Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364606
Path:
Nachhaltige Lösungen
für Generationen.
Unser Antrieb.
Unsere Energie.

Integrierter Geschäftsbericht 2018

Integrierter VERBUND-Geschäftsbericht
Im vorliegenden Bericht fassen wir unsere
jährliche Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammen.
Wie nutze ich den Bericht?
Die Informationen in diesem Integrierten Bericht
fokussieren auf wesentliche Aspekte in den
Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales.
Ergänzende Informationen zu den hier
dargestellten Inhalten finden sich
• im „Disclosures on Management Approach“
(DMA) auf www.verbund.com >
Investor Relations > Finanzpublikationen,
• im GRI Content Index auf www.verbund.com >
Über VERBUND > Verantwortung >
Nichtfinanzielle Informationen,
• im NFI-Download auf www.verbund.com >
Über VERBUND > Verantwortung >
Nichtfinanzielle Informationen und
• an anderen Stellen im Web, auf die gesondert
verwiesen wird.

Gestaltungskonzept Diagramme und Tabellen
Säulen-/Balkenbreite
Breite Säulen oder Balken stellen
physisch zählbare Messgrößen dar.
Beispiele: MW, GWh, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
Mittelbreite Säulen oder Balken stellen
aggregierte Werte dar.
Beispiele: Tsd. €, Mio. €, Mrd. €
Schmale Säulen oder Balken stellen
Werte in Euro pro Einheit dar.
Beispiele: €/Aktie, €/MWh
Linien oder Punktlinien stellen Anteile,
Quotienten oder Indizes dar.
Beispiele: Dividendenrendite in %,
Aktienkurs indexiert, BIP-Wachstum in %
Farben

GRI-Indikatoren, SDGs und TCFD in der Marginalie
weisen auf entsprechende Inhalte im Text hin.

Aktuelles Jahr

Der Integrierte Geschäftsbericht steht Ihnen
unter www.verbund.com > Investor Relations >
Finanzpublikationen auch online zur Verfügung.

Vorjahre

Bei der Summierung gerundeter Beträge
und bei der Ermittlung von Prozentangaben
können durch die Verwendung automatischer
Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Hervorhebung

Neutral

Planwerte
VERBUND

VERBUND ist die Gleichbehandlung von Frauen
und Männern ein wichtiges Anliegen. In diesem
Bericht werden daher wesentliche Teile geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit
wird an anderen Stellen des Berichts nur die
männliche Form angeführt, stets sind aber Männer
wie Frauen angesprochen

Fünf-Jahres-Vergleich
Wirtschaft
Umsatzerlöse

1

Einheit

20144

2015

2016

2017

2018

Mio. €

2.880,4

2.969,6

2.795,9

2.913,2

2.847,9

EBITDA

Mio. €

808,8

888,7

1.044,2

922,3

864,2

Bereinigtes EBITDA2

Mio. €

889,6

838,8

894,5

899,7

863,5

Operatives Ergebnis (EBIT)

Mio. €

384,4

410,6

615,1

400,1

655,1

Operatives Ergebnis vor
Werthaltigkeitsprüfungen

Mio. €

423,5

528,6

704,9

581,0

536,9

Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht
fortzuführenden Aktivitäten3

Mio. €

25,1

–

–

–

–

Konzernergebnis

Mio. €

126,1

207,7

424,4

301,4

433,2

Bereinigtes Konzernergebnis2

Mio. €

216,0

268,9

325,9

354,5

342,2

Bilanzsumme

Mio. €

12.247,3

11.763,0

11.538,2

11.283,6

11.704,8

Eigenkapital

Mio. €

5.280,5

5.433,3

5.529,5

5.690,8

5.941,0

Nettoverschuldung (Net Debt)

Mio. €

4.059,6

3.685,4

3.221,7

2.843,8

2.560,7

Zugänge zum Sachanlagevermögen

Mio. €

412,3

269,3

255,3

231,0

292,5

Cashflow aus operativer Tätigkeit

Mio. €

717,6

674,0

804,3

640,6

664,1

Free Cashflow vor Dividende

Mio. €

284,7

551,4

580,7

416,1

415,3

Free Cashflow nach Dividende

Mio. €

– 133,6

392,7

415,7

293,5

237,2

EBITDA-Marge1

%

28,1

29,9

37,3

31,7

30,3

EBIT-Marge1

%

13,3

13,8

22,0

13,7

23,0

Return on Capital Employed (ROCE)

%

3,2

3,9

5,7

4,2

6,1

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

%

3,3

4,7

8,4

5,4

8,2

Eigenkapitalquote (bereinigt)

%

44,7

48,2

50,0

52,4

52,7

Nettoverschuldungsgrad

%

76,9

67,8

58,3

50,0

43,1

Net Debt/EBITDA

X

5,0

4,1

3,1

3,1

3,0

FFO/Net Debt (Net Debt Coverage)

%

18,2

23,9

32,1

30,0

28,7

Gross Debt Coverage (FFO)

%

16,1

22,8

30,4

28,1

25,7

Gross Interest Cover (FFO)

X

2,8

5,2

8,7

8,1

7,3

Schlusskurs

€

15,30

11,86

15,18

20,15

37,24

Marktkapitalisierung

Mio. €

5.313,7

4.120,4

5.272,0

6.998,7

12.937,8

Ergebnis je Aktie

€

0,36

0,60

1,22

0,87

1,25

Cashflow je Aktie

€

2,07

1,94

2,32

1,84

1,91

Buchwert je Aktie5

€

13,26

13,75

14,05

14,58

15,27

Kurs/Gewinn-Verhältnis (Ultimo)

X

42,14

19,83

12,42

23,22

29,87

Kurs/Cashflow-Verhältnis

X

7,41

6,11

6,55

10,93

19,48

Kurs/Buchwert-Verhältnis5

X

1,15

0,86

1,08

1,38

2,44

(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie

€

0,29

0,35

0,29

0,42

0,42

Dividendenrendite

%

1,9

3,0

1,9

2,1

1,1

Ausschüttungsquote vom Konzernergebnis

%

79,9

58,5

23,7

48,4

33,7

Entity Value/EBITDA

X

Ø Betriebswirtschaftlicher Personalstand
Stromabsatz

GWh

Erzeugungskoeffizient (Wasser)
1

11,6

8,8

8,1

10,7

17,9

3.245

3.089

2.923

2.819

2.742

50.823

51.375

55.189

58.518

58.908

1,02

0,93

1,00

0,99

0,94

2

3

Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2015 gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1.1.2014 retrospektiv angepasst. // bereinigt um außergewöhnliche Effekte // Das Ergebnis nach Ertragsteuern aus

nicht fortzuführenden Aktivitäten entspricht dem Ergebnis nach Ertragsteuern, das den als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuften französischen Beteiligungen Pont-sur-Sambre Power S.A.S. und
Toul Power S.A.S. bis zur Entkonsolidierung am 13.10.2014 zuzurechnen war. // 4 Für die Berechnung der Kennzahlen wurde das Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten
miteinbezogen. // 5 Die Berechnung wurde im Geschäftsjahr 2017 gemäß IAS 8 retrospektiv angepasst.

Umwelt
Erzeugung Wasserkraft

1

Einheit

2014

2015

2016

2017

2018
28.684

GWh

31.188

28.098

29.809

29.687

Erzeugung Windkraft

GWh

8112

8822

8352

952

834

Erzeugung Wärmekraft

GWh

2.031

2.259

1.351

2.227

1.611

%

94

93

96

93

95

g CO2e/kWh

52

56

31

41

34

25.921

24.167

25.457

23.666

22.411

92

93

93

100

100

Anteil erneuerbare Erzeugung
Spezifische THG-Emissionen
(Scope 1/Gesamtstromerzeugung)3
Emissionsvermeidung durch Erzeugung
aus erneuerbaren Energieträgern4

kt CO2

Anteil ISO-14001- und
EMAS-zertifizierte Standorte5

%

Soziales
Einheit

2014

2015

2016

2017

2018

Arbeitsrechtlicher Personalstand6

Personen

3.265

3.098

2.952

2.819

2.784

Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in7

Stunden

29,6

33,6

35,2

36,0

33,6

Lost Time Injury Frequency (LTIF)8

Anzahl

11,5

11,9

8,9

10,1

5,4

%

17,8

17,8

17,5

17,5

17,6

Jahre

17,0

19,2

18,9

18,8

18,1

%

2,7

2,7

2,7

2,8

2,1

Frauenanteil
Durchschnittliche Dauer der
Unternehmenszugehörigkeit9
Fluktuationsrate10
1

inkl. Bezugsrechten // 2 inklusive der bis zum Verkauf zur Verfügung gestandenen Photovoltaikerzeugung in Spanien (Verkauf erfolgte Mitte Dezember 2016) // 3 Gesamtstromerzeugung inkl. Bezugsrechten ohne

Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme. Vorläufige Daten vor Prüfung // 4 Berechnung anhand des Anteils thermischer Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix // 5 Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften,
ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit <51 % VERBUND-Anteil, bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen
wird; Stand zum 31.12. des Jahres // 6 per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Altersteilzeit // 7 inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und
Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen // 8 Anzahl Arbeitsunfälle ab dem ersten Krankentag, bezogen auf eine Million Arbeitsstunden ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern. Die Grundlage
für die Berechnung der Arbeitsstunden wird ab 2017 mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr (vorher 1.618) branchenweit festgelegt, 2018 erstmals inkl. Fremdfirmen. // 9 Änderung der Berechnungsmethodik im Jahr
2016: Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern
berücksichtigt. // 10 ohne Pensionierungen, inkl. Abgängen in der Probezeit

GRI 102-7

Basisinformationen

Kapitalmarktkalender 2019

Grundkapital (€)

347.415.686

Termin

Aktien (Stück)

347.415.686

Jahresergebnis 2018

13.3.2019

Veröffentlichung Integrierter Geschäftsbericht

13.3.2019

Nachweisstichtag Hauptversammlung

20.4.2019

Hauptversammlung

30.4.2019

Börsennotierung
Wien

VER

Ex-Dividendentag
Informationssysteme

Nachweisstichtag Dividenden

Bloomberg

VER AV

Dividendenzahltag

Reuters

VERB.VI

Zwischenbericht Quartal 1/2019

ISIN

AT0000746409

Datum

7.5.2019
8.5.2019
20.5.2019
8.5.2019

Zwischenbericht Quartale 1– 2/2019

1.8.2019

Zwischenbericht Quartale 1– 3/2019

6.11.2019

VERBUND
Integrierter Geschäftsbericht 2018

Inhalt
Zum integrierten Bericht .............................................................................................................................................................. 7
Vorwort des Vorstands ................................................................................................................................................................... 9
Bericht des Aufsichtsrats ............................................................................................................................................................. 12
Unternehmen und Strategie ...................................................................................................................................................... 16
Integrierte VERBUND-Unternehmensstrategie ....................................................................................................... 18
Unternehmensziele .............................................................................................................................................................. 19
Investor Relations........................................................................................................................................................................... 21
Konsolidierter Corporate Governance Bericht......................................................................................... 25
Konzernlagebericht............................................................................................................................... ................... 46
Rahmenbedingungen................................................................................................................................................................... 47
Finanzen............................................................................................................................................................................................. 57
Segmentbericht ............................................................................................................................................................................... 72
Erneuerbare Erzeugung ..................................................................................................................................................... 72
Absatz ......................................................................................................................................................................................... 80
Netz ............................................................................................................................................................................................. 88
Alle sonstigen Segmente .................................................................................................................................................... 96
Chancen- und Risikomanagement ...................................................................................................................................... 102
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem ....................................................................................................... 109
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital .................................................................................................................. 110
Innovation, Forschung und Entwicklung .......................................................................................................................... 112
Ausblick ........................................................................................................................................................................................... 116
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag .................................................................................................................................... 118
Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) .............................................................. 119
Wesentlichkeit und Stakeholder-Dialog ............................................................................................................................ 121
Compliance ................................................................................................................................................................................... 130
Umwelt ............................................................................................................................................................................................ 133
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung....................................................... 140
Menschenrechte .......................................................................................................................................................................... 154
Lieferkette ....................................................................................................................................................................................... 156
Unabhängiger Prüfungsbericht ............................................................................................................................................. 159
Konzernabschluss .............................................................................................................................. .................. 162
Gewinn- und Verlustrechnung ............................................................................................................................................
Gesamtergebnisrechnung .....................................................................................................................................................
Bilanz ..............................................................................................................................................................................................
Entwicklung des Eigenkapitals ............................................................................................................................................
Geldflussrechnung ...................................................................................................................................................................
Anhang ..........................................................................................................................................................................................
Bestätigungsvermerk ...............................................................................................................................................................
VERBUND-Kraftwerke und APG-Netzanlagen
Glossar

163
164
165
166
168
170
283

.....................................................................................

289

.............................................................................................................................. ........................................

293

6

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Zum integrierten Bericht

7

Zum integrierten Bericht
Der vorliegende Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht enthält den VERBUND-Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr 2018, den konsolidierten Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) sowie
den VERBUND-Konzernabschluss inkl. Anhang. Die Prinzipien des fairen Wirtschaftens von VERBUND
werden im Corporate Governance Bericht angeführt. Damit umfasst dieser Integrierte Geschäftsbericht
nicht nur die wirtschaftlichen und rechtlichen Informationen des Konzerns, sondern auch die darüber
hinausgehenden Aspekte der Nachhaltigkeit und ordentlichen Geschäftsgebarung.
Im Bericht sind die Aktivitäten aller Gesellschaften, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind,
enthalten. Dies gilt auch für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Veränderungen innerhalb der
Berichterstattung im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode sind in den jeweiligen Kapiteln angeführt.
Wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen werden ebenfalls dargestellt, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben.
Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das abgeschlossene Kalenderjahr 2018. Der aktuellste vorausgehende Bericht über das Jahr 2017 erschien am 14. März 2018. Um die Aktualität zu gewährleisten,
wird über besondere Ereignisse bei VERBUND nach dem 31. Dezember 2018 bis zur Freigabe zur Veröffentlichung am 14. Februar 2019 ebenfalls berichtet. Ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und auf unserer
Webseite unter www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen.

GRI 102-46
GRI 102-48

GRI 102-50
GRI 102-51
GRI 102-52

Stakeholder-Interessen im Mittelpunkt der integrierten Berichterstattung

Unterschiedlichen Informationsansprüchen von Investoren, Eigentümern, Kunden, Mitarbeitern und
weiteren Interessengruppen entsprechen wir mit den jeweils wesentlichen Inhalten, die wir in der
VERBUND-Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst haben. Die Nachhaltigkeitsbeiträge für den Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht werden jährlich auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse nach den Vorgaben
der Global Reporting Initiative (GRI), der VERBUND-internen Medienanalyse und wichtiger Themen aus
den Stakeholder-Dialogen festgelegt.

Die Wesentlichkeitsanalyse ist im Kapitel
„Wesentlichkeit und
Stakeholder-Dialog“
dargestellt

Berichterstattung gemäß dem österreichischen Nachhaltigkeits- und
Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG)

Entsprechend der EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller sowie die Diversität betreffender Informationen (NFI-Richtlinie) und deren Umsetzung in das österreichische Nachhaltigkeitsund Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) haben wir die geforderten Informationen im Kapitel
„Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht)“ in diesem Integrierten Geschäftsbericht
zusammengefasst. Diese umfassen insbesondere Umweltbelange, Sozial- und Arbeitnehmerbelange,
die Wahrung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption.
Der Abschlussprüfer prüft die Vollständigkeit des NFI-Berichts und hält das Ergebnis in einem unabhängigen Prüfungsbericht fest, der dem Aufsichtsrat im Anschluss vorgelegt wird.
Der Aufsichtsrat prüft den NFI-Bericht und berichtet darüber in der auf das Berichtsjahr folgenden
Hauptversammlung.

GRI 102-32

Standards und Richtlinien

Alle Daten und Berechnungsgrundlagen dieses Integrierten Geschäftsberichts sind an nationalen und
internationalen Standards sowie Leitlinien der Finanz- (u. a. den Rechnungslegungsstandards IFRS)
und der Nachhaltigkeitsberichterstattung (den Global Reporting Initiative Standards und den G4 Sector

GRI 102-54
GRI 102-55

8

Disclosures „Electric Utilities“) ausgerichtet. Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den GRIStandards 2016: Option Kern, erstellt. Der aktuelle GRI-Inhaltsindex ist auf der VERBUND-Webseite
einsehbar.
Die bei der Berechnung von Kennzahlen verwendeten Methoden, Standards und (Umrechnungs-)
Faktoren sowie die getroffenen Annahmen können jederzeit im Unternehmen in den Bereichen
Investor Relations und Nachhaltigkeit nachgefragt werden.
In der Marginalie dieses Berichts haben wir neben den Hinweisen auf die GRI-Angaben auch unsere
Beiträge zu den jeweiligen Sustainable Development Goals (SDGs), den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN, angeführt. Außerdem weisen wir dort auf jene Inhalte hin, mit denen wir den Empfehlungen der Task Force on Climate–related Financial Disclosures (TCFD) im Hinblick auf klimabezogene
finanzielle Risiken folgen.

VERBUND ist Unterzeichner des UN Global Compact und unterstützt die Agenda 2030 für nachhaltige
Entwicklung der Vereinten Nationen. Dieser Integrierte Geschäftsbericht ist zugleich unser Fortschrittsbericht zum UN Global Compact (Communication on Progress).

Externe Prüfung
GRI 102-56
Siehe Unabhängiger
Prüfungsbericht und
Bestätigungsvermerk

Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der NFI-Bericht werden einer ganzheitlichen
externen Prüfung durch den unabhängigen Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
unterzogen.
Sprachliche Gleichbehandlung

ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen. In diesem Bericht
werden daher wesentliche Teile – wie beispielsweise jene, die die VERBUND-Mitarbeiterinnen und
-Mitarbeiter betreffen – geschlechtergerecht formuliert. Aus Gründen der Lesbarkeit wird an anderen
Stellen des Berichts nur die männliche Form angeführt. Stets sind aber Männer wie Frauen gemeint.
VERBUND

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Vorwort des Vorstands

9

Vorwort des Vorstands
Geschätzte Damen und Herren!
In den vergangenen Jahren setzten wir zahlreiche Maßnahmen, um unser Kerngeschäft zu stärken und
die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens in einem volatilen energiewirtschaftlichen Umfeld zu
verbessern. Wir bereinigten unsere Auslandsbeteiligungen und sanierten erfolgreich unseren thermischen Kraftwerkspark. Durch die Umsetzung mehrerer Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme bzw. durch die Anpassung unseres Investitionsprogramms konnten wir einerseits die Kosten stark reduzieren und andererseits die Entschuldung unseres Unternehmens vorantreiben. So verfügt VERBUND heute über eine solide Kapitalstruktur und eine hohe strategische Flexibilität, um zukünftig Wachstumschancen wahrzunehmen.
Positive energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedin-

gungen für unseren Konzern entwickelten sich im Gesamtjahr 2018 positiv. Unter anderem setzte sich
die in 2017 begonnene Erholung der Großhandelspreise für Strom in Europa weiter fort. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate. Von diesem günstigen
Marktumfeld profitierte VERBUND mit seiner kostengünstigen, umweltfreundlichen Stromerzeugung.
Unser Unternehmen verfügt in einem zunehmend volatil gewordenen gesamteuropäischen Energiesystem mit seinen Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken sowie den thermischen Kraftwerken in
Mellach über flexible Erzeugungseinheiten, um die Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen
zu können.
Ratingagenturen und Kapitalmarkt honorierten gesetzte Maßnahmen. Die gesetzten Maßnahmen und das verbesserte energiewirtschaftliche Umfeld wurden am Kapitalmarkt und von den Ratingagenturen positiv bewertet. Dies führte im September 2018 zu zwei Ratingverbesserungen für die
VERBUND AG. Moody’s Investors Service erhöhte sein Rating von „Baa2/positive outlook“ auf
„Baa1/positive outlook“. Standard & Poor’s (S&P) hob sein Rating für die VERBUND AG von
„BBB+/stable outlook“ auf „A-/stable outlook“ an. Damit zählt VERBUND wieder zu den am besten bewerteten Versorgern in Europa. Auch der Aktienmarkt honorierte die positive Entwicklung von VERBUND
im vergangenen Jahr. So stieg der Aktienkurs von VERBUND im Jahr 2018 um 84,9 %. Damit war unsere
Aktie in einem schwierigen Aktienjahr der Top-Performer im österreichischen Börseindex ATX
(Gesamtjahresentwicklung – 19,7 %) bzw. auch im europäischen Versorgerindex DJ STOXX Utilities
(Gesamtjahresentwicklung – 2,1 %).
Hohe strategische Bedeutung des Kerngeschäfts. Im Jahr 2018 stärkten wir die strategische Basis

für die Nutzung von Potenzialen unseres Unternehmens in der Zukunft. So werden wir unser Kerngeschäft in den kommenden Jahren unter anderem durch weitere Investitionen in unsere Wasserkraftwerke und in neue Erneuerbare stärken sowie den Netzausbau forcieren. Das aktuell vorgesehene Investitionsprogramm wird dafür erhöht. Im Handel werden wir die Stärkung der Grünstromvermarktung
vorantreiben. Die Vermarktung innovativer Flexibilitätsprodukte steht ebenfalls im Fokus der zukünftigen VERBUND-Aktivitäten. Neue Geschäftsaktivitäten insbesondere im Bereich der innovativen Dienstleistungen für (Groß-)Kunden stehen ebenfalls am Plan, um den sich verändernden Kundenbedürfnissen zu entsprechen.

GRI 102-14

10

Zusätzliche Tätigkeitsfelder von VERBUND werden Zukunftsthemen wie beispielsweise der Einsatz von
neuen Energiespeichertechnologien sein. Wenn angesichts des steigenden Strombedarfs die Dekarbonisierung vorangetrieben und die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden soll, braucht es wirtschaftliche Energiespeicher. Der grüne Wasserstoff leistet dahingehend ebenfalls einen wesentlichen
Beitrag. Zu Beginn des zweiten Quartals 2018 haben wir in diesem Zusammenhang u. a. mit dem Bau
einer der weltweit größten Wasserstoffpilotanlagen vom Projektkonsortium H2FUTURE am
voestalpine-Standort Linz begonnen.
Digitalisierung gewinnt stark an Bedeutung. Für die Energiezukunft spielt auch die Digitalisierung

eine wichtige Rolle und zählt zu den Kernthemen von VERBUND. In diesem Zusammenhang startete
im ersten Halbjahr 2018 sein Programm „Hydropower 4.0 – Digitales Wasserkraftwerk“.
VERBUND
prüft hierbei alle Möglichkeiten, bestehende oder noch zu entwickelnde
digitale Hilfsmethoden bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft einzusetzen. VERBUND konnte zudem
mit seinem eigenentwickelten Businesskundenportal VISION ein gelungenes Beispiel für die Transformation bestehender Prozesse durch Digitalisierung in eine konkrete, innovative Anwendung mit
unmittelbarem Kundennutzen präsentieren.
VERBUND

Globale Meilensteine bei grünen Finanzprodukten. Die Klimastrategie der österreichischen Bun-

desregierung sieht den weiteren Ausbau erneuerbarer Energieformen bis 2030 vor. Diesen Weg unterstützen wir mit unserem nachhaltigen Portfolio als einer der führenden Stromerzeuger aus erneuerbaren Energien in Europa und als Partner der Energiewende. Die Verantwortung gegenüber dem
Klimaschutz und der Bevölkerung ist für uns seit Jahrzehnten mehr als ein Schlagwort. Die nachhaltige
Finanzierung von VERBUND passt hier perfekt ins Bild. So haben wir im Quartal 1/2018 als erstes Unternehmen weltweit einen grünen Schuldschein über eine vollintegrierte, digitale Emissionsplattform
begeben. Diese Transaktion umfasste ein Volumen von 100 Mio. € bei einer Laufzeit von zehn Jahren.
Im Dezember 2018 folgte die Platzierung des ersten rein nach Nachhaltigkeitskriterien bewerteten
syndizierten Kredits in Höhe von 500 Mio. € durch VERBUND. Es handelt sich dabei um den ersten Kredit
weltweit, dessen Zinssatz über die gesamte Laufzeit nicht mehr nach dem Finanzrating, sondern nach
dem Nachhaltigkeitsrating bestimmt wird. Bereits im Jahr 2014 haben wir den ersten Green Bond eines
Unternehmens im deutschsprachigen Raum in Höhe von 500 Mio. € am Markt platziert.
Ergebnisentwicklung. Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2018 zeigt im Vergleich zum

Vorjahr einen Rückgang im EBITDA von 6,3 % auf 864,2 Mio. € und im Konzernergebnis einen Anstieg
von 43,7 % auf 433,2 Mio. €. Die Ergebnisse – insbesondere das Konzernergebnis – waren jedoch sowohl
in der aktuellen Berichtsperiode als auch im Vorjahr stark von Einmaleffekten beeinflusst. Im Jahr 2018
resultierten diese Effekte insbesondere aus Wertaufholungen im Wasserkraftbereich in Österreich und
Deutschland sowie im Windkraftbereich in Rumänien. Bereinigt um Einmaleffekte sank das EBITDA
um 4,0 % auf 863,5 Mio. €, das Konzernergebnis verringerte sich um 3,5 % auf 342,2 Mio. €. Diese Entwicklung ist unter anderem auf eine schwächere Wasserführung im Berichtsjahr 2018 zurückzuführen.
Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,94 um 5 Prozentpunkte unter dem
Vergleichswert des Vorjahrs und um 6 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Bemerkenswert war dabei die extrem niedrige Wasserführung in den Quartalen 3 und 4/2018 mit einem
Erzeugungskoeffizienten von 0,74 bzw. 0,86. Negativ wirkten darüber hinaus die geringeren Erlöse aus
Flexibilitätsprodukten. Auch der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Vorwort des Vorstands

aus Wasserkraft war mit 29,3 €/MWh etwas niedriger als im Vorjahr (2017: 30,4 €/MWh). Positiv wirkten
hingegen ein höherer Ergebnisbeitrag aus dem Segment Netz sowie die Erfolge aus den Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen der letzten Jahre.
Dividende. Bei der Hauptversammlung am 30. April 2019 werden wir für das Geschäftsjahr 2018 eine

Dividende von 0,42 € pro Aktie vorschlagen. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das bereinigte
Konzernergebnis, beträgt 2018 somit 42,6 % (bezogen auf das berichtete Konzernergebnis 33,7 %).
Unser großer Dank gilt allen unseren Kundinnen und Kunden sowie allen unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern, unseren Investoren, unseren Lieferanten und unseren Kooperationspartnern.
Lassen Sie uns gemeinsam an neuen nachhaltigen Lösungen für Generationen arbeiten!
CO2-freie Stromerzeugung – unser Antrieb, unsere Energie.

11

12

Bericht des Aufsichtsrats
VERBUND,

Österreichs führendem Stromunternehmen, gelang es auch im Geschäftsjahr 2018, die
profitable und nachhaltige Entwicklung fortzusetzen und trotz weiterhin volatiler Marktbedingungen und
einer schlechten Wasserführung erneut ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Der Aufsichtsrat hat diese
positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt.

GRI 102-26

Erfüllung der Aufgaben. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 in sechs Plenarsitzungen die ihm
nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die
Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 91 %. Der Vorsitzende hat zudem regelmäßig in
wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Aufsichtsrat
wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung und über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen
Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich
informiert.
Der Aufsichtsrat hat entsprechend der Berichterstattung des Vorstands dessen Geschäftsführung
überwacht. Die Kontrolle fand in einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und
Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat hat sich dabei insbesondere mit der Struktur, den Geschäftsprozessen und der Strategie des Unternehmens auseinandergesetzt. Im Zuge dessen hat er den laufenden Strategieprozess vorangetrieben und eine Neufassung der Geschäftsordnungen für Vorstand und
Aufsichtsrat beschlossen. Die wesentlichen Beschlussfassungen des Aufsichtsrats sind im konsolidierten Corporate Governance Bericht 2018 dargestellt. Zwischen den Sitzungen gab es regelmäßig
Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Mitgliedern des Vorstands, insbesondere dem
Vorstandsvorsitzenden.
Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat. Unter den wichtigsten Entscheidungen des Auf-

sichtsrats im Berichtsjahr ist neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des
Konzernbudgets insbesondere die Bestellung bzw. Wiederbestellung des Vorstands hervorzuheben. Der
Aufsichtsrat verlängerte die Vorstandsfunktionen von Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber als CEO und
Dr. Peter Kollmann als CFO. Gleichzeitig bestellte er mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 Mag. Dr. Michael
Strugl zum Mitglied und Vorsitzenden-Stellvertreter des Vorstands und Mag. Dr. Achim Kaspar zum
Mitglied des Vorstands. Dr. Johann Sereinig und Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner schieden per
31. Dezember 2018 aus dem Vorstand aus und traten in den Ruhestand. Der Aufsichtsrat dankt
Dr. Johann Sereinig und Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner für ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit im
Vorstand.
Auch im Aufsichtsrat kam es zu zwei personellen Änderungen: In der o. HV am 23. April 2018 wurde
anstelle von Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr als Kapitalvertreter Mag. Stefan Szyszkowitz in den Aufsichtsrat
gewählt. Bei den Arbeitnehmervertretern wurde Doris Dangl mit Wirkung vom 5. April 2018 anstelle
von Anton Aichinger in den Aufsichtsrat entsendet.
Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats. Als eines der führenden börsen-

notierten Unternehmen bekannte sich VERBUND schon früh zur Einhaltung des Österreichischen
Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex verpflichtet und ist bestrebt, den
Bestimmungen, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden die
Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst
betreffen, grundsätzlich eingehalten.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Bericht des Aufsichtsrats

Gemäß der Anforderung des Kodex (Regel 36) führte der Aufsichtsrat im Berichtsjahr wieder eine
Selbstevaluierung seiner Tätigkeit, vor allem seiner Organisation und Arbeitsweise, durch. Die Evaluierung wurde mit einem umfangreichen schriftlichen Fragebogen, der von den Mitgliedern beantwortet
wurde, vorgenommen. Der Aufsichtsrat setzte sich im Zusammenhang mit der Genehmigung von Verträgen mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern nahestehen, erneut auch eingehend mit möglichen
Interessenkollisionen auseinander. Dabei stellte er keine Interessenkonflikte fest, die über einzelne
Sitzungen hinausgehende Maßnahmen erfordern.
Die am 23. April 2018 neu gefasste Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht neben geänderten
Bestimmungen für Aufsichtsratssitzungen insbesondere Neuerungen bei den Ausschüssen des Aufsichtsrats vor. So wurde der Arbeitsausschuss, der im Berichtsjahr nicht zusammentrat, aufgelöst. An
seiner Stelle wurde in der Geschäftsordnung der bisher vorübergehende Strategieausschuss als ständiger Ausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet. Dieser Strategieausschuss ist vor allem zuständig für die
Abstimmung der Unternehmensstrategie mit dem Vorstand sowie für die jährliche Überprüfung der
Strategie und Begleitung allfälliger Anpassungen. Im Berichtsjahr hielt der Strategieausschuss für die
Begleitung der Überarbeitung der Konzernstrategie fünf Sitzungen ab.
Der Prüfungsausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr drei Sitzungen ab. Er befasste sich dabei
vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. mit der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er
sich eingehend mit dem Chancen- und Risikomanagement und dem Kontroll- und Revisionssystem
sowie mit den Prüfungen durch die Interne Revision. Für den Prüfungsausschuss wurde in der neuen
Geschäftsordnung ebenso wie für den Strategieausschuss die Anzahl der Mitglieder reduziert. Dies gilt
auch für den in der Geschäftsordnung vorgesehenen Dringlichkeitsausschuss, der im Berichtsjahr nicht
zusammentrat.
Entsprechend dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats eingerichtet. Der Vergütungsausschuss trat zu sieben Sitzungen zusammen, welche insbesondere die Zielvereinbarungen und die variablen Vergütungen des Vorstands sowie die Beendigungsvereinbarungen
mit den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern und die neuen Vorstandsverträge zum Gegenstand
hatten. Der Nominierungsausschuss hielt fünf Sitzungen ab, zur Vorbereitung einer Wahl in den Aufsichtsrat und zur Vorbereitung der Ausschreibung der Vorstandsmandate und der Bestellung des
Vorstands im Juni 2018.
Weitere Informationen über die Zusammensetzung, die Arbeitsweise und die Sitzungen des
Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder sind dem
konsolidierten Corporate Governance Bericht 2018 zu entnehmen.
Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach

den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der
Abschlussprüfer hat den zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss gemäß Artikel 11 der

13

14

Abschlussprüfer-VO gelegt und über das Ergebnis der Abschlussprüfung schriftlich berichtet. Er hat
festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln. Weiters hat er
bestätigt, dass der Lagebericht und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und
dem Konzernabschluss stehen.
Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2018 gebilligt, wodurch
dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstands wurde genehmigt,
dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht hat der Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie den vom Vorstand
vorgelegten konsolidierten Corporate Governance Bericht und den gesonderten nichtfinanziellen
Bericht. Es gab keinen Anlass zu wesentlichen Beanstandungen.
Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2018 aus. Den
Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Wien, im März 2019

Dr. Gerhard Roiss
Vorsitzender des Aufsichtsrats

15

16

Unternehmen und Strategie

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Unternehmen und Strategie

17

18

Integrierte VERBUND-Unternehmensstrategie
Die bestehende VERBUND-Strategie bildet das Fundament für eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und gliedert sich in die drei Wertschöpfungsbereiche Erneuerbare Erzeugung, Übertragung sowie kundenorientierte Energielösungen.
Die Säulen der integrierten VERBUND-Unternehmensstrategie
CO2-freier
Low-Cost-Erzeuger

Verlässlicher
Netzbetreiber

Kundenorientierter
Lösungsanbieter

Wasser- und Windkraft sind unsere
wichtigsten Erzeugungstechnologien
und bilden die Basis für die
Positionierung der Marke VERBUND
als CO2-freier Low-Cost-Erzeuger.
Zudem bildet unser Erzeugungsportfolio die Grundlage für
notwendige Flexibilitätsprodukte, die
wir optimal auf die Bedürfnisse eines
modernen Energiemarkts ausrichten.

Als verlässlicher und stabiler
Netzbetreiber sichern wir mit
unserem leistungsfähigen
Übertragungsnetz die Stromversorgung Österreichs und
bekennen uns zum nationalen
Netzentwicklungsplan. Die
geografisch günstige Lage
unseres Übertragungsnetzes

Unsere Aktivitäten im Stromhandel
dienen vorwiegend der optimierten
Vermarktung der Eigenerzeugung.
Innovative Grünstrom- und
Flexibilitätsprodukte steigern dabei
die Wertigkeit unseres Stroms.
Zudem entwickeln wir neue,
kundennahe Handelsprodukte und
bauen unsere Dienstleistungen
konsequent aus. Unsere
Endkunden erhalten sauberen
Strom und klimaneutrales Gas
sowie energienahe Angebote und
innovative Lösungen zur effizienten
Energienutzung.

Unser langfristiges Ziel ist eine 100 %
CO2-freie Stromerzeugung.

im Zentrum des europäischen
Binnenmarkts unterstützt unsere
strategische Positionierung als
kompetenter Partner in
internationalen Kooperationen.

Märkte

Investitionsfokus

Österreich und Deutschland sind unsere geografischen
Kernmärkte.

Unser Geschäftsmodell ist auf profitable Asset
Investments im regulierten Bereich, auf
Effizienzsteigerungen in der Erzeugung sowie auf die
optimale Erfüllung der Bedürfnisse unserer Kunden im
verantwortungsvollen Umgang mit Energie
ausgerichtet.

Die aktuelle VERBUND-Strategie beruht auf der bestehenden Asset- und Wertschöpfungsstruktur und
wird laufend an die Veränderungen im Energiemarkt angepasst.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Unternehmen und Strategie

19

Unternehmensziele
Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse und der VERBUND-Strategie wurden seitens des
Managements folgende mittelfristige Unternehmensziele festgelegt:
Wesentliche Themen

VERBUND-

Unternehmensziele
Finanzielle Stabilität: Net Debt/EBITDA < 3,0
Kapitalrentabilität: ROCE > 7,0 %
1

Wertsteigerung des Unternehmens

Profitables Wachstum in allen Segmenten
Positionierung als effizientester Stromerzeuger in der Peergroup
Anstreben/Absichern eines Ratings im A-Bereich
Systemsicherheit im österreichischen Übertragungsnetz
Umsetzung des Netzentwicklungsplans

Sichere Stromversorgung

Anbieter von Flexibilitätsprodukten für die Energiewende
Umsetzung und Weiterentwicklung von konzernweiten
Managementsystemen für Informationssicherheit und Datenschutz
Optimierte Vermarktung der Eigenerzeugung

Kundenbeziehungen

Starker Ausbau energienaher Dienstleistungen
Innovative Lösungen für B2C- und B2B-Kunden
Etablierung neuer, nachhaltiger Produkte und Geschäftsmodelle

Innovation

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Energiewelt 2.0
Management der digitalen Transformation in der E-Wirtschaft
Klima- und umweltschonende Stromerzeugung mit Fokus auf
erneuerbare Erzeugung

Umwelt- und Naturschutz, Klimaschutz

Aktive Rolle im Rahmen der Umsetzung der #mission2030 durch
nachhaltige Energieprojekte
Ausstieg aus der Stromerzeugung aus Kohle bis 2020
Verringerung der spezifischen Emissionen < 10 g CO2e/kWh (Scope 1)
ISO-14001-Zertifizierung aller VERBUND-Standorte weiterführen

Dialog mit relevanten Stakeholdern

Aktive und offene Kommunikation mit allen relevanten
Stakeholder-Gruppen
Lost Time Injury Frequency (LTIF): ≤ 5
Attraktive und sichere Arbeitsplätze: Fluktuationsrate < 5 %

Verantwortung für Mitarbeiter

Umsetzung des Effizienzsteigerungsprogramms
38,5 Bildungsstunden pro Mitarbeiter pro Jahr
35 neue Lehrlinge pro Jahr

GRI 102-14

20

Frauenanteil > 20 %
Förderung von Diversität und Inklusion
im Unternehmen

Ausgewogene Altersstruktur der Beschäftigten (Benchmark:
unselbstständig Erwerbstätige nach Altersgruppen in Österreich)
Erfüllung der gesetzlich vorgegebenen Quoten für die Einstellung von
Menschen mit Behinderung (derzeit: 4 % in AT, 5 % in DE)

Compliance und Transparenz

Beibehaltung fairer Geschäftspraktiken und Vermeidung von ComplianceVerstößen in allen Segmenten

Gesellschaftliches Engagement

Langfristiges Engagement im Sozial- und Bildungsbereich

Beschaffung

Kontinuierliche Verringerung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Lieferkette
(Arbeitsbedingungen, Umwelt, Korruption, Achtung der Menschenrechte)

1

Auf Basis bestehender Asset- und Wertschöpfungsstruktur

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Investor Relations

21

Investor Relations
Internationales Kapitalmarktumfeld

Der Jahresbeginn 2018 war an den internationalen Börsen von einer Phase stark steigender Kurse
geprägt, auf die eine längere Periode hoher Volatilität folgte. Danach setzte eine Korrekturphase ein, die
sich gegen Jahresende verstärkte. Ausschlaggebend für diese Korrekturen waren zum einen die sich
eintrübenden Konjunkturerwartungen sowie zum anderen die Zinspolitik der US-Notenbank. Zusätzlich bestimmten aber auch die handelspolitischen Auseinandersetzungen und die ungeklärten Fragen
rund um den Brexit die Entwicklung der Kapitalmärkte. Die USA profitierten dagegen von Steuererleichterungen und konnten dadurch im Vergleich zu anderen Handelsplätzen die Phase steigender
Kurse verlängern. Trotz mehrerer historischer Höchststände schloss aber auch der US-Börsenindex
Dow Jones Industrial das Jahr 2018 nicht mit einer positiven Performance ab, sondern beendete das
Jahr mit einem Minus von 5,6 %. Die Aktienmärkte in Europa und Japan entwickelten sich aufgrund der
erwähnten globalen Herausforderungen ebenfalls deutlich schwächer, da positive Gegenimpulse wie
z. B. Steuererleichterungen (wie in den USA) fehlten. Der Eurostoxx 50 verzeichnete in der Jahresbetrachtung einen Rückgang um 14,3 %, und der japanische Aktienindex Nikkei 225 fiel um 12,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung der Emerging Markets war von der Befürchtung höherer Zinsen
geprägt und bewirkte, dass der MSCI Emerging Markets Index ein Minus von 16,6 % im Jahr 2018 aufwies. Die Entwicklung des ATX verlief im Gleichklang mit der globalen Kursentwicklung, wobei die
Angst vor handelspolitischen Auseinandersetzungen besonders die exportorientierten Unternehmen
Österreichs traf. Im Gesamtjahr 2018 fiel der österreichische Leitindex um 19,7 % auf 2.745,8 Punkte.

Nächste Termine:
Nachweisstichtag
Hauptversammlung:
20.4.2019
Hauptversammlung:
30.4.2019
Ex-Dividendentag:
7.5.2019
Nachweisstichtag
Dividenden:
8.5.2019
Dividendenzahltag:
20.5.2019
Ergebnis Quartal 1/2019:
8.5.2019

VERBUND-Aktie

Die VERBUND-Aktie entwickelte sich 2018 deutlich positiv und entgegen dem internationalen Aktientrend. Abgesehen von einer Kurskorrektur zwischen Mitte Jänner und Anfang März stieg der Kurs der
VERBUND-Aktie beinahe kontinuierlich bis zu seinem Höchststand Anfang Oktober 2018. Danach folgte
eine deutliche Kurskorrektur, die bis Anfang November andauerte. Der Zeitraum bis Ende 2018 war in
weiterer Folge von einer volatilen Seitwärtsbewegung geprägt. Die Aktie beendete das Geschäftsjahr
2018 jedoch mit einem Schlusskurs von 37,2 € und lag damit um beeindruckende 84,9 % über dem Kurs
vom 31. Dezember 2017. Damit war die VERBUND-Aktie in einem schwierigen Aktienjahr der TopPerformer im österreichischen Börsenindex ATX (Gesamtjahresperformance – 19,7 %) bzw. auch im
europäischen Branchenindex DJ STOXX Utilities (Gesamtjahresentwicklung – 2,1 %). Mit einer
Marktkapitalisierung von 12,9 Mrd. € zählte VERBUND zu den größten heimischen Börsenunternehmen.
VERBUND gelang 2018 auch die Aufnahme in den DJ STOXX Utilities sowie in den MSCI Austria Index.
VERBUND-Aktie: Relative Kursentwicklung 2018

250

200
+84,9%

VERBUND
150
DJ STOXX Utilities
100

–2,1%
ATX

50
1.1.

1.2.

1.3.

1.4.

1.5.

1.6.

1.7.

1.8.

1.9.

1.10.

1.11.

1.12.

–19,7%

Schlusskurse
VERBUND-Aktie in €/Aktie

37,2

20,1
15,2

16

17

18

22

Aktienkennzahlen
Einheit

2017

2018

Veränderung

Höchstkurs

€

21,8

44,8

105,6 %

Tiefstkurs

€

14,7

20,0

35,6 %

Schlusskurs

€

20,1

37,2

84,9 %

Performance

%

32,8

84,9

–

Mio. €

6.998,7

12.937,8

84,9 %

%

2,5

6,2

–

Mio. €

1.032,5

3.803,0

268,3 %

Stück

242.541

459.485

89,4 %

Marktkapitalisierung
Gewichtung ATX
Umsatz Wert
Umsatz Stück/Tag

Aktivitäten des Investor-Relations-Teams 2018
IR-Kontakt:
Andreas Wollein
Leiter Finanzmanagement, M&A und
Investor Relations
Tel.: +43 (0)50 31352604
E-Mail: investorrelations@verbund.com

Die aktive und offene Kommunikation mit Investoren, Analysten und Kleinaktionären im Rahmen von
Roadshows, Conference Calls und persönlichen Gesprächen ist VERBUND ein wichtiges Anliegen. Im Jahr
2018 war das Investor-Relations-Team von VERBUND auf Roadshows in Europa und den USA und nahm an
mehreren großen Investorenkonferenzen teil. Gemeinsam mit dem Vorstand traf das Team Investoren
aus aller Welt. Diese wurden über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische
Entwicklung von VERBUND informiert.
Auf der Website www.verbund.com finden sich im Bereich „Investor Relations“ umfangreiche Informationen wie die Geschäfts- und Zwischenberichte, die Finanztermine und Veranstaltungen, aktuelle
Aussendungen, Präsentationen und Excel-Datensheets sowie die Dokumente zu den VERBUNDHauptversammlungen der vergangenen Jahre.
Die Bekanntheit der VERBUND-Aktie am Kapitalmarkt wird aufgrund der Beobachtung durch
13 renommierte heimische und internationale Investmentbanken fortlaufend gesichert. Folgende
Investmenthäuser analysierten zum 31. Dezember 2018 unser Unternehmen:
Berenberg Bank (Lawson Steele)
Commerzbank (Tanja Markloff)
Concorde Securities (Gellert Gaál)
Credit Suisse (Wanda Serwinovska)
Deutsche Bank (Duncan Scott)
Erste Group (Petr Bártek)
Exane BNP Paribas (Sofia Savvantidou)

HSBC (Adam Dickens)
Kepler Cheuvreux (Ingo Becker)
Morgan Stanley (Nicholas Ashworth)
Oddo BHF (Louis Boujard)
Raiffeisen Centrobank (Teresa Schinwald)
Société Générale (Lueder Schumacher)

Aktuelle Ratings
Nähere Informationen
zum Rating finden Sie im
Kapitel „Finanzen“ >
Finanzierung

Die Ratings von VERBUND zum 31. Dezember 2018 lauteten wie folgt:
• Standard & Poor’s: A–/stable outlook
• Moody’s: Baa1/positive outlook

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Investor Relations

23

VERBUND in Nachhaltigkeitsindizes und -ratings

Im Jahr 2018 haben sich institutionelle Investoren bereits verstärkt der Dekarbonisierung ihrer Veranlagungsportfolios gewidmet. Außerdem werden im größeren Ausmaß Carbon Footprints für Investmentportfolios oder Fonds berechnet. Dieser Investmenttrend wirkt sich für VERBUND mit seinem nachhaltigen Geschäftsmodell positiv aus.
So bewertete ISS-oekom VERBUND 2018 in seinem Unternehmensrating mit der guten Gesamtnote „B“.
Die Empfehlung als Prime Investment für Investoren mit Nachhaltigkeitsanspruch wurde damit bestätigt. Besonders positiv wurden die VERBUND-Klimaschutzpolitik und die umfangreiche Berichterstattung
von Umweltkennzahlen durch VERBUND hervorgehoben.
Sustainalytics stellte 2018 eine neue risikoorientierte ESG-Rating-Methode vor, bei der die spezifischen Nachhaltigkeitsrisiken des jeweiligen Industriesektors berücksichtigt werden. Die Gesamtbewertung ergibt sich aus einer Kombination aus externen Risk Exposures für ein Unternehmen und internen
Managementansätzen zur Handhabung dieser Risiken. Der Sektor Electric Utilities weist im Vergleich
mit dem Durchschnitt aller Sektoren ein höheres Risk Exposure z. B. hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs und der Emissionen auf. Durch die effektive Anwendung der implementierten
Managementansätze konnte sich VERBUND trotzdem bei der Gesamtbewertung gegenüber dem Vorjahr
weiter verbessern. Mit einem ESG-Rating von 23,8/100 Punkten (Anmerkung: je niedriger, umso besser)
zählte VERBUND zu den besten 6 % der bewerteten Unternehmen aus dem Electric-Utilities-Sektor.
Beim 2018 aktualisierten ESG-Rating der Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis erreichte
VERBUND neuerlich den GOLD-Status und gehört damit zu den besten 5 % von mehr als 50.000 bewerteten Unternehmen.
Beim CDP-Klimarating 2018 zählte VERBUND mit einem Score von A- (Kategorie Climate Change) zu
den vier besten Unternehmen in Österreich.

VERBUND – Österreichs führendes Stromunternehmen

und einer der größten Wasserkraft-Erzeuger Europas.

Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zeichnet jedes Jahr die besten Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen mit dem Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) aus.
VERBUND erreichte im Jahr 2018 in der Kategorie „Integrierte Geschäftsberichte“ den hervorragenden
zweiten Platz. Die Jury würdigte den VERBUND-Bericht 2017 für die umfassende Darstellung der ökologischen und sozialen Kennzahlen und für die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Diversity
Management. Besonders positiv hervorgehoben wurde die übersichtliche Darstellung der Klimastrategie und der Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten auf Umwelt und Gesellschaft.
VERBUND war per 31. Dezember 2018 Mitglied in folgenden Nachhaltigkeitsindizes:
• VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)
• Ethibel Sustainability Index (ESI) Excellence Europe

Siehe auch:
www.voenix.at

24

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Investor Relations

Konsolidierter
Corporate Governance Bericht

25

26

Konsolidierter
Corporate Governance Bericht
gem. § 267b UGB

Corporate Governance – Rahmen
Die VERBUND AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen und europäischen Recht,
insbesondere aus dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, dem Unternehmensgesetzbuch und den
Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate
Governance Kodex (ÖCGK).

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
Entsprechenserklärung
Der Österreichische
Corporate Governance
Kodex liegt in der
aktuellen Fassung vom
Jänner 2018 vor und ist
auf der Website des
Österreichischen
Arbeitskreises für
Corporate Governance
unter www.corporategovernance.at abrufbar

bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex. Vorstand und
Aufsichtsrat sehen es als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und
die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Der Kodex wurde im
Geschäftsjahr 2018 angewandt und nach Maßgabe der in diesem Bericht angeführten Erläuterungen
eingehalten. Die aktive Umsetzung der Anforderungen des Kodex soll eine verantwortungsvolle, auf
nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens
sicherstellen und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder schaffen. Auch im Geschäftsjahr
2019 wird VERBUND die Einhaltung des Kodex in seiner Fassung vom Jänner 2018 aktiv fortsetzen. Seine
möglichst lückenlose Umsetzung bildet einen wesentlichen Baustein zur Stärkung des Vertrauens der
Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen.
VERBUND

Evaluierung

In Entsprechung der C-Regel 62 des ÖCGK werden die Einhaltung des Kodex und die Richtigkeit der
damit verbundenen Berichterstattung regelmäßig von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer extern
evaluiert. Die letzte derartige Evaluierung wurde für das Jahr 2016 von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. durchgeführt und resultierte in einem positiven Bericht. Die nächste
Evaluierung ist für das Geschäftsjahr 2019 geplant.
Erweiterte Berichterstattung

Den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend wird ein konsolidierter Corporate Governance Bericht
vorgelegt, der in wesentlichen Berichtspunkten über die börsennotierte Muttergesellschaft hinaus auch
den gesamten Konzern miteinbezieht. Dabei wurde hinsichtlich der inhaltlichen Anforderungen der
Stellungnahme 22 des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (AFRAC) gefolgt.
Der vorliegende konsolidierte Corporate Governance Bericht enthält nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sondern auch die vom Corporate Governance Kodex zusätzlich vorgesehenen
Inhalte. Darüber hinaus sind weitere Informationen zu den einschlägigen Indikatoren der Global
Reporting Initiative (GRI), des internationalen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung,
angeführt.
Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstands und des
Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse finden sich unter den Punkten „Vorstand“ und „Aufsichtsrat“.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

27

Für weitergehende Informationen zu den Organen Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung
sowie zu ihrem Zusammenwirken siehe im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA)
auf www.verbund.com > Investor Relations > Finanzpublikationen.
Abweichungen
VERBUND befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex einschließlich der
R-Regeln annähernd lückenlos. Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2018 sind gegenüber dem Vorjahr
gleich geblieben. Lediglich bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es eine etwas
abweichende Handhabung, die zum Teil aus gesetzlichen Gegebenheiten resultiert und im Folgenden
im Sinne des Grundsatzes „Comply or Explain“ erläutert und begründet wird:

C-Regel 2:

Das Prinzip „one share – one vote“ wird bei der VERBUND-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine
Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im „Bundesverfassungsgesetz, mit
dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft
geregelt werden“, und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: „Mit
Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit
mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 %
des Grundkapitals beschränkt.“
C-Regel 45:

Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften
wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit zwei Ausnahmen von
allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten.
Die zwei betreffenden Aufsichtsratsmitglieder üben jeweils leitende Organfunktionen in Unternehmen aus, die Aktionäre der VERBUND AG sind. Sollte bei ihnen in einem konkreten Anlassfall ein
Interessenkonflikt bestehen, werden vom Vorsitzenden entsprechende Maßnahmen verfügt (wie z. B.
Vorenthaltung bestimmter Unterlagen, Nichtteilnahme an Abstimmungen oder Verlassen der Sitzung).
Dies war im Berichtsjahr einmal erforderlich.

Vorstand
Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2018 unverändert aus vier Mitgliedern zusammen.
Da die Funktionsperiode sämtlicher Vorstandsmitglieder am 31. Dezember 2018 endete, bestellte der
Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13. Juni 2018 folgende Personen zu Mitgliedern des Vorstands per
1. Jänner 2019: Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber zum Vorsitzenden, Mag. Dr. Michael Strugl zum Vorsitzenden-Stellvertreter, Dr. Peter F. Kollmann und Mag. Dr. Achim Kaspar. Dr. Johann Sereinig und
Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner traten per 31. Dezember 2018 in den Ruhestand.

GRI 102-18
GRI 405-1

28

Der Vorstand
Name

GRI 102-25

Geburtsjahr

Datum der
Erstbestellung

Ende der laufenden
Funktionsperiode

Generaldirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender

1956

1.1.2009

31.12.2020

Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Johann Sereinig
Vorsitzender-Stellvertreter

1952

1.1.1994

31.12.2018

Vorstandsdirektor Dr. Peter F. Kollmann

1962

1.1.2014

31.12.2021

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Günther
Rabensteiner

1953

1.4.2011

31.12.2018

Konzerninterne Organfunktionen von Vorstandsmitgliedern
Name

Konzerngesellschaft

Dipl.-Ing. Wolfgang
Anzengruber

VERBUND Hydro Power GmbH

Funktion

VERBUND Solutions GmbH

Aufsichtsrat,
Generalversammlung
Generalversammlung

Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender

SMATRICS GmbH & Co KG

Gesellschafterversammlung

Vorsitzender

E-Mobility Provider Austria GmbH

Generalversammlung

Vors.Stellvertreter

Dr. Johann Sereinig

Austrian Power Grid AG
VERBUND Hydro Power GmbH
VERBUND Sales GmbH
VERBUND Sales Deutschland GmbH
VERBUND Services GmbH
VERBUND Trading GmbH

Aufsichtsrat
Aufsichtsrat
Generalversammlung
Generalversammlung
Generalversammlung
Aufsichtsrat,
Generalversammlung

Mitglied
Mitglied
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender

Dr. Peter F. Kollmann

Austrian Power Grid AG
VERBUND Hydro Power GmbH
VERBUND Services GmbH

Aufsichtsrat
Aufsichtsrat
Generalversammlung

Vorsitzender
Mitglied
Vors.Stellvertreter
1. Vors.Stellvertreter
1. Vors.Stellvertreter
Vors.Stellvertreter

VERBUND Thermal Power GmbH

Aufsichtsrat

VERBUND Trading GmbH

Aufsichtsrat,
Generalversammlung

Dipl.-Ing. Dr. Günther
Rabensteiner

Ennskraftwerke AG

Aufsichtsrat

VERBUND Hydro Power GmbH

Aufsichtsrat

VERBUND Innkraftwerke GmbH

Aufsichtsrat,
Gesellschafterversammlung
Aufsichtsrat,
Generalversammlung
Aufsichtsrat
Aufsichtsrat

Grenzkraftwerke GmbH
Innwerk AG
Donaukraftwerk Jochenstein AG
Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG
VERBUND Thermal Power GmbH

Aufsichtsrat
Aufsichtsrat

1. Vors.Stellvertreter
1. Vors.Stellvertreter
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender
Vorsitzender

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

29

Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern
Name

Gesellschaft

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber

Universität Salzburg (Universitätsrat)

Mitglied

Dr. Johann Sereinig

KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Mitglied

FK Austria Wien AG

Mitglied

APK Pensionskasse AG

Mitglied

Telekom Austria AG

Mitglied

Dr. Peter F. Kollmann

Funktion

Arbeitsweise und Geschäftsverteilung

Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt das Unternehmen nach außen.
In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der
Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche
Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften. Die Geschäftsordnung wurde im Berichtsjahr
überarbeitet und mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 neu gefasst. Die Änderungen betrafen im Wesentlichen die Organisation der Vorstandssitzungen, die Berichterstattung an den Aufsichtsrat und die
genehmigungspflichtigen Geschäfte.
Die Geschäftsverteilung des Vorstands bildet einen Bestandteil der Geschäftsordnung und legt die
Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands fest.
Geschäftsverteilung
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber

Vorsitzender; Corporate Development (Strategie, Innovation), Corporate &
Legal Affairs (inkl. Recht, Revision1 und Compliance), Kommunikation
New Business Solutions

Dr. Johann Sereinig

Vorsitzender-Stellvertreter; Energiewirtschaft und Geschäftssteuerung,
Strategisches Personalmanagement
Trading, Sales, Services

Dr. Peter F. Kollmann

Finanzmanagement, Mergers & Acquisitions und Investor Relations,
Controlling, Unternehmensrechnung und Risikomanagement
Netz

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner

Erzeugung Wasserkraft, Wärmekraft, Windkraft/Photovoltaik
(Österreich und Ausland)
Tourismus

1

Revision (Audit) und Personalausschuss wurden vom Vorsitzenden und vom Vorsitzenden-Stellvertreter gemeinsam wahrgenommen.

Vergütung für den Vorstand

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2018 insgesamt 5.599.347 €
(Vorjahr: 4.485.156 €), darin enthalten sind 79.237 € (Vorjahr: 59.858 €) an Sachbezügen. Die sonstigen
Bezüge von 828.016 € (Vorjahr: 0 €) betreffen die Urlaubsersatzleistung für die ausgeschiedenen
Mitglieder des Vorstands.

30

Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge)

in €

2017

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber

2018
Sonstiges

Fixe
Bezüge

Variable
Bezüge

Sonstiges

Fixe
Bezüge

Variable
Bezüge

827.375

499.972

0

849.770

563.457

0

385.665

598.682

Dr. Johann Sereinig

790.919

342.214

0

813.641

Dipl.-Ing. Dr. Günther
Rabensteiner

587.845

254.348

0

604.733

286.643

229.334

Dr. Peter F. Kollmann

783.585

339.040

0

806.096

382.089

0

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende
ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in
der Berichtsperiode 2018 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2017 sowie Nachzahlungen von Tantiemen aus 2016.
Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen
Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2017 (sowie für die aktuelle Berichtsperiode 2018) betrug
dieser Prozentsatz zwischen 50 % und 70 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile
richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2017 zu 50 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 30 % auf der Erreichung des Free Cashflows (dreijähriges Ziel) und zu 20 % auf anderen mittelfristigen (zweijährigen, qualitativen) Zielen, wie die Abarbeitung von sog. „Altlasten“ (beispielsweise
die erfolgreiche Beendigung von Streitthemen wie anhängige Klagen und Schiedsverfahren) und die
Optimierung und Anpassung von Strukturen, Prozessen und Geschäftsmodellen an die technologische Entwicklung (Digitalisierung) und die disruptiven Veränderungen im Wettbewerb in der
Energiewirtschaft. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem
Vorjahr unverändert.
Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2018 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 225.992 € (Vorjahr: 219.681 €) bezahlt.
In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die
gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur
Anwendung. In der Berichtsperiode 2018 sind 376.224 € (Vorjahr: 361.817 €) für Pensionen und
2.189.150 € (Vorjahr: 0 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung
gelangt.
Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind
Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 45.486 € (Vorjahr: 37.715 €)
erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige
Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 47.481 € (Vorjahr: 50.769 €).
An die Leitungsorgane des Konzerns und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine
Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme
für den Vorstand oder leitende Angestellte.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

31

Grundsätze der Vergütungspolitik in den Tochtergesellschaften

Hinsichtlich der Vergütung für die Führungskräfte (Geschäftsführer) in den Tochtergesellschaften des
Konzerns gelten im Wesentlichen dieselben Grundsätze wie oben beim Vorstand dargestellt. Neben
Fixbezügen kommen betraglich limitierte variable Bezüge zur Anwendung, deren Höhe von der
Erreichung vereinbarter Ziele (Unternehmensziele und individuelle Ziele) abhängt. Auch in den Tochtergesellschaften besteht die betriebliche Altersvorsorge im Wege einer Pensionskassenregelung.
D&O-Versicherung

Bei VERBUND besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zugunsten der leitenden Organe.
Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und leitende Angestellte der
VERBUND AG sowie alle Mitglieder des Vorstands, Aufsichtsrats, Beirats und der Geschäftsführung
sowie die Prokuristen und sonstige leitende Angestellte der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen.

Aufsichtsrat
Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex
verpflichtet. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz und dem Unternehmensgesetzbuch, dem Arbeitsverfassungsgesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen
für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrats geworden.
Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vor, dass sich der Aufsichtsrat aus den von der Hauptversammlung gemäß den Vorgaben des Aktiengesetzes gewählten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und aus
den von der Arbeitnehmervertretung entsendeten Mitgliedern zusammensetzt.
Persönliche Angaben, Vorsitz und andere Organfunktionen

Der Aufsichtsrat wird vom Vorsitzenden geleitet. Der Vorsitzende und seine zwei Stellvertreter werden
vom Aufsichtsrat alljährlich aus seiner Mitte gewählt.
Der Aufsichtsrat besteht per 31. Dezember 2018 aus insgesamt 15 Mitgliedern – zehn von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und fünf vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern.
In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats kam es im Berichtsjahr zu folgenden Änderungen: In der
o. HV am 23. April 2018 wurde anstelle von Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr als Kapitalvertreter Mag. Stefan
Szyszkowitz in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Arbeitnehmervertretern wurde Doris Dangl mit
Wirkung vom 5. April 2018 anstelle von Anton Aichinger in den Aufsichtsrat entsendet.

GRI 102-18
GRI 102-22
GRI 102-23

GRI 102-24

32

Name
Geburtsjahr

Ende der
Datum der
laufenden
Erstbestellung Funktionsperiode

Dr. Gerhard Roiss
Vorsitzender
Verwaltungsrat der SULZER AG Schweiz
Mitglied des Universitätsrats der Johannes Kepler Universität
Linz

1952

5.4.2017

o. HV 2020

Prof. Dr. Michael Süß
1. Vorsitzender-Stellvertreter
Aufsichtsrat der Herrenknecht AG (Mitglied) und der Oerlikon
AG (Verwaltungsratspräsident); Renova AG (Asset Director);
Süß Management Systems und Süß Film (Gesellschafter)

1963

22.4.2015

o. HV 2020

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß
2. Vorsitzender-Stellvertreterin
CEO der Fronius International GmbH;
Aufsichtsrat der Wels Betriebsansiedelungs-GmbH
(Vorsitzende); Mitglied des Board of Trustees des Institute of
Science and Technology und des Universitätsrats der Johannes
Kepler Universität Linz

1970

22.4.2015

o. HV 2020

Mag. Harald Kaszanits
Wirtschaftskammer Österreich

1963

7.4.2010

o. HV 2020

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr

1953

13.4.2011

23.4.2018

Mag. Werner Muhm
Aufsichtsrat der Wiener Städtischen Versicherung, der AWH
Beteiligungsges.m.b.H. und der KA Finanz AG; Vorstand der
Leopold Museum Privatstiftung; stv. Vorsitzender des
Kuratoriums der Österreichischen Nationalbibliothek

1950

22.4.2015

o. HV 2020

Dr. Susanne Riess
Vorsitzende des Vorstands der Bausparkasse Wüstenrot AG;
Aufsichtsrat der Wüstenrot Versicherungs-AG (Vorsitzende),
der Wüstenrot stambena štedionica d.d., Kroatien
(Vorsitzende), der Wüstenrot životno osiguranje d.d., Kroatien
(Vorsitzende), der Wüstenrot Fundamenta-Lakáskassza Zrt.,
Ungarn (Stv. Vorsitzende), der Wüstenrot stavebná sporiteľňa
a.s., Slowakei (Stv. Vorsitzende), der Wüstenrot poisťovňa a.s.,
Slowakei (Mitglied), der SIGNA Development Selection und
Prime Selection (Mitglied), der Einlagensicherungsgesellschaft
Austria GmbH (Mitglied) und der IHAG Privatbank Zürich
(Verwaltungsratsmitglied)

1961

22.4.2015

o. HV 2020

Mag. Jürgen Roth
Geschäftsführender Gesellschafter der Tank Roth GmbH;
Aufsichtsrat der ICS Internationalisierungscenter
Steiermark GmbH (Vorsitzender) und der
ELG (Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H.)

1973

22.4.2015

o. HV 2020

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

Name
Geburtsjahr

33

Ende der
Datum der
laufenden
Erstbestellung Funktionsperiode

Mag. Stefan Szyszkowitz
Sprecher des Vorstands der EVN AG;
Aufsichtsrat der Burgenland Holding Aktiengesellschaft
(Vorsitzender), der EVN Macedonia AD (Vorsitzender), der
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Vorsitzender), der
RAG Austria AG (Vorsitzender), der Energie Burgenland AG
(Stv. Vorsitzender), der Netz Niederösterreich GmbH
(Stv. Vorsitzender);
Aufsichtsrat der Österreichische Post AG und der
Wiener Börse AG/CEESEG AG (Mitglied)

1964

23.4.2018

o. HV 2020

Christa Wagner
Geschäftsführende Gesellschafterin der Wagner - Josko
Immobilien GmbH; Gesellschafterin der Josko Fenster und
Türen GmbH; Aufsichtsrat der Eurosun a.s. und der exceet Card
Group AG (Mitglied)

1960

7.4.2010

o. HV 2020

Dipl.-Ing. Peter Weinelt
Geschäftsführer der Wiener Stadtwerke GmbH und der
Wiener Stadtwerke Planvermögen GmbH;
Aufsichtsrat der Wien Energie GmbH (Vorsitzender), der
Wiener Netze GmbH (Vorsitzender) und der Burgenland
Holding Aktiengesellschaft (Mitglied)

1966

5.4.2017

o. HV 2020

Hinsichtlich der (Neben-)Funktionen sind Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in börsennotierten Gesellschaften und in anderen
wesentlichen Gesellschaften angeführt. Soweit zutreffend, sind hauptberufliche Funktionen angegeben.

Arbeitnehmervertreter
Name

Geburtsjahr

Datum der
Entsendung

Anton Aichinger
Vorsitzender der Konzernvertretung der
Arbeitnehmer

1955

von 25.10.2006 bis von der Arbeitnehmer5.4.2018 vertretung entsendet

Kurt Christof
Zentralbetriebsratsvorsitzender
Aufsichtsrat der Stadtwerke Voitsberg GmbH
und der Sparkasse Voitsberg/Köflach
Bankaktiengesellschaft

1964

seit 8.3.2004 von der Arbeitnehmervertretung entsendet

Doris Dangl

1963

seit 5.4.2018 von der Arbeitnehmervertretung entsendet

1971

seit 1.9.2016 von der Arbeitnehmervertretung entsendet

Ing. Wolfgang Liebscher
Zentralbetriebsratsvorsitzender

1966

seit 1.11.2013 von der Arbeitnehmervertretung entsendet

Dipl.-Ing. Hans Pfau

1953

seit 1.9.2016 von der Arbeitnehmervertretung entsendet

Vorsitzende der Konzernvertretung der
Arbeitnehmer
Dr. Isabella Hönlinger
Betriebsratsvorsitzende

Betriebsratsvorsitzender

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter durch die Konzernvertretung gilt unbefristet und kann jederzeit widerrufen werden.

20 % der Aufsichtsratsmitglieder sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, 80 % über 50 Jahre.

