsatz in den eigenen Kraftwerken sowie Netzentgelte. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfallen im Wesentlichen auf von Dritten erbrachte Bauleistungen sowie Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen für Verteilungs- und Erzeugungsanlagen. (4) PERSONALAUFWAND PERSONALAUFWAND  TSD. € Löhne und Gehälter T 41 2018 171.334 2017 167.749 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 31.308 31.870 Aufwendungen für Altersversorgung 15.836 15.464 218.478 215.083 (5) ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN Es wird auf die Ausführungen zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Abschnitt 6 (11) verwiesen. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 89 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN (6) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN TSD. € Konzessionsabgabe T 42 2018 2017 49.839 54.239 Fremdleistungen (Verwaltung, IT, Gebäude) 31.470 28.698 Zuführungen zu Rückstellungen 11.505 12.503 Mieten, Pachten, Gebühren 9.744 8.445 Gutachten und Beratung 8.174 7.101 Sonstige Steuern 6.330 6.604 Aus- und Fortbildungskosten 4.773 4.093 Werbekosten 4.166 3.920 Versicherungen 4.036 3.534 Wertminderungen auf Forderungen 3.832 6.960 Prüfungs-, Gerichts- und Notarkosten 1.691 1.289 Verluste aus Anlageabgängen 1.396 1.772 13.578 14.452 150.534 153.610 Übrige Aufwendungen Die Aufwendungen aus Operating-Leasingverträgen betragen im Geschäftsjahr 2018 9,0 Mio. Euro (Vorjahr 7,6 Mio. Euro). Die übrigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von Einzelsachverhalten. (7) ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN FINANZANLAGEN Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen setzt sich wie folgt zusammen: ERGEBNIS AUS EQUITY-BETEILIGUNGEN  TSD. € Planmäßige Fortschreibung T 43 2018 90.958 2017 80.994 Wertaufholungen 9.616 – Wertminderungen 8.579 40.307 91.995 40.687 Die Wertminderungen und Wertaufholungen entfallen auf diverse Gesellschaften. Wir verweisen auch auf Abschnitt 2. 90 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS E rläuterungen zur G ewinn - und Verlustrechnung (8) FINANZERTRÄGE FINANZERTRÄGE  TSD. € T 44 2018 2017 Gesamtzinserträge Zinserträge aus Leasing Zinsertrag für finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 4.807 5.359 585 683 5.392 6.042 Sonstige Finanzerträge Erträge aus Beteiligungen Sonstige nichtfinanzielle Erträge 824 468 – 5.221 824 5.689 6.216 11.731 Aufgelaufene Zinserträge auf wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte bestehen nicht, da die wert­ berichtigten Vermögenswerte ausschließlich kurzfristig sind. (9) FINANZAUFWENDUNGEN FINANZAUFWENDUNGEN  TSD. € T 45 2018 2017 Gesamtzinsaufwendungen Zinsaufwand aus nicht erfolgswirksam bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten 19.464 22.097 19.464 22.097 Zinsaufwand Pensionsverpflichtungen 1.300 1.192 Aufzinsung langfristige Rückstellungen 2.828 374 – 821 Sonstige Finanzaufwendungen Sonstige nichtfinanzielle Aufwendungen 4.129 2.387 23.593 24.484 Im Zinsaufwand aus nicht erfolgswirksam bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind überwiegend Zinsen aus Fremddarlehen enthalten. (10) ERTRAGSTEUERN ERTRAGSTEUERN  TSD. € Tatsächliche Ertragsteuern Latente Steuern MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 T 46 2018 18.496 2017 22.902 7.875 15.458 26.371 38.360 91 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Der Steueraufwand und -ertrag teilt sich wie folgt auf: AUFTEILUNG DES STEUERAUFWANDS UND -ERTRAGS  T 47 2018 TSD. € Laufender Steueraufwand Steueraufwand für das laufende Jahr Periodenfremder laufender Steueraufwand / -ertrag Minderung des laufenden Steueraufwands aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften Latenter Steueraufwand / -ertrag Latente Steuern aus temporären Bewertungsunterschieden 2017 18.496 22.902 18.628 23.084 –1 1 – 131 – 183 7.875 15.458 7.635 12.800 Latente Steuern aufgrund des nachträglichen Ansatzes bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften – 17 – 10 Periodenfremder latenter Steueraufwand / -ertrag 257 2.668 26.371 38.360 Steueraufwand Aufgrund des am 29. August 2001 geschlossenen Gewinnabführungsvertrags ist Mainova verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die SWFH abzuführen. Dies hat nach geltendem Steuerrecht zur Folge, dass Mainova einen entstehenden Gewinn nur insoweit der Körperschaftsteuer unterwerfen muss, als dieser für Aus­ gleichszahlungen an außenstehende Aktionäre verwendet wird (§ 16 Körperschaftsteuergesetz (KStG)). Der Gewerbeertrag wird bei Mainova unabhängig von der Leistung von Ausgleichszahlungen keiner Gewerbe­ steuer unterworfen. Im Rahmen des im Jahr 2004 abgeschlossenen Umlagevertrags ist Mainova verpflichtet, die Ertragsteuern in Form einer Steuerumlage an die SWFH abzuführen. Die Steuerumlagen werden nach der sogenannten Belastungsmethode (Stand-alone-Methode) entsprechend der hypothetischen Steuerbelastung der Mainova unter Berücksichtigung der bei Mainova direkt anfallenden Steuerbelastung (zurzeit Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag auf die Ausgleichszahlung an außenstehende Aktionäre) errechnet, als ob Mainova selbstständig zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer herangezogen würde. Die Organgesellschaft (Mainova AG) hat ihr Einkommen in Höhe von 20 / 17 der geleisteten Ausgleichs­ zahlungen an außenstehende Aktionäre selbst zu versteuern. Die tatsächlichen Steuern enthalten im Wesentlichen Steuerumlagen für 2018 an die SWFH für Körper­ schaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von 6,9 Mio. Euro und Gewerbesteuer in Höhe von 8,7 Mio. Euro sowie die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag für die Ausgleichszahlungen in Höhe von 2,4 Mio. Euro. Der Steuersatz des Mutterunternehmens Mainova AG beträgt wie im Vorjahr 30,7 %. Bei den in den Konzernabschluss einzubeziehenden Gesellschaften NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM), Mainova ServiceDienste Gesellschaft mbH, SRM StraßenBeleuchtung Rhein-Main GmbH, Biomasse-­ Kraftwerk Fechenheim GmbH (BKF), HMD und Energieversorgung Main-Spessart GmbH fallen aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft mit der Mainova AG keine laufenden Steuern an. Aufgrund der Verlustvorträge der Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH (EWT) sowie der Mainova Beteiligungsgesellschaft mbH (MBG) entsteht im Geschäftsjahr keine Steuerschuld. Im Berichtsjahr wurden bisher nicht aktivierte steuerliche Verlustvorträge von 0,7 Mio. Euro genutzt. 92 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS E rläuterungen zur G ewinn - und Verlustrechnung Die Überleitung vom erwarteten Ertragsteueraufwand zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand wird nach­ folgend dargestellt: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG ERTRAGSTEUERN  TSD. € T 48 2018 2017 Ergebnis vor Ertragsteuern 155.611 136.824 Steuersatz 30,70 % 30,70 % 47.773 42.005 – 27.494 – 12.649 Erwarteter Ertragsteueraufwand Steuereffekte durch: Erträge aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen Steuersatzeffekte aus Nicht-Organgesellschaften und Personengesellschaften – 579 901 Nicht abzugsfähige Aufwendungen 5.302 5.015 Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen und Kürzungen Veränderung nicht bewerteter Verlustvorträge 25 172 – 115 – 193 Steuerfreie Dividenden 252 143 Periodenfremde Steuern 257 2.670 – 1.460 – 1.150 Sonstige permanente Differenzen Sonstiges Tatsächlicher Ertragsteueraufwand Tatsächlicher Konzernertragsteuersatz 2.410 1.446 26.371 38.360 16,95 % 28,04 % Bei den steuerfreien Erträgen aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen wurde der Saldo aus Fortschreibungen abzüglich Wertminderungen zu 95 % (Kapitalgesellschaften) beziehungsweise zu 100 % (Personengesellschaften für die Gewerbesteuer) unter Berücksichtigung der jeweils anzuwendenden Steuersätze angesetzt. Bei den steuerfreien Dividenden handelt es sich um Ausschüttungen von sonstigen Beteiligungen, die nicht in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Diese sind laut § 8b KStG steuerfrei. Die periodenfremden Steuern enthalten aus der Anpassung des steuerlichen Ausgleichspostens einen Auf­ wand in Höhe von 257 Tsd. Euro (Vorjahr 2.668 Tsd. Euro). Der steuerliche Ausgleichsposten beinhaltet die Bewertungsunterschiede zwischen Steuerbilanz und IFRS. Darüber hinaus ist im Vorjahr ein tatsächlicher Steueraufwand von 2 Tsd. Euro enthalten. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 93 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 6. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ (11) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens sowie ihre Entwicklung sind auf den folgenden Seiten dargestellt: ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS (31.12.2018) Anschaffungs- oder Herstellungskosten TSD. € Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Umbu­ chungen 6.599 – 7 1.169 142.528 – 282 – – 8.659 22 – – 22 – – 143.166 6.599 282 29 1.169 151.187 403.560 2.424 – 791 2.518 407.711 869.010 19.187 – 20.769 11.781 879.209 2.142.082 34.831 – 3.230 6.753 2.180.436 3.011.092 54.018 – 23.999 18.534 3.059.645 179.111 Stand am 01.01.2018 Zugänge 134.767 8.377 Stand am 31.12.2018 Immaterielle Vermögenswerte Konzessionen und ähnliche Rechte Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen Sachanlagen Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen a) Erzeugungs-, Gewinnungs- und ­Bezugsanlagen, Heizzentralen Davon Wertminderung b) Verteilungsanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und ­Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 175.025 4.604 – 2.838 2.320 44.864 41.069 – 80 – 24.541 61.312 3.634.541 102.115 – 27.708 – 1.169 3.707.779 3.777.707 108.714 282 27.737 – 3.858.966 ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS (31.12.2017) Anschaffungs- oder Herstellungskosten TSD. € Zugänge Konsolidierungskreis Abgänge Umbu­ chungen Stand am 31.12.2017 5.905 – 283 1.725 134.767 – – – – 8.377 32 – 10 – – – 22 135.829 5.895 – 283 1.725 143.166 379.886 8.438 – 3.021 18.257 403.560 820.801 14.038 – 2.909 37.080 869.010 2.081.582 52.177 – 16.665 24.988 2.142.082 2.902.383 66.215 – 19.574 62.068 3.011.092 175.025 Stand am 01.01.2017 Zugänge 127.420 8.377 Immaterielle Vermögenswerte Konzessionen und ähnliche Rechte Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen Sachanlagen Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen a) Erzeugungs-, Gewinnungs- und ­Bezugsanlagen, Heizzentralen Davon Wertminderung b) Verteilungsanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und ­Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 94 172.675 5.198 – 6.632 3.784 98.943 32.411 – 656 – 85.834 44.864 3.553.887 112.262 – 29.883 – 1.725 3.634.541 3.689.716 118.157 – 30.166 – 3.777.707 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z T 49 Abschreibungen und Wertminderungen Stand am Anpassung 01.01.2018 erfolgsneutral Zugänge Zuschrei­ bungen Restbuchwert Abgänge Umbu­ chungen Stand am 31.12.2018 Stand am 31.12.2018 Stand am 31.12.2017 97.211 – 8.621 – – – 105.832 36.696 37.556 – – – – – – – 8.659 8.377 – – – – – – – – 22 97.211 – 8.621 – – – 105.832 45.355 45.955 198.705 – 8.676 – 595 43 206.829 200.882 204.855 580.491 – 19.488 80 18.368 14 581.545 297.664 288.519 7 1.350.470 – 173.000 38.078 180 2.841 – 14 1.212.513 967.923 791.612 1.930.961 – 173.000 57.566 260 21.209 – 1.794.058 1.265.587 1.080.131 137.503 – 6.589 – 2.603 – 43 141.446 37.665 37.522 – – – – – – – 61.312 44.864 2.267.169 – 173.000 72.831 260 24.407 – 2.142.333 1.565.446 1.367.372 2.364.380 – 173.000 81.452 260 24.407 – 2.248.165 1.610.801 1.413.327 T 49 Abschreibungen und Wertminderungen Stand am Anpassung 01.01.2017 erfolgsneutral Zugänge Restbuchwert Zuschrei­ bungen Abgänge Umbu­ chungen Stand am 31.12.2017 Stand am 31.12.2017 Stand am 31.12.2016 87.113 – 10.330 – 232 – 97.211 37.556 40.307 – – – – – – – 8.377 8.377 – – – – – – – 22 32 87.113 – 10.330 – 232 – 97.211 45.955 48.716 191.370 – 8.237 – 902 – 198.705 204.855 188.516 562.592 – 19.127 – 1.228 – 580.491 288.519 258.209 217 1.314.696 – 37.980 – 2.206 – 1.350.470 791.612 766.886 1.877.288 – 57.107 – 3.434 – 1.930.961 1.080.131 1.025.095 137.447 – 6.445 – 6.389 – 137.503 37.522 35.228 – – – – – – – 44.864 98.943 2.206.105 – 71.789 – 10.725 – 2.267.169 1.367.372 1.347.782 2.293.218 – 82.119 – 10.957 – 2.364.380 1.413.327 1.396.498 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 95 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN In den Zugängen der Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr 2,7 Mio. Euro) enthalten. In den Sachanlagen sind aktivisch abgesetzte Zuschüsse in Höhe von 63,0 Mio. Euro enthalten. Für nicht aktivierungsfähige technische Innovationen wurden 0,4 Mio. Euro (Vorjahr keine) aufgewendet. Aus den jährlich vorzunehmenden Werthaltigkeitstests für den Geschäfts- oder Firmenwert der HMD und der Mainova PV_Park 1 GmbH & Co. KG haben sich keine Wertminderungen ergeben. Die Geschäftstätigkeit dieser vollkonsolidierten Gesellschaften stellt jeweils eine eigene ZGE dar. Die Grundlagen und Parameter der Werthaltigkeitstests sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum Sachanlagevermögen (Abschnitt 2) dargestellt. Bei den immateriellen Vermögenswerten sowie im Sachanlagevermögen liegen zum Bilanzstichtag keine Beschränkungen hinsichtlich der Verfügungsrechte vor. Ferner wurden im Geschäftsjahr 2018 wie im Vorjahr keine Entschädigungen von Dritten für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen, die wertgemindert oder außer Betrieb genommen wurden, erfasst. (12) NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Buchwerts der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen: ENTWICKLUNG DES BUCHWERTS DER EQUITY-BETEILIGUNGEN  TSD. € Anfangsbestand 01.01. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (1) Anfangsbestand nach Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2017 750.875 16.128 – 747.223 750.875 90.958 80.994 Aufwand aus Wertminderungen – 8.579 – 40.307 Ertrag aus Wertaufholungen 9.616 – – 65.957 – 69.951 Zugänge 3.310 4.805 Abgänge – 434 – Im Eigenkapital erfasste erfolgsneutrale Wertänderungen 7.318 4.679 783.455 731.095 Endbestand 31.12. 96 2018 731.095 Planmäßige Fortschreibung Dividenden (1) T 50  ainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. M Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z (13) ÜBRIGE FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE VERMÖGENSWERTE In den nachfolgenden Tabellen werden die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte aufgeschlüsselt: ÜBRIGE FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE VERMÖGENSWERTE  T 51 31.12.2018 TSD. € Forderungen aus Cash Pooling gegen den S ­ tadtwerke-Konzern Langfristig 31.12.2017 Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt – 54.824 54.824 – 51.745 51.745 38.788 11.948 50.736 21.920 7.672 29.592 Forderungen aus Finanzierungsleasing 41.959 7.671 49.630 48.514 6.977 55.491 Sonstige Beteiligungen 20.270 – 20.270 18.698 – 18.698 5.788 Derivative Finanzinstrumente Ausleihungen an Beteiligungen 3.803 – 3.803 5.788 – Sonstige Ausleihungen 1.069 – 1.069 1.252 – 1.252 Übrige finanzielle Vermögenswerte 1.899 42.536 44.435 213 22.999 23.212 107.788 116.979 224.767 96.385 89.393 185.778 – 16.965 16.965 – 15.741 15.741 Finanzielle Vermögenswerte Nichtfinanzielle Vermögenswerte Mainova erwartet, dass die Vermittlungsprovisionen für die Anbahnung standardisierter Energielieferverträge wiedererlangbar sind. Daher wurden Kosten in Höhe von 1,7 Mio. Euro in den übrigen finanziellen Vermö­ genswerten aktiviert. Die Ermittlung der Abschreibung der aktivierten Provisionen in Höhe von 1,2 Mio. Euro richtet sich nach der durchschnittlichen Kundenbindungsdauer. Wertminderungen der aktivierten Kosten wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen. Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen: ZUSAMMENSETZUNG AKTIVIERTER DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE  T 52 31.12.2018 TSD. € Derivative Finanzinstrumente davon ohne Sicherungsbeziehung davon in Sicherungsbeziehung Commodities Langfristig Kurzfristig 31.12.2017 Langfristig Kurzfristig Gesamt 38.788 11.948 Gesamt 50.736 21.920 7.672 29.592 38.213 9.616 47.829 20.491 4.040 24.531 575 2.332 2.907 1.429 3.632 5.061 (14) VORRÄTE VORRÄTE  TSD. € T 53 31.12.2018 31.12.2017 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.658 18.335 Emissionsrechte 12.354 11.992 Unfertige Leistungen 14.770 14.417 Waren 807 311 43.589 45.055 In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind hauptsächlich Bau- und Installationsmaterialien sowie der Bestand an Kohle und Heizöl für den Betrieb der HKW ausgewiesen. Die kumulierten Gängigkeitsabschreibungen auf den Bestand an Bau- und Installationsmaterial betragen insgesamt 6,8 Mio. Euro (Vorjahr 7,0 Mio. Euro). Dabei wurden im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro und Wertaufholungen in Höhe von 0,6 Mio. Euro erfasst. Die unfertigen Leistungen enthalten noch nicht abgerechnete Bau- und Reparaturleistungen. Verfügungsbeschränkungen oder andere Belastungen lagen nicht vor. Zuschreibungen und Bewertungen zum Nettoveräußerungspreis wurden nicht vorgenommen. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 97 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN (15) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 327,6 Mio. Euro (Vorjahr 288,6 Mio. Euro) sind abgegrenzte, noch nicht abgerechnete Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserlieferungen zwischen Ableseund Bilanzstichtag enthalten, denen geleistete Abschläge gegenüberstehen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Verträgen mit Kunden beliefen sich auf 324,4 Mio. Euro (01.01.2018: 285,7 Mio. Euro). Bezüglich der Wertminderungen verweisen wir auf die Ausführungen zum Kreditrisiko in Abschnitt 7. (16) FORDERUNGEN AUS ERTRAGSTEUERN Die Forderungen aus Ertragsteuern betreffen mit 9,7 Mio. Euro (Vorjahr 11,4 Mio. Euro) anrechenbare Kapital­ertragsteuer sowie Forderungen aus der Steuerumlage an die SWFH in Höhe von 2,2 Mio. Euro (Vorjahr keine). (17) LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND LATENTE STEUERSCHULDEN Die latenten Steueransprüche und -schulden resultieren aus folgenden Posten: BILANZAUSWEIS LATENTER STEUERN  T 54 31.12.2018 TSD. € Latente Steuer­ ansprüche Latente Steuer­ schulden 31.12.2017 davon erfolgs­ wirksame Verände­ rungen Latente Steuer­ ansprüche Latente Steuer­ schulden davon erfolgs­ wirksame Verände­ rungen Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte – 1.755 – 34 – 1.721 84 Sachanlagen – 183.693 2.061 – 126.017 – 8.707 Tochterunternehmen und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen Langfristige finanzielle Vermögenswerte – 3.707 952 – 4.344 10 95 27.921 – 2.953 – 25.191 – 3.780 Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Vermögenswerte 46 1.773 – 95 – 1.575 – 721 920 8.906 – 2.071 966 5.566 1.597 5.041 Langfristige Schulden Erhaltene Zuschüsse Langfristige Finanzschulden Übrige langfristige Verbindlichkeiten – 4.723 – 6.087 1.371 5 40 – 40 – – – 18.054 – 2.471 16.223 – 667 Pensionsrückstellungen 12.324 105 422 13.426 528 – 462 Andere langfristige Rückstellungen 28.455 3.336 – 2.600 32.034 – 12.667 – – – – – – 245 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzschulden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 116 – – 2.468 2.584 – 1.714 Sonstige Rückstellungen 7.320 466 812 6.042 1 – 24.154 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 5.025 – 1.721 3.175 – 800 218 – – 13 231 – 31 72.613 236.385 – 7.842 76.052 164.948 – 15.458 Verlustvorträge Zwischensumme 98 Wertberichtigung 12.028 – – 541 12.568 – – Saldierung 56.165 56.165 – 57.616 57.616 – Bilanzausweis 4.420 180.220 – 7.301 5.868 107.332 – 15.458 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z Von den latenten Steueransprüchen aus Pensionsrückstellungen wurden 12,3 Mio. Euro (Vorjahr 13,4 Mio. Euro) erfolgsneutral gebildet. Von den latenten Steuerschulden aus den übrigen langfristigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerten, den sonstigen Vermögenswerten und den langfristigen und kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden latente Steuerschulden in Höhe von 67,7 Mio. Euro (Vorjahr 2,4 Mio. Euro) erfolgsneutral gebildet. Insgesamt ergab sich damit eine erfolgsneutrale Veränderung der latenten Steuern in Höhe von 55,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,2 Mio. Euro). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen die Anpassungseffekte im Eigenkapital, die sich aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 ergeben. Latente Steueransprüche und -schulden wurden je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis miteinander saldiert. Latente Steuern auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen wurden mit den anzuwendenden Steuersätzen gebildet. Auf temporäre Unterschiede aus Beteiligungen zwischen Steuerbilanz und Konzernabschluss wurden in Höhe von 12,4 Mio. Euro (Vorjahr 10,6 Mio. Euro) keine passiven latenten Steuern erfasst, da eine Umkehrung durch Dividendenausschüttungen oder Veräußerung von Gesellschaften in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist. Es werden nur auf solche Verlustvorträge und Vorträge aus der Zinsschranke, von deren Nutzbarkeit mit ausreichender Sicherheit ausgegangen werden kann, latente Steueransprüche gebildet. Steuerliche Verlust­ vorträge bestanden zum 31. Dezember 2018 im Wesentlichen bei den Tochtergesellschaften MBG, NRM, EWT und Mainova Windpark Niederhambach GmbH & Co. KG. Für die steuerlichen Verlustvorträge der EWT und MBG wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt, da die Gesellschaften als Beteiligungsholding nahezu ausschließlich steuerfreie Dividendenerträge erzielen und somit gegenwärtig nicht damit gerechnet wird, dass zukünftig ein steuerpflichtiges Ergebnis zur Nutzung der Verlustvorträge zur Verfügung stehen wird. Aufgrund der seit dem 1. Januar 2012 bestehenden gewerbe- und körperschaftsteuerlichen Organschaft mit der NRM wurde davon ausgegangen, dass diese steuerlichen Verluste nicht mehr nutzbar sind. Latente Steueransprüche auf oben genannte Verlustvorträge wurden in folgender Höhe nicht angesetzt: LATENTE STEUERN AUF VERLUSTVORTRÄGE  TSD. € Gewerbesteuer Körperschaftsteuer Zinsschranke T 55 2018 4.207 2017 4.255 8.603 8.674 36.857 33.215 EIGENKAPITAL Die Gewinnabführung je Anteil für das Geschäftsjahr 2018 belief sich für die SWFH auf 10,03 Euro / Stück (Vor­ jahr 16,65 Euro / Stück) und die Dividende je Anteil für die außenstehenden Aktionäre auf 10,84 Euro / Stück. (18) Gezeichnetes Kapital Der Nennwert des gezeichneten Kapitals lag unverändert bei 142,3 Mio. Euro und ist vollständig eingezahlt. Es ist eingeteilt in 5.560.000 nennbetragslose Stückaktien, davon lauten 5.499.296 auf Namen und 60.704 auf Inhaber. Die Anzahl der Aktien war im Geschäftsjahr unverändert. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 99 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN (19) Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen enthalten neben dem Konzernjahresüberschuss abzüglich der Ergebnisabführung an die SWFH insbesondere die Anpassungseffekte auf IFRS sowie Ergebnisvorträge von Tochtergesellschaften. Darüber hinaus enthalten die Gewinnrücklagen nachfolgende neutrale Effekte: BESTAND GEWINNRÜCKLAGEN  T 56 31.12.2018 Vor­ Steuern TSD. € Latente Steuern 31.12.2017 Nach ­Steuern Vor Steuern Latente Steuern Nach ­Steuern Versicherungsmathematische Verluste / Gewinne aus leistungsorientierten Pensionszusagen und Deputaten – 39.897 12.324 – 27.573 – 43.486 13.426 – 30.060 Cashflow Hedges – 42.897 – 569 – 43.466 – 37.255 – 1.293 – 38.548 davon Commodities davon Zinsen 1.855 4.213 – 44.752 – 41.468 Beteiligungen – erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet 6.393 – 1.962 4.431 3.707 – 1.138 2.569 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 2.615 – 314 2.301 – 20.831 – – 20.831 – 73.786 9.479 – 64.307 – 97.865 10.995 – 86.870 Die Gewinnrücklagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt verändert: VERÄNDERUNG GEWINNRÜCKLAGEN  T 57 31.12.2018 TSD. € Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen und Deputaten Cashflow Hedges davon Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis davon Commodities davon Zinsen davon Abgänge aus der Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung davon Commodities davon Zinsen Vor­ Steuern Latente Steuern 3.589 – 5.642 31.12.2017 Nach ­Steuern Vor Steuern Latente Steuern Nach ­Steuern – 1.102 2.487 724 – 4.918 – 2.512 771 – 1.741 2.902 – 169 2.733 1.848 – 3.090 7.222 1.107 6.683 – 4.197 539 – 2.552 – 4.320 – 3.465 – 6.134 913 1.814 Beteiligungen – erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet 2.686 – 824 1.862 2.667 – 819 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 7.318 – 130 7.188 4.374 – 4.374 Sonstiges Ergebnis 7.951 – 1.332 6.619 7.431 – 217 7.214 Sonstige Veränderung nicht beherrschende Anteile Veränderung Gewinnrücklagen – – – – 309 – – 309 7.951 – 1.332 6.619 7.122 – 217 6.905 In den Gewinnrücklagen für Cashflow Hedges sind keine Beträge für Geschäfte enthalten, bei denen die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr angewendet wird. Ferner ist in den Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung kein Sicherungsgeschäft enthalten, bei dem die gesicherten zukünftigen Zahlungsströme nicht mehr erwartet werden. (20) Nicht beherrschende Anteile Die nicht beherrschenden Anteile zeigen den Anteilsbesitz Dritter an der Mainova. Sie betreffen die Minder­ heitenanteile an der BKF und der Mainova Gemeinschaftswindpark Hohenahr GmbH & Co. KG. 1 00 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z (21) ERHALTENE ZUSCHÜSSE Bei den erhaltenen Zuschüssen wird im Zeitpunkt des Erhalts der Zahlung eine vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Die geschuldete Gesamtleistung, das heißt der Anschluss an das bestehende Verteilnetz, wird über 20 Jahre analog den Regelungen in den Strom- und Gasnetzentgeltverordnungen erbracht. Im Geschäftsjahr wurde entsprechend der anteilig erbrachten Leistung ein Betrag in Höhe von 11,2 Mio. Euro umsatzwirksam aufgelöst. (22) FINANZSCHULDEN FINANZSCHULDEN  T 58 31.12.2018 TSD. € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten Langfristig 456.590 Kurzfristig 63.141 31.12.2017 Gesamt 519.731 Langfristig Kurzfristig Gesamt 514.423 34.098 548.521 4.067 90 4.157 2.993 1.074 4.067 460.657 63.231 523.888 517.416 35.172 552.588 Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren 17,6 Mio. Euro (Vorjahr 11,0 Mio. Euro) mit einer Negativklausel belegt und 323,5 Mio. Euro (Vorjahr 340,9 Mio. Euro) mit Bürgschaften der Stadt Frankfurt am Main besichert. Der durchschnittliche Effektivzins der Finanzschulden belief sich auf 3,6 % (Vorjahr 3,8 %). RÜCKSTELLUNGEN (23) Pensionsrückstellungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen die Altersversorgung für die Mit­ arbeiter der Mainova, arbeitsvertragliche Direktzusagen sowie Verpflichtungen aus Betriebsvereinbarungen (Deputate). Es handelt sich dabei um leistungsorientierte Versorgungszusagen. Direktzusagen werden Vorstandsmitgliedern gewährt. Es handelt sich um leistungsorientierte Versorgungs­ pläne. Für diese werden Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften, entsprechend den bestehenden Versorgungszusagen für Anwartschaften, und laufende Leistungen an die berechtigten aktiven und ehemaligen Mitarbeiter sowie die Hinterbliebenen gebildet. Die Zusagen bemessen sich vor allem nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie der Vergütung der Mitarbeiter. Auf der Basis von Betriebsvereinbarungen sowie einzelvertraglichen Regelungen erhalten nahezu alle Mit­ arbeiter ein jährliches Energiedeputat. Zudem wurde außertariflichen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge im Rahmen einer Unterstüt­ zungskasse gewährt. Da Mainova über die Leistung der einkommensabhängigen Beiträge hinaus kein Risiko trägt, handelt es sich um eine beitragsorientierte Zusage. Die Versorgungsverpflichtungen werden aus der operativen Tätigkeit der Mainova finanziert. