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Auf dem Halteplatz

Full text: Die Droschkenkutscher von Berlin / Linderer, Robert (Public Domain)

Auf dem Halteplaß. 
In einer weniger belebten Querstraße hält mit der Tete nach 
der Hauptstraße eine Reihe von Droschken. Von sämmtlichen 
Kutschern befindet sich laut dem Reglement nur der von der ersten 
Dros<<ke auf dem Bode, die übrigen, unter diesen sind Bittermacher, 
Sc<naub, Laake, in einer Gruppe beisammen. Andere wieder sien 
in ihrer Droschke, da gerade Mittagszeit, ihr Mittagbrod ver- 
zehrend, wie z. B. Knollig, dem seine Frau, ein Kind auf dem 
Arme tragend, so eben sein Essen gebracht bat. 
S<hnaub (zu Bittermacher, der eben einen gehörigen Zug 
aus seiner Shnapsflasche thut) Hurrjeh, August, des is wieder 
keen schlechter Zug! 
Bittermac<her. Was denn? War man een janz kleener 
Extrazug na<y Nordhausen. 
Laake. Weeßte nicht, daß der Trunk een Laster is? 
Bittermacher. O ja, aber een schönes! 
Sc<hnaub. Pfui, schäme dir, wer wird fortwährend Küm- 
mel trinken. 
ß ittermacer. Wie Du siehst, trinke ih ooF Nord- 
äuser! 
Eine sehr korpulente Dame (in die erste Droschke 
steigend). Nach der Klosterstraße ! 
Kutscher (sie betrachtend). Entschuldigen Sie, Madam- 
ken, soll i> Ihnen uf eenmal hinfahren oder vorläufig blos 
die Hälfte? 
Die Dame. Machen Sie s<nell, ih habe Eile! 
Kutscher (sein Pferd antreibend). Na denn man Hut! 
(Fährt ab, das Pferd setzt sich in einen schnellen Trab.) 
Die Dame. Um Gottes willen, das Pferd geht ja durch! 
Kutsc<er. I ängstigen Sie sich nicht, Madamken, mein 
Pferd kenne i> besser, det is nisc<t wie Verstellung! 
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