34

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat im Jahr 2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit
(gem. C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:
• Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder
leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen
sein.
• Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft
kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten
oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an
denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die
Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den
Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
• Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder
Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
• Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein
Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
• Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für
Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die
Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
• Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte,
Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Geschwister, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder
von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.
Auf Basis dieser Leitlinien für die Unabhängigkeit (Anlage zum Österreichischen Corporate Governance Kodex) haben alle zehn Kapitalvertreter eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit
abgegeben. Acht davon haben sich als unabhängig erklärt, zwei Aufsichtsratsmitglieder haben sich
(lediglich hinsichtlich des Kriteriums „Geschäftsverhältnisse mit nahestehenden Unternehmen“) als
nicht unabhängig eingestuft.
Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als
10 %): Roiss, Süß, Engelbrechtsmüller-Strauß, Muhm, Riess, Roth und Wagner. Damit werden beide in
den Regeln 53 und 54 des Kodex geforderten Quoten für die Unabhängigkeit erfüllt.
Sitzungen des Aufsichtsrats

Das Plenum des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2018 sechs Sitzungen ab. Dabei betrug die
Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 91 %. Ein Mitglied des Aufsichtsrats nahm an
weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil.
Neben der laufenden Abstimmung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens mit dem
Vorstand sind als Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats im Berichtsjahr insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen zu nennen:
• Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2017
• Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung
• Vorschlag für die Gewinnverteilung gemäß § 96 (1) AktG

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•

35

Wahl des Aufsichtsratspräsidiums und Konstituierung der Ausschüsse
Prüfungsauftrag an die Abschlussprüfer
Neufassung der Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat
Fremdmittelaufnahme 100 Mio. € („digitaler grüner Schuldschein“)
Aufhebung des Liquidationsbeschlusses VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG
Investitionspläne für Kleinkraftwerke und Effizienzsteigerungen
Übertragung der Kraftwerke Dürnrohr und Korneuburg im Rahmen der Gesamteinigung mit EVN
Gemeinschaftskraftwerk Inn: Ausübung der Put-Option
Bestellung von Mitgliedern des Vorstands
Refinanzierung syndizierter Kredit von bis zu 500 Mio. € („Green syndicated loan“)
Verkauf Hälfteanteil VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH
Genehmigung des Konzernbudgets für 2019
(siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrats)

Der Aufsichtsrat erhält jedes Jahr im Zuge der Abschlussprüfung einen gesonderten Bericht des
Abschlussprüfers über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements. Darin sind Nachhaltigkeitsrisiken ebenso berücksichtigt wie in den schriftlichen Quartalsberichten über das operative Risikomanagement, die der Aufsichtsrat in jeder seiner Sitzungen behandelt.
Zusätzlich zu den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse (siehe unten) erfolgten
regelmäßig Besprechungen oder Telefonkonferenzen des Vorsitzenden mit dem Vorstandsvorsitzenden
und einige Besprechungen auch mit einzelnen Vorstandsmitgliedern.
Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Eine Beurteilung der Leistung des Aufsichtsrats findet jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung
statt, in der die Aktionäre über die Entlastung des Aufsichtsrats abstimmen. In der 71. Hauptversammlung vom 23. April 2018 wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern die Entlastung erteilt.
Darüber hinaus evaluiert der Aufsichtsrat seine Tätigkeit, vor allem seine Organisation und Arbeitsweise, gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (Regel 36) auch
selbst. Diese Selbstevaluierung wurde 2018 auf Basis eines umfangreichen schriftlichen Fragebogens
durchgeführt.
Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat am 23. April 2018 eine Neufassung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
beschlossen. Diese Neufassung sieht neben geänderten Bestimmungen für Aufsichtsratssitzungen
(Vorbereitung, Einberufung, Beschlussfähigkeit, Sitzungsteilnahme) insbesondere Neuerungen bei den
Ausschüssen des Aufsichtsrats vor.
Demnach wählt der Aufsichtsrat gemäß seiner Geschäftsordnung jährlich im Anschluss an die
ordentliche Hauptversammlung die Mitglieder für einen Prüfungsausschuss, einen Strategieausschuss,
einen Dringlichkeitsausschuss, einen Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss.
Darüber hinaus kann er für bestimmte Vorhaben und Themenbereiche spezifische Ausschüsse dauernd
oder vorübergehend einrichten. Der bisherige Arbeitsausschuss wurde per 23. April 2018 aufgelöst.
Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und
über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten. In dringenden Fällen berichtet der
Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorweg.

GRI 102-28

36

Arbeitsausschuss (bis 23. April 2018)

Der Arbeitsausschuss setzte sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und drei weiteren
Mitgliedern des Aufsichtsrats, die der Aufsichtsrat auswählte, zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter galt § 92 Abs. 4 AktG.
Mitglieder des Arbeitsausschusses
Name

Funktion

Dr. Gerhard Roiss

Vorsitzender

Prof. Dr. Michael Süß

1. stellvertretender Vorsitzender

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

2. stellvertretende Vorsitzende

Mag. Harald Kaszanits

Mitglied

Mag. Werner Muhm

Mitglied

Christa Wagner

Mitglied

Anton Aichinger

Arbeitnehmervertreter

Kurt Christof

Arbeitnehmervertreter

Dipl.-Ing. Hans Pfau

Arbeitnehmervertreter

Der Arbeitsausschuss
• hatte die Sitzungen des Aufsichtsrats vorzubereiten und den Aufsichtsrat bei der ständigen Überwachung der Geschäftsführung unbeschadet der Rechte des Aufsichtsrats gemäß § 95 AktG zu
unterstützen und
• war als Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) tätig.
Dem Arbeitsausschuss wurden vom Aufsichtsrat ständig bestimmte zustimmungspflichtige
Angelegenheiten übertragen.
Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2018 keine Sitzung ab.
Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss ist gemäß § 92 Abs. 4a AktG eingerichtet und setzt sich gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat aus vier von den Aktionären gewählten Aufsichtsratsmitgliedern und zwei
Arbeitnehmervertretern gemäß § 92 Abs. 4 AktG zusammen. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden
und einen Stellvertreter.
Der Prüfungsausschuss nimmt die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie gemäß Regel 40 des
ÖCGK wahr. Er verfügt über die von Gesetz und Kodex geforderte Finanzexpertin, die auch den Vorsitz
führt.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

Mitglieder des Prüfungsausschusses
Name

Funktion

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Vorsitzende

Dr. Gerhard Roiss

stellvertretender Vorsitzender

Mag. Werner Muhm

Mitglied

Christa Wagner

Mitglied

Doris Dangl

Arbeitnehmervertreterin

Kurt Christof

Arbeitnehmervertreter

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hielt im Geschäftsjahr 2018 drei Sitzungen ab. Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:
• Vorbereitung der Beschlussfassung über den Konzernabschluss 2017 und den Jahresabschluss 2017
der VERBUND AG inkl. Gewinnverwendung
• Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
• Kenntnisnahme des Halbjahresabschlusses 2018
• Überwachung der Rechnungslegungsprozesse
• Überwachung des internen Kontrollsystems sowie des Revisions- und Risikomanagementsystems
• Diskussion der Prüfungsschwerpunkte 2018 (Abschlussprüfer)
• Abschlussprüfung und Nichtprüfungsleistungen
• Kenntnisnahme der Berichte des Vorstands
• Kenntnisnahme des Prüfprogramms und des Prüfungsberichts der Internen Revision
Strategieausschuss

In der seit 23. April 2018 geltenden Geschäftsordnung wurde der im Vorjahr temporär eingerichtete
Strategieausschuss nunmehr fix verankert. Ihm gehören vier von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder und zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte
den Vorsitzenden und einen Stellvertreter.
Dem Strategieausschuss obliegen die Erarbeitung einer Unternehmensstrategie zusammen mit dem
Vorstand und die jährliche Überprüfung der Strategie und Begleitung allfälliger Anpassungen. Weiters
die Befassung mit Themen, die im Hinblick auf wettbewerbsrechtliche Aspekte sowie Interessenkonflikte nicht im Gesamtaufsichtsrat behandelt werden sollen.
Der Strategieausschuss hielt dafür im Berichtsjahr fünf Sitzungen ab.
Mitglieder des Strategieausschusses
Name

Funktion

Dr. Gerhard Roiss

Vorsitzender

Prof. Dr. Michael Süß

stellvertretender Vorsitzender

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Mitglied

Mag. Harald Kaszanits

Mitglied

Doris Dangl

Arbeitnehmervertreterin

Ing. Wolfgang Liebscher

Arbeitnehmervertreter

37

38

Dringlichkeitsausschuss

Der Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) ist ein Ausschuss zur Entscheidung in dringenden Fällen.
Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen
oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für
eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist
darzulegen. Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in allen jenen Fällen, wo zur Erlangung
wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche
Entscheidung des Aufsichtsrats erforderlich ist.
Dem Dringlichkeitsausschuss gehören vier von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder sowie
zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG an. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden und
einen Stellvertreter.
Der Ausschuss trat im Berichtsjahr nicht zusammen.
Mitglieder des Dringlichkeitsausschusses
Name

Funktion

Dr. Gerhard Roiss

Vorsitzender

Prof. Dr. Michael Süß

stellvertretender Vorsitzender

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Mitglied

Dr. Susanne Riess

Mitglied

Doris Dangl

Arbeitnehmervertreterin

Kurt Christof

Arbeitnehmervertreter

Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt entsprechend seiner Geschäftsordnung einen Vergütungsausschuss gemäß
ÖCGK, der sich aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Diesem Ausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:
•
•
•
•

Vorstandsverträge
Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands
Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder
Regelmäßige Überprüfung der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder

Mitglieder des Vergütungsausschusses
Name

Funktion

Dr. Gerhard Roiss

Vorsitzender

Prof. Dr. Michael Süß

stellvertretender Vorsitzender

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Mitglied

Der Vergütungsausschuss verfügt mit Dr. Roiss über den in Regel 43 ÖCGK geforderten Experten.
Im Geschäftsjahr 2018 fanden sieben Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand der
Sitzungen waren die Zielvereinbarungen und die Zielerreichung für die variablen Vergütungen des
Vorstands, Beendigungsvereinbarungen mit den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern sowie die
neuen Vorstandsverträge und die Festlegung der Vorstandsvergütung.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

39

Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, dem der
Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie drei weitere von den Aktionären gewählte Aufsichtsratsmitglieder
und zwei Arbeitnehmervertreter gemäß § 92 Abs. 4 AktG angehören. Den Vorsitz führt der Vorsitzende
des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter wird durch den Ausschuss gewählt.
Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten
im Vorstand und hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats vorzubereiten. Er hat darauf zu achten,
dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist.
Mitglieder des Nominierungsausschusses
Name

Funktion

Dr. Gerhard Roiss

Vorsitzender

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

stellvertretende Vorsitzende

Dr. Susanne Riess

Mitglied

Mag. Jürgen Roth

Mitglied

Doris Dangl

Arbeitnehmervertreterin

Ing. Wolfgang Liebscher

Arbeitnehmervertreter

Der Nominierungsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2018 fünf Sitzungen ab. Gegenstand dieser
Sitzungen waren die Vorbereitung von Wahlen in den Aufsichtsrat in der o. HV 2018 sowie die
Ausschreibung der Vorstandsmandate und die Vorbereitung der Bestellung des Vorstands samt der
Ressortverteilung im Juni 2018.
Zustimmungspflichtige Verträge – Interessenkollisionen

Im Geschäftsjahr 2018 lagen die nachfolgenden vom Aufsichtsrat der VERBUND AG entsprechend
Aktiengesetz und Österreichischem Corporate Governance Kodex (Regel 49) genehmigten Verträge
bzw. Geschäftsfälle zwischen dem VERBUND-Konzern und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern bzw.
Unternehmen mit Nahebeziehungen zu Aufsichtsratsmitgliedern vor:
Aufsichtsratsmitglied Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß

Die vom Aufsichtsrat im Jahr 2015 erteilte Rahmengenehmigung für die Lieferung von Wechselrichtern
durch die Fronius Gruppe (über konzernfremde Zwischenhändler bzw. die 50-%-Tochter Solavolta) in
Höhe von 600 Tsd. € pro Jahr sowie für die Lieferung von Kleingeräten an Gesellschaften von VERBUND
von jährlich 60 Tsd. € wurde im Geschäftsjahr 2018 nur teilweise ausgenutzt. Mag. Elisabeth
Engelbrechtsmüller-Strauß ist CEO der Fronius Gruppe.
Aufsichtsratsmitglied Mag. Jürgen Roth

Der Aufsichtsrat genehmigte im Jahr 2015 einen Vertrag über Stromlieferungen der VERBUND Sales
GmbH (VSA) für Tankstellen der Tank Roth GmbH mit einem geschätzten Auftragsvolumen von
170 Tsd. € pro Jahr ab 2016. Der Vertrag lief bis Ende 2018. Die tatsächlichen Lieferungen 2018 lagen
deutlich unter dem genehmigten Rahmen. Mag. Jürgen Roth ist geschäftsführender Gesellschafter der
Tank Roth GmbH.

GRI 102-25

40

Aufsichtsratsmitglied Mag. Stefan Szyszkowitz (ab 23. April 2018)

Zwischen VERBUND und dem Konzern der EVN, deren Vorstandssprecher Mag. Stefan Szyszkowitz ist,
besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits vor der
Mitgliedschaft von Mag. Szyszkowitz im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr 2018 wurde auf
Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 518 Tsd. € abgewickelt (ohne
Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Strom-, Gas- oder
Netzbezüge sowie Benützungsgebühren für verschiedene Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen betreffend die VERBUND Innkraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen über Stromlieferungen mit der e&t Energie HandelsgmbH, an der die EVN zu 45 % beteiligt ist.
Nach seiner bereits 2017 erteilten grundsätzlichen Zustimmung genehmigte der Aufsichtsrat 2018 die
vertragliche Gesamtbereinigung zwischen VERBUND AG und VTP einerseits und EVN andererseits im
Zusammenhang mit der Stilllegung der Kraftwerke Dürnrohr und Korneuburg mit Beendigung aller
anhängigen Gerichtsverfahren und Zahlung eines Betrags von 12 Mio. € an EVN.
Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Peter Weinelt

Zwischen VERBUND und dem Konzern der Wiener Stadtwerke, deren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Peter
Weinelt ist, besteht eine Vielzahl von teils langjährigen vertraglichen Beziehungen, die großteils bereits
vor der Mitgliedschaft von Dipl.-Ing. Peter Weinelt im Aufsichtsrat abgeschlossen wurden. Über die
Abwicklung dieser Verträge und ihren Umfang wird jährlich im Aufsichtsrat berichtet. Im Geschäftsjahr
2018 wurde auf Basis der bestehenden Verträge ein Auftragsvolumen von insgesamt 661 Tsd. € abgewickelt (ohne Geschäftsbeziehungen mit der Netztochter APG). Dies betraf im Wesentlichen Stromrechnungen und Netzgebühren sowie Betriebsführungen für Gesellschaften von VERBUND. Darüber hinaus
bestehen Vereinbarungen betreffend die VERBUND Innkraftwerke GmbH sowie Vertragsbeziehungen
über Stromlieferungen mit der e&t Energie HandelsgmbH, an der die Wiener Stadtwerke zu 45 % beteiligt sind.
Der Aufsichtsrat befasste sich auch im Geschäftsjahr 2018 mit möglichen (anderen)
Interessenkollisionen bei Aufsichtsratsmitgliedern, die sich insbesondere aus Aktivitäten bzw. Beteiligungen im Energiebereich oder an Unternehmen, die in einem Konkurrenzverhältnis zum VERBUNDKonzern stehen, ergeben könnten. Abgesehen von einer offengelegten 25%igen Beteiligung von
Fronius am Grünstromanbieter aWATTar bestätigten alle Aufsichtsratsmitglieder, dass ihrerseits keine
Interessenkonflikte vorliegen, die eine Meldung bzw. Offenlegung angezeigt erscheinen lassen. Nach
Einschätzung des Aufsichtsrats besteht kein grundlegender Interessenkonflikt, der Maßnahmen nach
sich ziehen müsste. Sollte es in Zukunft zu entsprechenden Konflikten kommen, werden rechtzeitig
geeignete Maßnahmen, wie z. B. Stimmenthaltung oder Nichtteilnahme bei der Beratung und Abstimmung zu einzelnen Tagesordnungspunkten, zu setzen sein.
Ein nach dem Rechnungshofbericht 2018 eingeholtes Gutachten bestätigt, dass seitens des Unternehmens ausreichende und angemessene Vorkehrungen getroffen wurden, damit mögliche Interessenkonflikte im Aufsichtsrat in angemessener Weise bewältigt werden.
Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. Ersatz verrechneter Spesen/Reisekosten)
betrugen im Jahr 2018 insgesamt 348.934 € (Vorjahr: 380.801 €).

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

41

In der Hauptversammlung am 17. April 2013 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die
Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, welches die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der
Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festlegt.
Vergütungsschema Aufsichtsrat

in €

Jährliche Aufwandsentschädigung
Vorsitzende(r)

25.000

Vorsitzende(r)-Stellvertreter

15.000

Mitglied

10.000

Sitzungsgeld

500

Diese Höhe der Vergütung kommt jeweils auch für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss, im Arbeitsausschuss (bis 23. April 2018) und im Strategieausschuss (ab 23. April 2018) zur Anwendung. Für die
Tätigkeit in anderen Ausschüssen erfolgt wie bisher keine gesonderte Vergütung.
An die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder
des Aufsichtsrats sind in die bei VERBUND bestehende D&O-Versicherung einbezogen.
Für das Geschäftsjahr 2018 wurden im Einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrats folgende
Vergütungen ausbezahlt:
in €

Vergütung an die Mitglieder des Aufsichtsrats
Name (ohne Titel)

Jährliche Aufwandsentschädigung

Sitzungsgelder

Gerhard Roiss, Vors.

65.000

7.000

Michael Süß, Vors.-Stv.

28.000

2.800

Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Vors.-Stv.

55.000

7.000

Harald Kaszanits

23.333

5.000

3.333

500

Werner Muhm

23.333

4.500

Susanne Riess

10.000

3.000

Jürgen Roth

10.000

3.000

6.667

2.000

Christa Wagner

23.333

4.000

Peter Weinelt

10.000

3.000

Anton Aichinger (bis 5.4.2018)

–

1.500

Kurt Christof

–

4.500

Doris Dangl (ab 5.4.2018)

–

5.500

Isabella Hönlinger

–

3.000

Wolfgang Liebscher

–

4.000

Hans Pfau

–

4.500

Peter Layr (bis 23.4.2018)

Stefan Szyszkowitz (ab 23.4.2018)

Arbeitnehmervertreter

42

Hauptversammlung
Nähere Informationen
zur Hauptversammlung
sind in den „Disclosures
on Management
Approach“ (DMA) auf
www.verbund.com >
Investor Relations >
Finanzpublikationen
abrufbar

In der Hauptversammlung, die mindestens einmal jährlich stattfindet, nehmen die Aktionäre ihre
Rechte wahr und üben ihr Stimmrecht aus. Dabei haben alle Aktionäre die Möglichkeit, im Rahmen
ihres Auskunfts- und Antragsrechts mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Dialog zu treten und ihre
Stellungnahmen abzugeben bzw. ihre Anliegen vorzubringen.
Zu den wichtigsten Aufgaben bzw. Kompetenzen der Hauptversammlung gehören die Entscheidung
über die Gewinnverwendung, die Wahl des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers, die Entlastung
des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung.
Die Tagesordnung und die gefassten Beschlüsse der 71. o. Hauptversammlung vom 23. April 2018
sowie die Abstimmungsergebnisse können auf der Website unter www.verbund.com > Investor
Relations > Hauptversammlung eingesehen werden.

Diversitätskonzept zur Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat
(§ 243c Abs. 2 Z. 2a UGB)
GRI 405-1
GRI 103-2
SDG 5

Studien belegen, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen und über eine höhere Effektivität
und Innovationskraft verfügen als homogen zusammengesetzte Gruppen. Das gilt auch für die
Leitungsorgane von Unternehmen. Daher sollen bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats
zusätzlich zu den allgemeinen und unternehmensspezifischen Anforderungen zur fachlichen und
persönlichen Qualifikation auch die folgenden Grundsätze Anwendung finden, um die Vorteile unterschiedlicher Perspektiven für unternehmerische Entscheidungen optimal nutzen zu können:
Aufsichtsrat

Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats sind das Lebensalter seiner
Mitglieder und die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, die ausgeglichene Vertretung der
Geschlechter, die Internationalität sowie ein ausgewogener Ausbildungs- und Berufshintergrund der
Mitglieder.
Alter: Angestrebt wird eine ausgewogene Altersstruktur der Mitglieder, wobei zwischen dem ältesten

und dem jüngsten Mitglied ein Altersunterschied von mindestens 20 Jahren liegen soll, um die
verschiedenen Sichtweisen der Generationen einfließen zu lassen.
Kein Mitglied soll mehr als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören.
Vertretung der Geschlechter: Mit dem im April des vergangenen Jahres erfolgten Wechsel im Aufsichtsrat wird die seit Jänner 2018 geltende gesetzliche Quote von 30 % des im Aufsichtsrat geringer
vertretenen Geschlechts (bei VERBUND also Frauen) im Aufsichtsrat der VERBUND AG (Gesamtbetrachtung) eingehalten.
Zielsetzung ist, dass dem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2011 entsprochen wird: In
Aufsichtsräten von Bundesbeteiligungen sind bis 2018 mindestens 35 % der Kapitalvertreter Frauen.
Internationalität: Dem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl von Mitgliedern angehören
(mindestens drei), die einen wesentlichen Teil ihrer beruflichen Tätigkeit im Ausland verbracht oder
langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

Ausbildungs- und Berufshintergrund: Angestrebt wird, dass die Aufsichtsratsmitglieder über möglichst breit gestreute Ausbildungen und Erfahrungen aus unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten
verfügen. Im Aufsichtsrat soll ausgewiesene Kompetenz und Expertise in jedem der folgenden Bereiche
von mindestens einem Aufsichtsratsmitglied eingebracht werden:
• Wirtschaft/Management/Finanzen/Personal/Risk Management
• Juristische Fachkenntnisse
• Markt/Kunden
• Technische Fachkenntnisse/Innovation
• Nachhaltigkeit/Umwelt/Stakeholder Management

Diese Diversitätskriterien wird der Aufsichtsrat bei seinen Vorschlägen zu den nächsten Wahlen in
den Aufsichtsrat beachten. Die Funktionsperiode sämtlicher aktueller Aufsichtsratsmitglieder läuft bis
zur ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2020.
Vorstand

Maßgebliche Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung des Vorstands sind ein ausgewogener
Ausbildungs- und Berufshintergrund, die Internationalität sowie die Dauer der unveränderten Zusammensetzung.
Ausbildungs- und Berufshintergrund: Neben umfangreicher Managementerfahrung und umfassen-

den Branchenkenntnissen sollen Vorstandsmitglieder eine fundierte Ausbildung und einschlägige
Berufserfahrung entweder im technischen oder im kaufmännisch-administrativen Bereich aufweisen.
Vertretung der Geschlechter: Dem Vorstand soll mittelfristig eine Frau angehören.
Internationalität: Ein Teil der Vorstandsmitglieder soll einen wesentlichen Teil seiner beruflichen
Tätigkeit im Ausland verbracht oder langjährige Erfahrung im internationalen Geschäft haben.
Dauer der Zusammensetzung: Der Vorstand soll nicht länger als zehn Jahre in unveränderter
Zusammensetzung bzw. Ressortverteilung arbeiten.
Bei der Bestellung des Vorstands im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat diese Aspekte beachtet.

43

44

Maßnahmen zur Förderung von Frauen
(§ 243c Abs. 2 Z. 2 UGB)

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich VERBUND gesellschaftsrelevanter Themen wie der
Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. VERBUND behandelt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher
Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird
entschieden entgegengetreten.
GRI 405-1
Detaillierte
Informationen zu den
Frauenförderungsmaßnahmen finden sich
im Geschäftsbericht im
Kapitel „Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sowie
gesellschaftliche
Verantwortung“
SDG 5

Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss,
da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Hauptversammlung
fällt bzw. von der Entsendung durch die Arbeitnehmervertretung abhängt. Mit Elisabeth
Engelbrechtsmüller-Strauß, Susanne Riess und Christa Wagner sowie den Arbeitnehmervertreterinnen
Doris Dangl und Isabella Hönlinger gehören dem Aufsichtsrat der VERBUND AG fünf Frauen an, das
entspricht einem Frauenanteil von einem Drittel.
Per 31. Dezember 2018 sind konzernweit acht Frauen in leitenden Positionen (erste und zweite
Führungsebene) beschäftigt. Somit beträgt der Frauenanteil in leitenden Positionen 9,5 %. Der Frauenanteil am gesamten konzernweiten Mitarbeiterstand beträgt 17,6 %. Seit 2012 übt eine weibliche
Führungskraft ihre Tätigkeit in Teilzeit aus.
Um die nachhaltige Verankerung und die Weiterentwicklung des betrieblichen Diversity
Managements sicherzustellen, werden sämtliche Gleichbehandlungsagenden umfassend von der
Diversity und Inclusion Managerin wahrgenommen.
VERBUND fördert Frauen durch verschiedene Maßnahmen, die hier exemplarisch aufgezählt werden:

• Im Rahmen der VERBUND-Diversitätsstrategie ist die Dimension Geschlecht eine Schwerpunktdimension, für die Ziele und Maßnahmen vereinbart und umgesetzt werden.
• Führungskräfte der ersten Führungsebene werden auch an Zielen zur Förderung der Gleichbehandlung von Frauen gemessen.
• Das VERBUND-Frauennetzwerk setzt sich mit der laufenden Entwicklung einer nachhaltigen Strategie
zum Thema VERBUND-Frauenförderung auseinander.
• VERBUND vergibt jährlich ein Stipendium an hochqualifizierte Technikstudentinnen.
• VERBUND nimmt am Töchtertag teil, um bereits früh Schülerinnen anzusprechen und sie für die
spannenden technischen Berufe zu begeistern.
• VERBUND hat 2018 bereits zum vierten Mal das Zertifikat „Audit berufundfamilie“ erhalten.
• VERBUND erstellt regelmäßig den Einkommensbericht zum Vergleich der Gehälter von Männern und
Frauen.

INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT Konsolidierter Corporate Governance Bericht

Wien, am 14. Februar 2019
Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstands

Mag. Dr. Michael Strugl
Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

45

46

Konzernlagebericht

KONZERNLAGEBERICHT

47

Der Konzernlagebericht bezieht sich auf den Konzernabschluss von VERBUND. Dieser wurde gemäß
§ 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie
sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Für Links und Verweise auf externe
Quellen im Konzernlagebericht wird keine Haftung übernommen.
VERBUND hat sich entschieden, anstelle einer nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht zu erstellen. Dieser Bericht über nichtfinanzielle Informationen
(NFI-Bericht) findet sich als separates Kapitel im Anschluss an den Lagebericht.

Rahmenbedingungen
Im Geschäftsjahr 2018 erhöhten sich die Rohstoffpreise für Erdöl, Erdgas und Kohle, bevor es im
Oktober 2018 zu einem Rückgang der Preise kam. Aufgrund einer befürchteten Verknappung der CO2Zertifikate mit der 2019 startenden Marktstabilitätsreserve sind die CO2-Preise 2018 deutlich gestiegen.
Beide Entwicklungen haben zu einem Anstieg der Stromgroßhandelspreise geführt.
Die Stromnachfrage ist 2018 leicht gestiegen. Die im Vergleich zu 2017 etwas höhere Stromnachfrage
ab dem zweiten Quartal 2018 konnte die niedrigere Nachfrage in den Wintermonaten 2018 ausgleichen.

VERBUND begleitet seine Kunden mit Innovationskraft

in ein neues Energiezeitalter.

Die klare strategische Positionierung von VERBUND als Energieunternehmen mit Fokus auf nachhaltiger erneuerbarer Energie in Verbindung mit rechtzeitig umgesetzten organisatorischen und strukturellen Maßnahmen führt VERBUND in eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die weitere Entwicklung
des Unternehmens. Herausforderungen wie u. a. die Digitalisierung, die Dekarbonisierung und die
Dezentralisierung des Energiesystems bieten VERBUND eine Vielzahl von Chancen für eine weitere
positive Entwicklung.
Konjunkturelle Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft in stabiler Wachstumsphase

Das stabile Wirtschaftswachstum seit Mitte 2016 setzte sich auch 2018 fort und betrug wie im Vorjahr
3,7 %. Der gesamtwirtschaftliche Produktionsanstieg war in den USA weiterhin – trotz der weltweiten
Handelsstreitigkeiten und des dadurch sinkenden Vertrauens von Investoren – stark. So wuchs die
Wirtschaft 2018 in den USA um + 2,9 % und im Euroraum um + 1,8 %. In Japan fiel das Wirtschaftswachstum im Vergleich zu 2017 (+ 1,9 %) mit + 0,9 % niedriger aus (alle Daten gemäß der Prognose des
Internationalen Währungsfonds, IWF, vom Jänner 2019).
Das chinesische Wirtschaftswachstum wies mit + 6,6 % 2018 den niedrigsten Stand seit 2009 auf.
Negativ auf das Wachstum wirkte sich vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China aus.

48

China versuchte mit gelockerter Geld- und Haushaltspolitik das Wachstumsniveau relativ stabil zu
halten. Russland und Brasilien zeigten zwar im Vergleich geringere Wachstumsraten, diese lagen in
beiden Ländern jedoch über den Vorjahreswerten 2017.
Im Euroraum stieg das Wirtschaftswachstum 2018 im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode um
+ 1,8 % (2017: + 2,4 %). In wichtigen Ländern des Euroraums belastete seit Jahresbeginn 2018 die
Dämpfung der Außenhandelsaktivität die Konjunktur. Im Jahr 2018 ist die Wirtschaft in Deutschland
um + 1,5 % gewachsen. Für 2019 gehen die IWF-Experten für Deutschland von einem BIP-Wachstum
von + 1,3 % aus. Gründe dafür sind dem Währungsfonds zufolge ein sich abkühlendes Exportgeschäft
und eine schwächere Industrieproduktion.
Im internationalen Vergleich wies Österreich 2018 eine gute Konjunktur auf. Das Wirtschaftswachstum erhöhte sich u. a. aufgrund der regen Industriekonjunktur um + 2,7 % (WIFO-Konjunkturprognose
vom Jänner 2019). Die oben angesprochenen Unsicherheiten werden auch in Österreich das Wachstum
im Jahr 2019 dämpfen. Für 2019 wird eine Wachstumsrate von rund 2,0 % prognostiziert. Der Konsum
der privaten Haushalte unterstützt die positive Konjunkturentwicklung weiterhin, kann aber den Nachfrageausfall im Außenhandel nicht voll kompensieren.
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
Stromverbrauch in Österreich gestiegen

Österreichs Stromverbrauch stieg im Jahr 2018 nach ersten Daten der E-Control um 0,3 % (gesamte
Elektrizitätsversorgung, Inlandsstromverbrauch ohne Verbrauch für Pumpspeicherung).
Die Stromerzeugung aus Wasserkraft kam 2018 mit – 2,2 % unter dem Erzeugungsniveau von 2017 zu
liegen. Im ersten Halbjahr 2018 lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft bis auf den Monat März deutlich über den Erzeugungsmengen 2017 (+ 24 %). Im zweiten Halbjahr 2018 war die Erzeugung aus
Wasserkraftwerken aufgrund der langen Trockenperiode um fast ein Viertel niedriger als 2017.
Die Stromproduktion aus thermischen Kraftwerken lag im Jahresschnitt 2018 mit – 7,0 % deutlich
unter den Erzeugungswerten von 2017. Lediglich im März sowie von September bis Dezember 2018
übertraf die Erzeugung die Vorjahreswerte.
Auch die Erzeugung aus Windkraftanlagen lag mit – 10,3 % aufgrund des geringeren Winddargebots
unter dem Vorjahreswert. Die „sonstige Erzeugung“ erhöhte sich um 4,5 %. So umfasst die „sonstige
Erzeugung“ die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse – diese
fällt unter die thermische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen.
Insgesamt lag die Stromproduktion in Österreich 2018 um 3,7 % unter dem Vorjahreswert.
Sowohl die Stromimporte (– 4,4 %) als auch die Stromexporte (– 16,2 %) sanken 2018. Der Importsaldo
erreichte 2018 8.947 GWh. Dies stellte ein Minus von 2.401 GWh gegenüber dem Vorjahr dar.
Ölpreis: deutlicher Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr

Das Barrel der Sorte Brent (Frontmonat) kostete 2018 knapp 72 $/bbl gegenüber rund 55 $/bbl im Jahr
2017. Dies entspricht einem Preisanstieg von über 30 %.
Der Ölmarkt war im Jahr 2018 vor allem durch den drohenden Handelsstreit zwischen den USA und
China sowie den Ausstieg der USA aus dem Iran-Abkommen und durch die angekündigten Sanktionen
der USA gegenüber dem Iran geprägt. So schwankte der Preis für die Ölsorte Brent zu Beginn des Jahres
lange Zeit zwischen 60 und 70 $/bbl. Danach wirkten Produktionskürzungen der OPEC, die Ankündigung der Wiedereinführung von Sanktionen gegenüber dem Iran, gepaart mit einer ungebremsten

KONZERNLAGEBERICHT

Ölnachfrage, stützend auf den Ölpreis: Bis Ende Mai 2018 wurde dabei beinahe die Marke von 80 $/bbl
erreicht. Meldungen, wonach die OPEC gemeinsam mit Russland über eine Erhöhung ihrer Förderungen nachdenkt, sowie ein robustes Wachstum der US-Förderung und der Anstieg der US-Rohöllagerbestände führten schließlich zu einer Korrektur der Rohölpreise. Bis Mitte Juni 2018 gaben die
Preise auf rund 70 $/bbl nach. Danach zeigten sich wieder die drohenden Sanktionen gegen den Iran
als preisbestimmend, der Ölpreis stieg bis Anfang Oktober auf über 85 $/bbl. Nachdem sich die Förderkürzungen durch die Iran-Sanktionen als doch nicht so gravierend erwiesen (acht wichtige Ölabnehmer
wurden von dem Verbot, iranisches Öl zu kaufen, ausgenommen) und gleichzeitig Saudi-Arabien, Russland und die USA ihre Produktion ausweiteten, kam es ab Mitte Oktober zu einem starken Rückgang der
Ölpreise auf zwischenzeitlich unter 60 $/bbl. Der Beschluss der OPEC und Russlands bezüglich Förderkürzungen führte nur kurz zu einer Stabilisierung des Ölpreises bei knapp 60 $/bbl. Zu Jahresende 2018
gab der Ölpreis weiter nach und lag schließlich unter 55 $/bbl.
Preisanstieg bei Gas

Am europäischen Handelspunkt NCG lagen die Spotnotierungen im Jahresdurchschnitt 2018 bei knapp
23 €/MWh und damit um gut 5 €/MWh über dem Vorjahreswert. Im Terminhandel wurden Lieferkontrakte für das kommende Jahr (NCG-Frontjahr) mit rund 21 €/MWh abgerechnet. Das sind knapp
4 €/MWh mehr, als 2017 für das NCG-Frontjahr bezahlt werden musste. Sowohl der starke Ölpreis als
auch steigende Preise für LNG wirkten 2018 stützend auf die Gaspreise in Europa.
Weiterer Anstieg beim Preis für Kraftwerkskohle

In 2018 kam es gegenüber dem Vorjahr auch zu einem deutlichen Preisanstieg bei Kraftwerkskohle: Mit
durchschnittlich 87 $/t lag der Kohlepreis am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um mehr als 13 $ oder fast
20 % über dem Vorjahr.
Auch die Kohlepreise am Spotmarkt lagen 2018 um 8 % über den jahresdurchschnittlichen Notierungen
des Vorjahrs. Die Kohlenotierungen haben von der allgemeinen Aufwärtsbewegung an den Rohstoffmärkten profitiert, gleichzeitig blieb die Nachfrage aus der EU, Japan und Korea hoch. Indonesien als
wichtiger Exporteur blieb hingegen hinter den geplanten Kohleausfuhren zurück.

49

50

Preisentwicklung Kohle, Öl und Gas in €/MWh thermisch

50

40
Heizöl 1,0 %
30

Gas NCG

20
Kohle ARA
10

0
2014

2015

Monatsdurchschnittspreise, Terminmarkt Frontjahr

2016

2017

2018
Quelle: ICE, EEX

EU reformiert Emissionshandel
CO2Zertifikatepreise in €/t CO2
16,1

5,4

5,9

16

17

EUA Front-Year-Future;
Jahresdurchschnittswerte

18

Die Anfang 2018 vom Rat und dem EU-Parlament erzielte Einigung über eine Reform des Emissionshandelsregimes wirkte sich preisstützend am Emissionshandelsmarkt aus. Geeinigt hatte man sich auf
schärfere Klimaziele für die dem Emissions Trading System der EU (EU-ETS) unterliegenden Anlagen
der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie. Die Menge an Treibhausgasen, die sie emittieren dürfen, soll zwischen 2021 und 2030 jährlich um 2,2 % – und damit stärker als bisher – sinken.
Gleichzeitig werden Verschmutzungsrechte vom Markt genommen, um das Angebot zu verknappen.
Dies führte 2018 fast zu einer Verdreifachung der CO2-Preise. Waren 2017 noch durchschnittlich knapp
6 €/t zu bezahlen, lag dieser Wert 2018 bei rund 16 €/t (Terminmarkt Frontjahr). Kurzzeitig stieg der Preis
sogar auf über 25 €/t, dem folgte jedoch eine Korrektur nach unten. Erst zum Jahresende 2018 erreichte
der CO2-Preis beinahe wieder diesen Wert.

Quelle: ICE

Stromgroßhandelspreise stiegen stark an

Der Stromgroßhandelsmarkt 2018 war einerseits geprägt von einem starken Preisanstieg im Zuge
der Preisentwicklung an den Primärenergie- und CO2-Märkten und andererseits von der Trennung
der gemeinsamen Preiszone von Deutschland und Österreich ab dem 1. Oktober 2018. Die stark
steigende Stromproduktion aus Windkraftanlagen im Norden Deutschlands konnte aufgrund fehlender
Netzkapazitäten nicht in ausreichendem Maß nach Süden transportiert werden und führte zu unerwünschten Netzflüssen über Polen und Tschechien. Um diese unerwünschten Netzflüsse zu
reduzieren, wurde von deutscher Seite eine Bewirtschaftung der deutsch-österreichischen Grenze
vorangetrieben.
Der Anfang Oktober 2018 eingeführte Netzengpass zwischen Österreich und Deutschland führte erwartungsgemäß zu höheren Strompreisen in Österreich, da der relativ günstige Stromüberschuss aus deutschen Erneuerbaren nicht mehr in gewohntem Ausmaß nach Österreich geliefert werden konnte. In den
ersten drei Monaten der Markttrennung (Oktober bis Dezember 2018) lag der Preis am österreichischen
Spotmarkt um durchschnittlich rund 7,3 €/MWh über jenem in Deutschland. Die weitere Entwicklung
bleibt abzuwarten.

KONZERNLAGEBERICHT

51

Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX SPOT für Grundlaststromlieferungen (Base) lag im Jahr 2018 mit 46,3 €/MWh um rund 34 % über jenem des Vorjahrs
(ab 1. Oktober 2018 Preise des Marktgebiets Österreich). Der Preis für Spitzenenergie (Peak) lag mit
54,0 €/MWh um 25 % über dem Mittelwert von 2017. Der durchschnittliche Preis für sofortige Grundlaststromlieferungen (Base) für das Marktgebiet Deutschland (ab 1. Oktober 2018) lag bei 44,5 €/MWh, jener
für Spitzenenergie (Peak) bei 52,1 €/MWh. Preistreibend wirkten hier vor allem die gestiegenen Preise von
Kraftwerkskohle und CO2.
Strompreisentwicklung am Spotmarkt (Base) in €/MWh

80
Base AT
64

48
Base DE
32

16

0
2014

2015

2016

2017

2018

Bis 30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Monatsdurchschnittspreise

Quelle: EPEX Spot

Die European Energy Exchange (EEX) führte vor dem Hintergrund der Spaltung der deutschösterreichischen Preiszone im ersten Halbjahr 2017 zusätzlich zur bestehenden Phelix-Produktpalette für
die deutsch-österreichische Preiszone Terminprodukte für Deutschland (Phelix-DE-Futures) und
Österreich (Phelix-AT-Futures) ein.
Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2018 für das Marktgebiet Österreich
Grundlast für 2019 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 46,64 €/MWh und Spitzenenergie (FrontjahrPeak) mit 56,84 €/MWh gehandelt. Im Jahr 2017 waren für Frontjahr-Base-Kontrakte durchschnittlich
32,38 €/MWh und für Frontjahr-Peak-Kontrakte noch 40,51 €/MWh (für das gemeinsame Marktgebiet
Deutschland und Österreich) zu bezahlen. Für das Marktgebiet Deutschland lagen die Preise für Frontjahr-Base 2018 im Durchschnitt bei 43,84 €/MWh und für Frontjahr-Peak bei 53,95 €/MWh. Die Gründe
des Preisanstiegs sind in gestiegenen CO2-, Gas- und Kohlepreisen zu sehen.

52

Strompreisentwicklung am Terminmarkt (Base) in €/MWh

100

80

60
Front-Year-Base AT
40

Front-Year-Base DE

20

0
2014

2015

2016

2017

2018

2014-2017 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich separat dargestellt, Achsenbezeichnung bezieht sich auf
den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauffolgenden Jahr. Monatsdurchschnittspreise

Quelle: EEX

VERBUND vermarktet den Großteil der Stromerzeugung im Voraus am Terminmarkt, um kurzfristige
Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung auf dem Terminmarkt im Jahr 2018 hatte nur
einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode. Sie wird sich jedoch auf die
Ergebnisse der Folgeperioden positiv auswirken.

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen

2018 konnten der Rat und das EU-Parlament nach umfangreichen Verhandlungen während der österreichischen Präsidentschaft die letzten noch offenen Punkte des Clean Energy Package (CEP) klären.
In Österreich präsentierte die Bundesregierung ihre Klima- und Energiestrategie (#mission2030),
welche die Senkung der Primärenergieintensität bis 2030 um 25– 30 % gegenüber 2015 und bilanziell
100 % heimischen erneuerbaren Strom bis 2030 vorsieht. Neuerungen gibt es unter anderem bei den
Themen Systemnutzungsentgelte und Österreichische Beteiligungs AG.
EU-Energiepolitik
„Clean Energy for all Europeans“ – Verhandlungen zum Gesetzespaket abgeschlossen

Nach zweijährigen Verhandlungen der europäischen Gesetzgeber konnte die österreichische Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 die Verhandlungen zum Clean Energy Package abschließen. Im
Kern wurden damit neue Ziele für den Erneuerbaren-Ausbau und die Energieeffizienz bis 2030 festgelegt, verschiedenste Barrieren für den Energiebinnenmarkt abgebaut und Konsumenten sowie neuen
Marktakteuren der Zugang zum Energiemarkt erleichtert.
Konkret soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch auf EU-Ebene bis
2030 32 % ausmachen, im Transportbereich sollen 14 % der Kraftstoffe erneuerbar sein. Bei der Energieeffizienz wurde ein indikatives (EU-weites) Einsparungsziel für 2030 von 32,5 % festgelegt. Sowohl die
Höhe des Erneuerbaren- als auch des Effizienzziels soll 2023 nochmals zur Diskussion gestellt und
eventuell nachgeschärft werden. Die in der Governance-Verordnung festgelegten Berichtspflichten
sollen die Einhaltung der Zielpfade der nationalen Energie- und Klimapläne gewährleisten. Bei Abweichung ist mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie

KONZERNLAGEBERICHT

(RED II) gibt vor, Förderungen künftig grundsätzlich auszuschreiben und marktorientiert zu gestalten.
Zudem gibt sie einen Rahmen für die Eigenerzeugung vor. Binnenmarktrichtlinie und -verordnung
bauen Barrieren auf den Energiehandelsmärkten ab, führen Regeln für marktbasierte Kapazitätsmechanismen bei Versorgungsengpässen ein, schreiben einen neuen Prozess für die Einführung von
Preiszonen vor, stärken die regionale Kooperation von Übertragungsnetzbetreibern und passen den
gesetzlichen Rahmen für Verteilnetzbetreiber den geänderten Marktbedingungen an. Weiters wird ein
Level Playing Field für alle Erzeugungstechnologien inklusive der Flexibilitätsinstrumente wie Speicher
oder Demand Response eingeführt. Speicher sollen zukünftig weiterhin grundsätzlich von Akteuren am
Markt und nur in Ausnahmefällen von regulierten Netzbetreibern betrieben werden. Außerdem wird
die europäische Regulierungsbehörde ACER gestärkt.
Langfristige europäische Dekarbonisierungsstrategie „A Clean Planet for All“

Ende November 2018 wurde ein Diskussionspapier der EU-Kommission für eine neue Klimaschutzstrategie bis 2050 vorgelegt. Die Kommission spricht sich dafür aus, ab 2050 netto keine CO2-Emissionen
mehr auszustoßen. Das Jahr 2019 soll dafür genutzt werden, die vorgeschlagenen Szenarien zu diskutieren. Die neue EU-Kommission wird dann nach breiter Konsultation und auf Basis der Ergebnisse des
Europäischen Rats vom Mai 2019 eine finale Strategie vorlegen.
CO2-Reduktion in der Mobilität

Um den CO2-Ausstoß im Mobilitätsbereich zu reduzieren, wurden 2018 verschiedene Gesetzgebungsvorhaben verhandelt. Ab 2021 sollen neue CO2-Standards sowohl für Pkws als auch leichte und
schwere Nutzfahrzeuge eingeführt werden, die zu einer signifikanten Dekarbonisierung des Verkehrssektors bis 2030 führen sollen. Mit der Clean-Vehicles-Richtlinie soll unter anderem der öffentliche
Sektor angehalten werden, bei der Vergabe von Aufträgen für neue Fahrzeuge einen wesentlichen Anteil
in CO2-freie Antriebsformen zu investieren.
Wasserkraft: Umweltleitlinien und Beginn der Revisionsarbeiten für die Wasserrahmenrichtlinie

Nach einem mehrjährigen Prozess wurden im Mai 2018 die Leitlinien für die Errichtung und den
Betrieb von Wasserkraftprojekten in Natura-2000-Gebieten von der EU-Kommission veröffentlicht. Sie
legen die bestehende Natura-2000-Gesetzgebung im Hinblick auf die Wasserkraft detaillierter aus und
haben als Ziel, die nationalen Anwendungen zu harmonisieren und Best Practices aufzuzeigen.
Die Arbeiten zur Revision der Wasserrahmenrichtlinie wurden 2018 mit einer öffentlichen Konsultation
gestartet, die bis März 2019 andauern soll.
Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Österreich
Klima- und Energiestrategie – #mission2030

Die vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und dem Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) federführend betreute Klima- und Energiestrategie
der Bundesregierung (#mission2030) wurde im Mai 2018 verabschiedet. Mit der Strategie wurde ein
strukturierter Rahmen für die notwendigen Handlungsfelder im Bereich der Klima- und Energiepolitik
vorgegeben. Es werden eine weitgehende Dekarbonisierung des Wirtschaftssystems bis 2050, die
Senkung der Primärenergieintensität um 25– 30 % bis 2030 gegenüber 2015 und eine Deckung des
Gesamtstromverbrauchs bilanziell zu 100 % aus Strom aus heimischen erneuerbaren Energieträgern bis

53

54

2030 angestrebt. Die Klima- und Energiestrategie wird derzeit legistisch und regulatorisch umgesetzt.
Zentrales Element im Strombereich ist das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, mit dem die Ökostromförderung neu gestaltet wird. Dazu werden insbesondere das ÖkostromG, aber auch das ElWOG und
das GWG novelliert.
Standort-Entwicklungsgesetz (StEntG)

Das vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) vorgelegte StandortEntwicklungsgesetz wurde im Dezember 2018 im Parlament beschlossen.
Mit dem StEntG soll ermöglicht werden, dass die Bundesregierung einzelnen Vorhaben, die der
(Weiter-)Entwicklung des Wirtschaftsstandorts in außerordentlichem Maße dienen, das besondere öffentliche Interesse der Republik bestätigen kann. Daraus leiten sich in der Folge unterschiedliche verfahrensbeschleunigende Maßnahmen ab. Wird eine Entscheidung von der Umweltverträglichkeitsprüfungsbehörde (UVP-Behörde) nicht spätestens zwölf Monate nach Antragstellung erlassen, hat das Verwaltungsgericht aufgrund einer Säumnisbeschwerde des Projektwerbers im Genehmigungsverfahren in der
Sache selbst zu entscheiden.
Änderung bei Systemnutzungsentgelten

Mit der Novelle zur Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-V-Novelle) legte die E-Control die Netztarife für 2019 fest. Hervorzuheben ist, dass es damit zu einer signifikanten Entlastung der Erzeugung
bei der Tarifkomponente „Systemdienstleistungsentgelt“ kommt. Grund dafür ist das Inkrafttreten der
EU-Leitlinie über den Systemausgleich im Elektrizitätsversorgungsystem.
Energie-Ausbau-Gesetz (EAG)

Das BMNT hat 2018 mit den Arbeiten am neuen Energie-Ausbau-Gesetz (EAG) begonnen. Im Dezember
2018 wurde eine Punktation zum EAG mit den zentralen Elementen zum neuen Erneuerbare-EnergienFörderregime (EE-Förderregime) in Form eines Ministerratsvortrags vorgelegt. Die Vorlage des Gesetzesentwurfs erfolgt voraussichtlich im zweiten Quartal 2019. Kernstück des EAG ist die Neugestaltung der
Erneuerbaren-Förderungen. Hier sollen sowohl die Vorgaben der EU-Energie- und -Umweltbeihilfeleitlinien sowie jene der Erneuerbaren-Richtlinie (RED II) einfließen, beispielsweise der Umstieg von
Einspeisetarifen hin zu Marktprämien. Weiters werden mit dem EAG auch die Themenblöcke Marktdesign, Systemverantwortung sowie Sektorkopplung adressiert.
Umweltpaket des BMNT

Im Herbst 2018 wurde das sogenannte Umweltpaket (Aarhus-Beteiligungsgesetz, Bundesumwelthaftungsgesetz, B-UHG, und Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, UVP-G) beschlossen. Das AarhusBeteiligungsgesetz setzt ein EuGH-Urteil zu den Verfahrensrechten anerkannter Umweltorganisationen
sowie die Bestimmungen der dritten Säule der Aarhus-Konvention in drei Materiengesetzen um, u. a.
im WasserrechtsG. Die Novelle des B-UHG passt die Rechtslage an ein EuGH-Erkenntnis an, womit in
Zukunft die Ausnahme vom Anwendungsbereich des Umweltschadensbegriffs des B-UHG bei Schädigungen der Gewässer nur mehr dann gilt, wenn die wasserrechtliche Bewilligung in Anwendung des
§ 104a WRG (Ausnahme vom Verschlechterungsverbot) erteilt wurde. Das novellierte UVP-G sieht
diverse verfahrensbeschleunigende Maßnahmen vor – beispielsweise die Beiziehung eines Standort-

KONZERNLAGEBERICHT

anwalts und die Begrenzung der Frist für Behördenentscheidungen auf sechs Wochen. Weiters wurden
Mindestkriterien für NGOs als Voraussetzung für die Erlangung einer Parteistellung festgelegt.
Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NISG)

Das NISG, das Ende 2018 beschlossen wurde, setzt die Netz- und Informationssicherheits-Richtlinie der
Europäischen Union um. Das Ziel ist ein hohes Sicherheitsniveau von Netz- und Informationssystemen. Insbesondere werden nationale Koordinierungsstrukturen zur Prävention sowie zur Bewältigung
von Sicherheitsvorfällen und Computernotfallteams zur Unterstützung der „Betreiber wesentlicher
Dienste“ – darunter fällt u. a. der Energiebereich – eingerichtet. VERBUND wird als Betreiber eines
wesentlichen Diensts vom Gesetz betroffen sein und in Zukunft mit den Behörden in Fragen der Cybersicherheit eng kooperieren. VERBUND ist zudem Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Computer
Emergency Response Team (CERT). Diese hat in den vergangenen Jahren ein österreichisches Energy
CERT (E-CERT) aufgebaut, das künftig auch die im NISG vorgesehene Rolle eines solchen
Computernotfallteams für den Energiesektor wahrnehmen soll.
Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG)

Das „Bundesgesetz, mit dem das ÖIAG-Gesetz 2000, das Bundesimmobiliengesetz und das Finanzmarktstabilitätsgesetz geändert werden“ sieht eine formändernde Umwandlung der Österreichische
Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH in eine Aktiengesellschaft mit der Firmenbezeichnung
Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) vor. Dieses Gesetz bringt auch eine Betrauung der ÖBAG mit
der Verwaltung der Anteilsrechte des Bundes an der VERBUND AG. Die konkrete Ausgestaltung der
Aufgaben der ÖBAG in Bezug auf die VERBUND AG soll durch einen Managementvertrag zwischen der
Republik Österreich und der ÖBAG geregelt werden. Die Eigentumsverhältnisse an der
VERBUND AG bleiben davon unberührt.
Gesetzliche Neuerungen für den Energiesektor in Deutschland
Einsetzung der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“

Die deutsche Bundesregierung hat am 6. Juni 2018 die Einsetzung der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ beschlossen. Der Auftrag an die Kommission war, einen Kohleausstiegspfad
zu erarbeiten, mit dem die kurz-, mittel- und langfristigen Klimaschutzziele erreicht werden können.
Zudem sollte die Kommission Vorschläge für eine Strukturentwicklung in den betroffenen Regionen vorlegen, mit denen Wachstum und Beschäftigung gestärkt werden können. Der am 26. Jänner 2019 vorgelegte
Abschlussbericht der Kommission empfiehlt der Bundesregierung einen Fahrplan zum schrittweisen
Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 durch einen zügigen Ausbau von Energiespeichern und Sektorkopplungstechnologien, wobei den Braunkohleregionen und Steinkohlestandorten
durch Strukturhilfen eine zukunftssichere Perspektive gegeben werden soll. Außerdem soll der Umstieg
von Kohle auf Gas durch eine beschleunigte Genehmigung neuer Gaskraftwerke ermöglicht werden. Die
Kommission empfiehlt, die Maßnahmen durch ein regelmäßiges Monitoring zur Kontrolle der Umsetzung
und der Wirksamkeit der Maßnahmen mit Blick auf die Strompreise, die Versorgungssicherheit und den
Klimaschutz zu begleiten.

55

56

Verordnung zur schrittweisen Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte

Die Verordnung zur schrittweisen Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte trat am
29. Juni 2018 in Kraft. Die Verordnung sieht vor, dass die Netzentgelte für die Nutzung der Übertragungsnetze schrittweise bundesweit vereinheitlicht werden. Der Umsetzungsprozess wird zum
1. Jänner 2023 abgeschlossen sein. Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichten im Oktober 2018
ihre Netzentgelte erstmalig für das Jahr 2019 auf Basis der neuen Regelungen. 2019 wird für 20 % der
Kosten der Übertragungsnetzbetreiber ein einheitliches Entgelt ermittelt.

KONZERNLAGEBERICHT

57

Finanzen
Einflussfaktoren auf das Ergebnis
Großhandelspreise für Strom

kontrahierte den Großteil der eigenen Erzeugung des Jahres 2018 bereits 2016 und 2017 am
Terminmarkt. Die Preise für Frontjahr-Base erreichten 2017 im Jahresdurchschnitt 32,4 €/MWh, Frontjahr-Peak wurde 2017 mit durchschnittlich 40,5 €/MWh gehandelt. Damit lagen die Terminmarktpreise
um 21,8 % bzw. 20,9 % über dem Vorjahresniveau. Das Preisniveau am Stromterminmarkt folgte im
Wesentlichen der Entwicklung der Gas-, Kohle- und Emissionszertifikatspreise.
Am deutschen Spotmarkt lagen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom im Jahr 2018 deutlich
über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Grundlast stiegen um durchschnittlich 30,0 % auf
44,5 €/MWh, jene für Spitzenlast um 22,0 % auf 52,1 €/MWh. Aufgrund der Trennung der gemeinsamen
Preiszone zwischen Deutschland und Österreich stellten sich ab Oktober 2018 in Österreich eigene,
höhere Preise ein. Insgesamt betrug der Preis für Grundlast loco Österreich 46,3 €/MWh, für Peak
54,0 €/MWh. Im vierten Quartal 2018 lag der durchschnittliche Spotmarktpreis in Österreich um
7,3 €/MWh über dem Preis am deutschen Markt. Die Spotmarktpreise folgten 2018 vor allem der
Entwicklung der Preise für Emissionszertifikate.
VERBUND

Futurespreise €/MWh
Frontjahr-Base DE/AT

Spotmarktpreise €/MWh
Frontjahr-Peak DE/AT

50
39

14

35

15

31

16

27

17

44

39

32

18

14

15

16

Spot Base DE

Spot Base AT

17

18

46

44

41
34

33

32

29

14

15

16

34

17

18

33

32

29

14

15

16

Futurespreise im Jahr vor der Lieferung gehandelt. Die angegebenen Jahre sind jeweils die Lieferjahre. Marktgebiet Deutschland/Österreich.
Spotpreise: 1.1.2014-30.9.2018 Marktgebiet Deutschland/Österreich, ab 1.10.2018 Marktgebiet Deutschland bzw. Österreich. Durchschnittswerte.

34

17

18

Quelle: EEX, EPEX Spot

Entwicklung der Wasserführung

Die Wasserführung der Flüsse ist für VERBUND von besonderer Bedeutung, da rund 90 % des Stroms aus
Wasserkraft produziert werden. Sie wird mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen: Der Wert 1,00
steht für den langjährigen Durchschnitt. Im Berichtsjahr 2018 lag der Erzeugungskoeffizient der Laufund Laufschwellkraftwerke mit 0,94 deutlich unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts und um
5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich
differenzierter dar (Quartal 1: 1,17, Quartal 2: 1,03, Quartal 3: 0,74 und Quartal 4: 0,86).

58

Erzeugungskoeffizient (Monatsdurchschnittswerte)

2,0
langjähriges Maximum
seit 1926

langjähriger Durchschnitt
1,5

1,0

0,5
langjähriges Minimum
seit 1926
0,0
2014

2015

2016

2017

2018

Stromaufbringung und -absatz
Stromaufbringung und -absatz in TWh
Aufbringung

Absatz und Eigenbedarf

nach Herkunft

nach Kundenbereich

63,3 63,2

63,2

58,9
54,4 55,2
32,1

31,1

14

15

16

17

18

Eigenbedarf/
Regelenergie

12,5

Endkunden

18,0

Händler

28,5

Weiterverteiler

nach Ländern (inkl. Eigenbedarf
und Regelenergie)
63,2
8,6

Sonstige Länder
und Eigenbedarf/
Regelenergie

26,0

Deutschland

28,6

Österreich

Fremdbezug

Eigenerzeugung

18

18

Die Eigenerzeugung von VERBUND sank in den Quartalen 1– 4/2018 um 1.736 GWh bzw. 5,3 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 auf 31.130 GWh. Die Erzeugung aus Wasserkraft ging im Vergleich
zur Vorjahresperiode um 1.003 GWh zurück. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag
mit 0,94 um 5 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahrs und um 6 Prozentpunkte unter
dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg trotz des geringeren
Wälzbetriebs und des geringeren Zuflusses bedingt durch die hohen Speicherstände zum
31. Dezember 2017 um 5,5 % an.

KONZERNLAGEBERICHT

59

Die Windkraftanlagen von VERBUND produzierten in den Quartalen 1– 4/2018 – aufgrund des geringeren Windaufkommens – um 118 GWh weniger Strom.
Die Erzeugung aus Wärmekraft wurde in den Quartalen 1– 4/2018 um 615 GWh verringert. Das GasKombikraftwerk Mellach produzierte 2018 – bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr deutlich verminderten Einsatz für das Engpassmanagement – um 550 GWh weniger Strom. Das Steinkohlekraftwerk
Mellach hatte eine um 65 GWh geringere Erzeugung.
Der Bezug von Fremdstrom für den Handel und Vertrieb stieg um 1.403 GWh. Der Fremdbezug von
Strom für die Verlust- und Regelenergie stieg in der Berichtsperiode um 264 GWh.

Stromaufbringung Konzern
Wasserkraft1
Windkraft
Wärmekraft

GWh

2017

2018

Veränderung

29.687

28.684

– 3,4 %

952

834

– 12,4 %

2.227

1.611

– 27,6 %

Eigenerzeugung

32.866

31.130

– 5,3 %

Fremdbezug Handel & Vertrieb

25.635

27.039

5,5 %

4.763

5.026

5,5 %

63.264

63.195

– 0,1 %

Fremdbezug Verlust- und Regelenergie
Stromaufbringung
1

inkl. Bezugsrechten

Der Stromabsatz von VERBUND ist in den Quartalen 1– 4/2018 um 390 GWh gestiegen. Die an Endkunden gelieferten Strommengen stiegen um 596 GWh. Dabei wurde der leichte Rückgang im Inlandsgeschäft durch eine deutliche Steigerung der Abgabe an Auslandskunden mehr als ausgeglichen. Im
Privatkundenbereich belief sich der Kundenstock per 31. Dezember 2018 auf rund 469.000 Strom- und
Gaskunden. Der Absatz an Weiterverteiler stieg im Vergleich zum Vorjahr um 697 GWh. Hauptgrund
dafür ist ein deutlicher Anstieg beim Absatz an deutsche Stadtwerke. Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen sanken um 904 GWh. Dabei konnten Rückgänge loco Deutschland durch Steigerungen in
Frankreich und Österreich nicht zur Gänze ausgeglichen werden. Der Eigenbedarf an Strom sank um
506 GWh. Diese Entwicklung ist auf den verringerten Wälzbetrieb zurückzuführen.
Stromabsatz und Eigenbedarf Konzern

GWh

2017

2018

Veränderung

Endkunden

11.894

12.490

5,0 %

Weiterverteiler

27.757

28.455

2,5 %

Händler

18.867

17.964

– 4,8 %

Stromabsatz

58.518

58.908

0,7 %

Eigenbedarf

3.651

3.145

– 13,8 %

Regelenergie

1.095

1.141

4,2 %

63.264

63.195

– 0,1 %

Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf

VERBUND setzte 2018 rund 49 % des verkauften Stroms auf dem österreichischen Markt ab. Der verringerte Absatzanteil für Österreich ist vor allem auf die geänderte Positionierung österreichischer Kunden

60

aufgrund der Preiszonentrennung zurückzuführen. Diese übernehmen den Strom loco Deutschland
und transferieren ihn selbst über den Börsenhandel nach Österreich. Der deutsche Markt bildete mit
rund 86 % der im Ausland abgesetzten Mengen den Schwerpunkt der internationalen Handels- und
Vertriebsaktivitäten.
Stromabsatz nach Ländern

GWh

2017

2018

Veränderung

Österreich

31.559

28.615

– 9,3 %

Deutschland

23.485

26.022

10,8 %

Frankreich

2.599

3.036

16,8 %

Rumänien

719

1.044

45,2 %

Sonstige

156

192

22,9 %

58.518

58.908

0,7 %

2017

2018

Veränderung

EBITDA

922,3

864,2

– 6,3 %

Bereinigtes EBITDA

899,7

863,5

– 4,0 %

Operatives Ergebnis

400,1

655,1

63,7 %

Konzernergebnis

301,4

433,2

43,7 %

Bereinigtes Konzernergebnis

354,5

342,2

– 3,5 %

Ergebnis je Aktie in €

0,87

1,25

43,7 %

(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie in €

0,42

0,42

0,0 %

Stromabsatz

Ertragslage
Ergebnispositionen

Mio. €

KONZERNLAGEBERICHT

61

Ergebnisentwicklung

Das VERBUND-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2018 zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang im
EBITDA von 6,3 % auf 864,2 Mio. € und im Konzernergebnis einen Anstieg von 43,7 % auf 433,2 Mio. €.
Die Ergebnisse – insbesondere das Konzernergebnis – waren jedoch sowohl in der aktuellen Berichtsperiode als auch im Vorjahr stark von Einmaleffekten beeinflusst. Im Jahr 2018 resultierten diese Effekte
insbesondere aus Wertaufholungen im Wasserkraftbereich in Österreich und Deutschland sowie im
Windkraftbereich in Rumänien. Diese positiven Einmaleffekte aus Werthaltigkeitsprüfungen ergaben
sich aus der positiven Veränderung von energiewirtschaftlichen Parametern, v. a. aus einem Anstieg der
Strompreisprognosen. Insgesamt waren 2018 im Konzernergebnis positive Einmaleffekte in Höhe von
91,0 Mio. € (2017: negative Einmaleffekte in Höhe von 53,1 Mio. €) zu verzeichnen, im EBITDA positive
Einmaleffekte in Höhe von 0,8 Mio. € (2017: positive Einmaleffekte in Höhe von 22,7 Mio. €). Bereinigt
um diese Einmaleffekte sank das EBITDA um 4,0 % auf 863,5 Mio. €, das Konzernergebnis verringerte
sich um 3,5 % auf 342,2 Mio. €. Diese Entwicklung ist vor allem auf die niedrigere Wasserführung im
Berichtsjahr 2018 zurückzuführen. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,94 um
5 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahrs und um 6 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Bemerkenswert war dabei die extrem niedrige Wasserführung in den Quartalen 3
und 4/2018 mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,74 bzw. 0,86. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke konnte hingegen um 5,5 % gesteigert werden. Negativ wirkten darüber hinaus die geringeren
Erlöse aus Flexibilitätsprodukten. Die Erlöse gingen im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode deutlich
zurück, da das Geschäftsjahr 2017 stark von positiven Ereignissen geprägt war. Auch der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft war mit 29,3 €/MWh etwas
niedriger als im Vorjahr (2017: 30,4 €/MWh). Positiv wirkten hingegen ein höherer Ergebnisbeitrag aus
dem Segment Netz sowie die Erfolge aus den Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen
der letzten Jahre.
Dividende

In der Hauptversammlung am 30. April 2019 wird eine Dividende von 0,42 € pro Aktie für das Geschäftsjahr
2018 vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 2018
33,7 %, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis 42,6 %. Im Jahr 2017 war eine
Dividende von 0,42 € pro Aktie ausgeschüttet worden, die Ausschüttungsquote lag bei 48,4 % bezogen auf
das berichtete Konzernergebnis bzw. bei 41,2 % bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis.
Erlöspositionen
Stromerlöse
Netzerlöse
Sonstige Erlöse
Umsatzerlöse

Dividende je Aktie in €

Mio. €

2017

2018

Veränderung

2.370,2

2.189,8

– 7,6 %

416,4

537,2

29,0 %

126,6

121,0

– 4,5 %

2.913,2

2.847,9

– 2,2 %

0,42

0,42

17

18

0,29

16

62

Stromerlöse

Die Stromerlöse von VERBUND sanken 2018 um 180,4 Mio. € auf 2.189,8 Mio. €. Der mengenmäßige
Stromabsatz ist im Vergleich zur Vorjahresperiode geringfügig um 390 GWh bzw. 0,7 % gestiegen. Der
durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft ist hingegen um
1,1 €/MWh auf 29,3 €/MWh gesunken. Stromerlösmindernd wirkte insbesondere die (ergebnisneutrale)
Erstanwendung von IFRS 15 – die weiterverrechneten Netzentgelte/Umlagen werden saldiert mit den
entsprechenden Bezugsaufwendungen ausgewiesen (Details zur Erstanwendung von IFRS 15 sind in
den Anhangangaben dargestellt).
Netzerlöse

Im Jahr 2018 sind die Netzerlöse gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres um
120,8 Mio. € auf 537,2 Mio. € gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf gestiegene nationale Netzerlöse
aufgrund höherer Tariferlöse zurückzuführen. Positiv wirkten darüber hinaus die gestiegenen Erlöse
aus Versteigerungen von Grenzkapazitäten. Erlösrückgänge im Zusammenhang mit der Regelenergie
wirkten sich hingegen negativ auf die Netzerlöse aus.
Sonstige Erlöse und sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen Erlöse sanken um 5,7 Mio. € auf 121,0 Mio. €. Höheren Erlösen aus dem Verkauf von
Grünstromzertifikaten sowie aus Fernwärmelieferungen standen geringere Erlöse aus dem Gasverkauf
gegenüber. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 12,9 Mio. € auf 65,5 Mio. €. Dies ist im
Wesentlichen auf die Veräußerung von Anteilen an der SMATRICS GmbH & Co KG in der Berichtsperiode 2017 zurückzuführen. Der daraus resultierende Ertrag betrug 22,7 Mio. €.
Aufwendungen
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

Mio. €

2017

2018

Veränderung

1.428,2

1.360,7

– 4,7 %

Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige
Aufwendungen

114,2

125,8

10,1 %

Personalaufwand

313,6

322,8

2,9 %

Sonstige betriebliche Aufwendungen

213,2

239,8

12,5 %

Aufwendungen für Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

Die Aufwendungen für den Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug sanken um 67,5 Mio. € auf
1.360,7 Mio. €. Der Fremdstrombezug für das Handels- und Vertriebsgeschäft sowie für die Verlust- und
Regelenergie erhöhte sich insgesamt um 1.667 GWh. Aufwandsmindernd wirkte hingegen die (ergebnisneutrale) Erstanwendung von IFRS 15 (Details zur Erstanwendung von IFRS 15 sind in den Anhangangaben dargestellt). Insgesamt stiegen die Aufwendungen für den Strombezug gegenüber dem Vorjahr
geringfügig um 11,0 Mio. €. Die Aufwendungen für Netzbezug sanken im Wesentlichen aufgrund der
(ergebnisneutralen) Erstanwendung von IFRS 15 um 64,0 Mio. €, die Aufwendungen für den Gasbezug
waren im Berichtsjahr 2018 um 16,2 Mio. € geringer.

KONZERNLAGEBERICHT

Brennstoffeinsatz

Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatz-/umsatzabhängigen Aufwendungen stiegen um
11,6 Mio. € auf 125,8 Mio. €. Aufwandserhöhend wirkten insbesondere die gestiegenen Aufwendungen
für Emissionszertifikate aufgrund des starken Anstiegs des CO2-Preises sowie der höhere Kohleaufwand
bedingt durch den gestiegenen Kohlebezugspreis. Positiv wirkte hingegen der geringere Erdgaseinsatz.
Der Rückgang ist auf den verringerten Einsatz des Gas-Kombikraftwerks Mellach für Engpassmanagement (Details siehe Kapitel „Stromaufbringung und Absatz“) zurückzuführen.
Personalaufwand

Der Personalaufwand 2018 stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Mio. € auf 322,8 Mio. €. Im aktiven
Personalaufwand konnte der durch die Kollektivvertragserhöhung in der Höhe von 3 % verursachte
Mehraufwand mittels konsequenter Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Kostensenkungs- und
Effizienzsteigerungsprogramme gedämpft werden. Im Sozialkapital ergab sich aufgrund der Verwendung
neuer Sterbetafeln sowie der aktualisierten Berechnung der Rückstellung für Altersteilzeit ein Mehraufwand von 5,0 Mio. €.
Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 26,6 Mio. € auf 239,8 Mio. €. Der Anstieg ist im
Wesentlichen auf gestiegene Fremdlieferungen und -leistungen (Instandhaltungen von Leitungsanlagen und Kraftwerken, insbesondere Maßnahmen zur Beseitigung von Unwetterschäden), höhere
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie auf die Veränderung von Rückstellungen
zurückzuführen.
EBITDA

Infolge der zuvor genannten Entwicklungen sank das EBITDA um 58,1 Mio. € bzw. 6,3 % auf
864,2 Mio. €.
Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken um 14,0 Mio. €
auf 327,3 Mio. €. Dies resultierte überwiegend aus einer im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen
Abschreibungsbasis des Sachanlagevermögens, im Wesentlichen aufgrund von Anlagenabgängen und
Wertminderungen.