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 101 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Der Berechnung der leistungsorientierten Versorgungszusagen wurden folgende wesentliche versicherungs­ mathematische Annahmen zugrunde gelegt: PARAMETER DER PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN  T 59 31.12.2018 % 31.12.2017 Zins 1,85 1,73 Gehaltssteigerungen 2,00 2,00 Rentensteigerungen 2,00 2,00 Inflationsentwicklung für Deputate 2,00 2,00 Den Berechnungen für 2018 bezüglich der künftigen Sterblichkeit lagen die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck (im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Der Barwert der versicherungsmathematischen Sollverpflichtung hat sich wie folgt entwickelt: BARWERTENTWICKLUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNG  TSD. € T 60 2018 2017 Barwert der Pensionsverpflichtung am 01.01. 76.540 73.552 Rentenzahlungen – 2.765 – 2.618 Zinsaufwand 1.300 1.192 Laufender Dienstzeitaufwand 2.296 1.902 – 3.589 2.512 Im sonstigen Ergebnis erfasste versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+) davon aus Änderung in biometrischen Rechnungsannahmen 542 – davon aus Änderung der finanziellen Annahmen – 1.564 – 1.096 davon aus erfahrungsbedingten Anpassungen – 2.567 3.608 73.782 76.540 Barwert der Pensionsverpflichtung am 31.12. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung entfiel auf folgende Gruppen von Versorgungsberechtigten: AUFTEILUNG DES BARWERTS DER PENSIONSVERPFLICHTUNG TSD. € Aktive Mitarbeiter Ausgeschiedene Mitarbeiter mit unverfallbarer Anwartschaft Rentenempfänger 1 02 T 61 2018 33.085 2017 33.545 522 522 40.175 42.473 73.782 76.540 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen würde sich wie folgt auf den Barwert der Versorgungsverpflichtungen auswirken: SENSITIVITÄTSANALYSE FÜR DEN BARWERT DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN  T 62 Leistungsorientierte Verpflichtung Minderung TSD. € Diskontierungszinssatz (1 % Veränderung) 14.855 Gehaltstrend (0,5 % Veränderung) Rentenanpassungsfaktor (0,25 % Veränderung) Erhöhung – 11.219 – 216 227 – 2.862 3.046 Ferner halten wir eine Änderung der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise Lebensdauern für möglich. Nach den aktuellen Berechnungen würde eine um ein Jahr verlängerte Lebensdauer der Versor­ gungsberechtigten zum Stichtag zu einem Anstieg der Pensionsverpflichtung um 2.747 Tsd. Euro führen. Bei einer Verkürzung der Lebensdauer um ein Jahr würde sich die Verpflichtung um 2.713 Tsd. Euro verringern. Das Fälligkeitsprofil der Versorgungsleistungen stellt sich wie folgt dar: FÄLLIGKEITSPROFIL DER VERSORGUNGSLEISTUNGEN  TSD. € 31. Dezember 2018 T 63 < 1 Jahr 2.616 1 – 5 Jahre 11.311 > 5 Jahre 15.121 Gesamt 29.048 Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit zum 31. Dezember 2018 beläuft sich bei den Pensionsverpflich­ tungen auf 14,66 Jahre (Vorjahr 14,94 Jahre) und bei den Deputatsverpflichtungen auf 19,50 Jahre (Vorjahr 19,73 Jahre). Der Aufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzte sich wie folgt zusammen: AUFWAND FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN  TSD. € Beiträge zur ZVK aus beitragsorientiertem Plan T 64 2018 14.137 2017 13.585 Zinsaufwand 1.300 1.192 Laufender Dienstzeitaufwand 2.296 1.902 Rentenzahlungen aus beitragsorientiertem Plan 46 43 17.779 16.722 Neben den als beitragsorientierte Verpflichtungen behandelten Beiträgen zur ZVK (Multi-Employer-Plan) erfolgten im Berichtsjahr weitere beitragsorientierte Leistungen an die gesetzliche Rentenversicherung in Höhe von 14,9 Mio. Euro (Vorjahr 14,5 Mio. Euro) sowie an eine betriebliche Altersvorsorge in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr 1,0 Mio. Euro). Im Jahr 2019 werden Beiträge zur ZVK in Höhe von 15,2 Mio. Euro erwartet. Die Gesamtaufwendungen für Pensionsrückstellungen, die im Folgejahr in der Gewinn- und Verlustrechnung erwartungsgemäß erfasst werden, belaufen sich auf 3,3 Mio. Euro (Vorjahr 3,2 Mio. Euro). MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 103 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN (24) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen gemäß IAS 37 alle am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen gegenüber Dritten, die bezüglich ihrer Höhe oder Fälligkeit unsicher sind. Die anderen langfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Rückstellungen haben sich im Geschäfts­ jahr wie folgt entwickelt: SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN  TSD. € Personal Umweltrückstellungen Rechtliche Risiken Sonstige Rückstellungen T 65 Buchwert Inanspruch­ 01.01.2018 nahme Auflösung Zuführung Auf- / Abzinsung Buchwert 31.12.2018 6.100 602 462 1.708 41 6.785 73.985 1.432 4.730 150 1.801 69.774 15.956 3.282 2.353 490 27 10.838 129.983 18.914 14.533 53.966 959 151.461 226.024 24.230 22.078 56.314 2.828 238.858 Die Personalrückstellungen entfallen auf die Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen und Altersteilzeit. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren bewertet. Dabei wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt: PARAMETER DER RÜCKSTELLUNGEN FÜR ALTERSTEILZEIT  T 66 % 2018 2017 Zins 0,12 0,00 Gehaltssteigerungen 2,00 2,00 10,97 20,88 Gewichtung (potenzielle Mitarbeiter) Die Umweltrückstellungen betreffen Grundstücksrisiken aus früheren Geschäftsbetrieben. Die wesentlichen Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich innerhalb der nächsten 13 Jahre abgeschlossen. Aus der Ände­ rung des bei der Abzinsung der Umweltrückstellungen zugrunde gelegten Zinssatzes hat sich ein Aufwand in Höhe von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr Ertrag in Höhe von 3,9 Mio. Euro) ergeben. Bei den Rückstellungen für rechtliche Risiken handelt es sich um mehrere kurzfristige Einzelrisiken, bei denen die Höhe der Inanspruchnahme ungewiss ist. Die Bewertung erfolgt ausgehend vom erwarteten Pro­ zessergebnis, das nach den aktuell verfügbaren Informationen die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit besitzt. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten zahlreiche Sachverhalte. Sie enthalten unter anderem Risikovor­ sorgen im Zusammenhang mit der Energiebeschaffung sowie Verpflichtungen aus Baumaßnahmen. Die sonstigen Rückstellungen sind überwiegend kurzfristig. In drei Fällen wird mit Zahlungsabflüssen über Zeiträume von 8 bis 23 Jahren gerechnet. 1 04 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Erläuterungen zur B ilan z (25) ÜBRIGE FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN Die übrigen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen: ÜBRIGE FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN  T 67 31.12.2018 Langfristig Kurzfristig Gesamt 57.721 7.526 65.247 45.804 2.280 48.084 Verbindlichkeiten gegenüber SWFH aus Gewinnabführung – 55.044 55.044 – 82.716 82.716 Personal- und sonstige Abgrenzungen – 28.410 28.410 – 20.228 20.228 TSD. € Derivative Finanzinstrumente Verbindlichkeiten aus erhaltenen Sicherheiten Übrige finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten Langfristig Kurzfristig 31.12.2017 Gesamt – 7.506 7.506 – 4.293 4.293 5.581 26.880 32.461 6.387 24.299 30.686 63.302 125.366 188.668 52.191 133.816 186.007 Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern – 34.226 34.226 – 24.539 24.539 Personal- und sonstige Abgrenzungen – 26.454 26.454 – 27.037 27.037 Erhaltene Anzahlungen – 16.261 16.261 – 14.570 14.570 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer – 1.897 1.897 – 1.969 1.969 Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten – 52.991 52.991 – 59.398 59.398 – 131.829 131.829 – 127.513 127.513 63.302 257.195 320.497 52.191 261.329 313.520 Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten Die derivativen Finanzinstrumente gliederten sich in folgende Kategorien: ZUSAMMENSETZUNG PASSIVIERTER DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE  T 68 31.12.2018 TSD. € Derivative Finanzinstrumente davon ohne Sicherungsbeziehung davon in Sicherungsbeziehung Commodities davon in Sicherungsbeziehung Zinsen Langfristig Kurzfristig 31.12.2017 Langfristig Kurzfristig Gesamt 57.721 7.526 Gesamt 65.247 45.804 2.280 48.084 12.847 7.356 20.203 4.000 1.883 5.883 122 170 292 336 397 733 44.752 – 44.752 41.468 – 41.468 Bei den Verbindlichkeiten aus erhaltenen Sicherheiten handelt es sich um Zahlungsmittel. Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen eine Abgrenzung im Rahmen eines Leasingverhältnisses in Höhe von 6,4 Mio. Euro (Vorjahr 7,2 Mio. Euro). Verbindlichkeiten aus Konzessions­ abgaben bestanden keine (Vorjahr 4,6 Mio. Euro). In den übrigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten waren wie im Vorjahr Vorauszahlungen für Baukosten­ zuschüsse enthalten. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 105 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 7. WEITERE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN ÜBERSICHT DER FINANZINSTRUMENTE Zu den Finanzinstrumenten zählen originäre und derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt: ›› Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert: Diese Kategorie umfasst derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Sicherungsbeziehung befinden. Der Ausweis erfolgt in den übrigen lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. Von der Möglichkeit, Finanzinstrumente beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert einzustufen, wird kein Gebrauch gemacht. Finanzielle Vermögenswerte dieser Kategorie werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nettogewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. ›› Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Cashflow Hedges): Hierzu zählen derivative Finanz­ instrumente, die sich in einer Sicherungsbeziehung befinden und die bis zur Realisierung des Grund­ geschäfts im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. ›› Fortgeführte Anschaffungskosten: Diese Bewertungskategorie umfasst finanzielle Vermögenswerte, die mit dem Ziel gehalten werden, vertragliche Zahlungsströme zu generieren und deren Zahlungs­ ströme ausschließlich aus Zins und Tilgung bestehen. Dazu gehören die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die übrigen lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die fort­ geführten Anschaffungskosten werden reduziert um Wertminderungsverluste. Zinserträge, außerplan­ mäßige Abschreibungen sowie der Gewinn oder Verlust aus Ausbuchungen werden in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst. ›› Option erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Eigenkapitalinstrumente): Die Option wird für die nicht nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen ausgeübt. Diese werden erfolgs­neutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Andere Nettogewinne und -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und nicht in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden in folgende Kategorien eingeteilt: ›› Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert: Finanzielle Verbindlichkeiten werden in dieser Kategorie erfasst, wenn sie unter die Definition „zu Handelszwecken gehalten“ fallen. Darunter fallen derivative Finanzinstrumente, die sich nicht in einer Sicherungsbeziehung befinden. ›› Fortgeführte Anschaffungskosten: Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum bei­ zulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Diese umfassen die Finanzschulden, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die übrigen lang- und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten, die unter anderem die Leasingverbindlichkeiten enthalten. Die Folgebewertung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. 1 06 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS W eitere Angaben z u F inan z instrumenten Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente dar: FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN (31.12.2018) T 69 Buchwert TSD. € Erfolgs­ wirksam zum Buchwert beizulegen31.12.2018 den Zeitwert Erfolgs­­ neutral zum beizulegenden Zeitwert (Cashflow Hedges) Beizulegender Zeitwert Option erfolgs­ Sonstige neutral zum finanzielle beizulegen­ Schulden (zu Fortge­führte den Zeit­wert fortge­füh­rten Anschaf- (Eigenkapital­ Anschaffungskosten instrumente) fungskosten) Beizu­ legender Zeitwert 31.12.2018 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Derivative Finanzinstrumente Commodities 50.736 47.829 2.907 – – – 50.736 – 50.736 – Sonstige Beteiligungen 20.140 – – – 20.140 – 20.140 – – 20.140 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Ausleihungen 4.872 – – 4.872 – – 4.872 – – – 49.630 – – – – – 56.874 – – – Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 327.550 – – 327.550 – – 327.550 – – – Forderungen aus Cash Pooling gegen SWFH 54.824 – – 54.824 – – 54.824 – – – Sonstige finanzielle Vermögenswerte 44.565 – – 44.565 – – 44.565 – – – 9.969 – – 9.969 – – 9.969 – – – Derivative Finanzinstrumente Commodities 20.495 20.203 292 – – – 20.495 – 20.495 – Derivative Finanzinstrumente Zinsen 44.752 – 44.752 – – – 44.752 – 44.752 – 523.888 – – – – 523.888 574.647 – – – 6.379 – – – – – 6.379 – – – 249.727 – – – – 249.727 249.727 – – – – – – – – – – – – – 117.042 – – – – 117.042 117.042 – – – Leasingforderungen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Finanzschulden Leasingverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Cash Pooling gegenüber SWFH Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 107 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN (31.12.2017)  T 69 Buchwert Beizu­legender Zeitwert Buchwert 31.12.2017 Zu Handels­ zwecken gehalten Beizu­ legender Zeitwert Siche­rungs­ instru­mente Derivative Finanzinstrumente Commodities 29.592 24.531 5.061 – Sonstige Beteiligungen 18.543 – – – 7.040 – – 7.040 155 – – – 55.491 – – – TSD. € Kredite und For­de­ rungen Sonstige finanzielle Schulden Beizu­ legender Zeitwert 31.12.2017 – – 29.592 – 29.592 – 18.543 – 18.543 – – 18.543 – – 7.040 – – – 155 – 155 – – – – – 65.342 – – – Zur Ver­ äußerung verfügbar Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle ­Vermögenswerte Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Ausleihungen Sonstige Beteiligungen Leasingforderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 288.634 – – 288.634 – – 288.634 – – – Forderungen aus Cash Pooling gegen SWFH 51.745 – – 51.745 – – 51.745 – – – Übrige finanzielle Vermögenswerte 23.212 – – 23.212 – – 23.212 – – – Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.621 – – 14.621 – – 14.621 – – – Derivative Finanzinstrumente Commodities 6.616 5.883 733 – – – 6.616 – 6.616 – Derivative Finanzinstrumente Zinsen 41.468 – 41.468 – – – 41.468 – 41.468 – 552.588 – – – – 552.588 619.069 – 619.069 – 7.176 – – – – – 7.176 – – – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 221.311 – – – – 221.311 221.311 – – – Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 130.747 – – – – 130.747 130.747 – – – Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Finanzschulden Leasingverbindlichkeiten Die einzelnen Stufen sind gemäß IFRS 13 wie folgt definiert: ›› In Stufe 1 sind die Vermögenswerte und Schulden eingruppiert, deren Notierungen an aktiven und zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verfügbar sind. ›› In Stufe 2 erfolgt die Bewertung anhand von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld ­entweder mittelbar oder unmittelbar beobachten lassen. ›› In Stufe 3 wird die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden auf der Basis von Modellen mit nicht am Markt beobachtbaren Inputparametern vorgenommen. Bei Mainova sind dieser Kategorie aus­ schließlich sonstige Beteiligungen zugeordnet. Zur Bewertung werden die Cashflow-Planungen der Beteiligungen herangezogen. 1 08 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS W eitere Angaben z u F inan z instrumenten Der Buchwert der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten sonstigen Beteiligungen der Stufe 3 hat sich wie folgt entwickelt: BUCHWERT DER SONSTIGEN BETEILIGUNGEN DER STUFE 3  T 70 2018 TSD. € Anfangsbestand 01.01. Erfolgsneutral erfasste Gewinne und Verluste Kapitalrückzahlung Endbestand 31.12. 2017 18.543 15.876 2.686 2.667 – 1.089 – 20.140 18.543 Im Geschäftsjahr wurden für diese Eigenkapitalinstrumente Dividenden in Höhe von 0,7 Mio. Euro erfasst. Aus der Marktbewertung der sonstigen Beteiligungen ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 erfolgsneutral erfasste Gewinne und Verluste. Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um 0,25 % würde zu einer Erhöhung beziehungsweise zu einem Rückgang des erfolgsneutralen sonstigen Ergebnisses um 0,2 Mio. Euro führen. Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen kurzfristigen Forderungen und Ver­ bindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzschulden werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze, bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten, verwendet. Zudem wird das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Darüber hinaus existieren finanzielle Garantien in Höhe von 13,5 Mio. Euro (Vorjahr 15,4 Mio. Euro). Da es sich hier im Wesentlichen um Eventualverbindlichkeiten und Sicherheiten für Adressausfallrisiken handelt, sind keine Buchwerte und Fair Values ermittelbar. Diesbezüglich verweisen wir auf die Erläuterungen in Abschnitt 10. Das Nominalvolumen der im Folgenden dargestellten Geschäfte wird unsaldiert angegeben. Es stellt die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge dar, die den Geschäften zugrunde liegen. Die Höhe des Nominal­ volumens erlaubt Rückschlüsse auf den Umfang des Einsatzes von Derivaten, gibt aber nicht das Risiko des Konzerns aus dem Einsatz von Derivaten wieder. ÜBERSICHT DERIVATE T 71 Nominal TSD. € < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre 79.587 293.112 – 372.699 228.835 15.353 6.409 – 21.762 21.037 313.311 – Summe Summe Vorjahr Wertänderung Sicherungs­ Wertänderung instrument für Grundgeschäft Berechnung für Berechnung der Unwirkder Unwirksamkeit samkeit Unwirksamkeit Derivate ohne Siche­rungsbeziehung Commodities Derivate mit Siche­rungsbeziehung Commodities 3.724 – 3.724 – – – – Kohle Durchschnitts­ preis Euro / Tonne 64,20 64,45 – Volumen Tonnen 213.861 99.450 – 40,74 – – Öl Durchschnitts­ preis Euro / Hektoliter Volumen Hekto­liter Zinsen Durchschnittszins / Prozent 39.854 – – 39.854 – – – 250.000 250.000 250.000 – – 3,12 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 – 109 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die Buchwerte der Sicherungsinstrumente sind in den übrigen finanziellen Vermögenswerten und übrigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten. Diesbezüglich verweisen wir auf die Abschnitte 6 (13) und 6 (25). Bezüglich der Angaben zum Saldo sowie zur Entwicklung der Gewinnrücklage für Cashflow Hedges verweisen wir auf den Abschnitt 6 (19). Die zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos eingesetzten Zinsswaps sind vollständig effektiv, sodass sich hieraus keine Unwirksamkeiten der Absicherung ergeben. Auch bei der Absicherung in Bezug auf Commo­ dities lagen wie im Vorjahr keine Unwirksamkeiten vor. Die Ergebnisse aus der Umgliederung sowie die Unwirksamkeiten werden in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft erfasst wird, das heißt für Com­ modities im Materialaufwand beziehungsweise für Zinsen in den Finanzaufwendungen. Soweit Mainova Geschäfte mit Finanzinstrumenten tätigt, erfolgt dies auf der Grundlage von marktüblichen Rah­ menverträgen. Insoweit hat Mainova mit verschiedenen Marktpartnern Rahmenverträge auf der Grundlage des von der EFET beziehungsweise auf der Grundlage des vom Bankenverband veröffentlichten DRV FT (Deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte) vereinbart. Sie enthalten die Möglichkeit, im Falle eines Ausfalls des Vertragspartners oder einer berechtigten außerordentlichen Kündigung durch Mainova alle unter dem jeweiligen Rahmenvertrag abgeschlossenen Geschäfte gegeneinander aufzurechnen. Die Regelungen für eine bilanzielle Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach IFRS sind somit nicht erfüllt. Die nachfolgende Übersicht zeigt das nur im Falle eines Ausfalls bestehende Potenzial zur Saldierung: SALDIERUNG FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN  T 72 31.12.2018 TSD. € Brutto­ beträge von Saldierungs­ Finanz­ins­ fähiger tru­menten in Betrag bei d ­ er Bilanz Ausfall 31.12.2017 Brutto­ beträge von Saldierungs­ Finanzins­ fähiger trumenten in B ­ etrag bei Nettobetrag der Bilanz Ausfall Nettobetrag Finanzielle Vermögenswerte Commodities 50.736 – 11.958 Commodities 20.495 – 11.958 Zinsen 44.752 – 38.778 29.592 – 4.350 25.242 8.537 6.616 – 4.350 2.266 44.752 41.468 – 41.468 Finanzielle Schulden Die folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne bezie­ hungsweise -verluste von Finanzinstrumenten, gegliedert nach den Bewertungskategorien des IFRS 9, dar: NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE VON FINANZINSTRUMENTEN  TSD. € Finanzielle Vermögenswerte – zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet T 73 31.12.2018 172 31.12.2017 – 2.509 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 9.412 4.515 Beteiligungen – erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet 2.686 2.667 12.270 4.673 Die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanzi­ ellen Vermögenswerten beinhalten im Wesentlichen die Ergebnisse aus Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr 3,7 Mio. Euro) und Wertaufholungen in Höhe von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 1,2 Mio. Euro). Wie im Vorjahr wurden keine Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte vorgenommen. Die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten beinhalten die Ergebnisse aus derivativen Finanz­ instrumenten. 1 10 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS W eitere Angaben z u F inan z instrumenten Für die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen erfolgte die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts nach Stufe 3. FINANZRISIKOMANAGEMENT Im Hinblick auf die nachfolgend beschriebenen Risiken liegen keine Risikokonzentrationen vor. Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten Im Rahmen des operativen Geschäfts ist Mainova finanzwirtschaftlichen Marktpreisrisiken im Commodity-­ Bereich ausgesetzt. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken durch ein Risikomanagement zu eliminieren oder zu begrenzen. Dazu werden seitens der Mainova derivative Finanzinstrumente eingesetzt, zum Beispiel Swaps und Forwards. Sie unterliegen den im Risikomanagementhandbuch für den Bereich Energiebezug und -handel aufgeführten Vorgaben. Zudem legt das Markt-Risiko-Komitee die Rahmenbedingungen für die Energiebeschaffung und -vermarktung in Bezug auf den zulässigen Risikogehalt fest. Zur Absicherung von Risiken und in geringem Umfang zur Erzielung von Handelsmargen werden im Commodity-Bereich physisch zu erfüllende Termingeschäfte sowie finanzielle Sicherungsgeschäfte eingesetzt. Die Risikopositionen der Strom- und Gasgeschäfte werden durch Limits der offenen Marktrisikopositionen sowie durch ein Verlustlimit begrenzt. Ferner wird auf die Erläuterungen zum Risikomanagement im Lagebericht verwiesen. Des Weiteren ist Mainova dem Risiko marktbedingter Schwankungen der Zinssätze ausgesetzt. Das Treasury-­ Gremium der SWFH legt Rahmenbedingungen und Richtlinien für die Treasury-Aufgaben fest. Dazu gehört unter anderem die Festlegung der Zinsabsicherungsstrategie. Mainova setzt zur Begrenzung des Risikos Zins-Swaps ein. Bei der Bilanzierung von Derivaten wendet Mainova soweit möglich Hedge Accounting an. Wir verweisen diesbezüglich auf die Ausführungen zu derivativen Finanzinstrumenten in den Bilanzierungs- und Bewertungs­ methoden in Abschnitt 2. Im Gasgeschäft werden Öl-Swaps zur preislichen Absicherung von ölpreisgebundenen Gasabsatzverträgen abgeschlossen. Ferner werden Kohle-Swaps zur preislichen Sicherung des Brennstoffbedarfs für die Kraftwerke eingesetzt. Die Laufzeiten der Grundgeschäfte betragen in der Regel bis zu drei Jahre. Bei den Sicherungs­ instrumenten handelt es sich um Swaps, die während der gesamten Vertragslaufzeit Zahlungsströme generieren. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos setzt Mainova Forward-Starting-Zins-Swaps ein. Durch diese Ins­ trumente werden Zahlungsströme aus variabel verzinslichen langfristigen Finanzschulden gesichert. Dabei sind die Laufzeiten der Zins-Swaps auf die erwartete Rückzahlung der Darlehen abgestimmt. Die Zahlungs­ ströme der Zins-Swaps beginnen mit dem Auslaufen der Zinsbindungsfrist der entsprechenden Darlehen. Preisrisiken aus Commodities Auf der Erzeugungsseite ergeben sich Risiken vor allem aus der Stromproduktion. Diese wird in starkem Maße von der Entwicklung der Marktpreise für Strom, fossile Brennstoffe (insbesondere Kohle und Gas) und CO2-Zertifikate beeinflusst. Ein Risiko liegt beispielsweise darin, dass höhere Rohstoffnotierungen nicht durch entsprechende Stromerlöse kompensiert werden können. Neben der Erzeugungsseite ist auch das Vertriebsgeschäft für Strom und Gas mit Risiken verbunden. Diese resultieren zum Beispiel aus unerwarteten Nachfrageschwankungen aufgrund von Wettbewerbs- und Konjunktureinflüssen und Temperaturänderungen sowie aus Preisschwankungen für noch nicht beschaffte Positionen. Die Preisrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten ermittelt Mainova fortlaufend und berichtet darüber. Zur Risikominderung (Preisabsicherung) auf der Absatz- und Beschaffungsseite setzt Mainova unter anderem derivative Finanzinstrumente (Forwards und Swaps) ein. Der Vorstand wird monatlich über den aktuellen Bestand an Derivaten informiert. Alle Derivate, die Handelszwecken zuzuordnen sind (freistehende Derivate), werden als finanzielle Vermö­ genswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten bilanziert. Die derivativen Finanzinstrumente sind zu Markt­ werten bewertet. Als Marktwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der im Geschäftsverkehr zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Vertragspersonen unter aktuellen Markt­ bedingungen erzielt werden kann. Die Marktwerte werden auf der Basis von Börsenkursen handelstäglich anhand anerkannter Bewertungsmethoden (Mark-to-Market) ermittelt. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 111 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die Mainova setzt als Risikomanagement der Marktpreisrisiken eine konsequente Limitierung des Wert­ verlustes und der Portfoliosensitivitäten ein. Die betreffenden Teilportfolien sind dabei: ›› Strombeschaffung: Dieses Teilportfolio umfasst die Eindeckung der Vertriebsmengen. Die offene ­Position ergibt sich aus der Differenz zwischen bereits getätigten Marktgeschäften und den Planwerten im Rahmen der Vertriebseindeckung. ›› Gasbeschaffung: Das Teilportfolio umfasst die Eindeckung der Vertriebsmengen. Die offene Position setzt sich zusammen aus den Planwerten des Vertriebs und den bereits getätigten Marktgeschäften. ›› Eigenerzeugung: In diesem Teilportfolio wird die offene Position von Brennstoffen (Kohle oder Gas), Emissionen und Strom betrachtet. Für die Bestimmung der offenen Position werden die Markt­ geschäfte – Eindeckung (Terminprodukte) mit Zertifikaten und Gas, Vermarktung von Strom sowie finanzielle Absicherung von Kohle und Gas zur Absicherung variabler Beschaffungspreise – den Mengen gegenübergestellt, die von der Eigenerzeugung dem Handel zur Bewirtschaftung übergeben worden sind. Brennstoff- und Zertifikatepositionen beinhalten die Bedarfe für die Strom- und Wärmeerzeugung. ›› Eigenhandel (Strom, Gas und CO2): In diesem Teilportfolio ist der Eigenhandel mit Strom, Gas und ­Zertifikaten abgebildet. Die offene Position ist definiert als Differenz aus Kauf- und Verkaufspositionen. Die in den einzelnen Portfolien bestehenden Marktpreisrisiken werden hier anhand des Value at Risk (VaR) quantitativ dargestellt. Unter Vorgabe eines Konfidenzniveaus in Höhe von 99 % und einer Halteperiode von fünf Tagen wird ein unter normalen Marktbedingungen auftretender maximaler Verlust bestimmt. Für diese Teilportfolien ist in nachfolgender Darstellung der VaR getrennt nach kurz- und langfristigen Erfüllungszeiträumen dargestellt. VALUE AT RISK FÜR PREISRISIKEN AUS COMMODITIES  T 74 31.12.2018 < 1 Jahr 1 – 5 Jahre Gesamt Value at Risk Strombeschaffung 559 244 803 8 1.392 1.400 Value at Risk Gasbeschaffung 139 165 304 47 2.054 2.101 Value at Risk Eigenerzeugung 504 2.555 3.059 681 2.218 2.899 TSD. € < 1 Jahr 1 – 5 Jahre 31.12.2017 Gesamt Zinsänderungsrisiko Zinsänderungsrisiken resultieren aus marktbedingten Schwankungen der Zinssätze und wirken sich auf die Höhe der Zinsaufwendungen sowie auf die Marktwerte der Zins-Swaps aus. Mainova begegnet derartigen Zinsänderungsrisiken durch den Abschluss von Verträgen mit langfristigen Zinsbindungsfristen. Bei Mainova bestehen Zinsänderungsrisiken für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, für welche die Laufzeiten die vereinbarten Zinsbindungsfristen übersteigen. Der Buchwert der variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ohne Berücksichtigung der Darlehen für den Anteilserwerb an der Thüga Holding beträgt zum Zeitpunkt des Auslaufens der Zinsbindungsfristen wie im Vorjahr 41,5 Mio. Euro. Da für keines dieser Darlehen die Zinsbindungsfrist im Jahr 2019 endet, wirkt sich eine Zinssatzänderung im Jahr 2019 nicht auf das Ergebnis aus. Die im Rahmen der langfristigen Finanzierung des Anteilserwerbs an der Thüga Holding abgeschlossenen Darlehensverträge haben eine Laufzeit bis zum Jahr 2035. Die Zinsbindung läuft sukzessive bis zum Jahr 2020 aus. Das Risiko potenziell steigender Zinsen und höherer Zinszahlungen wird bei dem überwiegenden Teil der Darlehen durch den Abschluss von Zins-Swaps begrenzt. Die Zins-Swaps haben eine Laufzeit von zehn Jahren ab dem Zeitpunkt des Auslaufens der Zinsbindung. Bei einer Erhöhung des Zinssatzes um einen Pro­ zentpunkt würde sich der Marktwert der Zins-Swaps um 21,1 Mio. Euro (Vorjahr 20,5 Mio. Euro) erhöhen, bei einer Senkung des Zinssatzes um einen Prozentpunkt würde sich der Marktwert und damit das Eigen­ kapital um 26,3 Mio. Euro (Vorjahr 26,4 Mio. Euro) reduzieren. Der Buchwert der Darlehen zum Zeitpunkt des Auslaufens der Zinsbindungsfristen, bei denen das Zinsänderungsrisiko nicht durch Zins-Swaps begrenzt wurde, beträgt unverändert zum Vorjahr 60,0 Mio. Euro. Währungsrisiko Alle Beschaffungs- und Handelsgeschäfte werden derzeit in Euro abgerechnet. Somit ist Mainova keinen Währungsrisiken ausgesetzt. 1 12 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS W eitere Angaben z u F inan z instrumenten Kreditrisiko Das Kredit- oder Ausfallrisiko der Mainova liegt in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse zum einen auf der Kundenseite und zum anderen auf der Seite der Kontrahenten im Energiehandel begründet. Kreditrisiken bestehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Forderungen sowie derivativen Finanz­ instrumenten mit positiven Marktwerten. Ausfallrisiken von Forderungen gegenüber Kunden begegnet Mainova durch angemessene Prozesse im Forderungsmanagement sowie durch Bonitätsrichtlinien für den Abschluss von neuen Verträgen und für Gewährung von Ratenplänen. Weiterhin sind die 100 größten Kunden sowie rund 30 Energiepartner an ein Online-Ratingsystem angeschlossen. Jegliche Veränderung von externen Ratings dieser Kunden erhält das Forderungsmanagement von einer Wirtschaftsauskunftei umgehend online mitgeteilt. Beim Ausfall von Kontrahenten im Energiehandel besteht gleichfalls ein Kreditrisiko. Mainova handelt mit Strom- und Gas-Forwards sowie CO2-Zertifikaten mit physischer Erfüllung und Derivaten auf Kohle, Öl und Gas mehrere Jahre im Voraus. Fällt ein Handelspartner aus, besteht neben dem Vorleistungsrisiko ein Wieder­ eindeckungsrisiko für den Fall, dass sich die Marktpreise zwischenzeitlich verändern. Um dieses Risiko zu minimieren, versucht Mainova, ihr Handelspartnerportfolio zu diversifizieren. Hierzu wird das Adressaus­ fallrisiko durch das Risikomanagement des Handels fortlaufend überwacht. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe der Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente und finanzi­ ellen Vermögenswerte. Das maximale Ausfallrisiko bei Forderungen, auf die die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 anzuwenden sind, beträgt 491,4 Mio. Euro. Diesbezüglich bestehen Sicherheiten in Höhe von 7,5 Mio. Euro, bei denen es sich im Wesentlichen um hinterlegte Zahlungsmittel handelt. Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Forderungen und Vermögenswerte: WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN T 75 2018 2017 Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust TSD. € Stand 01.01. Leasing­ forderungen Über Laufzeit erwarteter ­Kreditverlust Forderungen aus Lieferungen und Ausleihungen Leistungen 183 20 6.908 Im Berichtszeitraum als Aufwand erfasster Betrag 1 – 1.512 3.740 Ausbuchung von Forderungen – – – 14 – 1.360 – 143 –1 – 1.703 – 1.231 41 19 6.703 7.116 Zahlungseingänge und Wertaufholungen auf ursprünglich ­abgeschriebene Forderungen Stand 31.12. 5.967 Für die Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko bei erstmaligem Ansatz auf Basis des erwarteten 12-Monats-­ Kredit­verlusts ermittelt wird, wird die Bonität sowie die Veränderung des Ausfallrisikos anhand von extern verfügbaren Ratings überwacht. Die Ermittlung der Wertminderung für Leasingforderungen und Ausleihun­ gen erfolgt dabei unter Berücksichtigung der erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit sowie der erwarteten Ausfallquote. Die folgende Tabelle zeigt die auf Basis dieses Ratings definierten Risikoklassen der Mainova und die ent­ sprechenden durchschnittlichen erwarteten Verlustquoten je Klasse: MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 113 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN RISIKOKLASSEN T 76 TSD. € Interne ­Risikoklasse Erwartete Ausfallwahr­ scheinlichkeit Basis der Erfassung der Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste Bruttobuchwert Buchwert nach bei Ausfall Wertbeichtigung A 0,0 % – 0,2 % 914 914 B > 0,2 % – 1,1 % 47.608 47.570 C > 1,1 % – 2,2 % D > 2,2 % – 4,0 % E F 753 750 Erwartete 12-Monats-Kreditverluste 3.336 3.317 > 4%–9% Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste – – > 9% Vermögenswert wird im Gewinn oder Verlust in Höhe der erwarteten Verluste abgeschrieben – – Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfallen auf Verträge mit Kun­ den. Mainova verwendet für die Berechnung der Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen portfoliobezogene Wertminderungsmatrizen, die auf dem tatsächlichen Zahlungsverhalten der letzten zwei Jahre unterschiedlicher Kundengruppen mit homogenen Kreditrisikoeigenschaften beruhen. Demzufolge wurde zwischen Privat- und Kleingewerbekunden sowie Geschäftskunden und Energiepartnern unterschieden. Die Forderungen in beiden Kundengruppen enthalten eine Vielzahl von Einzelkunden, sodass keine Risikokonzentration vorliegt. Eine Analyse des Zahlungsverhaltens der Kunden zeigt, dass bis zu einer Überfälligkeit von 360 Tagen wesentliche Zahlungseingänge für die Forderungen aus Verträgen mit Kunden zu verzeichnen sind. Danach gehen wir von einem Ausfall aus. Die nachfolgende Übersicht zeigt die erwarteten Kreditausfälle für die abgerechneten Forderungen aus ­Lieferungen und Leistungen abzüglich der Abschlagszahlungen gegen Privat- und Kleingewerbekunden zum 31. Dezember 2018: WERTMINDERUNGSMATRIX – FORDERUNGEN GEGEN PRIVAT- UND KLEINGEWERBEKUNDEN TSD. € Betrag Erwartete Verlustrate für die Restlaufzeit der ­Forderung T 77 Wertminderung Nicht überfällig 5.518 0,2 % 9 1 bis 30 Tage überfällig 2.354 0,6 % 13 816 1,3 % 11 1.127 3,1 % 35 31 bis 90 Tage überfällig 91 bis 180 Tage überfällig 181 bis 360 Tage überfällig 1.465 10,3 % 151 > 360 Tage überfällig 4.357 75,0 % 3.268 15.637 3.486 Die erwarteten Kreditausfälle für die abgerechneten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Geschäftskunden und Energiepartner zum 31. Dezember 2018 werden in nachfolgender Übersicht dargestellt: WERTMINDERUNGSMATRIX – FORDERUNGEN GEGEN GESCHÄFTSKUNDEN UND ENERGIEPARTNER TSD. € Betrag Nicht überfällig 74.283 0,0 % 1 bis 30 Tage überfällig 3.123 0,1 % 3 31 bis 90 Tage überfällig 4.346 0,7 % 28 Wertminderung 28 24 91 bis 180 Tage überfällig 1.555 1,8 % 181 bis 360 Tage überfällig 3.004 2,5 % 75 545 75,0 % 409 > 360 Tage überfällig 86.857 1 14 Erwartete Verlustrate für die Restlaufzeit der Forderung T 78 566 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS W eitere Angaben z u F inan z instrumenten Der vertraglich ausstehende Betrag der ausgebuchten Forderungen beläuft sich auf 1,4 Mio. Euro. Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass Mainova nicht genügend Finanzmittel besitzt, ver­ tragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten ihren Zahlungs­ verpflichtungen nachzukommen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch ein stringentes Liquiditätsmanagement durch das Konzern-Treasury der SWFH, basierend auf der Finanzplanung der Mainova, begegnet. Dabei wird die Liquidität durch die Planung der individuellen Ein- und Auszahlungsströme für das laufende und die vier darauf folgenden Jahre ermittelt, um die zukünftige Liquiditätsentwicklung aufzuzeigen und frühzeitig einen möglichen Liquiditätsbedarf zu erkennen. Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit verfügt Mainova zudem bei der SWFH über eine vom Konzern-Treasury-Gremium genehmigte Kreditlinie von 40,0 Mio. Euro (Vorjahr 40,0 Mio. Euro). Kreditlinien bei Banken bestehen nicht. Die nachfolgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2018 beziehungsweise 31. Dezember 2017 vertraglich fixierten Zins- und Tilgungszahlungen für die bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten sowie Zahlungsströme aus derivativen Finanzinstrumenten. Für Swaps mit negativem Marktwert werden negative undiskontierte Marktwerte angegeben. Für Forwards werden die Nominalbeträge der Kaufgeschäfte angegeben. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind dem frühesten Zeitband zugeordnet. LIQUIDITÄTSRISIKO (31.12.2018) TSD. € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten T 79 < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt 76.408 217.681 313.660 607.749 101 2.926 1.568 4.595 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 249.727 – – 249.727 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 117.840 3.189 2.392 123.421 52.892 234.960 – 287.852 Derivative Finanzinstrumente ohne Sicherungsbeziehung Commodities Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung Commodities Zinsen Finanzielle Garantien 192 128 – 320 1.479 22.593 28.029 52.101 9.285 – – 9.285 507.924 481.477 345.649 1.335.050 LIQUIDITÄTSRISIKO (31.12.2017) TSD. € Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten T 79 < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt 52.622 231.970 381.373 665.965 1.168 1.110 2.385 4.663 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 221.311 – – 221.311 Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 131.536 6.387 – 137.923 33.848 154.923 – 188.771 Derivative Finanzinstrumente ohne Sicherungsbeziehung Commodities Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung Commodities Zinsen Finanzielle Garantien MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 623 108 – 731 1.491 14.809 29.376 45.676 28.562 – – 28.562 471.161 409.307 413.134 1.293.602 115 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN 8. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Stromversorgung TSD. € 2018 Gasversorgung 2017 (1) 2018 Erzeugung und Fernwärme 2017 (1) 2018 2017 (1) Stromverkauf 942.125 860.652 – 3.111 – – Stromhandel 28.689 71.647 – – 85.380 109.907 Gasverkauf – – 426.222 475.131 1.557 35 Gashandel – – 51.576 27.999 9.575 8.415 Wärme-, Dampf- und Kälteverkauf – – – – 131.984 110.952 95.673 84.388 69.354 59.735 – 1.058 – – – – – – Sonstige Umsatzerlöse 93.311 65.320 49.066 36.964 24.541 30.694 Erlöse nach IFRS 15 (2) 1.159.798 1.082.007 596.218 602.940 253.037 261.061 – – – – – – 1.100.559 1.044.086 540.577 556.583 219.503 223.082 Netzentgelte Wasserverkauf Sonstige Erlöse (2) Außenumsatz Innenumsatz Gesamtumsatz Bereinigtes EBT Ergebnis aus nach der Equity-­Methode bilanzierten Finanzanlagen 59.239 37.921 55.641 46.357 33.534 37.979 1.159.798 1.082.007 596.218 602.940 253.037 261.061 – 3.424 7.354 51.765 81.309 21.516 9.185 – – – – 2.590 4.859 15.170 15.241 14.154 13.734 14.727 13.607 Wertminderungen – – – – 1.298 11.793 Wertaufholungen – – – – 9.125 – Planmäßige Abschreibungen Wesentliche nicht ­zahlungswirksame Posten – 2.071 3.219 – 19.333 – 8.852 – 10.132 3.789 Zinserträge 897 1.375 94 4.564 4.118 4.895 Zinsaufwendungen 829 864 2.560 931 215 – 1.476 (1) Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der geänderten Darstellung der Segmente angepasst. Mainova hat die Standards IFRS 9 und IFRS 15 zum 01.01.2018 erstmals angewendet. Diesbezüglich wurden die Vorjahreszahlen nicht angepasst. Wir verweisen auf das Kapitel „Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Anhang. (2) Die Vorjahreszahlen wurden nicht in Erlöse aus IFRS 15 und sonstige Erlöse aufgeteilt. Die Segmentberichterstattung der Mainova hat das Ziel, Informationen über die wesentlichen Geschäfts­ segmente des Konzerns zur Verfügung zu stellen. Die Abgrenzung der berichtspflichtigen Segmente ist nach dem verpflichtend anzuwendenden „Management Approach“ allein auf die intern vom Management zur Steuerung des Konzerns verwendete Berichtsstruktur ausgerichtet. Zum 1. Januar 2018 haben wir Anpassungen in unserer Segmentierung vorgenommen. Hiervon sind in erster Linie die bisherigen Segmente Strom- und Wärmeerzeugung sowie Wärmeversorgung betroffen. Gründe für die Änderung der Segmentstruktur sind die zunehmende Bedeutung der Wärmeproduktion und -versorgung in Frankfurt am Main sowie der fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien und Energiedienstleis­ tungen. In der bisherigen Struktur waren insbesondere die Fernwärme sowie Energiedienstleistungen über mehrere Segmente verteilt. Dies wurde unserer künftigen strategischen Ausrichtung nicht mehr gerecht. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. 1 16 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Segmentberichterstattung T 80 Erneuerbare Energien/ Energiedienstleistungen 2018 Wasserversorgung 2017 (1) 2018 Sonstige Aktivitäten / Konsolidierung Beteiligungen 2017 (1) 2018 2017 (1) 2018 Konzern 2017 (1) 2018 2017 (1) 28.902 28.414 – – – – – 10.321 – 11.054 960.706 881.123 4.292 4.539 – – – – – 30.265 – 32.522 88.096 153.571 – – – – – – – 14.740 – 14.938 413.039 460.228 – – – – – – – – 61.151 36.414 21.881 22.422 – – – – – 2.387 – 2.991 151.478 130.383 – – – – – – – 12.024 – 8.439 153.003 136.742 – – 84.493 78.162 – – – 378 – 413 84.115 77.749 20.314 7.708 14.358 11.608 2.550 2.559 – 70.542 – 31.409 133.598 123.444 75.389 63.083 98.851 89.770 2.550 2.559 – 140.657 – 101.766 2.045.186 1.999.654 3.500 – – – – – – – 3.500 – 70.864 54.265 90.974 83.635 332 225 25.877 37.778 2.048.686 1.999.654 8.025 8.818 7.877 6.135 2.218 2.334 – 166.534 – 139.544 – – 78.889 63.083 98.851 89.770 2.550 2.559 – 140.657 – 101.766 2.048.686 1.999.654 6.448 8.639 5.732 4.255 72.237 27.104 – 10.016 – 5.678 144.258 132.168 40.687 117 – 8.277 – – 89.287 44.105 1 – 91.995 15.210 13.870 5.714 6.081 – – 16.470 19.369 81.445 81.902 – 217 – – 7.282 28.514 – – 8.580 40.524 260 – – – 531 – – – 9.916 – 9.235 6.039 – 9.521 285 – 86.396 – 44.050 65.636 – 4.381 – 52.582 – 43.951 208 139 23 12 – 88 – 140 101 5.392 11.086 3.569 4.230 234 268 15.586 18.150 600 1.517 23.593 24.484 Nachfolgend sind die neue Segmentstruktur und die dazugehörigen Wertschöpfungsstufen dargestellt: In der Strom-, Gas- und Wasserversorgung wird jeweils die Wertschöpfungskette vom Handel über den Vertrieb bis hin zur Verteilung dieser Produkte abgebildet. Im Segment Erzeugung und Fernwärme werden sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Fern­ wärme einschließlich der Wärme- und Stromproduktion in Frankfurt gebündelt. Ferner sind Beteiligungen an konventionellen Erzeugungsgesellschaften in diesem Segment enthalten. Dem Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen sind unsere Biomasse-, Windenergie- und Photovoltaikanlagen sowie das Contracting- und Energiedienstleistungsgeschäft zugeordnet. Im Segment Sonstige Aktivitäten / Konsolidierung sind unter anderem IT-Dienstleistungen an Dritte und Anlagenverkäufe, die nicht in Zusammenhang mit einem Kernsegment stehen, enthalten. Hierbei handelt es sich um Nebengeschäfte, die eine untergeordnete Steuerungsrelevanz haben. Zudem werden in diesem Segment Konsolidierungseffekte abgebildet. Da Mainova regional eingegrenzt und ausschließlich innerhalb Deutschlands tätig ist, wurde auf eine Dar­ stellung nach geografischen Merkmalen verzichtet. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 117 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die Segmentdaten wurden in Übereinstimmung mit den Ansatz- und Bewertungsmethoden im Konzern­ abschluss ermittelt. In den wesentlichen nicht zahlungswirksamen Effekten sind vor allem die Veränderungen der Rückstellungen einschließlich der erfolgsneutralen Veränderungen und die wesentlichen zahlungs­ unwirksamen sonstigen Aufwendungen und Erträge erfasst. Die segmentbezogenen Veränderungen des ­Working Capital wurden nicht ausgewiesen. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten entsprechen im Wesentlichen den üblichen Marktpreisen. Weitere Erläuterungen zu den Segmentergebnissen sind im Lagebericht enthalten. Die Überleitung auf das Segmentergebnis ergibt sich wie folgt: ÜBERLEITUNG SEGMENTERGEBNIS  T 81 2018 TSD. € EBT laut Gewinn- und Verlustrechnung 155.611 Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 (Vorjahr: IAS 39) Bereinigtes EBT 2017 136.824 – 11.353 – 4.656 144.258 132.168 9. ANGABEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG Der Finanzmittelfonds in Höhe von 10,0 Mio. Euro (Vorjahr 14,6 Mio. Euro) besteht ausschließlich aus Kassen­ beständen und Bankguthaben. Unter Berücksichtigung der Guthaben aus dem Cash Pooling bei der SWFH und Tagesgeldanlagen von Beteiligungen ergibt sich ein Finanzmittelbestand in Höhe von 64,8 Mio. Euro (Vorjahr 66,4 Mio. Euro). Der positive Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 23,7 Mio. Euro und lag bei 226,3 Mio. Euro. Dies war im Wesentlichen auf eine Erhöhung von Rückstellungen (Vorjahr Verminderung) zurückzuführen. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 99,8 Mio. Euro lagen um 56,7 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Dies war insbesondere bedingt durch die Veränderung des Cash Poolings mit der SWFH sowie geringeren Erlösen aus Anlagenabgängen. Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 131,1 Mio. Euro resultierte wie im Vorjahr insbesondere aus der Gewinnabführung an die SWFH und der Tilgung von Krediten. Im Vorjahr waren zudem Mittelabflüsse in Höhe von 32,5 Mio. Euro aus der Aufstockung der Anteile an der EWT auf 100 % enthalten. Insgesamt konnten die Mittelabflüsse aus der lnvestitions- und Finanzierungstätigkeit aus der laufenden Geschäftstätigkeit gedeckt werden, sodass sich der Finanzmittelbestand nahezu auf Vorjahresniveau bewegte. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Änderungen der Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden: ÄNDERUNGEN DER FINANZVERBINDLICHKEITEN  T 82 Anhang 31.12.2017 Finanzschulden (22) 552.588 – 27.473 – 1.227 523.888 Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung (25) 82.716 – 82.716 55.044 55.044 – 4.197 – 44.752 TSD. € Gezahlte Zinsen Bewertung Zins-Swaps Sonstiges Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1 18 Nicht zahlungs­wirk­same V ­ eränderung Zahlungs­wirk­same ­ eränderung V 31.12.2018 – 21.590 – 41.468 913 – 215 – 131.081 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS S E G M E N T B E R IC H T E R S TAT T U N G A ngaben zur Kapitalflussrechnung S onstiges 10. SONSTIGES MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Im Jahresdurchschnitt waren bei Mainova 2.675 (Vorjahr 2.656) Arbeitnehmer beschäftigt, davon 620 ­(Vorjahr 596) Frauen. ERGEBNIS JE AKTIE ERGEBNIS JE AKTIE  T 83 31.12.2018 Unver­wässert Gesellschaftern der Mainova AG zurechenbares Ergebnis in Tsd. Euro 128.986 31.12.2017 Verwässert 128.986 Unver­wässert Verwässert 96.363 96.363 Gewichtete Anzahl der Aktien der SWFH als Organträger in Tsd. Euro 4.182 4.182 4.182 4.182 Ergebnis je Stückaktie in € 30,84 30,84 23,04 23,04 Da nur die Stückaktien der SWFH als Organträger an der Gewinnverwendung teilnehmen, erfüllen nur diese Stückaktien die Definition „Ordinary Shares“ nach IAS 33. Die Anteile der anderen Gesellschafter partizipieren nicht am Gewinn und Verlust der Gesellschaft, sondern erhalten vom Organträger eine feste Garantie­dividende in Höhe von 10,84 Euro je Stückaktie. Das Ergebnis je Aktie ist daher der Quotient aus dem Ergebnis der Mainova vor Gewinnabführung und der Anzahl der Stückaktien der SWFH. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Die Eventualverbindlichkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2018 wie folgt zusammen: EVENTUALVERBINDLICHKEITEN T 84 2018 TSD. € Bürgschaften davon gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Gewährleistungsverträge davon gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Nominal­betrag 2017 Nominal­betrag Valuta 23.069 6.035 Valuta 23.151 7.900 23.069 6.035 23.151 7.900 7.500 7.500 8.500 7.500 – – – – 30.569 13.535 31.651 15.400 Die Bürgschaften entfallen im Wesentlichen auf die Beteiligung an der GKI. Auf Basis der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die Mainova derzeit davon aus, dass die den vorab genannten Eventualverbindlichkeiten zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jewei­ ligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Daher schätzt die Mainova bei allen Eventualverbindlichkeiten die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme als gering ein. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 119 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Finanzielle Verpflichtungen ergeben sich aus den nachfolgend aufgeführten Sachverhalten: FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN  T 85 31.12.2018 31.12.2017 Davon mit einer Restlaufzeit TSD. € Gesamt­ betrag Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen bis zu 1 Jahr 1 – 5 Jahre Davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt­ betrag bis zu 1 Jahr 1 – 5 Jahre über 5 Jahre 595.565 373.656 211.188 10.721 568.087 344.474 203.929 19.684 Nominalwerte aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen (Operating Leasing) 37.104 15.242 10.838 11.024 33.250 14.587 8.670 9.993 Bestellobligo für begonnene Investitionsund Instandsetzungsmaßnahmen 26.009 26.009 – – 19.550 19.550 – – Verpflichtungen durch Erwerb von Emissionsrechten 3.854 – 3.577 2.445 1.132 – 10.277 6.423 Verpflichtungen aus dem Beteiligungsbereich 2.716 2.716 – – 4.120 4.120 – – Übrige finanzielle Verpflichtungen 2.636 479 1.917 240 3.386 521 2.084 781 674.307 424.525 227.797 21.985 631.970 385.697 215.815 30.458 Gesamt Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen entfielen in Höhe von 133,9 Mio. Euro (Vorjahr 171,4 Mio. Euro) sowie die Verpflichtungen aus dem Beteiligungsbereich in Höhe von 2,7 Mio. Euro (Vorjahr 4,1 Mio. Euro) auf assoziierte Unternehmen. Die Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen (Operating Leasing) betrafen überwiegend Mietund Leasingverpflichtungen für Verwaltungsgebäude, IT-Infrastruktur sowie Grundstücke unserer Windparks. Das Bestellobligo stand insbesondere in Zusammenhang mit diversen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen. LEASING Die nachstehende Tabelle stellt die Investitionen in Finanzierungsleasingverhältnisse dar, bei denen Mainova Leasinggeber ist: INVESTITIONEN IN FINANZIERUNGSLEASINGVERHÄLTNISSE  T 86 31.12.2018 TSD. € Barwert der Mindest­leasing­ zahlungen Brutto­ investitionen Barwert der Mindest­leasing­ zahlungen Fällig bis 1 Jahr 11.749 10.914 11.719 10.886 Fällig 1 bis 5 Jahre 33.375 24.862 40.024 29.489 Fällig über 5 Jahre Barwert des nicht garantierten Restwerts Leasingforderungen 1 20 Brutto­ investitionen 31.12.2017 21.158 9.886 24.705 11.460 66.282 45.662 76.448 51.835 3.968 3.656 49.630 55.491 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS S onstiges Die Bruttoinvestition lässt sich wie folgt in den Barwert der Mindestleasingzahlungen überleiten: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZIERUNGSLEASINGVERHÄLTNISSE  TSD. € Ausstehende Mindestleasingzahlungen Nicht garantierte Restwerte Bruttoinvestition T 87 31.12.2018 60.630 31.12.2017 70.796 5.652 5.652 66.282 76.448 Nicht realisierter Finanzertrag 16.652 20.957 Nettoinvestition 49.630 55.491 Barwert der nicht garantierten Restwerte 3.968 3.656 Barwert der Mindestleasingzahlungen 45.662 51.835 Die im Jahr 2018 im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen als Ertrag erfassten bedingten Miet­ zahlungen beliefen sich wie im Vorjahr auf 0,6 Mio. Euro. Bei den Finanzierungsleasingverhältnissen handelte es sich um Pachtverträge für Kraftwerke und Versor­ gungsnetze sowie Contracting-Projekte, bei denen Mainova zwar rechtlicher Eigentümer ist, die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Vermögenswerts aber beim Kunden liegen. Dies hat zur Folge, dass die Vermögenswerte nicht im Sachanlagevermögen der Mainova, sondern stattdessen in den Forderungen aus Finanzierungsleasing zu bilanzieren sind. Im Rahmen von unkündbaren Operating-Leasingverträgen, bei denen Mainova Leasinggeber ist, werden künf­ tige Mindestleasingzahlungen in Höhe von 20,7 Mio. Euro erwartet. Davon werden 2,5 Mio. Euro innerhalb eines Jahres fällig, 8,3 Mio. Euro entfallen auf die Jahre 2020 – 2024 und 9,9 Mio. Euro auf die darauf folgenden Jahre. Die Leasingverhältnisse betreffen Contracting-Verträge. Dabei stellt Mainova dem Leasingnehmer im Wesentlichen Heizzentralen oder Blockheizkraftwerke zur Verfügung, für deren Nutzungsüberlassung die Leasingzahlungen anfallen. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen, welche die Mainova beherrschen oder maß­ geblich beeinflussen, sowie Beziehungen zu Unternehmen, die von Mainova beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden, müssen angegeben werden. Durch die Beteiligung der Stadt Frankfurt am Main über den Mehrheitsgesellschafter SWFH ist Mainova ein von diesen Gesellschaftern beherrschtes Unternehmen. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält Mainova mit ihren Tochterunternehmen Geschäfts­ beziehungen zu zahlreichen nahestehenden Personen und Unternehmen. Mit nahestehenden natürlichen Personen des Managements in Schlüsselpositionen sowie deren nächsten Familienangehörigen haben keine wesentlichen Transaktionen stattgefunden. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 121 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Mit den nahestehenden Unternehmen wurden in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 Geschäfte getätigt, die zu folgenden Abschlussposten führten: BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN  SWFH sowie deren Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen TSD. € 2018 2017 Stadt Frankfurt am Main sowie deren Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen 2018 2017 T 88 Thüga AG und deren Tochter- und Gemeinschafts­ unternehmen 2018 Gemeinschafts­ unternehmen 2017 2018 Assoziierte Unternehmen (1) 2017 2018 2017 Energie- und ­Wasserlieferungen Umsatzerlöse Materialaufwand Forderungen Verbindlichkeiten 25.425 27.651 88.696 94.178 43.052 96.319 6.711 15.328 69.108 70.371 7.701 2.443 1.396 1.124 218.755 232.900 5.940 5.402 259.126 297.896 6.589 7.807 34.305 35.422 – – 193 72 5.255 5.654 19.024 17.464 332 1.588 4.079 7.182 64 378 15.231 22.596 Sonstiges Erträge 22.306 25.388 17.933 18.207 – – 56.437 60.079 16.161 17.172 Aufwendungen 22.072 26.549 51.921 57.561 838 887 386 260 12.713 11.561 Forderungen 75.566 78.230 550 446 41 596 1.458 1.220 32.968 37.559 Verbindlichkeiten 55.728 83.557 16.834 19.526 300 300 2.504 757 8.901 8.968 (1) einschließlich der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA Den nahestehenden Unternehmen wurden Bürgschaften und Sicherheiten in Höhe von 30,6 Mio. Euro (Vorjahr 30,8 Mio. Euro) sowie Darlehen in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr 5,8 Mio. Euro) gewährt. Alle Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu marktüblichen Konditi­ onen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Finanzierungskonditionen beziehungsweise den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. GRUNDZÜGE DER VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT Für die Festlegung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder ist gemäß dem am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) das Aufsichtsratsplenum zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus einem festen Jahresgehalt und einer variablen Vergü­ tung zusammen. Die variable Vergütung teilt sich in eine kurzfristige variable Vergütungskomponente, die zum Teil garantiert ist, sowie ein langfristiges Anreizprogramm (LAP) auf. Zusätzlich erhalten die einzel­ nen Vorstandsmitglieder Sachleistungen, die im Wesentlichen marktübliche Versicherungsleistungen und Dienstwagen umfassen. Die Höhe des festen Jahresgehalts und der Zieltantieme (kurzfristige variable Vergütungskomponente) werden jährlich überprüft. Die jährliche Überprüfung erfolgt anhand eines jährlich durch einen externen Gutachter zu ermittelnden Medianwerts für die Jahresgesamtdirektvergütung. Das feste Jahresgehalt und die Zieltantieme sollen dabei grundsätzlich stets so angepasst werden, dass die Jahresgesamtdirektvergütung insgesamt an den Medianwert angeglichen wird. Die wirtschaftliche Entwicklung der Mainova AG sowie die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden hierbei Berücksichtigung. Bedeutet die Anpassung an den Median eine Herabsetzung der Bezüge oder werden die Bezüge durch den Aufsichtsrat gemäß § 87 Abs. 2 S. 1 Aktiengesetz (AktG) herabgesetzt, so besteht für den Vorstand ein Sonderkündigungsrecht. Die Höhe der kurzfristigen variablen Vergütungskomponente ist an das Erreichen von Finanzzielen gekoppelt. Sie bemisst sich dabei am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT Mainova-Konzern nach HGB). Wird ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund der Änderung des HGB in 2015 nicht mehr ausgewiesen, so bestimmt sich das Konzern-EBT dabei als Ergebnis nach Steuern gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 15 HGB zuzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB. 1 22 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS S onstiges Um die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit der Vergütungsstruktur zu erhöhen und den Anforderungen des VorstAG in vollem Umfang zu genügen, nehmen die Vorstandsmitglieder an dem langfristigen Anreizprogramm LAP teil. Die Auszahlung im Rahmen des LAP erfolgt am Ende eines dreijährigen Performancezeitraums. Dabei bestimmt das Erreichen von vorab definierten finanziellen und qualitativen Erfolgszielen die Höhe der Auszahlung. Als finanzielles Erfolgsziel dient dabei das erreichte kumulierte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT Mainova-Konzern nach HGB) während des Performancezeitraums. Wird ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund der Änderung des HGB in 2015 nicht mehr ausgewiesen, so bestimmt sich das Konzern-EBT dabei als Ergebnis nach Steuern gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 15 HGB zuzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 14 HGB. Als qualitative Erfolgsziele werden die „Kundenzufriedenheit“ und „Mitarbeiterzufriedenheit“ herangezogen. Die Auszahlung der langfristigen variablen Vergütungskomponente ist nach oben hin begrenzt (Kappung). Werden die Mindestziele in allen Komponenten nicht erreicht, so entfällt eine Auszahlung der langfristigen variablen Vergütung vollständig. Für die kurzfristige und langfristige variable Vergütung hat der Aufsichtsrat eine Anpassungsmöglichkeit für außerordentliche Entwicklungen vereinbart. Das zuletzt bestellte Vorstandsmitglied erhält einen monatlichen Beitrag für eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung, die über einen externen Versicherer nach den Regelungen des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung durchgeführt wird. Die weiteren Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene haben Anspruch auf Ruhegehalt beziehungsweise Hinterbliebenenversorgung in Form einer Leistungszusage. Als Ruhegehalt werden ab dem Eintritt in den Vorstand der Mainova 35 % des zuletzt bezogenen festen Jahresgehalts garantiert. Abweichend hiervon erhält ein Vorstandsmitglied aufgrund der hohen Versorgungsanwartschaften aus früheren Anstellungsverhältnissen, welche angerechnet werden, ab dem Eintritt in den Vorstand der Mainova 45 % des zuletzt bezogenen festen Jahresgehalts. Der Anspruch von 35 % beziehungsweise 45 % erhöht sich mit dem Ablauf eines jeden Jahres als Vorstandsmitglied der Mainova um jeweils 2 % bis zum im Dienstvertrag geregelten Höchstbetrag. Erhöhungen des festen Jahres­gehalts ab dem 1. Januar 2018 werden jeweils nur zu 90 % bei der Bestimmung des zuletzt bezogenen festen Jahresge­ halts berücksichtigt. Der fixe Tantiemeanteil wird bei der Berechnung des Ruhegehalts nicht berücksichtigt. Die nachfolgenden Übersichten zeigen die gewährten Zuwendungen und die Zuflüsse im Geschäftsjahr 2018 des Vorstands nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex und die Gesamtbezüge nach DRS 17: BEZÜGE DES VORSTANDS (GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN)  100 % ZIELERREICHUNG Dr. Constantin H. Alsheimer Vorstandsvorsitzender Eintritt: 01.01.2006 (bestellt bis 31.12.2023) 2017 € Festvergütung T 89 2018 2018 (Min) Norbert Breidenbach Vorstand Eintritt: 01.07.2013 (bestellt bis 30.11.2020) 2018 (Max) 2017 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 329.988 356.004 356.004 356.004 250.332 275.004 275.004 44.346 43.182 43.182 43.182 16.899 15.351 15.351 15.351 Summe 374.334 399.186 399.186 399.186 267.231 290.355 290.355 290.355 Einjährige variable ­Vergütung 131.376 142.290 77.350 (1) 115.158 126.582 71.750 (1) 97.000 97.000 – 145.500 87.000 87.000 – 130.500 Nebenleistungen Mehrjährige variable ­ Vergütung (LAP) Planbezeichnung (Performancezeitraum) Summe 2015 – 2017 602.710 2016 – 2018 2015 – 2017 638.476 476.536 469.389 503.937 362.105 275.004 2016 – 2018 Versorgungsaufwand nach IAS 19 214.116 210.608 210.608 210.608 34.354 408.588 408.588 408.588 Gesamtvergütung (DCGK) 816.826 849.084 687.144 (2) 503.743 912.525 770.693 (2) Gesamtvergütung (ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand) 558.364 595.294 433.354 (2) 452.490 488.586 346.754 (2) (1) kein Cap, Koppelung an EBT Mainova-Konzern (2) keine Angabe, da kein Cap bei einjähriger variabler Vergütung MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 123 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN BEZÜGE DES VORSTANDS (GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN)  T 89 Lothar Herbst Personalvorstand Eintritt: 01.01.2006 (bestellt bis 31.12.2020) 100 % ZIELERREICHUNG 2017 € Festvergütung 2018 2018 (Min) Diana Rauhut Vorstand Eintritt: 01.11.2018 (bestellt bis 31.10.2023) 2018 (Max) 2017 2018 2018 (Min) 2018 (Max) 250.332 275.004 275.004 275.004 – 45.834 45.834 19.166 17.423 17.423 17.423 – 5.618 5.618 5.618 Summe 269.498 292.427 292.427 292.427 – 51.452 51.452 51.452 Einjährige variable ­Vergütung 109.038 126.582 71.750 (1) – 21.097 11.958 (1) 77.000 77.000 – 115.500 – 12.833 – 19.250 Nebenleistungen Mehrjährige variable ­ Vergütung (LAP) Planbezeichnung (Performancezeitraum) 2015 – 2017 Summe 455.536 496.009 2016 – 2018 – 364.177 – 45.834 2016 – 2018 85.382 63.410 Versorgungsaufwand nach IAS 19 270.124 268.218 268.218 268.218 – 11.459 11.459 11.459 Gesamtvergütung (DCGK) 725.660 764.227 632.395 (2) – 96.841 74.869 (2) Gesamtvergütung (ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand) 436.370 478.586 346.754 (2) – 79.764 57.792 (2) (1) kein Cap, Koppelung an EBT Mainova-Konzern (2) keine Angabe, da kein Cap bei einjähriger variabler Vergütung BEZÜGE DES VORSTANDS (ZUFLUSS)  T 90 Dr. Constantin H. Alsheimer Vorstandsvorsitzender Eintritt: 01.01.2006 (bestellt bis 31.12.2023) 2018 € Festvergütung Nebenleistungen 2017 329.988 2018 275.004 2017 250.332 43.182 44.346 15.351 16.899 Summe 399.186 374.334 290.355 267.231 Einjährige variable ­Vergütung 168.795 163.576 150.161 143.383 Mehrjährige variable Vergütung (LAP) 109.610 112.520 98.310 100.920 2016 – 2018 2015 – 2017 2016 – 2018 2015 – 2017 Planbezeichnung (Performancezeitraum) Sonstiges 1 24 356.004 Norbert Breidenbach Vorstand Eintritt: 01.07.2013 (bestellt bis 30.11.2020) – – – – Summe 677.591 650.430 538.826 511.534 Versorgungsaufwand nach IAS 19 210.608 214.116 408.588 34.354 Gesamtvergütung (DCGK) 888.199 864.546 947.414 545.888 Gesamtvergütung (ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand) 634.409 606.084 523.475 494.635 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS S onstiges BEZÜGE DES VORSTANDS (ZUFLUSS)  T 90 Lothar Herbst Personalvorstand Eintritt: 01.01.2006 (bestellt bis 31.12.2020) 2018 € Festvergütung Diana Rauhut Vorstand Eintritt: 01.11.2018 (bestellt bis 31.10.2023) 2017 2018 2017 275.004 250.332 45.834 – 17.423 19.166 5.618 – Summe 292.427 269.498 51.452 – Einjährige variable V ­ ergütung 150.161 135.763 25.027 – 87.010 89.320 14.502 – 2016 – 2018 2015 – 2017 2016 – 2018 – – – – – Summe 529.598 494.581 90.981 – Versorgungsaufwand nach IAS 19 268.218 270.124 11.459 – Gesamtvergütung (DCGK) 797.816 764.705 102.440 – Gesamtvergütung (ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand) 512.175 475.415 85.363 – Nebenleistungen Mehrjährige variable Vergütung (LAP) Planbezeichnung (Performancezeitraum) Sonstiges Die Pensionsverpflichtungen für die Mitglieder des Vorstands gehen aus der nachfolgenden Übersicht hervor: PENSIONSVERPFLICHTUNGEN FÜR DEN VORSTAND  T 91 2018 € Dr. Constantin H. Alsheimer 2017 Veränderung Barwert der der Rückstellung Pensions­ für Pensions­ verpflichtung verpflichtung Veränderung Barwert der der Rückstellung Pensions­ für Pensions­ verpflichtung verpflichtung 2.814.759 290.915 2.523.844 750.511 583.337 167.174 39.261 Lothar Herbst 3.849.978 508.914 3.341.064 260.730 Summe 7.415.248 1.383.166 6.032.082 470.869 Norbert Breidenbach 170.878 Für das Geschäftsjahr 2017 wurden im Jahr 2018 erfolgsabhängige Tantiemen in Höhe von 745 Tsd. Euro (Vorjahr 693 Tsd. Euro) ausgezahlt. Im Geschäftsjahr 2018 wurden Vorstandsmitgliedern keine Kredite oder Vorschüsse gewährt. Für den Fall, dass die Stadt Frankfurt am Main mit dem ihr direkt und indirekt zuzurechnenden Anteil nicht mehr die Mehrheit am stimmberechtigten Grundkapital der Mainova AG innehat (Kontrollwechsel), oder im Falle eines Rechtsformwechsels gemäß §§ 190 ff. Umwandlungsgesetz oder beim Abschluss eines wirksamen Vertrags, der die Mainova AG der Beherrschung eines anderen Unternehmens außerhalb des Stadtwerke-­ Frankfurt-Konzerns unterstellt (Beherrschungsvertrag gemäß § 291 Abs. 1 Satz 1 1. Alt. AktG), gewährt die Mainova AG dem Vorsitzenden des Vorstands ein Sonderkündigungsrecht und das Recht zur Niederlegung seines Amts. Für den Fall der wirksamen und fristgerechten Kündigung und Amtsniederlegung erhält der Vorsitzende des Vorstands eine Abfindung in Höhe des Zweifachen seiner letztmaligen Jahresgesamtbezüge. Maximale Obergrenze ist jedoch die Höhe der Gesamtvergütung für die Restlaufzeit des Dienstvertrags. Im Geschäftsjahr 2018 bestand für die Unternehmensleitung sowie für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D & O-Versicherung). Dafür sind Versicherungsprämien in Höhe von 124 Tsd. Euro (Vorjahr 122 Tsd. Euro) aufgewendet worden. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 125 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und beträgt: VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS T 92 2018 € Fixe Vergütung 2017 Sitzungs­ geld Summe Fixe Vergütung Sitzungsgeld Summe Uwe Becker 25.000 6.400 31.400 25.000 6.800 31.800 Peter Arnold 17.000 7.600 24.600 17.000 6.800 23.800 Dr. Matthias Cord 17.000 6.000 23.000 12.917 3.200 16.117 9.167 1.600 10.767 – – – StR Prof. Dr. Daniela Birkenfeld 15.000 3.200 18.200 15.000 3.200 18.200 Dr. Jörg Becker 12.000 4.400 16.400 12.000 4.800 16.800 Peter Bodens 12.000 4.400 16.400 12.000 4.800 16.800 Nicole Brunner 12.000 1.600 13.600 12.000 4.400 16.400 Reinhold Falk 12.000 4.000 16.000 12.000 5.600 17.600 Markus Frank 10.000 800 10.800 10.000 1.200 11.200 René Gehringer 10.000 2.400 12.400 10.000 2.400 12.400 Dr. h. c. Ernst Gerhardt 12.000 5.200 17.200 12.000 5.600 17.600 Rosemarie Heilig 12.000 4.400 16.400 12.000 3.600 15.600 Gabriele Aplenz Dr. Gerhard Holtmeier Holger Klingbeil 833 – 833 2.500 – 2.500 12.000 3.200 15.200 12.000 3.200 15.200 Cornelia Kröll 12.000 2.000 14.000 12.000 2.400 14.400 StR Stefan Majer 12.000 2.000 14.000 12.000 3.200 15.200 Klaus Oesterling – – – 833 – 833 Dr. Christof Schulte – – – 11.333 4.000 15.333 18.400 Ralf-Rüdiger Stamm 12.000 6.800 18.800 12.000 6.400 Jürgen Wachs 10.000 2.400 12.400 10.000 2.800 12.800 Michaela Wanka 12.000 4.400 16.400 12.000 4.800 16.800 246.000 72.800 318.800 246.583 79.200 325.783 Summe Die Bezüge des Beirats beliefen sich auf 60 Tsd. Euro (Vorjahr 64 Tsd. Euro). Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 818 Tsd. Euro (Vorjahr 791 Tsd. Euro). Für diese Personengruppe sind Pensionsansprüche in Höhe von 13,4 Mio. Euro (Vorjahr 13,5 Mio. Euro) zurückgestellt worden. ERKLÄRUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS DER MAINOVA AG GEMÄS § 161 AKTG Nach § 161 AktG haben börsennotierte Unternehmen jährlich eine Erklärung zur Beachtung der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex zu veröffentlichen. Die entsprechende Erklärung von Mainova wurde am 17. Dezember 2018 im Internet abgegeben und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht (www.mainova.de/entsprechenserklaerung). 1 26 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS S onstiges HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS Das im Geschäftsjahr 2018 für den Konzernabschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, erfasste Honorar setzt sich wie folgt zusammen: HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS  T 93 Januar bis Dezember 2018 TSD. € Abschlussprüfungsleistungen 557 Januar bis Dezember 2017 481 Andere Bestätigungsleistungen 71 64 Sonstige Leistungen 95 123 Von den Abschlussprüfungsleistungen entfallen 34 Tsd. Euro (Vorjahr 26 Tsd. Euro) auf Auslagen. Ferner ist ein Aufwand in Höhe von 26 Tsd. Euro für Vorperioden (im Vorjahr Ertrag in Höhe von 5 Tsd. Euro) enthalten. Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen Prüfungen nach dem Erneubare-Energien-Gesetz und Prü­ fungen von Konzessionsabgaben für Städte und Gemeinden. In den sonstigen Leistungen sind insbesondere Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Einführung neuer IFRS-Standards sowie für Mengenanalysen enthalten. ANGABEN ZU KONZESSIONEN UND GESTATTUNGEN Zwischen Mainova und der Stadt Frankfurt am Main sowie einer Reihe von weiteren Städten und Gemeinden bestehen Konzessions- und Gestattungsverträge im Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wasserbereich, die in der Regel eine Laufzeit von 20 Jahren haben. In den Konzessionsverträgen zur Strom- und Gasversorgung wird die Nutzung von öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und städtischen beziehungsweise gemeindeeigenen Grundstücken für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen sowie Anlagen zur Strom- beziehungsweise Gasversorgung geregelt. Der Netz­ betrieb zur allgemeinen Versorgung mit Strom und Gas erfolgt durch die NRM. Es besteht in den jeweiligen Stadt- beziehungsweise Gemeindegebieten eine gesetzliche Pflicht des Netzbetreibers zur Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Netzanschlusses und -zugangs. Während der Laufzeit der Konzessionsverträge besteht die Verpflichtung zur Zahlung von Konzessions­ abgaben, deren Höchstgrenzen nach der Verordnung über Konzessionsabgaben für Strom und Gas (KAV) festgesetzt sind. Die Konzessionsabgaben werden den Endkunden im Rahmen der Energielieferung von den jeweiligen Händlern in Rechnung gestellt und von diesen an den Netzbetreiber abgeführt. Der Netz­ betreiber wiederum führt die eingezogenen Konzessionsabgaben an Mainova ab. Mainova leistet schließlich Konzessionsabgaben an die jeweilige Stadt oder Gemeinde auf der Grundlage des Konzessionsvertrags und im Rahmen der KAV. Mit dem Konzessionsvertrag zur Wasserversorgung und dem Gestattungsvertrag über die Fernwärmeversor­ gung werden das Recht und die Verpflichtung zur Bereitstellung von Wasserdienstleistungen beziehungsweise zur Versorgung mit Fernwärme, zum Betrieb der entsprechenden Infrastruktur und zur Durchführung von Investitionen geregelt. Im Rahmen der Wasserversorgung erhebt Mainova Konzessionsabgaben von den Kunden und führt sie an die Stadt Frankfurt am Main ab. Frankfurt am Main, den 11. März 2019    DR. ALSHEIMER MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 BREIDENBACH HERBST RAUHUT    127 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN KONSOLIDIERUNGSKREIS UND ANTEILSBESITZLISTE DES MAINOVA-KONZERNS KONSOLIDIERUNGSKREIS UND ANTEILSBESITZLISTE DES MAINOVA-KONZERNS Firma Sitz T 94 Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis nach ­Steuern Umsatz­ erlöse TSD. € % TSD. € TSD. € Jahr Verbundene Unternehmen Biomasse-Kraftwerk Fechenheim GmbH Frankfurt am Main 90,00 12.001 1.859 9.430 Energieversorgung Main-Spessart GmbH Aschaffenburg 100,00 20.719 3.185 19.599 2018 2018 Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH Bad Salzungen 100,00 30.568 3.906 – 2018 Ferme Eolienne de Migé SARL Toulouse, Frankreich 100,00 – 1.472 – 272 1.807 2018 Hotmobil Deutschland GmbH Gottmadingen 100,00 4.390 2.461 15.435 2018 Mainova Beteiligungsgesellschaft mbH Frankfurt am Main 100,00 252.919 38.449 – 2018 Mainova Erneuerbare Energien Verwaltungs GmbH Frankfurt am Main 100,00 46 3 24 2018 Mainova Gemeinschaftswindpark Hohenahr GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 85,00 7.370 719 3.445 2018 Mainova PV_Park 1 GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 100,00 7.567 1.138 3.682 2018 Mainova PV_Park 3 GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 100,00 9.974 –9 5.356 2018 Mainova ServiceDienste Gesellschaft mbH Frankfurt am Main 100,00 58 2.513 71.712 2018 Mainova Wind Onshore Verwaltungs GmbH Frankfurt am Main 100,00 42 3 22 2018 Mainova Windpark Niederhambach GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 100,00 4.527 83 2.286 2018 Mainova Windpark Remlingen GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 100,00 5.364 391 2.848 2018 Mainova Windpark Siegbach GmbH & Co. KG Frankfurt am Main 100,00 3.087 281 1.518 2018 NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH Frankfurt am Main 100,00 39.082 – 28.764 582.482 2018 SRM StraßenBeleuchtung Rhein-Main GmbH Frankfurt am Main 100,00 189 2.401 16.483 2018 WPE - Hessische Windpark Entwicklungs GmbH Wiesbaden 100,00 21 64 93 2018 Zweite Mainova Erneuerbare Energien Verwaltungs GmbH Frankfurt am Main 100,00 48 2 16 2018 Assoziierte Unternehmen ABO Wind UW Uettingen GmbH & Co. KG (1) Heidesheim 28,80 22 –1 285 2017 Eisenacher Versorgungsbetriebe GmbH (2) Eisenach 23,90 21.681 3.878 42.313 2017 Gas-Union GmbH (2) Frankfurt am Main 34,27 115.652 – 34.606 3.828.883 2017 Gasversorgung Offenbach GmbH (3) Offenbach am Main 25,10 20.933 3.592 26.328 2017 Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG Bremen 25,10 28.975 1.046 132.239 2017 Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH Vohburg 15,60 210.596 31.447 16 2017 Hessenwasser GmbH & Co. KG Groß-Gerau 36,36 99.544 5.031 88.805 2017 Infranova Bioerdgas GmbH Frankfurt am Main 49,90 1.357 164 5.302 2017 MHKW Müllheizkraftwerk Frankfurt am Main GmbH Frankfurt am Main 50,00 35.527 3.475 57.425 2017 Netzeigentumsgesellschaft Mörfelden-Walldorf GmbH & Co. KG Mörfelden-Walldorf 26,03 8.061 230 3.300 2017 Ohra Energie GmbH Hörselgau 49,00 33.063 4.348 27.830 2017 Service4EVU GmbH Coburg 50,00 464 13 11.036 2017 Stadtwerke Dreieich GmbH Dreieich 26,25 44.516 5.630 47.997 2017 Stadtwerke Hanau GmbH Hanau 49,90 67.959 5.052 132.246 2017 Werraenergie GmbH Bad Salzungen 49,00 42.903 5.246 40.467 2017 Gemeinschaftsunternehmen 1 28 book-n-drive mobilitätssysteme GmbH (1) Wiesbaden 33,00 303 146 6.954 2017 CEE Mainova WP Kirchhain GmbH & Co. KG (1) Hamburg 30,00 3.818 200 2.652 2017 ENAG / Maingas Energieanlagen GmbH (1), (3) Eisenach 50,00 897 381 2.770 2017 eserv GmbH & Co. KG (1) Frankfurt am Main 50,00 81 11 5.588 2017 eserv Verwaltungsgesellschaft mbH (1) Frankfurt am Main 50,00 30 1 6 2017 Gasversorgung Main-Kinzig GmbH Gelnhausen 50,00 45.229 3.546 37.441 2017 Oberhessische Gasversorgung GmbH Friedberg (Hessen) 50,00 23.812 1.410 19.737 2017 Thüga Holding GmbH & Co. KGaA (2) München 20,53 2.686.200 310.600 3.858.300 2017 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS K onsolidierungskreis und A nteilsbesit z liste des M ainova -K on z erns  T 94 Firma Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis nach ­Steuern Umsatz­ erlöse % TSD. € TSD. € TSD. € Jahr Sonstige Beteiligungen (6) 8KU GmbH (1) Berlin 12,50 268 – 26 440 ABGnova GmbH (1) Frankfurt am Main 50,00 312 43 735 2017 2017 ABO Wind AG (1) Wiesbaden 10,37 74.643 8.820 90.996 2017 Dynega Energiehandel GmbH (1) Frankfurt am Main 13,34 317 –1 512 2017 Hanau Netz GmbH (1) Hanau 10,00 1.112 116 57.558 2017 Hessenwasser Verwaltungs GmbH (1) Groß-Gerau 36,33 77 3 – 2017 Joblinge gemeinnützige AG FrankfurtRheinMain (1) Frankfurt am Main 20,00 165 94 – 2017 2018 Netzwerk Offshore Wind Verwaltungs GmbH i. L. (4) Frankfurt am Main 100,00 – –1 – SWM Wind Havelland Holding GmbH & Co. KG (1) München 12,50 90.172 6.300 45 2017 Südwestdeutsche Rohrleitungsbau GmbH (1) Frankfurt am Main 29,90 5.060 554 23.393 2017 Syneco Verwaltungs GmbH i. L. (1), (5) München 25,10 34 6 41 2018 Syneco GmbH & Co. KG i. L. (1), (5) München 19,69 2.243 – 155 – 2018 (1) Angaben nach HGB (2) Konzernabschluss (3) Bilanzstichtag 30. September (4) Liquidationsabschluss 30. Juni 2015 (5) Bilanzstichtag 30. April 2018 (6) Beinhaltet Beteiligungen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht at equity bewertet wurden. Sie wurden stattdessen zu Anschaffungskosten bewertet. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 129 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ­ABSCHLUSSPRÜFERS An die Mainova Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Mainova Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, und ihrer Tochter­ gesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018, der Gewinn- und Verlust­ rechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalfluss­ rechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Mainova Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse ›› entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetz­ lichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhält­ nissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und ›› vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ord­ nungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Überein­ stimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „­EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ord­ nungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grund­ sätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deut­ schen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnach­ weise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. 1 30 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS B estätigungsvermerk des unabhängigen ­A bschlusspr ü fers BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. ­Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berück­ sichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Periodisierung der Umsatzerlöse aus Energie- und Wasserverkauf Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Abschnitt 2. Das Risiko für den Abschluss Die Realisierung der Umsatzerlöse aus dem Energie- und Wasserverkauf erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Abnahme von Energie bzw. Wasser durch den Kunden. Umsatzerlöse in Bezug auf die zwischen dem letzten Abrechnungszeitpunkt des einzelnen Kunden und dem Bilanzstichtag verkauften Mengen werden hochgerechnet. Aus dem Energie- und Wasserverkauf wurden im Geschäftsjahr 2018 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 1,6 Mrd realisiert, von denen ein wesentlicher Teil auf Basis der geschätzten Verkaufsmengen ermittelt wurde. Aufgrund der hohen Anzahl der Abnahmestellen, der Verwendung von mit Unsicherheiten behafteten Annah­ men über das Verbrauchsverhalten der Kunden im Rahmen der Hochrechnung sowie komplexer IT-gestützter Verfahren bei der Ermittlung und Buchung der Erlöse besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Umsatzerlöse aus dem Energie- und Wasserverkauf zum Stichtag falsch abgegrenzt werden. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Zur Prüfung der sachgerechten Abgrenzung der Umsatzerlöse aus dem Energie- und Wasserverkauf haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit des eingerichteten internen Kontrollsystems zur Abrechnung und Hochrechnung der Umsatzerlöse einschließlich des zum Einsatz kommenden IT-Systems beurteilt. Dabei haben wir auch unsere IT-Spezialisten einbezogen. Darüber hinaus haben wir die periodengerechte Erfassung der Umsatzerlöse anhand einzelfallbezogener Prüfungshandlungen beurteilt, indem wir u. a. die im Geschäftsjahr den Umsatzerlösen zugrundeliegenden Abnahmemengen mit den entsprechenden dem Bezugsaufwand zugrundeliegenden Mengen gegenüber­ gestellt haben. Die Angemessenheit der den geschätzten Verkaufsmengen zugrundeliegenden Annahmen zum Verbrauchsverhalten der Kunden haben wir beurteilt, indem wir die korrekte Hinterlegung von Tarif­ merkmalen sowie die Verwendung aktueller Gradtagzahlen nachvollzogen haben. Zusätzlich haben wir die Güte des eingesetzten Schätzverfahrens durch Vergleich des Schätzergebnisses des Vorjahres mit dem entsprechenden Abrechnungsergebnis beurteilt. Unsere Schlussfolgerungen Die Vorgehensweise und die Annahmen bei der Periodenabgrenzung der Umsatzerlöse aus dem Energie- und Wasserverkauf sind sachgerecht. Bewertung der Rückstellungen für belastende langfristige Energiebezugsverträge Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Abschnitt 2. Das Risiko für den Abschluss Im Konzernabschluss der Mainova werden für erwartete künftige Verluste aus langfristigen Energiebezugs­ verträgen Rückstellungen für belastende Verträge gebildet. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 131 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN Die Bewertung dieser Rückstellungen ist komplex und basiert u. a. auf ermessensbehafteten Annahmen und Prognosen über die zukünftige Entwicklung auf den Energiemärkten. Es besteht somit das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Bewertung der Rückstellungen für belastende langfristige Energiebezugsverträge nicht angemessen ist. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie des Bewer­ tungsverfahrens der Gesellschaft beurteilt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Einschätzungen der Mainova zur zukünftigen Entwicklung auf den Energiemärkten bis zum Ende der Laufzeit der betreffenden Bezugs­ verträge. Die Angemessenheit dieser Einschätzungen haben wir durch einen Vergleich mit externen Markt­ einschätzungen beurteilt. Den im Rahmen der Ermittlung des Barwertes von Mainova verwendeten fristenadäquaten Abzinsungssatz haben wir anhand eines Vergleichs mit öffentlich verfügbaren Daten gewürdigt. Die rechnerische Rich­ tigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir risikoorientiert auf Basis ausgewählter Elemente nachvollzogen. Unsere Schlussfolgerungen Das der Bewertung der Rückstellungen für belastende langfristige Energiebezugsverträge zugrundeliegende Vorgehen ist sachgerecht und steht in Einklang mit den geltenden Bewertungsgrundsätzen. Die der Bewertung zugrundeliegenden Annahmen und Prognosen (insb. zur künftigen Entwicklung auf den Energiemärkten) sowie Parameter sind sachgerecht. Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Abschnitt 2 und 7. Das Risiko für den Abschluss Zur Absicherung gegen Preis- und Zinsrisiken kommen im Mainova-Konzern derivative Finanzinstrumente wie Strom- und Gastermingeschäfte sowie Swap-Geschäfte zum Einsatz. Derivative Finanzinstrumente, die in einer Sicherungsbeziehung stehen oder die als freistehende Derivate zu klassifizieren sind, werden nach IFRS 9 als finanzieller Vermögenswert oder finanzielle Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Finanzinstrumente, die in einer Sicherungsbeziehung stehen, werden zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Freistehende Derivate werden erfolgswirksam erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte werden aus Börsenkursen und anhand anerkannter Bewertungsmethoden abgeleitet. Hiervon abzugrenzen sind Strom- und Gastermingeschäfte, die ausschließlich zur Eindeckung im Rahmen des eigenen Vertriebsgeschäfts zum Einsatz kommen. Diese stellen keine derivativen Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9 dar und werden nach der „Own-Use-Exemption“ bis zum Zeitpunkt der physischen Lieferung grundsätzlich nicht bilanziert. Wegen des hohen und heterogenen Bestands an derivativen Finanzinstrumenten besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente nicht sachgerecht erfolgt und ferner, dass derivative Finanzinstrumente unvollständig erfasst oder fehlerhaft klassifiziert werden. Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Zur Prüfung der Vollständigkeit, Klassifizierung und Bewertung derivativer Finanzinstrumente nach IFRS 9 haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit des hierfür eingerichteten internen Kontroll­ systems beurteilt. Dabei haben wir auch unsere Finanzinstrumente-Spezialisten mit einbezogen. Schwerpunkt unserer ergänzenden einzelfallbezogenen Prüfung war die Beurteilung der Vollständigkeit und zutreffenden Klassifizierung nach IFRS 9. Weiterhin haben wir die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für die derivativen Finanzinstrumente beurteilt, indem wir die Bewertungsannahmen und -parameter anhand extern verfügbarer Quellen (z. B. zu Börsenkursen) und eigener Bewertungsverfahren im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe der im Konzern­ abschluss zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente beurteilt haben. 1 32 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Bestätigungsvermerk des unabhängigen ­Abschlusspr ü fers Unsere Schlussfolgerungen Die Vorgehensweise der Gesellschaft bei der Erfassung, Klassifizierung und Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 ist sachgerecht. SONSTIGE INFORMATIONEN Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellten Geschäftsbericht, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen ›› wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder ›› anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähig­ keit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungs­ legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lage­ berichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwen­ denden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 133 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES ­KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über­ einstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtig­ keiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ›› identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – ­falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und f­ühren Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ­ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das ­Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtig­ keiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. ›› gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange­ messen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. ›› beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­ legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ›› ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern ange­ wandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehö­ rigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. ›› beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließ­ lich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzu­ wenden sind, und der ergänzend nach § 315 e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. ›› holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzern­ abschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. 1 34 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS Bestätigungsvermerk des unabhängigen ­Abschlusspr ü fers ›› beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. ›› führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunfts­ orientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges ­Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhän­ gigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE ­RECHTLICHE ­ANFORDERUNGEN ÜBRIGE ANGABEN GEMÄS ARTIKEL 10 EU-APRVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. Mai 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. Januar 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Konzernabschlussprüfer der Mainova Aktiengesellschaft tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Torsten Hauptmann. Frankfurt am Main, den 11. März 2019 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Hauptmann Galic Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 135 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KON ZERN ABS CHLUS S    ERGÄNZ ENDE INFORMATIONEN VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Mainova Aktiengesellschaft zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die w ­ esentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Frankfurt am Main, den 11. März 2019    DR. ALSHEIMER 1 36 BREIDENBACH HERBST RAUHUT    MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 KON ZE RNABSCHL U SS V E R S I C H E R U N G D E R G E S E T ZL IC H E N VE RT R E T E R  MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 137 D Ergänzende Informationen ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N   140   Erklärung zur Unternehmensführung ­/ ­ Corporate Governance-Bericht 2018 158  Bereichsleiter 148 Organe der Gesellschaft 148   Aufsichtsrat 152   Ausschüsse des Aufsichtsrats der Mainova AG 154   Vorstand 156   Beirat 159 Geschäftsführer Mainova-Verbund 160 Glossar 165 Grafik- und Tabellenverzeichnis MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 der Mainova und Stabsstellenleiter 139 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN ERKLÄRUNG ZUR UNTER­ NEHMENSFÜHRUNG/CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT 2018 Gemäß §§ 289 f und 315 d HGB und gemäß der Emp­ fehlung in Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Gover­ nance Kodex berichten Vorstand und Aufsichtsrat nachfolgend über die Unternehmensführung bzw. die Corporate Governance des Mainova-Konzerns. Vorstand und Aufsichtsrat sind sich der großen Verantwortung der Mainova AG als kommunaler Energieversorger und Dienstleistungsunternehmen gegenüber Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären, Mitarbeitern, der Umwelt und der Rhein-Main Region bewusst. Ziele unseres Handelns sind daher wirt­ schaftlicher Erfolg und moralische Integrität. Diese sehen wir als Basis einer nachhaltigen Unterneh­ mensentwicklung und einer transparenten Unter­ nehmensführung und -kontrolle. LEITUNG UND ÜBERWACHUNG Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Unser unternehmerisches Handeln orientiert sich an den geltenden Rechtsvorschriften und den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in sei­ ner jeweils aktuellen Fassung. Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands Unserem Vorstand gehören vier Mitglieder an. Nähe­ re Informationen zur Zusammensetzung des Vor­ stands und zu den einzelnen Vorstandsmitgliedern finden Sie im Nachgang zu diesem Bericht. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Gesellschaft. Er ent­ wickelt die strategische Ausrichtung des Unterneh­ mens, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für deren Umsetzung. Dabei ist er an das Unter­ nehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Die Satzung der Mainova AG sieht vor, dass Geschäfte, die für die weitere Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung sind und nicht bereits in der dem Aufsichtsrat vorgelegten und von ihm gebilligten Unternehmensplanung enthalten sind, der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands ist jedes Vorstandsmitglied im Rahmen seines Ver­ antwortungsbereichs allein geschäftsführungsbefugt. 1 40 Dem Vorstandsvorsitzenden obliegen insbesondere die Leitung des Gesamtvorstands sowie die Federführung in der Geschäftspolitik des Konzerns. Darüber hinaus trägt er die Verantwortung für verschiedene Berei­ che, wie zum Beispiel Asset Netze und Regulierungs­ management, Recht & Compliance Management, Inter­ ne Revision, Unternehmensstrategie und Finanzen. Die weiteren Ressorts, wie Erzeugung, Netzbetrieb, Personal, IT, Einkauf, Kundenservice sowie Handel und Vertrieb, sind den anderen Vorstandsmitgliedern zugewiesen. Die Geschäftsordnung des Vorstands und der Geschäftsverteilungsplan regeln im Einzelnen die Aufgaben und Zuständigkeiten des Vorstands. In der Geschäftsordnung sind insbesondere Regelungen zu Sitzungen und Beschlussfassungen sowie zur Zusam­ menarbeit mit dem Aufsichtsrat enthalten. In den Aufsichtsratssitzungen berichtet der Vorstand schriftlich und / oder mündlich zu den ihn betreffen­ den Tagesordnungspunkten und Beschlussvorlagen und beantwortet die Fragen der einzelnen Aufsichts­ ratsmitglieder. Des Weiteren berät der Vorstands­ vorsitzende zusammen mit dem Aufsichtsratsvor­ sitzenden regelmäßig über die Strategie und die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Der Vorstand stellt den Jahres- und Konzernjahresabschluss auf. Vorstandsausschüsse bestehen nicht. Zusammensetzung und Arbeitsweise des ­Aufsichtsrats und von dessen Ausschüssen Unser Aufsichtsrat besteht in Übereinstimmung mit dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (­MitbestG) aus jeweils zehn Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer. Nähere Informationen zu den Aufsichts­rats­mit­gliedern, ihren Mandaten und der Zusammensetzung der Aufsichtsratsausschüsse ­finden Sie im Nachgang zu diesem Bericht. Der Aufsichtsrat weist mit Vertretern aus der kom­ munalen Verwaltung, der Thüga AG als deutsch­ landweitem Verbundnetzwerk sowie Vertretern der Arbeitnehmer eine hohe Vielfalt und breite Bran­ chenkenntnis auf. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Geschäftsführung. Er ist zuständig für die Bestellung der Mitglieder des Vorstands und den Widerruf der Bestellung. Die entsprechenden Beschlüsse erfordern eine Mehrheit, die mindestens zwei Drittel der Stimmen seiner Mitglieder umfasst. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N C OR P OR AT E G OV E R N A N C E -B E R IC H T 2 0 1 8  Der Aufsichtsrat tagt mindestens zweimal im Kalen­ derhalbjahr. Er fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit ent­ scheidet die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwick­ lung, die Planung sowie die Risikolage des Unter­ nehmens und stimmt mit dem Aufsichtsrat die Stra­ tegie und deren Umsetzung ab. Ebenso legt er dem Aufsichtsrat die Jahresabschlüsse der Mainova AG und des Mainova Konzerns unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers zur Feststellung bzw. Billigung vor. Geschäfte und Maßnahmen des Vorstands, die für die Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung sind, bedürfen der vor­ herigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Bei Bedarf kommt der Aufsichtsrat zu außerordentli­ chen Tagungen zu besonderen Schwerpunktthemen mit strategischer Bedeutung zusammen, um diese zusammen mit dem Vorstand zu beraten. Der Aufsichtsrat hat zur Steigerung der Effizienz seiner Arbeit aus dem Kreise seiner Mitglieder vier ständige Ausschüsse gebildet, die unter anderem seine Beschlüsse vorbereiten und ihre Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit fassen. Präsidium Das Präsidium besteht aus sechs Mitgliedern. Es bereitet gemeinsam mit dem Vorstand die langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands vor und unterbreitet dem Aufsichtsrat mit vorberei­ tender Funktion Vorschläge: a) zur Bestellung und Abberufung von Vorstands­ mitgliedern sowie für den Inhalt der Geschäfts­ ordnung des Vorstands, b) zu den Anstellungsbedingungen und dem Vergü­ tungssystem der Vorstandsmitglieder Das Präsidium tagt mindestens einmal im Jahr, im Übrigen nach Bedarf. Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschuss Der Ausschuss besteht aus zehn Mitgliedern und berät a) Angelegenheiten, die der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung unterliegen (Kapitalund Satzungsänderungen, Unternehmensver­ träge u. ä.), b) Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanage­ ments und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Ertei­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 lung des Prüfungsauftrages an den Abschluss­ prüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwer­ punkten und der Honorarvereinbarung, c) den nach § 90 Abs. 1 AktG zu erstattenden Bericht des Vorstandes über die beabsichtigte Geschäfts­ politik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung (insbesondere die Finanz-, Investitions- und Erfolgsplanung), d) nach der Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands zustimmungsbedürftige Maßnahmen des Vorstands sowie e) die ihm aufgrund gesetzlicher Vorgaben zugewie­ senen Angelegenheiten wie etwa die Überprüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (insbe­ sondere die Genehmigung der Erbringung von Nichtprüfungsleistungen sowie die Durchführung des Auswahlverfahrens für den Abschlussprüfer nach Art. 16 Abs. 2 VO(EU) Nr. 537 / 2014) und gibt dem Aufsichtsrat Beschlussempfehlungen, soweit der jeweilige Gegenstand der Beschluss­ fassung des Aufsichtsrats unterliegt. Der Ausschuss tagt zweimal jährlich, im Übrigen bei Bedarf. Personalausschuss Der Personalausschuss besteht aus acht Mitgliedern und berät a) die Personalplanung und die ihr zugrunde liegen­ de Personalpolitik des Unternehmens, b) den Bericht über die Personalentwicklung des Unternehmens (Personalbericht), c) die Erteilung von handelsrechtlichen Vollmachten (Handlungsvollmacht, Prokura). Der Ausschuss tagt zweimal jährlich, im Übrigen bei Bedarf. Vermittlungsausschuss Der gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz zu bildende Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mit­ gliedern. Er unterbreitet Personalvorschläge an den Aufsichtsrat, wenn für die Bestellung oder Abberu­ fung von Vorstandsmitgliedern eine Zweidrittelmehr­ heit nicht erreicht wurde. Der Vermittlungsausschuss tagt nur bei Bedarf. Die Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig an den Gesamtaufsichtsrat über die Arbeitsergebnisse der Ausschüsse. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat regelt neben den Aufgaben und Zuständigkeiten das Pro­ zedere der Sitzungen und Beschlussfassungen. 141 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaß­ nahmen eigenverantwortlich wahr. Die Gesellschaft unterstützt den Aufsichtsrat im gesetzlich zulässi­ gen Umfang, informiert ihn regelmäßig über aktuelle Gesetzesänderungen und stellt einschlägige Fach­ literatur zur Verfügung. Weitere Einzelheiten zu der konkreten Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse können Sie dem Bericht des Aufsichtsrats entnehmen. Diversitätskonzept Die Mainova AG soll gem. § 289 f Absatz 2 Nummer 6 HGB ihr Diversitätskonzept vorlegen. Vor dem Hin­ tergrund dieser Vorgabe hat sich der Aufsichtsrat im Laufe des Geschäftsjahres 2018 weiterhin inten­ siv mit den verschiedenen Dimensionen der Vielfalt beschäftigt und die bereits zur letzten Erklärung zur Unternehmensführung durchgeführte Bewertung des Status quo evaluiert: A. Aufsichtsrat a) Frauenanteil Der Aufsichtsrat weist gegenwärtig einen Frauen­ anteil von 30 % auf und genügt damit den gesetz­lichen Anforderungen an die Mainova AG als börsen­notierte und mitbestimmte Aktien­ gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird eine weitere Erhöhung des Frauenanteils explizit begrüßt, es wird aber davon abgesehen, diesbe­ zügliche Vorgaben zu formulieren. b) Alter Die Spanne der Altersstruktur der Mitglieder des Aufsichtsrats beträgt mehr als 50 Jahre, worin sich bereits eine erhebliche Vielfalt dokumen­ tiert. Eine feste Vorgabe im Hinblick auf die Altersstruktur wirkt aus Sicht des Aufsichtsrats in einem unverhältnismäßigen Maße limitierend, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die freie Wahl der Arbeitnehmervertreter durch die Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter. c) (Aus-)Bildung Der Aufsichtsrat deckt sowohl auf der Anteils­ eigner- als auch auf der Arbeitnehmerseite ein breites fachliches Spektrum ab. Die fachlichen Richtungen reichen von technischen und kauf­ männischen Ausbildungen bis zu juristischen und kaufmännischen sowie weiteren geisteswissen­ schaftlichen Studienabschlüssen. Der Status quo genügt damit den Anforderungen der Mainova AG als integriertem Energieversorger und -dienstleis­ ter mehr als genug. Es wird derzeit kein Anlass gesehen, entsprechende Zielvorgaben zu for­ mulieren, die lediglich den Status quo abbilden würden. 1 42 d) Berufliche Erfahrungen Ebenso wie im Hinblick auf die Ausbildungen so herrscht auch betreffend die beruflichen Erfah­ rungen aus Sicht des Aufsichtsrats ausreichende Vielfalt. Technische und kaufmännische Experti­ se, die im Unternehmen selbst gewonnen wurde, ist ebenso vertreten wie Tätigkeiten in der Politik, der Verwaltung und anderen Unternehmen sowie selbstständige Aktivitäten. Auch hier wird daher von der Formulierung von Zielvorgaben durch die Niederschrift des Status quo abgesehen. Der Aufsichtsrat hat sich darüber hinaus mit weiteren Diversitätsaspekten wie insbesondere internationaler Kultur- und Berufserfahrung sowie internationaler Ausbildung beschäftigt. Der Aufsichtsrat hält hier­ bei an der bereits seit Jahren in der Entsprechens­ erklärung geäußerten Einschätzung fest, dass solche Aspekte durchaus bereichernd wirken können, es aber nicht ersichtlich ist, dass diese für die Mainova als fast ausschließlich national tätigem kommunalen Unternehmen mit einem kommunalen Großaktionär nachweisliche Vorteile brächten, die die entspre­ chende Limitierung bei der freien Auswahl fachlich geeigneter Kandidaten überwiegen würden. Sämtliche vorgenannten Gründe, also das Vorhan­ densein ausreichender Vielfalt bzw. die fehlende ­Plausibilität von Vorteilen gewisser Diversitäts­ aspekte haben den Aufsichtsrat zu dem Ergebnis kommen lassen, dass von der Formulierung eines expliziten Diversitätskonzepts bis auf Weiteres Abstand genommen wird. Der Aufsichtsrat hinter­ fragt seine diesbezügliche Position jährlich und passt diese bei Bedarf an. B. Vorstand Der Vorstand besteht derzeit aus einem weiblichen Mitglied und drei männlichen Mitgliedern. Der Auf­ sichtsrat hatte, seiner Pflicht aus § 111 Abs. 5 AktG folgend, für den Vorstand eine Zielvorgabe für den Anteil an Frauen im Vorstand von 0 % mit Frist bis zum 31. Dezember 2020 festgelegt, wobei er sich am damaligen Status quo sowie der Bestelldauer der Vor­ standsmitglieder Breidenbach und Herbst orientierte. Durch den Eintritt von Frau Rauhut hat sich die Quote mittlerweile auf 25 % erhöht. Entsprechend hat der Aufsichtsrat auch die Zielvorgabe auf mindestens 25 % erhöht. Die Umsetzungsfrist besteht unverän­ dert bis zum 31. Dezember 2020. Im Hinblick auf den Vorstand hält der Aufsichtsrat an dem bereits in der Vergangenheit formulierten Primat der fachlichen Eignung fest. Sämtliche Aspekte der Diversität werden vom Aufsichtsrat uneingeschränkt positiv bewertet. Von der Formulierung konkreter Zielvorgaben in Form eines Diversitätskonzepts wird – mit Ausnahme im Hinblick auf die vorgenannte MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N C OR P OR AT E G OV E R N A N C E -B E R IC H T 2 0 1 8  Beteiligung von Frauen – abgesehen, da derartige Aspekte im Zweifel stets hinter der fachlichen Eig­ nung zurückzustehen haben. Festsetzung des Anteils von Frauen an Führungspositionen bzw. Zielerreichung Nach dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ ist die Mainova AG verpflich­ tet, Zielgrößen für die beiden obersten Führungs­ ebenen festzulegen. Aufgrund der im letzten Berichtszeitraum übertrof­ fenen Zielwerte und zur weiteren Förderung der Erhöhung des Frauenanteils in den beiden Führungs­ ebenen unterhalb des Vorstands, hat dieser zuletzt die folgenden Zielgrößen festgelegt, die bis zum 31. Dezember 2021 erreicht sein bzw. beibehalten bleiben sollen: ›› 1. Führungsebene (Bereichsleitung): 15 % ›› 2. Führungsebene (Stabsstellen- und Abteilungs­ leitung): 30 % Der Frauenanteil für die erste Führungsebene bei der Mainova AG betrug zum Ende des abgelaufe­ nen Geschäftsjahres 8 % und blieb im Vergleich zum vorherigen Stichtag konstant. Die Frauenquote für die zweite Führungsebene lag zum 31. Dezem­ ber 2018 bei 31 % und ist damit im Vergleich zur letzten Betrachtung leicht gestiegen und liegt bei einem Frauenanteil von 23 % im Gesamtunterneh­ men weiterhin erfreulich hoch. Zur unternehmensweiten Steigerung des Frauenan­ teils setzt Mainova auf die gezielte Förderung und Entwicklung weiblicher Mitarbeiter und Führungs­ kräfte, auf optimierte Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine Sensibilisierung der Führungskräfte bezüglich einer geschlechterneutra­ len bzw. gleichberechtigten Personalauswahl. Etwa­ ige Ungleichgewichte oder Auffälligkeiten werden in den Führungsgremien zwecks einer optimierten Personalbesetzung entsprechend erörtert. Darüber hinaus stehen im Personalmanagement die Rekru­ tierungsprozesse mit dem Ziel einer adäquaten Anwerbung von Frauen und einem chancengerechten Rekrutierungsverfahren laufend auf dem Prüfstand. Die Gewinnung qualifizierter Frauen gestaltet sich in einem technisch geprägten Energieversorgungs­ unternehmen wie der Mainova AG naturgemäß schwieriger als in anderen Branchen. Die Bestre­ bungen eines adäquat erhöhten Frauenanteils sind entsprechend aus mittel- bis langfristiger Perspektive zu betrachten. Sie beinhalten neben der gezielten MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Ansprache von Frauen und der Vermittlung von Karriere­chancen und Entwicklungsperspektiven auch eine frühzeitige Nachwuchswerbung durch Ange­ bote von Schülerpraktika oder Einblicke in technische Berufe durch Aktionstage wie etwa den Girls’ Day. Die Gewinnung von Frau Diana Rauhut als viertes Vorstandsmitglied unterstreicht unsere vorgenannten Ambitionen und Maßnahmen zur frühzeitigen Moti­ vierung und Förderung weiblicher Talente mit Blick auf die Übernahme von Führungsverantwortung. Relevante Unternehmensführungspraktiken Die geschäftlichen Aktivitäten der Mainova AG unter­ liegen vielfältigen Rechtsvorschriften und selbst gesetzten Verhaltensstandards. Verhaltenskodex Der gute Ruf und die Reputation als leistungsfähiges Dienstleistungsunternehmen sowie verlässlicher und seriöser Energie- und Wasserversorger sind entschei­ dende Voraussetzungen im Wettbewerb. Um ein ein­ heitliches und vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, statuiert der Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mainova-Kon­ zerns verbindliche Regeln für den Umgang mit den moralischen, wirtschaftlichen und juristischen Heraus­forderungen des Berufsalltags. Leitlinie sind unsere Grundwerte Rechtschaffenheit, Eigenver­ antwortung, Aufrichtigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Loyalität, Fairness sowie Respekt gegenüber den Mit­ menschen und der Umwelt. Von daher verpflichtet der Verhaltenskodex insbesondere zu gesetzes- und regelkonformem Verhalten, zur Verschwiegenheit bei allen vertraulichen Angelegenheiten, zu parteipoliti­ scher Neutralität, zur Förderung des Gemeinwohls, zum Schutz der Umwelt, zur Achtung der Würde und Persönlichkeit eines jeden Mitarbeiters sowie zu Transparenz. Der Verhaltenskodex kann im Internet unter http://www.mainova.de/verhaltenskodex eingese­ hen werden. Compliance Unser Compliance-System schafft die organisato­ rischen Voraussetzungen dafür, dass das jeweils geltende Recht sowie unsere internen Regelungen und Richtlinien konzernweit bekannt sind und ihre Einhaltung sichergestellt werden. Klar strukturierte Audit- und Meldesysteme gewährleisten eine recht­ zeitige Entdeckung potenzieller Verstöße und die notwendige Vertraulichkeit von Hinweisen. Das Com­ pliance-Management ist als Teil der Stabsstelle Recht mit dem Chief Compliance Officer organisatorisch direkt unter dem Vorstand angesiedelt. 143 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN Angemessenes Risikomanagement Unternehmerisches Handeln, das auf Wachstum aus­ gerichtet ist, kann nicht immer risikofrei gestaltet werden. Zur optimalen Benennung und Bewertung von Risiken hat die Mainova AG ein Risiko­manage­ ment-­System geschaffen. Hier werden klare Verant­ wortlichkeiten für Risikobereiche zugewiesen, ein­ deutige Verhaltensrichtlinien kommuniziert sowie geeignete Risikosteuerungs- und Kontrollprozesse entwickelt und bereitgestellt. rechtsmitteilungen, sowie sämtliche Finanzberichte veröffent­lichen wir im Internet. Darüber hinaus stehen dort auch sämtliche Dokumente und Infor­ mationen zu unserer Hauptversammlung zur Verfü­ gung. Bei unserer nächsten Hauptversammlung, die am 29. Mai 2019 in Frankfurt am Main stattfinden wird, werden wir unseren Aktionären erneut einen bestmöglichen Service bieten. Über unsere aktive Investor Relations-Tätigkeit stehen wir in enger Ver­ bindung mit unseren Aktionären. Das Risikomanagement dient der Beherrschung von Risiken und ist Ausdruck des Prinzips des nachhal­ tigen Wirtschaftens. Unsere Investitionsentschei­ dungen werden konsequent daran gemessen, ob das dabei einzugehende Risiko in angemessenem Verhältnis zu den erwarteten Vorteilen steht. Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichts­ ratsmitglieder an Aktien der Mainova AG betrug am Ende des Geschäftsjahres 2018 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder haben keine Geschäfte mit Mainova-Aktien i. S. d. § 26 Abs. 2 WpHG getätigt. Nachhaltiges Handeln Nachhaltiges Handeln ist für die Mainova AG eine maßgebliche Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensführung, die insbeson­ dere soziale und ökologische Verantwortung für gegenwärtige und zukünftige Generationen umfasst. Vorstand und Aufsichtsrat sind sich bewusst, dass der Mainova AG als Energieversorgungsunterneh­ men eine besondere Verantwortung im Hinblick auf die Bewahrung unserer Umwelt zukommt, und wir arbeiten gerne daran mit, die Energieversorgung in Deutschland sowohl umweltschonend als auch zukunftssicher neu zu gestalten. Für die Mainova AG besitzt nachhaltiges Handeln aber noch weitere Dimensionen jenseits des Umwelt­ schutzes: So ist etwa auch der wirtschaftliche Erfolg von besonderer Bedeutung, um als starker Partner bei der Verwirklichung gesellschaftlicher Ziele mitzu­ arbeiten. Effizienz, Zielfokussierung und Rechtstreue sind wichtige Grundpfeiler, auf denen der unterneh­ merische Erfolg der Mainova AG beruht. Ein mindes­ tens ebenso wichtiger Faktor besteht außerdem in der Gewinnung und Sicherung einer qualifizierten und motivierten Belegschaft. So können sich unsere Mitarbeiter und Geschäftspartner darauf verlassen, dass Fairness und Verlässlichkeit bei der Mainova AG gelebte Werte sind. Detaillierte Informationen zur Nachhaltigkeit im Verbund Mainova finden Sie im Internet unter www.mainova-nachhaltigkeit.de Transparenz und Wahrung der Aktionärsinteressen Unser Ziel ist es, unsere Aktionäre durch regelmäßi­ ge, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unterneh­ mens zu informieren. Alle wesentlichen Informatio­ nen, wie zum Beispiel Presse-, Ad-hoc- und Stimm­ 1 44 Rechnungslegung und Abschlussprüfung Die Mainova AG erstellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG). Der Konzernab­ schluss wird nach den Grundsätzen der Internatio­ nal Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2018 wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von der Hauptver­ sammlung gewählt. UMSETZUNG DER EMPFEHLUNGEN DES DEUTSCHEN CORPORATE ­GOVERNANCE KODEX Mindestens einmal jährlich erörtern wir die in der Mainova AG gelebte Corporate Governance. Zuletzt geschah dies in der Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember 2018. ERFÜLLUNG DER ANREGUNGEN DES DEUTSCHEN CORPORATE ­GOVERNANCE KODEX Die Mainova AG entspricht freiwillig den Anregun­ gen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017, mit im Wesentlichen folgenden Ausnahmen: ›› Die Hauptversammlung wird nicht über moderne Kommunikationsmedien, wie zum Beispiel das Internet, übertragen (Ziffer 2.3.4 des Deutschen MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N C OR P OR AT E G OV E R N A N C E -B E R IC H T 2 0 1 8 Corporate Governance Kodex). Die Aktionäre haben so die Möglichkeit, unbelastet von einer weitgehend öffentlichen Übertragung mit der Verwaltung zu diskutieren. ›› Die Mitglieder des Vorstands werden auch bei der Erstbestellung regelmäßig für die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren bestellt (Ziffer 5.1.2 des Deutschen Corporate Gover­ nance Kodex). Eine derartige Bindung wird in einem besondere Fachkenntnisse erfordern­ den Markt den Interessen des Unternehmens gerecht. ›› Der Aufsichtsrat wird sich zunächst keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat geben (Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex). Entsprechenserklärung Die Mainova AG erfüllt einen Großteil der Empfeh­ lungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Befolgung sämtlicher Empfehlungen ist für ein kommunales Unternehmen mit einem Großaktionär nicht interessengerecht. Die nach § 161 AktG zu veröffentlichende jähr­ liche Erklärung zur Beachtung der Empfehlun­ gen der Regierungskommission Deutscher Cor­ porate Governance Kodex kann im Internet unter http://www.mainova.de/entsprechenserklaerung eingesehen werden. Sie lautet wie folgt: DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX ERKLÄRUNG GEMÄS § 161 AKTG Vorstand und Aufsichtsrat der Mainova Aktienge­ sellschaft, Frankfurt am Main, erklären, dass seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 6. Dezember 2017 den Empfehlungen der Regie­ rungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung vom 5. Mai 2015 und am 24. April 2017 mit Berichtigung vom 19. Mai 2017 bekannt gemachten Fassung vom 7. Februar 2017 mit folgenden Abweichungen ent­ sprochen wurde und wird: Keine Vereinbarung eines Selbstbehalts in der D&O-Versicherung für Mitglieder des Aufsichtsrats (Abschnitt 3.8 Abs. 3 i. V. m. Abs. 2): dass durch die Vereinbarung eines solchen Selbst­ behalts die Leistungsbereitschaft, die Motivation, die Loyalität und das Verantwortungsbewusstsein ihrer Aufsichtsratsmitglieder zusätzlich gefördert werden. Beschränkt vertikaler Vergleich der Vorstandsvergütung, keine Festlegung von betrags­ mäßigen Höchstgrenzen und des Versorgungsniveaus (Abschnitt 4.2.2 Abs. 2 S. 3, 4.2.3 Abs. 2 S. 5 und Abs. 3): Der Aufsichtsrat überprüft jährlich die Angemessen­ heit der Höhe der fixen Vergütung des Vorstands und bezieht in diesem Zusammenhang auch die variablen Elemente in seine Beurteilung mit ein. Dabei nimmt er einen horizontalen sowie einen vertikalen Ver­ gleich vor. Aufgrund der damit verbundenen Unsi­ cherheiten in Bezug auf Auslegungsfragen wird im Hinblick auf den Vertikalabgleich vorsorglich eine Abweichung erklärt. Die Grundgehälter der Vorstandsmitglieder und die kurzfristige variable Vergütung, welche sich nach der Höhe des Ergebnisses des Mainova-Konzerns richtet, weisen keine betragsmäßigen Höchstgrenzen auf. Die langfristige variable Vergütung ist aufgrund ihrer Systematik faktisch gedeckelt, allerdings nicht bei definierten Beträgen, sondern bei bestimmten Erfül­ lungsgraden oberhalb der Zielvorgaben von 100 %. Das Absehen von der Festlegung von Höchstgrenzen erfolgt vor dem Hintergrund, dass regelmäßige Prü­ fungen der Vergütungshöhe auf ihre Angemessenheit erfolgen. Der Aufsichtsrat verfolgt zudem die europä­ ische und nationale Gesetzgebung zu diesem Thema. Bei Versorgungszusagen wird von der Festlegung des Versorgungsniveaus abgesehen. Eine solche Festlegung erachtet der Aufsichtsrat in Anbetracht der nicht vorhersehbaren Dauer der Unternehmens­ zugehörigkeit der Vorstandsmitglieder und vor dem Hintergrund des entstehenden Kalkulationsauf­ wands für nicht sinnvoll. Darüber hinaus ist das Versorgungssystem für neue Vorstandsmitglieder von einer Leistungszusage auf eine Beitragszusage umgestellt worden, womit zumindest für ab 2018 bestellte Vorstandsmitglieder eine Festlegung des Versorgungsniveaus jedenfalls hinfällig ist. Keine Altersgrenzen für Mitglieder des Vorstands (Abschnitt 5.1.2 Abs. 2 S. 3): Altersgrenzen für Mitglieder des Vorstands werden für die Mainova AG aufgrund der notwendigen Flexi­ bilität in einem besondere Fachkenntnisse erfordern­ den Markt als nicht den Unternehmensinteressen gerecht werdend erachtet. Die D&O-Versicherungen für die Aufsichtsratsmit­ glieder der Mainova AG sehen derzeit keinen Selbst­ behalt vor. Die Mainova AG ist nicht der Auffassung, MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 145 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN Gleichzeitiger Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss und Unabhängigkeit des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses (Abschnitt 5.3.2 Abs. 3 S. 2. und S.3): Gesamtgremium würde die Auswahl geeigneter Kan­ didaten zu sehr einschränken und könnte potenziell geeignete Kandidaten von vornherein ausschließen. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat auch den Vorsitz im Wirtschafts-, Finanz- und Prüfungsausschuss inne. Der Vorsitzende weist zu dem Vorstand keine größere Nähe auf als die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats. Er verfügt über sehr gute Kenntnisse über das Unter­ nehmen und eine hohe Fachkompetenz. Die Arbeit des Prüfungsausschusses wird durch den doppelten Vorsitz ebenso wenig beeinträchtigt wie die des Auf­ sichtsrats selbst. Die unmittelbare Kenntnis des Inhalts der Vorberatungen im Prüfungsausschuss erleichtert vielmehr die Sitzungsleitung im Aufsichtsrat. Von daher bestehen auch im Hinblick auf die Arbeitsbelas­ tung keinerlei Bedenken gegen einen Doppelvorsitz. Der Aufsichtsrat ist aus geeigneten Mitgliedern zusam­ mengesetzt, die hinsichtlich ihrer fachlichen Qualifika­ tionen, ihrer Erfahrungen und ihres Alters ein breites Spektrum abbilden. Konkrete Ziele im Hinblick auf einen festen Anteil von ausländischen oder interna­ tional besonders erfahrenen Mitgliedern sind für die Mainova AG als hauptsächlich national tätiges Unter­ nehmen nicht sinnvoll. Eine Vorgabe zur Vermeidung von potenziellen Interessenkonflikten wäre aufgrund der besonderen Aktionärsstruktur der Mainova AG mit einem kommunalen Großaktionär nur eingeschränkt umsetzbar. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglie­ der wäre angesichts der besonderen Anforderungen an die Fachkenntnisse eine nicht mit dem Unterneh­ mensinteresse zu vereinbarende Einschränkung der Rechte der wahlberechtigten Aktionäre und Arbeit­ nehmer. Insoweit ist auch eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat kein sachge­ rechtes Kriterium für die Suche bzw. den Ausschluss von Mitgliedern des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Mainova AG weisen aktuell eine durchschnittliche Zugehörigkeitsdauer von rund neun Jahren und damit von weniger als zwei Amtsperio­ den auf. Dies ist nach Auffassung des Aufsichtsrats der Ausdruck eines angemessenen Verhältnisses von Erfahrung auf der einen und neuen Impulsen auf der anderen Seite. Eine pauschale Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer würde die Nutzung der Expertise erfahrener Mitglieder und die nicht von vornherein unsachgerechte persönliche Kontinuität in der Beset­ zung des Aufsichtsrats ausschließen. Im Hinblick auf die ungeklärten Voraussetzungen des Begriffs der Unabhängigkeit wird vorsorglich erklärt, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Uwe Becker, Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main ist, die 100 % der Anteile der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH hält, die wiederum rund 75,2 % der Aktien an der Mainova AG hält. Dies wird für unbedenklich gehal­ ten, da es in der Vergangenheit nicht zu Interessen­ konflikten gekommen ist, die die Mitwirkung des Vorsitzenden an Beratungen oder Beschlüssen ver­ hindert haben. Derartige Interessenkonflikte werden auch für die Zukunft nicht erwartet. Keine Bildung eines Nominierungsausschusses durch den Aufsichtsrat (Abschnitt 5.3.3): Nach den bisherigen Erfahrungen erachtet der Auf­ sichtsrat der Mainova AG die Bildung eines Nominie­ rungsausschusses nicht für erforderlich, um geeignete Kandidaten vorzuschlagen. Die Entscheidung über die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptver­ sammlung soll dem gesamten Aufsichtsrat obliegen. Keine Benennung konkreter Ziele zur ­Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Abschnitt 5.4.1 Abs. 2 und 4 sowie 5.4.2): Der Aufsichtsrat hält eine konkrete Festsetzung der Ziele für seine Zusammensetzung und die Erarbei­ tung eines Kompetenzprofils nicht für sachgerecht. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats orientiert sich daran, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Bei Wahlvorschlägen steht die persönliche Kompetenz möglicher Kandidaten unter besonderer Berücksichtigung der unternehmens­ spezifischen Anforderungen im Vordergrund. Die Festlegung auf konkrete Ziele der Zusammensetzung sowie die Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das 1 46 Eine formalisierte Zielvorgabe für die Anzahl unabhän­ giger Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Abschnitt 5.4.2 des Kodex würde das Auswahlermessen hin­ sichtlich der Qualifikation des Kandidaten pauschal in einer nicht im Interesse des Unternehmens gerecht werdenden Weise einschränken. Im Übrigen sieht es der Aufsichtsrat als entscheidend an, bei seiner Arbeit stets dafür Sorge zu tragen, dass die Unabhängig­ keit seiner Mitglieder vom Vorstand und die effektive Überwachung und Beratung des Vorstands gewähr­ leistet ist. Derzeit weist der Aufsichtsrat sechs weibliche Mit­ glieder auf, womit der gesetzlichen Vorgabe eines Anteils von mindestens 30 % Frauen und Männern genügt wird. Da entsprechende Ziele nicht festgelegt werden, kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gemäß Abschnitt 5.4.1 Abs. 4 nicht gefolgt werden, insbe­ sondere entfällt eine eigene Darstellung im Corporate Governance-Bericht. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N C OR P OR AT E G OV E R N A N C E -B E R IC H T 2 0 1 8 Keine Beschränkung der Mitglieder des Aufsichtsrats hinsichtlich Tätigkeiten bei wesent­ lichen Mitbewerbern (Abschnitt 5.4.2 Satz 4): Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Mainova AG üben Organfunktionen bei Unternehmen aus, die je nach Betrachtungsweise als Wettbewerber der Mainova AG beurteilt werden könnten. Ihre Mitglied­ schaft im Aufsichtsrat der Mainova AG ist jedoch aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und hohen fachlichen Qualifizierung im Unternehmensinteresse überaus wichtig. Nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat begründen die ausgeübten Organfunk­ tionen keinen Interessenkonflikt zum Nachteil des Unternehmens, der die erforderliche Unabhängigkeit für die Erfüllung der Kontroll- und Überwachungs­ aufgabe des Aufsichtsrats beeinträchtigen würde. Keine Beschränkung der Mitglieder des Vorstands hinsichtlich Mandaten in Aufsichts­ gremien und Aus- und Fortbildungsmaßnahmen (Abschnitt 5.4.5 Abs. 1 S. 2, Abs. 2): Aufgrund der besonderen Erfordernisse der Geschäfts­ tätigkeit kommunaler Energieversorger und der damit notwendigerweise verbundenen Branchenkenntnis entspricht es nicht dem Unternehmensinteresse, die Sitze der Vorstandsmitglieder in Aufsichtsräten kon­ zernexterner börsennotierter Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von konzernexternen Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen auf drei zu limi­ tieren. Zur Wahrung der erforderlichen Flexibilität und zur Überwachung der zeitlichen Belastung durch die Wahrnehmung der Mandate hat die Mainova AG daher die Übernahme von Nebentätigkeiten durch die Vorstandsmitglieder, insbesondere von Aufsichtsrats­ mandaten in konzernexternen Unternehmen, nicht von der Anzahl der Mandate, sondern der Zustimmung des Aufsichtsrats abhängig gemacht. Die Unterstützung von Aus- und Fortbildungsmaß­ nahmen für Aufsichtsratsmitglieder erfolgt im gesetz­ lich zulässigen Umfang. Kein Bericht des Aufsichtsrats über Interessenkonflikte und deren Behandlung (Abschnitt 5.5.3 S. 1): Der Aufsichtsrat berichtet in seinem Bericht an die Hauptversammlung nicht über aufgetretene Interes­ senkonflikte und deren Behandlung, sondern räumt dem Grundsatz der Vertraulichkeit von Beratungen im Aufsichtsrat (vgl. § 116 S. 2 AktG und Abschnitt 3.5 des Kodex) den Vorrang ein. Im Übrigen gelten die Regelungen des Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zur Offenlegung von Interessenkon­ flikten durch einzelne Aufsichtsratsmitglieder gegen­ über dem Gesamtplenum des Aufsichtsrats sowie die sonstigen aktienrechtlichen Vorgaben. Konzept zur Information der Aktionäre außerhalb der regelmäßigen Berichterstattung (Abschnitt 7.1.1 S. 2) Nach derzeitigem Ermessen sieht das Unternehmen von der Formulierung eines expliziten Konzepts zur Information der Aktionäre außerhalb der regelmä­ ßigen Berichterstattung ab. Der hierfür erforder­ liche Aufwand für die Publikation steht in keinem ausreichenden Verhältnis zum Informationsgewinn für die Aktionäre. Die Ergebnisse der Mainova AG haben sich in der Vergangenheit durch eine hohe Konstanz ausgezeichnet. Dies, verbunden mit der für die Aktionäre verlässlichen fixen Höhe der Aus­ gleichszahlung (unabhängig vom Jahresergebnis), lässt das Informationsinteresse der Aktionäre derzeit hinter dem entstehenden Aufwand zurücktreten. Die Mainova AG informiert die Öffentlichkeit darüber hi­­ naus über sämtliche Informationskanäle über aktuelle Ereignisse im Zusammenhang mit der Gesellschaft. Keine öffentliche Zugänglichmachung des Konzern­abschlusses und des Konzern­lage­ berichts binnen 90 Tagen nach Geschäfts­ jahres­ende und des Zwischen­berichts bzw. der verpflichtenden unterjährigen Finanzinforma­ tionen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichts­­ zeitraums (Abschnitt 7.1.2 S. 3): Die sachbedingten besonderen Schwierigkeiten der Erstellung des Konzernabschlusses und des Zwi­ schenberichts bzw. – seit der Fassung des Kodex vom 7. Februar 2017 – der verpflichtenden unterjäh­ rigen Finanzinformationen erfordern eine eingehen­ de Zusammenstellung und Prüfung des Zahlenma­ terials, die in den kurzen Fristen von 90 Tagen nach Geschäftsjahresende bzw. 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums nicht in der gebotenen Gründlich­ keit durchgeführt werden können. Frankfurt am Main, den 21. Februar 2019 Für den Aufsichtsrat der Mainova AG Für den Vorstand der Mainova AG UWE BECKER DR. CONSTANTIN H. ALSHEIMER LOTHAR HERBST (Aufsichtsratsvorsitzender) (Vorstandsvorsitzender) (Vorstandsmitglied) MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 147 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN ORGANE DER GESELLSCHAFT AUFSICHTSRAT AUFSICHTSRAT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Uwe Becker Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main Vorsitzender des Aufsichtsrats Peter Arnold Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main ›› Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide, Frankfurt am Main (K) ›› Messe Frankfurt GmbH, Frankfurt am Main (K) ›› Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, Frankfurt am Main (K) ›› Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH, Frankfurt am Main (K) ›› Süwag Energie AG, Frankfurt am Main (K) ›› Betriebskommission Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main, Frankfurt am Main ›› Betriebskommission der Stadtentwässerung Frankfurt am Main, Frankfurt am Main (stv V) ›› Betriebskommission der Kita Frankfurt, Frankfurt am Main ›› Betriebskommission der Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst, Frankfurt am Main (stv V) ›› Betriebskommission der Volkshochschule Frankfurt am Main, Frankfurt am Main ›› Dom Römer GmbH, Frankfurt am Main (stv V) ›› Gas-Union GmbH, Frankfurt am Main (V) ›› Gateway Gardens Projektentwicklungs-GmbH, ­Frankfurt am Main ›› Hafen- und Marktbetriebe der Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main ›› Kliniken Frankfurt-Main-Taunus GmbH, Frankfurt am Main ›› RMA Rhein-Main Abfall GmbH, Offenbach am Main ›› RTW Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main ›› Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH, Frankfurt am Main ›› Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt am Main, Frankfurt am Main ›› Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, Frankfurt am Main ›› Energieversorgung Main-Spessart Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Aschaffenburg ›› Gasversorgung Main-Kinzig GmbH, Gelnhausen ›› Hanau Netz GmbH, Hanau ›› Oberhessische Gasversorgung Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Friedberg ›› Stadtwerke Hanau Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hanau ›› Energieversorgung Mittelrhein AG, Koblenz (stv V) ›› enercity Aktiengesellschaft, Hannover ›› N-ERGIE Aktiengesellschaft, Nürnberg ›› Stadtwerke Würzburg Aktiengesellschaft, Würzburg ›› Städtische Werke Aktiengesellschaft, Kassel ›› TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt (seit 1. Januar 2018) ›› WEMAG AG, Schwerin (bis 31. Dezember 2017) ›› Energie- und Wassergesellschaft mbH, Wetzlar (stv V) ›› Energieversorgung Limburg GmbH, Limburg (stv V) ›› EKO2 GmbH, Koblenz (stv V) ›› Gasversorgung Lahn-Dill GmbH, Wetzlar (stv V) (Gesellschaft erloschen zum 17. August 2018) ›› Gasversorgung Westerwald GmbH, Höhr-Grenzhausen (seit 1. Januar 2018) ›› Gemeindewerke Haßloch GmbH, Haßloch (stv V) (bis 31. Januar 2018) ›› Halberstadtwerke GmbH, Halberstadt (stv V) ›› Heizkraftwerk Würzburg GmbH, Würzburg ›› RhönEnergie Fulda GmbH, Fulda (stv V) (seit 1. Januar 2018) ›› Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, Jena ›› Stadtwerke Frankenthal GmbH, Frankenthal (stv V) (bis 31. Januar 2018) ›› Stadtwerke Homburg GmbH, Homburg (stv V) ›› Stadtwerke Jena GmbH, Jena (seit 1. Januar 2018) ›› Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH, Neuss ›› Stadtwerke Würzburg Aktiengesellschaft, Würzburg ›› Städtische Werke Energie + Wärme GmbH, Kassel ›› Städtische Werke Netz + Service GmbH, Kassel ›› Stadtwerke Zweibrücken GmbH, Zweibrücken (stv V) ›› SYNECO GmbH & Co. KG i. L., München (stv V) ›› Zwickauer Energieversorgung GmbH, Zwickau (stv V) Wohnort: Frankfurt am Main 1. stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Dr. Matthias Cord Stellv. Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, München Wohnort: München 2. stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats 1 48 Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N OR G A N E D ER G E S E LLS C H A FT AUFSICHTSRAT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Gabriele Aplenz Leiterin der Hauptabteilung Gesellschaftsrecht und Gremien, Thüga Aktiengesellschaft, München Wohnort: München seit 12. Februar 2018 Dr. Jörg Becker Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen ›› enercity Aktiengesellschaft, Hannover (seit 1. Januar 2018) ›› Energieversorgung Mittelrhein AG, Koblenz (seit 1. Januar 2018) ›› EWR Aktiengesellschaft, Worms (seit 1. Januar 2018) ›› N-ERGIE Aktiengesellschaft, Nürnberg ›› EKO2 GmbH, Koblenz (seit 1. Januar 2018) ›› Energie Südbayern GmbH, München ›› Energieversorgung Sylt GmbH, Westerland/Sylt ›› Stadtwerke Heide GmbH, Heide (stv V) ›› Stadtwerke Wertheim GmbH, Wertheim (stv V) (bis 31. Dezember 2018) keine keine ›› ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (K) ›› Frankfurter Aufbau-Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main (K) ›› EGM Entwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Main mbH, Wiesbaden (seit 26. November 2018) ›› KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main ›› Betriebskommission der Kita Frankfurt, Frankfurt am Main ›› Betriebskommission Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main, Frankfurt am Main (V) ›› Praunheimer Werkstätten Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (V) ›› WOHNHEIM GmbH, Frankfurt am Main (V) keine keine keine keine Bereichsleiter der Mainova AG, Frankfurt am Main Wohnort: Darmstadt Prof. Dr. Daniela Birkenfeld Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main Peter Bodens Kfm. Angestellter Finanzen der Mainova AG, Frankfurt am Main Wohnort: Kahl am Main Nicole Brunner Controllerin, Mitglied des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Wohnort: Villmar Reinhold Falk Abteilungsleiter der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH, Frankfurt am Main bis 31. Dezember 2018 ›› Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, keine Frankfurt am Main Abteilungsleiter Nachwuchsentwicklung der Mainova AG, Frankfurt am Main seit 1. Januar 2019 Wohnort: Niddatal MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 149 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN AUFSICHTSRAT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Markus Frank ›› Messe Frankfurt GmbH, Frankfurt am Main (K) ›› AVA Abfallverbrennungsanlage Nordweststadt ­Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (stv V) ›› Bäderbau Frankfurt GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main (V) (seit 20. Dezember 2017) ›› BäderBetriebe Frankfurt GmbH, Frankfurt am Main (V) ›› Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungs­ dienstzentrum – Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Frankfurt am Main (V) ›› FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH, Frankfurt am Main (V) ›› FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region, Frankfurt am Main ›› Frischezentrum Frankfurt am Main – Großmarkt GmbH, Frankfurt am Main ›› Hafen- und Marktbetriebe der Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt am Main (V) ›› HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (V) ›› House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH, Frankfurt am Main ›› Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für ­Projektentwicklungen mbH, Frankfurt am Main (V) ›› Tourismus- und Congress GmbH, Frankfurt am Main ›› traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH, Frankfurt am Main ›› Wirtschaftsförderung Frankfurt – Frankfurt Economic Development – GmbH, Frankfurt am Main (V) keine keine keine ›› WOHNHEIM GmbH, Frankfurt am Main keine ›› AVA Abfallverbrennungsanlage Nordweststadt Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (V) ›› Betriebskommission der Stadtentwässerung Frankfurt am Main, Frankfurt am Main ›› EGM Entwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Main mbH, Wiesbaden (seit 26. November 2018) ›› FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, Frankfurt am Main (V) ›› Regionalpark Ballungsraum RheinMain Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Flörsheim am Main ›› Regionalpark Rhein-Main Süd-West Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main ›› Regionalpark Rhein-Main Taunushang Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Bad Homburg v. d. Höhe ›› RMA Rhein-Main Abfall GmbH, Offenbach am Main (stv V) ›› Gemeinnützige Umwelthaus GmbH, Wiesbaden ›› Wirtschaftsförderung Frankfurt – Frankfurt Economic Development – GmbH, Frankfurt am Main Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main René Gehringer Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen Anwendungsberater Freigestelltes Mitglied des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Wohnort: Oberursel Dr. h. c. Ernst Gerhardt Unternehmensberater Beamter im Ruhestand Stadtkämmerer a. D. der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main Rosemarie Heilig Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main 1 50 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N OR G A N E D ER G E S E LLS C H A FT AUFSICHTSRAT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Dr. Gerhard Holtmeier Mitglied des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, München bis 31. Dezember 2017 Wohnort: München bis 22. Januar 2018 ›› badenova Verwaltungs-AG, Freiburg im Breisgau (stv V) (bis 28. Februar 2018) ›› DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH, Dresden (*) ›› Energieversorgung Mittelrhein AG, Koblenz (stv V) (*) ›› KEBT Kommunale Energie Beteiligungs­ gesellschaft Thüringen Aktiengesellschaft, Erfurt (**) ›› Städtische Werke Aktiengesellschaft, Kassel (*) ›› Stadtwerke Essen Aktiengesellschaft, Essen (*) ›› TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt (*) (**) (bis 31. Dezember 2018) ›› badenova AG & Co. KG, Freiburg im Breisgau (stv V) (*) ›› eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, Chemnitz (stv V) (*) ›› EKO2 GmbH, Koblenz (stv V) (*) ›› Energieversorgung Sylt GmbH, Westerland/Sylt (stv V) (*) ›› Erdgas Mittelsachsen GmbH, Staßfurt (stv V) (*) ›› EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG, Hildesheim (stv V) (*) ›› EWR GmbH, Remscheid (*) ›› Gasstadtwerke Zerbst GmbH, Zerbst (stv V) (*) ›› Gasversorgung Westerwald GmbH, Höhr-Grenzhausen (*) ›› GEW Wilhelmshaven GmbH, Wilhelmshaven (stv V) (*) ›› homeandsmart GmbH, Karlsruhe (*) ›› Rheinhessische Energie- und Wasserversorgungs-­ Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ingelheim/Rhein (stv V) (*) ›› RhönEnergie Fulda GmbH, Fulda (stv V) (*) ›› Städtische Werke Energie + Wärme GmbH, Kassel (*) ›› Städtische Werke Netz + Service GmbH, Kassel (*) ›› Stadtwerke Ansbach GmbH, Ansbach (stv V) (*) ›› Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, Jena (stvV) (*) ›› Stadtwerke Jena GmbH, Jena (*) ›› SWP Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG, Pforzheim (stv V) (*) keine keine (*) (bis 31. Dezember 2017) Holger Klingbeil Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen Anwendungsberater Mitglied des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Wohnort: Flörsheim Cornelia Kröll Stellv. Landesleiterin ver.di – Landesbezirk Hessen, Frankfurt am Main ›› Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, keine Frankfurt am Main (stv V) Wohnort: Frankfurt am Main Stefan Majer Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main Wohnort: Frankfurt am Main MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 ›› ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbauund Beteiligungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt am Main (K) ›› Betriebskommission der Kita Frankfurt, Frankfurt am Main ›› Betriebskommission der Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst, Frankfurt am Main (V) ›› DRK – Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen gemeinnützige GmbH, Mannheim (bis 9. Oktober 2018) ›› FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH, Frankfurt am Main ›› Stiftung Hospital zum Heiligen Geist GmbH, ­Frankfurt am Main (V) ›› FÄZ Fachärztezentrum Frankfurt GmbH, ­Frankfurt am Main (V) (1) ›› Hospital-Service & Catering GmbH, ­Frankfurt am Main (V) (1) ›› HP Hospital-Pflege GmbH, Frankfurt am Main (V) (1) ›› Kliniken Frankfurt-Main-Taunus GmbH, Frankfurt am Main ›› Krankenhaus Nordwest GmbH, Frankfurt am Main (V) (1) ›› Medizinisches Versorgungszentrum am Klinikum Frankfurt Höchst GmbH, Frankfurt am Main (V) (2) ›› Städtische Bühnen Frankfurt am Main GmbH, Frankfurt am Main 151 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN AUFSICHTSRAT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Ralf-Rüdiger Stamm Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung ver.di – Landesbezirk ­Hessen, Frankfurt am Main Wohnort: Friedberg Jürgen Wachs Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen ›› Oberhessische Versorgungs- und keine Verkehrsgesellschaft mbH, Friedberg ›› Oberhessische Versorgungsbetriebe AG, Friedberg ›› Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, Frankfurt am Main keine ›› FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, Frankfurt am Main keine keine Gewerkschaftssekretär ver.di Bezirk Frankfurt am Main und Region, Frankfurt am Main Wohnort: Mainz Michaela Wanka Unternehmensberaterin und Business-Coach Wohnort: Schriesheim (1) Mitgliedschaft begründet durch Amt in Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, Frankfurt am Main (2) Mitgliedschaft begründet durch Amt im Klinikum Frankfurt Höchst GmbH, Frankfurt am Main K Konzernmandate gemäß § 100 Abs. 2 S. 2 AktG V Vorsitz stv V stellvertretender Vorsitz AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS DER MAINOVA AG PRÄSIDIUM Uwe Becker Reinhold Falk Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main Abteilungsleiter Nachwuchsentwicklung der Mainova AG, Frankfurt am Main Vorsitzender des Ausschusses Rosemarie Heilig Peter Arnold Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Ralf-Rüdiger Stamm stellv. Vorsitzender des Ausschusses Dr. Matthias Cord Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung ver.di – Landesbezirk Hessen, Frankfurt am Main Stellv. Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, München 1 52 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N OR G A N E D ER G E S E LLS C H A FT WIRTSCHAFTS-, FINANZ- UND PRÜFUNGSAUSSCHUSS Uwe Becker Dr. Matthias Cord Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main Stellv. Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, München Vorsitzender des Ausschusses Dr. h. c. Ernst Gerhardt Peter Arnold Unternehmensberater Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Beamter im Ruhestand Stadtkämmerer a. D. der Stadt Frankfurt am Main stellv. Vorsitzender des Ausschusses Rosemarie Heilig Dr. Jörg Becker Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main Bereichsleiter der Mainova AG, Frankfurt am Main Ralf-Rüdiger Stamm Peter Bodens Kfm. Angestellter Finanzen der Mainova AG, Frankfurt am Main Nicole Brunner Controllerin, Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung ver.di – Landesbezirk Hessen, Frankfurt am Main Michaela Wanka Unternehmensberaterin und Business-Coach, Schriesheim Mitglied des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main PERSONALAUSSCHUSS Prof. Dr. Daniela Birkenfeld Dr. h. c. Ernst Gerhardt Stadträtin der Stadt Frankfurt am Main Unternehmensberater Vorsitzende des Ausschusses Beamter im Ruhestand Stadtkämmerer a. D. der Stadt Frankfurt am Main Reinhold Falk Abteilungsleiter Nachwuchsentwicklung der Mainova AG, Frankfurt am Main Holger Klingbeil stellv. Vorsitzender des Ausschusses Mitglied des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Anwendungsberater, Peter Arnold Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Cornelia Kröll Stellv. Landesleiterin Dr. Matthias Cord ver.di - Landesbezirk Hessen, Frankfurt am Main Stellv. Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, München Stefan Majer Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main AUSSCHUSS GEMÄS § 27 ABS. 3 MITBESTIMMUNGSGESETZ (musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden) Uwe Becker Reinhold Falk Bürgermeister und Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt am Main Abteilungsleiter Nachwuchsentwicklung der Mainova AG, Frankfurt am Main Vorsitzender des Aufsichtsrats Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer Peter Arnold Stefan Majer Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Mainova AG, Frankfurt am Main Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main Aufsichtsratsmitglied der Anteilseigner 1. stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 153 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN VORSTAND Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Dr. Constantin H. Alsheimer keine ›› Energieversorgung Main-Spessart GmbH, Aschaffenburg (bis 1. Januar 2018) ›› Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH, Eisenach ›› Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Salzungen (V) (bis 9. Januar 2018) ›› Gas-Union GmbH, Frankfurt am Main (V) (4) ›› Gasversorgung Main-Kinzig GmbH, Gelnhausen ›› Gasversorgung Offenbach GmbH, Offenbach am Main (stv V) ›› Hanau Netz GmbH, Hanau (stv V) ›› Hessenwasser Verwaltungs-GmbH, Groß-Gerau ((stv V) bis 19. November 2018, seit 20. November 2018 (V)) ›› Ohra Energie GmbH, Hörsel ›› Stadtwerke Dreieich GmbH, Dreieich (stv V) (bis 31. Dezember 2018) ›› Stadtwerke Hanau GmbH, Hanau (stv V) ›› Thüga Holding GmbH & Co. KGaA, München (1) (V) (2) ›› Werraenergie GmbH, Bad Salzungen (stv V) ›› ABO Wind Aktiengesellschaft, Wiesbaden ›› Biomasse-Kraftwerk Fechenheim GmbH, Frankfurt am Main (2) ›› Eisenacher Versorgungsbetriebe GmbH, Eisenach (seit 1. Januar 2018) ›› Energieversorgung Main-Spessart GmbH, ­Aschaffenburg (V) (bis 31. Dezember 2018) ›› Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Salzungen (bis 9. Januar 2018) ›› Gas-Union GmbH, Frankfurt am Main (4) ›› Gasversorgung Main-Kinzig GmbH, Gelnhausen (bis 31. Dezember 2018) ›› Gasversorgung Offenbach GmbH, Offenbach am Main ›› Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG, Bremen (3) ›› Hanau Netz GmbH, Hanau ›› Hessenwasser Verwaltungs-GmbH, Groß Gerau ›› Oberhessische Gasversorgung GmbH, Friedberg (seit 1. Januar 2019 (stv V)) ›› Ohra Energie GmbH, Hörsel ›› Stadtwerke Dreieich GmbH, Dreieich ›› Stadtwerke Hanau GmbH, Hanau ›› Südwestdeutsche Rohrleitungsbau GmbH, ­Frankfurt am Main (stv V) ›› Werraenergie GmbH, Bad Salzungen bestellt vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2023 Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG, Frankfurt am Main Norbert Breidenbach bestellt vom 1. Juli 2013 bis 30. November 2020 Mitglied des Vorstands der Mainova AG, Frankfurt am Main 1 54 Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N OR G A N E D ER G E S E LLS C H A FT Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten Lothar Herbst keine ›› Energieversorgung Main-Spessart GmbH, Aschaffenburg ›› Erdgas Westthüringen Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Salzungen (bis 9. Januar 2018) ›› Gas-Union GmbH, Frankfurt am Main ›› Gasversorgung Main-Kinzig GmbH, Gelnhausen (V) ›› Gasversorgung Offenbach GmbH, Offenbach am Main (bis 31. Dezember 2018) ›› Hanau Netz GmbH, Hanau (bis 31. Dezember 2018) ›› Netzeigentumsgesellschaft Mörfelden-Walldorf GmbH & Co. KG, Mörfelden-Walldorf ((stv V) bis 25. April 2018) ›› Oberhessische Gasversorgung GmbH, Friedberg ((V bis 8. Juni 2018, seit 9. Juni 2018 (stv V)) (bis 31. Dezember 2018) ›› Ohra Energie GmbH, Hörsel (stv V) ›› Stadtwerke Hanau GmbH, Hanau (bis 31. Dezember 2018) ›› Thüga Holding GmbH & Co. KGaA, München (1) (2) ›› Werraenergie GmbH, Bad Salzungen keine ›› Energieversorgung Main-Spessart GmbH, Aschaffenburg (V) (*) ›› Gasversorgung Main-Kinzig GmbH, Gelnhausen (*) ›› Gasversorgung Offenbach GmbH, Offenbach am Main (*) ›› Hanau Netz GmbH, Hanau (*) ›› Oberhessische Gasversorgung GmbH, Friedberg (*) ›› Ohra Energie GmbH, Hörsel (*) ›› Stadtwerke Dreieich GmbH, Dreieich (*) (seit 21. März 2019 (stv V)) ›› Stadtwerke Hanau GmbH, Hanau (*) ›› Werraenergie GmbH, Bad Salzungen (*) bestellt vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2020 Mitglied des Vorstands der Mainova AG, Frankfurt am Main Diana Rauhut Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von ­Wirtschaftsunternehmen bestellt vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2023 Mitglied des Vorstands der Mainova AG, Frankfurt am Main (*) (seit 1. Januar 2019) (1) Gesellschafterausschuss (2) Finanzausschuss (3) Konsortialausschuss (4) Koordinierungsausschuss K Konzernmandate gemäß § 100 Abs. 2 S. 2 AktG V Vorsitz stv V stellvertretender Vorsitz Die Angaben zu den Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien beziehen sich auf den 31. Dezember 2018 bzw. den Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Aufsichtsrat der Mainova. MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 155 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN BEIRAT STAND 31. DEZEMBER 2018 SOFERN NICHT ANDERS ANGEGEBEN Claus Kaminsky Gisela Stang Horst Burghardt Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Vorsitzender Bürgermeisterin der Stadt Hofheim am Taunus Stellv. Vorsitzende Bürgermeister der Stadt Friedrichsdorf (bis 28. Februar 2019) (seit 20. März 2019) Stellv. Vorsitzender (Mitglied bis 25. März 2019) 1 56 Christiane Augsburger Prof. Dr.-Ing. Gerd Balzer Heinz-Peter Becker Bürgermeisterin der Stadt Schwalbach am Taunus TU Darmstadt Bürgermeister der Stadt Mörfelden-Walldorf Dr. Frank Blasch Hans-Georg Brum Martin Burlon Bürgermeister der Stadt Bad Soden am Taunus (seit 18. Juni 2018) Bürgermeister der Stadt Oberursel (Taunus) Bürgermeister der Stadt Dreieich (seit 21. Februar 2019) Dr. h. c. Udo Corts Michael Cyriax Bernd Ehinger Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG (seit 5. Februar 2019) Landrat des Main-Taunus-Kreises Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und geschäftsführender Gesellschafter der Firma Elektro Ehinger GmbH Dr. Christian Garbe Prof. Dr. med. Jürgen Graf Dr. Bernd Heidenreich Geschäftsführer der FIZ, Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Frankfurt (seit 26. Januar 2018) Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main Leonhard Helm Alexander W. Hetjes Thomas Horn Bürgermeister der Stadt Königstein im Taunus Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe Verbandsdirektor Regionalverband FrankfurtRheinMain (seit 1. März 2018) Frank Junker Dr. Ingo Koch Ulrich Krebs Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH Vorstand der SAMSON AG, Mess- und Regeltechnik Landrat des Hochtaunuskreises MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N OR G A N E D ER G E S E LLS C H A FT Dr. Joachim Kreysing Matthias Kruse Albrecht Kündiger Geschäftsführer der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG Managing Direktor der Lazard Asset Management GmbH Bürgermeister der Stadt Kelkheim (Taunus) Wolfgang Marzin Prof. Achim Morkramer Robert Restani Vorsitzender Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH Frankfurt University of Applied Sciences (bis 8. Dezember 2018) Vorsitzender des Vorstands der Frankfurter Sparkasse Prof. Dr. Ulrich Reuter Karl-Christian Schelzke Horst Schneider Landrat des Landkreises Aschaffenburg Geschäftsführender Direktor, Hessischer Städte- und Gemeindebund e. V. Oberbürgermeister der Stadt Offenbach (bis 20. Januar 2018) Dr. Norbert Schraad Christian Seitz Georg Friedrich Sommer Mitglied des Vorstands der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale Bürgermeister der Gemeinde Kriftel Managing Director der Commerzbank AG Gregor Sommer Ludger Stüve Klaus Temmen Bürgermeister der Gemeinde Wehrheim Verbandsdirektor Regionalverband FrankfurtRheinMain (bis 28. Februar 2018) Bürgermeister der Stadt Kronberg im Taunus Jan Weckler Dirk Westedt Claus Wisser Landrat des Wetteraukreises (seit 18. Juli 2018) Bürgermeister der Stadt Hochheim am Main Vorsitzender des Aufsichtsrats der AVECO Holding AG Dr. Matthias Zieschang Dieter Zimmer Mitglied des Vorstands der Fraport AG Bürgermeister der Stadt Dreieich (bis 13. Februar 2019) MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 157 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN BEREICHSLEITER UND STABSSTELLENLEITER DER MAINOVA STAND 31. DEZEMBER 2018 BEREICHSLEITER STABSSTELLENLEITER Dr. Jörg Becker Frank Besser Asset Netze und Regulierung Organisation, Prozesse und Strukturen Frank Benz Martina Butz Vertrieb Geschäftskunden Recht und Compliance Management Uwe Berlinghoff Madlen Fritsche Konzernkommunikation und Public Affairs Datenschutz, Unternehmenssicherheit und Gleichbehandlung Boris Funke Andreas Fröba Energiebezug und -handel Arbeitssicherheit und Umweltschutz Dr. Marc Thorsten Heim Thomas Gebhart Zentraleinkauf Fernwärme Uwe Kettner Dorothea Leidner Finanzen, Rechnungswesen und Controlling Grundsatzfragen Handel / Vertrieb Philipp Lübcke Dr. Rainer Lux IT Risikomanagement Cordelia Müller Christian Rübig Vertriebs- und Handelssteuerung Vorstandsangelegenheiten und Unternehmensdokumentation Kersten Paul Nebel Dr. Andrea Wölfel Personal Interne Revision Christof Sagasser Unternehmensstrategie, M&A und Beteiligungsmanagement Bernhard Vogt Konzernmarketing, Vertrieb Privat- und Gewerbekunden Frank Wiese Interne Dienste und Immobilienmanagement Winand Zeggel Erzeugung Wärme und Strom 1 58 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N B E R E I C H S L E I T E R U N D S TA B S S T E L L E N L E I T E R D E R M A IN O VA G E S C H Ä F T S F ÜH R E R MA IN O VA -VE R B U N D GESCHÄFTSFÜHRER MAINOVA-VERBUND STAND 31. DEZEMBER 2018 MSD MAINOVA SERVICEDIENSTE GMBH SRM STRASSENBELEUCHTUNG RHEIN-MAIN GMBH Johannes Brüssermann Thomas Erfert Sprecher der Geschäftsführung und Kaufmännischer Geschäftsführer Technischer Geschäftsführer Bertram May Technischer Geschäftsführer NRM NETZDIENSTE RHEIN-MAIN GMBH Torsten Jedzini Technischer Geschäftsführer Mirko Maier Kaufmännischer Geschäftsführer MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 159 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN GLOSSAR B Barrel Weltweite Maßeinheit für Rohöl. Dabei entspricht 1 US-Barrel 158,987 Litern. Base Grundlastprodukt mit konstanter Leistung über den Lieferzeitraum. Betafaktor Der Betafaktor ist das Maß für das relative Risiko einer einzelnen Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt. Bei einem Faktor größer als eins besteht ein höheres Risiko und bei einem Faktor kleiner als eins ein niedrigeres Risiko als im Vergleichsmarkt. Biogas Gas zum Beispiel aus Bio­ abfallvergärungsanlagen, das zur ­Er­zeugung von Strom und Wärme ver­ wendet wird. Biogas entsteht bei der bakteri­ellen Zersetzung von organi­ schen ­Stoffen. Es besteht vorwiegend aus Methan (ca. 60 %), Kohlendioxid (ca. 35 %) sowie Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Bevor es als Heizgas verwendet wird, wird es teil­ weise entschwefelt. Biomassekraftwerk Ein Biomasse­ kraftwerk (BMKW) erzeugt Strom und / oder Wärme durch die Verbren­ nung von Biomasse. Wird nur Wärme erzeugt, spricht man von Biomasse­ heizwerk (BMHW), wird neben Strom auch Wärme abgegeben, von Bio­ masseheizkraftwerk (BMHKW). Blockheizkraftwerk (BHKW) Ein BHKW ist ein modular aufgebautes kleineres Heizkraftwerk. Blockheizkraft­ werke nutzen, wie auch Heizkraftwerke, das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei verwerten sie die bei der Strom­ erzeugung anfallende Abwärme zu Heizzwecken. Übliche BHKW-Module sind mit einer elektrischen Leistung von 5 kW bis 5 MW deutlich kleiner als Heizkraftwerke mit 500 MW und mehr elektrischer Leistung. BHKW mit einer elektrischen Leistung unter 15 kW dienen zur Versorgung von ­einzelnen Gebäuden. Als Antrieb für die Strom­ 1 60 erzeugung werden meistens Verbren­ nungsmotoren (Diesel- oder Gasmoto­ ren), aber auch Gasturbinen verwendet. Durch die Kraft-Wärme-­Kopplung wird die eingesetzte Primär­energie mit einem Gesamtwirkungsgrad bis über 90 % genutzt. Bundesnetzagentur Die Bundesnetz­ agentur für Elektrizität, Gas, Tele­ kommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) informiert über den deutschen Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunika­ tions- und Postmarkt, die rechtlichen Grundlagen und wichtige Verbraucher­ rechte in diesen Märkten. Das Ziel der Regulierung ist die Schaffung ­eines wirksamen und unverfälschten Wett­ bewerbs bei der Versorgung mit Elektri­ zität und Gas. Die Bundesnetzagentur hat daher unter anderem die Aufgabe, einen diskriminierungsfreien Netz­ zugang zu gewährleisten und die von den Unternehmen erhobenen Netz­ nutzungsentgelte zu kontrollieren. C Cashflow Der Cashflow bezeichnet alle Zu- und Abflüsse von Zahlungs­ mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in einem festgelegten Zeitraum. Clean-Dark-Spread Der Clean-­DarkSpread ist ein Marktindikator für die Wirtschaftlichkeit eines Kohle­kraftwerks. Er berücksichtigt die Preise für 1 MW Stromkontrakt, 1 MW Kohlekontrakt und eine CO2-Tonne, den Wirkungsgrad des Kraftwerks sowie die CO2-Emissio­ nen in Tonnen pro MWh Strom. Commodity Bei Commodity handelt es sich um standardisierte handelbare Ware, zum Beispiel Strom, Gas, Kohle oder CO2-Zertifikate. Compliance Compliance ver­pflichtet ein Unternehmen, die relevanten ­gesetzlichen und rechtlichen Bestim­ mungen sowie ethischen Standards einzuhalten. Contracting Beim Contracting über­ nimmt ein Energieversorgungsunter­ nehmen den Betrieb einer bestehenden technischen Anlage eines Kunden. ­Möglich ist auch die Investition in eine neue Anlage, die der Versorgung des Kunden dient. Der Kunde zahlt für die Laufzeit des Contracting-Vertrags einen Preis für die Energielieferung, der sich aus einem Fixkosten- und einem verbrauchsabhängigen Anteil zusam­ mensetzt. Der Kunde spart bei dieser ­Lösung eigenes Investitionskapital, be­ zieht Nutzenergie aus hocheffizi­enten Energie­anlagen und profitiert von der Erfahrung eines professionellen An­la­ genbetreibers. E EBT Das EBT (Earnings before taxes) ist das Ergebnis vor Steuern, das die Basis für die Segmentsteuerung der Mainova bildet. Bei der Kenn­ zahl „Bereinigtes EBT“ wird das EBT be­reinigt um Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten nach IFRS 9 (International Financial ­Reporting Standards). Emission Unter Emissionen ver­ steht man die Abgabe von Stoffen und ­Energien (zum Beispiel Schall, Erschüt­ terung, Strahlung, Wärme und Schad­ stoffe) aus einer Quelle an die Umwelt. Die Höhe der zulässigen Emissions­ werte wird durch Vorschriften geregelt. Emissionshandel / ETS Das euro­ päische Emissionshandelssystem / EU Emission Tradings System (ETS) ist ein Instrument der EU-Klimapolitik. Das ETS schafft eine wirtschaftliche Basis, den Ausstoß des klimaschädlichen ­Gases CO2 dort zu reduzieren, wo es am kostengünstigsten ist. Dabei werden bestimmte Sektoren wie zum Beispiel der Energiesektor verpflichtet, Emis­ sionszertifikate in Höhe ihres CO2-Aus­ stoßes vorzuhalten. Die Zertifikate sind handelbar und dienen somit als eine Art MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N G LO S S A R Währung. Erreicht das Unternehmen die Ziele durch eigene kostengünstige CO2-Minderungsmaßnahmen, kann es nicht benötigte Zertifikate am Markt verkaufen. In Deutschland werden die CO2-Emissionsrechte an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) gehandelt. Energiesteuer- und Stromsteuergesetz Das Energiesteuergesetz in seiner ­Fas­sung aus dem Jahr 2006 ist aus dem Mineral­ölsteuergesetz hervorgegangen. Es setzt die europäische Energie­ steuerrichtlinie um und regelt die Besteuerung sowohl fossiler als auch regene­rativer Energieerzeugnisse (Benzin, Diesel, Heizöl, E ­ rdgas, Stein­ kohle etc.). Im Stromsteuer­gesetz wird davon ­gesondert die Besteuerung von Strom geregelt. Die letzten Änderungen er­folgten durch das vom Bundestag am 7. Juli 2017 beschlossene „Zweite ­Gesetz zur Änderung des Energiesteu­ er- und des Stromsteuer­gesetzes“ zum 1. Januar 2018. Darin wird die steuer­ liche Begünstigung von Autogas bis 2022 sowie von Erdgas als Kraftstoff bis 2026 fortgeführt, jedoch entlang eines Absenkungspfads zugleich redu­ ziert. Zudem wurde die Begünstigung von Flüssiggas für den öffentlichen ­Personennahverkehr bis 2022 verlän­ gert. Weiterhin sieht die Gesetzes­ novelle vor, dass die Steuerbefreiung für Strom aus Kleinanlagen mit erneuer­ baren Energieträgern beibehalten wird. Dafür bedarf es allerdings noch der beihilferechtlichen Einwilligung durch die Europäische Kommission. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Das deutsche Gesetz über die Elektrizi­ täts- und Gasversorgung (kurz: Energie­ wirtschaftsgesetz, EnWG) trat erstmals 1935 in Kraft und wurde zuletzt im Jahr 2005 neu gefasst. Es enthält grund­ legende Regelungen zum Recht der leitungsgebundenen Energie. Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundli­ che, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht. Die Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze dient den Zielen der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wett­bewerbs bei der Versorgung mit Elektri­zität und Gas und der Sicherung eines langfristig angelegten leistungs­ fähigen und zuverlässigen Betriebs von Energie­versorgungsnetzen. Zweck des Gesetzes ist ferner die Umsetzung und Durchführung des Europäischen Gemein­ schaftsrechts auf dem Gebiet der lei­ tungs­gebundenen Energieversorgung. Equity-Methode Die Equity-Methode ist ein Verfahren zur Berücksichtigung von Beteiligungsgesellschaften, die nicht auf der Basis einer Vollkonsoli­ dierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen ­werden. Der Beteiligungsbuchwert wird dabei um die Entwicklung des anteili­ gen Eigenkapitals fortgeschrieben. Erneuerbare Energien Erneuerba­ re Energien – auch regenerative oder ­alternative Energien genannt – sind Energieträger/-quellen, die sich ständig erneuern beziehungsweise nachwach­ sen und somit nach menschlichem ­Ermessen unerschöpflich sind. Dazu zählen Sonnen­energie, Biomasse, ­Wasserkraft, Windenergie, Umgebungs­ wärme, Erd­wärme (Geothermie) und Gezeitenenergie. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Das deutsche Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (kurz: Erneuer­ bare-Energien-Gesetz, EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert dessen Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Im Jahr 2016 belief sich der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Bruttostrom­ verbrauch auf 31,6 %. Für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ist bedeutsam, dass deren Anteil im Erneuer­bare-Energien-Gesetz 2014 (EEG 2014) in Form eines Ausbau­ korridors festgelegt worden ist. Dem­ nach sollen erneuerbare Energien 40–45 % am Bruttostromverbrauch im Jahr 2025 betragen, 55–60 % am Bruttostrom­verbrauch im Jahr 2035 und mindestens 80 % bis 2050. Auch das im Juli 2016 beschlossene ErneuerbareEnergien-­Gesetz 2017 (EEG 2017) hält an diesen Maßgaben fest. Um diese Ziele zu erreichen, sind für die ein­ zelnen Technologien Ausbaupfade im Gesetz verankert worden. So ist im EEG 2017 für Wind­energieanlagen an Land ein jährlicher Bruttozubau von 2,8 Gigawatt in den Jahren 2017 bis 2019 und von 2,9 Gigawatt ab dem Jahr 2020 vorgesehen. Der Bruttozu­ bau für Photovoltaik­anlagen beträgt 2,5 Gigawatt pro Jahr. F Fossile Energieträger Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle. Sie entstanden vor Jahrmillionen bei der Zersetzung abgestorbener Pflanzen und Tiere unter Sauerstoffabschluss, hohen Temperatu­ ren sowie unter dem Druck darüberlie­ gender Gestein­sschichten. Grenzen für die Nutzung fossiler Energieträger erge­ ben sich – je nach Technologie­einsatz und Entwicklung des technischen Fort­ schritts – aus den unterschiedlichen Ressourcenverfügbarkeiten sowie deren Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Frontjahr/-monat Begriff aus dem Energiehandel. Er bezeichnet am Termin­markt das Jahr / den Monat, in dem die nächsten Lieferkontrakte ­fällig werden. G Gaskraftwerk (auch Gasturbinen­ kraftwerk) Gaskraftwerke sind Elek­ trizitätswerke zur Stromerzeugung, die mit brennbaren Gasen (zum Beispiel Erdgas) betrieben werden. Dabei trei­ ben die Gase eine Gasturbine an, die 161 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN ihrerseits einen angekuppelten Gene­ rator antreibt. Gaskraftwerke haben im Ver­gleich zu GuD-Kraft­werken den Vorteil, dass sie geringere Investitions­ kosten aufweisen. Allerdings ist der Wirkungsgrad geringer. Die Abgase der Turbine besitzen beim Verlassen der Tur­bine noch eine hohe ­Temperatur, sie können daher zur Beheizung eines Dampf­­erzeugers im Gas- und Dampf­ kraft­werk verwendet werden. Die Anfahrzeit ­beziehungsweise Hochfahr­ zeit eines ­Gaskraftwerks ist in der Regel sehr kurz. Diese Anlagen werden daher vor allem zur Abdeckung von Lastspitzen im Stromnetz eingesetzt. Gas- und Dampfkraftwerk (GuD-­ Kraftwerk) Das Gas- und Dampf­kraft­ werk ist ein Kraftwerk, in dem in einer ­Gasturbine Erdgas verbrannt wird. Der Antrieb der Dampfturbine erfolgt durch die Wärme der Verbrenn­ungsabgase. Die Gasturbine ist mit einem Strom­ generator über eine Welle verbunden und erlaubt somit die Gene­rierung von Strom. Mit den heißen Abgasen der Gasturbine wird Dampf erzeugt, der die Dampfturbine antreibt. Durch die Kom­ bination von Gas- und Dampfturbine kann die Energie der Verbrennungs­ abgase besser genutzt werden. Gesetz zur Digitalisierung der ­Energiewende Das Gesetz zur Digi­ talisierung der Energiewende (GDEW) ist ein deutsches Gesetz, das am 2. Sep­tember 2016 in Kraft getreten ist. Kern des Gesetzes ist ein neues Mess­stellenbetriebsgesetz, das die Grundlage für den Einbau intelligenter Messsysteme legt und Regelungen zur Datenkommunikation vorsieht. Der verpflichtende Einbau von Smart Metern beginnt für Haushaltskunden ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 kWh erst ab 2020, für Mehr­ verbraucher ab 10.000 kWh und für Erzeuger von 7 bis 100 kW installierter Leistung ab 2017. Kleinerzeugungs­ anlagen über 1 bis einschließlich 7 kW sind in den optio­nalen Smart-Meter-­ Rollout aufgenommen worden. 1 62 Gradtagszahlen Gradtagszahlen ­helfen dabei, den temperaturabhän­ gigen Heizbedarf zu ermitteln. Sie errechnen sich aus der Differenz der Rauminnentemperatur (20 Grad Cel­ sius) und der tages­mittleren Außen­ temperatur unter der Heizgrenztem­ peratur (15 Grad Celsius). I IFRS Die International ­Financial Reporting Standards (IFRS) sind inter­nationale Rechnungslegungsvor­ schriften, die aufgrund einer Verord­ nung der ­Europäischen Union (EU) von kapitalmarkt­orientierten Unterneh­ men in der EU bei der Erstellung des ­Konzernabschlusses anzuwenden sind. K Konzessionsabgabe Gebühren der Netzbetreiber an Städte und Gemein­ den. Netzbetreiber, die Strom- oder Gas­leitungen zu den Endverbrauchern verlegen und betreiben wollen, müs­ sen dafür an die jeweiligen Städte und ­Gemeinden Gebühren für die Nutzung öffentlicher Wege zahlen – sogenannte Konzessionsabgaben. Rechtsgrundlage ist die Konzessions­abgabeverordnung (KAV) und der jeweilige Konzessions­ vertrag zwischen Netzbetreiber und der Kommune gemäß § 3, Nr. 18 EnWG. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Bei KWK werden elektrische Energie und Wärme in einem gemeinsamen Pro­ zess erzeugt. Dadurch wird beispiels­ weise in einem Blockheizkraftwerk ein höherer Wirkungsgrad erreicht als bei der ausschließlichen Stromerzeu­ gung. Somit liegt der Nutzungsgrad ungleich höher. In Heizkraftwerken wird durch Entnahme von Dampf aus der Turbine die Stromerzeugung leicht reduziert, dafür aber wesentlich mehr Heizenergie gewonnen. So lässt sich der Wirkungsgrad von 40 % bei der reinen Strom­gewinnung auf bis zu 90 % Gesamt-­Wirkungsgrad steigern. ­Kraft-­Wärme-Kopplung führt zu bes­ serer ­Umweltverträglichkeit und hilft, Energie einzusparen. Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) Das Kraft-Wärme-Kopplungs­ gesetz regelt in Deutschland seit 2002 die Einspeisung und Vergütung des Stroms aus Anlagen zur Kraft-Wärme-­ Kopplung. Zum 1. Januar 2016 trat eine Neufassung des Gesetzes in Kraft. Das KWKG 2016 legt als Neu­erung in absoluten Zahlen einen Ausbaupfad für die Nettostromerzeugung aus KWK von 110 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2020 und 120 TWh im Jahr 2025 fest. Die Förderung erstreckt sich jetzt nur noch auf Neuanlagen, die auf KWK aus Abfall, Abwärme, Bio­masse sowie gas­ förmigen oder flüssigen Brennstoffe set­ zen. Somit erhalten neue Kohle-KWK-­ Anlagen keine Förderung mehr. L LNG Englische Abkürzung für lique­ fied natural gas. So wird Flüssigerdgas bezeichnet, das durch starke Kompri­ mierung oder Abkühlung von Erdgas auf – 161 bis – 164 Grad Celsius ent­ steht. Im Vergleich zu gasförmigem Erdgas beträgt das Volumen von LNG rund ein Sechshundertstel. Dies führt zu Vorteilen bei Transport und Lagerung. Aufgrund des für die Verflüssigung nötigen Energiebedarfs liegt die Trans­ portwirtschaftlichkeitsgrenze von LNG bei rund 2.500 Entfernungs­kilometern. Ist die Distanz geringer, ist der Trans­ port von verdichtetem Erdgas (CNG) per Pipeline energetisch wirtschaftlicher. M Mieterstromgesetz Das Mieter­ stromgesetz ist ein deutsches Gesetz, das am 25. Juli 2017 in Kraft getreten ist. Am 20. November 2017 hat die EU-Kommission die Förderung von Mieterstrom gemäß Mieterstromgesetz MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N G LO S S A R beihilferechtlich genehmigt. Durch das Mieterstromgesetz soll der Ausbau der Solarenergie auf Wohngebäuden dadurch vorangetrieben werden, dass auch sogenannter Mieterstrom aus Solaranlagen eine ­Förderung nach dem Erneuerbare-­Energien-Gesetz (EEG) erhält. Das heißt, Solarstrom wird künftig – wenn auch mit verminderten Fördersätzen – auch dann gefördert, wenn er ohne Nutzung des Netzes der allgemeinen Versorgung direkt an Letzt­ verbraucher in dem Wohn­gebäude mit der Solaranlage oder in Gebäuden auf benachbarten Grund­stücken (sogenann­ te Quartierslösungen) geliefert und vom Mieter verbraucht wird. Die Förderung ist auf eine Gesamtmenge von 500 MW pro Jahr begrenzt. N NCG Abkürzung für die NetConnect Germany GmbH & Co. KG. Neben der Gaspool ist NCG einer von zwei Markt­ gebietsverantwortlichen im deutschen Erdgasmarkt. Das Hochdruckleitungs­ system von NCG ist rund 20.000 Kilo­ meter lang und verbindet, überwiegend in West- und Süddeutschland, mehr als 500 nachgelagerte Verteilnetze. gelte auf der Ebene der Übertragungs­ netzbetreiber (ÜNB). Darüber hinaus enthält das NEMoG auch die Bestim­ mung, dass die ÜNB sogenannte Netz­ stabilitätsanlagen („besondere netz­ technische Mittel“) ausschreiben müs­ sen. Bei den vermiedenen Netzentgelten handelt es sich um eine Vergütung, die dezentrale Stromerzeuger dafür erhalten, dass sie die vorgelagerten Netz­ebenen entlasten. Von dieser Ver­ gütung profitierten bis dahin auch Ein­ speiser wie PV- und Windkraftanlagen, obwohl diese aufgrund ihrer volatilen und häufig lastfernen Stromproduktion oftmals keine Netzentlastung bewirken, sondern – im Gegenteil – regelmäßig zusätzlichen Netzausbaubedarf erzeu­ gen. Das NEMoG trägt dem Rechnung und schafft die vNE bei volatilen Ein­ speisern stufenweise ab. Bestehende steuerbare dezentrale Erzeugungsan­ lagen wie zum Beispiel KWK-Anlagen erhalten dagegen weiterhin vNE, weil in diesem Fall die netz­entlastende Funktion tatsächlich gegeben ist. Aller­ dings sieht das NEMoG vor, dass für die Berechnung der vNE ab 2018 als Obergrenze die Netzentgelte des Jahres 2016 gelten. O Netzentgelte Die Netznutzungsent­ gelte sind im liberalisierten Energie­ markt Entgelte, die Strom- und Gas­ netzbetreiber für die Netznutzung zur Netzdurchleitung von den Netz­nutzern erheben. Die Berechnung der Netzent­ gelte erfolgt durch Festsetzung einer Erlösobergrenze für die betroffenen Netzbetreiber, welche die gesamten zulässigen Netzkosten und sonstigen Erlöse decken darf. Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) Das Netzentgeltmodernisie­ rungsgesetz ist ein deutsches Gesetz, das am 22. Juli 2017 in Kraft getreten ist. Es enthält eine Verschärfung der Regeln für die Gewährung von vermie­ denen Netzentgelten (vNE) sowie die schrittweise Vereinheitlichung der Ent­ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 Offshore-Umlage Die Betreiber von Offshore-Anlagen (Windparks auf See) haben seit dem 1. Januar 2013 Anspruch auf Schadenersatzzahlun­ gen für eine gestörte oder verzögerte Netzanbindung. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass neben den Übertra­ gungsnetzbetreibern auch die Letzt­ verbraucher mit einem Aufschlag auf die Netzentgelte (§ 17 f EnWG) an den zusätzlichen Kosten ­beteiligt werden. P Peak Spitzenlastprodukt mit Lieferung zu Zeiten hoher Stromnachfrage. Photovoltaik (PV) Photovoltaik ist die unmittelbare Umwandlung von Sonnen­ strahlung in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen. Durch absorbiertes Licht werden in diesen Solarzellen, die zumeist aus dem Halbleitermaterial Sili­ zium bestehen, freie Ladungen erzeugt. Diese bewirken an der Zelle eine elek­ trische Spannung, sodass Gleichstrom durch ein angeschlossenes Gerät fließt. Die PV kann auch für die Stromver­ sorgung privater Haushalte eingesetzt werden. Primärenergie Energieträger in ihrer natürlichen Form sind Primär­ energien. Dazu zählen Erdöl, Erdgas und Kohle, Solarenergie, Wasser­ kraft und Wind­energie. Werden die Primärenergien in eine andere Energie­ form – wie beispielsweise Strom oder Heizwärme – umgewandelt, entstehen Sekundär­energien. R Regelenergie Regelenergie ist elek­ trische Energie oder Leistung, die zum Ausgleich von unvorhergesehenen Schwankungen von Angebot und Nach­ frage benötigt wird. In Stromnetzen muss die insgesamt erzeugte elektrische Leistung jederzeit an den momentanen Verbrauch angepasst sein. Der Bedarf an Leistung kann schwanken. Auf der Erzeugungsseite schwankt das Angebot, insbesondere durch Windräder und Photovoltaikanlagen. In einem großen Versorgungsnetz gleichen sich solche Schwankungen von vielen kleinen Ur­ sachen zum größten Teil aus. Jedoch verbleiben gewisse Schwankungen. Diese sind teilweise vorhersehbar, teil­ weise aber auch unvorhersehbar. Auf die vorhersehbaren Werte stellt sich das Stromversorgungssystem ein, indem es den Bedarf über die Strombörse regelt. Die benötigten Erzeugungskapazitäten werden dort gehandelt. Es verbleiben die unvorhersehbaren Schwankun­ gen des Verbrauchs und auch bei der Er­zeugung, für deren Ausgleich die 163 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN Übertragungsnetzbetreiber sogenannte ­Regelenergie benötigen. Diese wird an einem separaten Regelenergie-Markt gehandelt, also nicht an der regulä­ ren Strombörse. Als Regelenergie gilt also nur Energie, die zum Ausgleich unvorher­sehbarer Schwankungen gebraucht wird. S SAIDI Der System Average Inter­ ruption Duration Index (SAIDI) ist ein Indikator für die Zuverlässigkeit der Energienetze. Er beschreibt die durch­ schnittliche ­Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher. Im Jahr 2016 lag der SAIDI-Wert in Frankfurt bei 6,06 Minuten (Bundes­ durchschnitt: 12,48 Minuten). Smart Meter Ein Smart Meter ist ein Zähler für Energie, zum Beispiel Strom oder Gas, der dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit anzeigt und in ein Kom­ munikationsnetz eingebunden ist. Spannungsebene Um elektrische Energie vom Energieversorger zum Endverbraucher zu übertragen, sind abgestufte Spannungsebenen notwen­ dig. Höchstspannung ab 150 Kilovolt (kV) dient zur überregionalen Energie­ übertragung. Hochspannung (60 kV bis 150 kV) wird für die überregionale und regionale Energieübertragung ­genutzt. In den regionalen und lokalen Verteilnetzen wird mit Mittelspannung von 1 kV bis 60 kV gearbeitet. Haus­ halte werden mit Niederspannung bis zu 1 kV versorgt. Strom zu Gas Mithilfe der System­ lösung Strom zu Gas kann Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff oder synthetisches Erdgas umgewandelt und im Erdgasnetz gespeichert wer­ den. Dies wäre eine Möglichkeit, um große Mengen Strom aus erneuerbaren ­Energien langfristig zu speichern. Die 1 64 ­ mwandlung von Strom in syntheti­ U sches Erdgas erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird Wasserstoff mittels ­Elektrolyse erzeugt, anschließend folgt die Methanisierung. T Transformator Ein Transformator ist ein zur Erhöhung oder Herabsetzung der elektrischen Spannung von Wech­ selströmen dienendes Gerät. Er besteht vorwiegend aus einer Primär- und einer Sekundärwicklung. Durch den fließenden Wechselstrom in der Primär­ wicklung wird in der Sekundärwicklung (Spule) Spannung erzeugt, die pro­ portional zum Verhältnis der Windungs­ zahlen ist. Dabei bleibt die Leistung gleich, sodass bei der Spannungser­ höhung auf der Sekundärseite ein gerin­ gerer Strom entnommen werden kann. U Umspannwerk Ein Umspannwerk ist eine elektrische Anlage, die zum Umspannen von elektrischem Strom dient. Sie wandelt die Wechselspannung von 380 kV beziehungsweise 220 kV auf 110 kV um. Mit diesen 110 kV er­ folgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken von 110 kV auf 20 kV. V Value at Risk Eine Value-at-Risk(VaR)-­ Analyse zeigt den aus Marktwert­ände­ rungen von Risikopositionen (Portfolios) resultierenden Verlust. Das von Mainova verwendete Konfidenzniveau von 99 % bei einer Haltedauer von fünf Tagen impliziert, dass mit einer Wahrschein­ lichkeit von 1 % der Portfolioverlust nach fünf Tagen größer sein wird als der Betrag des VaR. Versorgungssicherheit Als Versor­ gungssicherheit bezeichnet man den Anspruch des Kunden auf ununterbro­ chene Stromversorgung. Die Verantwor­ tungsbereiche für die Versorgung des Kunden mit Strom sind durch vertrag­ liche Regelungen zwischen Netzbetrei­ bern und Stromerzeugern festgelegt. Für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit die Versor­ gungssicherheit ist der Netzbetreiber zuständig. Virtuelles Kraftwerk Ein virtuelles Kraftwerk sieht dezentrale, jedoch mit­ einander vernetzte Energieversorgung vor. Dazu werden zum Beispiel kleine Brennstoffzellen-Einheiten zentral gesteuert. In der Summe soll dann die Wirkung eines Kraftwerks entstehen. W Weighted Average Cost of Capital (WACC) Der WACC ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (Eigen- und Fremdkapital) und findet Verwendung bei der Bestimmung der Mindestrendite für ­Investitionsprojekte und beim Werthaltigkeitstest. Die ­Eigenkapitalkosten ergeben sich aus einem risikolosen Basiszinssatz, einer Risikoprämie und dem Betafaktor. Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) Ein Werthaltigkeitstest wird grundsätz­ lich für jeden Vermögensgegenstand durchgeführt, sobald sich interne oder externe Anzeichen einer Wertminde­ rung ergeben. Für immaterielle und noch nicht nutzungsbereite immateri­ elle Vermögensgegenstände sowie den ­Geschäfts- oder Firmenwert muss zwin­ gend ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt werden, auch wenn keine Anzeichen einer Wertminderung vor­ liegen. Überschreitet der Buchwert den erzielbaren Betrag, so ist aufwandswirk­ sam eine Wertminderung zu buchen. MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N G LO S S A R G R A F I K - U N D TA B E LLE N VE R Z E IC H N IS GRAFIK- UND TABELLENVERZEICHNIS GRAFIKEN B G 01 G 02 G 03 G 04 G 05 G 06 G 07 G 08 G 09 G 10 G 11 G 12 G 13 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Segmentaufteilung nach Wertschöpfungsstufen................................................................................ Strategie 2028.................................................................................................................................. Nachhaltigkeitsmanagement............................................................................................................. Primärenergieverbrauch.................................................................................................................... Preisentwicklung Kohle und Rohöl.................................................................................................... Preisentwicklung Erdgas................................................................................................................... Preisentwicklung Emissionsrechte..................................................................................................... Preisentwicklung Strom.................................................................................................................... Margen in der Stromerzeugung......................................................................................................... Stromerzeugung............................................................................................................................... Wärme- / Kälteerzeugung.................................................................................................................. Energieeinsatz der Kraftwerke........................................................................................................... Risikomanagementsystem................................................................................................................ 27 28 29 33 34 35 35 35 35 37 37 37 44 TABELLEN B T 01 T 02 T 03 T 04 T 05 T 06 T 07 T 08 T 09 T 10 T 11 T 12 T 13 T 14 C T 15 T 16 T 17 T 18 T 19 T 20 T 21 T 22 T 23 T 24 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Absatz.............................................................................................................................................. Erzeugungsmengen.......................................................................................................................... Bereinigte Segmentergebnisse.......................................................................................................... Umsatzerlöse.................................................................................................................................... Bilanz (Kurzfassung).......................................................................................................................... Investitionen..................................................................................................................................... Kapitalflussrechnung......................................................................................................................... Erwartete Segmententwicklung......................................................................................................... Erwartete Investitionen...................................................................................................................... Gewinn- und Verlustrechnung der Mainova AG (Kurzfassung)............................................................ Segmentergebnisse der Mainova AG................................................................................................ Umsatzerlöse der Mainova AG.......................................................................................................... Bilanz der Mainova AG (Kurzfassung)................................................................................................ Kapitalflussrechnung der Mainova AG............................................................................................... 36 36 37 38 39 39 40 43 43 52 52 52 53 54 KONZERNABSCHLUSS Gewinn- und Verlustrechnung........................................................................................................... Gesamtergebnisrechnung................................................................................................................. Bilanz............................................................................................................................................... Eigenkapitalveränderungsrechnung................................................................................................... Kapitalflussrechnung......................................................................................................................... Nutzungsdauern der immateriellen Vermögenswerte......................................................................... Nutzungsdauern der Sachanlagen.................................................................................................... Parameter bei Werthaltigkeitsprüfungen von Equity-Beteiligungen..................................................... Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9.................................................................................. Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9 – Klassifizierung und Bewertung................................ MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 58 59 60 62 64 66 67 68 75 76 165 2 0 J A HR E MA I N O VA A G     ZUSAM M EN G EFASSTER LAG EBERICHT     KONZ ERNABSC H LUSS     ERGÄN ZEN D E IN FORMATION EN T 25 T 26 T 27 T 28 T 29 T 30 T 31 T 32 T 33 T 34 T 35 T 36 T 37 T 38 T 39 T 40 T 41 T 42 T 43 T 44 T 45 T 46 T 47 T 48 T 49 T 50 T 51 T 52 T 53 T 54 T 55 T 56 T 57 T 58 T 59 T 60 T 61 T 62 T 63 T 64 T 65 T 66 T 67 T 68 T 69 T 70 T 71 T 72 T 73 T 74 T 75 T 76 T 77 1 66 Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9 – Wertminderungen................................................... 77 Wertminderungsmatrix – Forderungen gegen Privat- und Kleingewerbekunden................................. 77 Wertminderungsmatrix – Forderungen gegen Geschäftskunden und Energiepartner.......................... 77 Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 15................................................................................ 78 Auswirkungen von IFRS 15 auf die Bilanz.......................................................................................... 79 Auswirkungen von IFRS 15 auf die Gewinn- und Verlustrechnung...................................................... 80 Kreis der einbezogenen Tochterunternehmen.................................................................................... 84 Zeitwerte der übertragenen Gegenleistungen.................................................................................... 84 Zum Erwerbszeitpunkt Angesetzte Vermögenswerte und Schulden................................................... 84 Geschäfts- oder Firmenwert bei Erstkonsolidierung........................................................................... 84 Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile.................................................................................. 85 Finanzinformationen für assoziierte Unternehmen.............................................................................. 86 Finanzinformationen für Gemeinschaftsunternehmen......................................................................... 87 Finanzinformationen für die Thüga Holding GmbH & Co. KG............................................................. 87 Sonstige betriebliche Erträge............................................................................................................ 89 Materialaufwand............................................................................................................................... 89 Personalaufwand.............................................................................................................................. 89 Sonstige betriebliche Aufwendungen................................................................................................ 90 Ergebnis aus Equity-Beteiligungen.................................................................................................... 90 Finanzerträge.................................................................................................................................... 91 Finanzaufwendungen........................................................................................................................ 91 Ertragsteuern.................................................................................................................................... 91 Aufteilung des Steueraufwands und -ertrags..................................................................................... 92 Überleitungsrechnung Ertragsteuern................................................................................................. 93 Entwicklung des Anlagevermögens................................................................................................... 94 Entwicklung des Buchwerts der Equity-Beteiligungen........................................................................ 96 Übrige finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte...................................................................... 97 Zusammensetzung aktivierter derivativer Finanzinstrumente.............................................................. 97 Vorräte............................................................................................................................................. 97 Bilanzausweis latenter Steuern.......................................................................................................... 98 Latente Steuern auf Verlustvorträge.................................................................................................. 99 Bestand Gewinnrücklagen............................................................................................................... 100 Veränderung Gewinnrücklagen........................................................................................................ 100 Finanzschulden................................................................................................................................ 101 Parameter der Pensionsrückstellungen............................................................................................ 102 Barwertentwicklung der Pensionsverpflichtung................................................................................. 102 Aufteilung des Barwerts der Pensionsverpflichtung........................................................................... 102 Sensitivitätsanalyse für den Barwert der Pensionsverpflichtungen..................................................... 103 Fälligkeitsprofil der Versorgungsleistungen........................................................................................ 103 Aufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen....................................................................... 103 Sonstige Rückstellungen.................................................................................................................. 104 Parameter der Rückstellungen für Altersteilzeit................................................................................. 104 Übrige finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten..................................................................... 105 Zusammensetzung passivierter derivativer Finanzinstrumente........................................................... 105 Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien................................................................................ 107 Buchwert der sonstigen Beteiligungen der Stufe 3........................................................................... 109 Übersicht Derivate........................................................................................................................... 109 Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden...................................................................... 110 Nettogewinne und -verluste von Finanzinstrumenten........................................................................ 110 Value at Risk für Preisrisiken aus Commodities................................................................................. 112 Wertberichtigungen auf Forderungen............................................................................................... 113 Risikoklassen................................................................................................................................... 114 Wertminderungsmatrix – Forderungen gegen Privat- und Kleingewerbekunden................................ 114 MAINO VA GESC H ÄFTSBERIC H T 2018 ERGÄN ZEN D E IN F ORM ATIONE N G R A F I K - U N D TA B E LLE N VE R Z E IC H N IS T 78 T 79 T 80 T 81 T 82 T 83 T 84 T 85 T 86 T 87 T 88 T 89 T 90 T 91 T 92 T 93 T 94 Wertminderungsmatrix – Forderungen gegen Geschäftskunden und Energiepartner......................... 114 Liquiditätsrisiko................................................................................................................................ 115 Segmentberichterstattung................................................................................................................ 116 Überleitung Segmentergebnis.......................................................................................................... 118 Änderungen der Finanzverbindlichkeiten.......................................................................................... 118 Ergebnis je Aktie.............................................................................................................................. 119 Eventualverbindlichkeiten................................................................................................................. 119 Finanzielle Verpflichtungen............................................................................................................... 120 Investitionen in Finanzierungsleasingverhältnisse.............................................................................. 120 Überleitungsrechnung Finanzierungsleasingverhältnisse................................................................... 121 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen.......................................................... 122 Bezüge des Vorstands (Gewährte Zuwendungen)............................................................................. 123 Bezüge des Vorstands (Zufluss)....................................................................................................... 124 Pensionsverpflichtungen für den Vorstand........................................................................................ 125 Vergütung des Aufsichtsrats............................................................................................................ 126 Honorare des Abschlussprüfers....................................................................................................... 127 Konsolidierungskreis und Anteilsbesitzliste des Mainova-Konzerns................................................... 128 MA I N OVA G E SCHÄ FTS B E R I C H T 2 0 1 8 167 IMPRESSUM Herausgeber Mainova AG Solmsstraße 38 60486 Frankfurt am Main Telefon 069 213-02 Telefax 069 213-81122 www.mainova.de Redaktion Konzernkommunikation Uwe Berlinghoff (Leiter Konzernkommunikation und Public Affairs) Ferdinand Huhle (Leiter Unternehmenskommunikation) Matthias Börner (Leiter Interne Kommunikation & Corporate Publishing) Jürgen Mai (Projektleitung) Ansprechpartner für Aktionäre Christian Rübig E-Mail: Investor-Relations@mainova.de Konzept, Gestaltung und Layout MPM Corporate Communication Solutions, Mainz, Düsseldorf www.mpm.de Fotografie Mainova-Archiv STORCH – Agentur für Pressefotografie Druck ZARBOCK Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main © Mainova AG 05 / 19 – 900 Mainova AG Solmsstraße 38 60486 Frankfurt am Main www.mainova.de
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.