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Bei'm Corso

Full text: Herr Nuselich auf dem Corso / Baux, Julien Raymond de (Public Domain)

Bügelmeier. Schlimmsten Falls, wenn se uns nich wie- 
dersinden, wissen se doH, daß wir bei Schwendy in de Zelten 
ee: Seldel drinken wollten, da kommen se schon hin. 
Nuselic, Da jeh' ib mit, obgleih mir een richt'ger 
Kümmel lieber wäre, --- i> weeß jarnich, mir is janz slau. 
Bügelmeier. Wenn de man hier rückwärts könntest, -- 
da hinten stehen überall Leute mit verschiedene Sorten, 
Nuseli<. Es würde mich sehr wohlthun! -- 
Frau Bügelmeier. Da kommt 'ne adlige Familie an- 
gefahren, die man des schon ansieht. Der Graubart mit's Eiserne 
ins Knopploc<h und die hohe Binde, des i8 jewiß een Jeneral 
gewesen, =- seine Frau mit eene jraue Lo>e an jede Seite is 
zwar een Bisken verfallen in's Jesichte, aber, weeß Jott, sie sicht 
nobel aus, und die Hand, wo se den Fächer mit hält, is knapp 
so breit wie mein Daum; die beeden Döchter rückwärts haben 
zwar keene Coleur und sien ovo< sehr jrade, aber in den Pli 
18 was, es is merkwürdig! Selbst der kleene Cadeit uss'n Bo> 
mit's Milchjesichte, hat s<on 'ne Taille wie 'ne jeborune Jarde. 
Bügelmeier, Se kriegen oo<h de feinsten Blumen von 
de Offeziere mit'n großen Respekt, aber nischtdestoweniger den- 
no< müssen se vielleicht alte Jungfern werden, weil se nich Jeld 
jenung haben. 
vb Trau Bügelmeier. Die Fräuleins können Einem Leid 
un! = 
Nuselich (der in letzter Zeit sehr unruhig stand, angstvoll 
umherstierte und häufig die Farbe wechselte). Cutschuldigen Sie, 
Madam, -- bin jleich wieder da -- muß eenen Kümmel -- 
Meine Herren, lassen Sie mir dur<! (ex vers<windet. Alle 
lachen ihm nach.) 
Frau Bügelmeier. Nanu? -- Der hatte ja 'ne orndt- 
liche Todesangst. 
Bügelmeier. Ja, -- er schien es sehr eilig zu haben. 
(Die Umstehenden lachen.) 
(Eine Dame mit Dienerschaft fährt vorüber: Allgemeines 
Grüßen, die Reiter machen Front.) 
Ein Fremder. Wer mag diese Dame sein? 
Frau Bügelmeier. Na, des sieht man doch jleih! Des 
is unsre Victorie, de Kronprinzessin (sie knixt sehr tiej). Een zu 
liebet Jesichte, so offen un so jut! Sehre schade, daß se ihre 
1“
	        
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