63

64

Wertminderungen
Wertminderungen in Mio. €

–9,0
–90,8

Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von 9,0 Mio. € betrafen im Wesentlichen die
Laufwasserkraftwerke Gries und Graz. Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von
259,1 Mio. € resultierten vor allem aus der Wertminderung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn
in Höhe von 153,8 Mio. €, der Grenzkraftwerke in Höhe von 57,7 Mio. €, der Kraftwerksgruppe Mittlere
Salzach in Höhe von 21,4 Mio. € und des Fernheizkraftwerks Mellach in Höhe von 10,5 Mio. €. Weitere
Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang dargestellt.

–259,1

Wertaufholungen
16

17

18

Wertaufholungen in Mio. €

127,2
78,2

17

Finanzergebnis

18

Mio. €

2017

2018

Veränderung

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen

27,9

28,4

1,9 %

Sonstiges Beteiligungsergebnis

11,2

8,8

– 20,7 %

Zinsertrag

36,0

32,1

– 10,9 %

– 129,6

– 127,4

– 1,7 %

Übriges Finanzergebnis

38,2

7,8

– 79,6 %

Wertminderungen

– 5,2

– 2,2

– 58,3 %

0,0

0,3

–

– 21,6

– 52,1

141,6 %

Zinsaufwand

1,0
16

Die Wertaufholungen in Höhe von 127,2 Mio. € resultierten vor allem aus der Wertaufholung der Grenzkraftwerke in Höhe von 55,8 Mio. €, der Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach in Höhe von 20,6 Mio. €, der
Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf in Höhe von 12,5 Mio. € und der Windparks in Rumänien in Höhe von 26,5 Mio. €. Die Wertaufholungen im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 78,2 Mio. €
betrafen zur Gänze das Gas-Kombikraftwerk Mellach. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen
sind im Anhang dargestellt.

Wertaufholungen
Finanzergebnis

KONZERNLAGEBERICHT

65

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stieg um 0,5 Mio. € auf
28,4 Mio. €. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Ergebnisbeiträge der KELAG in Höhe von
29,9 Mio. € (2017: 28,2 Mio. €).

Beteiligungsergebnis Inland in Mio. €

Zinsertrag und Zinsaufwand

Der Zinsertrag sank gegenüber 2017 um 3,9 Mio. € auf 32,1 Mio. €. Der Zinsaufwand verringerte sich um
2,2 Mio. € auf 127,4 Mio. €. Dies ist insbesondere auf den Rückgang der Zinsen für Bankkredite und
Anleihen aufgrund planmäßiger und vorzeitiger Tilgungen zurückzuführen.

31

28

29

Übriges Finanzergebnis

16

17

18

Das übrige Finanzergebnis verringerte sich um 30,4 Mio. € auf 7,8 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung (– 23,9 Mio. €) sowie aus der Bewertung
von Zinsabsicherungsgeschäften (– 1,9 Mio. €) und dem Wegfall der Bewertung einer Inhaberposition
im Zusammenhang mit dem VERBUND-Anteil am Gemeinschaftskraftwerk Inn (+ 4,3 Mio. €).

nach der Equity-Methode

Wertminderungen im Finanzergebnis

Die Wertminderungen in Höhe von 2,2 Mio. € (2017: 5,2 Mio. €) resultierten aus der Wertminderung der
Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Weitere Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen sind im Anhang
dargestellt.
Finanzergebnis

Das Finanzergebnis verringerte sich somit von – 21,6 Mio. € um 30,5 Mio. € auf – 52,1 Mio. €.
Konzernergebnis

Nach Berücksichtigung eines Effektivsteuersatzes in Höhe von 21,0 % und der nicht beherrschenden
Anteile in Höhe von 43,1 Mio. € ergibt sich ein Konzernergebnis in Höhe von 433,2 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 43,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,25 € (2017:
0,87 €) bei einer Aktienstückzahl von 347.415.686. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis
betrug 342,2 Mio. € und lag damit um 3,5 % unter dem Wert der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis in Mio. €

433

424
301

16

17

18

66

Vermögenslage

Bilanz in Mrd. €
Aktiva

10,7 (10,7)

Langfristiges Vermögen

Kurzfristiges Vermögen

Zur Veräußerung gehalten

Passiva

1,0 (0,6)

5,9 (5,7)

Eigenkapital

Langfristige Schulden

– ( –)

Kurzfristige Schulden

4,0 (4,6)

1,8 (1,0)

Werte in Klammern sind Vorjahreswerte.

Konzernbilanz (Kurzfassung)
Langfristiges Vermögen
Kurzfristiges Vermögen

Mio. €

2017

Anteil

2018

Anteil

Veränderung

10.661,5

94 %

10.702,7

91 %

0,4 %

622,1

6%

1.002,1

9%

61,1 %

11.283,6

100 %

11.704,8

100 %

3,7 %

Eigenkapital

5.690,8

50 %

5.941,0

51 %

4,4 %

Langfristige Schulden

4.584,7

41 %

3.968,0

34 %

– 13,5 %

Aktiva

Kurzfristige Schulden
Passiva

1.008,1

9%

1.795,8

15 %

78,1 %

11.283,6

100 %

11.704,8

100 %

3,7 %

Aktiva
SDG 8

Das langfristige Vermögen von VERBUND blieb annähernd auf dem Niveau des Vorjahrs. Im Sachanlagevermögen standen Zugängen in Höhe von 292,5 Mio. € planmäßige Abschreibungen in Höhe von
320,4 Mio. € gegenüber. Werthaltigkeitsprüfungen des Sachanlagevermögens ergaben bei mehreren
österreichischen und deutschen Laufwasserkraftwerken, nach Abzug allfälliger, unmittelbar damit in
Zusammenhang stehender Baukostenbeiträge, insgesamt einen Zuschreibungsbedarf von 85,6 Mio. €.
Bei den rumänischen Windparks führten die Werthaltigkeitsprüfungen zu einer Zuschreibung in Höhe
von 26,5 Mio. €. Die wesentlichsten Zugänge zum Sachanlagevermögen betrafen Investitionen in das
österreichische Übertragungsnetz sowie Erneuerungsinvestitionen in österreichische Wasserkraftwerksanlagen. Die Erhöhung des kurzfristigen Vermögens ist vor allem auf die kurz- und mittelfristige
Veranlagung von liquiden Mitteln sowie auf höhere positive beizulegende Zeitwerte von derivativen
Absicherungsgeschäften zurückzuführen.

KONZERNLAGEBERICHT

67

Passiva

Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2017 um 4,4 %. Dem Periodenergebnis für
2018 standen im Wesentlichen Dividendenausschüttungen sowie Bewertungseffekte von Absicherungsgeschäften und Effekte aus der Aktualisierung von versicherungsmathematischen Gutachten zu
Pensions- und pensionsähnlichen Verpflichtungen im sonstigen Ergebnis eigenkapitalmindernd
gegenüber. Der Anstieg der Schulden ist im Wesentlichen auf höhere negative beizulegende Zeitwerte
von derivativen Absicherungsgeschäften zurückzuführen. Darüber hinaus führte eine Ausweisänderung infolge des Fälligkeitstermins einer Anleihe zu einer Verschiebung zwischen lang- und kurzfristigen Schulden.
Finanzlage
Geldflussrechnung in Mio. €
2017

Liquide Mittel 1.1.

2018

28,0

28,6
+640,6

Cashflow aus operativer Tätigkeit

–333,8

–219,3

Cashflow aus Investitionstätigkeit

–319,6

–420,7

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Liquide Mittel 31.12.

+664,1

28,6

39,3

Geldflussrechnung (Kurzfassung)

Mio. €

2017

2018

Änderung

Cashflow aus operativer Tätigkeit

640,6

664,1

3,7 %

Cashflow aus Investitionstätigkeit

– 219,3

– 333,8

52,2 %

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

– 420,7

– 319,6

– 24,0 %

0,6

10,8

–

28,6

39,3

37,6 %

Veränderung der liquiden Mittel
Liquide Mittel am Ende der Periode

Cashflow aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2018 664,1 Mio. € und lag damit
23,5 Mio. € über dem Vorjahreswert. Dieser Unterschied resultierte im Wesentlichen aus geringeren
Auszahlungen aus dem Engpassmanagementgeschäft und höheren Erlösen aus der Netznutzung des
Segments Netz. Einen gegenläufigen Effekt verursachten die höheren Ertragsteuerzahlungen und die
geringeren Erlöse des Segments Erneuerbare Erzeugung infolge der niedrigeren Wasserführung (Erzeugungskoeffizient: 0,94, Vorjahr: 0,99) und des niedrigeren erzielten durchschnittlichen Absatzpreises.

68

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2018 – 333,8 Mio. € (Vorjahr:
– 219,3 Mio. €). Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die um 90,2 Mio. €
gestiegenen Nettoauszahlungen aus Finanzanlagen und höhere Auszahlungen für Investitionen in
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (– 52,1 Mio. €) zurückzuführen. Demgegenüber standen höhere Einzahlungen aus den Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(+ 42,1 Mio. €), die im Wesentlichen aus der Abgabe des Strombezugsrechts am Gemeinschaftskraftwerk
Inn resultierten.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 2018 – 319,6 Mio. € und veränderte sich somit um 101,1 Mio. €. Die Veränderung ergab sich im Wesentlichen aus der Aufnahme eines
digitalen, grünen Schuldscheins (100,0 Mio. €), den geringeren Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten
(46,2 Mio. €) und höheren Nettozahlungen aus Geldmarktgeschäften (10,4 Mio. €). Gegenläufig wirkten
höhere gezahlte Dividenden (– 55,5 Mio. €).
Kennzahlen und Financial Governance

Die wesentlichen Kennzahlen zur Darstellung der Geschäftstätigkeit von VERBUND sind:
Net Debt/EBITDA und damit einhergehend die Verbesserung des Free Cashflows und der spezifischen
Kosten. Die Zielsetzung der Wertschaffung misst VERBUND über den ROCE.
Net Debt/EBITDA und Free Cashflow
VERBUND strebt ein Net Debt/EBITDA von < 3,0 an.

Net Debt/EBITDA

3,1

3,1

3,0

16

17

18

Das Net Debt/EBITDA lag zum 31. Dezember 2018 bei 3,0 (2017: 3,1) und erreichte damit den Zielwert. Die Kennzahl konnte trotz niedrigerem EBITDA aufgrund der gesunkenen Nettoverschuldung
geringfügig verbessert werden. Die Veränderung des EBITDA wird im Kapitel „Ertragslage“ erläutert.
Die Net-Debt-Reduktion resultierte im Wesentlichen aus der Reduktion der Verbindlichkeiten durch
den positiven Free Cashflow.
Der Free Cashflow vor Dividende betrug zum Ende der Berichtsperiode 415,3 Mio. € (Vorjahr:
416,1 Mio. €). Höheren Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen standen im Wesentlichen Einzahlungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der Beteiligung
an der Gemeinschaftskraftwerke Inn GmbH gegenüber. Der operative Cashflow blieb im Wesentlichen
auf Vorjahresniveau.

KONZERNLAGEBERICHT

69

ROCE

Der ROCE zeigt die Rentabilität des im Konzern betrieblich gebundenen Vermögens. Ende 2018 betrug
der ROCE 6,1 % (Vorjahr: 4,2 %). Der ROCE soll sich langfristig auf mehr als 7,0 % belaufen. Die Berechnung der Kennzahl erfolgt durch Division des Net Operating Profit After Tax (NOPAT) durch das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Employed).
Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung pauschaler Ertragsteuern. Am Ende des Geschäftsjahrs 2018 lag
der NOPAT bei 535,6 Mio. € (Vorjahr: 368,7 Mio. €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf positive
Ergebnisse aus Werthaltigkeitsprüfungen im operativen Bereich zurückzuführen, während im Vorjahr
die negativen Ergebnisse aus Werthaltigkeitsprüfungen im operativen Bereich den NOPAT reduzierten.
Das Geschäftsvermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen
abzüglich der Vermögenswerte, welche nicht zur Leistungserstellung und -verwertung beitragen, und
abzüglich unverzinslicher Schulden. Das durchschnittliche Capital Employed lag Ende 2018 bei
8.764,8 Mio. € (Vorjahr: 8.758,8 Mio. €). Die Konzernrendite lag im Jahr 2018 über den gewichteten
durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des Konzerns (derzeit 4,75 %).
Nettoverschuldungsgrad

Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich wie folgt:
Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung)

Mio. €

2017

2018

Veränderung

1.931,2

1.792,5

– 7,2 %

Verzinsliche Rückstellungen

813,7

812,9

– 0,1 %

Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten

236,6

217,0

– 8,3 %

45,6

32,1

– 29,5 %

– 28,5

– 39,2

37,8 %

– 146,9

– 211,5

44,0 %

– 8,0

– 43,1

–

Verzinsliche Nettoverschuldung

2.843,8

2.560,7

– 10,0 %

Eigenkapital

5.690,8

5.941,0

4,4 %

50,0 %

43,1 %

–

Finanzverbindlichkeiten

Cross Border Leasing
Liquide Mittel
Wertpapiere
Sonstige liquide Finanzaktiva

Nettoverschuldungsgrad (Gearing)

ROCE

6,1

5,7

4,2

16

17

18
Quelle: VERBUND

70

Finanzierung
Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie von VERBUND basiert in einem volatilen energiewirtschaftlichen Umfeld auf drei
Säulen: 1. Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven unter verstärktem
Einsatz innovativer, nachhaltiger Finanzinstrumente, 2. Absicherung eines langfristig soliden Ratings
sowie 3. Optimierung der Kapitalstruktur.
Absicherung der Liquidität und Sicherstellung geeigneter Liquiditätsreserven

Die jederzeitige Absicherung der Liquidität hat für VERBUND – insbesondere in einem schwierigen
Marktumfeld – oberste Priorität. Per 31. Dezember 2018 verfügte VERBUND über einen ESG-linked syndizierten Kredit (Environmental Social Governance) in Höhe von 500,0 Mio. €, welcher nicht gezogen
wurde. Dieser Kredit hat eine Laufzeit bis 2023 mit zusätzlich zweimaliger Verlängerungsmöglichkeit
für je ein Jahr. Er wurde am 10. Dezember 2018 mit zwölf nationalen und internationalen Banken
mit guter Bonität abgeschlossen. Zusätzlich standen VERBUND Ende 2018 nicht kommittierte Kreditlinien
in Höhe von rund 582,0 Mio. € zur Verfügung. Diese Linien waren per 31. Dezember 2018 zur Gänze
ungenutzt.

Nachhaltige Finanzierung zählt zu den Leuchtturmprojekten
der österreichischen Klima- und Energiestrategie.
VERBUND ist dabei Innovationstreiber.

Absicherung eines langfristig soliden Ratings
Stand zum 31.12.2018:
S&P: A-/
stable outlook
Moody’s: Baa1/
positive outlook

Je besser die Bonität eines Unternehmens ist, desto umfassender, einfacher und kostengünstiger ist der
Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Ein solides Rating eröffnet VERBUND unterschiedliche
Finanzierungsinstrumente – auch am Kapitalmarkt. Die Kreditwürdigkeit von VERBUND wurde zum
31. Dezember 2018 mit einem Langfristrating von „A– mit stabilem Ausblick“ (Standard & Poor’s/S&P)
bzw. „Baa1 mit positivem Ausblick“ (Moody’s) bewertet. Die Ratingeinstufung bei S&P wurde im September 2018 von „BBB+“ auf „A– mit stabilem Ausblick“ angehoben. Moody’s hob im September 2018
ebenfalls sein Rating von „Baa2“ auf „Baa1“ mit einem „positiven“ Ausblick an. Langfristig strebt
VERBUND ein solides Rating in der Kategorie A an. Daher fokussiert sich VERBUND bei der Konzernsteuerung unter anderem auf die Optimierung des Free Cashflows und auf die zwei wesentlichen
ratingrelevanten Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Net Debt.
Finanzierungsmaßnahmen

Hinsichtlich der Finanzierung des laufenden Investitionsprogramms und der weiteren Entschuldung
des Konzerns konnte VERBUND auch 2018 auf seine starke Innenfinanzierungskraft zurückgreifen. Der
operative Cashflow belief sich per 31. Dezember 2018 auf 664,1 Mio. € und der Free Cashflow vor
Dividende auf 415,3 Mio. €. Im Rahmen eines aktiven Liability Managements unterzieht VERBUND seine

KONZERNLAGEBERICHT

71

Finanzverbindlichkeiten permanent einem Monitoring, um Möglichkeiten zur Optimierung des Zinsaufwands (z. B. durch vorzeitige Tilgungen) zu evaluieren.
Neben dem 2014 begebenen ersten Green Bond im deutschsprachigen Raum in Höhe von
500,0 Mio. € (endfällig 2024, Kupon 1,5 % p. a.) wurde die „grüne“, nachhaltige Finanzierungsstrategie
2018 deutlich intensiviert. Im März 2018 begab VERBUND den ersten digitalen grünen Schuldschein
weltweit in Höhe von 100,0 Mio. € (endfällig 2028, Kupon 1,6 % p. a.), der über eine digitale Plattform
begeben wurde. Zusätzlich wurde bei dem im Dezember 2018 refinanzierten syndizierten Kredit die
Margenstruktur ausschließlich an das ESG-Rating (Nachhaltigkeitsrating) von VERBUND gekoppelt. Das
ESG-Rating wurde von der in diesem Bereich führenden Agentur Sustainalytics ermittelt und wird
jährlich überprüft. Verschlechtert sich das ESG-Rating von VERBUND, steigen die Kosten des Kredits.
Verbessert sich das ESG-Rating von VERBUND, sinken die Kosten des Kredits. Das bedeutet, dass es hier
eine Entkopplung vom etablierten Finanzrating gibt.
Das Fremdmittelportfolio von VERBUND setzte sich per 31. Dezember 2018 zu 78,1 % aus Anleihen und
zu 21,9 % aus Krediten zusammen.
Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten ohne
ehemalige Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und exklusive Kommanditanteile. Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von VERBUND zum 31. Dezember 2018 betrug
1.789,7 Mio. €. Davon waren 100 % in Euro finanziert. 98 % dieser Finanzverbindlichkeiten waren fix und
2 % variabel verzinst. Für alle Verbindlichkeiten belief sich die Duration zum Stichtag
31. Dezember 2018 auf 3,3 Jahre. Die durchschnittliche Restlaufzeit betrug 3,4 Jahre. Die Effektivverzinsung lag bei 3,75 %.

Grüne Finanzierungsmaßnahmen: Green
Bond, digitaler grüner
Schuldschein und
ESG-linked Kredit

Finanzverbindlichkeiten in Mrd. €

2,2

16

Tilgungen und Tilgungsstruktur

Im Geschäftsjahr 2018 wurden 252,2 Mio. € langfristige Fremdmittel getilgt. Für 2019 bestehen geplante
Fälligkeiten im Ausmaß von 718,0 Mio. €. Im Jahr 2020 werden geplante Tilgungen in der Höhe von
233,5 Mio. € anfallen.
Tilgungen in Mio. €
718

525

234
136

2019

2020

30

25

25

2021

2022

2023

2024

20

12

2025

2026

> 2026

Buchwerte

1,9

1,8

17

18

72

Segmentbericht
Erneuerbare Erzeugung
Im Segment Erneuerbare Erzeugung werden die Erzeugungstechnologien Wasser und Wind gebündelt.
Rund 95 % des Stroms erzeugte VERBUND im Geschäftsjahr 2018 aus diesen erneuerbaren Quellen.
Schon heute ist VERBUND einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Die Wasserkraft
bildet die Basis der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern und bietet viele Vorteile: Sie ist
erneuerbar, sauber, zuverlässig, flexibel und liefert sowohl wertvolle Spitzen- als auch Grundlast. Wasserkraft ist zudem eine kostengünstige Form der Stromerzeugung aus regenerativen Energien. Die starke Wasserkraftbasis von VERBUND stellt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar. Das Wasserkrafterzeugungsportfolio ist die Grundlage für attraktive Flexibilitätsprodukte, die VERBUND optimal auf die
Bedürfnisse eines modernen Energiemarkts ausrichtet.
Die Windkraft ergänzt das erneuerbare Produktionsportfolio von VERBUND, und das Unternehmen
nutzt das Potenzial der Windenergie mit einem flexiblen Kraftwerkspark optimal.

Klimafreundlicher Strom aus Erneuerbaren Energien
bildet die Basis für den Erfolg von VERBUND.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung
Kennzahlen – Segment Erneuerbare Erzeugung
Einheit

2017

2018

Veränderung

Gesamtumsatz

Mio. €

965,9

903,8

– 6,4 %

EBITDA

Mio. €

565,0

514,5

– 8,9 %

Equity-Ergebnis

Mio. €

0,5

0,0

–

Capital Employed

Mio. €

6.769,7

6.602,2

– 2,5 %

Das EBITDA des Segments Erneuerbare Erzeugung sank um 50,5 Mio. € auf 514,5 Mio. €. Die Ursachen dafür waren im Wesentlichen die geringeren Erlöse infolge der niedrigeren Wasserführung
(Erzeugungskoeffizient: 0,94, Vorjahr: 0,99) sowie der niedrigere erzielte durchschnittliche Strompreis.
Gegenläufig wirkten geringere Netzkosten. Das Equity-Ergebnis des Segments Erneuerbare Erzeugung
betraf im Wesentlichen das Ergebnis der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Das Capital Employed
des Segments Erneuerbare Erzeugung sank um 167,5 Mio. € auf 6.602,2 Mio. €. Die Verringerung ist im
Wesentlichen auf verringerte immaterielle Vermögenswerte (Abgabe des Strombezugsrechts am
Gemeinschaftskraftwerk Inn) und ein geringeres Sachanlagevermögen (planmäßige Abschreibungen
übersteigen Investitionen) zurückzuführen.

KONZERNLAGEBERICHT

73

Energieaufbringung
Überblick Energieerzeugung

GRI EU1
GRI EU2

Eigenstromerzeugung
Anzahl1

Engpassleistung in
MW1

Wasserkraft2

128

8.215

Windkraft

113

418

Summe

139

8.633

1

Regelarbeitsvermögen in
GWh

2016
Erzeugung in
GWh

2017
Erzeugung in
GWh

2018
Erzeugung in
GWh

29.039

29.809

29.687

28.684

8354

952

834

30.644

30.639

29.518

29.039

SDG 7

per 31.12.2018 // 2 inkl. Bezugsrechten // 3 Anzahl bezieht sich auf die Anzahl der Windparks // 4 inkl. der bis zum Verkauf zur Verfügung gestandenen Photovoltaikerzeugung in

Spanien (Verkauf erfolgte Mitte Dezember 2016)

Mit 29.518 GWh lag die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bei VERBUND im Jahr 2018 um
mehr als 1 TWh unter dem Vorjahreswert von 30.639 GWh. Dies ist v. a. auf die niedrige Wasserführung
im zweiten Halbjahr 2018 zurückzuführen. Die Wasserkrafterzeugung sank um 3,4 % auf 28.684 GWh.
Der Erzeugungskoeffizient – die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken – lag
im Jahr 2018 mit 0,94 um 6 % unter dem langjährigen Durchschnitt und um 5 Prozentpunkte unter dem
Wert des Vorjahrs. Die Werte der einzelnen Quartale stellten sich dabei deutlich differenzierter dar
(Quartal 1: 1,17, Quartal 2: 1,03, Quartal 3: 0,74 und Quartal 4: 0,86).
In VERBUND-Windkraftanlagen lag die Erzeugung im Jahr 2018 mit 834 GWh auf dem Wert von 2016,
aber um 12,4 % unter dem Vorjahreswert.
Die Wasserkraftwerke von VERBUND verfügten per 31. Dezember 2018 über eine Leistung von
8.215 MW (Engpassleistung = maximale Dauerleistung). In VERBUND-Windkraftanlagen waren per
31. Dezember 2018 418 MW installiert.
Kapazitätsentwicklung 2017 bis 20201
Wasserkraft2
Windkraft
Summe
1

MW

2017

2018

2019

2020

8.215

8.215

8.222

8.206

418

418

418

418

8.633

8.633

8.640

8.624

jeweils per 31.12. jeden Jahres // 2 inkl. Bezugsrechten

Die geplante Entwicklung des VERBUND-Kraftwerksparks bis 2019 beruht auf der aktuellen Investitionsplanung und berücksichtigt die bis dahin fertiggestellten aktuellen Neubau- und Effizienzsteigerungsprojekte. Die Reduktion der Kapazität im Jahr 2020 ergibt sich aufgrund der Teilstilllegung des
Kraftwerks Bösdornau nach Wiederverleihungsverfahren mit gleichzeitiger Inbetriebnahme der
Unteren Tuxbachüberleitung durch welche sich das Regelarbeitsvermögen erhöht. Zusätzliche Steigerungen des Regelarbeitsvermögens und der Kapazität sind nach 2020 durch die laufenden und im
Herbst 2018 genehmigten Projekte zu erwarten.

GRI EU10
GRI EU1
SDG 7

74

Wasserkraft
Wasserkraft – unsere starke Basis
GRI EU30
SDG 7

VERBUND-Strom aus Wasserkraft stammte 2018 aus 92 Lauf- und 22 Speicherkraftwerken. Dazu kamen
Bezugsrechte an 14 Laufwasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG. Das Regelarbeitsvermögen – die
Erzeugungsmöglichkeit mit durchschnittlichem Wasserdargebot innerhalb eines Regeljahrs – belief sich
auf 29.039 GWh.
Die durchschnittliche Verfügbarkeit der österreichischen Kraftwerke der VERBUND Hydro Power
GmbH (Lauf- und Speicherkraftwerke) lag im Jahr 2018 bei hohen 95,1 %. Dieser Verfügbarkeitswert fiel
deutlich besser aus als jener im Mittel der Jahre 2013 bis 2017 (91,8 %). Im Jahr 2017 waren 94,3 % erzielt
worden. In den letzten Jahren ist ein steter Anstieg der Anlagenverfügbarkeit zu beobachten, was auf die
Optimierung der lnstandhaltungszyklen bei den Laufkraftwerken (von 6 auf 9 Jahre) ab Herbst 2014 und
eine Änderung der Revisionsstrategie bei den Speicherkraftwerken ab Mitte 2015 zurückzuführen ist.
Bei den Grenzkraftwerken (Bayern/Österreich) an Inn und Donau konnte für 2018 eine gute Verfügbarkeit von 93,9 % erzielt werden, da im Berichtsjahr einige Umbaumaßnahmen (vorwiegend Leittechnikumbauten) abgeschlossen werden konnten. Der Wert von 2018 lag sowohl über dem Mittelwert
der letzten fünf Jahre (92,9 %) als auch über dem Wert von 2017, in dem eine Verfügbarkeit von 92,5 %
aufgrund von vielen Umbaumaßnahmen verzeichnet worden war.
Die bayerischen Laufkraftwerke der VERBUND Innkraftwerke GmbH erreichten 2018 eine Verfügbarkeit von 91,1 %. Auch wenn sich in diesem Wert noch das forcierte Leittechnikerneuerungsprogramm
deutlich niederschlägt, war der Umfang der Umbaumaßnahmen 2018 bereits geringer als in den Jahren
zuvor. So lag der Wert für 2018 etwas über dem Mittelwert der Jahre 2013 bis 2017 (90,9 %), und auch die
Verfügbarkeit 2017 mit 90,0 % (Grund: viele Leittechnikumbauten) konnte übertroffen werden.

Neue Kraftwerksprojekte

Im Jahr 2018 konnte VERBUND folgende wichtige Projekte fortführen:
Laufwasserkraftwerk Gries

und die Salzburg AG realisieren gemeinsam das Projekt zur Errichtung des neuen Salzachkraftwerks Gries. Die Arbeiten an dem seit Sommer 2016 im Bau befindlichen Kraftwerk verlaufen plangemäß und werden bis Mai 2019 abgeschlossen sein. Im Jahr 2018 wurden wesentliche Meilensteine
erreicht. Es konnten sämtliche Beton- und Erdarbeiten plangemäß durchgeführt und der Ausbau der
Wildbäche im Stauraum fertiggestellt werden. Die Wehranlage wurde Mitte August 2018 in Betrieb
genommen, und Anfang September 2018 wurde der Aufstau finalisiert. Anfang September 2018 begann
der Probebetrieb der Maschine 2, welcher Anfang Oktober 2018 erfolgreich abgeschlossen wurde. Die
Maschine 1 startete Anfang November 2018 mit dem Probebetrieb, der im Dezember 2018 ebenfalls
erfolgreich beendet werden konnte. Der Zeitplan zur erstmaligen Stromerzeugung konnte somit um
rund fünf Monate beschleunigt werden und ermöglichte eine Mehrerzeugung von rund 15 GWh.
In der baubegleitenden Öffentlichkeitsarbeit wurde besonderer Wert auf die gute Zusammenarbeit
mit der Gemeinde und dem Land sowie auf Regionalität und Bürgernähe gelegt. Die für die Baustelle
eingerichteten Plattformen wurden im Jahr 2018 in bewährter Weise genutzt, um aktuelle Informationen an die Bürger zu bringen und Informationen bei den Bürgern abzuholen. Die hohe Akzeptanz der
Baustelle und des Kraftwerks durch die regionale Bevölkerung bestätigt die Vorgehensweise in der
Öffentlichkeitsarbeit.
VERBUND

GRI 413-1

KONZERNLAGEBERICHT

75

Das Salzachkraftwerk Gries erzeugte im Herbst 2018 erstmals Strom und liefert ab 2019 mit einer
Jahreserzeugung von 42 GWh und einer Engpassleistung von 8,8 MW sauberen Strom aus Wasserkraft
für mehr als 10.000 Haushalte.
Murkraftwerk Graz
VERBUND ist – wie die Energie Graz GmbH – mit 12,5 % am Projekt Murkraftwerk Graz (Regelarbeitsvermögen von 78,9 GWh, Engpassleistung von 17,7 MW) beteiligt. Haupteigentümer ist mit 75 % die
Energie Steiermark AG. Die Projektabwicklung erfolgt derzeit gemäß Errichtungsvertrag durch die
Energie Steiermark Green Power GmbH. Die Arbeiten am Krafthaus und an der Wehranlage sowie im
Stauraum verlaufen plangemäß. Nach der für Mitte 2019 geplanten Inbetriebnahme übernimmt die
VERBUND Hydro Power GmbH für zumindest 20 Jahre die Betriebsführung. Der Stakeholder-Dialog
wird von unserem Projektpartner Energie Steiermark geführt.

Weitere Informationen
unter www.
murkraftwerkgraz.at

Projekte zur Erweiterung und Effizienzsteigerung
Unterer Tuxbach

Im September 2016 wurde der Baubeschluss zur Realisierung des Erweiterungsprojekts Unterer
Tuxbach gefasst. Mit einer zusätzlichen Turbinenleistung des Kleinkraftwerks Stillup von 1,7 MW und
einem zusätzlichen Regelarbeitsvermögen von 74 GWh stellen die geplanten Maßnahmen eine energetische Aufwertung des bestehenden Kraftwerksparks im Zillertal ab 2019 dar. Der im Jahr 2017 begonnene Fräsvortrieb mit der Tunnelbohrmaschine in Richtung Tuxertal wurde im Juli 2018 abgeschlossen.
Infolge der angetroffenen geologischen Situation (Teilabschnitte mit starken Bergwasserzutritten) sind
zusätzliche Gebirgsinjektionen erforderlich. Nach erfolgreicher Montage der Tunnelbohrmaschine im
Ast Zemm-Stillupp sowie nach Umbau der Förderbandanlage konnte der kontinuierliche Vortrieb in
Richtung Stillupp im September 2018 gestartet werden. Die Vortriebsarbeiten am Entsander, im
Beileitungsstollen Elsbach und im Spülstollen verlaufen plangemäß.
Die Bauzeit-bezogenen und kostentechnischen Auswirkungen der angetroffenen geologischen
Situation und der damit verbundenen zusätzlichen Injektionen und Innenschalenabschnitte werden
zurzeit evaluiert. Aus derzeitiger Sicht wird sich die Inbetriebnahme auf 2020 verschieben.
Die ökologischen Begleitmaßnahmen – wie die Errichtung von Nistkästen sowie ein zeitlich eingeschränkter Baustellenverkehr zur Deponie Tuxer Tal – werden plangemäß durchgeführt.
Seit Ausstellung der Genehmigungsbescheide und der Unterfertigung des Zillertalvertrags II, der
Partnerschaftsverträge mit den Gemeinden und dem Tourismusverband sowie der Unterzeichnung
einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen VERBUND und den Stadtwerken Schwaz (diese erhalten ein
jährliches Strombezugsrecht) wurde die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Projektbegleitend finden
Informationsveranstaltungen, Presseaussendungen und Projektsprechstunden statt.
Töging

Das Projekt zur Erneuerung und Effizienzsteigerung des bestehenden Innkraftwerks Töging und der
Wehranlagen Jettenbach in Bayern befindet sich seit Oktober 2015 im behördlichen Genehmigungsverfahren. Mit dem Bescheid für das Gesamtprojekt und mit der wasserrechtlichen Bewilligung wird bis
Mitte 2019 gerechnet. Um den geplanten Inbetriebnahmetermin im Jahr 2022 aufgrund wirtschaftlicher
Vorteile einhalten zu können, wurde im Juni 2018 parallel zum Genehmigungsverfahren ein Antrag auf
Zulassung zum vorzeitigen Baubeginn und auf vorgezogene Baumaßnahmen gestellt. Das Landratsamt

GRI 413-1
SDG 15

76

Mühldorf hat mit Bescheid vom 12. September 2018 diese vorgezogenen Maßnahmen genehmigt. Die
zuständigen Gremien haben in der Folge am 18. September 2018 den Beschluss für die vorgezogenen
Baumaßnahmen und auch für das Gesamtprojekt – vorbehaltlich der tatsächlichen Gesamtgenehmigung – gefasst. Mit den vorgezogenen Bauarbeiten wurde daraufhin im Oktober 2018 begonnen.
Das Projekt umfasst den Neubau des Kraftwerks sowie der Wehranlage, die Erhöhung der Dichtung
des Innkanals sowie Hochwasserschutzmaßnahmen im Stauraum Jettenbach und soll nach derzeitigem
Plan im Jahr 2022 zu einer Erhöhung der Gesamterzeugung von 139 GWh auf 696 GWh führen. Die
installierte Kraftwerksleistung soll um 32,4 MW auf 117,7 MW steigen.
SDG 15

Zusätzlich wird dieses Projekt von einer Vielzahl ökologischer Schutz-, Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet. Dazu zählen unter anderem: Stillgewässer als Laichhabitate und Fischlebensraum, die Wiesenentwicklung an den Dammböschungen zur Förderung der Artenvielfalt, die
Herstellung von Reptilienhabitaten sowie die Strukturverbesserungen und die hydromorphologischen
Verbesserungen. Für die Schlingnatter, die Zauneidechse und den dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling wurden bereits Maßnahmen für den dauerhaften Erhalt der ökologischen Funktion umgesetzt.
Auf Basis der Vereinbarung mit dem Freistaat Bayern werden gleichzeitig zum Projekt in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft Umweltmaßnahmen in der Ausleitungsstrecke entwickelt und umgesetzt.

GRI 413-1

Zur kontinuierlichen Erläuterung des Projekts werden regelmäßig Sprechstunden angeboten, bei
denen bis dato hauptsächlich Fragen zum weiteren Projektverlauf gestellt wurden. Ein
verstärktes öffentliches Interesse war rund um den Baubeginn zu bemerken.
Projekte zur Effizienzsteigerung
Effizienzsteigerung in Ybbs-Persenbeug

Österreichs ältestes Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wird seit 2012 stufenweise modernisiert. Mit
dem Umbau der dritten Hauptmaschine wurden die Arbeiten im Nordkraftwerk im Frühjahr 2017
abgeschlossen. Im Jahr 2018 wurden Restarbeiten am Maschinensatz 5 durchgeführt, und die
Modernisierung des Südkraftwerks wurde ab Herbst 2019 vorbereitet. Nach Abschluss der Effizienzsteigerungsmaßnahmen an allen sechs Maschinensätzen werden sich das Regelarbeitsvermögen um
77 GWh und die Engpassleistung um 18 MW erhöhen.
Weitere Projekte zur Effizienzsteigerung in Vorbereitung

Neben dem bereits erwähnten Projekt in Ybbs wurde mit den Vorbereitungsarbeiten bei mehreren
Effizienzsteigerungsprojekten begonnen. Technisch erforderliche Erneuerungen von Generatoren
und/oder Maschinen, welche das Ende der Lebensdauer erreichen, werden dabei zum Anlass genommen, verschiedene Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergänzend durchzuführen. In den nächsten
Jahren sollen somit im Bereich der Laufwasserkraftwerke rund 66 MW an Turbinenleistung und rund
106 GWh an zusätzlichem Regelarbeitsvermögen zur Verfügung stehen. Auch das Flexibilitätsangebot
im Bereich der Speicherkraftwerke soll darüber hinaus um rund 112 MW im Bereich der Turbinenleistung, um rund 288 MW im Bereich der Pumpleistung und um rund 14 GWh im Bereich des zusätzlichen Regelarbeitsvermögens erweitert werden.

KONZERNLAGEBERICHT

77

Umweltmaßnahmen: Weiterhin gute Fortschritte bei der Renaturierung

Für die Umsetzung der Vorgaben aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) werden bei
VERBUND bis 2027 Gesamtkosten von rund 280 Mio. € erwartet. Dazu kommen die laufenden Auswirkungen beim Betrieb und der Instandhaltung. Ausgewählte Aktivitäten zum Naturschutz sind auf der
VERBUND-Webseite dargestellt.
Zu den umfangreichsten Einzelmaßnahmen zählten im Jahr 2018 die folgenden: die Fertigstellung der
Fischwanderhilfe beim Donaukraftwerk Greifenstein im Rahmen des LIFE+ Projekts Netzwerk Donau, die
Errichtung der Fischwanderhilfe am Draukraftwerk Edling und die groß angelegten Renaturierungsmaßnahmen mit naturnahen Umgehungsgewässern und weitläufigem Inselnebenarmsystem am Grenzkraftwerk Ering-Frauenstein. Am Donaukraftwerk Abwinden-Asten wurden die Arbeiten zur Herstellung der
Durchgängigkeit im Rahmen von LIFE+ Netzwerk Donau begonnen. Darüber hinaus konzentrierten sich
die Arbeiten auf die Planung weiterer Aufstiegshilfen an der Donau, dem Grenzinn, dem bayerischen Inn
und der Drau sowie auf das Monitoring bereits errichteter Aufstiegshilfen.
In mehreren Forschungsprojekten werden offene Fragen aus den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie
untersucht. So startete Anfang 2018 das CD-Labor Sediment, in dem durch die Universität für Bodenkultur
über mehrere Jahre die Möglichkeiten einer Verbesserung des Sedimenthaushalts entlang der kraftwerksbeeinflussten Fließgewässer in Österreich systematisch untersucht werden. Außerdem wird aktuell an den
Auswirkungen des Fischabstiegs durch Turbinen auf den Fischbestand geforscht und die gewässerökologische Wirkung schwalldämpfender Maßnahmen an Pilotstrecken wie der Mittleren Salzach getestet.
Im Rahmen der Medienarbeit und der öffentlichen Auftritte (wie dem Danube Day im Wiener Stadtpark) wurde das Engagement für Umweltthemen bei VERBUND-Kraftwerksstandorten in den Mittelpunkt
gestellt. Zu bestimmten Anlässen – wie der Eröffnung der Fischwanderhilfe in Greifenstein im April 2018
oder der Projektvorstellung der Fischwanderhilfe Altenwörth im Oktober 2018 – wurden Bürgerveranstaltungen abgehalten, bei denen sich Interessierte direkt bei Fachexperten informieren konnten.

GRI EU13
Maßnahmen zum
Naturschutz siehe
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Verantwortung >
Umwelt
SDG 15

Nachhaltige Planung und Stakeholder Management

Bei allen Projekten nimmt VERBUND schon in frühen Phasen seine Verantwortung gegenüber den
Menschen und der Umwelt wahr. In sämtlichen Planungs- und Umsetzungsschritten wird auf eine möglichst rücksichtsvolle Bauausführung und den umweltschonenden Betrieb Wert gelegt.
VERBUND setzt bei seinen Projekten zudem stark auf den Dialog mit den Bürgern. In regelmäßigen Abständen werden die Anrainer informiert, Treffen mit Bürgermeistern und Tourismusverbänden sowie Gemeinderatsinformationen werden durchgeführt. 2018 wurde an sechs ausgewählten Standorten anlässlich
von Tagen der offenen Tür und von Nachbarschaftstreffen der direkte Kontakt mit der Bevölkerung gesucht.
Im laufenden Betrieb wird die Einhaltung höchster Umweltstandards durch interne und externe
Auditoren regelmäßig überprüft.
Aufarbeitung der Hochwässer an Donau 2013 und Drau 2012

Im Zusammenhang mit dem Donauhochwasser 2013 sind vier zivilrechtliche Klagen in Niederösterreich gerichtsanhängig. Mit dem Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom
24. September 2018 wurde die Klage der Stadtgemeinde Klosterneuburg zur Gänze abgewiesen. Die
gegen das Urteil eingebrachte Berufung der Stadtgemeinde ist beim Oberlandesgericht Wien anhängig.
Die drei weiteren anhängigen und unterbrochenen Zivilverfahren werden fortgesetzt.

GRI 102-43
GRI 103-2

78

Aus dem Drauhochwasser 2012 sind wegen Schadenersatzforderungen noch insgesamt 94 Zivilverfahren in Österreich und Slowenien gerichtsanhängig. Nach der mit Beschluss des Landesgerichts
Klagenfurt vom 3. Oktober 2018 endgültigen Einstellung der strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mitarbeiter der VERBUND Hydro Power GmbH sowie gegen das Unternehmen selbst werden die unterbrochenen Verfahren nun in Österreich fortgesetzt. In Slowenien befinden sich die Verfahren im Stadium
des Beweisverfahrens in erster Instanz.
Hochwasserereignis Drau 2018

Ende Oktober 2018 kam es an der Drau zu einem massiven Hochwasserereignis (HQ301). Im Einflussbereich von VERBUND konnte dieses Hochwasser auf Basis einer frühzeitigen Prognose unter Aufbringung
aller technischen Möglichkeiten in den Stauräumen und durch das Rückhalten von rund 10 Mio. m3
Wasser in den Speichern der Werksgruppe Malta ohne größere Schäden für die Region abgeführt werden.
Darüber hinaus wurden zusätzliche – weit über das konzipierte Maß hinausgehende – Absenkungen
in den Stauräumen auf Basis von Einstweiligen Verfügungen umgesetzt. Die natürliche Abflussspitze
von rund 2.100 m3/s wurde durch die nach eingehenden Analysen zusätzlich angeordnete Möglichkeit
der Abpufferung auf rund 1.600 m3/s gedämpft. Lavamünd konnte daher unter diesen Rahmenbedingungen von Überflutungen verschont werden.
Die Kraftwerke waren vor Ort besetzt, die betrieblichen Maßnahmen mit den Behörden abgestimmt,
und der Krisenstab in Wien war aktiv. Durch das Hochwasser kam es zu zahlreichen Schäden an Ufermauern, an der Fischwanderhilfe sowie in anderen Kraftwerksbereichen in der Größenordnung von
rund 8 Mio. €. Die Sanierungsarbeiten sind im Gange, werden aber zum Teil noch weit ins Jahr 2019
hineinreichen.
Konstruktive Maßnahmen zur Reduktion der Schallemissionen beim Kraftwerk Malta-Hauptstufe

GRI 102-44
GRI 413-1

Mit dem Pumpspeicherkraftwerk Malta-Hauptstufe betreibt VERBUND seit 1979 im Kärntner Mölltal
Österreichs leistungsstärkstes Wasserkraftwerk. Neben vier Turbinen verfügt das Kraftwerk auch über
zwei Pumpen, deren Betrieb in bestimmten Konstellationen einen tieffrequenten Ton (75 Hz) erzeugt.
Dieser wird von der lokalen Bevölkerung zunehmend als stark störend wahrgenommen.
Obwohl der Kraftwerksbetrieb konsensgemäß über alle behördlichen Genehmigungen verfügt, wurden die Anliegen einer im Jahr 2015 gegründeten Bürgerinitiative sowie der Standortgemeinden seitens
VERBUND von Beginn an in Form eines konstruktiven Dialogs aufgenommen und erörtert. Im Jahr 2016
wurden schließlich unabhängige Schallmessungen durchgeführt, und darauf aufbauend wurde ein
umweltmedizinisches Gutachten erstellt. Nachdem in diesem Gutachten die Notwendigkeit zur mittelfristigen Verminderung der Lärmimmissionen aufgezeigt wurde, wurden im Jahr 2017 beide Pumpen
mit sogenannten Resonatoren (Schalldämpfern) ausgestattet, welche den Druckpuls (der zur
Lärmemission führt) mittels Interferenz vermindern.
Im Jahr 2018 wurden Feinabstimmungen an den Resonatoren und weitere Schallmessungen durchgeführt. Die letzten Messungen haben eine Reduktion der Störfrequenz beim nächstgelegenen Anrainer
um 15 bis 19 dB ergeben, was einer Reduktion der wahrgenommenen Lautstärke um rund 75 %

1 Als HQ30 wird ein Hochwasserereignis bezeichnet, welches statistisch gesehen alle 30 Jahre auftritt.

KONZERNLAGEBERICHT

79

entspricht. Auf Basis dieser Messergebnisse wird nun ein neuerliches umweltmedizinisches Gutachten
erstellt, welches für März 2019 erwartet wird.
Windkraft
Die perfekte Ergänzung zur Wasserkraft

Mit Windkraftanlagen in Österreich, Deutschland und Rumänien verfügt VERBUND über eine installierte
Windkraftleistung von 418 MW. Die durchschnittliche Verfügbarkeit der Windkraftanlagen lag im Jahr
2018 bei 97,7 %.
In Österreich werden mittlerweile bereits 25 Windturbinen vom eigenen Personal instandgehalten. 2018
haben Vorbereitungsarbeiten für die Übernahme der Eigeninstandhaltung von weiteren 19 Windturbinen
ab 2019 begonnen. In Rumänien erfolgte 2018 für den gesamten Windpark der Umstieg von einem
Vollwartungs- auf einen Teilwartungsvertrag.
Außerdem entschloss sich VERBUND gemeinsam mit dem Partner Axpo Romania S.R.L., in den rumänischen Endkundenmarkt für Großkunden einzusteigen. Im Geschäftsjahr 2018 konnten dadurch fast
1 TWh und rund 330.000 Grünzertifikate geliefert bzw. transferiert werden.

GRI EU30
GRI EU1
SDG 7

Umweltmaßnahmen

In den Windparks Petronell-Carnuntum, Hollern II und Bruck-Göttlesbrunn erfolgt ein jährliches bzw.
zweijährliches ornithologisches Monitoring durch einen Experten, um Auswirkungen auf das Habitat
und das Brutverhalten verschiedener Vogelarten zu untersuchen. Schallemissions- und Schallimmissionsmessungen an den Windkraftanlagen nach Inbetriebnahme stellten auch 2018 sicher, dass es
zu keiner erhöhten Beeinträchtigung der Umgebung kam.
Die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und die Umweltzertifizierung des
Betriebs der österreichischen Windparks gewährleisten zudem, dass über den gesamten Lebenszyklus der
Windkraftanlagen höchste Umweltstandards eingehalten werden.

VERBUND – ein überregionaler Themen- und Marktführer für
kundenspezifische, ökologische und gleichzeitig ökonomische Energielösungen.

Stakeholder Management

setzt auch beim Betrieb von Windparks stark auf den Dialog mit den Bürgern. Im Windpark
Bruck/Leitha werden geführte Besichtigungen auf ein Windrad mit Aussichtsplattform angeboten. Das
bietet Interessierten die einmalige Möglichkeit, das Thema Windenergie von einer anderen Perspektive
aus zu betrachten.
Zum 125-jährigen Jubiläum des Aussichtsturms am Hochsteinchen (Deutschland) stellte VERBUND den
Landesforsten Rheinland-Pfalz angrenzende Flächen des Windparks für die Festivitäten zur Verfügung
und gab darüber hinaus Interessierten Einblick in die laufenden Aktivitäten.

VERBUND

GRI 413-1

80

Absatz
Im Segment Absatz sind alle Handels- und Vertriebsaktivitäten von VERBUND zusammengefasst. Durch
den Handel mit Strom, Gas, Herkunftsnachweisen, CO2-Zertifikaten, Transportkapazitäten sowie
innovativen Grünstrom- und Flexibilitätsprodukten hat VERBUND eine starke Präsenz auf den wichtigsten
außerbörslichen Over-the-Counter-Märkten (OTC-Märkten) sowie auf den Börsenplätzen Europas. Dies
stellt auch für die optimale Vermarktung der VERBUND-Erzeugung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Das gewonnene Know-how stärkt die Position von VERBUND am Strommarkt und ermöglicht
es, auf Veränderungen am Markt unmittelbar zu reagieren. VERBUND ist der führende Anbieter von
Flexibilitäts- und Grünstromprodukten sowie von umfassenden Dienstleistungen für die Energiewirtschaft in Österreich und Deutschland.
Die VERBUND-Schwerpunkte im Stromhandel liegen im optimalen Einsatz der eigenen Kraftwerke, in
der bestmöglichen Vermarktung der konzerneigenen Erzeugung, in der optimalen Strombeschaffung
und in der Absicherung des Vertriebs. Darüber hinaus nutzt VERBUND die sich aus der Energiewende
ergebenden Wachstumschancen. Sein energiewirtschaftliches Know-how bietet VERBUND seinen
Kunden in Form von neuen Produkten und Dienstleistungen an. So unterstützt VERBUND seine Kunden
bei der Vermarktung ihrer Erneuerbaren-Energien-Anlagen oder bietet ihnen beispielsweise Flexibilitätsprodukte zur Reduzierung ihrer Ausgleichsenergierisiken an.
Beim Vertrieb von Strom und Erdgas an Endkunden stehen innovative Produkte, faire Geschäftspraktiken und die Prinzipien der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Die Kernmärkte der VERBUND-Vertriebsaktivitäten liegen in Österreich und Deutschland. VERBUND beliefert das Segment Haushalt/Landwirtschaft
und Gewerbe – in welchem seine Standardlastprofilkunden gebündelt sind – in Österreich ausschließlich
mit Strom aus Wasserkraft. In Deutschland beliefert VERBUND Industrieunternehmen und Weiterverteiler.
Betriebswirtschaftliche Entwicklung
Kennzahlen – Segment Absatz
Einheit

2017

2018

Veränderung

Gesamtumsatz

Mio. €

2.283,5

2.091,8

– 8,4 %

EBITDA

Mio. €

108,0

83,4

– 22,8 %

Equity-Ergebnis

Mio. €

0,0

0,0

–

Capital Employed

Mio. €

182,5

290,9

59,4 %

Das EBITDA des Segments Absatz sank um 24,6 Mio. € auf 83,4 Mio. €. Die Ursachen dafür waren im
Wesentlichen die geringeren Ergebnisbeiträge aus dem Regelreservegeschäft sowie die höheren
Beschaffungspreise im Vertriebsgeschäft. Das Capital Employed des Segments Absatz lag um
108,3 Mio. € über dem Niveau des Vorjahrs. Ursache dafür waren im Wesentlichen Veränderungen im
Working Capital.

KONZERNLAGEBERICHT

Energiehandel und -vertrieb
Stromhandel
Wirtschaftliche Drehscheibe für den Konzern

Durch die Integration der europäischen Strommärkte und den laufenden Ausbau der erneuerbaren
Energien nimmt der Stromhandel eine zentrale Bedeutung ein. Der Energiemarkt verändert sich laufend und gewinnt weiter an Dynamik. In diesem Zusammenhang werden sowohl die kurzfristige und
flexible Vermarktung als auch die optimale Steuerung der Kraftwerkskapazitäten immer
wichtiger.
Im Rahmen des Stromhandels bietet VERBUND als Asset Optimizer im Bereich der Energiewirtschaft
eine umfassende Palette an maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen an, welche laufend an
die geänderten Marktanforderungen angepasst wird. Das Spektrum reicht von der Einsatzoptimierung
und dem Marktzugang (Market Access) über flexible Vermarktungs- und Absicherungsangebote bis hin
zu Prognosedienstleistungen und regulatorischen Services. Dabei legt VERBUND besonderen Wert
darauf, seine innovativen Produkte für die unterschiedlichsten Kundenanforderungen maßzuschneidern.
Anerkannter Player am europäischen Energiemarkt

Zu den VERBUND-Kunden zählen vor allem europäische Großhandelspartner, andere Energiehandelsunternehmen sowie Weiterverteiler und Stadtwerke. Darüber hinaus gehören auch Netz- und Kraftwerksbetreiber bzw. Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energien – insbesondere im Bereich der
Windkraft, der Photovoltaik und der Kleinwasserkraft – zum Kundenportfolio von VERBUND.
Die VERBUND Trading GmbH ist ein anerkannter Player auf den europäischen Energiemärkten und
gilt als verlässlicher Handelspartner mit hoher Kompetenz in den Bereichen Asset-Vermarktung und
Grünstrom. Alle Handelsaktivitäten finden im Rahmen eines umfassenden, strengen und laufend
aktualisierten Risikoregelwerks statt.
Optimale Vermarktung der VERBUND-Eigenerzeugung

Im Hinblick auf die dynamischen Veränderungen der Energiemärkte optimiert VERBUND seine Vermarktungsaktivitäten, um so die bestmögliche Vermarktung und Preisabsicherung der Eigenerzeugung
gewährleisten zu können. Die diversifizierte Absatzstrategie wird laufend weiterentwickelt und
verbessert. Die Vermarktungsstrategie richtet sich dabei unter anderem nach der Menge der Eigenerzeugung und folgt den saisonalen Schwankungen der Wasserführung.
Die Marktnähe der VERBUND Trading GmbH ermöglicht VERBUND die laufende Analyse der Entwicklung der Fundamentaldaten und des energiewirtschaftlichen Umfelds. Dies ermöglicht ein frühzeitiges
Erkennen von Marktsignalen und ein rasches Reagieren auf Markttrends zur optimalen Vermarktung.
Die Entwicklung auf den Energiemärkten und an den Börsen hin zu immer kurzfristigeren Geschäften
und zu steigender Volatilität der Preise bestätigt die Richtigkeit der Strategie.
Die VERBUND Trading GmbH stellt zudem die marktgetriebene Steuerung und Optimierung des
Einsatzes aller VERBUND-Kraftwerke sicher. Die dafür erforderlichen präzisen Zufluss- und Wetterprognosen werden anhand von – zum Teil konzernintern – entwickelten Modellen erstellt. Hochqualifizierte Mitarbeiter bringen dafür ihr energiewirtschaftliches und meteorologisches Know-how ein.
Optimierungsmodelle mit entsprechenden Strompreismodellen vervollständigen die Systemlandschaft
zur bestmöglichen Asset-Vermarktung.

81

82

VERBUND-Expertise für die Vermarktung erneuerbarer Energien
VERBUND verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs bei der Vermarktung neuer erneuerbarer Energien für Drittanlagen. Im vergangenen Jahr startete VERBUND eine Vermarktungsoffensive mit einer
attraktiven Preisgestaltung, gezielten Marketingaktivitäten und einem aktiven Kundenmanagement für
das Kundensegment „Erneuerbare Energien“. Dabei standen vor allem Wind- und Kleinwasserkraft,
Photovoltaik und Biomasse im Fokus. Diese erfolgreichen Produkte zur Vermarktung von Drittanlagen
baut VERBUND aktiv und kundenorientiert weiter aus. Die Marktanteile in Österreich und in Deutschland
konnten trotz eines starken Preis- und Wettbewerbsdrucks in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert
werden. In Luxemburg ist VERBUND bereits führend bei der Vermarktung von Strom aus Windkraft. Im Jahr
2018 wurden bereits mehr als 2.100 MW aus neuen erneuerbaren Energieträgern von VERBUND vermarktet, wobei die Betreiber dieser Anlagen von der energiewirtschaftlichen Expertise von VERBUND
profitierten.

Grünstromvermarktung – der Klassiker

Das VERBUND-Produktportfolio umfasst auch den klassischen Handel mit Emissionszertifikaten und
Herkunftsnachweisen (Grünstrom). Damit trägt VERBUND dem steigenden Bewusstsein für die
Produktionsart und den Ursprung der Energie Rechnung. Diese Vorgangsweise geht mit dem Trend hin
zu erneuerbaren Energien und nachhaltigen Erzeugungstechnologien einher.
So zählt VERBUND in Österreich und Deutschland zu den führenden Anbietern von zertifizierter
erneuerbarer Erzeugung (Wasserkraft aus Österreich und aus Deutschland) und beliefert in diesen
Märkten über 160 Stadtwerke und Weiterverteiler mit dem Premiumprodukt H2Ö. Trotz des steigenden
Preisdrucks im Grünstromsegment konnte das Absatzniveau 2018 im Vergleich zum Vorjahr gehalten
werden.
Dynamische Märkte erfordern die Bereitstellung von Flexibilitäten
VERBUND ist einer der führenden Anbieter von Produktionsflexibilitäten. Hochflexible Speicher- und
Pumpspeicherkraftwerke bieten die Möglichkeit kurzfristiger Leistungsanpassungen. Die Vermarktung
erfolgt auf den Spotmärkten für Day Ahead und Intraday. Zusätzlich werden Systemdienstleistungen
wie Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung angeboten, die bei Abruf durch den Regelzonenführer APG
einen kurzfristigen Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch gewährleisten. Darüber hinaus stellt
VERBUND auch Kraftwerksleistung für Netzdienstleistungen wie die Blindleistungserbringung, das
Störungsmanagement und die Schwarzstartfähigkeit bereit.
Gemeinsam mit dem Gas-Kombikraftwerk Mellach (GDK Mellach) werden die Pumpspeicherkraftwerke auch für das Engpassmanagement eingesetzt. Der Regelzonenführer APG fordert dazu bei den
unterschiedlichen Kraftwerksbetreibern entsprechende Betriebsarten an, um ungünstige Lastflüsse im
europäischen Höchstspannungsnetz zu vermeiden bzw. auszugleichen.
VERBUND bietet seinen Kunden mit dem Produkt „Virtuelles Kraftwerk“ zudem die Möglichkeit, Flexibilitätslücken in ihrem Portfolio zu schließen und Portfolios gegen Strompreisschwankungen abzusichern.
Virtuelle Pumpspeicher werden kundenorientiert mit definierten Pump- und Turbinenleistungen und
unterschiedlichen Vorlaufzeiten in der Produktnominierung angeboten.
Darüber hinaus wurde als Reaktion auf die Herausforderungen des geänderten Umfelds im Energiemarkt bereits 2015 der Bereich des Intraday-Handels verstärkt, um kurzfristige Preisschwankungen
innerhalb eines Tages bestmöglich zu nutzen.

KONZERNLAGEBERICHT

83

Innovative Dienstleistungen und Produkte
VERBUND bietet seinen Partnern exzellentes und fundiertes energiewirtschaftliches Know-how in Form
von unterschiedlichen Produkten und Dienstleistungen an. Dazu zählen unter anderem: der Market
Access mit Börsenzugängen am Intraday-, Spot- und Terminmarkt, Prognosedienstleistungen, Bilanzgruppenmanagement, integriertes Portfoliomanagement, regulatorische Services (z. B. REMIT) oder
Gesamtpakete für das Segment Bahnstrom.
Im Bereich der Energiedienstleistungen wurde von VERBUND die zentrale Kundenplattform
VISION unter Einbindung des bestehenden Order-Management-Systems zur webbasierten Kommunikation mit seinen Großkunden entwickelt. VISION ermöglicht den VERBUND-Kunden nicht nur, Stromoder Gasprodukte online zu platzieren und deren Status bis zur Erfüllung in Echtzeit zu verfolgen,
sondern bietet auch Module für Demand Response, FixTrades, ein kundenspezifisches DocumentCenter
sowie Informationen über Marktdaten und ermöglicht so ein umfassendes Energiedatenmanagement.
Die Aktivitäten von VERBUND der jüngsten Zeit konzentrieren sich insbesondere auf die Weiterentwicklung der Digitalisierungs- und Automatisierungsstrategie für den Stromhandel. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf maßgeschneiderten Kundenlösungen wie VISION, die den gesamten Lebenszyklus
einer Stromlieferung von der Anfrage über die Preisgestaltung und den Börsenzukauf bis hin zum
Reporting und der Abrechnung online und in hohem Maße automatisiert abbilden.

Stromvertrieb
Kundenstamm neuerlich ausgebaut

Der Markt im Business- und Industriekundensegment blieb im Geschäftsjahr 2018 weiterhin sehr kompetitiv. Dennoch gelang es VERBUND, seine langjährigen, guten Kundenbeziehungen zu intensivieren
und die führende Marktposition im österreichischen Industriekundensegment weiter auszubauen. Im
Segment Business- und Industriekunden ist VERBUND mit neuen Dienstleistungen und innovativen
Produkten als erfahrener und zuverlässiger Dienstleister am Markt positioniert.
Im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe erreichte VERBUND bei der Studie „ServiceChampions 2018“ die Kategorie „Gold“. Im Zuge der breit angelegten Kundenbefragung zum erlebten
Service wurden rund 109.000 Kundenurteile eingeholt und im Branchenvergleich der Energieversorger
17 Unternehmen geprüft. Dabei erreichte VERBUND erneut den ersten Platz und wurde Branchengewinner. Diese Auszeichnung bestätigt die Servicequalität von VERBUND. Auch in Zukunft gilt es, diese sehr
guten Ergebnisse abzusichern und weiter zu verbessern.
Die Anzahl der Kunden konnte im Geschäftsjahr 2018 weiter gesteigert werden. Zum Jahresende
bezogen im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 403.000 Kunden VERBUNDStrom aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Im Haushaltskundensegment betrug der Marktanteil
2018 rund 8 %. Klimaneutrales Erdgas von VERBUND bezogen im Jahr 2018 im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bereits rund 66.000 Kunden. Der Kundenstock konnte somit um 18 %
ausgebaut werden.
Verantwortlich für diesen Erfolg waren die im Frühjahr und Herbst 2018 durchgeführte Werbekampagne sowie der weitere Ausbau des Direktvertriebs mit attraktiven Neukundenangeboten. Die
Erhöhung der Kundenbindung trug ebenfalls zu diesem Erfolg bei.

Endkunden in Tsd.
447

469

392

16

17

18

Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe

GRI EU3

84

Herkunftszertifizierung von Strom aus VERBUND-Kraftwerken
GRI 417-1

VERBUND ist Vorreiter bei der Herkunftszertifizierung von Strom. Seit 1999 lässt VERBUND als erstes österreichisches Stromunternehmen die gesamte Wasserkraftproduktion vom TÜV SÜD zertifizieren und
entwickelte damit die Kennzeichnung der Stromherkunft in Österreich wesentlich mit. Mit seinem
Gütesiegel bestätigt der TÜV SÜD als neutrale Institution, dass der von Endkunden oder
Weiterverteilern bestellte Grünstrom in der entsprechenden Qualität und Menge in den Wasserkraftwerken von VERBUND erzeugt und ins Netz eingespeist wird.

VERBUND versorgt seine Kunden sicher mit Energie.

Die Erzeugungszertifizierung des TÜV SÜD bezieht sich auf konkrete Erzeugungsquellen. Sie garantiert dem Kunden die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Energien. Insgesamt 128 Wasserkraftwerke
in Österreich und in Bayern erfüllen die Kriterien EE und EE+. Der Standard „Erzeugung EE“ teilt sich wie
folgt auf: in „allgemeine Anforderungen“ an das Unternehmen des Zertifikatnehmers, in „spezielle
Anforderungen“ an die Produktion und Produktionserfassung der Anlagen und in „optionale Anforderungen“. Letztere sind für die Zusicherung von Arbeits- und Leistungszusagen (Modul „Erzeugung EE+“)
sowie für den Nachweis als Neuanlage (Modul „Erzeugung EEneu“) definiert.
Im Jahr 2017 lag die gesamte TÜV-SÜD-zertifizierte Wasserkraft-Erzeugung von VERBUND bei 23.813 GWh.
Werte für 2018 liegen noch nicht vor, da die Berechnungen des TÜV SÜD immer im Nachhinein (zweites
Quartal des Folgejahres) erfolgt. Die TÜV-SÜD-Nettoberechnung entspricht im Wesentlichen der Bruttoerzeugung aus Wasserkraft abzüglich Eigenbedarf, Servitute und Pumpaufwand.
Sauberer Strom „Danke Wasserkraft“

Die innovativen Produkte
• H2Ö-Austrian Hydro Power aus TÜV-SÜD-zertifizierten österreichischen Wasserkraftanlagen
und
• H2Ö-German Hydro Power aus TÜV-SÜD-zertifizierten deutschen Wasserkraftwerken
sind seit Jahren erfolgreich am Markt. Mit ihnen stellte sich VERBUND frühzeitig auf die Energiewende ein,
wovon seine Kunden – Stadtwerke, Weiterverteiler, Industrie-, Gewerbe- und Haushaltskunden – bereits
heute profitieren. VERBUND wird zudem auch zukünftig seine führende Rolle als Grünstromanbieter in
Österreich und Deutschland weiter ausbauen.
Stromkennzeichnung in Österreich
GRI 417-1
SDG 12

Die Stromkennzeichnung in Österreich ist auf der Stromrechnung für Endkunden angegeben. Im
Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe liefert VERBUND Strom seit jeher aus 100 % Wasserkraft.
Seit 2017 beliefert VERBUND seine Kunden aus diesem Segment auch mit Sonnenstrom aus Photovoltaikanlagen von anderen VERBUND-Kunden. Dieser Anteil liegt jedoch gerundet unter 0,01 % und ist daher in
der Stromkennzeichnung nicht auszuweisen.

KONZERNLAGEBERICHT

85

Der an das Segment Business und Industrie gelieferte Strom stammte im Jahr 2017 zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern. Die eingesetzten Herkunftsnachweise stammen zu 63,13 % aus Wasserkraftwerken, zu 12,30 % aus Windkraftanlagen, zu 12,68 % aus fester oder flüssiger Biomasse, zu 9,69 % aus
Biogas und zu 2,19 % aus Sonnenenergie bzw. aus sonstiger Ökoenergie.
In Österreich bilden das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und die
Stromkennzeichnungsverordnung die Rechtsgrundlagen der Stromkennzeichnung. Das österreichische
Stromkennzeichnungsmodell ist ein nachweisbasiertes System. Allen an Endverbraucher in einem Kalenderjahr gelieferten Strommengen müssen gesetzeskonforme Nachweise zugeordnet werden („Graustromverbot“).
Stromkennzeichnung in Deutschland

In Deutschland wurden 2017 Standardlastprofilkunden (Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe) von
VERBUND ebenfalls zu 100 % mit Strom aus Wasserkraft beliefert.
Die Herkunft der in Deutschland von VERBUND im Jahr 2017 an Business- und Industriekunden gelieferten Strommengen setzte sich wie folgt zusammen: 39,8 % erneuerbare Energien (gefördert nach dem
EEG), 4,6 % sonstige erneuerbare Energieträger, 2,4 % sonstige fossile Energieträger, 11,7 % Erdgas, 31,4 %
Kohle und 10,2 % Kernenergie. Dieser Mix liegt darin begründet, dass die Industriekunden in Deutschland
überwiegend keinen zertifizierten Strom nachfragen, weshalb der an deutsche Industriekunden gelieferte
Strom den gesamtdeutschen Erzeugungsmix als Basis hat und somit neben Strom aus Windkraft und
Photovoltaikanlagen auch Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken beinhaltet.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Stromkennzeichnung sind in Deutschland in folgenden
Gesetzen geregelt: im § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) für den gelieferten Strom und im
§ 78 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den zwingend auszuweisenden Anteil des nach EEG
geförderten Stroms.

GRI 417-1
SDG 12

Klimaneutrales Erdgas
VERBUND erweiterte bereits 2014 die Produktpalette für Haushaltskunden um klimaneutrales Erdgas.
Somit war VERBUND einer der ersten Energiedienstleister in Österreich, der seinen Haushaltskunden
klimaneutrales Erdgas und Strom aus 100 % österreichischer Wasserkraft aus einer Hand anbot.
Die durch die Verwendung von Erdgas entstehenden Emissionen werden bei den klimaneutralen
Erdgasprodukten durch die Förderung und den Ausbau von erneuerbaren Energien im Wasserkraftwerk
Ashta in Albanien kompensiert. Eine offizielle Bestätigung dafür erfolgt durch die unabhängige
Prüfgesellschaft TÜV NORD aus Deutschland.
In Summe wurden im Berichtsjahr 915 GWh Erdgas verkauft. Die Höhe der CO2-Kompensationen
dafür lag bei 167 kt CO2e.

