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4. Auf dem Potsdamer Bahnhofe

Full text: Die Dienstmänner von Berlin / Anders, N. J. (Public Domain)

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Bremse. Zu Befehl! (Geht s<nell ab.) 
Eine Dame (giebt Nischke Betten). Hier, tragen Sie 
das nac der Drosc<hke. Aber sehen Sie sich vor, daß der 
kleine Kerl nicht herausfällt. 
Nits<ke (in der Meinung, es liegt ein Kind in den 
Betten, s<meichelnd). Nee! Sen wahrer kleener Engel, jrade 
so hübsc< wie Sie scheene sind, Madam. Zs er s<on ent- 
wöhnt ? 
Die Dame. Unverschämter! Das ist ja mein Affen- 
Pinscher! 
Nits<ke. Een Affenpinsher! Nu bin i> um's Drink- 
geld. (Schlägt heimlih den Hund.) Warte Du Kröte! (Der 
Hund heult.) 
Die Dame. Das Thier schreit ja! 
6 Nits<ke. Des arme Vieh wird si< woll wo gebissen 
haben. 
(Die Dame nimmt Nits<ke die Betten ab, und steigt in eine 
für sie bereitstehende Drosc<ke.) 
Nits<ke. Madamken, binden Sie aber eenen Mantel 
um, sonst kriegt der Hund ven S<hnuppen. Et is heute warm 
draußen. Adje ooh! 
(Die Dame fährt fort.) 
Bremse (ruft den Herrn, für welhen er die Dros<hke 
holte). Nu kommen sie man! Der Kutscher wird gleich mit 
Ihnen abfahren. (Der Herr geht mit Bremse, wel<her das Ge- 
päd trägt, zur Droschke.) 
Bremse (zum Kutscher). So, nu fahre man zu! Nach 
die Krausenstraße in'n Löwen! Halt, noch Eens! (Zu dem Herrn.) 
A<h hören Sie mal, bester Herr! I> bin heute schon so ville 
geloofen un janz matt, haben Sie nich eenen Cigarro? 
Droschkenkuts<er. Nanu? Oo< no<! Ihr habt so 
shonst den janzen Tag Cigarren in'n Mund, wat jar keene 
Art nich is! 
Bremse. A<, die roo<hen wir ja in Dienst, daß sind 
ja die Probezijarren aus die großen Jeshäste, die uns die 
Kunden immer ausroo<hen lassen, weil et Ihnen zu starker 
Tabac is! 
Der Herr (lä<helnd). Na hier haben Sie eine Cigarre. 
(Zum Kutscher.) Und Sie auc<. Aber nun fahren Sie schnell. 
(Die Drosc<hke fährt ab.) 
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