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Eine Sommerwohnung in Schöneberg

Full text: Berliner Sommerwohnungen / Hopf, Albert (Public Domain)

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die Hühner Cier, als zum Essen? Willst Du Dir vielleicht 
'n Goldrahm drum machen lassen? 
Herr Bröseke (sehr verstimmt). Brama-Hühner, det 
sind ja gar nich so'ne Hühner wie andre Hühner, det sind -- 
det sind -- Brama-Hühner, die von die Braminen abstam- 
men in = Callefornien, oder in die Gegend da so rum, 
davon will i> mir ja 'ne Brut anlegen. 
Emilie (ihn streihelnd). Beruhige Dic< Väterchen, die 
Hühner werden ja mehr Eier legen. 
Herr Bröseke. Die Cier, die sie noH legen werden, 
det sind dom heute aber no<M ungelegte Eier, un um die 
bab' i> mir nie bekümmert. 
Mad Bröseke. Das Cisen steht auf den Tisch, nu 
komm ; unse Ziege hat heute beinah een ganzes Quart Milc< 
gegeben. 
Herr Bröseke (plötzlich wieder ho<h erfreut). Unse Ziege? 
-- Nu seh mal, in die Stadt wollte der Mederfritze partute- 
ment keene MilH geben. Da sieht man doch wieder, wie 
wohlthätig die Landluft uf Vieh und Menschen einwirkt. Es 
geht wirklich nisc<t über 'ne Sommerwohnung! (Er 
jebt sich an den mit Kartoffeln, Eiern, Butter, Schinken und 
Sallat besetzten Tisc<.) A<h wie das duftet! -- Hier kann 
man doch wenigstens ungestört seines Leibes pflegen, -- 
-- Wie Allens rings rum grünt und blüht, un dieses Kar- 
toffelkraut, wie gesund. =- Nee, es geht nisc<t über 'ne 
Sommerwohnung! (Man hört verworrene Stimmen, 
Lachen, Kreisc<en und Jodeln.) Nanu! = Was wird denn 
nanu 
(Ein ganzes Rudel Verwandte und Bekannte, Männer, Frauen 
und Kinder treten in den Garten.) 
Blechschmidt. Da is er ja. Hierher Kinder! Guten 
Abend oo<& Bröjseke. 
Kleisieb. Da kommen wir ja gerade zu rechter Zeit. 
Det Cssen is sc<on angericht't. 
Mad. Pieseke. Aljo hier haben sie sich niedergelassen, 
Sc<hwagerken? -- A< wie hübsch is et hier. Det riecht so 
re<ht nach Natur. -- 
Bröseke (tief aufseufzend.) I ja, et war vorhin recht 
hübsch hier.
	        
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