Gasverkäufe in GWh

915
697

446

16

17

Erfolgreiche Umsetzung der Verpflichtung des Energieeffizienzgesetzes
VERBUND ist nach den Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes seit 2015 dazu verpflichtet, eine jährliche
Einsparung im Ausmaß von 0,6 % der Vorjahresabsatzmenge nachzuweisen. VERBUND ist sehr frühzeitig
dieser Verpflichtung nachgekommen und hat sie – wie schon in den Vorjahren – auch 2018 deutlich
übererfüllt und bereits für die kommenden Jahre vorgesorgt. Die Vorreiterrolle von VERBUND in diesem
Gebiet macht sich einmal mehr bezahlt. Der Schwellenwert für die Verbesserung der Energieeffizienz in
Haushalten (vorgeschriebener Anteil mind. 40 % der Gesamtverpflichtung) wurde durch Kooperationen

GRI EU-DMA
vormals EU7

18

86

mit Handelspartnern im Bereich Kühl- und Gefriergerätetausch und LED-Beleuchtung deutlich übertroffen. Auch im Bereich der Industriemaßnahmen wurden VERBUND viele Maßnahmen von VERBUNDIndustriekunden übertragen, die direkt in diesen Unternehmen gesetzt wurden.
Die Kosten für Energieeffizienzmaßnahmen sind durch die günstige Beschaffung in allen Segmenten im
Jahr 2018 nochmals gesunken und lagen deutlich unter der gesetzlichen Ausgleichszahlung von
20 Cent/kWh.
Kundenzufriedenheit und Kundenbeziehung
Gemeinsam die Kundenzufriedenheit und Loyalität weiter ausbauen
GRI 102-44

Die Kunden mit ihren Bedürfnissen stehen bei VERBUND stets im Mittelpunkt. Ihre Zufriedenheit mit der
Marke VERBUND und dem Unternehmen ist ein wichtiges Anliegen. Ziel ist es, die Kundenzufriedenheit
und -loyalität nicht nur zu messen, sondern sie auch laufend zu verbessern. Dahingehend optimiert
VERBUND laufend die Qualität seines Produkt- und Serviceportfolios für Privat- und Gewerbekunden.
Mittels einer Onlinebefragung werden jährlich ca. 1.000 Privat- und Gewerbekunden von VERBUND befragt. Dabei werden die wichtigsten Leistungsmerkmale entlang der gesamten Customer Journey gemessen, wodurch VERBUND ein differenziertes Bild der Qualität seines Leistungs- und Angebotsspektrums erhält. Verdichtet werden die unterschiedlich gemessenen Zufriedenheitswerte in der wichtigsten Mess- und Steuerungsgröße von VERBUND, dem Customer Loyalty Index (CLI), der einen gewichteten Mittelwert darstellt. Dieser konnte gegenüber 2017 stabil gehalten werden und lag auch 2018 auf
dem sehr guten Niveau von 75 Punkten (Skala 0 bis 100). Zudem hat VERBUND 2018 erstmals den Net
Promoter Score (NPS), einen international anerkannten Standard zur Bewertung von Kundenzufriedenheit, in seine Befragung aufgenommen. Mit dem NPS kann sich VERBUND in Zukunft im internationalen Benchmark-Vergleich noch besser messen und seine Erkenntnisse zur kontinuierlichen Verbesserung in den gesamten Kundenmanagementprozess einfließen lassen.
Customer Relationship

In mehreren Schwerpunktkampagnen wurde der Kunde 2018 in den Mittelpunkt der VERBUNDKommunikation gestellt. In der Frühjahrskampagne konnten sich VERBUND-Kunden u. a. für kostenlose
Kraftwerksführungen anmelden. Im Herbst 2018 wurde der Fokus auf die Bewerbung des Kundenclubs
als Zusatzservice für Bestandskunden gelegt. Im Dezember des vergangenen Jahres konnten Kunden bei
der VERBUND-Weihnachtsaktion an verschiedenen Gewinnspielen teilnehmen und ihren Weihnachtsbonus einlösen. Ziel der Kampagnen war es, die emotionale Bindung an VERBUND zu stärken und
Bestandskunden in der Wahl ihres Energielieferanten zu bestätigen.
Kundenbetreuung

Die kostenlose VERBUND-Serviceline 0800 210 210 steht Bestandskunden in Österreich für alle Fragen zur
Verfügung und bietet potenziellen Kunden Beratung zum Thema Strom- und Erdgasanbieterwechsel.
Die VERBUND-Website www.verbund.at bietet zudem einen Überblick über das Produktportfolio,
Details zum einfachen Wechsel zu VERBUND und Antworten zu häufig gestellten Fragen. Dabei stehen
den Kunden u. a. leicht verständliche Erklärungsvideos zur Verfügung.

KONZERNLAGEBERICHT

87

Energieberatung

In allen österreichischen Bundesländern unterstützen geprüfte Energieberater Klienten der Caritas
kostenlos im Rahmen des VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas. Sie beraten dabei, wie und wodurch
Energie eingespart werden kann. Mehr dazu findet sich im Kapitel „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sowie gesellschaftliche Verantwortung“.
Zahlungsverzögerungen

hilft bei einer Zahlungsverzögerung mit einer Vereinbarung von Ratenzahlungen, die ohne
Verzugszinsen verrechnet werden. Bei Zahlungsrückständen wird der Kunde über ein dreistufiges
Mahnsystem informiert, bevor es zu einer Kündigung des Energieliefervertrags aufgrund von Zahlungsverzögerungen kommt. Die Belieferung wird fortgesetzt, wenn der Kunde der Zahlungsaufforderung in
einer der Stufen nachkommt.
Im Jahr 2018 musste bei 3.678 Haushalten eine Stromabschaltung vorgenommen werden. Dies
entspricht einer Steigerung von 1.112 Abschaltungen im Vergleich zum Jahr 2017. Bei Gas kam es 2018
mit 1.117 Abschaltungen zu 385 Abschaltungen mehr als im Jahr 2017.
VERBUND

GRI EU27

88

Netz
Die Austrian Power Grid AG (APG) betreibt als unabhängige Netztochter von VERBUND das überregionale österreichische Stromtransportnetz. Ihre zentrale Aufgabe ist der permanente Ausgleich zwischen Stromerzeugung und -verbrauch und damit die Aufrechterhaltung des Systemgleichgewichts in
jeder Sekunde. Durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger steigen die Anforderungen an das
Stromnetz stetig. Die rasche Umsetzung des APG-Netzentwicklungsplans, der den nötigen Ausbau des
heimischen Stromnetzes definiert, ist daher essenziell. Zentrale Leitungsbauten wie die Salzburgleitung
sind wichtige Energiewendeprojekte, deren Umsetzung eine wesentliche Voraussetzung zur Erreichung
der österreichischen Klimaziele ist.
Betriebswirtschaftliche Entwicklung
Kennzahlen – Segment Netz
Einheit

2017

2018

Veränderung

Gesamtumsatz

Mio. €

787,9

902,5

14,5 %

EBITDA

Mio. €

158,6

242,4

52,8 %

Equity-Ergebnis

Mio. €

0,3

0,1

–

Capital Employed

Mio. €

1.257,1

1.311,9

4,4 %

Das EBITDA des Segments Netz stieg um 83,8 Mio. € auf 242,4 Mio. €. Wesentlichste Ursachen dafür
waren geringere Aufwendungen aus dem Engpassmanagement sowie ein höherer Deckungsbeitrag aus
der Netznutzung. Das Capital Employed stieg im Wesentlichen aufgrund der Nettoinvestitionen in das
Anlagevermögen auf 1.311,9 Mio. € an.

KONZERNLAGEBERICHT

89

Technische Entwicklungen
Netzdaten APG
Spannungsebene

GRI EU4
Leitungen

Leitungen

Umspannwerke/

Trassenlänge/km

Systemlänge/km

Netzschaltanlagen

380-kV

1.156

2.583

220-kV

1.613

3.206

110-kV

660

1.175

Freileitung

Kabel
110-kV
Summe

3

6

3.432

6.970

64

Betriebliche Entwicklungen

Als Regelzonenführer in Österreich ist die APG dafür verantwortlich, Engpässe im Übertragungsnetz zu
ermitteln und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um das nationale Übertragungsnetz
sicher zu betreiben. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr waren hierfür umfangreiche netztechnische
und kraftwerksseitige Maßnahmen (Redispatch) notwendig.
Die dynamischen energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Europa – insbesondere in Verbindung
mit dem voranschreitenden Ausbau von Windkraft und Photovoltaik in Deutschland bzw. Nordeuropa –
führen zu massiv steigenden, weiträumigen Stromflüssen. Da der erforderliche Netzausbau aufgrund
langer Behördenverfahren nicht mit diesen Entwicklungen Schritt hält, sind vermehrt Engpässe sowohl
innerhalb als auch außerhalb des Netzgebiets der APG die Folge. Die oben genannten Eingriffe in den
Kraftwerkspark (Redispatch) sind deshalb erforderlich, um Überlastungen der bestehenden Netzinfrastruktur zu vermeiden.
Zusätzlich wurde die Netzsituation durch die trockenheitsbedingte geringe hydraulische Erzeugung
im zweiten Halbjahr 2018 sowie durch die veränderten Lastflüsse in Europa aufgrund geregelter Netzelemente (Phasenschiebertransformatoren) nördlich und südlich der österreichischen Staatsgrenze
verschärft.
Die Kraftwerke in Österreich mussten 2018 zudem häufig für die Beherrschung von Netzengpässen
außerhalb Österreichs – vorwiegend in Deutschland – eingesetzt werden.
Intraday-Stopps und Redispatch-Mengen
Intraday-Stopps (in h)
Redispatch-Mengen (in GWh)
1

2016

2017

2018

4.112

5.678

3.8901

1.727,2

4.628,02

3.461,7

nur Q1–3/2018; ab 1. Oktober 2018 Umstellung auf ATC (Available Transfer Capacity) // 2 nur Mengen aus Leistungserhöhungen

90

Versorgungsunterbrechungen
GRI EU28
GRI EU29

2018 kam es im Netz der APG zu einer Versorgungsunterbrechung mit Auswirkungen auf Endverbraucher im Ausmaß von 23 Minuten. Die Auswirkung eines Komponentenausfalls im Übertragungsnetz der
APG auf Endkunden wird anhand der „nicht gelieferten MWh“ beziffert. Eine Zählung erfolgt ab dem
Zeitpunkt der Nichtversorgung von Endkunden, welche eindeutig auf einen vorangegangenen Fehler
im Übertragungsnetz zurückgeführt werden kann.
Im Jahr 2018 transportierte die APG rund 47.149 GWh auf Netzebene 1. Nicht geliefert werden konnten 6,1 MWh, also 0,000013 % der transportierten Menge. Im Vergleich dazu: 2017 gab es eine, 2016 zwei
Unterbrechungen, 2015 und 2014 kam es zu keinen Unterbrechungen.
Stromtransport und Netzverluste

GRI EU12
Weitere Informationen
zum Übertragungsnetz:
www.apg.at

Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Transportmenge der Netzebene 1 (380 kV und 220 kV) im
Geschäftsjahr 2018 um 4,6 %. Die Abgabemenge im Inland betrug 31.975 GWh. Die Regelzone APG
importierte im Geschäftsjahr 2018 auf Basis der angemeldeten Fahrpläne österreichischer und internationaler Marktteilnehmer 42.515 GWh und exportierte 30.795 GWh. Dies ergab per Saldo einen Importüberhang von 11.720 GWh.

Stromtransport in TWh

Ausland

Inland

21,3

26,5

Einspeisung

Abgabe

15,2

32,0
Netzverlust (0,7)

Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die Netzverluste um 10,9 %, was in erster Linie auf die um
4,6 % geringere Transportmenge zurückzuführen ist. Der Anteil der Netzverluste an der transportierten
Menge betrug 1,4 %.
GRI EU12

Verluste im Übertragungsnetz
Transportierte Strommenge1
Netzverluste1
Anteil der Netzverluste an der
transportierten Menge
1

Einheit

2016

2017

2018

GWh

45.031

49.446

47.149

GWh

636

760

677

%

1,41

1,54

1,44

Netzebene 1

Projekte und Stakeholder Management
GRI 413-1

Der Übertragungsnetzbetreiber APG ist gesetzlich verpflichtet, die Stromnetzinfrastruktur vorausschauend und für die Erfordernisse der Versorgungssicherheit und des Strommarkts zu erhalten und
auszubauen.

KONZERNLAGEBERICHT

91

Seit 2011 ist die APG gesetzlich verpflichtet, einen jährlich zu aktualisierenden Netzentwicklungsplan
auszuarbeiten. Dieser weist aus, welche wichtigen Übertragungsinfrastrukturen in den nächsten zehn
Jahren errichtet oder ausgebaut werden müssen (§ 37 ElWOG 2010). Aufgrund der langen Umsetzungszeiträume für Leitungsbauprojekte, der immer rascher steigenden Herausforderungen durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Veränderungen am europäischen Strommarkt muss
die APG jedoch über den Zehn-Jahres-Horizont hinaus planen.
Das Zielnetzkonzept der APG sieht die Schließung des 380-kV-Rings, eine leistungsfähige 380-kVAchse in Westösterreich sowie starke Verbindungen zu den Nachbarstaaten vor. Damit werden wichtige
Voraussetzungen für die zukünftige Netz- und Systemsicherheit, die Netzintegration der erneuerbaren
Energieträger und die Marktintegration geschaffen.
Mehrere APG-Leitungsprojekte wurden seitens der Europäischen Kommission als TEN-Projekt
(Trans-European Networks for Energy) sowie im Rahmen der europäischen EnergieinfrastrukturVerordnung als sogenanntes Project of Common Interest (PCI) klassifiziert und somit als besonders
dringlich eingestuft. Außerdem sind die in der APG-Langfristplanung definierten Ausbau- und Netzverstärkungsprojekte als Teil des Zehn-Jahres-Netzausbauplans (Ten-Year Network Development Plan) des
Verbands der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) europaweit abgestimmt. Der
aktuelle Netzentwicklungsplan 2018 der APG basiert auf den strategischen Langfristplanungen der APG
und auf dem Ten-Year Network Development Plan 2018.
Der rasche Ausbau des Stromnetzes bildet einen wesentlichen Erfolgsfaktor zum Erhalt der Versorgungs- und Systemsicherheit, aber auch für die Energiewende sowie für den integrierten europäischen
Strombinnenmarkt. Der Netzentwicklungsplan 2018 der APG sieht in den nächsten zehn Jahren Investitionen in der Höhe von rund 2,5 Mrd. € vor. Mit diesen Investitionen wird jene Netzinfrastruktur
entwickelt, die Österreich zukünftig sicher mit Strom versorgt.
2018 wurden insgesamt 181,3 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert
(2017: 115,3 Mio. €). Die größten Investitionen waren:
Erweiterungsinvestitionen

Mio. €

Umspannwerk Tauern: dritter 380-/220-kV-Umspanner
(nötig wegen Verzögerungen der Salzburgleitung)

7,1

Umspannwerk Ternitz: vierter 220-/110-kV-Umspanner

5,1

Umspannwerk Obersielach: dritter 380-/220-kV-Umspanner

4,3

Betriebsinvestitionen

Mio. €

Ersatzneubau Umspannwerke

42,8

Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter – Ernsthofen

41,5

Auflage TAL/HACIN-Seile 220-kV-Leitung Malta – Lienz

20,5

Zu den derzeit vorrangigen APG-Leitungsbauprojekten zählen die Salzburg-, die Deutschland- und
die Weinviertelleitung sowie die Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter – Ernsthofen.
380-kV-Salzburgleitung

Die Errichtung der 114 km langen 380-kV-Salzburgleitung zwischen den Umspannwerken Salzburg und
Tauern wird einen bedeutenden Beitrag zur leistungsfähigen Verbindung der Lastzentren mit den gro-

SDG 8

92

ßen (Pumpspeicher-)Kraftwerksstandorten sowie zur Integration erneuerbarer Energieträger leisten
(z. B. Windkraft im Osten Österreichs). Das Fehlen starker Netzinfrastruktur, insbesondere der Salzburgleitung, hat zusätzlich massive Kosten für Redispatch zur Folge.
Bei der Planung war größter Wert auf die Einbeziehung aller vom Projekt berührten Anrainer,
Gemeinden und Stakeholder gelegt worden. Neben der persönlichen Kontaktaufnahme mit sämtlichen
Grundeigentümern und Gemeinden wurden 13 Informationsveranstaltungen in den betroffenen
Bezirken abgehalten und schriftliche Anfragen beantwortet.
Für die 380-kV-Salzburgleitung liegt für den oberösterreichischen Projektabschnitt bereits ein positiver rechtsgültiger Bescheid vor. Für den Salzburger Projektabschnitt erteilte die Salzburger Landesregierung mit 14. Dezember 2015 die Genehmigung (nach der Umweltverträglichkeitsprüfung in erster
Instanz). Der Bescheid wurde jedoch beeinsprucht und das Verfahren ist nunmehr seit Februar 2016
beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) anhängig. Vom 17. bis 27. Juli 2017 fand die mündliche
Verhandlung in Wien statt. Die APG erwartet dringend das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts.
Vor diesem Hintergrund hat die APG mit 11. Dezember 2018 einen Fristsetzungsantrag beim BVwG
eingebracht. In weiterer Folge erlässt der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) eine Anordnung, wonach der
BVwG ein Erkenntnis zu erlassen oder mitzuteilen hat, warum die Erlassung des Erkenntnisses innerhalb der gesetzlichen Frist nicht möglich war.
380-kV-Deutschlandleitung

Mit der geplanten 380-kV-Deutschlandleitung St. Peter – Staatsgrenze wird eine weitere Erhöhung und
Leistungssteigerung der Kuppelkapazitäten nach Deutschland einhergehen. Eine leistungsstarke Verbindung zwischen den erneuerbaren Energieträgern in Deutschland und in Nordeuropa mit den
Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen und den Lastzentren ist ein wichtiger Baustein in der Umsetzung der (europäischen) Energiewende. Die zuständige Behörde in Oberösterreich hat die Umweltverträglichkeit der Deutschlandleitung in ihrem rechtskräftigen Genehmigungsbescheid vom Dezember
2015 festgestellt. Nach umfangreichen Abstimmungen mit dem deutschen Partner-TSO (Transmission
System Operator) TenneT GmbH im vergangenen Jahr erfolgt auf österreichischer Seite im
Quartal 4/2018 der Baubeginn im Umspannwerk (UW) St. Peter. Als erster Schritt wurde im UW St. Peter
mit dem Bau des ersten Mastfundaments begonnen. Aufgrund des komplexen Vorhabens und der nötigen Zeit für die Planung und Errichtung der 380-kV-GIS-Anlage im UW St. Peter ist die Inbetriebnahme
derzeit mit Ende 2022 geplant.
Ersatzneubau APG-Weinviertelleitung

Die Netzintegration der Windkraft im Weinviertel erfordert den Ersatzneubau der aus den 1950erJahren stammenden 220-kV-Leitung vom Umspannwerk Bisamberg in Richtung der windreichen Regionen des nördlichen Weinviertels. Dazu plant die APG eine leistungsfähige 380-kV-Leitung auf optimierter Trasse vom Abzweigspunkt Seyring bis zum neuen UW Zaya und eine neue 220-kV-Verbindung
zur Staatsgrenze. Die alte und sanierungsbedürftige 220-kV-Leitung wird anschließend demontiert. Mit
der optimierten Trassenführung und der Demontage der bestehenden Leitung werden Siedlungsräume
sowie hochwertige Natur- und Vogelschutzgebiete nachhaltig entlastet. Da sich das Projekt in den
letzten Jahren in der Genehmigungsphase befand, wurden im Berichtsjahr keine aktuellen StakeholderAktivitäten gesetzt. In der Planungsphase 2016 sind in persönlichen Gesprächen mit Grundeigentümern sowie bei Informationsabenden in den betroffenen Gemeinden zahlreiche Verbesserungs-

KONZERNLAGEBERICHT

93

vorschläge eingebracht worden, die zu einer Optimierung der Trasse geführt haben. Mit dem
Ersatzneubau der APG-Weinviertelleitung wird somit eine deutliche Verbesserung für Mensch und
Natur in der Region erzielt werden.
Im Februar 2018 wurde die Weinviertelleitung vom Land Niederösterreich in erster Instanz gemäß
Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz genehmigt und somit die Umweltverträglichkeit des eingereichten Projekts bestätigt. Aufgrund einer verbliebenen Beschwerde wurde das Bundesverwaltungsgericht
(BVwG) zur Entscheidung angerufen. Anfang November 2018 wurde die Beschwerde seitens des BVwG
als unbegründet abgewiesen, womit nun eine rechtskräftige Genehmigung vorliegt. Der Start der
Projektumsetzung ist im Sommer 2019 geplant.
Generalerneuerung der 220-kV-Leitung St. Peter–Ernsthofen

Die Leitung wurde 1941 errichtet und ist aufgrund des hohen Alters stark sanierungsbedürftig. Da
wesentliche Abschnitte den heutigen statischen Auslegungen von Leitungsmasten nicht mehr entsprechen, erfolgten eine Generalerneuerung und die Auflage einer modernen Beseilung auf der 111 km
langen Bestandstrasse. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens im Jahr 2017 erfolgte ab April
2018 die Umsetzung des ersten Bauabschnitts vom UW St. Peter bis zum Mast 189 in der Gemeinde
Weibern. Begleitend zu den Baumaßnahmen erfolgten umfangreiche Aktivitäten zur Projektkommunikation sowie Gespräche mit den Gemeinden und Grundeigentümern.
Nachhaltiges Trassenmanagement

Die APG richtet ihren Fokus – neben den technisch-wirtschaftlichen Kriterien – auf den Umweltschutz
bei der Projektierung sowie bei der Ausführung und der Instandhaltung von Freileitungen. Dabei müssen die divergierenden Erwartungshaltungen und Anforderungen der Behörden, der Eigentümer, der
Bevölkerung, verschiedener Interessengruppen (z. B. Land- und Forstwirtschaft, Umweltschutz, Jagd,
Tourismus) sowie technische Anforderungen berücksichtigt werden, um flexible und integrative
Ansätze für bedarfsgerechte und optimierte Lösungen zu finden.
Bereits im Jahr 1997 hat die APG das Forschungsprojekt „Ökologische und ökonomische Trasseninstandhaltung“ initiiert. In diesem wurden vier Mustertrassen von unterschiedlichen Fachdisziplinen auf
ihren ökologischen und sozioökonomischen Wert sowie ihre ökologische Einbindung in die Landschaft
hin untersucht. Mit dem Projekt „Nachhaltiges Trassenmanagement“ wurde diese Arbeit inhaltlich
weiterentwickelt, räumlich auf das gesamte Übertragungsnetz der APG ausgedehnt und in die operative
Trasseninstandhaltung integriert. Damit hat die APG nun bereits 20 Jahre Erfahrung mit nachhaltigem
Trassenmanagement und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Nutzung von Leitungstrassen als
Lebensraum für (gefährdete) Tier- und Pflanzenarten.
Entwicklung am europäischen Strommarkt

Europäische Richtlinien und Verordnungen schreiben im Bereich der Marktintegration zahlreiche Maßnahmen vor. Im letzten Jahr konnten bei der Umsetzung der Vorgaben für die Vergabe langfristiger
Kapazität sowie für die Kapazitätsvergabe für den Day-Ahead- und Intraday Handel wesentliche Meilensteine erreicht werden. Die erforderlichen Maßnahmen für das Engpassmanagement an der Grenze
zu Deutschland wurden zeitgerecht umgesetzt. Auch die Umsetzungsarbeiten für regelzonenüberschreitende Kooperationen zur Beschaffung und Aktivierung von Regelreserve sind voll angelaufen.

Weitere Informationen
zum Thema Naturschutz
finden Sie unter
www.apg.at

94

Engpassmanagement an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich

Die Regulierungsbehörden Deutschlands (BNetzA) und Österreichs (E-Control) einigten sich am
15. Mai 2017 darauf, mit 1. Oktober 2018 ein Engpassmanagement an der gemeinsamen Grenze einzuführen. Diesem Einigungsrahmen folgend, wurden von der APG alle nötigen technischen Systeme und
Prozesse adaptiert, zahlreiche Verträge angepasst sowie umfangreiche Tests und Simulationen in
Abstimmung mit zahlreichen externen Projektpartnern und Marktteilnehmern durchgeführt. Da die
Einigung der Regulierungsbehörden eine Eingliederung der Kapazitätsbewirtschaftung in das regional
koordinierte lastflussbasierte Market Coupling der Region Central Western Europe (CWE) vorsah,
mussten alle Anpassungen regional abgestimmt und auch die regulatorischen Genehmigungen aller
betroffenen Länder der CWE-Region (neben Österreich und Deutschland auch Frankreich, Luxemburg,
Belgien und Holland) eingeholt werden. Mit 1. Oktober 2018 konnte die geforderte Trennung der
gemeinsamen Gebotszone Deutschland-Österreich planmäßig abgeschlossen werden. Die APG konnte
damit die Vorgaben der regulatorischen Einigung zur Einführung einer Kapazitätsbewirtschaftung an
der Grenze zu Deutschland umsetzen.
Vertragliche Absicherung von systemrelevanten Kraftwerken – Vorhalteleistung zur
Engpassvermeidung (EPV)

Die Systemsicherheit im Stromnetz der APG hängt zunehmend von der Verfügbarkeit von flexibel einsetzbaren Kraftwerken im Osten Österreichs ab. Aufgrund der marktwirtschaftlich schwierigen Situation ist diese jedoch stark rückläufig und muss vertraglich abgesichert werden, um die Einsetzbarkeit
für notwendige Redispatch-Abrufe zu gewährleisten. Zur mittelfristigen Absicherung der notwendigen
Redispatch-Kapazitäten wurde die Verfügbarkeit der erforderlichen Kraftwerke von der APG in enger
Abstimmung mit der E-Control für den Zeitraum der nächsten drei Jahre (inkl. Verlängerungsoption um
zwei weitere Jahre) vertraglich sichergestellt.
Go-live der europäischen Intraday-Plattform XBID (Cross Border Intraday)

Im Rahmen des XBID-Projekts beteiligen sich neben der APG weitere 30 Übertragungsnetzbetreiber
(ÜNB) sowie 16 Strombörsen an der Umsetzung einer zentralen europäischen Intraday-Plattform, um
einen europaweit gekoppelten Intraday-Markt zu ermöglichen. Das Projekt ist im Juni 2018 erfolgreich
in Betrieb gegangen und koppelt die Intraday-Märkte einer Region, die sich von Portugal nach Finnland
erstreckt und für fast 70 % des Stromverbrauchs der EU steht. Österreich ist aktuell über die Grenze zu
Deutschland mit dem europäischen gekoppelten Intraday-Markt verbunden. Umsetzungsprojekte an
den Grenzen zu Italien, Slowenien, Tschechien und Ungarn wurden bereits initiiert.
Optimierung der Regelreservebeschaffung und Öffnung des Regelreservemarkts

Die APG kooperiert mit zehn Übertragungsnetzbetreibern aus sieben Ländern im Rahmen der internationalen Primärregelreservekooperation. Außerdem besteht seit 2016 eine Sekundärregelreservekooperation mit Deutschland zur grenzüberschreitenden Optimierung des Abrufs von Sekundärregelung. Sie ist bislang in ihrer Form einzigartig in Europa. Beide Kooperationen tragen erheblich zur
Kostenreduktion in der Regelzone der APG bei und erhöhen gleichzeitig das Absatzpotenzial für österreichische Marktteilnehmer. Durch diese und eine Vielzahl anderer Optimierungsmaßnahmen konnten
die Kosten für Regelreserve seit dem Jahr 2014 von 203 Mio. € pro Jahr auf rund 67 Mio. € im Jahr 2018
gesenkt werden. Ebenso steht die Umsetzung eines koordinierten Abrufs von Tertiärregelenergie

KONZERNLAGEBERICHT

zwischen Österreich und Deutschland kurz vor dem Abschluss und wird den Abruf von Regelenergie
weiter optimieren.
Entsprechend europäischen Vorgaben zur Integration der Regelreservemärkte sind in Zukunft
zentrale europäische Plattformen zur ökonomischen Optimierung von Regelreserveabrufen umzusetzen. Die ersten Grobkonzepte der Plattformen wurden erarbeitet und Ende 2018 zur Genehmigung bei
den Regulatoren eingereicht. Durch die seit Jahren bestehende internationale Kooperation kann die
APG wesentliche Erfahrungen in die europäischen Projektgruppen einbringen.
Ökostromabwicklung und Windvermarktung

Um die Fehlbilanzen der Winderzeugung sowie der gesamten Regelzone der APG zu reduzieren, vermarktet die APG seit 2015 die Mengen aus den Prognoseabweichungen von Ökostrom am IntradayMarkt der EPEX Spot. Seit 2016 erfolgt die Vermarktung kontinuierlich (24/7). Dadurch konnten 2018
rund 6,5 Mio. € an direkten Einsparungen für die OeMAG-Bilanzgruppe erzielt werden. Zusätzlich führte die Windvermarktung 2018 zu weiteren, indirekten Einsparungen in Höhe von 13,5 Mio. € aufgrund
geringerer Abrufe von Regelreserven. In Summe konnten damit rund 20 Mio. € für 2018 eingespart
werden. Durch diese Vermarktungsaktivitäten am Intraday-Markt werden die Kosten für die Ökobilanzgruppe verringert, und gleichzeitig kann bei APG die Regelqualität verbessert werden.
REMIT-Richtlinie und Markttransparenz

Durch die Einbettung des Themas Transparenz und REMIT in die bestehende Compliance-Struktur der
APG mit dazugehöriger REMIT-Richtlinie und Schulung der Mitarbeiter wird die Einhaltung der Verordnung 1227/2011 (REMIT-VO), der Verordnung 1348/2014 (REMIT-Durchführungsverordnung) und
der Verordnung 543/2013 (Transparenzverordnung-EMFIP) gewährleistet.
Im Speziellen wird den Verpflichtungen aus dem Artikel 15 (REMIT-VO) für sogenannte
Persons Professionally Arranging Transactions (PPATs) dahingehend Rechnung getragen, dass bei der
APG eine operative Marktüberwachung mit den entsprechenden Compliance-Strukturen eingeführt
wurde.

95

96

Alle sonstigen Segmente
Unter dem Sammelbegriff „Alle sonstigen Segmente“ werden – mangels Überschreitung der quantitativen Schwellenwerte – die Segmente Energiedienstleistungen, Thermische Erzeugung, Services sowie
Beteiligungen zusammengefasst. Im Segment Energiedienstleistungen wird über die neuen Dienstleistungen von VERBUND für den Strommarkt der Zukunft berichtet. Das Segment Thermische Erzeugung
umfasst die Strom- und Wärmeerzeugung aus den Brennstoffen Kohle und Gas. Die überwiegend
konzerninternen Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH werden im Segment Services
berichtet. Das Segment Beteiligungen besteht aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, die keinem anderen Segment zugeordnet wurden. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 zählte
dazu ausschließlich die Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft.
Betriebswirtschaftliche Entwicklung
Kennzahlen – Alle sonstigen Segmente
Einheit

2017

2018

Veränderung

Gesamtumsatz

Mio. €

272,4

251,3

– 7,8 %

EBITDA

Mio. €

120,7

57,3

– 52,5 %

Equity-Ergebnis

Mio. €

27,2

28,4

4,6 %

Capital Employed

Mio. €

513,7

502,7

– 2,1 %

Das EBITDA der sonstigen Segmente sank um 63,4 Mio. € auf 57,3 Mio. €. Ursachen dafür waren im
Wesentlichen das geringere EBITDA des Segments Thermische Erzeugung und der Wegfall eines Einmaleffekts aus der Veräußerung der Anteile an der SMATRICS GmbH & Co KG. Das Equity-Ergebnis der
sonstigen Segmente betraf im Wesentlichen die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und
lag etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Das Capital Employed sank im Vergleich zum Vorjahr aufgrund
von Veränderungen des Working Capitals.
Lösungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung
Dezentral, digital, erneuerbar und vernetzt

Zur Erreichung der Klimaziele auf österreichischer und internationaler Ebene ist das volle Engagement
aller Akteure zwingend notwendig. VERBUND nimmt seine zentrale Rolle als Energieunternehmen wahr
und hat bereits 2014 die VERBUND Solutions GmbH (VSO) gegründet. Das Unternehmen entwickelt
mit energiewirtschaftlichem Know-how und im Dialog mit Kunden maßgeschneiderte Lösungen für
Gewerbe-, Industrie- und Privatkunden. Das Angebot reicht von dezentralen Anlagen zur Erzeugung
von Strom aus erneuerbaren Quellen (insbesondere Photovoltaik) über Energiespeicherung
und -optimierung, Teilnahme am Regelenergiemarkt und neuen Lösungen auf Basis von grünem
Wasserstoff bis in den Bereich der Elektromobilität. Der Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung und
der Dekarbonisierung mittels Elektrifizierung des Industrie- und Mobilitätssektors sowie im Bereich der
Sektorkopplung.

KONZERNLAGEBERICHT

Grüner Wasserstoff als Chance

Experten sind sich einig, dass grüner Wasserstoff in einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem
eine zentrale Rolle spielen wird – als Prozessgas, als Energieträger und als (Langzeit-)Speichermedium.
Elektrolyseure, die zur Herstellung von Wasserstoff eingesetzt werden, können zusätzlich am Regelund Ausgleichsenergiemarkt genutzt werden. VERBUND ist federführend beim Thema grüner Wasserstoff
in Österreich. Im Rahmen mehrerer Projekte und Kooperationen wird diese Themenführerschaft
vorangetrieben.
Im Forschungsprojekt H2FUTURE wird grüner Wasserstoff für die Stahlindustrie erzeugt. Langfristig
soll der Wasserstoff Koks und Kohle als Reduktionsmittel ersetzen. Der 6-MW-PEM-Elektrolyseur am
voestalpine-Standort in Linz wird im Zuge des Projekts für alle drei Regelenergiemärkte präqualifiziert.
2019 startet der Testbetrieb. Das von VERBUND koordinierte Projekt wird von der EU (FCH JU) gefördert,
läuft noch bis Mitte 2021 und wurde im November des abgeschlossenen Geschäftsjahrs mit dem
FCH JU Award 2018 ausgezeichnet.
2018 haben zudem die Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB) entschieden, ihren Bahnbetrieb bis Ende
2022 von Diesel auf grünen Wasserstoff umzustellen. VERBUND hat mit den ZVB einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, wobei die Bereitstellung von grünem Wasserstoff direkt aus den VERBUNDWasserkraftwerken im Zillertal erfolgen soll.
Batteriespeicher als Schlüsseltechnologie für die Energiezukunft

Die Zukunft liegt in der intelligenten Verknüpfung unterschiedlicher strombasierter Services. Mehr
erneuerbare volatile Energie und mehr Elektromobilität erfordern mehr Flexibilität im Stromnetz und
mehr Energiespeicher. Diese zwei Komponenten – Flexibilität und Speicherung – sind die Kernelemente, um die bislang getrennten Sektoren Energie und Mobilität miteinander zu verbinden.
VERBUND forciert die Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen mit und für
Kunden aus Industrie, Gewerbe und Mobilität. Die Neugestaltung der Energieinfrastruktur verlangt
solche neuen sektorübergreifenden Lösungen. Damit baut VERBUND die Brücke, die die beiden Sektoren
mit der Industrie verbindet. Die Verknüpfung mit bestehenden Produkten der Flexibilitätsvermarktung
– wie dies bereits durch den VERBUND-Power-Pool in Projekten wie etwa bei SYNERG-E im Einsatz ist –
zählt ebenso dazu. Die Anwendung von Photovoltaiktechnologien für den großindustriellen Einsatz
befindet sich ebenfalls im Fokus.
Flexibilität für Industrie und Mobilität

Im VERBUND-Power-Pool vermarkten Industrieunternehmen und Ökostromanbieter ihre energetischen
Flexibilitäten. Der Pool bündelt das größte Portfolio von industriellen Lasten und Erzeugern sowie
Ökostromanlagen in Österreich. Das Know-how aus den bestehenden Märkten verknüpft VERBUND mit
einer kontinuierlichen Schärfung der Prozesse und Visionen hinsichtlich der Zukunftsmärkte. Alle PoolTeilnehmer und das Stromnetz profitieren von dieser Konstellation. Die Mitarbeit an Forschungs- und
Entwicklungsprojekten eröffnet neue Anwendungen und Geschäftsmodelle sowie neue energiewirtschaftliche Prozesse für die Energiezukunft.

97

98

Die Mobilitätswende nimmt Fahrt auf

Der E-Mobility-Provider SMATRICS, ein Joint Venture von OMV, VERBUND und Siemens, hat sich als
Technologie- und Servicepartner in großen Kundenprojekten sowie als Taktgeber für die Elektromobilität und die damit verbundenen digitalen Geschäftsmodelle positioniert. Namhafte Unternehmen wie
ÖBB, REWE International und ein deutscher Automobilhersteller nutzen maßgeschneiderte Ladelösungen von SMATRICS – entweder für ihren eigenen Fuhrpark oder für ihre Kunden. Diese umfassen
individuell angepasste Services von der Planung und Installation über den Betrieb bis zum Nutzermanagement und der Verrechnung, auf Wunsch auch im Namen des Kunden. SMATRICS
betreibt in Österreich ein flächendeckendes Ladenetz mit 450 Ladepunkten, jeweils im Umkreis von
maximal 60 km. Der Strom für das Hochleistungsladenetz kommt zu 100 % aus österreichischer Wasserkraft. Mehr als 250 Ladepunkte sind Schnellladepunkte mit Ladezeiten von 20 Minuten für 100 km.
Mitte des Jahres 2018 wurde Österreichs erste Ultraschnellladestation für E-Autos mit 350 kW und
Ladezeiten von 3 Minuten für 100 km in Wien eröffnet.
Strom aus der Kraft der Sonne

SOLAVOLTA (VERBUND-Beteiligung 50 %) ist führender Full-Service-Anbieter für PhotovoltaikEigenverbrauchsanlagen und verzeichnete 2018 bei der verkauften Leistung ein Wachstum von rund
10 %. Die Kombination aus Photovoltaikanlage plus Speicher und E-Auto-Anschluss erlaubt die effiziente und günstige Nutzung selbst erzeugter Energie. 2018 wurden rund 25 % der Photovoltaikanlagen in
Kombination mit Speicherlösungen installiert. Im Geschäftsfeld Speicher wurde 2018 ein Absatzwachstum von 55 % erreicht.
Thermische Erzeugung

sieht sich bereits seit einigen Jahren mit sehr herausfordernden Markt- und Branchenbedingungen konfrontiert. Daher leitete VERBUND frühzeitig die zügige Restrukturierung des thermischen
Kraftwerksbereichs ein und nahm den Verkauf bzw. die Schließung thermischer Kraftwerke vor. Aktuell
betreibt VERBUND zwei Wärmekraftwerke und eine Heizkesselanlage am Standort Mellach/Werndorf.
VERBUND

Energieaufbringung
Überblick Energieerzeugung
Eigenstromerzeugung
Anzahl1 Engpassleistung in
2016
MW1 Erzeugung in
GWh

2017
Erzeugung in
GWh

2018
Erzeugung in
GWh
915

GDK Mellach (Erdgas)

1

848

641

1.465

FHKW Mellach (Steinkohle)

1

246

710

761

696

Summe

2

1.094

1.351

2.227

1.611

1

per 31.12.2018

GRI EU2

Die thermische Erzeugung sank im Berichtsjahr 2018 um 28 % auf 1.611 GWh. Der Rückgang ist vor
allem auf die gesunkene Erzeugung im Gas-Kombikraftwerk Mellach (– 38 %) zurückzuführen. Das
Kohlekraftwerk Mellach hatte eine um 9 % niedrigere Erzeugung. Die Fernwärmeerzeugung fiel 2018
mit 813 GWh um 14 % geringer aus als in der Berichtsperiode des Vorjahrs.

KONZERNLAGEBERICHT

99

Kapazitätsentwicklung

Die Engpassleistung der von VERBUND per 31. Dezember 2018 betriebenen Wärmekraftwerke – des GasKombikraftwerks Mellach (GDK Mellach) und des Steinkohlekraftwerks Mellach (FHKW Mellach) –
belief sich auf insgesamt 1.094 MW. Die beiden Linien des GDK Mellach werden ausschließlich im Rahmen des Engpassmanagements betrieben, was die Notwendigkeit der thermischen Kraftwerke für die
Netzstützung unterstreicht. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach sowie das Kohlekraftwerk Mellach wurden
für den Zeitraum von drei Jahren (1. Oktober 2018 bis 30. September 2021) von der APG in Zusammenhang mit Engpassvermeidung (Netzreserve) kontrahiert.

GRI EU1

Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs

Die im Jahr 2014 begonnene Restrukturierung des thermischen Bereichs wurde 2018 fortgesetzt. Mit der
EVN AG konnte eine Bereinigung aller offenen Fragen im Zusammenhang mit der endgültigen Außerbetriebnahme der Kraftwerke Dürnrohr und Korneuburg erzielt werden. An den weiterhin von VERBUND
durchzuführenden Stilllegungsmaßnahmen wird gearbeitet. Die Verwertung der noch im Eigentum
befindlichen Flächen an den Standorten Pernegg, Korneuburg und St. Andrä wird fortgesetzt.
Die am Standort Werndorf errichtete Gaskesselanlage, die der Erfüllung des Fernwärmeliefervertrags
dienen soll, wurde im November 2018 übernommen. Der Rückbau des ehemaligen Kraftwerksstandorts
Neudorf-Werndorf soll im Jahr 2019 starten. Bei allen in Schließung befindlichen oder bereits geschlossenen Standorten konnten sozial verträgliche Lösungen für die VERBUND-Mitarbeiter gefunden werden.
Verfahren im Zusammenhang mit der Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs

Alle offenen Verfahren zwischen VERBUND und EVN konnten im Geschäftsjahr 2018 bereinigt werden.
Verfügbarkeit der bestehenden Wärmekraftwerke

Die durchschnittliche zeitliche Verfügbarkeit der thermischen Kraftwerke (FHKW Mellach,
GDK Mellach) erreichte 2018 91,4 %. Sie lag damit etwas über dem Vorjahreswert von 89,0 %. Die Zuverlässigkeit betrug im Mittel 99,8 % (2017: 99,0 %).
Weitere Projektthemen

Die Linie 20 des GDK Mellach2 wurde bereits 2015 um einen Reduzierstationsbetrieb erweitert. Ziel ist
es, die maximale Fernwärmeleistung von 230 MW bei gleichzeitig minimalem Brennstoffeinsatz auszukoppeln, wofür die Dampfturbine gebypasst wird. Der Brennstoffnutzungsgrad der Anlage steigt in
diesem besonderen Betriebsfall auf knapp 91 % an. 2018 wurden Änderungen an der Anlage vorgenommen, um die Ursachen für die bei der Inbetriebnahme (ab etwa 210 MW Fernwärmeleistung) festgestellten Rohrleitungsschwingungen zu beheben. Der Umbau brachte leider nicht die erwünschte
Verbesserung, weshalb im November 2018 ein neuerlicher Behebungsvorschlag gemeinsam mit dem
Lieferanten umgesetzt wurde. Nach einer Beobachtungsphase über die Heizsaison 2018/19 wird das
Projekt Anfang 2019 zum Abschluss gebracht.

2

GDK Mellach (Gas-Dampf-Kombinationskraftwerk Mellach): Die Anlage besteht aus zwei nebeneinander angeordneten und im Wesentlichen baugleichen Kraftwerkslinien.

Die Linie 10 hat als Hauptkühlsystem eine Durchlaufkühlung, die Linie 20 eine Umlaufkühlung mittels Ventilationskühltürmen.

GRI EU30

100

Beim Projekt Gaskesselanlage Werndorf, die VERBUND für die Energie Steiermark errichtet, konnte
nach Einholung aller behördlichen Bewilligungen der Baubeginn Anfang Oktober 2017 erfolgen. Der
Anlagenbau startete planmäßig im Februar 2018, die Inbetriebnahme erfolgte Anfang Oktober, und der
Probebetrieb konnte im November 2018 beendet werden. Seit Übernahme wird die Anlage nun kommerziell durch die VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG betrieben.
Für das FHKW und das GDK Mellach soll anstelle der bestehenden Vollentsalzungsanlage am Standort Werndorf eine neue Vollentsalzungsanlage am Standort Mellach errichtet werden. Die Anlage stellt
einen Zubau zum Gebäude der Kühlturmzusatzwasser-Aufbereitungsanlage dar. Die erforderliche
wasserrechtliche Bewilligung für den Schachtbrunnen wurde im Oktober 2018 erlangt und die Baubewilligung für den Zubau im November 2018 erteilt. Die Anlage soll im Juli 2019 in Betrieb gehen.
Alle am Standort anfallenden Stoffe (Flugasche, Grobasche, Gips, Kalkschlamm aus der Kühlturmzusatzwasser-Aufbereitungsanlage GDK Mellach, Linie 20) werden unverändert vollständig verwertet.
Die Pressfilterkuchen der Abwasserreinigungsanlage FHKW Mellach gelten weiterhin als ausgestuft und
damit deponierbar.
Im Herbst 2018 wurde das Wasserrecht zum Betrieb von Abwasserreinigungsanlagen und zur
Einleitung von Abwässern für das Dampfkraftwerk Neudorf/Werndorf befristet bis 31. Dezember 2021
von der zuständigen Behörde wiederverliehen.
Bei den stillgelegten Standorten wurden im Zusammenhang mit Tankdemontagen (Standort
Korneuburg, Standort Neudorf/Werndorf) und mit Nachsorgearbeiten am ehemaligen Kohlelagerplatz
Block 1 (Standort Dürnrohr), bei der Sodaaschedeponie St. Andrä und am Standort des demontierten
Kraftwerks Zeltweg Erhebungen, Beprobungen und Beweissicherungen durchgeführt.
Die Revision der Large Combustion Plant Directive (Richtlinie für Großfeuerungsanlagen) war mit
17. August 2017 im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden. Fristgerecht bis Mitte August 2018 wurde eine
umfassende Stellungnahme zur Bestätigung der Einhaltung des Stands der Technik gemäß den neuen
Vorgaben bei der Behörde eingereicht. Über den Verband Österreichs Energie wurden zudem
Stellungnahmen zu rechtlichen Themen eingebracht.
In zunehmendem Ausmaß sind detaillierte – auch umweltrelevante – Jahresberichte über das nationale elektronische Internetportal (Elektronisches Datenmanagement, EDM) zu legen. Diese umfassen
Emissionserklärungen, Abwasser- und Abfalldaten, Daten zur Mitverbrennung von Klärschlamm beim
FHKW Mellach sowie Jahresfrachten an fossilem und biogenem Kohlenstoffdioxid.
Die Anpassung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001:2015 und nach den ebenfalls
revidierten Anhängen I bis III der EMAS-Verordnung wurde mit einem positiven Erneuerungsaudit im
Oktober 2018 bestätigt.
Emissionsrechte für Wärmekraftwerke
GRI EU5
Genauere Informationen
zu den CO2-Emissionen
finden sich im Kapitel
„Umwelt“

Im Jahr 2018 wurden für die thermischen Kraftwerke von VERBUND 1.192 kt CO2-Zertifikate im Rahmen
von Auktionen oder am Markt erworben. Die gratis zugeteilten Emissionsrechte beliefen sich im
Jahr 2018 auf lediglich 64 kt CO2, da in der dritten Phase des europäischen Emissionshandels nur eine
geringe Gratiszuteilung für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erfolgt.

KONZERNLAGEBERICHT

101

Kennzahlen CO2-Emissionsrechte1
Einheit
CO2-Emissionsrechte gesamt
davon gratis zugeteilt
1

2016

2017

2018

kt CO2

1.001

1.353

1.256

kt CO2

88

76

64

für Wärmekraftwerke der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG, vorläufige Werte vor Prüfung

Services

Die VERBUND Services GmbH – die Shared-Services-Gesellschaft für den Konzern – hat auch im
Geschäftsjahr 2018 wesentliche strategische Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Gesellschaft
erarbeitet und umgesetzt. Im Rahmen einer umfassenden internen Analyse zur Anpassung der ITStruktur an die Anforderungen der Digitalisierung kam es mit 1. Juli 2018 zu strukturellen Änderungen
im Informatikbereich. Ziel der neuen State-of-the-Art-IT-Struktur ist ein weiteres Heranrücken der
Informatik an die Anforderungen der Wertschöpfungsstufen bzw. Gesellschaften des VERBUNDKonzerns. Durch die fortschreitende Digitalisierung der Produktion und der Services werden IT und
Business stärker integriert. Damit soll eine raschere Erstellung und Erweiterung von IT-Lösungen mit
Hilfe agiler Methoden gefördert werden.
Um den steigenden Herausforderungen und neuen regulatorischen Anforderungen im Bereich
Informationssicherheit, Cyber Security und Datenschutz gerecht zu werden, wurde ein Konzernprojekt
aufgesetzt, das bis Mai 2018 umgesetzt wurde. VERBUND hat vor Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai 2018 wesentliche Aufgaben und Maßnahmen – insbesondere die
Erstellung des Verarbeitungsverzeichnisses und die Privacy Impact Assessments, Schulungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – umgesetzt und ist somit eines der führenden Unternehmen Österreichs bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung.
Beteiligungen
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Der Beitrag der KELAG zum Ergebnis aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen in
der Höhe von 29,9 Mio. € lag 2018 vor allem aufgrund des verbesserten energiewirtschaftlichen Umfelds
über dem Vorjahreswert (2017: 28,2 Mio. €). Die anteilige Dividende für VERBUND für das Jahr 2018
betrug 14,1 Mio. €. VERBUND war per 31. Dezember 2018 mit 35,17 % an der KELAG beteiligt.

Beteiligungsergebnis KELAG in Mio. €

31

16

28

17

nach der Equity-Methode

30

18

102

Chancen- und Risikomanagement
GRI 102-11

Seit Beginn der Liberalisierung des österreichischen Strommarkts im Geschäftsjahr 2000 ist das Chancen- und Risikomanagement bei VERBUND ein eigenständiger Bestandteil des umfassenden Steuerungskonzepts. Die VERBUND-Strukturen, -Abläufe und -Produkte werden im Rahmen des „Unternehmensweiten Risikomanagements“ laufend weiterentwickelt.
Insbesondere aufgrund der – sowohl für die gesamte Energiebranche als auch für VERBUND mit
Herausforderungen verbundenen – Energiewende wird das Risikomanagement laufend an die geänderten internen und externen Erfordernisse angepasst. Zudem wird seitens des VERBUNDWirtschaftsprüfers jährlich die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements im
Vergleich mit den Empfehlungen des Referenzmodells ISO 31000:2018 bestätigt.
Weiterentwicklung

Die Arbeitsschwerpunkte in den letzten Monaten lagen insbesondere auf der Weiterentwicklung der
Risk-Return-Betrachtung im Unternehmen, auf der Erarbeitung eines mehrjährigen Risikohorizonts
sowie auf der Weiterentwicklung einer Risikotragfähigkeitsrechnung. Im Zuge der Entwicklung dieser
Betrachtungen wurde auch das Reporting überarbeitet und erweitert. Damit umfassen die Risikomanagementagenden aktuell sowohl das Treffen von strategischen Entscheidungen, das Projektmanagement sowie die Steuerung der laufenden Geschäftstätigkeit.
Wesentliche Chancen und Risiken sowie Maßnahmen

Nachfolgende Tabelle zeigt einen Überblick über die innerhalb von VERBUND identifizierten Hauptrisiken, ihre Einordnung in Chancen und Risiken sowie mögliche Maßnahmen zur Risikominderung.
Kategorie

Beschreibung/Maßnahmen

Bilanzieller Effekt
Wertanpassung

Ergebnisauswirkung
Chance

Veränderung von Vermögenswerten (Zu-/Abschreibung von
Kraftwerksanlangen sowie Beteiligungsansätzen) und
Vorsorgen aufgrund von Änderungen des energie- und
wirtschaftlichen Umfelds (langfristige Strompreisprognose),
Kapitalkosten sowie sonstiger Berechnungsannahmen
(z. B. Restlebenserwartung, Pensionsverpflichtungen)

X

Risiko

X

Maßnahmen:
- Abschluss langfristiger Verträge
(Kunden, Netzstützung)

Preisrisiko
Preisschwankung

Chance

Risiko

Abweichung zwischen erwarteten (geplanten) und
realisierten Verkaufspreisen
Maßnahmen:
- Einpreisungsstrategie
- Abschluss langfristiger Lieferverträge
- Abschluss von Optionen

X

X

KONZERNLAGEBERICHT

Kategorie

103

Beschreibung/Maßnahmen

Mengenrisiko
Mengenschwankung
Wasser/ Wind

Chance

Maßnahmen:
- Ausgleich am kurzfristigen Termin- und Spotmarkt
- Wetterderivate bzw. Wetterversicherungen

Deckungsbeitragsrisiko Netz

Planungsrisiko der Stromprodukte Engpassmanagement,
Verlustenergie und Regelenergie im Netzbereich
Maßnahmen:
- Diskussion/Abstimmung mit Regulierungsbehörde
- Internationale Kooperationen

X

X

X

X

X

X

Schwankung des Deckungsbeitrags aus
Engpassmanagement, Regelenergie, Intraday-Handel sowie
Pump-/Wälzbetrieb unserer Speicherkraftwerke
Maßnahmen:
- Teilnahme an Ausschreibungen betreffend die
Bereitstellung von Kapazitäten für die kurzfristige sowie
die mehrjährige Stabilisierung des Netzbetriebs
- Optimierungen der Handelstätigkeit

Anlagen-/Infrastrukturrisiko
Anlagen-/
Infrastrukturrisiko

Chance

Rechtliches Risiko

X

Chance

Risiko

Prozessrisiko aus diversen offenen Klagen/
Rechtsstreitigkeiten
Maßnahmen:
- Rechtsberatung
- Bilanzielle Vorsorgen
- Versicherungen
- Außergerichtliche Gespräche

Regulatorisches Risiko

Risiko

Mögliche Auswirkungen von Störungen, Schäden sowie
Folgeschäden bei Anlagen
Maßnahmen:
- Instandhaltungen
- Revisionen
- Versicherungen

Offene
Rechtsfälle

Risiko

Abweichung zwischen erwarteter und tatsächlicher
Wasserführung/Windmenge – notwendiger kurzfristiger
Ein- bzw. Verkauf von Energiemengen

TCFD1

Flexible Produkte

Ergebnisauswirkung

X

X

X

X

Chancen und Risiken aus geänderten politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. Änderungen des
regulatorischen Umfelds
Maßnahmen:
- Verstärkte Zusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden

104

Kategorie

Beschreibung/Maßnahmen

Finanzielles Risiko
Kontrahentenrisiko

Ergebnisauswirkung
Chance

Maßnahmen:
- Einholung aktueller Wirtschaftsauskunft
- Realisierung von bestehenden Sicherheiten
- Scoring der Geschäftspartner
- Regelmäßiges Monitoring
Wertpapierrisiko

X

Kursverluste/-gewinne bei Veranlagungspositionen
(z. B. Fonds)
Maßnahmen:
- Monitoring durch regelmäßige Value-at-RiskErmittlungen

Beteiligungsrisiko

Risiko

Zahlungsausfall von Geschäftspartnern

X

X

X

X

X

X

X

X

Wertverluste/-gewinne bei Beteiligungen, Abweichungen
der Gewinn-/Dividendenziele bei Beteiligungen
Maßnahmen:
- Monitoring u. Frühwarnsysteme

Ratingänderungsrisiko

Veränderungen im Rating bewirken niedrigere bzw. höhere
Refinanzierungskosten
Maßnahmen:
- Laufende Überwachung der relevanten Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiko

Steigende bzw. sinkende Zinsaufwendungen aufgrund
geänderter Marktzinsen
Maßnahmen:
- Hedginginstrumente
- Langfristige Fixzinsvereinbarungen

Eventualverbindlichkeiten

Finanzieller Schaden durch schlagend werdende
Eventualverbindlichkeiten (z. B. Haftungen, Garantien)
X

Maßnahmen:
- Selektive Vergabe von Eventualverbindlichkeiten
- Laufendes Monitoring

Operationales Risiko
Hochwasserrisiko

TCFD

Cyber Risk

Chance

Risiko

Mögliche Auswirkungen eines Hochwassers auf Dritte und
auf eigene Anlagen
Maßnahmen:
- Bauliche Schutzmaßnahmen
- Regelmäßige Schulungen und Trainings
- Versicherungen
Vorsätzlicher, zielgerichteter, IT-gestützter Angriff auf Daten
und IT-Systeme. Mögliche Folgen: u. a. Kontrollverlust
(Versorgungssicherheit), Datendiebstahl
und Cyber-Erpressung
Maßnahmen:
- Interne Konzernprojekte
- Versicherungen

X

X

KONZERNLAGEBERICHT

105

Kategorie

Beschreibung/Maßnahmen

Compliance-Risiko

Verstöße gegen interne und externe Regelungen
(wie z. B. Finanzmarkt-Compliance und Wettbewerbsund Kartellrecht)

Ergebnisauswirkung

Maßnahmen:
- Compliance-Schulungen, jährliche Risikoanalyse
- Definierte Prozesse, Regelungen und
Verhaltensgrundsätze zum Thema Compliance und
Kartellrecht

Sonstiges Risiko
Reputationsrisiko

X

Chance

Maßnahmen:
- Brand Monitor
- Interne Richtlinien (Kommunikation für
Investitions- und Bauvorhaben)
Projektrisiko

Risiko

Negative wirtschaftliche Auswirkungen aufgrund einer
Schädigung der Reputation des Unternehmens
X

Unter-/Überschreitung von geplanten Werten betreffend
Zeit, Kosten und Qualität
X

X

Maßnahmen:
- Optimierung vertraglicher Ausgestaltungen

Strategisches Risiko
Technologie-/
Innovationsrisiko

Chance

Maßnahmen:
- Intensive Zusammenarbeit mit externen Forschungsprojekten
- Agile Anpassung an neue Technologien
- Investition in eigene Forschung und Entwicklung
Strategisches Risiko
Geschäftsmodell

TCFD

1

Risiko

Negative/positive Auswirkungen durch technologische
Innovationen und geänderte Kundenbedürfnisse
X

X

X

X

Negative/positive Auswirkungen auf das Geschäftsmodell
aufgrund der Änderung energiewirtschaftlicher,
klimatischer, rechtlicher oder allgemein wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen
Maßnahmen:
- Regelmäßiges Monitoring
- Durchführung regelmäßiger Strategieklausuren

TCFD = Task Force on Climate-related Financial Disclosures

Aktuelle Chancen- und Risikolage
Chancen und Risiken aus dem Geschäftsmodell

Da die Geschäftstätigkeit von VERBUND aufgrund seiner Investitionsstruktur auf einen langen Zeitraum
ausgelegt ist, binden diese Aktivitäten hohe Finanzmittel. Die Anlagenverfügbarkeit im Netz stellt dabei
einen ganz wesentlichen Faktor dar. VERBUND-Anlagen müssen zudem höchste umwelttechnische
Anforderungen erfüllen. Eine erfolgreiche Realisierung von VERBUND-Projekten ist nur auf Basis einer
frühzeitigen Einbindung aller Stakeholder, der Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen
sowie eines effektiven Projektmanagements möglich. Der Betrieb und die Erhaltung dieser über lange
Jahre genutzten Vermögenswerte erfordern hochqualifizierte Mitarbeiter.

106

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in diesem Zusammenhang ist ein gesicherter Zugang zum Kapitalmarkt. Die Republik Österreich als mehrheitlicher Eigentümer von VERBUND sowie die kostengünstige,
umweltfreundliche Wasserkrafterzeugung und das regulierte Netz werden von den Ratingagenturen als
wesentliche und stabilisierende Elemente hervorgehoben.
Wetter- und klimabezogene Chancen und Risiken
GRI 201-2
SDG 13
TCFD

– als der führende Stromerzeuger aus regenerativen Quellen – ist nicht beeinflussbaren Wetterereignissen wie Niederschlägen und Wind stark ausgeliefert, insbesondere bei den VERBUNDSpeicherkraftwerken und teilweise auch bei den APG-Höchstspannungsleitungen in hochalpinen Gebieten. Der Klimawandel kann langfristig betrachtet das saisonale wie auch das jährliche Wasser- und
Winddargebot beeinflussen. Auch geologische Rahmenbedingungen können sich maßgeblich verändern. So können Naturereignisse wie Hochwasser, Sturm oder Lawinen in Zukunft einen ungeplanten
Ausfall von Anlagen zur Stromerzeugung oder -übertragung verursachen und auch Folgeschäden nach
sich ziehen. Die Erzeugung aus Laufkraftwerken unterliegt der saisonal schwankenden Wasserführung
der Flüsse und kann nur im geringen Ausmaß gesteuert werden (Schwellbetrieb). Die Speicherkraftwerke werden, abhängig vom bestehenden Wasserdargebot, netzoptimierend pro Tag, Monat oder Jahr
eingesetzt. Neue Ertragschancen für VERBUND erwachsen zudem aus der Abdeckung des kurzfristigen
Strombedarfs aufgrund der volatilen Erzeugung aus Wind und Photovoltaik: So können Energiemengen
zusätzlich erzeugt bzw. in Pumpspeicherkraftwerken „zwischengeparkt“ sowie Netze durch flexible
Kraftwerksleistung stabilisiert werden. Diese flexiblen Ergebnisbeiträge hängen wesentlich von der
Häufigkeit und dem absoluten Ausmaß kurzfristiger Preisschwankungen auf den Strommärkten ab.
Die zweite Jahreshälfte 2018 war besonders von Trockenheit und der damit einhergehenden geringen
Wasserführung gekennzeichnet. Aufgrund des Klimawandels besteht die Gefahr, dass die Anzahl der
Trockenjahre in Zukunft steigen wird. VERBUND ist sich dieser Risiken bewusst und sieht es als entscheidend für eine gesicherte Zukunft an, die langfristigen klimatischen Entwicklungen genau zu
beobachten und proaktiv Maßnahmen (z. B. die Mitarbeit an Innovations- und Forschungsprojekten
und gegebenenfalls die Umsetzung von aussichtsreichen Konzepten) gegen die daraus wachsenden
Herausforderungen zu ergreifen.
VERBUND

Chancen und Risiken aus technologischer Entwicklung

Die Entwicklung hin zu zunehmender Digitalisierung zeigt sich als besondere Herausforderung und
gleichzeitig als Chance für VERBUND. Moderne Informations- und Kommunikationssysteme unterstützen verstärkt die Geschäftstätigkeit von VERBUND. Den steigenden Risiken aus dem Cyberbereich für
kritische Infrastruktur begegnet VERBUND mit vorbeugenden Sicherheitsstrategien, internen Richtlinien
und entsprechend abgesicherten Prozessen. Ein besonders hohes Augenmerk legt VERBUND auf die
Sicherheit der Leittechnik bei seinen Kraftwerken und beim Höchstspannungsnetz der APG. Der Schutz
der Verwaltungsgebäude von VERBUND und der dezentralen Werke erfolgt durch bauliche Maßnahmen
und elektronische Überwachungssysteme.

KONZERNLAGEBERICHT

107

Chancen und Risiken aus rechtlichen/regulatorischen Entwicklungen

Die Stärkung des Emissions Trading System (ETS) durch die Europäische Union führt zu neuen Möglichkeiten, aber auch Erschwernissen. So bewirkt dieser Umbau des europäischen Energiesystems eine
maßgebliche Veränderung der nicht direkt beeinflussbaren Risikofaktoren aus den Bereichen Politik,
Volkswirtschaft, Energiewirtschaft sowie Soziales. Die zukünftige Energiewelt fordert von den Energieversorgungsunternehmen eine starke Anpassung ihrer Geschäftsmodelle und veränderte Investitionsentscheidungen. Diese könnten hohe Wertanpassungen (d. h. sprunghafte Veränderungen bilanzierter
Vermögenswerte bzw. Schulden) zur Folge haben. Die hohe Regulierung sowie die Überkapazitäten in
Europa haben die marktwirtschaftlichen Regeln der Preisbildung (Einsatz nach variablen Produktionskosten) außer Kraft gesetzt. Andererseits eröffnen sich mit dem Geschäftsmodell der energienahen
Dienstleistungen neue Opportunitäten, aber auch Risiken für VERBUND. In diesem Zusammenhang sind
datenschutzrechtliche Themen wie die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung zusätzlich zu
berücksichtigen.

TCFD

VERBUND als verlässlicher und erfahrener Begleiter der Menschen

auf ihrem Weg in eine saubere Energiezukunft.

Chancen und Risiken aus wirtschaftlicher Entwicklung

Dem Kontrahentenrisiko in Form von möglichen Leistungs- und Zahlungsausfällen seiner Geschäftspartner begegnet VERBUND durch ein effektives Finanzmanagement. Unter Wahrung des Vier-AugenPrinzips werden Kontrahentenlimits zentral vergeben und überwacht. Neben den Geldflüssen aus dem
operativen Geschäft verfügt VERBUND über ausreichend hohe Kreditlinien, mit denen sich liquide Mittel
kurzfristig bereitstellen lassen. Langfristige Verträge wurden mit Kunden, Lieferanten sowie Miteigentümern einzelner Kraftwerke abgeschlossen. Die geänderten Rahmenbedingungen beeinflussten jedoch die Wirtschaftlichkeit einiger dieser Vereinbarungen, sodass sie in den vergangenen Jahren entsprechend adaptiert wurden. In mehreren Effizienzsteigerungsprojekten optimierte VERBUND seine
internen Strukturen. Dabei kam es zu Schließungen von Standorten, zu Beendigungen von Abnahmeund Lieferverträgen sowie auch zur Umsetzung sozial verträglicher Personalprogramme. VERBUND bildet in Übereinstimmung mit den Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) Rückstellungen
für vertraglich vereinbarte Aufwendungen aus laufenden Reorganisationsprogrammen, für Pensionen
und Abfertigungen sowie für den Zeitraum nach der Stilllegung von Erzeugungsanlagen (z. B. für Abbruchkosten). Eine Abweichung der aktuellen Situation von den Annahmen für die Bildung dieser
Rückstellungen kann zu Ergebnisschwankungen führen. Dem möglichen Schlagendwerden gegebener
Sicherheiten wird laufend gegengesteuert.
Strategische Chancen und Risiken

Der Klimawandel, Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen
und Änderungen im Marktumfeld können einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell und
die Strategie eines Unternehmens haben. Eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit

TCFD

108

mittelfristigen und langfristigen strategischen Risiken ist daher wichtig, um eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens zu gewährleisten. Die relevanten strategischen Risiken bei VERBUND werden
daher laufend identifiziert und bewertet. Durch diesen proaktiven Umgang mit langfristigen Risiken
können deren Auswirkungen auf das Unternehmen entsprechend limitiert bzw. Chancen für ein zusätzliches Wachstum bewusst wahrgenommen werden.
Risikotragfähigkeit

Im Jahr 2018 wurde eine verbesserte Risikotragfähigkeitsrechnung entwickelt und implementiert. Im
Fokus des Risikotragfähigkeitskonzepts stehen das Rating der VERBUND AG und die damit einhergehende Liquidität des Unternehmens. VERBUND strebt langfristig ein stabiles Rating im A-Bereich an.
Ausblick – Entwicklung Folgejahr (Sensitivität)

Das geplante Konzernergebnis für 2019 verändert sich – bei sonst gleichen Annahmen – durch Variation
der nachfolgend angeführten Faktoren (ausgehend vom Absicherungsstand zum 31. Dezember 2018 für
Erzeugungsmengen bzw. Zinsen):
+/– 1 % Erzeugung aus Wasserkraft: +/– 8,5 Mio. €
+/– 1 % Erzeugung aus Windkraft: +/– 0,3 Mio. €
+/– 1 €/MWh Großhandelspreise Strom (Erneuerbare Erzeugung): +/– 5,8 Mio. €
+/– 1 Prozentpunkt Zinsen: –/+ 0,5 Mio. €

KONZERNLAGEBERICHT

109

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
Die internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme für den Rechnungslegungsprozess sind nach
§ 243a Abs. 2 UGB zu beschreiben. Das Interne Kontrollsystem von VERBUND umfasst sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit dieses Prozesses sowie zur Einhaltung externer Vorschriften. Der Aufbau des Risikomanagementsystems wird im
„Disclosures on Management Approach“ (DMA) und die Risikolage im Kapitel „Chancen- und Risikomanagement“ dieses Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts ausführlich erläutert.

GRI 102-11
GRI 103-2

Organisatorischer Rahmen

Die Konzernführung handelt nach den im Unternehmensleitbild festgelegten Prinzipien. Der Vorstand ist
für die Einrichtung und Gestaltung des gesamten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
verantwortlich, dessen Wirksamkeit vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht wird.

Unternehmensleitbild auf
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Unternehmen >
Unternehmensleitbild

Grundlagen des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Der umfassende Rechnungslegungsprozess von VERBUND ist durch konzernweite Richtlinien und Vorgaben geregelt. Die Durchführung, die Kontrolle und die Überwachung der Geschäftsvorgänge sind
strukturell voneinander getrennt. Dadurch wird sichergestellt, dass kein einzelner Mitarbeiter alle Prozessschritte eines Geschäftsfalls vom Beginn bis zum Ende allein durchführen kann. Eine Prüfung von
Berechtigungen ist in die systemtechnische Abwicklung der Geschäfte integriert. Die Einhaltung und
die Wirksamkeit dieser Kontrollen werden periodisch überprüft. Auf Basis der Prozesslandkarte von
VERBUND werden Geschäftsprozesse und darin enthaltene Risiken sowie Kontrollen des Rechnungslegungsprozesses systematisch analysiert und dokumentiert. Die Dokumentation der Kontrollen, der
Ablauforganisation und der Prozesslandkarte erfolgt regelmäßig im aktualisierten Prozesshandbuch.
VERBUND passt seine Organisation laufend an geänderte interne sowie externe Rahmenbedingungen an.
Berichtswesen unter Einhaltung von Unbundling-Bestimmungen

Die VERBUND-Quartalsberichte und der Integrierte VERBUND-Geschäftsbericht vereinen Informationen
aus dem Controlling, der Unternehmensrechnung und dem Finanz- und Risikomanagement. Alle
Berichte beruhen auf konzernweit einheitlichen Erstellungs- und Bewertungsvorschriften. Der liberalisierte europäische Energiemarkt fordert die Trennung (Unbundling) des Netzes von der Erzeugung,
dem Handel und dem Vertrieb bei vormals integrierten Energieversorgungsunternehmen. Die
VERBUND-Tochter APG tritt seit 2012 als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber am Markt auf. Ein
externer Gleichbehandlungsbeauftragter überwacht die Einhaltung der vertraglich fixierten
Unbundling-Bestimmungen.
Periodische Überwachung

Die Interne Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das Interne Kontroll- und
Risikomanagementsystem. Die einzelnen Prüfungen erfolgen auf Basis des vom VERBUND-Vorstand
verabschiedeten Revisionsprogramms und werden um Sonderprüfungen ergänzt. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen. Eine periodische Nachverfolgung stellt die
Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber
verfügt die APG seit März 2012 über eine eigene Revision.

GRI 103-3

110

Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital
Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Aktionärsstruktur in %
Streubesitz

Republik
Österreich

TIWAG
< 20
>5

51

1. Das eingeforderte und eingezahlte Grundkapital der VERBUND AG setzte sich zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2018 wie folgt zusammen:
170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und
177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet
durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der
Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befanden sich 347.415.686 Aktien in Umlauf. Abgesehen von
der unter Punkt 2. beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung haben alle Aktien die gleichen Rechte
und Pflichten.

> 25

2. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der
österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl. I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf
basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: „Mit Ausnahme
von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens
51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt.“ Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von
Aktien betreffen, sind der VERBUND AG nicht bekannt.

Syndikat EVN und
Wiener Stadtwerke

GRI 102-25

3. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik
Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals sind im Eigentum eines Syndikats der
Landesenergieunternehmen Wiener Stadtwerke GmbH und EVN AG. Mehr als 5 % befinden sich im
Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20 % des Grundkapitals sind im Streubesitz.
4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
5. Bei VERBUND bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
6. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den gesamten Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern inhaltlich vorbereitet. Die Regeln des ÖCGK
betreffend die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
werden seitens der VERBUND AG eingehalten. Darüber hinaus bestehen keine, nicht unmittelbar aus
dem Gesetz ableitbaren, Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bezüglich der Änderung der Satzung.

KONZERNLAGEBERICHT

111

7. Im Zuge einer Ermächtigung zum Aktienrückerwerb (abgelaufen mit 17. Oktober 2015) hat die
Hauptversammlung mit Beschluss vom 17. April 2013 den Vorstand für die Dauer von fünf Jahren
(also bis 17. April 2018) auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine andere Art der Veräußerung eigener Aktien als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot – auch unter Ausschluss des Wiederkaufsrechts (umgekehrtes Bezugsrecht) der Aktionäre – zu beschließen und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen bzw. mit Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls
das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Aufgrund des Fristenablaufs und mangels eigener Aktien ist diese Ermächtigung gegenstandslos. Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstands i. S. d.
§ 243a Abs. 1 Z. 7 UGB.
8. Es bestehen zudem keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit
Regelungen, die sich auf den im § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen
ist ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes unwahrscheinlich.
9. Entschädigungsvereinbarungen i. S. d. § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.
Der in diesem Integrierten VERBUND-Geschäftsbericht 2018 enthaltene konsolidierte Corporate
Governance Bericht ist auf der VERBUND-Webseite abrufbar.

Konsolidierter Corporate
Governance Bericht
abrufbar unter
www.verbund.com >
Investor Relations >
Finanzpublikationen

112

Innovation, Forschung und Entwicklung
Kennzahlen IF&E
Einheit

2018

Anzahl

68

85

74

Projektvolumen gesamt1

Mio. €

139,1

179,8

177,9

Mio. €

93,6

111,7

104,5

VERBUND-Anteil gesamt1

Mio. €

22,1

53,5

61,6

Jährliche VERBUND-Aufwendungen

Mio. €

5,5

9,0

10,5

1

SDG 7
SDG 9
SDG 12
SDG 17

2017

Anzahl der IF&E-Projekte
davon EU-Projekte1

GRI EU-DMA,
vormals EU8

2016

über die gesamte Laufzeit der Projekte

In vielen Bereichen des Wirtschafts- und Privatlebens nimmt die Energiewende von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern Fahrt auf. Die Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation spielen dabei
eine entscheidende Rolle. Auch VERBUND nimmt seine Verantwortung für eine klima- und umweltfreundliche Energiezukunft wahr und stellt den „Rohstoff“ für eine All Electric Society bereit.
Verkehr elektrifizieren, Sektoren koppeln

arbeitet weiterhin intensiv mit strategischen Partnern an europäischen und österreichischen
Entwicklungs- und Innovationsprojekten. Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Zusammenhang liegt
bereits seit einigen Jahren auf der Elektrifizierung des Verkehrssektors. Dazu kommt die Entwicklung
neuer Services für Industrie und Gewerbe. Mittels Sektorkopplung werden zusätzliche Potenziale zur
Gestaltung eines neuen Energiesystems gehoben.
Zwei Projekte schließen an erfolgreich abgeschlossene E-Mobility-Projekte von VERBUND an. Sie tragen maßgeblich zum zügigen Ausbau der Schnellladekorridore für Elektroautos bei und stellen die
Verbindung zu internationalen Ladenetzen in den Nachbarländern her. Im Rahmen von EVA+ wurde
bis Ende 2018 das Schnellladenetzwerk in Österreich mit weiteren 20 Stationen verdichtet. Mittels
Roamingabkommen können Kunden sowohl das österreichische SMATRICS-Netz als auch die Ladenetze in den Nachbarländern einfach nutzen.
Zudem setzt VERBUND auf die neueste Technologie an Ladeinfrastruktur und baut im Rahmen von
ultra-E vier entsprechende Stationen in Österreich. Die erste dieser Stationen, die die neueste Generation langstreckentauglicher Elektrofahrzeuge mit bis zu 350 kW Ladeleistung bedienen kann, wurde
bereits in Wien errichtet. Weitere Ladestationen folgen in Graz, Innsbruck und Salzburg. Folgeprojekte
zur Umsetzung dieser europäisch vernetzten Hochleistungsladeinfrastruktur sind bereits in Planung.
Damit ist das SMATRICS-Ladenetz für die neuesten E-Auto-Modelle mit noch höheren Reichweiten
gerüstet.
VERBUND

SDG 11

Kopplung von Energie und Transport

Mit zunehmender Reichweite der E-Autos steigen auch die benötigten Ladeleistungen. Was die
E-Mobilisten freut, ist mit großen Herausforderungen für das Stromnetz verbunden. Intelligente
Lösungen sind gefordert. Im Projekt SYNERG-E installiert und betreibt VERBUND an Ultraschnellladestandorten in Österreich und Deutschland insgesamt 10 lokale Pufferspeicher, die eine Leistung von je
0,5 MW zur Verfügung stellen. Dadurch werden die Lastspitzen im Netz signifikant abgeschwächt und

KONZERNLAGEBERICHT

113

die Netzkosten reduziert. Die erste Pufferbatterie wurde 2018 in Wien stationiert, weitere folgen 2019 an
ausgewählten Standorten. Eine besondere Herausforderung stellt das lokale Management der Batterieund Ladeinfrastruktur dar, um ein optimales Zusammenspiel der Komponenten an Ort und Stelle zu
gewährleisten. Dazu testet VERBUND seit 2018 die Batterie-Akkus am neuen Teststandort im Kraftwerk
Mellach.
Grüner Wasserstoff wird erprobt

Ziel des seit 2017 laufenden H2FUTURE-Projekts ist es, gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern eine 6-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseanlage am Standort der voestalpine
Linz zu errichten. 2018 wurden alle dafür notwendigen bautechnischen und genehmigungsrelevanten
Vorarbeiten geleistet. Der Elektrolyseur wird 2019 angeliefert. Nach umfangreichen Tests wird die
Anlage im zweiten Halbjahr 2019 in Betrieb gehen. Neben der Produktion von grünem Wasserstoff für
die Stahlproduktion wird der Elektrolyseur auch zur Unterstützung des Stromnetzes eingesetzt. Im
Projekt wird weiters untersucht, ob und wie sich das Konzept auf andere Industriesektoren wie Chemie,
Öl und Gas oder Düngemittel übertragen lässt.
2018 erfolgte der offizielle Start der Energie-Vorzeigeregion WIVA Power & Gas. Gemeinsam mit
heimischen Partnern aus Industrie und Forschung entwickelt VERBUND Wasserstoffprojekte entlang der
gesamten Wertschöpfungskette. WIVA wird auf mehrere Jahre diesen Wasserstoffprojekten den organisatorischen und inhaltlichen Rahmen geben. VERBUND arbeitet dabei insbesondere an der Umsetzung
von weiteren Kooperationsprojekten zum Einsatz von CO2-neutralem Wasserstoff in der Industrie.

VERBUND wird zum Enabler in einer Zeit der Digitalisierung

und der neuen Speichertechnologien.

Wasserkraft: Maßnahmen zum Fischschutz und zur Fischwanderung

Im Wasserkraftbereich entwickelte VERBUND im Jahr 2018 vor allem Maßnahmen zum Fischschutz und
zur Fischwanderung weiter. Zudem startete VERBUND im abgeschlossenen Geschäftsjahr ein Forschungsprojekt, das die Auswirkungen von Schlüsselreizen wie Wärme, Töne und Licht – wie sie bei Kraftwerken auftreten – auf Fische untersucht.
Erforscht wird auch, wie Fische die Aufstiegshilfen anhand von Strömungen finden. Dafür werden
Drohnen mit hochauflösenden Kamera- und Videosensoren eingesetzt. Auf dieser Grundlage wird ein
Softwaretool für eine quantitative Trackinganalyse und Visualisierung von Strömungen entwickelt.
Damit wird es möglich sein, das Strömungsverhalten baulicher Gegebenheiten an der Aufstiegsanlage und im Bereich von Wehranlagen exakt darzustellen. Weiters können dadurch sowohl die
Betriebsweisen von Kraftwerken als auch die Fischaufstiege optimiert werden.

114

Windkraft: Mehrwert von Vereisungsprognosen für die Betriebsführung

Im Windkraftbereich legte VERBUND den Forschungsschwerpunkt im Jahr 2018 auf die Betriebsoptimierung unter Vereisungsbedingungen und entwickelte neue innovative Betriebskonzepte. VERBUND
wertete dahingehend Vereisungsmessungen in seinem Windpark Ellern im deutschen Hunsrück aus
und verifiziert diese. Der Betrieb der Rotorblattheizung wurde ebenfalls analysiert und an die vorherrschenden meteorologischen Standortbedingungen angepasst.
Derzeit untersucht VERBUND den Mehrwert von Vereisungsprognosen für die Betriebsführung. Dabei
geht es vor allem um die Vermeidung von vorhergesagten Vereisungsereignissen durch den vorzeitigen
Start der Rotorblattheizung. Dies würde die Umstellung vom reaktiven Betrieb hin zum vollkommen
neuen präventiven Betrieb der Rotorblattheizung nach sich ziehen. Den daraus resultierenden wirtschaftlichen Mehrwert berechnete VERBUND theoretisch mittels eines Cost-/Loss-Modells. In Zukunft
wird VERBUND damit in der Lage sein, leichte Vereisungen an Rotorblättern zu verhindern und vereisungsbedingte Stillstandzeiten deutlich zu reduzieren.
Digitalisierung im Bereich Wasser- und Windkraft

Im Bereich der Wasserkraft wurden die beiden Digitalisierungsinitiativen „Digital Workforce Management“ und „Digital Hydro Power Plant“ fortgesetzt.
Das Projekt „Digital Workforce Management“ beschäftigt sich mit der digitalen Unterstützung der
administrativen und operativen Prozesse zur Umsetzung von Verbesserungspotenzialen in den bestehenden Systemen und zur Ermöglichung neuer, mobiler Arbeitsweisen. Dazu wurde im Jahr 2018 eine
mobile Applikation entwickelt, welche nun getestet und an die Anforderungen des Betriebs angepasst
wird.
Im Projekt „Digital Hydro Power Plant“ wurden 2018 erfolgreich die Aktivitäten zur Identifizierung
neuer, für die Wasserkraft geeigneter digitaler Technologien, die zukünftig zur Unterstützung im Betrieb
und letztlich zur Effizienzsteigerung eingesetzt werden können, fortgesetzt.
Im Windkraftbereich wurde das Projekt zur Digitalisierung der Instandhaltung im Jahr 2018 abgeschlossen und in den operativen Betrieb übergeführt. Dadurch haben alle Servicetechniker nun die
Möglichkeit, Störungsbehebungen digital via Smartphone abzuarbeiten und zu dokumentieren. Die
Umsetzung weiterer Digitalisierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung im Bereich der Rotorblattinspektion und der Rotorblattwinkelvermessung wurde gestartet und wird im Jahr 2019 weiterverfolgt.
Stromhandel: Verbesserung der Zuflussprognose

Die Forschungsaktivitäten im Stromhandel galten auch 2018 der Zuflussprognose. Räumlich hoch
aufgelöste Vorhersagewerte sowie stochastische Optimierungsmethoden erlauben eine optimierte
Bewirtschaftung der Speicher und eine bessere Beurteilung von Prognoseunsicherheiten. Dadurch
lassen sich die Auswirkungen auf den Kraftwerkseinsatz sowie das Management von Hochwässern
besser einschätzen.
Weitere Schwerpunkte liegen auf neuen Produkten mit erneuerbaren Energien und Zertifikaten
sowie auf neuen Vermarktungsmöglichkeiten von virtuellen Pumpspeichern und Flexibilitäten. So ist
der Stromhandel von VERBUND Teil der Projekte H2FUTURE und BlueBattery.
Auch im Bereich der Digitalisierung und des immer kleinteiliger werdenden Marktumfelds stellt sich der
Stromhandelsbereich von VERBUND mit den Projekten Intraday-Preisprognose, Autotrader und
Volery (Optimierung/Simulation einer Vielzahl dezentraler Anlagen) den Herausforderungen der Zukunft.

KONZERNLAGEBERICHT

Ein Sicherheitssystem fürs Stromnetz

Der europäische Kraftwerkspark verändert sich: weg von großen Erzeugungseinheiten hin zu kleinen
bis mittleren Anlagen für erneuerbare Energieträger. Daher spielen die Frequenzhaltung und die
Regelung im europäischen Übertragungsnetz eine immer größere Rolle.
Die APG, die unabhängige Stromnetztochter von VERBUND, war 2018 mit 20 Forschungsprojekten –
davon drei im internationalen Rahmen – aktiv. Dazu gehörte das Projekt FutureFlow, ein im Rahmen
von Horizon 2020 gefördertes internationales Projekt mit benachbarten Übertragungsnetzbetreibern
aus Südosteuropa sowie IT-Experten aus der Branche. Hauptaufgabe von FutureFlow ist die Entwicklung einer zentralen Optimierungsfunktion zum Abruf von Regelreserve und die Anpassung des Kraftwerkseinsatzes.
Ein österreichisches Projekt mit internationaler Bedeutung ist „ABS fürs Stromnetz“ – analog zum
automatischen Sicherheitssystem in modernen Kraftfahrzeugen. Bei diesem vom Klima- und Energiefonds geförderten Projekt arbeitet die APG gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT),
der TU Wien und VERBUND an einem intelligenten Unterstützungssystem für den Stromnetzbetrieb.
Herzstück des Projekts ist ein 1 MW/500 kWh starkes Batteriespeichersystem. Ab Juni 2019 wird die
Versuchsanlage im Umspannwerk Wien-Südost zwei Jahre lang im Betrieb getestet. Ende April 2021
werden die Ergebnisse zeigen, wie schnell auf Frequenzabweichungen im Stromnetz reagiert werden
kann.
Innovation aus den eigenen Reihen

Im Jahr 2018 ging das konzerninterne Pilotprojekt „Ideenkraftwerk“ an den Start. In einem ersten
Schritt hatten ca. 300 Mitarbeiter für rund drei Monate die Möglichkeit, ihre Ideen zu den Kampagnenthemen „Wachstum VERBUND-Konzern – Neue Lösungen, neue Märkte“, „New Work – Neue Wege
gehen“, „VERBUND-Services der Zukunft – Nutze unser volles Potenzial“ und „Re-imagine our Image:
VSE-Außenwirkung weiter verbessern“ einzubringen. Ziel des „Ideenkraftwerks“ war es, die aktive Mitgestaltung durch die Mitarbeiter zu fördern und die innovativsten Ideen zur Umsetzung zu bringen.
Im Juni 2018 wurden die zukunftsweisendsten Ideen prämiert. Diese Konzepte werden in der
VERBUND Services GmbH (VSE) umgesetzt und in einem neuen, konzernweiten Format – VERBUND
Innovation Kit 2018 – mithilfe interner und externer Experten weiterentwickelt. Das VERBUND Innovation
Kit 2018 nutzt moderne Innovationsmethoden (z. B. Design Thinking und Lean Start-up), um schnell
und effizient Ideen weiterzuentwickeln.

115

116

Ausblick
Die Wirtschaftswachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) für den Euroraum liegt
für 2019 mit + 1,6 % leicht unter dem Wert von 2018 (+ 1,8 %). Zwar geht der IWF weiterhin von einer
starken privaten Nachfrage aus, die jedoch gegenüber den Vorjahren moderater ausfallen wird. Zusätzlich geht der IWF von einem sich abkühlenden Exportgeschäft und einer schwächeren Industrieproduktion aus. Weitere Unsicherheiten stellen aus Sicht des IWF die Auswirkungen des Brexits und die
Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China dar.
Österreich weist im internationalen Vergleich nach wie vor eine gute Konjunktur auf. Das Wirtschaftswachstum soll im Jahr 2019 laut WIFO-Prognose um + 2 % steigen. Der Konsum der privaten
Haushalte unterstützt weiterhin die Konjunktur, kann aber den Nachfrageausfall im Außenhandel nicht
voll kompensieren.
Im Dezember 2018 einigten sich die OPEC-Länder darauf, ab Jänner 2019 für sechs Monate die Erdölproduktion zurückzufahren. Auch zehn Nicht-OPEC-Länder beteiligen sich an der Kürzung. Im April
2019 wollen die Staaten die Maßnahmen einer Prüfung unterziehen. Die Kürzung hat bereits Anfang
Jänner 2019 zu einem Anstieg des Ölpreises von rund 55 $/bbl auf 62 $/bbl geführt. Die Preise für NCGund Kohle-Frontjahre waren Anfang 2019 hingegen nach einem starken Anstieg während des Jahres
2018 wieder rückläufig.
Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Derzeit bewegen sich die Preise auf einem Niveau von rund 50 € für Grundlast. Die weitere Entwicklung ist insbesondere von den CO2-Preisen und dem weiteren Verlauf der Primärenergiepreise (v. a. Kohle und Gas)
abhängig.
Durch den weiteren Ausbau der volatilen erneuerbaren Energien wächst die Bedeutung des
Erzeugungsportfolios von VERBUND einerseits mit seinem flexibel einsetzbaren Kraftwerkspark mit
Pumpspeicherkraftwerken und dem Gas-Kombikraftwerk (GDK) Mellach und andererseits mit seinen
verlässlichen Laufwasserkraftwerken. Als Inhaber und Betreiber eines der technisch führenden Übertragungsnetze in Europa nimmt die 100-%-Tochter APG eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der
Versorgungssicherheit ein. Mit seinen innovativen Produkten und Dienstleistungen bietet VERBUND
seinen Kunden zudem schon heute Lösungen für die Energiezukunft.

KONZERNLAGEBERICHT

117

Investitionsplan 2019 bis 2021

Der aktualisierte Investitionsplan von VERBUND für den Zeitraum 2019 bis 2021 sieht 1.834 Mio. € an Investitionen vor. Davon entfallen rund 875 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen und rund 959 Mio. € auf Instandhaltungsinvestitionen. Der Großteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten
österreichischen Hochspannungsnetzes (rund 614 Mio. €). Zudem investiert VERBUND vor allem in
ausgewählte Wasserkraftwerksprojekte sowie in die Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerksanlagen.
Zu nennen ist hier insbesondere das Laufwasserkraftwerk Töging in Deutschland. Die Investitionen
betreffen die VERBUND-Heimmärkte Österreich und Deutschland. Im Geschäftsjahr 2019 plant VERBUND,
insgesamt rund 528 Mio. € zu investieren – davon rund 226 Mio. € in Wachstum und rund 302 Mio. € in
Instandhaltungen.

SDG 8

Investitionsplan in Mio. €
693
613
528

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2018 plant VERBUND eine Dividende von 0,42 € pro Aktie auszuschütten. Die Ausschüttungsquote bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis beträgt für 2018 somit 42,6 %.
Ergebnisausblick 2019

Die Entwicklung des VERBUND-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasserkraft und Windkraft, dem Ergebnisbeitrag der
Flexibilitätsprodukte und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Zum 31. Dezember 2018
waren bereits rund 66 % der geplanten Eigenerzeugung für das Jahr 2019 kontrahiert. Der erzielte Preis
lag rund 7,6 €/MWh über dem im Jahr 2018 erzielten Absatzpreis. Für die noch nicht abgesicherten
Mengen kalkuliert VERBUND mit den aktuellen Marktpreisen.

19E

20E

21E

118

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zwischen dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2018 und der Freigabe zur Veröffentlichung am
14. Februar 2019 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.

Wien, am 14. Februar 2019
Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstands

Mag. Dr. Michael Strugl
Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

KONZERNLAGEBERICHT

Bericht über nichtfinanzielle Informationen
(NFI-Bericht)

119

120

Bericht über nichtfinanzielle
Informationen
gem. § 267a UGB

GRI 102-52

GRI 102-54

GRI 102-45
GRI 102-50

GRI 102-56

Als führendes österreichisches Stromunternehmen und wichtiger Akteur am europäischen Strommarkt
nimmt VERBUND seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft sehr ernst. Bereits im Jahr 1994 erstellte VERBUND als eines der ersten Unternehmen in Österreich einen Umweltbericht und nahm damit den
Trend zur Darstellung von umweltrelevanten Faktoren vorweg. Dieser jährlichen Publikation folgte
2002 der erste VERBUND-Nachhaltigkeitsbericht, der seitdem ebenfalls jährlich bis 2014 als Ergänzung
zum Geschäftsbericht veröffentlicht wurde. Dem steigenden Bedarf an ganzheitlichen Unternehmensinformationen der unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen entspricht VERBUND seit 2015 mit einem
Integrierten Geschäftsbericht. Damit wird die jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung innerhalb des
Integrierten VERBUND-Geschäftsberichts weitergeführt.
Am 6. Dezember 2016 trat das österreichische Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz in
Kraft, auf Basis dessen große Unternehmen von öffentlichem Interesse ab dem Geschäftsjahr 2017
Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten veröffentlichen müssen. VERBUND verwendet dazu das internationale Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI). So wurde auch der vorliegende Bericht in
Übereinstimmung mit den GRI-Standards sowie den G4 Sector Disclosures „Electric Utilities“, Option
Kern, erstellt.
Die Aktivitäten aller Gesellschaften, die im Konzernabschluss zusammengefasst sind, werden in diesem Bericht dargestellt. Über wichtige Ereignisse in nicht konsolidierten Unternehmen wird ebenfalls
berichtet, um ein vollständiges Bild des Unternehmens zu geben. Der Berichtszeitraum bezieht sich auf
das abgeschlossene Kalenderjahr 2018.
Angaben zur Nachhaltigkeit wurden in dem im unabhängigen Prüfungsbericht angegebenen
Umfang extern überprüft. Der GRI-Index auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung >
Nichtfinanzielle Informationen gibt an, an welcher Stelle die VERBUND-Nachhaltigkeitsinformationen
aufzufinden sind. Auf Angaben zu Themen von geringerer Relevanz wurde in Übereinstimmung mit
den GRI-Richtlinien in diesem Integrierten Geschäftsbericht verzichtet. Ergänzende Informationen zu
Nachhaltigkeitsthemen finden sich im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA) und
auf www.verbund.com > Über VERBUND > Verantwortung > Nichtfinanzielle Informationen.
Das Geschäftsmodell von VERBUND

GRI 102-2

GRI 102-46

VERBUND ist einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Die Wertschöpfungskette
umfasst die Erzeugung, den Transport, den Handel und den Vertrieb von elektrischer Energie sowie
sonstiger Energie und die Energiedienstleistungen. Den Kern des nachhaltigen Geschäftsmodells von
VERBUND bildet die CO2-freie Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraft. Details hierzu sind dem
Segmentbericht zur Erneuerbaren Erzeugung zu entnehmen. Auch im Segmentbericht Netz sind wichtige Nachhaltigkeitsinformationen enthalten. Die aktuellen Projekte und Ereignisse werden kompakt
dargestellt und um die Beschreibung ausgewählter Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich ergänzt.
Für weitere Details und Hintergrundinformationen verweisen wir auf zusätzliche Quellen in den
Marginalien.
Da VERBUND in Europa tätig ist, wird Europa als eine Region bzw. als ein regulatorisches System verstanden. Die Hauptgeschäftsstandorte von VERBUND sind Österreich und Deutschland. Eine Übersichtskarte mit den eingezeichneten Kraftwerksstandorten und den Netzanlagen ist am Ende des Berichts
abgebildet.

NFI-BERICHT

121

Wesentlichkeit und Stakeholder-Dialog
Wesentlichkeitsanalyse nach GRI

Wichtigkeit für externe Stakeholder

sehr wichtig

Zur Identifizierung der wesentlichen Themen von VERBUND wurde eine Befragung relevanter interner
und externer Stakeholder-Gruppen in Österreich und Bayern durchgeführt. Die Fragen betrafen einerseits die Erwartungen der Stakeholder an den Dialog mit VERBUND und andererseits die Aktivitäten des
Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit.
Aus der Detailanalyse aller Handlungsfelder und der Gegenüberstellung der externen und internen
Sichtweise ergab sich folgende Wesentlichkeitsmatrix:

GRI 102-46

Sichere
Stromversorgung

Umweltund Naturschutz

Wertsteigerung
des Unternehmens

Klimaschutz
Innovation

Förderung von
Diversität und
Inklusion

Dialog mit Stakeholdern
Gesellschaftliches
Engagement
Compliance
und Transparenz

Verantwortung für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wichtig

Beschaffung

Kundenbeziehungen

wichtig

Wichtigkeit für interne Stakeholder

sehr wichtig

Alle in der Abbildung dargestellten Themen wurden von den Befragten als „wichtig“ bis „sehr
wichtig“ beurteilt. Damit stellen diese Inhalte nicht nur wesentliche Themen für die VERBUNDKommunikation, sondern auch zentrale Angelpunkte für die interne Bearbeitung und Weiterentwicklung dar.
Die befragten Stakeholder wurden zudem gebeten, eine Gewichtung der Ziele des sogenannten
energiepolitischen Dreiecks mit den Spannungsfeldern Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit/
Leistbarkeit sowie Klima- und Umweltschutz vorzunehmen. Die Versorgungssicherheit nahm dabei im
Vergleich zu den beiden anderen Spannungsfeldern den höchsten Stellenwert ein. Die Wirtschaftlichkeit/Leistbarkeit des Energiesystems lag auf dem zweiten Platz, knapp gefolgt vom energiepolitischen

SDG 7

122

GRI 102-49
SDG 12
SDG 13
SDG 15

GRI 102-47
GRI 103-1
GRI 103-2

Ziel des Klima- und Umweltschutzes. Bei den Gewichtungen durch einzelne Stakeholder-Gruppen
zeigten sich deutliche Unterschiede – auch zwischen Österreich und Bayern. Die beschriebenen
Spannungsfelder stellen eine ständige Herausforderung für die verantwortungsvolle Unternehmenssteuerung von VERBUND dar. Die gesamthafte Betrachtung des europäischen Energiesystems ist in diesem Zusammenhang für die Bewertung von nachhaltigen Handlungsoptionen ebenfalls erforderlich.
Die Wesentlichkeitsanalyse wird einmal jährlich von Mitgliedern des Nachhaltigkeitsarbeitsteams,
die in intensivem Kontakt mit unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen stehen, überprüft und weiter
vertieft. Dabei werden auch die sich verändernden Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Die Thematik der Diversität rückt unternehmensintern stärker in den Fokus und wird als Managementansatz mit strategischer Bedeutung weiterentwickelt. VERBUND betrachtet das Diversity Management gesamthaft und widmet sich daher grundsätzlich allen Dimensionen von Verschiedenheit. Im
Sinne der Wesentlichkeit bilden die Dimensionen Alter, Behinderung und Geschlecht bei der Umsetzung von Maßnahmen den Schwerpunkt.
Im Folgenden sind die wesentlichen Themen für VERBUND und die ihnen zugeordneten SDGs sowie
GRI-Angaben dargestellt. Alle wesentlichen Themen sind innerhalb der Organisation relevant.
Wesentliches
VERBUND-Thema/SDG

GRI Standards

Sichere Stromversorgung
(SDG 7, SDG 9, SDG 11)

Sector
Supplements

Zusätzliche Angaben

EU1, EU2,
EU10, EU30

Risiko- und
Krisenmanagement

EU4, EU28,
EU29

Risiko- und
Krisenmanagement
Financial Governance

Wertsteigerung des
Unternehmens
(SDG 7, SDG 8)

GRI 201: Wirtschaftliche Leistung

EU10, EU11,

GRI 203: Indirekte ökonomische
Auswirkungen

EU21

Umwelt- und
Naturschutz
(SDG 6, SDG 15)

GRI 304: Biodiversität

Anzahl der Fischwanderhilfen

GRI 301: Materialien

Anteil der ISO-14001-/
EMAS-zertifizierten Anlagen,
Umweltkosten

GRI 302: Energie
GRI 303: Wasser
GRI 306: Abwasser und Abfall

Klimaschutz
(SDG 13)

GRI 201: Wirtschaftliche Leistung

Kundenbeziehungen
(SDG 12)

GRI 102: Einbindung von
Stakeholdern

EU5

GRI 305: Emissionen
EU3, EU27

Emissionsvermeidung durch
erneuerbare Erzeugung

NFI-BERICHT

Wesentliches
VERBUND-Thema/SDG
Kundenbeziehungen
(SDG 12)

123

GRI Standards/Unterthemen

Sector
Supplements

Zusätzliche Angaben

EU-DMA,
vormals EU8

Anzahl der F&E-Projekte,
jährlicher VERBUND-Aufwand

GRI 416: Kundengesundheit und
-sicherheit
GRI 417: Marketing und
Kennzeichnung
GRI 418: Schutz der Kundendaten

Innovation
(SDG 7, SDG 9, SDG 11,
SDG 17)

Innovation, Forschung und
Entwicklung

Dialog mit Stakeholdern
(SDG 12, SDG 17)

GRI 413: Lokale Gemeinschaften

Verantwortung für
Mitarbeiter
(SDG 3, SDG 4, SDG 8)

GRI 403: Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz

GRI 102: Einbindung von
Stakeholdern

Akademikerquote,
Mitarbeiterbefragung

GRI 102: Organisationsprofil
GRI 201: Wirtschaftliche Leistung
GRI 401: Beschäftigung
GRI 402: Arbeitnehmer-ArbeitgeberVerhältnis
GRI 404: Aus- und Weiterbildung

Beschaffung
(SDG 12)

GRI 308: Umweltbewertung der
Lieferanten
GRI 414: Soziale Bewertung der
Lieferanten

Compliance und
Transparenz
(SDG 16)

EU15

GRI 204: Beschaffungspraktiken

EU18

GRI 205: Korruptionsbekämpfung
GRI 415: Politische Einflussnahme
GRI 206: Wettbewerbswidriges
Verhalten
GRI 406: Gleichbehandlung
GRI 307: Umwelt-Compliance
GRI 419: Sozioökonomische
Compliance

Förderung von Diversität
und Inklusion (SDG 5,
SDG 10)

GRI 405: Diversität und Chancen-

Gesellschaftliches
Engagement
(SDG 1, SDG 4, SDG 11)

VERBUND-Empowerment-Fund der
Diakonie

Anzahl angeschaffter Geräte,
Anzahl durchgeführter
Beratungen

VERBUND-Stromhilfefonds der
Caritas

Anzahl unterstützter Haushalte

VERBUND-Klimaschule,
VERBUND-Stromschule

Anzahl Teilnehmer,
Anzahl Führungen

1

gleichheit1

Bericht zu Informationen bzgl. Lohngleichheit nur im jeweiligen Jahr des Erscheinens des zweijährlichen Einkommensberichts

124

Nachhaltige Themen und Projekte 2018

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen waren auch
2018 Thema bei VERBUND. Eine Nachhaltigkeitsbroschüre mit Schwerpunkt SDGs widmete sich dem
Beitrag von VERBUND zu diesen UN-Zielen. Eine wertvolle Unterstützung zu SDG 7 „Bezahlbare und
saubere Energie“ und SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ leistet zum Beispiel das Projekt
YBBS 2020. Dabei wird das älteste Donaukraftwerk Österreichs, Ybbs-Persenbeug, rundum modernisiert. Besonders hervorzuheben ist auch das Projekt LIFE+ Traisen, das die erfolgreiche Renaturierung
der Traisen-Au und die Wiederansiedlung seltener Tierarten als Ziel hat (SDG 15). Das VERBUNDFrauennetzwerk und die Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ unterstützen Geschlechtergleichheit
(SDG 5) und hochwertige Bildung (SDG 4). Um die UN-Ziele zu erreichen, setzt VERBUND zudem auf
erfolgreiche Partnerschaften (SDG 17), wie zum Beispiel im Rahmen der Klimaschule des Nationalparks
Hohe Tauern.
Beitritt zum UN Global Compact Als sichtbares Zeichen für den Einsatz von VERBUND zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele beschloss der Vorstand den Beitritt zum UN Global Compact.
Dabei handelt es sich um die weltweit größte Initiative für Nachhaltigkeit. Sie setzt sich einerseits für die
Bewusstseinsbildung für die Erreichung der UN-Ziele ein und legt andererseits den Fokus auf zehn von
ihr definierte Prinzipien. Diese Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Antikorruption, wurden bereits von rund 10.000 Unternehmen weltweit unterschrieben. Die
Unterzeichnung durch VERBUND erfolgte Anfang 2019.
CSR-Zertifizierung Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung von VERBUND im Nachhaltigkeitsmanagement wurde im Jahr 2018 ein CSR-Managementsystem implementiert und nach der CSR-Norm
ONR 192500 extern zertifiziert. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsthemen in allen Unternehmensbereichen
systemisch zu verankern und auf Basis des Zyklus von PDCA (Plan-Do-Check-Act – PlanenDurchführen-Prüfen-Handeln) kontinuierlich zu verbessern. So werden die Nachhaltigkeitsgrundsätze
noch stärker in die Geschäftsprozesse integriert und diese Prozesse laufend überwacht und gesteuert.
Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) Der Kapitalmarkt, Ratingagenturen,
Investoren und Banken fordern von Unternehmen verstärkt Transparenz über die Auswirkungen des
Klimawandels auf die Geschäftstätigkeit. Im Mittelpunkt steht die Beurteilung der Resilienz des
Geschäftsmodells gegenüber Risiken aus dem Klimawandel. Um diesem Trend Rechnung zu tragen,
setzt VERBUND auf die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD),
die 2015 vom Financial Stability Board ins Leben gerufen wurde. TCFD hat Leitlinien entwickelt, wie
Unternehmen die finanziellen Auswirkungen des Klimawandels offenlegen können. In einem Workshop wurden Empfehlungen und nächste Schritte für einen mehrjährigen Implementierungsprozess
ausgearbeitet, die sich darauf beziehen, wie VERBUND sukzessive klimabezogene Risiken und Chancen in
die strategische und finanzielle Planung einbeziehen kann.

NFI-BERICHT

125

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit
VERBUND bekennt sich zum Vorsorgeprinzip mit dem Ziel der Vermeidung oder Verringerung von
möglichen Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen.
Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die wesentlichen Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit von VERBUND sowie die Handhabung der damit verbundenen Risiken im Sinne des
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes. Dabei wurden die wesentlichen VERBUNDThemen den folgenden fünf Kategorien zugeordnet: Umweltbelange, Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen werden vom Nachhaltigkeitsarbeitsteam in regelmäßigen
Abständen (mindestens jedes zweite Jahr) bewertet. Die Ergebnisse der Bewertung werden an den
Nachhaltigkeitsrat berichtet. Detailliertere Informationen finden sich in den Kapiteln „Umwelt“, „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gesellschaftliche Verantwortung“, „Menschenrechte“ bzw.
„Lieferkette“.

Umweltbelange:

Umwelt- und Naturschutz, Klimaschutz

Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit

Wesentliche Umweltauswirkungen im Normalbetrieb vor allem durch Beeinflussung
von Lebensräumen durch Wasserkraftwerke in Hinblick auf Gewässermorphologie
und Biodiversität sowie bei thermischen Kraftwerken durch Emissionen in die Luft.

Wesentliche Risiken

Im Normalbetrieb keine wesentlichen Risiken der Anlagen mit potenziell negativen
Auswirkungen auf die Umwelt; durch die rechtskonforme Betriebsführung der
Anlagen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken so gering wie möglich
gehalten.

Handhabung der
Risiken

Zertifizierte Umweltmanagementsysteme; für Extremereignisse (starkes
Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein
Krisenmanagementteam.

Sozialbelange:

Sichere Stromversorgung, Wertsteigerung des Unternehmens,
Kundenbeziehungen, Innovation, Dialog mit Stakeholdern,
gesellschaftliches Engagement

Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit

Systemsicherheit im österreichischen Übertragungsnetz; direkt erwirtschafteter und
verteilter wirtschaftlicher Wert (Löhne und Gehälter, Steuern, Dividenden, Zinsen,
Investitionen); sichere und leistbare Produkte und Dienstleistungen für Kunden;
Berücksichtigung von Anliegen der Anspruchsgruppen; langfristiges
gesellschaftliches Engagement im Sozial- und Bildungsbereich.

Wesentliche Risiken

Ausfall kritischer Infrastruktur; Risiken für Informationssicherheit, Cyber Security
und Datenschutz.

Handhabung der
Risiken

Konzernweite Organisationsstrukturen für Chancen- und Risikomanagement sowie
Krisenmanagement; Umsetzung und Weiterentwicklung von konzernweiten
Managementsystemen für Informationssicherheit und Datenschutz (ISMS/DSMS).

GRI 102-11
GRI 102-15
siehe auch Kapitel
„Chancen- und
Risikomanagement“

126

Arbeitnehmerbelange:

Verantwortung für Mitarbeiter, Förderung von Diversität und Inklusion im
Unternehmen

Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit

Leistungsorientiertes, produktives und unternehmerisches Handeln zur nachhaltigen Absicherung des Kerngeschäfts und Nutzung neuer Geschäftschancen mit dem
Ziel der Erhaltung und idealerweise Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen.

Wesentliche Risiken

Durch ein umfassendes Personalmanagement und die laufende Weiterentwicklung
der hohen Arbeitssicherheitsstandards sowie durch die Erarbeitung von
sozialverträglichen Lösungen (im Fall von Stellenkürzungen) gemeinsam mit der
Belegschaftsvertretung können die Risiken gering gehalten werden.

Handhabung der
Risiken

Konzernweite Managementsysteme für Arbeitssicherheit und betriebliches
Gesundheitsmanagement; Einbindung der Arbeitnehmervertretung;
Personalentwicklung; Diversitätsstrategie und -konzept; Demografie- und
Wissensmanagement; Employer Branding.

Achtung der
Menschenrechte:

Beschaffung, Verantwortung für Mitarbeiter, Förderung von Diversität und
Inklusion im Unternehmen

Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit

Als Unterzeichner des UN Global Compact übt VERBUND einen positiven Einfluss
auf die Geschäftspartner im In- und Ausland aus.

Wesentliche Risiken

Die Aspekte „Gleichbehandlung“ und „Vereinigungsfreiheit“ wurden als
Menschenrechtsthemen im direkten Einflussbereich identifiziert, wobei hier keine
wesentlichen Risiken bestehen.
Durch Beratungstätigkeiten in Schwellenländern besteht das Risiko von
Menschenrechtsverletzungen durch Dritte. Risiken in der vorgelagerten Lieferkette
können nicht gänzlich ausgeschlossen werden, weshalb in der Beschaffung mit
gebührender Sorgfalt vorzugehen ist.

Handhabung der
Risiken

Verhaltenskodex gibt Gleichbehandlung vor; Sanktionen für Verstöße gegen den
Verhaltenskodex sind vorgesehen; Diversity Management fördert die
Gleichbehandlung aller Menschen; Schulungen bezüglich der Unternehmenswerte
werden durchgeführt; Hotspot-Analyse der Lieferkette; regelmäßige Evaluierung
der Konzernrichtlinien und Arbeitsanweisungen für den Bereich Beschaffung,
Geschäftspartner-Integritätsprüfung vor der Zusammenarbeit bei Projekten.

Bekämpfung von
Korruption und
Bestechung:

Compliance und Transparenz

Auswirkungen der
Geschäftstätigkeit

Die Anwendung fairer Geschäftspraktiken hat positive Auswirkungen auf die
Gesellschaft.

Wesentliche Risiken

In der jährlich durchgeführten konzernweiten Compliance-Risikoerhebung werden
wesentliche Korruptionsrisiken erhoben.

Handhabung der
Risiken

Konzernweites Managementsystem für Compliance und unternehmensweites
Chancen- und Risikomanagement, Durchführung von GeschäftspartnerIntegritätsprüfungen, Compliance-Schulungen.

NFI-BERICHT

127

Medienanalyse

Die wichtigsten in den Medien behandelten VERBUND-Themen ergänzen die Inhalte der Berichterstattung. Die Relevanz der einzelnen Themen wird anhand der Anzahl der Beiträge zum jeweiligen
inhaltlichen Schwerpunkt gemessen und ergab für 2018 nachstehendes Bild:
• ÖBAG (vormals ÖBIB)-Beteiligungsportfolio soll künftig u. a. durch VERBUND erweitert werden
• Neubesetzung des VERBUND-Vorstands ab 2019: Wolfgang Anzengruber bleibt Vorsitzender;
Peter Kollmann bleibt CFO; Michael Strugl und Achim Kaspar neu im Vorstand
• Konzernergebnis: positive Entwicklung des Aktienkurses in 2018
• Pilotanlage zur CO2-freien Wasserstoff-Herstellung
• Besuch der H2FUTURE-Anlage
• Hydrogen Initiative
• Green Finance: Nach dem grünen, digitalen Schuldschein begibt VERBUND den weltweit ersten grünen
syndizierten Kredit, dessen Preis während der Laufzeit ausschließlich nach Nachhaltigkeitskriterien
bestimmt wird
• Neue Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Greifenstein
• „klima.schule“: erste Online-Klimaschule von VERBUND und dem Nationalpark Hohe Tauern
• VERBUND lädt zum 50. Geburtstag des Donaukraftwerks Wallsee-Mitterkirchen
• Turbineninspektion beim VERBUND-Donaukraftwerk Ybbs
• Kraftwerk Gries: erste Turbine angeliefert
• Auswirkungen der Trennung der Strompreiszone DE-AT
• Auswirkungen des niederschlagsarmen Sommers auf die Stromerzeugung
Festlegung der Berichtsinhalte

Aus den mithilfe relevanter Stakeholder-Gruppen definierten wesentlichen Themen mit Nachhaltigkeitsbezug, ergänzt um die in der Öffentlichkeit über die Medien diskutierten Themen, stellt VERBUND
jährlich die zu berichtenden nichtfinanziellen Inhalte im Integrierten Geschäftsbericht zusammen. Die
Vollständigkeit der Themenauswahl überprüft VERBUND zusätzlich anhand der vom NaDiVeG und den
GRI-Standards vorgegebenen Belange bzw. Standardangaben.

GRI 102-46

Stakeholder-Dialog

Die Basis für den Unternehmenserfolg von VERBUND bilden die guten Beziehungen zu Kunden,
Mitarbeitern, Anrainern, Geschäftspartnern und Eigentümern sowie zu NGOs und zu Behörden.
VERBUND bemüht sich um einen regelmäßigen Dialog mit einer möglichst großen Zahl von Anspruchsgruppen. Dabei informiert VERBUND auf verschiedenen Wegen über energie- und klimapolitische Entwicklungen, sucht den Diskurs über aktuelle und zukünftige Herausforderungen der
Energiewirtschaft und bietet konstruktive Lösungsvorschläge an. Unternehmerische Entscheidungen
können umso leichter zu guten Ergebnissen führen, je besser die Bedürfnisse und Erwartungen interner
und externer Interessengruppen erkannt und verstanden werden.
Andererseits kann VERBUND auch Know-how in gesamtgesellschaftlich wichtige Prozesse einbringen.
So nahm VERBUND im Jahr 2018 u. a. an den Verhandlungen zum europäischen Legislativpaket „Clean
Energy for all Europeans“ betreffend die zukünftige EU-Energiepolitik teil und beteiligte sich aktiv an
der Erarbeitung einer österreichischen Energie- und Klimastrategie.

GRI 102-43
GRI 102-44
Grundlegendes zum
Stakeholder Management siehe DMA

Details dazu siehe DMA,
Kapitel „Unterstützung
externer Initiativen“

128

Die Planung und Steuerung der Beziehungen zu den VERBUND-Interessengruppen erfolgt zentral in
der Holding. Die operative Umsetzung der Maßnahmen findet je nach Interessengruppe in den Fachbereichen und in den Tochtergesellschaften statt.
GRI 102-43
GRI 103-2
GRI 103-3

Besonders sensibel sind Infrastrukturprojekte, die die Lebensräume von Menschen direkt berühren.
Um die Qualität der Kommunikation bei diesen Projekten sicherzustellen, sind die VERBUND-Prinzipien
in einer Richtlinie festgehalten. Diese Richtlinie ist bei allen öffentlichkeitswirksamen Investitions- und
Bauvorhaben bzw. -projekten, die von VERBUND in Österreich oder im Ausland umgesetzt werden, sowie
bei Gemeinschaftsprojekten einzuhalten. Dabei stellen die frühzeitige und ausführliche Information
der Betroffenen sowie die Einladung zu einem offenen Dialog die zentralen Elemente dar.
VERBUND legt großen Wert darauf, dass die Betroffenen rechtzeitig und in allen Phasen des Projekts
(Planungsphase, Umweltverträglichkeitsprüfung, Bauphase) informiert werden. So wird für jedes
Projekt ein Kommunikationsfahrplan festgelegt, der von der Identifizierung der Betroffenen über den
Zeitplan, die Verantwortlichkeiten bis zum Budget alle Aktivitäten hinsichtlich der Kommunikationsmaßnahmen enthält. Auch große Lieferanten und Generalunternehmer des Projekts werden in die
Projektkommunikation eingebunden.
Die Kontaktperson am Standort eines Projekts für Auskünfte aller Art – von Besichtigungswünschen
über Vorschläge bis zu Beschwerden – ist entweder der regional zuständige Kommunikationsmanager
oder der zuständige Projektleiter, dessen Kontaktdaten in allen Medien genannt werden.
Ausgewählte Stakeholder-Aktivitäten im Jahr 2018

GRI 413-1

Im Rahmen des Stakeholder-Formats „One day at VERBUND“ besuchten im Laufe des Jahres Abg.z.NR
Dr. Therese Niss, MBA, Bereichssprecherin der ÖVP für Digitalisierung, Forschung und Innovation und
eine Delegation der Sektion Umwelt und Wasserwirtschaft des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit
und Tourismus (BMNT) den VERBUND-Hauptsitz. Dabei gab es einen Gedankenaustausch zu aktuellen
energiepolitischen und Wasserkraft-relevanten Themen.
Die bereits etablierten VERBUND-Stakeholder-Formate wurden auch 2018 erfolgreich durchgeführt. Dazu zählten beispielsweise das VERBUND-Energie-Frühstück, der Energie-Club München, der WasserkraftDialog, die Parlamentarischen Dialoge, der Dialog mit Umweltorganisationen und die EU-Energieforen.
Darüber hinaus veranstaltete VERBUND im November 2018 die Präsentation des World Energy Outlook
2018 der Internationalen Energieagentur mit rund 300 Vertretern aus der Wirtschaft, der Politik und der
Energiebranche in Wien.

Für VERBUND stehen seine Stakeholder mit ihren Ideen
und Ansprüchen im Mittelpunkt.

VERBUND steht zudem im laufenden Austausch mit betroffenen Anspruchsgruppen an seinen Standorten. Im gesamten Dialogprozess wurden in den vergangenen Jahren formaljuristische Standpunkte
bewusst in den Hintergrund gerückt. Im Fokus stand die Erarbeitung von Lösungen zur Verbesserung

NFI-BERICHT

129

der Situation. Der konstruktive Dialog kam auch in gemeinsamen Pressegesprächen sowie in mehreren
Bürgerinformationsveranstaltungen zum Ausdruck.
Beim Bauprojekt Gemeinschaftskraftwerk Gries an der Salzach stand die Projektleitung wie im
Vorjahr an Sprechtagen zur Verfügung. In Aussendungen wurde regelmäßig über den Baufortschritt
informiert. Beim Genehmigungsprojekt Töging Neu am bayrischen Inn wurden nach dem gleichen
Muster Sprechstunden und Bürgerinformationsveranstaltungen mit begleitender Medienarbeit durchgeführt.
Beim Pumpspeicherkraftwerk Malta (Mölltal) stand der Leiter der Werksgruppe weiterhin als direkte
Ansprechperson für die Initiative der Anrainer, die sich durch Lärm belästigt fühlen, zur Verfügung. Die
dortigen Schallmaßnahmen zeigen erste Verbesserungen, weitere Optimierungen sind geplant. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Kraftwerks lud VERBUND am 16. September 2018 zu einem Tag der
offenen Tür mit 3.500 Besuchern ein.
Im Zuge der Fertigstellung der Fischwanderhilfe Greifenstein veranstaltete VERBUND am Standort ein
Nachbarschaftsevent. Weitere Nachbarschaftsveranstaltungen fanden in den Kraftwerken Villach
(Kärnten) und Kaprun (Salzburg) statt. Beim Tag der offenen Tür im Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen
(6. Juni 2018) konnte VERBUND 5.500 Besucher begrüßen. Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung präsentierte VERBUND zusammen mit der Gemeinde Kirchberg am Wagram die geplante
Fischwanderhilfe beim Donaukraftwerk Altenwörth. Kombiniert wird diese Fischwanderhilfe mit Maßnahmen zur Verbesserung des Altarms Altenwörth in Kooperation mit der Gemeinde. Baubeginn ist
voraussichtlich im Herbst 2019.
Interessenvertretung

setzte sich auch 2018 intensiv mit den regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf EUEbene als auch in Österreich und Deutschland auseinander.
Die wesentlichen Themen im Berichtsjahr neben den Bemühungen um die Aufrechterhaltung der
deutsch-österreichischen Preiszone waren: die Verhandlungen zum Clean Energy Package der EUKommission, die Vorschläge zur Dekarbonisierung des Transports sowie zur Förderung der E-Mobilität,
die Erarbeitung der österreichischen Energie- und Klimastrategie #mission2030, die Vorbereitungen für
das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das Umweltpaket des BMNT sowie das Standortentwicklungsgesetz,
das Thema Sektorkopplung sowie die Incentivierung von grünem Wasserstoff.
Weitere Informationen zur Interessenvertretung, den Mitgliedschaften und der Unterstützung von
externen Initiativen durch VERBUND sind im Dokument „Disclosures on Management Approach“ (DMA)
zu finden.

VERBUND

VERBUND-Positionen zu
wichtigen Themen
siehe unter
www.verbund.com >
Über VERBUND>
Unternehmen >
Interessenvertretung

130

Compliance
Compliance-Management-System, Verhaltenskodex
GRI 102-17
GRI 103-1
GRI 103-2
Der VERBUNDVerhaltenskodex ist unter
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Unternehmen >
Unternehmensleitbild
abrufbar

Weitere Informationen
zum ComplianceManagement-System
finden sich im DMA

Als Ausdruck seiner Unternehmensethik hat sich VERBUND zum Ziel gesetzt, faire und transparente sowie
nachhaltige Geschäftspraktiken anzuwenden. Aus diesem Grund wurde bereits vor einigen Jahren ein
konzernweites Compliance-Management-System (CMS) eingerichtet, welches auf dem Verhaltenskodex
von VERBUND basiert und unterstützend dazu beitragen soll, diesen umzusetzen und Vorschriften einzuhalten.
Die Compliance-Richtlinien präzisieren den Verhaltenskodex und sehen eine ComplianceOrganisation für den gesamten VERBUND-Konzern vor. Diese Organisation wird von einem konzernweiten Compliance-Team mit einem hauptamtlichen Chief Compliance Officer an der Spitze getragen.
Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßig schriftliche Compliance-Berichte und bei Bedarf mündliche Ad-hoc-Berichte.
An der Weiterentwicklung des CMS wurde auch im Geschäftsjahr 2018 aktiv gearbeitet. Dieser Prozess wurde insbesondere durch verstärkte Kommunikationsmaßnahmen, wie z. B. standardisierte
Compliance-Gespräche, sowie durch einen ständigen Erfahrungsaustausch und externe Beratungen
unterstützt.
Compliance-Risikoerhebung

GRI 205-1
SDG 16

Auch im Jahr 2018 wurde eine konzernweite systematische Compliance-Risikoerhebung durchgeführt.
Als Risikoeigner waren alle Bereiche der Holding sowie die wesentlichen konsolidierten Tochtergesellschaften eingebunden. Sie bewerteten anhand eines aktualisierten standardisierten Fragebogens die
Compliance-Risikofelder qualitativ nach den Kriterien Wesentlichkeit, Eintrittswahrscheinlichkeit und
Reifegrad der bestehenden Maßnahmen.
Im Anschluss an die Auswertung der Ergebnisse dieser Risikoanalysen wurde unter Anwendung
eines risikoorientierten Ansatzes eine Gesamtbetrachtung vorgenommen. Diese bildete die Grundlage für die Definition jener Risikofelder, für die schwerpunktmäßig konkrete, zielgerichtete
Compliance-Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um potenzielle Schäden für das Unternehmen zu vermeiden. Die Ergebnisse der Compliance-Risikoerhebung flossen in das Konzernrisikomanagement ein. Im Zuge dessen fand im Berichtsjahr eine intensive Befassung der Unternehmensorgane mit Compliance-Risiken statt. Ein jährliches Update der Risikoerhebungen ist
vorgesehen.
Auf diese Weise wurden im Jahr 2018 insbesondere auch die Korruptionsrisiken in allen Teilen des
Konzerns geprüft und dokumentiert. Die Ergebnisse zeigten keine erheblichen Korruptionsrisiken
für VERBUND.
Schulung, Beratung und Information

GRI 205-2

Im Vordergrund des CMS von VERBUND stehen präventive Maßnahmen. In diesem Sinn bildeten auch
im Jahr 2018 Schulungen und Vorträge, zahlreiche individuelle Beratungen sowie Auskünfte zu konkreten Fragen wichtige Schwerpunkte der Compliance-Arbeit von VERBUND. Zu allen rund 320 Anfragen
erteilten der Chief Compliance Officer und die Compliance-Beauftragten der Konzerngesellschaften
persönlich, telefonisch oder per E-Mail Auskunft über das korrekte Verhalten. Häufigste Themen dabei
waren: Einladungen, Teilnahmen an Veranstaltungen, Geschenke und andere Zuwendungen sowie die

NFI-BERICHT

131

Behandlung von vertraulichen Informationen. Daran zeigte sich, wie sensibel Führungskräfte sowie
Mitarbeiter mit Compliance-Themen bei VERBUND umgehen.
Um die Sicherheit im Umgang damit weiter zu stärken, wurden die Compliance-Regelungen in einem
gezielten Schulungsprogramm im gesamten Konzern behandelt. Der Chief Compliance Officer hielt im
Berichtsjahr 18 Präsenzschulungen ab. Neben allgemeinen Compliance-Schulungen (insbesondere für
neue Mitarbeiter und neue Führungskräfte) gab es in allen Holdingbereichen und für die Vorstandsassistenz eine Reihe von Veranstaltungen zur neuen Finanzmarkt-Compliance-Richtlinie. Dabei wurde
auch auf Fragen der Informationssicherheit und des Umgangs mit Unternehmensinformationen ein
verstärktes Augenmerk gelegt. Zusätzlich hielten die Compliance-Beauftragten in den Tochtergesellschaften 51 Präsenzschulungen ab.
Eine wesentliche Säule des Schulungsprogramms im Berichtsjahr bildete zudem das E-LearningProgramm im Intranet, welches zwei Compliance-Kurse zu den Themen Antikorruption und Finanzmarkt-Compliance enthält. Alle Führungskräfte des Konzerns sowie alle Mitarbeiter der Holding und
aus besonders betroffenen Bereichen (z. B. dem Key Account Management, dem Handel und dem
Einkauf) sind verpflichtet, jährlich die entsprechenden Onlinebefragungen zu absolvieren. Die positive
Absolvierung dieser Befragungen wurde im Berichtsjahr erstmals als Compliance-Ziel in die Zielvereinbarungen aller Führungskräfte des Konzerns aufgenommen. Im Lauf des Jahres wurde weiters
gemeinsam mit der Ausbildungsabteilung ein neues E-Learning-Programm erarbeitet. Die ersten Teile
davon – die Kurse Compliance-Grundlagen und Antikorruption – konnten bereits zum Jahresende 2018
ausgerollt werden.
VERBUND informiert nicht nur intern sämtliche Organe und Mitarbeiter über Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, sondern über seine Website auch alle externen Stakeholder.
An Lieferanten werden zusätzlich Compliance- und Antikorruptionsthemen über die elektronische
Lieferantenplattform ASTRAS sowie in den Allgemeinen Bestellbedingungen kommuniziert.
Geschäftspartner-Integritätsprüfungen

Mit der konzernweiten Implementierung von standardisierten Geschäftspartner-Integritätsprüfungen
werden bei VERBUND Integritätsrisiken aktiv gesteuert. Neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
steht dabei die Sicherstellung der Unternehmensreputation im Vordergrund. Bei den Integritätsprüfungen werden geeignete Informationen systematisch und effektiv gesammelt. Die Analyseergebnisse
unterstützen die umfassendere Beurteilung von Geschäftspartnern. Der Prozess und die Inhalte der
Geschäftspartner-Integritätsprüfungen wurden im Berichtsjahr 2018 weiterentwickelt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es zu keiner Beendigung von Verträgen mit Geschäftspartnern
aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption.
Korruptionsprävention, Compliance-Vorfälle

Die Vermeidung von Compliance-Vorfällen ist das Ziel von VERBUND. Daher spielt die Korruptionsprävention eine wesentliche Rolle im CMS unseres Unternehmens. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr
gab es aufgrund dessen auch eine umfangreiche interne Kommunikation und eine Reihe von Schulungsmaßnahmen zum Thema Korruptionsprävention. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1.926 Personen (das sind rund 69 % aller Konzernmitarbeiter inkl. Führungskräften) zum Thema Antikorruption
geschult. Von den Führungskräften absolvierten 70 Personen (das sind 100 %) die Schulungen. Für den

GRI 205-3

132

GRI 205-3

GRI 406-1

GRI 415-1, GRI 102-25
Weitere Informationen
dazu finden sich im
Corporate Governance
Bericht
SDG 16

Aufsichtsrat fand neben den Informationen über die Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung im Jahr 2018 keine zusätzliche Schulung statt.
Bei der Umsetzung der Antikorruptionsrichtlinie achtet der Chief Compliance Officer insbesondere
auf die genaue Einhaltung der Regelungen zur Annahme und Gewährung von Zuwendungen, Geschenken und Einladungen. Er überprüft, ob die vorgeschriebenen Wertgrenzen und Genehmigungsvorbehalte eingehalten und die verpflichtenden Dokumentationen geführt werden. Dabei wird er von
den Beauftragten in den Konzerngesellschaften unterstützt. Im Jahr 2018 gab der Chief Compliance
Officer in rund 70 Fällen die Annahme oder Gewährung von Einladungen und die Teilnahme an Veranstaltungen frei bzw. lehnte diese in einigen wenigen Fällen ab.
Fünf möglicherweise Compliance-relevante Verdachtsfälle wurden 2018 aus dem Konzern gemeldet
und eingehend untersucht. Als Folge kam es in zwei Fällen zu Belehrungen, in einem anderen Fall
wurde das Beschäftigungsverhältnis gelöst, in den restlichen Fällen wurden keine Verstöße festgestellt.
Fälle von Korruption wurden nicht festgestellt, und es gab auch keine entsprechenden Klagen.
Im Jahr 2018 wurden weiters drei Verdachtsfälle von Diskriminierung an die Diversity und Inclusion
Managerin gemeldet. In allen drei Fällen wurden die Sachverhalte geprüft. Nach Gesprächen mit den
Betroffenen bzw. Beteiligten wurden Lösungen für die Betroffenen erarbeitet.
VERBUND ist offen für den Dialog mit allen politischen Parteien und deren Organisationen. Dieser
Grundsatz umfasst jedoch nicht die Unterstützung von politischen Parteien und Abgeordneten oder
von Kandidaten im Wahlkampf. VERBUND leistet keine finanziellen Zuwendungen an politische Parteien,
politische Vorfeldorganisationen oder politische Funktionsträger.

Finanzmarkt-Compliance, Marktmissbrauchsrecht

Zur Erfüllung des EU-Marktmissbrauchs- und Insiderrechts sowie der österreichischen Bestimmungen
wie insbesondere des Aktien- und Börserechts verfügt VERBUND seit vielen Jahren über ein umfangreiches Regelwerk und eine interne Organisation. Damit soll die missbräuchliche Verwendung von
Insiderinformationen verhindert werden.
Nach der Aufhebung der Emittenten-Compliance-Verordnung wurde im Berichtsjahr die Konzernrichtlinie Finanzmarkt-Compliance überarbeitet und neu gefasst. Anschließend wurden die Änderungen in einem intensiven Schulungs- und Informationsprogramm kommuniziert. Auch der Vorstand
und der Aufsichtsrat wurden entsprechend informiert und gleichzeitig an die Vorschriften betreffend
Eigengeschäfte von Führungskräften erinnert. Mit den Konzerngesellschaften wurden neue Geheimhaltungsvereinbarungen abgeschlossen.
Legal Compliance
GRI 417-3

Aufgrund behaupteter unlauterer Werbemaßnahmen in Bezug auf eine Preisvergleichswerbung und die
Werbung mit „Gratis-Strom und Gas“ hat ein Mitbewerber eine Unterlassungsklage samt Antrag auf
Erlassung einer Einstweiligen Verfügung beim Handelsgericht Wien gegen die VERBUND AG eingebracht. Die Klage wurde am 14. Dezember 2018 zugestellt; dagegen wurde rechtzeitig die Klagebeantwortung eingebracht.

NFI-BERICHT

133

Hinsichtlich folgender Angaben der Standards der Global Reporting Initiative gab es im Berichtsjahr
keine Verfahren bzw. Verstöße oder Beschwerden bei VERBUND: GRI 206-1 (Rechtsverfahren aufgrund
von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung), GRI 416-2 (Verstöße im
Zusammenhang mit Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen), GRI 417-2 (Verstöße gegen Vorschriften zur Kennzeichnungspflicht), GRI 418-1 (Begründete Beschwerden über Verletzung des Datenschutzes) und GRI 419-1 (Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich).

GRI 206-1
GRI 416-2
GRI 417-2
GRI 418-1
GRI 419-1

Über weitere Verfahren im Zusammenhang mit der Restrukturierung des thermischen Kraftwerksbereichs wird im Kapitel „Alle sonstigen Segmente“ berichtet. Informationen über die Aufarbeitung der
Hochwässer an den Flüssen Donau und Drau und über diesbezügliche Verfahren finden sich im Kapitel
„Erneuerbare Erzeugung“. Informationen zu GRI 307-1 (Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen
und -verordnungen) finden sich im Kapitel „Umwelt“.

GRI-307-1

Umwelt
verpflichtet sich in allen seinen Tätigkeitsbereichen zu einem verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Mit dem VERBUND-Umweltleitbild und einer konzernweit gültigen
Regelung zum Umweltmanagement wird sichergestellt, dass die Anforderungen von internen und
externen Stakeholdern an ein professionelles Umweltmanagement berücksichtigt werden.
Die Executive Order „Umwelt“ und weitere Umweltregelungen definieren den Rahmen für die systematische Planung, Durchführung, Bewertung und Berichterstattung der Umweltleistungen von VERBUND.
Die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen, national und international anerkannter Regulierungen und
darüber hinausgehender unternehmenseigener Standards wird durch die im Umweltmanagement
vorhandenen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten sichergestellt. Dazu wurden ein Entscheidungsgremium auf oberster Managementebene und ein Arbeitsteam mit internen Umweltexperten
eingerichtet.
Internationale Standards wie die GRI-Standards und das Greenhouse Gas Protocol bilden die Basis für
die konzernweite Erhebung und Berichterstattung der VERBUND-Umweltdaten. Detailinformationen zu den
dabei verwendeten Standards und Faktoren können bei VERBUND im Investor Relations- und im Nachhaltigkeitsbereich angefordert werden.
VERBUND

GRI 103-2
Weitere Informationen
zum Managementansatz
siehe DMA und unter
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Verantwortung >
Umwelt
SDG 16

Umweltauswirkungen

Sowohl die positiven als auch die nachteiligen Umweltauswirkungen unseres Erzeugungsportfolios und
unserer Tätigkeiten sind seit Beginn an zentrales Thema des VERBUND-Umweltmanagements. Mit der
Umstellung auf die Revision 2015 der Norm ISO 14001 wurden die Analyse des Kontexts der Organisation sowie das risiko- und chancenbasierte Denken als ergänzende Schwerpunkte der Norm in den
Fokus gerückt.
Die wesentlichen nachteiligen Umweltauswirkungen von VERBUND liegen im Normalbetrieb vor allem
in zwei Bereichen: in der Beeinflussung von Lebensräumen durch die Wasserkraftwerke in Hinblick auf
die Gewässermorphologie und die Biodiversität sowie bei den thermischen Kraftwerken durch Emissionen in die Luft. Dabei gehen von den VERBUND-Anlagen keine wesentlichen Risiken mit potenziell

GRI 103-1
GRI 103-3

Siehe auch
DMA, Kapitel
„Krisenmanagement“

134

negativen Auswirkungen auf die Umwelt aus. Durch die rechtskonforme Betriebsführung der
Anlagen hält VERBUND die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken zusätzlich so gering wie möglich.
Für Extremereignisse (starkes Hochwasser, Erdbeben etc.) gibt es konkrete Notfallpläne und ein
Krisenmanagementteam.
Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen
Alle ISO-14001Zertifikate und Umwelterklärungen unter
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Verantwortung >
Umwelt >
Umweltzertifizierungen

hat bei Erzeugungs- und Netzanlagen sowie großen Verwaltungsstandorten Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 implementiert. Im Jahr 2018 wurde die Umstellung auf die
Revision 2015 der Norm konzernweit abgeschlossen. Die thermischen Erzeugungsanlagen in Mellach
sind zusätzlich nach der EMAS-Verordnung validiert. Für diese Anlagen wird jährlich eine eigene Umwelterklärung auf der VERBUND-Webseite veröffentlicht. Neue Anlagen werden nach Inbetriebnahme
möglichst rasch in das Umweltmanagementsystem eingebunden und beim darauffolgenden Audit in
den Geltungsbereich des Zertifikats aufgenommen.
VERBUND

Standorte mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS
Anteil zertifizierte Standorte1
Summe der zertifizierten Standorte
1

Einheit

2016

2017

2018

%

93

100

100

Anzahl

187

198

198

Standorte der vollkonsolidierten Gesellschaften, ausgenommen Windkraft, wenn die betriebsführende Gesellschaft zertifiziert ist, sowie Standorte mit < 51 % VERBUND-Anteil,

bei denen die Betriebsführung durch einen anderen Miteigentümer wahrgenommen wird; Stand zum 31.12. des Jahres

Energieeinsatz
GRI 302-1
GRI 302-3
Weitere Informationen
zum Energieeinsatz siehe
DMA und NFI-Download
SDG 12
SDG 13

Der Energieeinsatz aus Brenn- und Treibstoffen bei VERBUND verringerte sich im Jahr 2018 aufgrund des
verminderten Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Vergleich zu 2017 um 23 %. Der Einsatz von
Steinkohle in den thermischen Kraftwerken von VERBUND blieb dabei mit rund 8 Mio. Gigajoule (GJ) –
das entspricht in etwa 313 Tausend Tonnen (t) – unter dem Vorjahresniveau. 2018 wurde mit 6,3 Mio. GJ
in etwa ein Drittel weniger Erdgas eingesetzt als 2017 (2017: 9,9 Mio. GJ). Der Anteil des Energieeinsatzes aus Diesel und Benzin betrug nur 0,4 % der insgesamt eingesetzten Brenn- und Treibstoffe.
Der Strombezug bei VERBUND umfasst den Netzbezug für Verwaltung, Kraftwerke, Pumpen und Netzanlagen. Im Jahr 2018 wurde 15 % weniger Strom für den Pump- und Wälzbetrieb und zum Ausgleich
der Netzverluste als im Geschäftsjahr 2017 bezogen.
Der gesamte Energieverbrauch innerhalb von VERBUND belief sich 2018 auf 24,3 Mio. GJ. Die Energieintensität – der Energieeinsatz innerhalb des Konzerns pro erzeugter Menge Strom und Fernwärme –
verbesserte sich 2018 auf 0,21 (2017: 0,25).

NFI-BERICHT

135

Materialeinsatz

An Materialien kommen bei VERBUND Hilfs- und Betriebsstoffe für die Rauchgasreinigung und die
Energieerzeugung in den Kraftwerken sowie in den Netzanlagen zum Einsatz. Ein geringer Teil der
eingesetzten Materialien entfällt auf den Papierverbrauch in der Verwaltung. Der gesamte Materialbedarf sank 2018 um 8 %. Dieser Rückgang ist vor allem auf die verringerte thermische Erzeugung aus
Erdgas zurückzuführen, obwohl im Gas-Kombikraftwerk Mellach im Vergleich zum Steinkohlekraftwerk
nur geringe Mengen an Hilfs- und Betriebsstoffen eingesetzt werden.
Kennzahlen Erzeugung, Energie- und Materialeinsatz
Einheit

2016

2017

2018

GWh

31.995

32.866

31.130

%

96

93

95

GWh

910

943

813

Erzeugung
Stromerzeugung (netto, gesamt)1
Anteil erneuerbare Erzeugung
Fernwärmeerzeugung (netto)
Direkter Energieeinsatz2
Brenn- und Treibstoffe aus
nicht erneuerbaren Quellen gesamt

GJ

12.627.730

18.589.109

14.277.037

Steinkohle

GJ

8.113.591

8.665.864

7.871.731

Erdgas

GJ

4.463.574

9.869.333

6.350.795

Treibstoffe (Diesel und Benzin)

GJ

50.565

53.912

54.511

GJ

16.509

18.121

10.327

Brenn- und Treibstoffe aus
erneuerbaren Quellen gesamt
Strom (Netzbezug)

3

GJ

8.850.619

11.687.568

9.988.934

Fernwärme (Netzbezug)

GJ

6.205

6.988

6.605

Energieverbrauch innerhalb des
Unternehmens gesamt

GJ

21.501.062

30.301.786

24.282.903

GWh/GWh

0,18

0,25

0,21

t

5.658

5.874

5.429

Einsatz Hilfs- und Betriebsmittel

t

5.634

5.851

5.409

Einsatz Kopierpapier

t

24

23

20

Energieintensität – Energieeinsatz
pro erzeugter Menge Strom und
Fernwärme
Einsatz Materialien gesamt

1

2

inkl. Bezugsrechten // Eigener Energieeinsatz in allen Geschäftsbereichen. Die Mengenangaben beziehen sich auf den Anlieferungszustand, d. h. bei Biomasse auf feuchtes

Material. Berechnung für Brenn- und Treibstoffe erfolgt auf Basis der Heizwerte. „Brenn- und Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen“ ab 2018: nur mehr Klärschlamm, ohne
biogene Anteile von Treibstoffen, diese inkludiert in „Treibstoffe“// 3 aus dem Netz bezogene Menge für Kraftwerksbetrieb, Pumpaufwand, Verwaltung und Netzverluste,
d. h. Strombezug der Austrian Power Grid AG (APG) für das gesamte von der APG betriebene Übertragungsnetz (alle Netzebenen)

GRI 301-1
Weitere Informationen
zum Materialeinsatz
siehe DMA und
NFI-Download

136

Treibhausgasemissionen
GRI 305-1
GRI 305-2
GRI 305-3
GRI 305-4
Mehr zu
THG-Emissionen siehe
DMA und NFI-Download
sowie im
CDP-Klimarating
SDG 3
SDG 13
TCFD

Die Erzeugung von Strom aus Wasser- und Windkraft ist frei von direkten Emissionen. VERBUND-Kunden
tragen damit sowohl zur Vermeidung von Emissionen als auch zum SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ bei.
Aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energieträger an der Erzeugung (95 %) zählt VERBUND zu
den umweltfreundlichsten Energieunternehmen in Europa. Die Konzentration auf die Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien ist entscheidend für die Reduktion und Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Entsprechend dem Klimaschutzabkommen von Paris aus 2015 wird weltweit die Reduktion
der THG-Emissionen auf ein Niveau angestrebt, welches die globale Erwärmung unter 2 Grad (besser
noch unter 1,5 Grad) beschränken soll. Das Ziel von VERBUND, die THG-Emissionen ausgehend vom
Basisjahr 2011 (5 Mio. t CO2e) bis zum Jahr 2021 um 90 % zu reduzieren, umfasst Scope 1, Scope 2
marktbasiert und Scope 3 energiebezogene Aktivitäten und Flugreisen. Dieses Ziel wurde im Oktober 2016 von der Science-Based-Targets-Initiative als wissenschaftsbasiert bestätigt – d. h. es entspricht
den globalen Vorgaben.
Kennzahlen Emissionen
Einheit

2016

2017

2018

Treibhausgasemissionen (absolut)1
Gesamte Treibhausgasemissionen
(Scope 1, 2 marktbasiert, 3)2

kt CO2e

1.536

2.048

1.692

Scope 1 direkte Emissionen

kt CO2e

1.007

1.358

1.070

Scope 2 indirekte Emissionen
(marktbasiert)

kt CO2e

273

312

284

Scope 2 indirekte Emissionen
(standortbasiert)

kt CO2e

342

452

411

Scope 3 weitere indirekte
Emissionen

kt CO2e

255

378

338

g/kWh

31

41

34

25.457

23.666

22.411

Treibhausgasemissionen
(spezifisch)1, 3
Scope-1-Emissionen, bezogen auf
Gesamtstromerzeugung
Emissionsvermeidung durch
erneuerbare Erzeugung4
1

kt CO2

vorläufige Daten vor ETS-Prüfung // 2 2016 und 2017: Korrektur aufgrund von Neuberechnung der marktbasierten Scope-2-Emissionen // 3 Gesamtstromerzeugung inkl.

Bezugsrechten ohne Berücksichtigung der erzeugten Fernwärme // 4 Berechnung anhand des Anteils thermischer Erzeugung auf Basis ENTSO-E-Mix

Bei den direkten THG-Emissionen in Scope 1 in Höhe von 1,1 Mio. t werden alle CO2- und SF6Mengen berücksichtigt. Diese Menge war 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 21 % geringer. Den größten
Anteil an den Scope-1-Emissionen hatten mit mehr als 99 % die CO2-Emissionen aus dem Einsatz der
Brennstoffe in thermischen Kraftwerken. Weniger als 1 % wurde durch den Verbrauch von Treibstoffen
im VERBUND-Fuhrpark sowie durch SF6-Emissionen aus Netzanlagen verursacht. Diese Mengen an direkten Emissionen aus Treibstoffen und SF6-Emissionen werden auch ohne den Einsatz thermischer Kraftwerke weiterhin entstehen.

NFI-BERICHT

137

Weitere geringe Mengen direkter Emissionen stammen aus der Mitverbrennung von Klärschlamm und
sind daher biogenen Ursprungs. Diese biogenen Emissionen werden extra im NFI-Download berichtet.
Bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern kommt es hingegen zu keinen direkten
Emissionen.
Indirekte Emissionen aus dem Strombezug in Scope 2 werden ab dem Jahr 2017 gemäß GRI-Standard
mit zwei unterschiedlichen Werten angegeben: mit einem standortbasierten und einem marktbasierten
Wert.
Der standortbasierte Wert wird mit dem CO2-Emissionsfaktor des lokalen Stromnetzes berechnet.
Dieser Wert kann sich daher nur über die Menge des bezogenen Stroms und/oder über Veränderungen
in der europäischen Erzeugungslandschaft ändern. 2018 lag der standortbasierte Wert von VERBUND bei
0,41 Mio. t CO2e (2017: 0,45 Mio. t).
Der marktbasierte Wert hingegen kann durch gezielten Bezug von Strom aus der Erzeugung mit geringeren Emissionen pro bezogener kWh reduziert werden. VERBUND setzt seit mehreren Jahren für den
Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken ausschließlich Strom mit Herkunftsnachweisen aus 100 % erneuerbarer Energie ein und konnte so seine marktbasierten Emissionen stark reduzieren. Im Vergleich
zu den Vorjahren ist der Wert gleichbleibend niedrig und lag 2018 gesamt bei 0,28 Mio. t CO2e (2017:
0,31 Mio. t).
Weitere indirekte Emissionen in Scope 3 von 0,34 Mio. t CO2e (2017: 0,38 Mio. t CO2e) umfassen
vor- und nachgelagerte Emissionen in der Wertschöpfungskette von VERBUND. So berichtet VERBUND
Upstream-Emissionen in Scope 3 in den relevanten Kategorien „Kraftstoff- und energiebezogene
Aktivitäten“ (wie z. B. Upstream-Emissionen aus der Produktion und dem Transport der Brennstoffe)
und „Geschäftsreisen“. Bei den Downstream-Aktivitäten werden die nachgelagerten Emissionen aus der
Verbrennung von Erdgas bei Kunden berichtet, die von VERBUND kompensiert werden.

VERBUND forciert klimafreundliche Technologien und

fördert den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Die Gesamtsumme der THG-Emissionen (Scope 1– 3, mit Scope 2 marktbasiert) sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 17 % auf rund 1,7 Mio. t CO2e (2017: 2,0 Mio. t CO2e). Von diesem Wert entfallen
63 % (1,1 Mio. t CO2e) auf THG-Emissionen in Scope 1, 17 % (0,28 Mio. t CO2e) auf Scope 2 marktbasiert
und 20 % (0,34 Mio. t CO2e) auf Scope 3.
Das strategische Ziel von VERBUND ist es, bis 2020 die VERBUND-spezifischen direkten THG-Emissionen
(Scope 1) unter 10 g CO2e pro kWh Gesamtstromerzeugung zu senken. Im Jahr 2018 lag dieser Wert nur
mehr bei 34 g CO2e/kWh. VERBUND liegt damit schon jetzt weit unter dem spezifischen Wert für direkte
THG-Emissionen des österreichischen Produktionsmix 2017 mit 148 g CO2/kWh und noch weiter unter
dem deutschen Wert mit 488 g CO2/kWh. Diese Ergebnisse zeigen, wie erfolgreich VERBUND auf seinem
Weg zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung ist.

138

Emissionsvermeidung durch erneuerbare Erzeugung

Durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bei VERBUND – anstelle der thermischen
Erzeugung – wurden im Berichtsjahr 22 Mio. t CO2 vermieden. Die Berechnung erfolgte auf Basis des
durchschnittlichen Emissionswerts der thermischen Erzeugung nach ENTSO-E.
Emissionen in die Luft
GRI 305-7
Weitere Informationen
siehe DMA
SDG 13

Die Tabelle „Kennzahlen Emissionen“ zeigt die Emissionen in die Luft aus unseren Wärmekraftwerken
als absolute Werte. Der verringerte Einsatz des Gas-Dampf-Kombinationskraftwerks Mellach führte zu
einer Reduktion der Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) um etwa ein Drittel und von Stickstoffoxiden (NOx) um etwa 17 %. Die Schwefeldioxid- und Staubemissionen aus dem Betrieb des Steinkohlekraftwerks Mellach blieben in vergleichbarer Höhe.
Emissionen in die Luft
Einheit

2016

2017

2018

CO

t

41

84

58

SO2

t

142

129

140

NOX

t

495

605

515

Staub

t

6

12

14

Naturschutz und Biodiversität
Mehr zum Thema
„Biodiversität“
siehe DMA und unter
www.verbund.com;
www.life-traisen.at;
www.life-netzwerkdonau.at
GRI 304-1
SDG 15

Unsere Kraftwerks- und Netzanlagen liegen teilweise in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten. Informationen zur geografischen Lage sind auf dem österreichischen und bayrischen Geodatenportal zu
finden.
Aktuelle Beispiele für Investitionen in Ökologie und Artenvielfalt – wie der Bau von Fischwanderhilfen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern und Renaturierungsmaßnahmen
an Gewässern – finden sich im Kapitel „Erneuerbare Erzeugung“. Die vielfältigen bereits umgesetzten
und noch geplanten Maßnahmen von VERBUND in den Bereichen Naturschutz und Biodiversität werden
auf den Webseiten der jeweiligen LIFE-Projekte und auf der VERBUND-Website beschrieben.
2018 wurden weitere Fischwanderhilfen bei den Kraftwerken Greifenstein an der Donau und Edling
an der Drau in Österreich und beim Kraftwerk Wasserburg am Inn in Bayern fertiggestellt. Damit sind
nun insgesamt 53 Fischwanderhilfen in Betrieb.
Kennzahlen Naturschutz und Biodiversität
Einheit

2016

2017

2018

Anlagenflächen in Natura- 2000-Gebieten

ha

2.746

2.793

2.808

Anlagenflächen in Ramsar-Gebieten

ha

620

646

646

Anlagenflächen in Nationalparks

ha

68

68

68

Anlagenflächen in Naturschutzgebieten

ha

1.403

1.378

1.378

Anzahl

47

50

53

Anlagenflächen in Schutzgebieten

Fischwanderhilfen 1
1

Korrektur der Anzahl 2016 und 2017 aufgrund geänderter Zählweise: Fischwanderhilfen, die das Querbauwerk umgehen. Nicht erfasst: Anbindungen von Nebenflüssen,

Altarmen o.Ä.

NFI-BERICHT

139

Wasserinput und -output

Die Wasserentnahmen an den VERBUND-Standorten waren im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um
17 % geringer. Etwa 94 % der Gesamtwassermenge wurde als Kühlwasser in den VERBUND-Wärmekraftwerken verwendet. Dieser Anteil wird aus Oberflächengewässern entnommen und chemisch unverändert wieder dorthin abgegeben.
Details zu den weiteren Wasserabgaben aus thermischen Kraftwerken – wie angewandte Behandlungsverfahren und die Wasserqualität inklusive der Betrachtung der einzuhaltenden Grenzwerte –
werden in der jährlichen Umwelterklärung veröffentlicht.

GRI 303-1
GRI 303-1 EU-ADD
GRI 306-1
SDG 6

Kennzahlen Wasserinput und -output
Einheit

2016

2017

2018

3

153.822

211.374

173.934

aus Oberflächengewässern

1.000 m3

143.423

201.973

164.261

aus Grund- und Brunnenwasser

1.000 m3

10.294

9.299

9.556

Wasserentnahme nach Quellen gesamt

1.000 m

3

106

102

118

1.000 m3

153.822

211.374

173.934

Abgabe von Kühlwasser aus
Wärmekraftwerken in Oberflächengewässer

1.000 m3

141.645

200.331

162.697

sonstige Wasserabgaben

1.000 m3

12.177

11.043

11.237

aus öffentlicher Wasserversorgung
Wasserabgabe gesamt

1.000 m

Abfälle und Nebenprodukte

Die insgesamt zur Behandlung oder Entsorgung übergebene Abfallmenge lag im Jahr 2018 bei
ca. 63.000 t (2017: 84.000 t). Der höchste Anteil entfiel mit 55 % auf nicht gefährliche Abfälle aus
Projekten, die vorwiegend auf Entsorgungen im Zuge von Bautätigkeiten im Jahr 2018 zurückzuführen
waren. Etwa 18 % waren sonstige nicht gefährliche Abfälle aus dem laufenden Betrieb. Der Anteil der
gefährlichen Abfälle an der Gesamtabfallmenge lag wie im Vorjahr bei nur 2 %.
Der Anteil des Rechenguts betrug im abgeschlossenen Geschäftsjahr 26 %. Diese Abfallmenge ist vor
allem von der Wasserführung und den Hochwasserereignissen im Berichtszeitraum abhängig. Sie wird
nicht durch den Kraftwerksbetrieb verursacht und ist von VERBUND weder zu verhindern noch zu
beeinflussen.
In den Wärmekraftwerken von VERBUND fallen Reststoffe wie Asche und Gips an, die als Nebenprodukte gemäß Abfallwirtschaftsgesetz qualifiziert sind und als Sekundärrohstoffe verwertet werden.
2018 lag die Menge an Nebenprodukten mit ca. 42.000 t in etwa 17 % unter dem Vorjahreswert.

GRI 306-2
GRI 306-2 EU-ADD
SDG 12

140

Kennzahlen Abfälle und Nebenprodukte
Einheit

2016

2017

2018

Abfälle gesamt

t

103.083

84.073

63.398

Gefährliche Abfälle gesamt

t

2.313

1.783

979

aus laufendem Betrieb

t

823

590

599

aus Projekten

t

1.490

1.193

380

Nicht gefährliche Abfälle gesamt

t

75.296

58.630

46.161

aus laufendem Betrieb

t

17.461

9.761

11.142

aus Projekten

t

57.835

48.869

35.019

t

25.475

23.660

16.258

t

49.653

50.794

42.065

Rechengut Wasserkraftwerke
Nebenprodukte
Reststoffe Wärmekraftwerke

Weitere Umweltkennzahlen
GRI 307-1
SDG 16

Im Jahr 2018 wurde eine Umweltstrafe von 500 € verhängt. Grund war die Überschreitung einer Frist zur
Entfernung einer widerrechtlichen Mistlagerstätte. In den Jahren 2016 und 2017 waren keine Umweltstrafen angefallen.
Weitere Details zu den Umweltkennzahlen sind auf der VERBUND-Website im NFI-Download im Bereich
Umwelt zu finden.
Weitere Umweltkennzahlen
Umweltkosten (gesamt)

Einheit

2016

2017

2018
74,9

Mio. €

66,5

61,9

davon für Umweltmanagement und Vorsorge

Mio. €

5,3

5,0

8,7

davon für Anlagen und Projekte

Mio. €

76,5

77,0

89,6

davon Umwelterträge

Mio. €

– 15,3

– 20,1

– 23,3

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sowie gesellschaftliche Verantwortung
Ein leistungsorientiertes, produktives und unternehmerisches Handeln aller Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter ermöglicht die nachhaltige Absicherung des Kerngeschäfts und die Nutzung neuer
Geschäftschancen von VERBUND. Ein Generationen- und Kompetenzmanagement unterstützt die
Leistungsfähigkeit der VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ebenso wie die ganzjährigen Maßnahmen im Rahmen des Gesundheitsmanagements sowie der Personalentwicklung. Zur Vereinfachung
von Prozessen werden laufend neue Digitalisierungsmaßnahmen gesetzt, wobei die Aspekte des Datenschutzes beachtet werden.

NFI-BERICHT

141

VERBUND legt großen Wert auf eine Unternehmenskultur, die das Fundament für ein konstruktives und
erfolgreiches Arbeiten bildet: eine ausgewogene Work-Life-Balance, eine offene Kommunikation und
eine wertschätzende Diskussionskultur. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang
auch die Themen Führungskultur und Diversität.
Seit Jahrzehnten sind der Arbeitnehmerschutz und die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für VERBUND äußerst wichtige Anliegen. Als konsequenten nächsten Schritt startete VERBUND im
Jahr 2018 ein umfassendes Sicherheitskulturprojekt, um seine ehrgeizigen Ziele im Bereich der Arbeitnehmersicherheit erreichen zu können.

Nachhaltiges Kostenmanagement

Die erkennbaren Verbesserungen in der Kostenstruktur bestätigen den Weg der umgesetzten Effizienzsteigerungsmaßnahmen seit 2013. Die Restrukturierungsanstrengungen bzw. Desinvestitionen im
thermischen Kraftwerksbereich sowohl im ln- als auch im Ausland, die Investitionsreduktionen sowie
die signifikante Stellenreduktion im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme stellten notwendige
Schritte dar, um die Kostenstruktur des Konzerns zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu
erhalten.
VERBUND ist beinahe ausschließlich in Mitteleuropa – einer Region mit hohen arbeits- und sozialrechtlichen Standards – tätig. Die Beschäftigung von hoch- und höchstqualifizierten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern ist mit entsprechenden Personalkosten verbunden. Neben den angeführten Effizienzsteigerungsprogrammen ist es für VERBUND unerlässlich, dass die bestehenden Entlohnungsstrukturen
auf Betriebs- und Branchenebene modernisiert und an die Marktgegebenheiten angepasst werden.
Zusätzlich zur Adaptierung der internen Richtlinien zur Gehaltsfindung beteiligte sich der Konzern auf
Branchenebene federführend an der Neugestaltung des Kollektivvertrags für Elektrizitätsunternehmen
in Österreich, der im Dezember 2018 vereinbart wurde und ab 1. Februar 2019 zur Anwendung kommt.
Die Branche hat sich mit den Sozialpartnern auf einen fairen und gleichzeitig dem modernen Arbeitsleben angepassten Kollektivvertrag geeinigt. Eine gesamthafte Bewertung ergibt, dass durch die neuen
Entgeltansätze sowohl bei den Einstiegsbezügen als auch bei den Endbezügen teilweise deutliche
Reduktionen erreicht werden konnten. Die neuen, an die Formulierungen der Industrie angelehnten
Tätigkeitsbeschreibungen ermöglichen eine exakter abgestufte Einreihung der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer und daher marktnähere Bezüge vor allem in den unteren Entgeltgruppen.

Labour Management
Relations inkl. Mindestmitteilungsfristen
bezüglich betrieblicher
Veränderungen
siehe DMA

142

Kennzahlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ø Betriebswirtschaftlicher
Personalstand
Arbeitsrechtlicher Personalstand

1

Einheit

2016

2017

2018

Personen

2.923

2.819

2.742

Personen

2.952

2.819

2.784

davon in Österreich

Personen

2.582

2.464

2.429

davon in Deutschland

Personen

359

344

343

davon in weiteren europäischen
Ländern

Personen

11

11

12

Vollzeitbeschäftigte

Personen

2.788

2.657

2.600

Teilzeitbeschäftigte

Personen

164

162

184

Neuaufnahmen

Personen

104

117

172

Fluktuation ohne Pensionierungen

Personen

79

79

59

Fluktuationsrate ohne
Pensionierungen
Fluktuation inkl. Pensionierungen
Fluktuationsrate inkl. Pensionierungen
Durchschnittliche Dauer der
Unternehmenszugehörigkeit2
Akademikerquote
1

Prozent

2,7

2,8

2,1

Personen

227

227

207

Prozent

7,7

8,1

7,4

Jahre

18,9

18,8

18,1

Prozent

22,6

23,2

25,1

per 31.12., ohne Vorstände und Mitarbeiter/-innen in Altersteilzeit // 2 Personal von zugekauften bzw. neu konsolidierten Gesellschaften wird mit Dauer der Zugehörigkeit zum

zugekauften/konsolidierten Unternehmen und nicht mehr mit Zugehörigkeit zum VERBUND-Konzern berücksichtigt.

Personalplanung und -management

setzt auf ein modernes und nutzerfreundliches Planungs- und Reporting-Instrument für
Personaldaten, das 2018 um weitere Funktionalitäten erweitert wurde und somit als State-of-the-ArtApplikation zu sehen ist. Die integrierte Personalstands- und -aufwandsplanung stellt einen einfachen
und transparenten Planungsprozess sicher. Eine konsequente und straffe Personalplanung fördert den
optimalen Einsatz der Ressourcen.

VERBUND

GRI 103-2
SDG 5
SDG 8
SDG 16

GRI 103-3, GRI 102-8
GRI 401-1
Informationen zu Alter
und Geschlecht siehe
Kapitel „Diversity
Management“

Das Personalmanagement bei VERBUND hat Richtlinienkompetenz in allen personalwirtschaftlichen
Fragen des VERBUND-Konzerns. Die Schwerpunkte liegen auf den Themen Personalplanung und
-entwicklung, Personalcontrolling, Recruiting, Personalmarketing und Employer Branding, Arbeitsund Sozialrecht, Vertretung des Arbeitgebers gegenüber der Arbeitnehmervertretung, Compensation
and Benefits, Grundsatzfragen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie Diversity und Inclusion
Management.
VERBUND prüft diese Managementansätze mit verschiedenen Verfahren wie externen Auditierungen,
internen Review-Prozessen bzw. Analysen von Kennzahlen inklusive der Betrachtung von internen und
externen Benchmarks. Basierend auf den Ergebnissen dieser Rückmelde- und Leistungsbeurteilungsverfahren werden die Richtlinien regelmäßig evaluiert und bei Bedarf adaptiert.

NFI-BERICHT

143

Beschäftigungsformen und Sozialleistungen

Grundsätzlich beschäftigt VERBUND Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Befristete Arbeitsverträge werden nur mit sachlicher Begründung abgeschlossen (z. B. bei Karenzvertretung oder bei Zukunftsthemen wie der Digitalisierung). VERBUND strebt langfristige Dienstverhältnisse an und ermöglicht verschiedene Arbeitszeitmodelle wie Vollzeit, Teilzeit und Elternteilzeit.
Zur Überbrückung von Kapazitätsspitzen, für Projektarbeiten und für befristete Karenzvertretungen
werden auch Leiharbeitskräfte beschäftigt. Insbesondere bei abgegrenzten Bau-, Revisions- bzw.
Instandhaltungsaufträgen gelten für die von VERBUND beauftragten Leiharbeitskräfte die gleichen
Sicherheitsvorschriften wie für VERBUND-Personal. Diese Personen erhalten daher auch die gleichen
Sicherheitsunterweisungen. Beauftragte Fremdfirmen für die Erstellung von Gewerken sind in der
Arbeitsabwicklung eigenverantwortlich tätig. Sie müssen sich aber ebenfalls an die im VERBUND festgeschriebenen Sicherheitsstandards halten und werden nach VERBUND-Regeln unterwiesen. Die von
Fremdfirmen erbrachten Arbeitsstunden fließen in die Berechnung der zentralen Arbeitssicherheitskennzahl ein.

GRI 102-8

bietet allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Reihe von freiwilligen oder
kollektivvertraglich geregelten Sozialleistungen wie eine Pensionskasse, eine Krankenzusatzversicherung, ein vergünstigtes Mittagessen, eine Kinderzulage und eine Gesundenuntersuchung.
VERBUND bekennt sich zudem zu einer marktkonformen und leistungsgerechten Entlohnung der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein auf individuelle Zielvorgaben und den Unternehmenserfolg
ausgerichtetes, leistungsorientiertes Entgeltmodell sorgt daher seit 2010 auf allen Ebenen für eine faire
Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

GRI 102-41 und
EU-DMA: Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen
sowie Kapitel
„Menschenrechte“
GRI 401-2

VERBUND

Stärkung der Position auf dem Arbeitsmarkt – Employer Branding

Mit der gezielten Investition in ausgewählte Employer-Branding-Maßnahmen wirkte VERBUND auch
2018 dem Risiko entgegen, seine hohe Arbeitgeberattraktivität am Arbeitsmarkt zu verlieren. VERBUND
zeigte trotz eines weiterhin reduzierten Mitteleinsatzes klare Präsenz auf dem Arbeitsmarkt – beispielsweise auf Bildungs- und Karrieremessen, in Print- und Onlinemedien sowie im Social-Media-Bereich
mit Fokus auf den Zielgruppen IT-Fachkräfte und Lehrlinge.
Im Jahr 2018 lagen die strategischen Schwerpunkte im Employer Branding auf der langfristigen
Netzwerkpflege mit Top-Studierenden der TU-Wien und auf Frauenförderungsmaßnahmen. In diesem
Zusammenhang wurden auch bestehende Maßnahmen weitergeführt. Dazu zählen u. a. die jährliche
Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums, die Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ und „Girls! Tech
up“ sowie die Organisation eines Alumni-Events für alle Frauenstipendiatinnen.
Recruiting

Um darüber hinaus für interne und externe Bewerberinnen und Bewerber „Wunscharbeitgeber“ der
Zukunft zu bleiben, wurde der Karriereauftritt von VERBUND auch im Jahr 2018 laufend aktualisiert.
Abgeleitet von der neuen Marken- und Produktkampagne von VERBUND wurden erste Print- und
Onlinestelleninserate überarbeitet und an das neue Layout angeglichen. Die 2016 implementierte Bewerberplattform stellte eine optimale Ergänzung dar. VERBUND strebt kontinuierlich danach, den hohen
Professionalisierungsgrad der Recruiting-Qualität zu halten und auch in der digitalen Welt auf dem
technologisch letzten Stand zu sein.

SDG 3

144

Dies wurde im Berichtszeitraum mit der Verleihung des goldenen Siegels der „Career’s Best
Recruiters“-Studie 2018 und dem in der Kategorie „Energie“ erzielten ersten Platz bzw. einer Gesamtplatzierung unter den Top 25 sowie dem 2. Platz bei den „trendence Employer Branding Awards
2018“ in der Kategorie „Bestes Employer Branding in Social Media“ honoriert.
Personalentwicklung
GRI 404-2
GRI 404-1
SDG 4

GRI 404-1
GRI 404-3
SDG 4

VERBUND legt großen Wert auf die Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2018 nahm jede
Mitarbeiterin bzw. jeder Mitarbeiter durchschnittlich 33,6 Stunden an Bildungsmaßnahmen teil.
Schwerpunkte der Personalentwicklung bildeten Schulungen in den Bereichen Sicherheit, Technik
sowie Energiewirtschaft. Da in den Bereichen Technik und Sicherheit überwiegend Männer tätig sind,
spiegelt sich dies auch in den durchschnittlichen Weiterbildungsstunden wider, die bei Männern mit
34,5 Stunden leicht über jenen der Frauen mit 30,8 Stunden liegen.
Im Rahmen des internen Effizienzsteigerungsprogramms ist Weiterbildung für die sozial verträgliche
Umsetzung der Maßnahmen wesentlich. Unter anderem schaffen gezielte Umschulungen neue
Perspektiven für bestehende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kennzahlen Kompetenzentwicklung
Einheit

2016

2017

2018

Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in
(Gesamtbelegschaft)1

Stunden

35,2

36,0

33,6

Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in
(ohne Führungsfunktion)

Stunden

33,6

34,4

32,0

Weiterbildung pro Führungskraft

Stunden

71,2

79,2

82,4

Mitarbeitergesprächsquote
Lehrlinge, gesamt
davon neu aufgenommen
1

GRI 404-2

Prozent

96,2

96,3

96,3

Personen

165

150

151

Personen

43

37

41

inkl. Führungskräften und Dauerleasingkräften, exkl. Lehrlingen, Behaltefristen, an Dritte Abgestellten und Dauerkarenzen; ohne Sicherheitsunterweisungen

E-Training – Digitalisierung von Lernlösungen

Der digitale Wandel macht auch vor dem Lernen nicht halt. Wissen wird schnelllebiger, komplexer und
immer unmittelbarer nachgefragt. Veränderte Bedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter fordern neue Lernformate.
Im Projekt „Digitale Lernmedien 2.0“ werden als Ergänzung zu den Präsenzveranstaltungen verstärkt
auch digitale Lernmedien als Unterstützung und zur Anreicherung von Informationen eingesetzt.
Die Inhalte werden nach mediendidaktischen Methoden so aufbereitet, dass die Anwenderinnen und
Anwender sich leicht neues Wissen aneignen können. Die digitalen Lernmedien ersetzen teilweise
die Präsenzveranstaltungen und tragen somit zur Kosten- und Ressourceneffizienz bei.
Zu Beginn der Inbetriebnahme standen bereits die E-Trainings Fit4Cyber, Fit4DSGVO und Compliance sowie Antikorruption zur Verfügung. Weitere E-Trainings – insbesondere in den Bereichen Arbeitnehmersicherheit und energiewirtschaftliches Wissen – sind in Planung. Das Angebot wird laufend
erweitert.
Mit dem neuen Learning-Management-System setzt VERBUND einen weiteren Schritt zur Digitalisierung. Präsenz- und Onlineveranstaltungen werden ab 2019 in einem innovativen und modernen

NFI-BERICHT

145

System verwaltet. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinfacht dieses integrierte System die Organisation der Personalentwicklungsmaßnahmen – von der Anmeldung über die Durchführung bis zu
Wissensüberprüfungen. Führungskräfte erhalten mithilfe des Berichtswesens einen raschen Überblick
über den Status der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Im Kraftwerksbetrieb unterstützt das Digitale Workforce Management die administrativen und operativen Arbeitsprozesse von Betrieb und Instandhaltung. Heterogene Prozesse werden vereinheitlicht und
digitalisiert, sodass die Abläufe optimiert werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
werden unter anderem durch werksübergreifenden Erfahrungsaustausch aktiv eingebunden. Die
Umsetzungsverantwortung liegt unmittelbar bei den Kraftwerksgruppen und stärkt somit ein neues
Führungsverständnis der Werksgruppenleiter, Betriebsingenieure und Meister.
Im Rahmen des Projekts „Digitales Wasserkraftwerk“ werden im Pilotkraftwerk Rabenstein neue
Trends getestet. Der Schwerpunkt des Virtual-Reality-Modells soll auf der interaktiven Visualisierung
der Begehung, der Planung von Instandhaltungsmaßnahmen und der Dokumentation ebenso liegen
wie im Einsatz für die Aus- und Weiterbildung. Mit dem zukünftigen Einsatz von Virtual Reality in der
Aus- und Weiterbildung ergeben sich einige Vorteile. So können Mitarbeiter bei schwierigen und nur
selten durchgeführten Arbeiten vorab virtuell auf die Arbeit in der Praxis optimal vorbereitet werden.
Zudem können Ausbildner, sei es im Betrieb oder auch in den Lehrwerkstätten, den gesamten Vorgang
am Monitor mitverfolgen und unmittelbar Tipps und Hinweise geben.
Lehrlingsausbildung

Wesentliche Bereiche unseres Unternehmens stellen die Instandhaltung und der Betrieb unserer
Anlagen dar. Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, setzt VERBUND seit 1983 als eines der ersten
Unternehmen Österreichs auf eine vierjährige Doppelberufsausbildung seiner Lehrlinge (Elektrotechnik und Metalltechnik). Dabei handelt es sich um gefragte Doppelberufe mit ausgezeichneten
Zukunftschancen. Ab dem zweiten Lehrjahr sind die Lehrlinge in einem der VERBUND-Kraftwerke tätig,
um dort das nötige Anlagenwissen zu erwerben. Damit wird der Know-how-Transfer im technischgewerblichen Bereich gesichert.
Im Jahr 2018 hat VERBUND in Österreich und Deutschland 41 Lehrlinge neu aufgenommen. Die hohe
Qualität der Lehrlingsausbildung zeigt sich vor allem bei den ausgezeichneten Erfolgen im Zuge der
Lehrabschlussprüfungen.
Weiterentwicklung der Führungskultur

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Führungskräfte bei VERBUND dient der steten Verbesserung
der Führungsqualität und somit der Sicherstellung des Unternehmenserfolgs.
Eine Maßnahme stellt dabei das regelmäßige Führungsfeedback dar. Im Abstand von zwei Jahren
wird das Führungsverhalten aus Sicht des direkten Arbeitsumfelds (Vorgesetzte, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sowie Kolleginnen und Kollegen) eingeschätzt und mit der jeweiligen Selbsteinschätzung
verglichen. Diese strukturierten und ganzheitlichen Rückmeldungen geben wertvolle Hinweise für die
Kompetenzentwicklung der Führungskräfte. Ziel ist es, durch Abweichungen im Selbst- und Fremdbild
bzw. durch den Vergleich zur letzten Erhebung neben Stärken und Handlungsfeldern auch die persönliche Entwicklung aufzuzeigen. Daraus werden individuell angepasste, zielgenaue Maßnahmen für
die einzelnen Führungskräfte abgeleitet. Im Herbst 2018 wurde der zweite Durchgang des VERBUNDFührungsfeedbacks erfolgreich abgeschlossen.

Mehr dazu unter
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Verantwortung >
Soziales >
Mehrwert für
Mitarbeiter/-innen

146

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hat bei VERBUND Tradition. Im Netzwerk „Unternehmen für
Familien“ zeigt VERBUND sein Engagement als familienfreundliches Unternehmen.
Seit 2009 ermöglicht das Audit „berufundfamilie“ eine bessere Strukturierung der Maßnahmen. Damit werden bedarfsorientiert weitere Möglichkeiten geschaffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie zu fördern. 2018 hat VERBUND dieses Audit bereits zum vierten Mal durchgeführt und das Gütesiegel für die kommenden drei Jahre erhalten. Für diese nächste Periode hat sich VERBUND zum Ziel
gesetzt, die Arbeitszeiten weiter zu flexibilisieren, mobiles Arbeiten noch einfacher zu machen und
seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über bestehende und neue Angebote zu informieren – insbesondere zum Thema „Pflege von Angehörigen“. Die regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen zeigen, dass
die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben seit 2008 bei VERBUND laufend steigt.

Was die Welt verändern wird?
Unser Antrieb. Unsere Energie

Diversity Management
SDG 10

Die 2016 festgelegte Diversity-Strategie wurde 2018 konsequent weiterverfolgt. Mit der Zertifizierung
ZukunftVIELFALT® setzte VERBUND im Vorjahr einen weiteren wichtigen Schritt.
ZukunftVIELFALT® ist ein Managementkonzept zur Weiterentwicklung eines ganzheitlichen Diversity
Managements sowie eine Auszeichnung für Organisationen, die ein solches implementiert haben. Ziel
ist es, die Diversitätsstrategie im Konzern zu verankern und strukturiert weiterzuentwickeln. Damit
fördert VERBUND die Vielfalt im Unternehmen und stellt die Gleichbehandlung sicher.
Zur Unterstützung der Führungskultur setzt VERBUND verstärkt auf Information und Einbindung der
Führungskräfte. Dies hat mit Initiativen wie der Verankerung der Gleichbehandlung im Unternehmensleitbild, der Bestellung einer Gleichbehandlungsbeauftragten und einer Diversity und Inclusion
Managerin, der Premium-Mitgliedschaft in der „Charta der Vielfalt“ sowie der Bestellung einer
Accessibility Managerin begonnen. Vor allem in den Schwerpunktdimensionen „Alter“, „Geschlecht“ und „Behinderung“ wurden geplante Maßnahmen im Jahr 2018 umgesetzt.
Schwerpunkt „Alter“

GRI 405-1

strebt eine ausgewogene Altersstruktur an. Das Management des demografischen Wandels soll
das Wissen im Unternehmen erhalten und Leistungsträger an das Unternehmen binden.
VERBUND

NFI-BERICHT

147

Kennzahlen Dimension Alter – gesamt
Durchschnittsalter gesamt

Einheit

2016

2017

2018

Jahre

43,9

43,8

43,4

< 30 Jahre

Prozent

20,7

19,0

19,2

30 – 50 Jahre

Prozent

38,3

38,6

40,5

> 50 Jahre

Prozent

40,9

42,5

40,3

2016

2017

2018

Kennzahlen Dimension Alter – Führungskräfte
Einheit
< 30 Jahre

Prozent

0

0

0

30 – 50 Jahre

Prozent

38,1

39,5

42,9

> 50 Jahre

Prozent

61,9

60,5

57,1

Im Berichtszeitraum setzte sich die bereits seit Jahren zu beobachtende demografische Entwicklung
fort. Rund 7 % der VERBUND-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gehen in den nächsten fünf Jahren in
Pension, in den nächsten zehn Jahren werden es 28 % sein. Zum Teil werden diese Stellen im Rahmen
der Effizienzsteigerungsprogramme nicht nachbesetzt. Ein erheblicher Prozentsatz der Abgänge betrifft
jedoch betriebsnotwendige Stellen, die zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs erforderlich sind
und daher nachbesetzt werden müssen.
Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger gesund im Arbeitsprozess zu halten und um zu einem
reibungslosen Generationenwechsel beizutragen, wird seit Jahren auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement gesetzt. Die Initiative „Fit & Gesund bei VERBUND“ soll einen gesunden Lebensstil
fördern. Außerdem ermöglicht VERBUND allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ein EmployeeAssistance-Programm kostenlose Beratung bei beruflichen oder privaten Problemen.
Als erfolgskritische Personalentwicklungsmaßnahme hat VERBUND eine strukturierte Nachfolgeplanung in allen Ebenen implementiert (vom Lehrling über Führungskräfte bis hin zu Vorstandskandidatinnen und -kandidaten) mit dem Ziel, Potenziale für die langfristige Nachfolge zu sichern.
Schwerpunkt „Geschlecht“

Der Anteil von Frauen ist in einem technisch geprägten Unternehmen wie VERBUND traditionell gering.
Deshalb setzt VERBUND Maßnahmen, um den aktuellen Anteil von 17,6 % bis zum Jahr 2025 auf insgesamt 20 % zu erhöhen – so wie auch der Frauenanteil in der Führungsebene auf 20 % ansteigen soll. 2018
lag der Frauenanteil bei den Neuaufnahmen bei 20,9 %.

GRI EU15
Angaben zu Pensionsverpflichtungen finden
sich im Anhang
SDG 10

148

Kennzahlen Dimension Geschlecht
Einheit

2016

2017

2018

Männer

Personen

2.434

2.327

2.293

Frauen

Personen

518

492

491

Frauenanteil gesamt

Prozent

17,5

17,5

17,6

Frauenanteil bei Neuaufnahmen

Prozent

14,4

15,4

20,9

Frauenanteil bei Führungskräften

Prozent

8,3

11,1

9,5

Frauenanteil bei Lehrlingen

Prozent

6,7

5,3

3,3

Auf Basis der Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung wurden auch konkrete Aktivitäten zur Frauenförderung vereinbart. Um Frauen sichtbarer zu machen, sollen insbesondere bei der Besetzung von
Gremien oder Projektleiterpositionen verstärkt Frauen berücksichtigt werden. Seit 2017 werden mit den
Führungskräften der ersten Managementebene Ziele zur Förderung von Frauen vereinbart, um ein
weiteres Bewusstsein für die Gleichbehandlung von Frauen zu schaffen.
2017 erklärten im Rahmen einer Befragung rund 11 % der Frauen bei VERBUND, Interesse an einer
Führungsposition zu haben. Um diese Zielgruppe in ihrer Entscheidung für Führungspositionen zu
stärken, erfolgte 2018 mit dem Seminar „Die weiblichen Erfolgsquotienten in der Führungsverantwortung“ der Startschuss zu einer Seminarreihe zum Empowerment von Frauen. Eine weitere Maßnahme
ist das VERBUND-Frauennetzwerk, das die Frauen bei VERBUND unterstützt.

VERBUND ist Taktgeber für die Branche

und gestaltet die Energiezukunft.

SDG 5
SDG 8

VERBUND achtet zudem auf ausgewogene Gehälter. Diese basieren auf der strikten kollektivvertraglichen Einstufung sowie auf einem leistungsorientierten Gehaltsmodell. Dennoch sind die gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen wie vermehrte Teilzeitarbeit bei Frauen, eine geringe
Anzahl von Frauen in technischen Berufen und die Schwierigkeit für Frauen, in höher bezahlte
(Führungs-)Funktionen zu gelangen, nach wie vor auch bei VERBUND erkennbar.
VERBUND ist es ein Anliegen, Frauen für technische Berufe zu begeistern. Daher beteiligt sich VERBUND
an mehreren Initiativen wie dem Wiener Töchtertag, FIT – Frauen in die Technik und dem amaZoneAward.
FIT – Frauen in die Technik soll das Interesse von Mädchen für technische Berufe wecken, motiviert
Maturantinnen zum Technikstudium und stellt erfolgreiche Frauen in technischen Berufen als Role
Models vor. Damit sollen Berührungsängste mit technischen oder naturwissenschaftlichen
Ausbildungen abgebaut werden.
Seit 2009 fördert VERBUND durch die Vergabe des VERBUND-Frauenstipendiums zudem vielseitig
engagierte Studentinnen bei ihrer technischen Ausbildung. Das Stipendium soll eine zusätzliche
persönliche und fachliche Weiterbildung über den Uni-Alltag hinaus ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist

NFI-BERICHT

149

es, mehr technisch qualifizierte Frauen für das Unternehmen zu begeistern und sie im Idealfall als
Mitarbeiterinnen zu gewinnen. 2018 feierte VERBUND das Zehn-Jahres-Jubiläum des VERBUNDFrauenstipendiums, anlässlich dessen wurde ein außerordentliches Stipendium an einen Studierenden
mit Behinderung vergeben.
Schwerpunkt „Menschen mit Behinderungen“

GRI 405-1

übernimmt soziale Verantwortung dafür, als Unternehmen für Chancengleichheit zu sorgen.
Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, ist es erklärtes Ziel von VERBUND, die Quoten gemäß Behinderteneinstellungsgesetz weiterhin zu erfüllen bzw. darüber hinaus Menschen mit Behinderung zu rekrutieren und zu beschäftigen. Das Diversity Management achtet gemeinsam mit dem Accessibility Management auf die laufende Weiterentwicklung der Beschäftigung von Personen mit Behinderung.
SO übererfüllt VERBUND die in Österreich und Deutschland gesetzlich vorgegebenen Quoten für die
Einstellung von Menschen mit Behinderungen. Für VERBUND beträgt die Pflichtzahl in Österreich 104. Es
wurden per 31. Dezember 2018 138 begünstigt Behinderte gemäß Behinderteneinstellungsgesetz bei
VERBUND beschäftigt. In Deutschland beträgt die entsprechende Pflichtzahl 18, und es wurden
23 Menschen mit Behinderung seitens VERBUND beschäftigt.
Wesentliche Aspekte für die Inklusion von Menschen mit Behinderung bei VERBUND sind der Abbau
von Barrieren und die Sensibilisierung der Belegschaft durch kontinuierliche Information. Im Rahmen
des Personalertags 2018 hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Personalbereichs die Gelegenheit, sich mit dem Thema Beschäftigungen von Menschen mit Behinderung auseinanderzusetzen.
Haben doch gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Personalbereichs eine wichtige beratende
Rolle zu diesem Thema für die Belegschaft und die Führungskräfte.
Im Accessibility-Umsetzungskonzept wurden Schritte und Maßnahmen für die kommenden Jahre
festgelegt, um bauliche, organisatorische und kommunikative Barrieren innerhalb von VERBUND weiter
abzubauen.
In einzelnen Tochtergesellschaften gab es ebenfalls Schulungen von Führungskräften. Am Purple
LightUpDay – an diesem Tag wird die Aufmerksamkeit auf die wirtschaftliche Kraft von Menschen mit
Behinderung gerichtet – informierte VERBUND die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Beschäftigten mit Behinderung.
Im Sommer 2018 absolvierten erneut drei Personen mit Behinderung ein Ferialpraktikum bei
VERBUND. Im Rahmen der Mitgliedschaft im DisAbility-Wirtschaftsforum tauscht sich VERBUND zudem
mit anderen Unternehmen aus und erweitert laufend sein Wissen zur Beschäftigung von Personen mit
Behinderung.
VERBUND

Gesundheit und Sicherheit

Äußerst wichtige Anliegen von
nehmersicherheit.

VERBUND

sind der Arbeitnehmerschutz, die Gesundheit und die Arbeit-

GRI 403-2
SDG 3

150

Kennzahlen Arbeitssicherheit
Lost Time Injury Frequency (LTIF)

1

Einheit

2016

2017

2018

Anzahl

8,9

10,1

5,8

Lost Time Injury Frequency
(LTIF inkl. Fremdfirmen)1

Anzahl

–

–

5,4

Unfälle

Anzahl

44

53

32

Unfälle (inkl. Fremdfirmen)

Anzahl

–

–

43

Unfälle mit Todesfolge

Anzahl

0

0

1

Unfälle mit Todesfolge
(bei Fremdfirmen)

Anzahl

Unfallschwere2
Unfallschwere (inkl. Fremdfirmen)2

1

1

0

17,2

21,5

21,0

–

–

22,2

Summe unfallbedingter
Ausfallskalendertage

Tage

758

1.139

671

Summe unfallbedingter Ausfallskalendertage (inkl. Fremdfirmen)

Tage

–

–

955

1

Anzahl der Arbeitsunfälle ab dem ersten Krankentag, bezogen auf 1 Mio. Arbeitsstunden; ohne Unfälle, die nur Erste-Hilfe-Leistungen erfordern. Die Grundlage für die

Berechnung der Arbeitsstunden wird ab 2017 mit 1.740 Arbeitsstunden pro Jahr (vorher 1.618) branchenweit festgelegt. // 2 durchschnittliche Ausfallstage je Unfall

Unfallgeschehen 2018

Die Basis für die Berechnung der Arbeitssicherheitskennzahlen bildet der arbeitsrechtliche Personalstand plus Leasingkräfte plus alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von anteilig einbezogenen Beteiligungen. Ende 2018 betrug dieser Wert 3.154 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser Zahl sind
165 Leasingkräfte und die gesamten Belegschaften der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, der VUM
Verfahren Umwelt Management GmbH, der VERBUND Tourismus GmbH, der Lestin & Co Tauch-,
Bergungs- und Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H, der VERBUND Wind Power Austria GmbH und
der Energji Ashta Shpk enthalten.
Das Unfallgeschehen 2018 entwickelte sich positiv. Es waren weniger Unfälle als 2017 zu verzeichnen,
jedoch überschattete ein tödlicher Unfall diese Entwicklung.
Für die Interpretation des Unfallgeschehens müssen die absoluten Zahlen der Unfälle in Relation
zum Personalstand (Unfallhäufigkeit) und zu den Ausfallstagen je Unfall (Unfallschwere) gesetzt
werden. Der LTIF wird als maßgebliche Kennzahl herangezogen, um Benchmarks mit nationalen und
internationalen Unternehmen zu ermöglichen. Um auch den Einsatz von Fremdfirmen bewerten zu
können, erhebt VERBUND seit 2018 an allen Arbeitsstätten deren Einsatzstunden und berichtet sie in der
Kennzahl „LTIF inkl. Fremdfirmen“.
GRI 403-2 ADD

Die Gesamtunfallhäufigkeit von 5,4 (LTIF inkl. Fremdfirmen) zeigt im Vergleich mit anderen nationalen und internationalen Unternehmen, dass wir auf einem guten Weg sind. Aus der Analyse jedes
einzelnen Unfalls im Konzern und bei beschäftigten Fremdfirmen werden Verbesserungsmaßnahmen
abgeleitet und umgesetzt. Wie in den Jahren zuvor konnte auch im Jahr 2018 bei keinem Arbeitsunfall
ein Fremdverschulden oder ein organisatorischer Mangel als Ursache identifiziert werden. Dies zeigt,
dass die Sicherheitsstandards im Konzern sehr hoch sind und die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer optimal umgesetzt werden.

NFI-BERICHT

151

Art der Verletzungen
Einheit

2016

2017

2018

Beeinträchtigung von
Sinnesfunktionen

Anzahl

0

1

0

Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen

Anzahl

1

0

0

Elektrisierung

Anzahl

0

1

1

Fremdkörperverletzung

Anzahl

3

1

1

Hautverletzung, Wunde

Anzahl

11

10

12

Knochenbruch

Anzahl

2

5

4

Mehrere Verletzungsarten

Anzahl

0

2

0

Quetschung, Prellung

Anzahl

14

14

10

Verbrennung, Verbrühung, Verätzung,
Erfrierung

Anzahl

1

0

0

Vergiftung

Anzahl

0

1

1

Verlust von Körperteilen

Anzahl

0

2

1

Verstauchung, Zerrung, Verrenkung,
Bänderriss, Meniskusverletzung,
Muskelriss

Anzahl

12

16

13

Unfallprävention

Die Maßnahmen zur Prävention basieren auf der Analyse der VERBUND-Arbeitsunfallstatistik. Der Schwerpunkt der jährlichen Weiterbildungsmaßnahmen 2018 lag auf Schulungen mit den folgenden Themen:
Arbeiten in Behältern, Ladungssicherung, Bewegen von Lasten, praktische Übungen, Wir leben Sicherheit, VEMF-Verordnung elektromagnetischer Felder. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die
praktische Umsetzbarkeit im Arbeitsalltag gelegt.
Die gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsunterweisungen werden jedes Jahr entweder persönlich oder
über E-Learning mit anschließendem Test von nahezu 100 % der Belegschaft erfolgreich absolviert – so
auch im Geschäftsjahr 2018.
Für den Bereich Arbeitssicherheit gibt es eine Vielzahl von internen Regelungen, die laufend aktualisiert und bei gesetzlichen Änderungen rasch angepasst werden. Diese Regelungen betreffen beispielsweise die nachfolgenden Themen: Arbeitsstoffmanagement, Unfallmeldungen und Verhalten nach
Unfällen, Information und Unterweisung, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstung, Koordinierung
auf Baustellen und bei Projekten, Umgang mit Fremdfirmen sowie Koordination und Aufgaben des
Arbeitsmedizinischen Dienstes. Mit diesen Regelungen soll gewährleistet werden, dass konzernweit
derselbe Standard zur Verfügung steht und angewendet wird.
Sicherheitskultur

Die Umsetzung des Projekts „Wir leben Sicherheit“ soll für ein erhöhtes und geschärftes Sicherheitsbewusstsein bei VERBUND sorgen. Das Ziel dieses Projekts lautet: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sollen gesund zur Arbeit kommen, unfallfrei arbeiten und wieder gesund nach Hause kommen. Dies
soll vor allem durch die Vorbildwirkung der Führungskräfte, „Aufeinander schauen“ und gegenseitiges
Aufmerksammachen auf gefährliches Verhalten erreicht werden.

GRI 103-2

152

Um den Ist-Stand zu erheben, wurde eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse wurden mit Führungskräften tätigkeits- und abteilungsspezifische Maßnahmen erarbeitet. Im
November 2018 starteten bereits erste Trainings für Führungskräfte, die bis Ende 2019 laufen werden.

VERBUND fördert Eigenverantwortung und Bewusstsein

für sicheres Arbeiten.

Gesundheitsförderung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Weitere Informationen
zum Gesundheitsmanagement siehe DMA

Die Initiative „Fit & Gesund bei VERBUND“ soll einen gesunden Lebensstil fördern. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter werden motiviert, auf freiwilliger Basis etwas für ihre Gesundheit zu tun. 2018 setzte
VERBUND mit dem Seminar „Bewegt und rückenfit am PC-Arbeitsplatz“ und einem Sehtraining den
Schwerpunkt auf gesundes Arbeiten am Büroarbeitsplatz. Vorträge zum Thema Zeit- und Stressmanagement sorgen dafür, dass die teilnehmenden Personen besser mit diesem Thema umgehen können.
Darüber hinaus waren Ernährung und Bewegung, der Umgang mit Schichtarbeit und das richtige
Heben und Tragen wichtige Schwerpunkte im Gesundheitsmanagement. Der direkte Zusammenhang
zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit in einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld wird
dabei ins Bewusstsein gerufen.
Gesellschaftliche Verantwortung

SDG 1
SDG 4
SDG 17

VERBUND übernimmt Verantwortung gegenüber einer Gesellschaft, die sauber erzeugten, verlässlich
verfügbaren Strom auch als Faktor der Lebensqualität wahrnimmt. In seiner gesellschaftlichen
Mitverantwortung unterstützt VERBUND mehrere karitative Organisationen und stärkt das Bewusstsein
von Kindern für den sorgsamen Umgang mit Energie.

Caritas und Diakonie
Mehr zu den VERBUNDInitiativen mit Caritas
und Diakonie unter
www.verbund.com >
Über VERBUND >
Verantwortung >
Soziales >
Corporate Citizenship
SDG 11

Energiearmut und ihre negativen Folgeerscheinungen treten dort am ehesten auf, wo Einkommen sehr
niedrig und Wohnverhältnisse schlecht sind. Der VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas hilft rasch, unbürokratisch und vor allem dauerhaft durch finanzielle Soforthilfe zur Begleichung offener Stromrechnungen, professionelle Energieberatung vor Ort und gratis Austausch alter, stromfressender Elektrogeräte.
Seit Beginn des Projekts im Jahr 2009 profitierten insgesamt 4.300 Haushalte mit insgesamt 10.000 in
den Haushalten lebenden Personen vom Angebot des VERBUND-Stromhilfefonds. In der neunten
Periode (1. Jänner 2018 bis 31. Dezember 2018) wurden 500 Haushalte (die in den Sozialberatungsstellen der Caritas Hilfe suchten) an den VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas weitervermittelt.

NFI-BERICHT

153

Kennzahlen VERBUND-Stromhilfefonds der Caritas
Einheit
Überbrückungsfinanzierung

2016

2017

2018

Anzahl

362

350

306

€

52.200

50.600

44.200

Energieberatungen

Anzahl

292

305

405

Ausgetauschte Geräte

Anzahl

207

203

276

Weiters wurden im Jahr 2018 – mit Mitteln aus dem seit 2009 bestehenden VERBUND-EmpowermentFund der Diakonie – 744 Menschen mit Behinderung zu unterstützender Kommunikation und assistierenden Technologien beraten. 102 Menschen mit Behinderung bekamen bei der Anschaffung von
Kommunikationshilfen eine direkte Unterstützung. Dafür wendete der Soforthilfefonds wie im Vorjahr
rund 60.000 € auf.
Kennzahlen VERBUND-Empowerment-Fund der Diakonie
Einzelförderungen
Beratungen

Einheit

2016

2017

2018

Personen

105

100

102

Anzahl

725

700

744

VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern

Das Bildungsangebot von VERBUND und dem Nationalpark Hohe Tauern, das von der UNESCO als UNDekadenprojekt der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde, besteht seit
2010. Seit Beginn der Partnerschaft haben mehr als 24.000 Schülerinnen und Schüler vom aufsuchenden Angebot, bei dem speziell ausgebildete Ranger des Nationalparks Projektunterricht in den Schulklassen gestalten, profitiert. Das erklärte Ziel: Kompetenzen für ein bewusstes Leben vermitteln und die
Auswirkungen des eigenen Handelns auf das Klima einschätzen können. Das Angebot des Projektunterrichts durch Ranger wird vorrangig in den Nationalpark-Bundesländern Kärnten, Salzburg und
Tirol angeboten. Seit 2018 steht das Bildungsangebot darüber hinaus auch online unter
www.klima.schule zur Verfügung. Primäre Zielgruppe des ersten Onlineangebots für die Vermittlung
von Klimaschutzkompetenz sind Lehrerinnen und Lehrer. Daher wurde bereits in der Entwicklung
größter Wert auf eine möglichst einfache Integration in den Unterricht gelegt.

VERBUND-Klimaschule
im DMA und im Web:
https://klima.schule/

Die VERBUND-Stromschule macht Lust auf Technik

unterstützt Lehrkräfte beim spannenden und interaktiven Physikunterricht durch ein vielfältiges Angebot von Physik-Lernunterlagen, gekoppelt mit Kraftwerksführungen. VERBUND unterstützt
auch Führungen für Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Unterrichtsveranstaltungen finanziell.
Im Bereich der Speicherkraftwerke nutzten wie im Vorjahr rund 2.500 Schülerinnen und Schüler das
Angebot für Schulführungen.
VERBUND

VERBUND-Stromschule
auf der VERBUNDWebsite und im DMA

154

Menschenrechte
Grundsätze
Details zu Gleichbehandlung finden sich im
Kapitel „Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sowie
gesellschaftliche
Verantwortung“
GRI 103-2
SDG 1
SDG 4
SDG 10

bekennt sich zu seiner Verantwortung, die Menschenrechte in allen Unternehmensbereichen
und darüber hinaus zu wahren. Grundlage für die Due-Diligence-Prozesse bei VERBUND bezüglich der
Achtung der Menschenrechte ist die ONR 192500 (Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen), nach der das Unternehmen 2018 erstmals zertifiziert wurde.
Die CSR-Norm setzt auf den sorgfältigen Umgang mit Menschenrechten auf allen Ebenen. Zu
vermeiden sind Beziehungen mit Partnern, die in Menschenrechtsverletzungen involviert sind, sowie
Diskriminierungen, insbesondere von schutzbedürftigen Gruppen. Zu achten sind alle Arten von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten. Vor allem grundlegende
Arbeitsrechte und Prinzipien wie Chancengleichheit, Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
sind einzuhalten.
In diesem Sinne verpflichtet sich VERBUND diesen ONR-Empfehlungen ebenso wie den zehn Prinzipien des UN Global Compact zur Einhaltung der Menschenrechte. In der Wesentlichkeitsanalyse sind
„Gleichbehandlung“ und „Vereinigungsfreiheit“ bereits als wesentliche Themen definiert. Mit dem
neuen internationalen Geschäftszweig Hydro Consulting gewinnt das Thema bei VERBUND noch mehr
Relevanz.
VERBUND

Menschenrechte außerhalb Europas

Das seit 2017 laufende Hydro Consulting ist ein neuer Dienstleistungsbereich von VERBUND, der auch
zur Erreichung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und der Pariser Klimaschutzziele beiträgt.
Der internationale Klimavertrag sieht freiwillige Reduktionsmaßnahmen – Nationally Determined
Contributions (NDCs) – vor. Als führendes Wasserkraftunternehmen leistet VERBUND mit der Nutzung
seiner Kompetenz bei erneuerbaren Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern einen wesentlichen
Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen. Bei den Vorhaben von Hydro Consulting handelt es sich um
Beratungsprojekte für lokale Wasserkraftbetreiber im Sinne eines Know-how-Transfers bzw. eines
Capacity Building zur Stärkung der lokalen Kompetenz zum effizienten und sicheren Anlagenbetrieb.
VERBUND ist sich bewusst, dass durch das Agieren in Ländern außerhalb Europas neue Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte entstehen. Darum setzt sich VERBUND intensiv mit der Thematik
auseinander und legt Schritte fest, um menschenrechtskonform zu handeln. Ein wesentlicher Aspekt
für VERBUND ist dabei die gegenseitige Verpflichtung zu fairen Geschäftspraktiken als Voraussetzung für
die Annahme der Aufträge. Geregelt ist das in der Geschäftspartner-Integritätsprüfung, die nicht nur für
laufende Projekte, sondern auch für vergleichbare künftige Aktivitäten gilt. Darüber hinaus bieten die
Empfehlungen des Hydropower Sustainability Assessment Protocol der International Hydro Power
Association eine Richtschnur für künftige Projektentwicklungen.
Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung

Im VERBUND-Verhaltenskodex ist die Gleichbehandlung aller Menschen – ohne Ansehen von Geschlecht,
Alter, Behinderung, Religion, Kultur, Hautfarbe, Bildung, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität – festgeschrieben. VERBUND tritt jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und

NFI-BERICHT

155

sexueller Belästigung entschieden entgegen. Bei der Führungskräfteentwicklung wird besonderes
Augenmerk auf die Vermittlung dieser Werte gelegt.
Seit 2011 gibt es bei VERBUND eine Gleichbehandlungsbeauftragte, und im Geschäftsjahr 2014 wurde
ein Diversity und Inclusion Management eingeführt. In diesem Bereich werden alle damit zusammenhängenden Aktivitäten im Konzern gebündelt. Die Entwicklung und Implementierung der Gleichstellungsziele sowie die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen werden ebenfalls von den
verantwortlichen Personen in diesem Bereich wahrgenommen und dokumentiert.
Die 2016 beschlossene Diversity-und-Inclusion-Strategie ermöglicht VERBUND eine noch strukturiertere Förderung von Diversität. Die Zertifizierung ZukunftVIELFALT® bestätigt die Implementierung eines
nachhaltigen Diversity-Management-Systems bei VERBUND.

Siehe auch Kapitel
„Compliance“

VERBUND arbeitet an einem nachhaltigen Energiesystem

für die kommenden Generationen.

Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen

In Österreich stellt die Sozialpartnerschaft eine historisch gewachsene Zusammenarbeit zwischen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern dar. Sie besteht darin, dass die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmervertreter gemeinsam wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen vorbereiten und durchführen. Die
Berücksichtigung gesamtwirtschaftlicher Bedürfnisse ist dabei oberstes Gebot.
Die Kollektivverträge werden von den Gewerkschaften mit den jeweiligen Arbeitgeberverbänden abgeschlossen. Durch die im Arbeitsrecht festgelegte Außenseiterwirkung unterliegen alle Beschäftigten
dem Geltungsbereich der Kollektivverträge – unabhängig davon, ob sie selbst der Gewerkschaft angehören oder nicht. Der Kollektivvertrag hat besondere Wirkungen auf die Arbeitsverhältnisse innerhalb
des Geltungsbereichs. Betriebsvereinbarungen und Dienstverträge müssen den Kollektivvertrag beachten und dürfen grundsätzlich keine schlechteren Regelungen treffen. Der Kollektivvertrag regelt unter
anderem Mindestgehälter, Arbeitszeiten und Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld). In
Betrieben mit fünf oder mehr Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern kann nach den Bestimmungen des
österreichischen Arbeitsrechts ein Betriebsrat gewählt werden, der die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertritt. Analoges gilt für Deutschland, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
dem Deutschen Tarifwerk unterliegen. Damit gelten vergleichbare Sozialleistungen, aber z. B. nicht das
leistungsorientierte Gehaltssystem von VERBUND.
Im Arbeitsrecht sind viele Informations-, Mitwirkungs- bzw. Zustimmungsrechte des Betriebsrats
sowie Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen festgelegt. Diese werden bei
VERBUND selbstverständlich vollinhaltlich erfüllt.
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat findet unter anderem in den
vierteljährlich stattfindenden Wirtschaftsgesprächen statt, in denen der Vorstand die Belegschaftsvertretung über die wirtschaftliche Lage, alle personalwirtschaftlichen Angelegenheiten und sonstige
aktuelle Entwicklungen im Unternehmen informiert. Im Rahmen dieser Wirtschaftsgespräche können

GRI 102-41

156

die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über den Betriebsrat ihre Vorschläge, Anliegen und Empfehlungen an den Vorstand herantragen.
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind entsprechend dem Arbeitsverfassungsgesetz in den
Aufsichtsräten der Aktiengesellschaften durch den Betriebsrat vertreten. So sind auch bei VERBUND ein
Drittel der Aufsichtsratsmitglieder Belegschaftsvertreter, die in Aufsichtsratssitzungen dem Vorstand
gegenübersitzen und die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Entscheidungen
des Aufsichtsrats einfließen lassen können.
Menschenrechte in der Lieferkette
GRI 407-1
GRI 408-1
GRI 409-1

In der 2017 durchgeführten Hotspot-Analyse wurden die Nachhaltigkeitsrisiken der VERBUNDBeschaffungsgruppen evaluiert. Dabei wurde auch das Risiko bezüglich Menschenrechtsverstößen in
der Lieferkette bewertet. Ergebnis der Analyse war, dass in der Sourcing-Gruppe „Batterie-Anlagen,
Unterbrechungsfreie Stromversorgung, Wechselrichter/Gleichrichter“ leicht erhöhte Risiken bestehen.
Dafür wurden risikomindernde zusätzliche Maßnahmen festgelegt.

Lieferkette
GRI 102-9
GRI 102-10
Details zur Lieferkette
und zur Lieferantenbewertung finden sich
im DMA

Die Betriebsführungs- und Erhaltungsmaßnahmen für bestehende Objekte und technische Anlagen
prägen die Lieferkette von VERBUND. Die Hauptleistungen betreffen dabei – abhängig von den jeweils
geplanten Investitions- bzw. Instandhaltungsprogrammen – das Bau- und Baunebengewerbe sowie die
elektro-maschinelle Anlagentechnik. Zusätzlich werden Leistungen unter anderem in den folgenden
Bereichen zugekauft: Informations- und Kommunikationstechnik, Dienstleistungen, Kommunikation
und Marketing und sonstige Leistungen für Wartungen.
Die Beschaffung von Primärenergie (Kohle und Gas) für die thermische Erzeugung stellt einen
weiteren Aspekt innerhalb der Lieferkette dar. Aufgrund der strategischen Ausrichtung von VERBUND auf
CO2-freie Erzeugung verliert diese Produktkategorie allerdings an Bedeutung.

GRI 308-1
GRI 414-1

Der Großteil des Beschaffungsvolumens von VERBUND wird durch formalisierte Ausschreibungen über
ein elektronisches Lieferanten- und Ausschreibungsportal abgewickelt. Im Zuge der Registrierung auf
dem Portal hat jeder potenzielle Lieferant auch einen Fragebogen zu den Themen Nachhaltigkeit,
Compliance, Umweltschutz und Arbeitssicherheit auszufüllen. Derzeit sind insgesamt rund 4.500 potenzielle Lieferanten auf dem Lieferantenportal hinterlegt. Im Jahr 2018 kamen ca. 200 hinzu – davon
haben 51 % den Fragebogen bereits beantwortet. Die vollständige Beantwortung des Fragebogens ist
Voraussetzung, um an einem Ausschreibungsverfahren von VERBUND teilnehmen zu können. Im Jahr
2018 wurden weiters die Angaben und die Dokumente der A-Lieferanten geprüft. Auf fehlende bzw.
mangelhafte Angaben folgten Aufforderungen seitens VERBUND zur Nachreichung bzw. Konkretisierung
der Informationen.

SDG 12

NFI-BERICHT

157

Beschaffungsstatistik

Die Anzahl der von VERBUND beauftragten Lieferanten belief sich 2018 auf rund 4.500. VERBUND gab 86 %
seines Bestellumsatzes in den Kernmärkten Österreich und Deutschland in Auftrag. Die restlichen 14 %
wurden von Lieferanten aus anderen Ländern (vorwiegend aus dem EU-Raum) bezogen.

GRI 204-1

VERBUND als verlässlicher und erfahrener Begleiter der Menschen

auf ihrem Weg in eine saubere Energiezukunft.

Insgesamt wurden 2018 Aufträge in Höhe von rund 480 Mio. € an Lieferanten in den folgenden
33 Ländern erteilt: Österreich, Deutschland, Niederlande, Slowakei, Tschechische Republik, Polen,
Schweiz, Frankreich, USA, Slowenien, Großbritannien, Albanien, Italien, Kroatien, Irland, Dänemark,
Spanien, Belgien, Schweden, Liechtenstein, Luxemburg, Rumänien, Bulgarien, China, Serbien, Norwegen, Griechenland, Island, Japan, Moldau, Brasilien, Kanada, Ungarn.
Beschaffungsstatistik
Einheit

2016

2017

2018

Beauftragte Lieferanten ca.

Anzahl

4.000

4.500

4.500

davon Anteil in Österreich

%

83

80

50

davon Anteil in Deutschland

%

12

10

36

davon aus dem Rest der Welt

%

5

10

14

Mio. €

252

305

480

Bestellvolumen

Risiken in der Lieferkette

Im Jahr 2017 wurde bei VERBUND unter Einbeziehung externer und interner Experten eine HotspotAnalyse zur Evaluierung der Risiken innerhalb der Lieferkette in den folgenden Bereichen durchgeführt: Arbeits- und Sicherheitsbedingungen, Korruption, Menschenrechte, Legal Compliance und
Umwelt. Die daraus hervorgegangenen Erkenntnisse führten im Jahr 2018 zu einer erhöhten Sensibilisierung bezüglich der Risikothematik in den Beschaffungsvorgängen. Aufgrund der erhöhten Risikoeinstufung der Sourcing-Gruppe „Batterie-Anlagen, Unterbrechungsfreie Stromversorgung, Wechselrichter/Gleichrichter“ wurde der Fokus in den Lieferantengesprächen auf Batteriezulieferer gelegt.
Diese Gespräche dienten dazu, Problematiken im Nachhaltigkeits- und Risikobereich zu erörtern und
risikomindernde zusätzliche Maßnahmen festzulegen.

GRI 103-2

158

Wien, am 14. Februar 2019
Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstands

Mag. Dr. Michael Strugl
Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

NFI-BERICHT

159

Unabhängiger Prüfungsbericht
Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen
Berichterstattung
Einleitung

Wir haben Prüfungshandlungen zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit („Limited Assurance“)
dahingehend durchgeführt, ob der nichtfinanzielle Bericht in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board
(GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (GRI-Standards: Option
Kern) sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den Bericht.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der VERBUND AG sind verantwortlich für die Erstellung des Berichtsinhaltes
in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien sowie für die Auswahl der zu überprüfenden Angaben.
Die Berichtskriterien umfassen die in den vom Global Sustainability Standards Board (GSSB) herausgegebenen GRI-Standards: Option Kern sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den
Bericht.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von
Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen
Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen
Angaben ist.
Verantwortung des Prüfers

Unsere Aufgabe besteht darin, auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen ein
Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit („Limited Assurance“) dahingehend abzugeben, ob die nichtfinanzielle Berichterstattung in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Berichtskriterien erstellt wurde. Die Berichtskriterien umfassen die vom Global Sustainability Standards Board
(GSSB) herausgegebenen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung GRI-Standards: Option Kern
sowie die in § 267a UGB genannten Anforderungen an den Bericht.
Wir haben die Prüfungshandlungen entsprechend dem International Standard on Assurance
Engagements ISAE 3000 (Revised), Assurance Engagements Other Than Audits or Reviews of Historical
Financial Information, herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board
(IAASB), zur Erlangung einer begrenzten Prüfsicherheit durchgeführt.
Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten
Sicherheit aussagen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in
Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards: Option Kern aufgestellt worden
ist sowie nicht alle in § 267a UGB geforderten Angaben enthalten sind.
Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger

GRI 102-56

160

umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die
Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige
Tätigkeiten durchgeführt, soweit sie für die Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit relevant sind:
• Befragung der von der VERBUND AG genannten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hinsichtlich der
Nachhaltigkeitsstrategie, der Nachhaltigkeitsgrundsätze und des Nachhaltigkeitsmanagements
• Befragung von Mitarbeitern zur Beurteilung der Methoden der Datengewinnung und -aufbereitung
sowie der internen Kontrollen
• Site-Visit im Wasserkraftwerk in Freudenau
• Abgleich der im Bericht abgebildeten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren mit den zur Verfügung
gestellten Dokumenten und Unterlagen
• Des Weiteren erfolgten Prüfungshandlungen dahingehend, ob im konsolidierten nichtfinanziellen
Bericht sämtliche gemäß § 267a UGB geforderten Informationen offengelegt werden. Eine inhaltliche
Prüfung erfolgte diesbezüglich nicht.
Zusammenfassende Beurteilung

Auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der nichtfinanzielle Bericht nicht in allen wesentlichen Belangen in
Übereinstimmung mit den Berichtskriterien nach den GRI-Standards: Option Kern aufgestellt worden
ist.
Des Weiteren sind uns auf Grundlage unserer Prüfungshandlungen keine Sachverhalte bekannt geworden, dass nicht sämtliche gemäß § 267a UGB geforderten Informationen im Bericht offengelegt
worden sind.
Auftragsbedingungen

Die „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“ (AAB 2018) vom 8.3.2000
idF vom 18.04.2018, herausgegeben von der Österreichischen Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sind Grundlage dieses Auftrags. Unsere Haftung ist gemäß Kapitel 8 AAB 2018 auf Vorsatz
und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Im Falle grober Fahrlässigkeit beträgt die maximale Haftungssumme das Fünffache des vereinnahmten Honorars. Dieser Betrag bildet den Haftungshöchstbetrag,
der nur einmal bis zu diesem Maximalbetrag ausgenutzt werden kann, dies auch, wenn es mehrere
Anspruchsberechtigte gibt oder mehrere Ansprüche behauptet werden.
Wien, 14.02.2019
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

NFI-BERICHT

161

162

Konzernabschluss

KONZERNABSCHLUSS

163

Gewinn- und Verlustrechnung
von VERBUND

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

Umsatzerlöse

2017

2018

2.913.247

2.847.923

Stromerlöse

1

2.370.188

2.189.805

Netzerlöse

1

416.409

537.168

Sonstige Erlöse

1

126.650

120.951

Sonstige betriebliche Erträge

2

78.350

65.492

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

3

– 1.428.220

– 1.360.723

Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige
Aufwendungen

4

– 114.200

– 125.781

Personalaufwand

5

– 313.624

– 322.834

Sonstige betriebliche Aufwendungen

6

– 213.209

– 239.831

922.345

864.245

– 327.337

EBITDA
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen

7

– 341.325

Wertminderungen1

8

– 259.125

– 8.977

Wertaufholungen1

8

78.212

127.183

400.107

655.114
28.437

Operatives Ergebnis
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

9

27.900

Sonstiges Beteiligungsergebnis

10

11.154

8.841

Zinsertrag

11

36.035

32.090

Zinsaufwand

12

– 129.634

– 127.442

Übriges Finanzergebnis

13

38.188

7.800

Wertminderungen

14

– 5.212

– 2.175

Wertaufholungen

0

330

Finanzergebnis

– 21.570

– 52.119

Ergebnis vor Ertragsteuern

378.537

602.995

Ertragsteuern

– 76.971

– 126.750

Periodenergebnis

15

301.566

476.245

Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen
(Konzernergebnis)

301.440

433.177

127

43.068

0,87

1,25

Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen
Ergebnis je Aktie in €2
1

16

Die Wertminderungen und Wertaufholungen wurden um etwaige Veränderungen von dazugehörigen abgegrenzten Baukostenbeiträgen und Zuschüssen der öffentlichen

Hand gekürzt. // 2 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander.

164

Gesamtergebnisrechnung
von VERBUND

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

Periodenergebnis
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Verpflichtungen
Bewertungen von Finanzinstrumenten
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen

Bewertungen von zur Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten

2018

301.566

476.245

34

6.644

– 25.477

17, 33

–

– 6.106

21

4.986

– 3.793

11.629

– 35.375

– 3.241

– 234

Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
Differenzen aus der Währungsumrechnung

2017

17
17

30.971

–

17, 33

– 63.119

– 27.881

17

213

160

Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden

– 35.175

– 27.954

Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern

– 23.546

– 63.330

Bewertungen von Cashflow Hedges
Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen

Ertragsteuern auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinnund Verlustrechnung umgegliedert werden

18

– 1.627

7.865

Ertragsteuern auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden

18

7.966

6.970

Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern

– 17.207

– 48.494

Gesamtperiodenergebnis

284.359

427.751

Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen
(Konzernergebnis)

283.645

386.589

715

41.161

Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen

KONZERNABSCHLUSS

165

Bilanz
von VERBUND

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

Langfristiges Vermögen

31.12.2017

31.12.2018

10.661.550

10.702.655

Immaterielle Vermögenswerte

19

675.587

644.250

Sachanlagen

20

8.871.326

8.957.118

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

21

312.975

323.290

22, 33

137.538

130.315

23, 25, 33

664.124

647.682

Sonstige Beteiligungen
Finanzanlagen und sonstige Forderungen
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige
Forderungen und Wertpapiere
Liquide Mittel

622.053

1.002.143

24

10.487

35.964

25, 33

582.973

926.831

26

28.593

39.347

11.283.602

11.704.798

31.12.2017

31.12.2018

Aktiva

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

Eigenkapital
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen

5.690.827

5.941.023

27 – 30

5.064.051

5.305.296

31

626.776

635.726

4.584.668

3.967.971

Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten

32, 33

2.141.598

1.472.817

Rückstellungen

34

821.802

816.805

Latente Steuerschulden

35

558.437

634.546

Baukostenbeiträge und Zuschüsse

36

747.487

746.871

33, 37

315.344

296.932

Sonstige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Schulden

1.008.108

1.795.804

32, 33

213.955

753.540

Rückstellungen

34

53.602

42.903

Laufende Steuerschulden

38

95.757

46.473

33, 39

644.794

952.888

11.283.602

11.704.798

Finanzverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten
Passiva

166

Entwicklung des Eigenkapitals
von VERBUND

Nach IFRS

Anhang
Stand per 1.1.2017

Eingefordertes
und eingezahltes
Grundkapital

Kapitalrücklagen

Angesammelte
Ergebnisse

Neubewertungen
der Nettoschuld aus
leistungsorientierten
Verpflichtungen

27

28

29

34
– 273.279

347.416

954.327

3.987.214

Periodenergebnis

–

–

301.440

–

Sonstiges Ergebnis

–

–

–

9.599

Gesamtperiodenergebnis

–

–

301.440

9.599

Dividende

–

–

– 100.751

–

Übrige Eigenkapitalveränderungen

–

–

– 440

0

Stand per 31.12.2017

347.416

954.327

4.187.462

– 263.680

Stand per 1.1.2018

347.416

954.327

4.187.462

– 263.680

–

–

49.922

–

347.416

954.327

4.237.384

– 263.680

Periodenergebnis

–

–

433.177

–

Sonstiges Ergebnis

–

–

–

– 21.080

Gesamtperiodenergebnis

–

–

433.177

– 21.080

Dividende

–

–

– 145.915

–

Übrige Eigenkapitalveränderungen

–

–

765

0

347.416

954.327

4.525.411

– 284.760

Erstmalige Anwendung von IFRS 9
Angepasster Stand per 1.1.2018

Stand per 31.12.2018

KONZERNABSCHLUSS

167

in Tsd. €

Differenzen
aus der
Währungsumrechnung

Bewertungen
von Finanzinstrumenten

Bewertungen
von
Cashflow
Hedges

Den
Aktionären
der
VERBUND AG
zuzurechnendes
Eigenkapital

Den nicht
beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes
Eigenkapital

Gesamtsumme
Eigenkapital

30

17-18, 21-23, 33

17-18, 33

– 3.908

30.270

– 160.443

4.881.597

647.904

–

–

–

301.440

127

301.566

– 3.246

22.983

– 47.130

– 17.795

588

– 17.207

– 3.246

22.983

– 47.130

283.645

715

284.359
– 122.593

31
5.529.501

–

–

–

– 100.751

– 21.843

0

0

0

– 440

0

– 440

– 7.154

53.253

– 207.573

5.064.051

626.776

5.690.827

– 7.154

53.253

– 207.573

5.064.051

626.776

5.690.827

–

– 50.116

–

– 194

– 42

– 236

– 7.154

3.137

– 207.573

5.063.857

626.734

5.690.591

–

–

–

433.177

43.068

476.245

– 293

– 4.418

– 20.797

– 46.587

– 1.907

– 48.494

– 293

– 4.418

– 20.797

386.589

41.161

427.751

–

–

–

– 145.915

– 32.169

– 178.084

0

0

0

765

0

765

– 7.447

– 1.280

– 228.370

5.305.296

635.726

5.941.023

168

Geldflussrechnung
von VERBUND

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

2017

2018

Periodenergebnis

301.566

476.245

Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu)
immaterielle(n) Vermögenswerte(n) und Sachanlagen

521.622

208.440

Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu)
Finanzanlagen

5.189

10.627

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen (gekürzt um erhaltene Dividenden)

– 13.685

– 16.689

Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen

– 29.014

– 626

Veränderung der langfristigen Rückstellungen und
der latenten Steuerschulden

– 31.517

62.844

Veränderung der Baukostenbeiträge und Zuschüsse

– 2.292

– 615

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge

– 50.318

– 26.741

Zwischensumme

701.551

713.484

Veränderung der Vorräte

– 1.674

– 25.477

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie der sonstigen Forderungen

– 2.317

– 225.838

– 76.333

261.929

19.355

– 59.983

640.582

664.115

Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und
der laufenden Steuerschulden
Cashflow aus operativer Tätigkeit
1

1

Im Cashflow aus operativer Tätigkeit sind 81,6 Mio. € gezahlte Ertragsteuern (Vorjahr: 34,2 Mio. €), 63,4 Mio. € gezahlte Zinsen (Vorjahr: 68,9 Mio. €), 0,2 Mio. € erhaltene

Zinsen (Vorjahr: 5,3 Mio. €) und 24,0 Mio. € erhaltene Dividenden (Vorjahr: 20,2 Mio. €) enthalten.

KONZERNABSCHLUSS

169

in Tsd. €

Nach IFRS

Anhang

Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen

2017

2018

– 243.452

– 295.557

Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen

4.670

46.741

Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen

– 136

– 218

Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen

5.369

5.273

Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode
bilanzierte und sonstige Beteiligungen

– 2.946

0

Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter
Tochterunternehmen sowie nach der Equity-Methode
bilanzierter und sonstiger Beteiligungen

17.200

0

0

– 200.004

Auszahlungen für Investitionen in kurzfristige Finanzanlagen
Einzahlungen aus Abgängen von kurzfristigen Finanzanlagen
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Geldmarktgeschäften

0

110.000

– 219.295

– 333.765

336

0

Auszahlungen für Geldmarktgeschäfte

0

10.695

Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)

0

100.000

– 298.397

– 252.208

Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
Gezahlte Dividenden
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Veränderung der liquiden Mittel
Liquide Mittel zum 1.1.
Veränderung der liquiden Mittel
Liquide Mittel zum 31.12.

40

– 122.593

– 178.084

– 420.654

– 319.596

633

10.754

27.960

28.593

633

10.754

28.593

39.347

170

Anhang
von VERBUND

Die VERBUND AG mit Sitz Am Hof 6a, 1010 Wien, ist das Mutterunternehmen des national wie
international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der
Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen.
VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt Strom an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler,
Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden.
Darüber hinaus handelt und vertreibt VERBUND Gas an Marktteilnehmer von Energiebörsen, an Händler
sowie Haushaltskunden und erbringt energienahe Dienstleistungen. Weiters betreibt VERBUND durch die
Austrian Power Grid AG das österreichische Übertragungsnetz und hält Beteiligungen an in- und ausländischen Energieversorgungsunternehmen.

Grundsätze der Rechnungslegung
Grundlagen

Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den
International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden
sind, aufgestellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a (1) UGB erfüllt.
Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen vollkonsolidierten
Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.
Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31. Dezember 2018.
Der Konzernabschluss von VERBUND besteht aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals, Geldflussrechnung und Anhang. Mit Ausnahme des
Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €) – ist der Konzernabschluss von VERBUND in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.
Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch
die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung
der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen.
Beherrschung ist gegeben, wenn die VERBUND AG schwankenden Renditen aus ihrem Engagement in
dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat,
diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.
Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von
Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall.
Die erstmalige Einbeziehung eines Tochterunternehmens erfolgt im Erwerbsfall mithilfe der Erwerbsmethode. Es kommt dabei zu einer Erfassung und Bewertung der zum erworbenen Unternehmen gehörigen, identifizierbaren materiellen und immateriellen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie der nicht beherrschenden Anteile. Positive Unterschiedsbeträge zwischen der
übertragenen Gegenleistung zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und, im Fall sukzessiver
Unternehmenserwerbe, zuzüglich einer bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung und des
beizulegenden Zeitwerts des Nettovermögens werden als Firmenwerte bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem Partnerunternehmen geführt werden und bei
denen VERBUND Rechte am Nettovermögen des Unternehmens hat (Gemeinschaftsunternehmen), sowie
Beteiligungsunternehmen, auf welche die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen

KONZERNABSCHLUSS

171

Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die EquityMethode ist eine Konsolidierungs- bzw. Bewertungsmethode, bei der die Beteiligung zunächst mit ihren
Anschaffungskosten angesetzt wird. In der Folge wird der Beteiligungsansatz um Veränderungen des
Anteils von VERBUND am Reinvermögen des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine „Einzeilenkonsolidierung“. Ein maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der
VERBUND AG direkt oder indirekt ein Stimmrechtsanteil von mindestens 20 %, aber weniger als 50 %
zusteht. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen
IFRS-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht
mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Treten bei einem nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungsunternehmen bedeutende Ereignisse oder Geschäftsfälle zwischen
diesem Stichtag und dem Bilanzstichtag von VERBUND ein, so werden entsprechende Anpassungen
berücksichtigt.
Konzerninterne Geschäfte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter
Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert. Bei konzerninternen Unternehmenserwerben und
Zusammenführungen von Gemeinschaftsunternehmen, sogenannten Transaktionen unter gemeinschaftlicher Beherrschung, werden die Buchwerte des übertragenen Unternehmens fortgeführt.
Wenn VERBUND bei Beteiligungsunternehmen, die gemeinsam mit einem anderen gemeinschaftlich
Tätigen geführt werden, Rechte an den dem Beteiligungsunternehmen zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für dessen Schulden hat (gemeinschaftliche Tätigkeit), bilanziert VERBUND
seinen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen.
Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist im
Kapitel „Konzernunternehmen“ dargestellt. Der Kreis der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2018
nicht geändert:

Konsolidierungskreis

Konsolidierungskreis

Vollkonsolidierung

Bilanzierung
nach der
Equity-Methode

Bilanzierung als
gemeinschaftliche
Tätigkeit

Stand per 31.12.2017

32

8

1

Stand per 31.12.2018

32

8

1

davon inländische Unternehmen

11

8

1

davon ausländische Unternehmen

21

0

0

In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit
dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt
mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im
übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die funktionale Währung der VERBUND AG sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro.
Mit Ausnahme der rumänischen Tochterunternehmen (VERBUND Wind Power Romania SRL und
VERBUND Trading Romania SRL) ist die funktionale Währung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ebenfalls der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND werden die Jahresabschlüsse

Währungsumrechnung

172

dieser ausländischen Tochterunternehmen nach der Methode der funktionalen Währung in Euro
umgerechnet.
Die funktionale Währung aller nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen ist
der Euro.
Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen
Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. mit von lokalen Nationalbanken veröffentlichten Kursen umgerechnet.
Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monatsdurchschnittskursen. Stichtagsumrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen.
Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt:
Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse
Land
Rumänien

Währungseinheit
1 € = RON

31.12.2017
Stichtagskurs

31.12.2018
Stichtagskurs

2017
Durchschnittskurs

2018
Durchschnittskurs

4,6585

4,6635

4,5711

4,6561

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Neu anzuwendende
bzw. angewendete
Bilanzierungsregeln

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle zum 31. Dezember 2018 verpflichtend anzuwendenden International Accounting Standards (IAS), International Financial Reporting Standards
(IFRS) sowie all jene Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), die in den Rechtsbestand der Europäischen Union übernommen
worden sind, beachtet.
In der Berichtsperiode 2018 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden bzw. wurden von VERBUND frühzeitig angewendet:
Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Standard bzw. Interpretation

Veröffentlicht
durch
das IASB
(übernommen
von der EU)

Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND

Wesentliche Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND

IAS 40

Änderungen:
Übertragungen von als
Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien

8.12.2016
(14.3.2018)

1.1.2018

Keine

IFRS 2

Änderungen:
Klassifizierung und
Bewertung von
Geschäftsvorfällen mit
anteilsbasierter Vergütung

20.6.2016
(26.2.2018)

1.1.2018

Keine

IFRS 4

Änderungen: Anwendung
von IFRS 9 mit IFRS 4
Versicherungsverträge

12.9.2016
(3.11.2017)

1.1.2018

Keine

KONZERNABSCHLUSS

173

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Standard bzw. Interpretation

Veröffentlicht
durch
das IASB
(übernommen
von der EU)

Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND

Wesentliche Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND

24.7.2014
(22.11.2016)

1.1.2018

Siehe unten

IFRS 9

Finanzinstrumente

IFRS 9

Änderungen: Negative
Vorfälligkeitsentschädigungen

12.10.2017
(22.3.2018)

1.1.2019

Keine

IFRS 15

Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden

28.5.2014 und
11.9.2015
(22.9.2016)

1.1.2018

Siehe unten

IFRS 15

Klarstellungen zu IFRS 15
Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden

12.4.2016
(31.10.2017)

1.1.2018

Siehe unten

IFRIC 22

Währungsumrechnung bei
Anzahlungen

8.12.2016
(28.3.2018)

1.1.2018

Keine

Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 9 und am 12. Oktober 2017
Änderungen zu IFRS 9 betreffend negative Vorfälligkeitsentschädigungen. Die neuen Bestimmungen
des IFRS 9 (inkl. der Änderungen) werden seit 1. Jänner 2018 angewendet. Durch IFRS 9 wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten neu geregelt. Die neuen Kategorien sehen in Abhängigkeit von der Art des Finanzinstruments bzw. des Geschäftsmodells eine Bilanzierung zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert (entweder über das Periodenergebnis oder das sonstige
Ergebnis) vor. Ebenso neu geregelt wurde die Erfassung von Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten. Nach IFRS 9 sind Wertminderungen nach einem Expected-Credit-Losses-Modell zu erfassen. Im Vergleich zu den Regeln des IAS 39 (Incurred-Credit-Loss-Modell) sind Vorsorgen dadurch
früher zu bilden. Im Bereich des Hedge Accounting wurden viele Einschränkungen des IAS 39 aufgehoben und der wirtschaftliche Aspekt der Sicherungsbeziehung wurde stärker betont.
Im Vergleich zu den bisher angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gibt es Abweichungen bei der Folgebewertung von gehaltenen Anteilen an Investmentfonds. Diese wurden in der
Vergangenheit als Wertpapiere der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ (FAAFS) bilanziert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts wurden damit im sonstigen Ergebnis erfasst. Nach IFRS 9 sind
die gehaltenen Anteile an Investmentfonds als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet“ (FVPL) zu klassifizieren, weil sich die Zahlungen in Zusammenhang mit den Fonds nicht
ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammensetzen. Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts werden daher im übrigen Finanzergebnis erfasst. Darüber hinaus wurden Eigenkapitalinstrumente der Kategorien „zu Anschaffungskosten gehalten“ (FAAC) und „zur Veräußerung
verfügbar“ (FAAFS) nach IFRS 9 als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI)
klassifiziert, weil diese aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig gehalten werden. Bei diesen
Eigenkapitalinstrumenten werden alle Bewertungs- und Abgangsergebnisse im sonstigen Ergebnis
erfasst. Erhaltene Dividenden in Zusammenhang mit diesen Eigenkapitalinstrumenten sind jedoch
weiterhin im sonstigen Beteiligungsergebnis auszuweisen. Die finanziellen Vermögenswerte der
Kategorie „Kredite und Forderungen“ (LAR) wurden nach IFRS 9 als „zu fortgeführten Anschaffungs-

174

kosten bewertet“ (AC) klassifiziert, weil sich die Zahlungen in Zusammenhang mit diesen finanziellen
Vermögenswerten ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammensetzen und sie zur
Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden. Die Erfassung von Wertminderungen für diese finanziellen Vermögenswerte nach dem Expected-Credit-Losses-Modell hat
zum 1. Jänner 2018 zu einer Verringerung des Buchwerts der Wertpapiere – bilanziell geschlossene
Positionen (0,1 Mio. €), der sonstigen Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen (0,1 Mio. €)
und der Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen (0,0 Mio. €) geführt. Bei den übrigen finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gab es keine Änderungen der Folgebewertung durch die
neuen Klassifizierungsregeln des IFRS 9. Die zum 31. Dezember 2017 gebildeten Sicherungsbeziehungen (Cashflow Hedges) wurden in Übereinstimmung mit den Übergangsbestimmungen ab
dem 1. Jänner 2018 fortgeführt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die ursprüngliche Bewertungskategorie und den Buchwert, der gemäß
IAS 39 bestimmt wurde, sowie die neue Bewertungskategorie und den Buchwert, der gemäß IFRS 9
bestimmt wurde, zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 9:
Bewertungskategorien und Buchwerte zum 1.1.2018

in Mio. €

Bewertungs- Bewertungskategorie
kategorie
nach IAS 39 nach IFRS 9
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FAAC

FVOCI

Buchwert
IAS 39

Buchwert
IFRS 9

0,6

0,6

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FAAC

FVPL

0,3

0,3

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FAAFS

FVOCI

10,8

10,8

Sonstige Beteiligungen

FAAFS

FVOCI

123,8

123,8

Sonstige Beteiligungen

FAAC

FVOCI

1,9

1,9
138,3

Wertpapiere

FAAFS

FVPL

138,3

Wertpapiere

FAAFS

FVOCI

7,5

7,5

Wertpapiere

FAAC

FVOCI

1,0

1,0

Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen

LAR

AC

59,7

59,5

Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene
Positionen

LAR

AC

274,9

274,7

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen

FAHFT

FVPL

89,8

89,8

LAR

AC

58,3

58,2

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen
Sonstige Ausleihungen

LAR

AC

5,1

5,1

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

LAR

AC

345,7

345,7

Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen

LAR

AC

27,9

27,9

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

LAR

AC

4,9

4,9

Sonstige Ausleihungen

LAR

AC

0,2

0,2

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FAHFT

FVPL

104,7

104,7

Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH

FAHFT

FVPL

19,2

19,2

Liquide Mittel

LAR

AC

28,6

28,6

Sonstige

LAR

AC

Summe finanzielle Vermögenswerte
Anleihen

FLAAC

AC

44,8

44,8

1.348,2

1.347,9

1.395,0

1.395,0

KONZERNABSCHLUSS

175

Bewertungskategorien und Buchwerte zum 1.1.2018

in Mio. €

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
und Sonstigen

FLAAC

AC

533,4

533,4

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

FLAAC

AC

106,3

106,3

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

FLAFVPL

FVPL

318,0

318,0

Anteilsrückgabeverpflichtung

FLAAC

AC

78,3

78,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

FLAAC

AC

1,5

1,5

Sonstige

FLAAC

AC

27,0

27,0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

FLAAC

AC

171,5

171,5

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FLHFT

FVPL

264,0

264,0

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich

FLHFT

FVPL

18,6

18,6

Sonstige

FLAAC

AC

115,1

115,1

3.028,7

3.028,7

Summe finanzielle Verbindlichkeiten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 auf die
Komponenten des Eigenkapitals:
Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 9

in Mio. €

Angesammelte
Ergebnisse

Bewertungen
von Finanzinstrumenten

Den
Aktionären
der
VERBUND
AG
zuzurechnendes
Eigenkapital

Den nicht
beherrschen
den
Anteilen
zuzurechnendes
Eigenkapital

Gesamtsumme
Eigenkapital

Reklassifizierung von gehaltenen Anteilen
an Investmentfonds von FAAFS in die
Kategorie FVPL

11,4

– 11,4

0,0

0,0

0,0

Reklassifizierung von gehaltenen
Eigenkapitalinstrumenten von
FAAFS/FAAC in die Kategorie FVOCI

38,7

– 38,7

0,0

0,0

0,0

Erfassung von Wertminderungen nach
dem Expected-Credit-Losses-Modell

– 0,2

0,0

– 0,2

0,0

– 0,2

Summe

49,9

– 50,1

– 0,2

0,0

– 0,2

Am 28. Mai 2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 15. Der verpflichtende
Erstanwendungszeitpunkt wurde mit der Veröffentlichung vom 11. September 2015 auf Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, verschoben. Darüber hinaus wurden am 12. April 2016
Klarstellungen zu den Regeln des IFRS 15 vorgenommen. IFRS 15 ersetzt IAS 11, IAS 18, IFRIC 13,
IFRIC 15, IFRIC 18 und SIC-31. Der neue Standard sieht ein fünfstufiges Modell zur Erfassung von
Erlösen vor. Zuerst sind der Vertrag/die Verträge mit einem Kunden und anschließend die eigenständigen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Danach muss der Transaktionspreis bestimmt
und auf die Leistungsverpflichtungen des Vertrags verteilt werden. Die Erlöserfassung erfolgt im fünften

176

Schritt bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch das Unternehmen. Bei VERBUND fällt eine große
Anzahl der abgeschlossenen Verträge mit Kunden in den Anwendungsbereich von IFRS 9, weil es sich
um keine sogenannten Eigenverbrauchsverträge (Own-use-Geschäfte) handelt. Diese Verträge sind
grundsätzlich vom Anwendungsbereich von IFRS 15 ausgenommen. Mit der physischen Erfüllung
werden sie jedoch als Umsatzerlöse im Sinne von IFRS 15 behandelt. Bei Own-use-Geschäften, bei
denen VERBUND das Ausfallsrisiko für die an den Kunden verrechneten Netzgebühren und Abgaben trägt,
ist es durch IFRS 15 zu einer Änderung gekommen. Da in Bezug auf diese Netzdienstleistungen das
Ausfallsrisiko von VERBUND getragen wird, ergab sich nach dem Chancen-und-Risiken-Ansatz des
IAS 18 eine Einstufung von VERBUND als Prinzipal – es erfolgte daher eine Umsatzrealisierung/
Bruttodarstellung. Nach IFRS 15 ist hingegen die Kontrolle über die Güter oder Dienstleistungen vor
Übertragung an den Kunden bei der Beurteilung, ob eine Prinzipal- oder Agentenstellung vorliegt,
entscheidend. Bei dieser Beurteilung spielt das Ausfallsrisiko keine Rolle mehr. VERBUND ist daher in
Bezug auf diese Leistungen als Agent anzusehen. Das bedeutet, dass für diese Leistungen seit
1. Jänner 2018 keine Umsatzrealisierung mehr erfolgt (Nettodarstellung). Darüber hinaus haben sich
keine wesentlichen Auswirkungen auf den Umfang und den Zeitpunkt der Erlösrealisierung durch die
erstmalige Anwendung von IFRS 15 ergeben. Die erstmalige Anwendung von IFRS 15 wurde rückwirkend durchgeführt, wobei eine Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge zum Erstanwendungszeitpunkt erfolgt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung
von IFRS 15 auf den vorliegenden Konzernabschluss:
Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 15

in Mio. €

2018
Stromerlöse

– 203,4

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

203,4

EBITDA

Neue, aber noch
nicht anzuwendende
bzw. angewendete
Bilanzierungsregeln

0,0

Das IASB hat weiters Standards verabschiedet, die von VERBUND in der Berichtsperiode 2018 noch nicht
angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union
noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:
Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Standard bzw. Interpretation

IAS 1 und
IAS 8

Änderungen: Definition
von wesentlich

IAS 19

Änderungen:
Planänderungen,
-kürzungen und
Abgeltungen

IAS 28

Änderungen: Langfristige
Anteile an assoziierten
Unternehmen und

Veröffentlicht
Pflicht
durch zur Anwendung
das IASB
für VERBUND
(Übernahme
durch die EU)1

Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND

22.10.2018
(für 2019
erwartet)

1.1.2020

Keine

7.2.2018
(für Q1/2019
erwartet)

1.1.2019

Keine

12.10.2017
(11.2.2019)

1.1.2019

Keine

KONZERNABSCHLUSS

177

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln
Standard bzw. Interpretation

Veröffentlicht
Pflicht
durch zur Anwendung
das IASB
für VERBUND
(Übernahme
durch die EU)1

Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND

Gemeinschaftsunternehmen
IFRS 3

Änderungen: Definition
eines Geschäftsbetriebs

22.10.2018
(für 2019
erwartet)

1.1.2020

In Abhängigkeit der
Ausgestaltung etwaiger
zukünftiger Transaktionen kann
es dazu kommen, dass der
Erwerb von Kraftwerken durch
einen Share Deal eher als ein
Erwerb einer Gruppe von
Vermögenswerten eingestuft
werden könnte

IFRS 16

Leasing

13.1.2016
(31.10.2017)

1.1.2019

Siehe unten

IFRS 17

Versicherungsverträge

18.5.2017
(offen)

1.1.2021

Keine

IFRIC 23

Unsicherheit bezüglich der
ertragsteuerlichen
Behandlung

7.6.2017
(23.10.2018)

1.1.2019

Keine

Diverse

Änderungen der Verweise
auf das Rahmenkonzept
zur Rechnungslegung

29.3.2018
(für 2019
erwartet)

1.1.2020

Keine

Diverse

Jährliche Verbesserungen
an den IFRS
Zyklus 2015–2017

12.12.2017
(für Q1/2019
erwartet)

1.1.2019

Keine

1

Grundlage: EU Endorsement Status Report vom 11. Februar 2019

Am 13. Jänner 2016 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung von IFRS 16. Dieser Standard
ersetzt zukünftig IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27. Der neue Standard sieht vor, dass alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Im Rahmen des konzernweiten IFRS-16-Umstellungsprojekts wurde in
der Berichtsperiode 2018 an der Integration einer zentralen Datenbanklösung zur Verwaltung und
zukünftigen Bilanzierung von Leasingverträgen in die IT-Landschaft von VERBUND gearbeitet. Parallel
dazu wurde auch eine Vertragsbeurteilung nach den Kriterien von IFRS 16 vorgenommen. Die neuen
Regeln des IFRS 16 werden zu einer Bilanzverlängerung, zu geringeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei gleichzeitig höheren Abschreibungen und Zinsaufwendungen sowie zu einer Verschiebung des Aufwands aus Leasingverhältnissen hin zum Beginn der jeweiligen Vertragslaufzeit führen.
Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 wird rückwirkend durchgeführt, wobei eine Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge zum Erstanwendungszeitpunkt erfolgt. IFRS 16 wird dabei nicht auf
Vereinbarungen angewendet, die nach IAS 17 und IFRIC 4 als Vereinbarung ohne Leasingverhältnis
eingestuft wurden. Auf Portfolien ähnlich ausgestalteter Leasingverhältnisse wird bei der Erstanwendung ein einziger Abzinsungssatz angewendet. Darüber hinaus wird von der Möglichkeit
Gebrauch gemacht, bei Leasingverhältnissen auf eine Wertminderungsprüfung zu verzichten. Stattdessen wird bewertet, ob es sich um einen belasteten Vertrag handelt und anschließend das Nutzungsrecht
in Höhe der allenfalls bestehenden Rückstellung berichtigt. Leasingzahlungen für Leasingverhältnisse,

178

deren Vertragslaufzeit zwölf Monate oder weniger beträgt oder deren Restlaufzeit zum Erstanwendungszeitpunkt zwölf Monate oder weniger beträgt, sowie für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden zum Teil weiterhin als Aufwand erfasst.
Nach derzeitigem Kenntnisstand des so gut wie abgeschlossenen Implementierungsprojekts werden
sich das Anlagevermögen und die Nettoverschuldung von VERBUND zum Erstanwendungszeitpunkt von
IFRS 16 um rund 160 Mio. € erhöhen. Darüber hinaus wird sich das EBITDA der Berichtsperiode 2019
durch die erstmalige Anwendung um rund 30 Mio. € verbessern. In Bezug auf das Konzernergebnis
werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.
Firmenwerte
und sonstige
immaterielle
Vermögenswerte

Bei der Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses ist die übertragene Gegenleistung
(zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und einer etwaigen bereits zuvor von VERBUND
gehaltenen Beteiligung) dem beizulegenden Zeitwert des übernommenen Reinvermögens gegenüberzustellen, um einen allfälligen Unterschiedsbetrag aus dem Unternehmenszusammenschluss zu
ermitteln. Ist dieser positiv, so handelt es sich um einen Firmenwert; ist dieser negativ, so ist die
Ermittlung der Wertansätze der Einflussgrößen auf den Unterschiedsbetrag zu überprüfen. Sofern auch
nach der Überprüfung ein negativer Unterschiedsbetrag verbleibt, ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.
Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens jährlich einer
Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck sind sie auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu verteilen, die erwartungsgemäß von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
entsprechen der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management von VERBUND den
Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht. Wenn Firmenwerte nicht ohne Willkür
einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugewiesen werden können, kann diese unterste
Ebene auch eine Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten umfassen. Die Werthaltigkeitsprüfung
eines Firmenwerts erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit
ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag
aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Unterschreitet der
erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, so ist zunächst der Firmenwert abzuschreiben; gegebenenfalls verbleibende Wertminderungen reduzieren pro rata die Buchwerte
der anderen Vermögenswerte. Firmenwertabschreibungen dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der (Gruppe
von) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt bei VERBUND grundsätzlich aufbauend auf der Mittelfristplanung im vierten Quartal der jeweiligen Berichtsperiode. Zusätzlich zur jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Konzernzwischenabschlusses (und gegebenenfalls auch zum Ende der Berichtsperiode) eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob
Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Werden dabei Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt, erfolgt eine (zusätzliche) Werthaltigkeitsprüfung.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten
und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger
linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im
Wesentlichen 10 bis 20 Jahre; Software wird über vier Jahre abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich auf
ihre Werthaltigkeit überprüft, sind aber für den Konzernabschluss von VERBUND unwesentlich.

KONZERNABSCHLUSS

179

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2018
insgesamt 10,5 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €). Forschungskosten werden in der Berichtsperiode ihres
Anfalls ergebniswirksam erfasst; Entwicklungskosten sind hingegen gemäß IAS 38 unter bestimmten
Voraussetzungen als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und in der Folge über
ihre Nutzungsdauer abzuschreiben. Im Konzernabschluss von VERBUND werden Entwicklungskosten
mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien bzw. mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit in
der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Solange immaterielle Vermögenswerte noch
nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist deren Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.
Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden zu Anschaffungs- oder
Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich
planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet.
Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden
bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Gemäß den Bilanzierungsregeln von
VERBUND entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer wesentlicher Projekte mindestens zwölf Monate beträgt. Insoweit eine spezifische Fremdfinanzierung des qualifizierten Vermögenswerts vorliegt, werden die tatsächlichen Fremdkapitalkosten (abzüglich
der Veranlagungserträge aus etwaigen Zwischenveranlagungen) aktiviert. Erfolgt eine allgemeine Konzernfinanzierung, so werden die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten aktiviert. Kommt es zu einer Kompensation der Fremdkapitalkosten in der Periode des Anfalls, wird keine Aktivierung vorgenommen. Die
monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der
Berichtsperiode 2018 rund 3,7 % (Vorjahr: rund 3,7 %).
Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten
Nutzungsdauern ihrer Komponenten. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:
Nutzungsdauer
Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten
Wasserbauten

in Jahren

10 – 50
20 – 100

Maschinelle Anlagen

10 – 80

Elektrische Anlagen

5 – 50

Leitungen
Betriebs- und Geschäftsausstattung

50
4 – 10

Die erwartete Nutzungsdauer von Wasserkraftwerken wird unabhängig von den Laufzeiten wasserrechtlicher Bewilligungen bestimmt, weil davon auszugehen ist, dass diese Bewilligungen nach Ablauf
wieder erteilt werden. Dies gilt aufgrund von Erfahrungswerten auch für jene bayerischen Laufwasserkraftwerke, bei denen ein Heimfallsrecht zugunsten des Freistaats Bayern besteht. Auch die erwartete
Nutzungsdauer des Donaukraftwerks Jochenstein wurde unabhängig von der bestehenden Rückgabeverpflichtung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG im Jahr 2050 (siehe: Sonstige
Verbindlichkeiten) bestimmt. Es wird nämlich erwartet, dass VERBUND auch über das Jahr 2050 hinaus
Eigentümer und Betreiber des Donaukraftwerks Jochenstein sein wird.

Sachanlagen

180

Geleaste
Vermögenswerte

Trägt VERBUND bei einem geleasten Vermögenswert alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem,
wird der Vermögenswert zum Barwert der Mindestleasingzahlungen (oder gegebenenfalls zum
niedrigeren beizulegenden Zeitwert) im langfristigen Vermögen angesetzt. In gleicher Höhe wird eine
Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird über die erwartete Nutzungsdauer oder
gegebenenfalls über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode fortgeführt.
Alle übrigen Mietverträge, bei denen VERBUND als Leasingnehmer auftritt, werden als OperatingLeasingverhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden grundsätzlich linear über die Laufzeit der
Leasingverhältnisse als Ertrag bzw. Aufwand erfasst.

Werthaltigkeit
von nicht finanziellen
Vermögenswerten

Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden.
Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle
Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine
Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen – unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt oder nicht (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte).
Ein Vermögenswert bzw. eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist dann wertgemindert, wenn der
Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
übersteigt.
Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Beizulegende Zeitwerte sind primär marktpreisorientiert zu ermitteln und
können, der Bewertungshierarchie in IFRS 13 entsprechend, beispielsweise auf vorliegende bindende
Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht
möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung. Gesetzt den Fall, dass kapitalwertorientierte Verfahren angewendet werden, kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode)
zum Einsatz. Künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben werden dabei in die
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen. Als Preisgerüst werden Preisnotierungen für
Energiefutures herangezogen, solange ein liquider Markt existiert. Danach werden die letzten Preisnotierungen durch lineare Interpolation an die durchschnittlichen Preisprognosen zweier renommierter
Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft herangeführt. Die finanziellen Überschüsse, die im
Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen der zwei renommierten Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft erwartet werden (= Rentenphase), werden bei einem unterstellten
unendlichen Bestand eines Kraftwerksstandorts (z. B. bei Wasserkraftwerken) mittels Terminal-ValueBerechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe
von 2 % ausgegangen.
Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren bestimmt. Hierbei
kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Das Preisgerüst wird durch
Preisnotierungen für Energiefutures und das VERBUND-Energy-Market-Model (VEMM) determiniert. Das
VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger
Strom- und Erdgaspreisszenarien für Energiemärkte. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. Die finanziellen Überschüsse, die
im Zeitraum nach dem Ende des Vorliegens der Preisprognosen des VEMM erwartet werden (= Rentenphase), werden bei einem unterstellten unendlichen Bestand eines Kraftwerksstandorts

KONZERNABSCHLUSS

181

(z. B. bei Wasserkraftwerken) mittels Terminal-Value-Berechnung berücksichtigt. Dabei wird von einer
Wachstumsrate der finanziellen Überschüsse in Höhe von 2 % ausgegangen. Der Diskontierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes
und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit)
widerspiegelt; die Ermittlung des entsprechenden Vor-Steuer-Zinssatzes erfolgt iterativ.
Gesetzt den Fall, dass eine Wertminderung in einer Folgeperiode nicht mehr gegeben ist, ist eine
ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen. Sowohl Wertminderungen als auch Wertaufholungen
werden ergebniswirksam erfasst, in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung als Wertminderungen bzw. Wertaufholungen ausgewiesen und im Anhang erläutert. Betreffen Wertminderungen bzw. Wertaufholungen nicht fortzuführende Aktivitäten, werden diese im Ergebnis nach Ertragsteuern aus nicht fortzuführenden Aktivitäten ausgewiesen und im Anhang erläutert.
Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der EquityMethode bilanzierten assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen
werden gemäß IFRS 9 bilanziert. Werden diese Beteiligungen aufgrund strategischer Überlegungen
längerfristig gehalten, werden sie „als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI)
klassifiziert. Andernfalls werden sie als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVPL)
klassifiziert. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen wird in Abhängigkeit der jeweiligen Situation
aus Marktnotierungen, vergleichbaren zeitnahen Transaktionen, Bewertungen nach der DiscountedCashflow- oder Multiplikatormethode bzw. den Anschaffungskosten abgeleitet.
Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß
IAS 28 entsprechend der Beteiligungsquote von VERBUND spiegelbildlich zu den Reinvermögensänderungen beim Beteiligungsunternehmen fortgeführt. Diese Fortführung des anteiligen Eigenkapitals
erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).
Die Beteiligungsbuchwerte werden dabei um die VERBUND zustehenden Anteile am Periodenergebnis
und am sonstigen Ergebnis sowie um Dividenden, Eliminierungen wesentlicher Zwischenergebnisse
und die Fortführung von Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von
Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, erhöht oder vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene
Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle
Vermögenswerte) und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf
Werthaltigkeit getestet. Wenn der Anteil von VERBUND an Verlusten einer nach der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligung dem Buchwert der Beteiligung entspricht bzw. diesen übersteigt, werden weitere Verluste nur in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, wie rechtliche oder faktische
Verpflichtungen eingegangen oder Zahlungen für die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung
geleistet wurden. Der Buchwert der Beteiligung umfasst dabei den nach der Equity-Methode ermittelten Anteil zuzüglich sämtlicher langfristiger Anteile, die dem wirtschaftlichen Gehalt nach der Nettoinvestition in die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung zuzuordnen sind.

Beteiligungen

Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen überprüft,
ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn solche vorliegen, ist für die nach der
Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36
durchzuführen.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt anhand des erzielbaren Betrags, welcher den höheren
Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert darstellt. Zur

Werthaltigkeit
von nach der EquityMethode bilanzierte
Beteiligungen

182

Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung werden in erster Linie marktpreisorientierte
Verfahren und alternativ kapitalwertorientierte Verfahren verwendet. Sofern Letztgenannte angewendet werden, werden seitens VERBUND der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts die besten verfügbaren Informationen zugrunde gelegt, die ein hypothetischer Erwerber in einer Transaktion zu Marktbedingungen heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird in der Regel der auf VERBUND
entfallende anteilige Barwert der geschätzten, zukünftig vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen erzielbaren Cashflows herangezogen.
Finanzanlagen,
Ausleihungen und
Forderungen

Finanzanlagen und Ausleihungen werden als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC)
klassifiziert, wenn sich die Zahlungen in Zusammenhang mit diesen finanziellen Vermögenswerten
ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammensetzen und sie zur Vereinnahmung der
vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden. Setzen sich Zahlungen in Zusammenhang mit diesen
finanziellen Vermögenswerten zwar ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammen,
werden sie aber zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme oder zum Verkauf gehalten,
werden sie als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert. Setzen sich
die Zahlungen in Zusammenhang mit diesen finanziellen Vermögenswerten nicht ausschließlich aus
Zins- und Tilgungszahlungen zusammen, werden sie als „ergebniswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet“ (FVPL) klassifiziert.
Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz von zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten wird nach der Effektivzinsmethode unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen (siehe: Werthaltigkeit finanzieller
Vermögenswerte) ermittelt. Der Wertansatz von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten in der Bilanz ergibt sich vordergründig auf Basis von Börsenkursen (Stufe-1Bewertungen im Sinne von IFRS 13). Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die
beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von
Marktpreisen) bestimmt werden (Stufe-2-Bewertungen).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten
Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen werden als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) klassifiziert und zu den Anschaffungskosten abzüglich
etwaiger Wertminderungen bilanziert (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte).
Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten im Wesentlichen Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften. Letztere werden als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) klassifiziert. Die
in den kurzfristigen sonstigen Forderungen enthaltenen sonstigen Vermögenswerte werden ebenfalls zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen kurzfristigen
Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe: Emissionszertifikate).

Werthaltigkeit
finanzieller
Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste für finanzielle
Vermögenswerte, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) klassifiziert wurden, bzw.
für Schuldinstrumente, die als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) klassifiziert wurden, für Forderungen aus Leasingverhältnissen, Vertragsvermögenswerte sowie für finanzielle
Garantien erfasst. Die erwarteten Kreditverluste werden in mehreren Stufen berücksichtigt. Bei finanziellen Vermögenswerten, die zum Bilanzstichtag ein niedriges Kreditrisiko aufweisen, und finanziellen

KONZERNABSCHLUSS

183

Vermögenswerten, deren Kreditrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat,
ergibt sich die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts (Stufe 1). Von
einem niedrigen Kreditrisiko wird dabei ausgegangen, wenn das interne Rating einem externen Rating
im Investment-Grade-Bereich entspricht (Standard & Poor’s: > BBB–, Moody’s > Baa3). Von einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos wird ausgegangen, wenn der finanzielle Vermögenswert mehr als
30 Tage überfällig ist. In diesen Fällen wird die Wertberichtigung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen (Stufe 2). Zur Ermittlung der Höhe der zu erfassenden Wertminderungen
dienen von der Ratingkategorie abhängige Ausfallswahrscheinlichkeiten und Einbringungsquoten. Die
Wertberichtigung
wird
in
Höhe
des
Barwerts
der
erwarteten
Kreditverluste
erfasst. Zusätzlich wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob bei einem finanziellen Vermögenswert
mittlerweile eine beeinträchtigte Bonität vorliegt (Stufe 3). Dies ist der Fall, wenn zum Beispiel signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten bzw. Kreditnehmers oder ein Vertragsbruch vorliegen
bzw. wenn der finanzielle Vermögenswert 90 Tage überfällig ist. Die Erfassung von Zinserträgen erfolgt
bei finanziellen Vermögenswerten der Stufe 1 und 2 auf Basis des Effektivzinssatzes auf den Bruttobuchwert und bei finanziellen Vermögenswerten der Stufe 3, indem der Effektivzinssatz auf die fortgeführten Anschaffungskosten angewendet wird. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Vertragsvermögenswerten und Forderungen aus Leasingverhältnissen wird eine vereinfachte Vorgehensweise zur Bemessung der Wertberichtigung angewandt. Bei diesen Forderungen und Vermögenswerten wird immer anhand einer Wertberichtigungstabelle eine Wertberichtigung in Höhe der über die
Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst.
Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zum Verbrauch in Zusammenhang mit dem
CO2-Ausstoß thermischer Kraftwerke hält, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß
IAS 38, IAS 20 und IAS 37.
Die Emissionszertifikate werden am Tag der Zuteilung bzw. Anschaffung zum beizulegenden Zeitwert
(im Fall von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten) oder zu den Anschaffungskosten (im Fall
von entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts (Stufe 1) – hierfür ist grundsätzlich der
Börsenkurs an der European Energy Exchange (EEX) maßgeblich – ein Passivposten für den erhaltenen
Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von
Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Der CO2-Ausstoß führt zu
einem „Verbrauch“ von Emissionszertifikaten, der nach dem gewogenen Durchschnittspreisverfahren
bewertet und ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz erfasst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird
durch eine sonstige Verbindlichkeit in korrespondierender Höhe berücksichtigt. Bei einer
Unterdeckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der
fehlenden Emissionszertifikate.
Die Bewertung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler
(Brokerage Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten.

Emissionszertifikate

Die Bewertung der Vorräte an den Primärenergieträgern Erdgas, Kohle und Heizöl sowie an Hilfs- und
Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am
Bilanzstichtag. Letzterer ergibt sich aus den geplanten Stromerlösen abzüglich noch anfallender

Vorräte

184

Herstellungskosten. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und an Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffen erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.
Die Bewertung von Vorräten an Erdgas, die VERBUND zu Handelszwecken hält, erfolgt ergebniswirksam
in den sonstigen Erlösen. Gemäß der Ausnahmeregelung für Rohstoff- und Warenhändler (Brokerage
Exemption) bildet den Bewertungsmaßstab dabei der beizulegende Zeitwert (Stufe 1) abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Börsenpreis für Frontmonat-Gasforwards
am Central European Gas Hub (CEGH) bzw. an der NetConnect Germany (NCG).
Herkunftsnachweisbzw. Grünstromzertifikate

Die Bilanzierung von gewährten Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten, die von VERBUND zum
Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln
gemäß IAS 2 und IAS 20. Die Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate werden bei Erwerb des
Rechtsanspruchs (in der Regel Produktion von Strom in zertifizierten Kraftwerken) als Vorrat erfasst.
Der Ertrag aus der Zuteilung der Zertifikate wird saldiert mit der Bestandsveränderung aus dem Abgang
von Zertifikaten in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt
gegebenenfalls zum niedrigeren Nettoveräußerungspreis. Die Erlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweis- oder Grünstromzertifikaten werden in den sonstigen Umsatzerlösen erfasst.

„Zur Veräußerung
gehaltene“ Vermögenswerte und nicht
fortzuführende
Aktivitäten

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie
überwiegend durch Veräußerung bzw. nicht fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Unmittelbar vor der
Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ werden die Vermögenswerte oder Bestandteile einer Veräußerungsgruppe gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns neu bewertet. Danach
werden die Vermögenswerte bzw. die Veräußerungsgruppen zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert
und beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt.
Als nicht fortzuführende Aktivität werden Geschäftsbereiche von VERBUND bezeichnet, die (inklusive
ihrer Cashflows) vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und die einen gesonderten
wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellen, Teil eines einzelnen
abgestimmten Plans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder
geografischen Geschäftsbereichs sind oder ein Tochterunternehmen darstellen, das ausschließlich mit
der Absicht einer Weiterveräußerung erworben wurde. Eine Einstufung als nicht fortzuführende Aktivität erfolgt bei Veräußerung oder sobald der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Einstufung als „zur
Veräußerung gehalten“ erfüllt, wenn dies früher der Fall ist. Wenn ein Geschäftsbereich als nicht fortzuführende Aktivität eingestuft wird, werden die Vergleichsinformationen in der Gewinn- und
Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung so angepasst, als ob der Geschäftsbereich von
Beginn der Vergleichsperiode an als nicht fortzuführende Aktivität eingestuft worden wäre.

Finanzverbindlichkeiten

Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung mit ihrem beizulegenden Zeitwert (unter Einbeziehung
von Transaktionskosten, die direkt der Emission zuzurechnen sind) erfasst. Dieser entspricht in der
Regel dem tatsächlich zugeflossenen Betrag. Etwaige Agien, Disagien oder sonstige Unterschiede zwischen dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden durch Anwendung der Effektivzinssatzmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand
ausgewiesen.
Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-LeasingTransaktionen entstanden sind (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen), wurden mithilfe der

KONZERNABSCHLUSS

185

sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz und bei der erstmaligen Anwendung von
IFRS 9 als „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden (siehe: Finanzinstrumente
und Risikomanagement).
Werden Netztarife durch einen Regulator auf Basis von Kosten- bzw. Erlösschätzungen festgelegt und
Minder- oder Mehrkosten bzw. -erlöse aus der Vergangenheit bei der Tariffestsetzung in der Zukunft
berücksichtigt, so ist der Netzbetreiber berechtigt, Mehrkosten bzw. Mindererlöse in zukünftigen Jahren
von den Netznutzern im Wege höherer Tarife abgegolten zu bekommen, oder verpflichtet, Minderkosten
bzw. Mehrerlöse den Netznutzern im Wege niedrigerer Tarife rückzuvergüten. Solche Ansprüche bzw.
Verpflichtungen werden als regulatorische Vermögenswerte bzw. Schulden bezeichnet. Regulatorische
Vermögenswerte und Schulden sind in den meisten Fällen mangels Erfüllung der allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht bilanzierungsfähig.
VERBUND ist mit seinem Geschäftssegment Netz einem solchen durch die Energie-Control Austria für
die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) regulierten Tarifregime unterworfen.
Im Konzernabschluss von VERBUND werden, so die allgemeinen Ansatzkriterien in den IFRS nicht erfüllt
sind, weder regulatorische Vermögenswerte aktiviert noch regulatorische Schulden passiviert.

Regulatorische
Vermögenswerte und
Schulden

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen ist VERBUND unter bestimmten Voraussetzungen
verpflichtet, Pensionszahlungen auf Endgehaltsbasis an (ehemalige) Mitarbeiter nach deren Eintreten in
den Ruhestand zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes
Pensionskassenvermögen der APK Pensionskasse AG (Pensionskasse) gegenüber. Zur Absicherung von
Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH, Innwerk AG und Grenzkraftwerke GmbH bestehen Treuhandlösungen (Contractual
Trust Arrangement, CTA). Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht
eine Nachschussverpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen.
Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch die Treuhandlösungen werden als Planvermögen im Sinne
von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften auf
Pensionen saldiert.
Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche
Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei Neubewertungen der Nettoschuld – dabei handelt es sich um versicherungsmathematische
Gewinne und Verluste bzw. Erträge des Planvermögens unter Ausschluss des erwarteten Zinsertrags –
im Entstehungsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst werden.
Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im
Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen als Personalaufwand erfasst. Der Nettozinsaufwand wird
im Zinsaufwand ausgewiesen.
Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten;
als Rechnungsgrundlagen werden die Sterbetafeln „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ und „Heubeck-Richttafeln 2018 G“ herangezogen.
Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt unter Beachtung der Bestimmungen des
Pensionskassengesetzes bzw. der entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Pensionsverpflichtungen,
pensionsähnliche
Verpflichtungen,
gesetzliche
Abfertigungen und
Altersteilzeitverpflichtungen

186

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt
zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen
erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.
Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31. Dezember 2002 begann, erhalten auf Basis
österreichischer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder zum
Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Die Höhe dieser Zahlung ist von der Anzahl der
Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezugs abhängig. Die Bewertung dieser
Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der PUC-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren,
wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort im sonstigen Ergebnis erfasst werden.
Für alle nach dem 31. Dezember 2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein
Direktanspruch des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung gegenüber dem Arbeitgeber. Für
diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Bei diesem
Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird
daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.
Im Rahmen von Altersteilzeitmodellen wird Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, vor dem Eintritt des
ASVG-Pensionsanspruchs unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich geregelten Pensionsantrittsalter
aus dem Unternehmen auszuscheiden. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach
der PUC-Methode, wobei Neubewertungen der Nettoschuld sofort ergebniswirksam realisiert werden.
Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen.
Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen.
Zum Zweck der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der
VERBUND Innkraftwerke GmbH und der Innwerk AG bestehen ebenfalls Treuhandlösungen
(Contractual Trust Arrangement, CTA). Eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als
Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.
Rückstellungen

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen
gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren
Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe
der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung
nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum
voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der Erfüllungsbetrag stellt die bestmögliche Schätzung jener
Ausgabe dar, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten
übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag
absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.
Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von Kraftwerken resultieren, werden in
der Berichtsperiode ihrer Entstehung mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung für
Abbruchkosten passiviert; zugleich erhöhen sich grundsätzlich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe: Sachanlagen). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Kraftwerksanlagen abgeschrieben; die Rückstellungen
werden jährlich aufgezinst.
Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten belasteten Verträgen
gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies
ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei

KONZERNABSCHLUSS

187

Nichterfüllung. Die Erfassung von Wertminderungen auf mit dem „belasteten“ Vertrag verbundene
Vermögenswerte geht jedoch der Erfassung von Drohverlustrückstellungen voraus.
Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags
wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND werden grundsätzlich sämtliche Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als
zwölf Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die
schuldspezifischen Risiken angepasster Vorsteuerzinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.
Die sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies gilt auch für
die Verpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem
Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) entstanden ist.
Diese Verpflichtung wird durch periodische Verzinsung erhöht und fortschreitend in jenem Ausmaß
getilgt, in dem VERBUND durch Lieferung bzw. Zeitablauf von der Stromlieferverpflichtung frei wird. Im
Zuge des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten erfolgte 2013 eine außerplanmäßige Tilgung von 60 % der Verpflichtung.
Ebenso wird die im Rahmen des Erwerbs (weiterer) bayerischer Wasserkraftwerkskapazitäten übernommene Verpflichtung zur unentgeltlichen Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an den Freistaat Bayern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Der erwartete beizulegende Zeitwert der Anteile zum Rückübertragungszeitpunkt (31. Dezember 2050)
wird periodisch ermittelt und unter Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes (dieser
entspricht den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zum Erwerbszeitpunkt) diskontiert.
Änderungen bezüglich des erwarteten beizulegenden Zeitwerts der Anteile werden im übrigen
Finanzergebnis erfasst.

Sonstige
Verbindlichkeiten

Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten
der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens.
Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern hinreichend sicher ist, dass VERBUND die
Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses erfüllt und der Zuschuss tatsächlich gewährt
werden wird. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des
entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst.
Aufwands- bzw. Ertragszuschüsse der öffentlichen Hand führen ebenfalls zur Bildung eines Passivpostens, der entsprechend dem zeitlichen Anfall der dazugehörigen Aufwendungen periodengerecht
aufgelöst wird.

Zuschüsse der
öffentlichen Hand

Baukostenbeiträge, die VERBUND von Strombezugsberechtigten (insbesondere von Landesenergiegesellschaften) z. B. für Kraftwerksprojekte erhält, führen zur Bildung eines Passivpostens. Mit der Leistung
des Baukostenbeitrags erhalten die Strombezugsberechtigten die Möglichkeit, im Ausmaß ihres Anteils
Strom gegen Ersatz der Produktionskosten zu beziehen. Der Passivposten wird daher entweder über die
Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam
aufgelöst. Die Auflösungsbeträge werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Baukostenbeiträge

188

Cross-BorderLeasingTransaktionen bzw.
bilanziell
geschlossene
Positionen

In den Berichtsperioden 1999 bis 2001 schloss VERBUND mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen
ab. Dabei wurden Kraftwerke an amerikanische Investoren verleast und gleichzeitig wieder mittels
eines Finanzierungsleasingvertrags zurückgeleast.
Bei den Transaktionen war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen, sowohl für die
Equity-Teile als auch für die Loan-Teile, durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren (Zero
Coupons, Medium Term Notes) oder durch Ausleihungen an Finanzinstitute gegeben.
Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Lauf der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das
Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie aufgrund von
Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der anzuerkennenden Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden.
In den Berichtsperioden 2009 und 2010 wurden insgesamt rund 85 % des ursprünglichen Volumens
an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion von VERBUND
(Kraftwerk Freudenau) hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur (siehe: Sonstige Verpflichtungen
bzw. Ansprüche und Risiken). Für den Barwertvorteil aus dieser Transaktion wurde ein Passivposten
gebildet, der über die Vertragsdauer ergebniswirksam aufgelöst wird. Der Ausweis der Auflösungsbeträge erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Die Auflösung der Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung,
das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den
Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND
fortgeführt wurden. Die entsprechenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die entsprechenden
Veranlagungen wurden in der Folge daher auch weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (ausschließlich US-Dollar) bestehenden Salden
erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl
wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet.
Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND die aus vorzeitig
beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten
weiterhin gesondert dargestellt; sämtliche Positionen sind mit Ausnahme der erfassten Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste bilanziell geschlossen.

Ertragsteuern

Der für die Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand
umfasst die für vollkonsolidierte Tochterunternehmen aus deren steuerpflichtigen Einkommen und
dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechneten laufenden Ertragsteuern sowie die
Veränderungen der latenten Steuerschulden und -erstattungsansprüche.
Gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode zur Steuerabgrenzung in IAS 12 werden
latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden
im IFRS-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Ebene des Tochterunternehmens
gebildet. Latente Steuerschulden und -erstattungsansprüche werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung von zu versteuernden
Einkommen zukünftiger Berichtsperioden führen. Wahrscheinlich realisierbare Steuervorteile aus noch
nicht genutzten Verlustvorträgen werden in die Ermittlung der Steuerabgrenzungen miteinbezogen.
Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen entstehen, führen zu

KONZERNABSCHLUSS

189

keinen Steuerabgrenzungen; temporäre Differenzen, die aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von
Firmenwerten in Folgeperioden entstehen bzw. sich verändern, werden hingegen latenziert. Eine
weitere Ausnahme von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden temporäre Unterschiede in Bezug
auf die Wertansätze von Beteiligungen, sofern diese nicht aus steuerwirksamen Abschreibungen
resultieren.
Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß zu dem Zeitpunkt gelten werden, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich wieder
ausgleichen werden. Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25 %.
Von den vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig
vom Sitzstaat) angewendet:
Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen
Österreich
Deutschland – Personengesellschaften
Deutschland – Kapitalgesellschaften2
Rumänien
1

1

in %

2017

2018

25,0

25,0

12,37 – 12,95

12,37 – 12,95

24,23 – 32,98

24,23 – 32,98

16,0

16,0

Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist. // 2 Der angegebene Körperschaftsteuersatz umfasst auch den

Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer.

Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber mit dem Steuerreformgesetz 2005 eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch
genommen; der Gruppenträger ist die VERBUND AG.
In der Steuergruppe werden die Gruppenmitglieder vom Gruppenträger mit den auf sie entfallenden
Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet. Im Verlustfall erfolgt bei inländischen
Gruppenmitgliedern eine Gutschrift. Die Steuerumlagen werden nur bei wesentlichen Abweichungen
im Nachhinein angepasst. Bei Verlustübernahmen von ausländischen Gruppenmitgliedern wird, sofern
die Voraussetzungen für eine zukünftige Nachversteuerung voraussichtlich erfüllt werden, in Höhe der
erwarteten zukünftigen Steuerzahlung eine Verbindlichkeit aus laufenden Steuerschulden erfasst. Eine
Abzinsung der erwarteten zukünftigen Steuerzahlung erfolgt nicht.
Der Steuervorteil aus der Firmenwertabschreibung (§ 9 Abs. 7 KStG 1988) wird als temporäre Differenz bei Anteilen an Tochterunternehmen (Outside Basis Difference) behandelt.
Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zum beizulegenden Zeitwert angesetzt
und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter
Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern
nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
gemäß IFRS 9 erfüllt sind. Um diese speziellen Bilanzierungsregeln anwenden zu können, muss eine
wirtschaftliche Beziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft bestehen, die Auswirkungen
des Ausfallsrisikos dürfen keinen dominanten Einfluss auf Wertänderungen, die sich aus dieser
wirtschaftlichen Beziehung ergeben, haben, und die Sicherungsquote der Sicherungsbeziehung muss der
resultierenden Sicherungsquote aus dem Volumen des von VERBUND tatsächlich gesicherten
Grundgeschäfts und dem Volumen des Sicherungsinstruments, das von VERBUND zur Absicherung dieses
Volumens des gesicherten Grundgeschäfts tatsächlich eingesetzt wird, entsprechen.

Derivative
Finanzinstrumente

190

Im Fall der Bilanzierung von sogenannten Fair Value Hedges werden das derivative Sicherungsinstrument und das Grundgeschäft (hinsichtlich des abgesicherten Risikos) ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Cashflow Hedge eingesetzt, so werden die unrealisierten Gewinne oder
Verluste aus dem Sicherungsinstrument zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert. Sie werden erst
dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“), wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Werden hochwahrscheinliche zukünftige Transaktionen abgesichert und
führen diese Transaktionen in späteren Perioden zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder
einer finanziellen Verbindlichkeit, so sind gemäß IFRS 9 die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen
Ergebnis bilanzierten Beträge in jener Periode ergebniswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die Transaktion zum
Ansatz von nicht finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, werden die im sonstigen
Ergebnis bilanzierten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts bzw. der Verbindlichkeit verrechnet, was im Zugangszeitpunkt zu keinem Ergebniseffekt führt.
Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert sind in den Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Wertpapiere, solche mit negativem beizulegendem Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten erfasst.
Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht
finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von VERBUND
abgeschlossen und in diesem Sinn gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente,
sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Falls die unvermeidbaren Kosten
zur Erfüllung eines solchen Eigenverbrauchsvertrags höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen
daraus, ist für diesen Eigenverbrauchsvertrag eine Rückstellung gemäß IAS 37 zu bilden. Kommt es
jedoch bei Lieferverträgen, die bis dato Eigenverbrauchsverträge darstellten, zu einem Nettoausgleich
im Sinne von IFRS 9, so sind die Befreiungsregelungen für Eigenverbrauchsverträge nicht länger anzuwenden, und die Lieferverträge sind als freistehende Derivate zu qualifizieren und ergebniswirksam
zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.
Sicherungsgeschäfte
im Finanzbereich

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Zinsänderungsrisiken werden im
Finanzbereich einzelne derivative Finanzinstrumente (vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) eingesetzt. Abgesehen von den Derivativgeschäften in Zusammenhang mit bilanziell
geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) wurden Zinsswaps (Swaps von
variabler auf fixe Verzinsung) abgeschlossen, um das bestehende Zinsniveau oder Wertansätze auch
längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden zum Teil als Cashflow Hedges designiert (siehe:
Derivative Finanzinstrumente). Jene Zinsswaps, die auf der Ebene von Tochterunternehmen konzerninterne Finanzierungen absichern, werden im Konzernabschluss von VERBUND als Derivate (Bewertungskategorie: FVPL) bilanziert.
Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen)
führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur
Risikovermeidung wurden für die entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen.
Diese Zinsswaps weisen ein Risikoprofil auf, das jenem der dazugehörigen Bilanzposten genau entgegengesetzt ist. Deswegen erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten
Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten.

KONZERNABSCHLUSS

191

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den jeweiligen Kursen
(Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Hierbei handelt es sich um Stufe-2Bewertungen aus der Sicht von IFRS 13.
Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des
Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus, Yield-Kurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner
berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Stufe-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 13.

Ermittlung der
beizulegenden
Zeitwerte derivativer
Finanzinstrumente
im Finanzbereich

Im Rahmen der Bilanzierung von Cashflow Hedges setzt VERBUND derivative Finanzinstrumente zur
Absicherung des Preisrisikos aus zukünftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäften ein. Als
Sicherungsinstrumente werden Forward- und Future-Kontrakte sowie Optionen als Derivate im Sinne
von IFRS 9 eingesetzt. Bei derivativen Finanzinstrumenten, die als Cashflow Hedge designiert sind, wird
jener Teil, der als wirksame Absicherung bestimmt wird, im sonstigen Ergebnis erfasst. Unwirksame
Teile der Absicherung werden hingegen erfolgswirksam erfasst.
Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom-, Gas- sowie CO2-Derivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet und zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung
bewertet.
Wirksame Zeitwertänderungen von Sicherungsinstrumenten, die im Rahmen von Cashflow Hedges
eingesetzt werden, werden bis zur Realisierung des Grundgeschäfts ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit einer Aufrechnungsvereinbarung vor,
so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktion für den Zweck
der Bilanzierung saldiert (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement). In der Folge werden die
Bewertungseffekte mit dem Ergebnis aus dem gesicherten Grundgeschäft verrechnet; in Summe ist
somit kein Ergebniseffekt zu erwarten.
Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Strom- sowie Gasderivaten im WholesalePortfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter
Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Sicherungsgeschäfte
im Energiebereich;
Strom- und
Gaskontrakte im
Wholesale-Portfolio

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz von VERBUND
auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben der wertschöpfungsmäßig dominanten
Eigenstromvermarktung unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft
betrieben. Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich (Future- und
Forward-Kontrakte für Strom, Gas und CO2) erfolgt ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Das
Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung dieser derivativen Energiehandelskontrakte wird saldiert
(netto) in den Stromerlösen oder in den sonstigen Erlösen (Gas und CO2) ausgewiesen.

Energiehandelskontrakte

Die beizulegenden Zeitwerte der von VERBUND eingesetzten Future- und Forward-Kontrakte können zu
jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden, da für Future-Kontrakte entsprechende Börsenkurse
an den jeweiligen Börsen (European Energy Exchange (EEX), Intercontinental Exchange (ICE), Central
European Gas Hub (CEGH)) vorliegen bzw. die Bewertung von Forward-Kontrakten mit einer von
Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preiskurve unter Anwendung einer risikolosen Zinsstrukturkurve
und unter Berücksichtigung des Kreditrisikos der Vertragspartner durchgeführt wird. Die Bewertung
der von VERBUND eingesetzten Optionen erfolgt zu den Börsenkursen an der EEX zum jeweiligen Ultimo

Ermittlung der
beizulegenden
Zeitwerte von
derivativen
Finanzinstrumenten
im Energiebereich

192

bzw. abgeleitet von diesen Börsenkursen. Bei den Bewertungen von Strom-, Gas- und CO2-FutureKontrakten handelt es sich folglich um Stufe-1-Bewertungen gemäß IFRS 13; Bewertungen von Strom-,
Gas- und CO2-Forward-Kontrakten sind grundsätzlich Stufe-2-Bewertungen. Bei börsennotierten
Optionen handelt es sich um Stufe-1-Bewertungen und bei OTC-Kontrakten um Stufe-2-Bewertungen.
Umsatzrealisierung

VERBUND erzielt Erlöse aus Verträgen mit Kunden im Wesentlichen in Zusammenhang mit der Lieferung
von Strom und Gas an Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler, Energieversorgungsunternehmen,
Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Darüber hinaus werden Erlöse aus
Verträgen mit Kunden durch den Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes generiert. Bei diesen
Verträgen erfolgt die Umsatzrealisierung, sobald die Kontrolle über die Güter bzw. Dienstleistungen auf
den Kunden übergegangen ist, in Höhe der Gegenleistung, die VERBUND (voraussichtlich) für diese Güter bzw. Dienstleistungen erhält.
Bei den Verträgen zur Lieferung von Strom und Gas setzt sich die erhaltene Gegenleistung in der
Regel aus einem Leistungs- und einem Arbeitspreis zusammen. Während der Arbeitspreis von der
bezogenen Menge an Strom und Gas abhängt, ist der Leistungspreis davon unabhängig. Die Übertragung der Kontrolle erfolgt bei diesen Verträgen über den Zeitraum der Leistungserbringung. Die
Umsatzerlöse werden in jener Höhe realisiert, in der VERBUND seinen Bemühungen hinsichtlich der
Lieferung von Strom und Gas nachgekommen ist (der Kunde also jederzeit Strom bzw. Gas beziehen
konnte bzw. bezogen hat) und ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung besteht. Bei
Strom- und Gaslieferungen an Marktteilnehmer von Energiebörsen, Händler sowie Energieversorgungsunternehmen beträgt das Zahlungsziel typischerweise 20 Tage, wobei häufig
Aufrechnungsvereinbarungen bestehen, die regelmäßig eine Saldierung der entsprechenden Vertragspositionen ermöglichen. Bei Strom- und Gaslieferungen an Industriekunden beträgt das Zahlungsziel
typischerweise 14 bis 60 Tage, bei Gewerbekunden und bei Haushaltskunden 14 Tage. Signifikante
Finanzierungskomponenten liegen daher nicht vor. Zum Teil werden bei Verträgen zur Lieferung von
Strom und Gas dem Kunden auch Netzkosten in Rechnung gestellt. Da VERBUND die Kontrolle über die
Netzdienstleistungen vor Übertragung an den Kunden nicht kontrolliert, ist VERBUND in Bezug auf diese
Leistungen als Agent anzusehen. Für die Netzdienstleistungen erfolgt daher keine Umsatzrealisierung.
Die Leistungen von VERBUND in Zusammenhang mit dem Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes
umfassen im Wesentlichen System-, Regel- und Ausgleichsenergie- sowie Engpassmanagement- und Redispatch-Dienstleistungen. Die erhaltene Gegenleistung für diese Leistungen in Zusammenhang mit dem Betrieb des österreichischen Übertragungsnetzes hängt überwiegend vom Strom-verbrauch der Kunden bzw.
den Kosten, die für die jeweiligen Leistungen bei VERBUND entstanden sind, ab. Die Übertragung der Kontrolle
erfolgt bei diesen Verträgen über den Zeitraum der Leistungserbringung. Die Umsatzerlöse werden in jener
Höhe realisiert, in der VERBUND ein Recht zur Verrechnung der bereits erbrachten Leistung hat. Das Zahlungsziel beträgt typischerweise 14 Tage. Signifikante Finanzierungskomponenten liegen daher nicht vor.
Die Realisierungen von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich, deren Hauptzweck die
finale physische Energielieferung ist, werden als Erlöse aus Kundenverträgen behandelt und unter den
Umsatzerlösen dargestellt.
Die Realisierungen von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich, deren Hauptzweck nicht
die finale physische Energielieferung, sondern die Bewirtschaftung einer Trading-Position ist, werden
in den Umsatzerlösen ausgewiesen, wobei die zugrunde liegenden Umsätze und Bezugskosten miteinander verrechnet und netto dargestellt werden; dies entspricht dem Erfolg aus dem Handel (Trading)
mit derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich.

KONZERNABSCHLUSS

193

Ermessensausübungen und zukunftsbezogene Annahmen
Die Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses erfordert Ermessensausübungen bei der Beurteilung,
ob andere Unternehmen von VERBUND beherrscht bzw. gemeinschaftlich geführt werden oder ob
VERBUND maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann bzw. ob ein Unternehmen
eine gemeinschaftliche Tätigkeit von VERBUND darstellt.
Weitere Ermessensausübungen betreffen die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen
Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der
Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Nachfolgend werden die wesentlichsten Ermessensausübungen und zukunftsbezogenen Annahmen,
die dem vorliegenden IFRS-Konzernabschluss zugrunde liegen, beschrieben.
Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten
durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung
von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde
aus einer adäquaten Peergroup abgeleitet.
Die Eigenkapitalverzinsung wird mithilfe des Capital-Asset-Pricing-Modells (CAPM) aus Basiszins,
Marktrisikoprämie und Betafaktor bestimmt. Der Basiszins entspricht der Rendite einer
de facto risikofreien und laufzeitäquivalenten Kapitalanlage und wird anhand der Zinsstrukturkurve für
Staatsanleihen der Deutschen Bundesbank bestimmt („Svensson-Methode“). Die Marktrisikoprämie
entspricht jener Prämie, die ein Eigenkapitalgeber über den Basiszins hinaus für das Halten des Marktportfolios verlangt. Der Betafaktor misst die Beziehung zwischen der Kursentwicklung eines
Eigenkapitaltitels und eines Gesamtmarkts; er ist damit ein Maß für dessen systematisches Risiko.
Eigenkapitaltitel von Energieversorgungsunternehmen und Übertragungsnetzbetreibern zeigen grundsätzlich unterschiedliche Betafaktoren. Jene von Energieversorgungsunternehmen sind grundsätzlich
weniger volatil als der Gesamtmarkt; jene von Übertragungsnetzbetreibern sind noch stabiler.
Die Fremdkapitalverzinsung vor Steuern entspricht der Rendite von am Markt gehandelten Schuldtiteln mit äquivalentem Ausfallsrisiko und äquivalenter Laufzeit.
Um das Länderrisiko entsprechend abzubilden, werden auf die Eigen- und Fremdkapitalverzinsung
entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Jedes Land zeigt ein mehr oder minder hohes Ausfallsrisiko.
Der Kapitalmarkt reflektiert dieses Ausfallsrisiko durch unterschiedliche Renditen für Staatsanleihen.
Vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und
insbesondere der Länderrisikoprämien) kontinuierlich beobachtet.

Ermittlung der
gewichteten
durchschnittlichen
Kapitalkosten

194

Werthaltigkeitsprüfungen von
Firmenwerten

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfungen wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
zugeordnet:
Firmenwerte

in Mio. €

Geschäftssegment Erneuerbare Erzeugung
Geschäftssegment Absatz
Kraftwerksgruppe Inn

2017

2018

287,0

287,0

13,0

13,0

126,6

126,6

Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke

161,1

161,1

Firmenwert von VERBUND

587,7

587,7

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Erneuerbare Erzeugung
31.12.2017

31.12.2018

Gruppe von
zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten

Alle hydraulischen und windenergetischen
Erzeugungsanlagen von VERBUND
zuzüglich Firmenwert und latenter
Steuerabgrenzungsposten

Alle hydraulischen und windenergetischen
Erzeugungsanlagen von VERBUND
zuzüglich Firmenwert und latenter
Steuerabgrenzungsposten

Basis für erzielbaren
Betrag

Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode)

Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)

Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)

Mengengerüst

Durchschnittlich erwartete Erzeugung der
jeweiligen Kraftwerke

Durchschnittlich erwartete Erzeugung der
jeweiligen Kraftwerke

Preisgerüst

Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)
und kraftwerksspezifische Zu- bzw.
Abschläge (für bsp. den Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten)

Interne Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)
und kraftwerksspezifische Zu- bzw.
Abschläge (für bsp. den Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten)

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch
bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase:
kraftwerksspezifisch bis maximal 25 Jahre;
kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase
anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase: kraftwerksspezifisch
bis maximal 6 Jahre; Grobplanungsphase:
kraftwerksspezifisch bis maximal 24 Jahre;
kraftwerksspezifisch an Grobplanungsphase
anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

WACC nach Steuern: 4,75 % bis 10,50 % in
Abhängigkeit vom Standort

WACC nach Steuern: 4,75 % bis 11,50 %
in Abhängigkeit vom Standort1

Wertminderung der
Periode2

–

–

1

Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,67 % – 10,44 %. // 2 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen

Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Erneuerbare Erzeugung zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag
übersteigt.

KONZERNABSCHLUSS

195

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts des Geschäftssegments Absatz
31.12.2017

31.12.2018

Gruppe von
zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten

Alle Absatzaktivitäten von VERBUND
zuzüglich Firmenwert

Alle Absatzaktivitäten von VERBUND
zuzüglich Firmenwert

Basis für erzielbaren
Betrag

Nutzungswert

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode)

Kapitalwertorientierte Sum-of-the-PartsBewertung (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)

Planungen von VERBUND (beruhen primär
auf marktnahen Daten)

Mengengerüst

Erwartete Handels- und Vertriebsmengen

Erwartete Handels- und Vertriebsmengen

Preisgerüst

Erwartete Handels- und Vertriebsmargen

Erwartete Handels- und Vertriebsmargen

Planungszeitraum

Detailplanungsphase von 6 Jahren und
daran anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase von 6 Jahren und
daran anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Erwartete Handels- und Absatzmengen
sowie Handels- und Absatzmargen

Erwartete Handels- und Absatzmengen
sowie Handels- und Absatzmargen

Diskontierungszinssatz

WACC nach Steuern: 5,00 %

WACC nach Steuern: 5,00 %1

Wertminderung der
Periode2

–

–

1

Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 7,28 %. // 2 Nach Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen

Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte des Geschäftssegments Absatz zuzüglich des Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn
31.12.2017

31.12.2018

Gruppe von
zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten

Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Inn1, die jeweils ebenfalls eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich Firmenwert

Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Inn1, die jeweils ebenfalls eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich Firmenwert und
latenter Steuerabgrenzungsposten

Basis für erzielbaren
Betrag

Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen der VERBUND Innkraftwerke
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)

Planungen der VERBUND Innkraftwerke
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)

Mengengerüst

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 1.856 bzw 1.975 GWh
(nach Abschluss des Erneuerungsprojekts
Töging)

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 1.856 bzw 1.975 GWh
(nach Abschluss des Erneuerungsprojekts
Töging)

196

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Inn
31.12.2017

31.12.2018

Preisgerüst

Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des
Wasserzinses auf Basis von Bescheiden;
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Interne Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des
Wasserzinses auf Basis von Bescheiden;
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 17 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

WACC nach Steuern: 4,75 %

WACC nach Steuern: 4,75 %2

Erzielbarer Betrag

767,7 Mio. €

1.008,7 Mio. €

Wertminderung der
Periode

153,8 Mio. €

–

1

Die Kraftwerksgruppe Inn setzt sich aus folgenden Laufwasserkraftwerken zusammen: Aubach, Feldkirchen, Gars, Jettenbach I, Jettenbach II, Neuötting, Perach, Rosenheim,

Stammham, Teufelsbruck, Töging und Wasserburg. // 2 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,55 %.

Sensitivitätsanalyse für die Kraftwerksgruppe Inn 31.12.20181
Wertmäßige Ausprägung
der wesentlichen
Bewertungsannahme
Strompreis2
Diskontierungszinssatz
1

Wertmäßige Veränderung,
bei der erzielbarer Betrag
gleich Buchwert wäre

50,5 € pro MWh

– 14,59 %

4,75 %

+ 1,09 PP

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität

können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen)
Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit
bis zum Planungshorizont.

KONZERNABSCHLUSS

197

Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke1
31.12.2017

31.12.2018

Gruppe von
zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten

Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die jeweils eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und
latenter Steuerabgrenzungsposten

Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die jeweils eine
zahlungsmittelgenerierende Einheit
darstellen, zuzüglich des Firmenwerts und
latenter Steuerabgrenzungsposten

Basis für erzielbaren
Betrag

Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)

Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)

Mengengerüst

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 3.957 GWh

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge in Höhe von 3.957 GWh

Preisgerüst

Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des
Wasserzinses auf Basis von Bescheiden (D);
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Interne Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für Mehrerlöse aus dem Verkauf von Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet aus Preisnotierungen); Berücksichtigung des
Wasserzinses auf Basis von Bescheiden (D);
Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 17 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

Österreich: WACC nach Steuern: 5,00 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 4,75 %

Österreich: WACC nach Steuern: 5,00 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 4,75 %3

Wertminderung der
Periode4

–

–

1

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf die 2. Stufe der 2-stufigen Werthaltigkeitsprüfung der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke. Auf der 1. Stufe wurde die Wert-

haltigkeit der einzelnen Laufwasserkraftwerke getestet, und Wertaufholungen von insgesamt 55,8 Mio. € wurden erfasst (siehe: Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken). //
2

Die Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke setzt sich aus folgenden Kraftwerken zusammen: Braunau-Simbach, Egglfing-Obernberg, Ering-Frauenstein, Jochenstein, Nußdorf,

Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus. // 3 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,67 % – 5,71 %. // 4 Nach Auffassung des Managements
führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert der Vermögenswerte der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke
zuzüglich des Firmenwerts und der latenten Steuerschulden den erzielbaren Betrag übersteigt.

198

Werthaltigkeitsprüfungen von
Kraftwerken

Werthaltigkeitsprüfungen der Laufwasserkraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke1
31.12.2017

31.12.2018

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Laufwasserkraftwerke der
Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die
jeweils eine zahlungsmittelgenerierende
Einheit darstellen

Laufwasserkraftwerke der
Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke2, die
jeweils eine zahlungsmittelgenerierende
Einheit darstellen, zuzüglich latenter
Steuerabgrenzungsposten

Anhaltspunkte für eine
Wertminderung

Aktualisierte Strompreisprognosen sowie
aktualisierter Diskontierungszinssatz

Aktualisierte Strompreisprognosen

Basis für erzielbaren
Betrag

Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)

Planungen der Grenzkraftwerke GmbH
(beruhen primär auf marktnahen Daten)

Mengengerüst

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge:
Braunau-Simbach: 537 GWh, Jochenstein:
976 GWh, Nußdorf: 243 GWh, PassauIngling: 494 GWh, Schärding-Neuhaus:
538 GWh

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge:
Braunau-Simbach: 537 GWh, Jochenstein:
976 GWh, Nußdorf: 243 GWh, PassauIngling: 494 GWh, Schärding-Neuhaus:
538 GWh

Preisgerüst

Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für
Mehrerlöse aus dem Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet
aus Preisnotierungen); Berücksichtigung
des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden
(D); Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Interne Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für
Mehrerlöse aus dem Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet
aus Preisnotierungen); Berücksichtigung
des Wasserzinses auf Basis von Bescheiden
(D); Schätzung von Instandhaltungskosten
durch Fachverantwortliche

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 17 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

Österreich: WACC nach Steuern: 5,00 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 4,75 %

Österreich: WACC nach Steuern: 5,00 %
Deutschland: WACC nach Steuern: 4,75 %3

Erzielbarer Betrag

Braunau-Simbach: 312,7 Mio. €,
Jochenstein: 643,7 Mio. €, Nußdorf:
151,5 Mio. €, Passau-Ingling: 330,8 Mio. €,
Schärding-Neuhaus: 350,3 Mio. €

Braunau-Simbach: 361,9 Mio. €,
Jochenstein: 675,7 Mio. €, Nußdorf:
167,2 Mio. €, Passau-Ingling: 348,3 Mio. €,
Schärding-Neuhaus: 367,4 Mio. €

Wertaufholung
(Vorjahr: Wertminderung) der
Periode4

Braunau-Simbach: – 32,6 Mio. €,
Jochenstein: – 6,7 Mio. €, Nußdorf:
– 5,5 Mio. €, Passau-Ingling: – 5,8 Mio. €,
Schärding-Neuhaus: – 7,2 Mio. €

Braunau-Simbach: 31,4 Mio. €,
Jochenstein: 6,5 Mio. €, Nußdorf:
5,2 Mio. €, Passau-Ingling: 5,6 Mio. €,
Schärding-Neuhaus: 7,0 Mio. €

1

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf die 1. Stufe der 2-stufigen Werthaltigkeitsprüfung der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke. Auf der 2. Stufe wurde die

Kraftwerksgruppe zuzüglich Firmenwert getestet (siehe: Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten). // 2 Die Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke setzt sich aus folgenden
Kraftwerken zusammen: Braunau-Simbach, Egglfing-Obernberg, Ering-Frauenstein, Jochenstein, Nußdorf, Oberaudorf-Ebbs, Passau-Ingling und Schärding-Neuhaus. // 3 Der
iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,67 % – 5,71 %. // 4 Zum 31.12.2018 lag der erzielbare Betrag der Laufwasserkraftwerke über den fortgeschriebenen
Anschaffungskosten. Es wurde daher eine Wertaufholung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten erfasst.

KONZERNABSCHLUSS

199

Werthaltigkeitsprüfung des Windparks Rumänien1
31.12.20181
Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Windpark an der rumänischen Schwarzmeerküste (installierte Leistung: 226 MW)

Anhaltspunkte für eine
Wertminderung

Aktualisierte Strompreisprognosen und Einschätzung der Erzeugungsmenge sowie
geänderte Einschätzung hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten von rumänischen
Grünstromzertifikaten und aktualisierter Diskontierungszinssatz

Basis für erzielbaren
Betrag

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen der VERBUND Wind Power Romania SRL (beruhen primär auf marktnahen
Daten)

Mengengerüst

Jährlich erwartete Stromerzeugungsmengen von 477 GWh bzw. erwartete
Absatzmöglichkeiten von rumänischen Grünstromzertifikaten

Preisgerüst

Interne Preisprognosen (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden); Schätzung
von Instandhaltungskosten auf Basis abgeschlossener Instandhaltungsverträge

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: 6 Jahre
Grobplanungsphase: 15 Jahre

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Absatzmöglichkeiten von Grünstromzertifikaten, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

WACC nach Steuern: 9,50 %2

Erzielbarer Betrag

129,4 Mio. €

Wertaufholung der
Periode2

26,5 Mio. €

1

Zum 31.12.2017 wurde keine Wertminderung des Windparks Rumänien erfasst. // 2 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 10,44 %.

Sensitivitätsanalyse für den Windpark Rumänien 31.12.20181
Wertmäßige Veränderung der
Ausprägung der
wesentlichen
wesentlichen
BewertungsBewertungsannahme
annahme
Strompreis2
Erlöse rumänische Grünstromzertifikate3
Diskontierungszinssatz
1

Auswirkungen
auf die
Buchwerte der
Vermögenswerte

61,9 € pro MWh

±5%

+ 8,2 Mio. €
– 8,2 Mio. €

5,7 Mio. €

±5%

+ 1,2 Mio. €
– 1,2 Mio. €

9,50 %

± 0,25 PP

– 2,3 Mio. €
+ 2,4 Mio. €

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität

können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen)
Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Strompreis bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den Strompreis konstant über die Zeit
bis zum Planungshorizont. // 3 Die angegebenen Erlöse aus dem Verkauf rumänischer Grünstromzertifikate beziehen sich auf den Durchschnitt während des gesamten
Planungszeitraums.

200

Werthaltigkeitsprüfung Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach
31.12.2017

31.12.2018

Zahlungsmittelgenerierende Einheit

Die Laufwasserkraftwerke der Flussgruppe
Mittlere Salzach1, die aufgrund des
abgestimmten Schwellverhältnisses
gemeinsam eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen

Die Laufwasserkraftwerke der Flussgruppe
Mittlere Salzach1, die aufgrund des
abgestimmten Schwellverhältnisses
gemeinsam eine zahlungsmittelgenerierende Einheit darstellen, zuzüglich
latenter Steuerabgrenzungsposten

Anhaltspunkte für eine
Wertminderung

Aktualisierte Strompreisprognosen sowie
aktualisierter Diskontierungszinssatz

Aktualisierte Strompreisprognosen

Basis für erzielbaren
Betrag

Beizulegender Zeitwert (Stufe 3) abzüglich
Veräußerungskosten

Nutzungswert

Bewertungsverfahren

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Kapitalwertorientiert (DCF-Methode)

Cashflow-Ableitung

Planungen der VERBUND Hydro Power
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)

Planungen der VERBUND Hydro Power
GmbH (beruhen primär auf marktnahen
Daten)

Mengengerüst

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge
in Höhe von 305 GWh

Dem Regelarbeitsvermögen (RAV)
entsprechende jährliche Erzeugungsmenge
in Höhe von 305 GWh

Preisgerüst

Externe Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik und
das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für
Mehrerlöse aus dem Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet
aus Preisnotierungen); Schätzung von
Instandhaltungskosten durch
Fachverantwortliche

Interne Preisprognosen (siehe:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden);
Abschläge für Erzeugungscharakteristik
und das hydrologische Prognose- und
Verfügbarkeitsrisiko; Zuschlag für
Mehrerlöse aus dem Verkauf von
Herkunftsnachweiszertifikaten (abgeleitet
aus Preisnotierungen); Schätzung von
Instandhaltungskosten durch
Fachverantwortliche

Planungszeitraum

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 17 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Detailplanungsphase: 6 Jahre;
Grobplanungsphase: 16 Jahre und daran
anschließende Rentenphase

Wesentliche
Bewertungsannahmen

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Strompreis, Diskontierungszinssatz

Diskontierungszinssatz

WACC nach Steuern: 5,00 %

WACC nach Steuern: 5,00 %2

Erzielbarer Betrag

135,2 Mio. €

154,5 Mio. €

Wertaufholung
(Vorjahr: Wertminderung) der
Periode3

– 21,4 Mio. €

21,1 Mio. €

1

Die Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach setzt sich aus folgenden Kraftwerken zusammen: Bischofshofen, Kreuzbergmaut, St. Johann, St. Veit, Urreiting, Wallnerau-Salzachstufe,

Wallnerau-Unterwasserstufe, Werfen/Pfarrwerfen. // 2 Der iterativ ermittelte implizite Vorsteuerzinssatz betrug 5,82 %. // 3 Zum 31. Dezember 2018 lag der erzielbare Betrag der
Laufwasserkraftwerke über den fortgeschriebenen Anschaffungskosten. Es wurde daher eine Wertaufholung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten erfasst. Die
Wertaufholung (Vorjahr: Wertminderung) der Berichtsperiode 2018 wurde um die Veränderung von Baukostenbeiträgen in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) gekürzt.

KONZERNABSCHLUSS

201

Beim Gas-Kombikraftwerk Mellach waren in der Berichtsperiode 2018 weder Wertminderungen noch
Wertaufholungen zu erfassen (Vorjahr: Wertaufholung nach Veränderung von abgegrenzten Zuschüssen der öffentlichen Hand in Höhe von 78,2 Mio. €). Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt, welche
Auswirkungen eine Änderung von zukunftsbezogenen Annahmen auf den Buchwert
(31. Dezember 2018: 105,3 Mio. €) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Gas-Kombikraftwerks
Mellach hat:
Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20181
Wertmäßige Veränderung der
Ausprägung der
wesentlichen
wesentlichen
Bewertungsannahme
Bewertungsannahme
Clean Spark Spread2
Diskontierungszinssatz
Temporär erwartete Erlöse aus Netzreserve,
Engpassmanagement und Redispatch
1

Auswirkungen
auf die
Buchwerte der
Vermögenswerte

48,4 € pro MWh

±5%

+ 6,7 Mio. €
– 6,7 Mio. €

5,00 %

± 0,25 PP

– 1,8 Mio. €
+ 1,8 Mio. €

± 10 %

+ 22,6 Mio. €
– 23,8 Mio. €

–3

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität

können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen)
Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf den Durchschnitt der Jahre 2025–2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den
Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die Angabe der wertmäßigen Ausprägung der temporär erwarteten Erlöse aus Netzreserve,
Engpassmanagement und Redispatch unterbleibt, weil die Angabe die Lage von VERBUND bei Ausschreibungsverfahren beeinträchtigen könnte.

Sensitivitätsanalyse für das Gas-Kombikraftwerk Mellach 31.12.20171
Wertmäßige Veränderung der
Ausprägung der
wesentlichen
wesentlichen
Bewertungsannahme
Bewertungsannahme
Clean Spark Spread2
Diskontierungszinssatz
Temporär erwartete Erlöse aus Engpassmanagement und
Redispatch
1

Auswirkungen
auf die
Buchwerte der
Vermögenswerte

50,4 € pro MWh

±5%

+ 10,1 Mio. €
– 10,1 Mio. €

5,00 %

± 0,25 PP

– 2,0 Mio. €
+ 2,0 Mio. €

± 10 %

+ 19,1 Mio. €
– 20,5 Mio. €

–3

In der Sensitivitätsanalyse wurde jeweils eine wesentliche Bewertungsannahme verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität

können Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen jedoch auch gleichzeitig auftreten. Dies kann zu einer Verstärkung oder zu einer (zumindest teilweisen)
Neutralisierung der Auswirkungen führen. // 2 Der angegebene Clean Spark Spread bezieht sich auf den Durchschnitt der Jahre 2025–2030. Die Sensitivitätsanalyse variiert den
Clean Spark Spread konstant über die Zeit bis zum Planungshorizont. // 3 Die Angabe der wertmäßigen Ausprägung der temporär erwarteten Erlöse aus Netzreserve,
Engpassmanagement und Redispatch unterbleibt, weil die Angabe die Lage von VERBUND bei Ausschreibungsverfahren beeinträchtigen könnte.

202

Bewertung von
Pensionsverpflichtungen,
pensionsähnlichen
Verpflichtungen und
gesetzlichen
Abfertigungen

Die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen
sowie Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert zum 31. Dezember 2018: 699,4 Mio. €; Vorjahr:
694,9 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen
Einflussfaktoren waren dabei der Abzinsungszinssatz, das geschätzte Pensionsantrittsalter und die
geschätzte Lebenserwartung sowie künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen:
Versicherungsmathematische Annahmen zu Pensionsverpflichtungen
2017

2018

Abzinsungssatz bzw. erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens

1,50 %

1,75 %

Pensionssteigerungen

1–2%

1–2%

Gehaltssteigerungen

1,75 %

1,75 %

Fluktuation

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

keine

keine

AVÖ 2008-P/
RT 2005 G von
Kl. Heubeck

AVÖ 2018-P/
Heubeck-Richttafeln 2018 G

Versicherungsmathematische Annahmen zu pensionsähnlichen Verpflichtungen
2017
Abzinsungssatz

2018

1,75 %

2,00 %

Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit)

0,0 % – 4,0 %

0,0 % – 3,3 %

Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des Spitalskostenindex

4,0 % – 6,5 %

3,75 % – 6,0 %

AVÖ 2008-P/
RT 2005 G von
Kl. Heubeck

AVÖ 2018-P/
Heubeck-Richttafeln 2018 G

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Versicherungsmathematische Annahmen zu Abfertigungsverpflichtungen
2017

2018

Abzinsungssatz

1,50 %

1,75 %

Gehaltssteigerungen

1,75 %

1,75 %

0,0 % – 4,0 %

0,0 % – 3,3 %

AVÖ 2008-P/
RT 2005 G von
Kl. Heubeck

AVÖ 2018-P/
Heubeck-Richttafeln 2018 G

Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit)

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Die bestehenden Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen und gesetzlichen
Abfertigungsverpflichtungen setzen VERBUND Investitions-, Zinsänderungs-, Lebenserwartungs-,
Gehaltsrisiken, Preissteigerungs- und Fluktuationsrisiken aus. Investitionsrisikoreduzierend wirkt die
Veranlagungsstrategie, die sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. den entsprechenden
Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) orientiert. Dennoch können Veranlagungserträge,
die unter der Rendite von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen liegen, zu einer Erhöhung
der Verpflichtungen führen. Ein Absinken der Rendite von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen, ein Anstieg der Lebenserwartung, Gehaltssteigerungen und Preissteigerungen im Bereich
der medizinischen Versorgung würden ebenfalls in einer Erhöhung der Verpflichtungen resultieren.

KONZERNABSCHLUSS

203

Weiters ergäbe sich eine höhere Verpflichtung, wenn die zukünftige tatsächliche Fluktuationsrate unter
der aktuell angenommenen liegen würde.
In den nachfolgenden Sensitivitätsanalysen für Pensions-, pensionsähnliche und Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher
Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität
ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Veränderungen der wesentlichen Einflussfaktoren isoliert
auftreten. Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgt analog zur Ermittlung der tatsächlichen
Verpflichtung nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) gemäß IAS 19.
Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2018
Änderung der
Bei Anstieg der
Annahme in
Annahme
Prozentpunkten Veränderung der
bzw. Jahren Nettoschuld um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um

Abzinsungssatz

± 0,25

– 2,97 %

3,13 %

Pensionssteigerungen

± 0,50

6,40 %

– 5,81 %

± 1 Jahr

5,39 %

– 5,31 %

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren

Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Abzinsungssatz

± 0,25

– 4,02 %

4,28 %

Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des
Spitalskostenindex für Neuverträge

± 0,50

8,54 %

– 7,63 %

± 1 Jahr

6,79 %

– 6,49 %

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren

Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Abzinsungssatz

± 0,25

– 1,90 %

1,96 %

Gehaltssteigerungen

± 0,50

3,93 %

– 3,72 %

± 1 Jahr

0,07 %

– 0,08 %

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2018

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2018

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Sensitivitätsanalyse für die Nettoschuld aus Pensionsverpflichtungen 2017
Änderung der
Bei Anstieg der
Annahme in
Annahme
Prozentpunkten Veränderung der
bzw. Jahren Nettoschuld um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Nettoschuld um

Abzinsungssatz

± 0,25

– 2,99 %

3,16 %

Pensionssteigerungen

± 0,50

6,44 %

– 5,84 %

± 1 Jahr

5,63 %

– 5,54 %

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

204

Sensitivitätsanalyse für die pensionsähnlichen Verpflichtungen 2017
Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren

Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

± 0,25

– 4,21 %

4,49 %

± 0,50

8,91 %

– 7,93 %

± 1 Jahr

6,30 %

– 5,62 %

Änderung der
Annahme in
Prozentpunkten
bzw. Jahren

Bei Anstieg der
Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Bei Verringerung
der Annahme
Veränderung der
Verpflichtung um

Abzinsungssatz

± 0,25

– 1,82 %

1,88 %

Gehaltssteigerungen

± 0,50

3,71 %

– 3,52 %

± 1 Jahr

0,06 %

– 0,07 %

Abzinsungssatz
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis des
Spitalskostenindex für Neuverträge
Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen 2017

Restlebenserwartung gemäß Sterbetafel

Bewertung von
Rückstellungen

Die Bewertung der Rückstellungen für Abbruch- und Dekontaminationskosten (Buchwert zum
31. Dezember 2018: 31,1 Mio. €; Vorjahr: 39,3 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen
zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die erwarteten Abbruchzeitpunkte,
etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruch- und Dekontaminationskosten bzw. Schrotterlöse, die
Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 2,25 % (Vorjahr: 1,75 %).

Eventualverbindlichkeiten

Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug
auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem
Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch
unwahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten erfasst.
Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen
Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.

Gemeinschaftliche
Tätigkeit:
Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft

Die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft (Kapitalbeteiligung VERBUND und Energie AG
Oberösterreich im Verhältnis 50:50) ist aufgrund der Sachverhalte und Umstände, dass die Tätigkeit der
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft (Ennskraft) ausschließlich auf die Belieferung der beiden Parteien
mit dem produzierten Strom zu Produktionskosten (inkl. einer fixen Gewinnmarge) ausgerichtet ist und
deshalb die seitens der Ennskraft eingegangenen Schulden im Wesentlichen nur durch die
Zahlungsströme beglichen werden können, die ihr aus dem Verkauf des Stroms an die Parteien
zufließen, als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen. Dies hat zur Folge, dass die Ennskraft mit dem
VERBUND zuzurechnenden Anteil an Vermögen und Schulden bzw. Erlösen und Aufwendungen in den
Konzernabschluss aufgenommen wird. Maßgeblich für die Höhe des Anteils ist dabei das Verhältnis der
Stromlieferungen an die beiden Parteien. Die Ennskraft besitzt und betreibt Wasserkraftwerke entlang
der Enns und der Steyr. Das Verhältnis der Stromlieferungen an die beiden Parteien unterscheidet sich
von Kraftwerk zu Kraftwerk. Aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten werden die Vermögenswerte und
Schulden bzw. Erlöse und Aufwendungen der Ennskraft auf Basis des durchschnittlichen Verhältnisses
der gesamten Stromlieferungen (VERBUND 62 % und Energie AG Oberösterreich 38 %) in den
Konzernabschluss von VERBUND aufgenommen.

KONZERNABSCHLUSS

205

Segmentberichterstattung
Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandelsund Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen
und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß
IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (Management Approach) auszurichten.
Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen daher der internen
Berichtsstruktur an den Gesamtvorstand als Hauptentscheidungsträger, wodurch sich die folgende
Abgrenzung der Geschäftssegmente ergibt:
Im Segment Erneuerbare Erzeugung werden die Erzeugungstechnologien Wasser und Wind gebündelt. Das Segment Absatz umfasst alle Handels- und Vertriebsaktivitäten und das Segment Netz die
Aktivitäten der Austrian Power Grid AG (APG). Im Segment Energiedienstleistungen wird über die
neuen Dienstleistungen für den Strommarkt der Zukunft (z. B. Convenience Services, Energieoptimierung oder E-Mobility) berichtet. Das Segment Thermische Erzeugung umfasst die Strom- und
Wärmeerzeugung der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG aus den Brennstoffen Kohle und Gas.
Die überwiegend konzerninternen Geschäftsaktivitäten der VERBUND Services GmbH werden im
Segment Services berichtet. Das Segment Beteiligungen besteht aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, die keinem anderen Segment zugeordnet wurden. Derzeit ist dies ausschließlich
die Beteiligung an der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft.
Mangels Überschreiten der quantitativen Schwellenwerte werden die Segmente Energiedienstleistungen, Thermische Erzeugung, Services und Beteiligungen in nachfolgender Segmentberichterstattung in der Kategorie „Alle sonstigen Segmente“ zusammengefasst. Die Spalte Überleitung/
Konsolidierung enthält die Aktivitäten der VERBUND AG und der VERBUND Finanzierungsservice GmbH
sowie nicht konsolidierte Beteiligungen, die keinem Segment zugeordnet wurden, und auf Konzernebene
durchzuführende Konsolidierungen.

Segmentabgrenzung

Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen. Das EBITDA je Geschäftssegment entspricht der Summe der EBITDAs der in das jeweilige
Geschäftssegment einbezogenen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung intersegmentärer
Umsätze und Aufwendungen. Die Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu
marktüblichen Bedingungen abgerechnet.
Für das Geschäftssegment Beteiligungen ist ferner das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen von Bedeutung.
Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital Employed. Das Capital Employed entspricht
dem Gesamtvermögen eines Geschäftssegments abzüglich jener Vermögenswerte, die bei VERBUND
(noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen (z. B. geleistete
Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen) und abzüglich
unverzinslicher Schulden.
Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten, die neben den Abschreibungen auf immaterielles und Sachanlagevermögen in das operative Ergebnis eingehen, umfassen insbesondere
Bewertungseffekte aus Derivaten und Sicherungsgeschäften im Energiebereich, Auflösungsbeträge aus
dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge, unbare Rückstellungsveränderungen sowie etwaige
Abschreibungen auf Primärenergievorräte.

Erläuterung
der Geschäftssegmentdaten

206

Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen
aufgrund etwaiger Unternehmenserwerbe. Die Zugänge zu nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen umfassen Kapitalerhöhungen sowie etwaige Anteilserwerbe.
Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRS.
Geschäftssegmentdaten

Geschäftssegmentdaten

in Mio. €

Erneuerbare
Erzeugung

Absatz

Netz

Außenumsatz

179,1

1.789,2

849,9

Innenumsatz

724,7

302,6

52,6

Gesamtumsatz

903,8

2.091,8

902,5

EBITDA

514,5

83,4

Alle
sonstigen
Segmente

Überleitung/
Konsolidierung

Summe
Konzern

26,7

3,0

2.847,9

224,5

– 1.304,4

0,0

251,3

– 1.301,4

2.847,9

242,4

57,3

– 33,3

864,2

2018

Abschreibungen

– 229,9

– 1,1

– 84,1

– 11,8

– 0,4

– 327,3

Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
(operatives Ergebnis)

112,1

0,0

0,0

6,1

0,0

118,2

Andere wesentliche nicht
zahlungswirksame Posten

52,4

– 2,4

11,7

12,4

3,8

77,9

Ergebnis aus nach der
Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

0,0

0,0

0,1

28,4

0,0

28,4

Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
(Finanzergebnis)
Capital Employed
davon Buchwert der nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen
Zugänge zu immateriellem
und Sachanlagevermögen
Zugänge zu nach der
Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

– 2,2

0,0

0,0

0,3

0,0

– 1,8

6.602,2

290,9

1.311,9

502,7

185,2

8.892,8

2,7

0,0

1,4

319,2

0,0

323,3

106,5

2,2

181,3

19,7

1,6

311,3

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

KONZERNABSCHLUSS

207

Geschäftssegmentdaten

in Mio. €

Erneuerbare
Erzeugung

Absatz

Netz

Außenumsatz

177,8

1.993,5

713,7

Innenumsatz

788,2

290,0

74,2

Gesamtumsatz

965,9

2.283,5

787,9

EBITDA

565,0

108,0

Abschreibungen

– 252,0

Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
(operatives Ergebnis)
Andere wesentliche nicht
zahlungswirksame Posten
Ergebnis aus nach der
Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

Alle
sonstigen
Segmente

Überleitung/
Konsolidierung

Summe
Konzern

25,0

3,3

2.913,2

247,4

– 1.399,7

0,0

272,4

– 1.396,4

2.913,2

158,6

120,7

– 30,0

922,3

– 1,0

– 78,2

– 9,6

– 0,4

– 341,3

– 244,1

0,0

0,0

63,1

0,0

– 180,9

45,6

– 7,4

13,1

30,0

1,8

83,1

0,5

0,0

0,3

27,2

0,0

27,9

2017

Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
(Finanzergebnis)
Capital Employed
davon Buchwert der nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen
Zugänge zu immateriellem
und Sachanlagevermögen
Zugänge zu nach der
Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

– 4,1

0,0

0,0

– 1,1

0,0

– 5,2

6.769,7

182,5

1.257,1

513,7

– 86,2

8.636,8

2,6

0,0

1,5

308,9

0,0

313,0

112,8

1,2

115,3

26,4

1,3

257,0

0,0

0,0

0,0

13,4

0,0

13,4

208

Überleitungsrechnungen

Das EBITDA in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND;
die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinn- und
Verlustrechnung entnommen werden.
Die Überleitung vom Gesamtbetrag für das Capital Employed zur Bilanzsumme von VERBUND ergibt
sich wie folgt:
Überleitungsrechnung vom Capital Employed zur Bilanzsumme
Capital Employed
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und –verwertung
eingesetztes Vermögen
Unverzinsliche Schulden
Summe der Vermögenswerte von VERBUND

Unternehmensweite
Angaben

in Mio. €

2017

2018

8.636,8

8.892,8

520,1

935,3

2.126,7

1.876,7

11.283,6

11.704,8

Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung
für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu
wichtigen Kunden erforderlich. Die Angaben zu den Umsätzen sind unter (1) Umsatzerlöse im Kapitel
„Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung“ dargestellt. Es gibt keinen einzelnen Kunden von
VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10 % der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.
Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen

2018

9.546,9

9.601,4

davon in Österreich

6.805,8

6.864,6

davon in Deutschland

2.641,4

2.616,5

Immaterielles und Sachanlagevermögen

davon in restlichen EU-Staaten
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
davon in Österreich

1

in Mio. €

2017

99,7

120,2

313,0

323,3

313,0

323,3

davon in Deutschland

0,0

0,0

davon in anderen Staaten1

0,0

0,0

Hierunter fällt die Beteiligung an der (österreichischen) Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die die Beteiligung an der albanischen Energji Ashta Shpk hält.

KONZERNABSCHLUSS

209

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse nach Segmenten

in Mio. €

2017
Inland

2018
Inland

2017
Ausland

2018
Ausland

2017
Summe

2018
Summe

Stromerlöse Weiterverteiler

59,3

60,9

72,0

75,4

131,3

136,3

Stromerlöse Händler

22,8

14,3

8,6

9,6

31,3

23,8

Stromerlöse – Segment Erneuerbare
Erzeugung

82,1

75,1

80,5

85,0

162,6

160,1

451,5

411,1

196,8

357,9

648,3

769,0

81,6

180,4

555,3

290,4

636,9

470,8

Stromerlöse Endkunden

245,3

250,4

383,6

234,0

629,0

484,4

Stromerlöse – Segment Absatz

778,4

842,0

1.135,8

882,3

1.914,2

1.724,2

Stromerlöse Weiterverteiler

63,6

67,9

226,2

227,3

289,8

295,2

Stromerlöse Händler

– 3,9

6,7

6,7

3,6

2,9

10,2

Stromerlöse – Segment Netz

59,7

74,6

232,9

230,9

292,7

305,5

Stromerlöse Weiterverteiler

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

Stromerlöse Händler

0,5

0,0

0,0

0,0

0,5

0,0

Stromerlöse – Alle sonstigen
Segmente

0,5

0,0

0,0

0,0

0,5

0,0

Stromerlöse – Überleitung

0,2

0,0

0,0

0,0

0,2

0,0

Summe der Stromerlöse

920,8

991,6

1.449,3

1.198,2

2.370,2

2.189,8

Netzerlöse
Energieversorgungsunternehmen

Stromerlöse Weiterverteiler
Stromerlöse Händler

251,7

386,2

8,0

15,1

259,8

401,3

Netzerlöse Industriekunden

12,1

10,4

0,0

0,0

12,1

10,4

Netzerlöse Übrige

43,5

25,1

101,0

100,4

144,5

125,5

307,4

421,7

109,0

115,5

416,4

537,2

Sonstige Erlöse – Segment
Erneuerbare Erzeugung

15,3

19,0

Sonstige Erlöse – Segment Absatz

79,2

65,0

4,6

7,2

24,5

26,7

Summe der Netzerlöse
– Segment Netz

Sonstige Erlöse – Segment Netz
Sonstige Erlöse
– Alle sonstigen Segmente
Sonstige Erlöse – Überleitung
Summe der sonstigen Erlöse
Summe der Umsatzerlöse

3,1

3,0

126,6

121,0

2.913,2

2.847,9

In der Berichtsperiode 2018 wurde IFRS 15 erstmalig angewendet. Dies führte dazu, dass VERBUND in
Zusammenhang mit weiterverrechneten Netzentgelten/Umlagen als Agent eingestuft wurde und
Stromerlöse in Höhe von 203,4 Mio. € daher saldiert mit den entsprechenden Bezugsaufwendungen
ausgewiesen wurden (für weitere Details siehe: Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln).
In der Berichtsperiode 2018 wurden 3,8 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) an Bewertungen von derivativen
Finanzinstrumenten im Energiebereich und Realisierungen von Standard-Terminkontrakten im Tra-

(1)
Umsatzerlöse

210

ding-Bereich, deren Hauptzweck nicht die finale physische Energielieferung ist, als Umsatzerlös erfasst.
Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, werden die Energiehandelsumsätze netto
ausgewiesen, d. h. Realisierungen und Bewertungen werden jeweils saldiert dargestellt. Ohne diesen
Nettoausweis wären die Stromerlöse (und die Strombezugsaufwendungen) der Berichtsperiode 2018
um 2.202,0 Mio. € (Vorjahr: 2.669,0 Mio. €) und sonstigen Erlöse um 2.151,3 Mio. € (Vorjahr: 1.323,9
Mio. €) höher gewesen.
Die sonstigen Erlöse setzten sich in der Berichtsperiode 2018 und im Vorjahr wie folgt zusammen:
Sonstige Erlöse

2018

Verkauf von Gas

58,5

42,8

Verkauf von Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikaten

24,1

34,8

Fernwärmelieferungen

17,4

20,1

Consulting- und Projektierungsleistungen sowie sonstige
Leistungsverrechnungen

13,8

13,2

Benützungs- und Betriebsführungsentgelte

6,7

7,7

Personalbeistellung

2,7

1,5

Verkauf von Abfallprodukten

1,2

0,9

Verkauf von Emissionszertifikaten

1,0

– 1,0

Übrige

1,3

0,9

126,6

121,0

Sonstige Erlöse

(2)
Sonstige betriebliche
Erträge

in Mio. €

2017

Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. €

2017

2018

29,4

30,6

Diverse Lieferungen und Leistungen

5,8

9,1

Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

4,6

2,2

Zeitanteilige Auflösung von Baukostenbeiträgen

3,3

2,9

Miet- und Pachterträge

2,3

2,5

(Versicherungs-)Entschädigungen

3,3

1,5

Materialverkäufe

0,6

0,2

Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen

Statuswechsel in Folge der Veräußerung von Anteilen an der
SMATRICS GmbH & Co KG
Übrige
Sonstige betriebliche Erträge

22,7

0,0

6,4

16,5

78,4

65,5

KONZERNABSCHLUSS

211

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug
Aufwendungen für Strombezug

in Mio. €

2017

2018

1.276,6

1.287,6

Aufwendungen für Gasbezug

54,5

38,3

Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung)

94,7

30,8

1,3

– 0,2

Emissionszertifikatebezug (Handel)
Aufwendungen für den Bezug von Herkunftsnachweis- bzw.
Grünstromzertifikaten
Strom, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug

1,1

4,4

1.428,2

1.360,7

(3)
Strom-, Netz-, Gasund Zertifikatebezug

In der Berichtsperiode 2018 wurde IFRS 15 erstmalig angewendet. Dies führte dazu, dass VERBUND in
Zusammenhang mit weiterverrechneten Netzentgelten/Umlagen als Agent eingestuft wurde und
Stromerlöse in Höhe von 203,4 Mio. € saldiert mit den entsprechenden Bezugsaufwendungen ausgewiesen wurden (für weitere Details siehe: Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln).
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen

in Mio. €

2017

2018

Erdgaseinsatz

71,6

62,3

Kohleeinsatz

14,9

26,1

Sonstige umsatzabhängige Aufwendungen

19,4

19,6

Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate

7,2

16,4

Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen

1,1

1,4

114,2

125,8

Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen

Personalaufwand
Löhne und Gehälter
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
Sonstige Sozialaufwendungen
Zwischensumme
Aufwendungen für Altersversorgung
Aufwendungen für Abfertigungen
Personalaufwand

in Mio. €

2017

2018

237,7

241,2

53,4

54,1

3,6

3,6

294,6

298,9

14,3

18,6

4,7

5,4

313,6

322,8

Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft
betrugen in der Berichtsperiode 2018 insgesamt 7,2 Mio. € (Vorjahr: 7,3 Mio. €). Die Aufwendungen für
Abfertigungen enthalten insgesamt 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeitervorsorgekasse.

(4)
Brennstoffeinsatz
und sonstige
einsatz-/umsatzabhängige
Aufwendungen

(5)
Personalaufwand

212

(6)
Sonstige betriebliche
Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

2018

Instandhaltung von Kraftwerken und Leitungsanlagen durch Dritte

77,9

82,7

Sonstige Leistungen durch Dritte

17,4

26,4

Aufwendungen für EDV

14,5

15,9

Werbeaufwendungen

16,2

15,1

Kosten für beigestelltes Personal

10,1

11,7

Aufwand für Aufsicht durch die E-Control

14,0

11,6

Rechts-, Beratungs- und Prüfungsaufwendungen

7,4

11,4

Reisespesen, Fortbildung

9,2

9,1

Mieten

6,9

6,9

Gebühren

3,9

5,9

Materialaufwand für Instandhaltung und Kfz-Betrieb

6,1

5,5

Betriebskosten

5,2

4,7

Bezogene Telekommunikationsdienstleistungen

4,1

4,7

Versicherungen

3,7

3,4

Entschädigungsleistungen

2,5

3,3

Benützungsentgelte

2,7

2,9

Mitgliedsbeiträge

2,6

2,9

Konzessionsabgaben

2,7

2,7

Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten
Auflösung von Rückstellungen
Übrige
Sonstige betriebliche Aufwendungen

(7)
Abschreibungen
auf immaterielle
Vermögenswerte
und Sachanlagen

in Mio. €

2017

0,3

1,2

– 5,2

– 1,4

10,8

13,1

213,2

239,8

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

in Mio. €

2017

2018

335,0

320,4

6,3

7,0

341,3

327,3

KONZERNABSCHLUSS

213

Wertminderungen und Wertaufholungen
Kraftwerke der Kraftwerksgruppe Grenzkraftwerke
Windparks Rumänien
Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach

in Mio. €

2017

2018

– 57,7

55,8

0,0

26,5

– 21,9

21,1

Abgegrenzte Baukostenbeiträge für die Kraftwerksgruppe Mittlere Salzach

0,6

– 0,5

Laufwasserkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf1

0,0

13,5

Abgegrenzte Baukostenbeiträge für die Laufwasserkraftwerke Gössendorf
und Kalsdorf

0,0

– 1,0

Stillgelegte Kraftwerksanlagen und Grundstücke in Dürnrohr und
Korneuburg2

0,0

6,2

Laufwasserkraftwerk Pernegg

1

– 5,9

5,7

Gas-Kombikraftwerk Mellach

80,3

0,0

Baukostenbeiträge Gas-Kombikraftwerk Mellach

– 2,1

0,0

– 153,8

0,0

Firmenwert der Kraftwerksgruppe Inn
Fernheizkraftwerk Mellach
Baukostenbeiträge Murkraftwerk Graz1
Laufkraftwerk Gries1
Abgegrenzte Baukostenbeiträge für das Laufwasserkraftwerk Gries
Übrige
Wertminderungen und Wertaufholungen
1

– 10,5

0,0

0,0

– 4,3

– 6,2

– 5,5

1,0

0,9

– 4,6

– 0,1

– 180,9

118,2

(8)
Wertminderungen
und Wertaufholungen

In der Berichtsperiode 2018 war die Werthaltigkeit der Laufwasserkraftwerke und der Baukostenbeiträge für das Murkraftwerk Graz aufgrund aktualisierter

Strompreisprognosen zu überprüfen. // 2 Anlass für die Werthaltigkeitsprüfung war die zunächst erwartete und in weiterer Folge im Quartal 3/2018 auch stattgefundene
Veräußerung der Kraftwerksanlagen.

In der Berichtsperiode 2018 und im Vorjahr resultierte das Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen im Wesentlichen aus dem positiven Ergebnis der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, die in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit, mit dem
Schwerpunkt Kärnten, und international tätig ist.

(9)
Ergebnis aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten
Beteiligungen

Sonstiges Beteiligungsergebnis

(10)
Sonstiges
Beteiligungsergebnis

in Mio. €

2017

2018

Erträge aus Beteiligungen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen

9,1

9,4

Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen und nicht konsolidierten
Tochterunternehmen

2,5

0,0

Aufwendungen aus Beteiligungen und nicht konsolidierten
Tochterunternehmen

– 0,4

– 0,6

Sonstiges Beteiligungsergebnis

11,2

8,8

214

(11)
Zinsertrag

Zinsertrag
Zinsen aus Finanzanlagen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen
Positionen

29,3

29,8

0,1

0,1

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

6,7

2,3

36,0

32,1

Zinsaufwand

in Mio. €

2017

2018

Zinsen für Anleihen

50,4

49,7

Zinsen für Finanzverbindlichkeiten in Zusammenhang mit
bilanziell geschlossenen Positionen

29,3

29,8

Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferverpflichtungen

16,6

15,9

Zinsen für Bankkredite

14,0

11,8

Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Verpflichtungen

11,0

10,8

Zinsen für eine Anteilsrückgabeverpflichtung

6,5

4,9

Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen

1,7

1,6

Kommanditisten zuzurechnende Ergebnisanteile

– 0,3

0,1

Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten

– 5,0

– 3,2

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Zinsaufwand

(13)
Übriges
Finanzergebnis

2018

Zinsen aus Geldmarktgeschäften
Zinsertrag

(12)
Zinsaufwand

in Mio. €

2017

5,6

6,0

129,6

127,4

Übriges Finanzergebnis
Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung

in Mio. €

2017

2018

31,7

7,8

Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen

2,5

2,4

Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten im Finanzbereich

2,9

1,0

Fremdwährungskursgewinne

0,2

0,2

Veränderung erwartete Kreditverluste

0,0

0,2

Bewertung der Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH

– 4,3

0,0

Fremdwährungskursverluste

– 0,1

– 0,1

Bewertung von nicht derivativen Finanzinstrumenten

0,0

– 6,3

Übrige

5,2

2,6

38,2

7,8

Übriges Finanzergebnis

Das Ergebnis aus der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung betrifft die Verpflichtung zur
Rückübertragung von 50 % der Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an die Bundesrepublik
Deutschland bzw. an den Freistaat Bayern. Es resultiert aus der (mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz) diskontierten Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile zum 31. Dezember 2050.
Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst.
Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden
daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen.

KONZERNABSCHLUSS

215

In der Berichtsperiode 2018 und im Vorjahr betrafen die Wertminderungen im Finanzergebnis im
Wesentlichen die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH. Anlass für die Werthaltigkeitsprüfung in der Berichtsperiode 2018 waren die
aktualisierten Strompreisprognosen sowie ein aktualisierter Diskontierungszinssatz.

(14)
Wertminderungen

Ertragsteuern

(15)
Ertragsteuern

in Mio. €

Aufwand für laufende Ertragsteuern1
Aufwand für zukünftige Nachversteuerungen von Verlustübernahmen
ausländischer Gruppenmitglieder

2017

2018

68,7

22,2

8,4

12,8

Veränderung latenter Ertragsteuern

– 0,1

91,7

Ertragsteuern

77,0

126,8

1

Im Aufwand für laufende Ertragsteuern sind aperiodische Aufwendungen in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €) enthalten.

Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und erfasstem Steueraufwand von
VERBUND sind wie folgt:

Steuerüberleitungsrechnung
Rechnerischer Ertragsteueraufwand (25,0 %)
Werthaltigkeitsprüfungen von nach der Equity-Methode bilanzierten und
sonstigen Beteiligungen

in Mio. €

2017

2018

94,6

150,7

0,2

0,5

Abweichende Steuersätze

– 6,1

– 2,9

Steuerrechtliche Firmenwertabschreibung

– 2,9

– 2,9

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

– 3,4

– 3,6

Steuerfreie Beteiligungserträge

– 5,8

– 5,9

0,0

– 12,7

Bisher noch nicht berücksichtigte latente Steuern
Differenzen aus sonstige Posten (jeweils < 2 Mio. €)

– 2,5

0,7

Ertragsteueraufwand der Periode

74,1

124,0

Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent)
Erfasster Ertragsteueraufwand
Effektivsteuersatz

2,9

2,7

77,0

126,8

20,3 %

21,0 %

Ermittlung des Ergebnisses je Aktie

in Mio. €

2017
Periodenergebnis
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis
Konzernergebnis
Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl
Ergebnis je Aktie in €1
1

2018

301,6

476,2

– 0,1

– 43,1

301,4

433,2

347.415.686

347.415.686

0,87

1,25

Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes

Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander.

(16)
Ergebnis je Aktie

216

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung
(17)
Umgliederungen in
die Gewinn- und
Verlustrechnung

Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung
Bewertungsergebnis im Eigenkapital
Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. €

2017

2018

– 3,2

– 0,2

0,0

0,0

Differenzen aus der Währungsumrechnung

– 3,2

– 0,2

Bewertungsergebnis im Eigenkapital

31,0

–

0,0

–

Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung
Bewertungen von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten
Bewertungsergebnis im Eigenkapital
Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung
Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten

31,0

–

– 153,6

– 207,3

90,5

179,5

0,0

0,0

Bewertungen von Cashflow Hedges

– 63,1

– 27,9

Bewertungsergebnis im Eigenkapital

0,2

0,2

Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung

0,0

0,0

Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten

0,0

0,0

Sonstige Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen

0,2

0,2

– 35,2

– 28,0

Sonstiges Ergebnis

KONZERNABSCHLUSS

217

Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis

Neubewertungen der
Nettoschuld aus
leistungsorientierten
Verpflichtungen
Bewertungen von
Finanzinstrumenten

2017
Vor
Steuern

in Mio. €

2017
Steuern

2017
Nach
Steuern

2018
Vor
Steuern

2018
Steuern

2018
Nach
Steuern

6,6

– 1,6

5,0

– 25,5

6,3

– 19,1

–

–

–

– 6,1

1,5

– 4,6

Sonstige Ergebnisse aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

5,0

–

5,0

– 3,8

–

– 3,8

Summe der Posten, die nicht
nachträglich in die Gewinnund Verlustrechnung
umgegliedert werden

11,6

– 1,6

10,0

– 35,4

7,9

– 27,5

Differenzen aus der
Währungsumrechnung

– 3,2

–

– 3,2

– 0,2

–

– 0,2

Bewertungen von zur
Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten

31,0

– 7,8

23,2

–

–

–

– 63,1

15,8

– 47,3

– 27,9

7,0

– 20,9

Bewertungen von
Cashflow Hedges
Sonstige Ergebnisse aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen

0,2

–

0,2

0,2

–

0,2

Summe der Posten, die
nachträglich in die Gewinnund Verlustrechnung
umgegliedert werden

– 35,2

8,0

– 27,2

– 28,0

7,0

– 21,0

Sonstiges Ergebnis

– 23,5

6,3

– 17,2

– 63,3

14,8

– 48,5

(18)
Ertragsteuern auf das
sonstige Ergebnis

218

Erläuterungen zur Bilanz
(19)
Immaterielle
Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte

in Mio. €

Konzessionen,
Rechte,
Lizenzen

Firmenwerte

Summe

170,8

766,8

937,6

0,0

0,0

0,0

Zugänge

18,8

0,0

18,8

Abgänge

– 39,7

0,0

– 39,7

– 1,0

0,0

– 1,0

148,8

766,8

915,6
262,0

2018
Anschaffungskosten zum 1.1.
Währungsdifferenzen

Umbuchungen
Anschaffungskosten zum 31.12.
Kumulierte Abschreibungen zum 1.1.

82,9

179,1

Währungsdifferenzen

0,0

0,0

0,0

Abschreibungen

7,0

0,0

7,0

Wertminderungen

4,3

0,0

4,3

Wertaufholungen

– 0,3

0,0

– 0,3

Abgänge

– 1,7

0,0

– 1,7

0,0

0,0

0,0

Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.

92,2

179,1

271,3

Nettobuchwert zum 31.12.

56,6

587,7

644,3

Nettobuchwert zum 1.1.

87,9

587,7

675,6

Umbuchungen

Immaterielle Vermögenswerte

in Mio. €

Konzessionen,
Rechte,
Lizenzen

Firmenwerte

Summe

148,8

766,8

915,6

– 0,1

0,0

– 0,1

Zugänge

26,0

0,0

26,0

Abgänge

– 3,5

0,0

– 3,5

2017
Anschaffungskosten zum 1.1.
Währungsdifferenzen

Umbuchungen

– 0,4

0,0

– 0,4

170,8

766,8

937,6

Kumulierte Abschreibungen zum 1.1.

79,0

25,3

104,3

Währungsdifferenzen

– 0,1

0,0

– 0,1

6,3

0,0

6,3

Anschaffungskosten zum 31.12.

Abschreibungen
Wertminderungen

0,0

153,8

153,8

Wertaufholungen

– 0,2

0,0

– 0,2

Abgänge

– 2,1

0,0

– 2,1

Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.

82,9

179,1

262,0

Nettobuchwert zum 31.12.

87,9

587,7

675,6

Nettobuchwert zum 1.1.

69,8

741,5

811,3

KONZERNABSCHLUSS

219

Sachanlagen

in Mio. €

Grundstücke
und
Bauten

Maschinelle
Anlagen

Elektrische
Anlagen

Leitungen

Betriebsund Geschäftsausstattung

Anlagen
in Bau
und
Projekte

Summe

7.791,4

4.601,4

3.699,8

1.355,9

183,9

290,4

17.922,5

– 0,1

– 0,3

0,0

0,0

0,0

0,0

– 0,4

2018
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 1.1.
Währungsdifferenzen
Zugänge

14,6

13,6

55,8

26,4

11,6

170,4

292,5

Abgänge

– 122,0

– 92,4

– 135,9

– 0,2

– 11,8

0,0

– 362,3

Umbuchungen

31,9

9,2

59,9

16,2

1,0

– 117,2

1,0

Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 31.12.

7.715,8

4.531,6

3.679,6

1.398,4

184,8

343,5

17.853,4

Kumulierte Abschreibungen
zum 1.1.

3.216,7

2.627,8

2.317,7

745,3

135,8

8,0

9.051,2

0,0

– 0,2

0,0

0,0

0,0

0,0

– 0,2

89,9

84,6

107,0

26,6

12,3

0,0

320,4

Währungsdifferenzen
Abschreibungen
Wertminderungen

4,4

0,5

0,6

0,0

0,0

0,0

5,6

– 60,8

– 52,7

– 14,9

– 0,1

0,0

0,0

– 128,5

– 115,4

– 90,6

– 134,5

– 0,1

– 11,6

0,0

– 352,1

5,4

0,5

0,4

0,0

0,0

– 6,3

0,0

Kumulierte Abschreibungen
zum 31.12.

3.140,3

2.569,8

2.276,3

771,7

136,6

1,7

8.896,3

Nettobuchwert zum 31.12.

4.575,4

1.961,8

1.403,3

626,6

48,2

341,8

8.957,1

Nettobuchwert zum 1.1.

4.574,6

1.973,6

1.382,0

610,6

48,1

282,4

8.871,3

Wertaufholungen
Abgänge
Umbuchungen

(20)
Sachanlagen

220

Sachanlagen

in Mio. €

Grundstücke
und
Bauten

Maschinelle
Anlagen

Elektrische
Anlagen

Leitungen

Betriebsund Geschäftsausstattung

Anlagen
in Bau
und
Projekte

Summe

7.759,1

4.593,7

3.639,6

1.319,7

176,4

247,3

17.735,4

– 1,7

– 6,8

– 0,4

0,0

0,0

0,0

– 8,9

2017
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 1.1.
Währungsdifferenzen
Zugänge

25,2

11,3

37,9

9,3

10,7

136,4

231,0

Abgänge

– 0,7

– 4,1

– 18,7

– 0,1

– 5,3

– 6,7

– 35,5

Umbuchungen

9,4

7,3

41,2

27,0

2,1

– 86,6

0,4

Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
zum 31.12.

7.791,4

4.601,4

3.699,8

1.355,9

183,9

290,4

17.922,5

Kumulierte
Abschreibungen
zum 1.1.

8.724,8

3.075,7

2.571,7

2.217,0

722,7

128,9

9,2

Währungsdifferenzen

– 0,3

– 5,9

– 0,1

0,0

0,0

0,0

– 6,3

Abschreibungen

90,8

93,4

113,6

25,3

12,0

0,0

335,0

Wertminderungen

61,4

25,0

14,1

0,1

0,0

6,2

106,8

– 10,7

– 53,4

– 12,2

– 2,7

0,0

– 1,1

– 80,1

– 0,1

– 3,1

– 14,5

0,0

– 5,0

– 6,4

– 29,2

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

Kumulierte
Abschreibungen
zum 31.12.

3.216,7

2.627,8

2.317,7

745,3

135,8

8,0

9.051,2

Nettobuchwert zum 31.12.

4.574,6

1.973,6

1.382,0

610,6

48,1

282,4

8.871,3

Nettobuchwert zum 1.1.

4.683,5

2.022,0

1.422,7

597,0

47,5

238,1

9.010,7

Wertaufholungen
Abgänge
Umbuchungen

Zugänge

in Mio. €

2017
Generalerneuerung Umspannwerke

2018

21,9

43,4

4,0

41,8

Kraftwerk Mayrhofen: Erneuerung Laufräder, Untere-Tuxbach-Überleitung

18,5

21,4

Automatisierung Wasserkraftwerke

15,3

11,8

4,0

11,8

Generalerneuerung 220-kV-Ltg. St. Peter – Ernsthofen

Wärmekessel Werndorf
Generalerneuerung Leitungen

15,0

21,4

Sonstige Zugänge jeweils < 10,0 Mio. €

152,3

140,9

Zugänge zu den Sachanlagen

231,0

292,5

KONZERNABSCHLUSS

221

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1.
Zugänge
Dividenden
Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

in Mio. €

2017

2018

318,5

349,9

13,4

0,0

– 14,2

– 14,2

27,9

28,4

Sonstiges Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

4,9

– 3,6

Abgänge

0,0

– 0,1

Übrige Veränderungen

0,0

– 0,3

Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12.

349,9

360,1

Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1.

– 52,5

– 56,6

Wertminderungen

– 4,1

– 2,2

Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12.

– 56,6

– 58,8

Nettobuchwert zum 31.12.

293,3

301,3

Nettobuchwert zum 1.1.

266,0

293,3

Nettobuchwert zum 31.12.

293,3

301,3

davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

313,0

323,3

davon Wertminderung von langfristigen Ausleihungen

– 19,6

– 21,9

Im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch
die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode und durch
Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber
der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der
Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. In der Berichtsperiode 2018
wurde der (Rest-)Buchwert dieser langfristigen Ausleihungen durch das negative Ergebnis aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode um 0,1 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung um 0,3 Mio. €) und durch die
erfasste Wertminderung um 2,2 Mio. € (Vorjahr: Verringerung um 4,1 Mio. € durch die erfasste Wertaufholung) verringert. Eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach der EquityMethode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen ist im Kapitel „Tochter-,
Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von VERBUND“ dargestellt.

(21)
Nach der EquityMethode bilanzierte
Beteiligungen

222

(22)
Sonstige
Beteiligungen

Sonstige Beteiligungen

in Mio. €

Anteile an nicht
konsolidierten
Tochterunternehmen

Sonstige
Beteiligungen

Summe

139,5

2018
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1.

6,7

132,8

– 0,5

0,0

– 0,5

(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12.

6,2

132,8

139,0

Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1.

5,2

– 7,1

– 2,0

Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis

2,5

– 9,6

– 7,1

Abgänge

Wertaufholungen

0,3

0,0

0,3

Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12.

8,0

– 16,6

– 8,7

Nettobuchwert zum 31.12.

14,2

116,1

130,3

Nettobuchwert zum 1.1.

11,9

125,7

137,5

Anteile an nicht
konsolidierten
Tochterunternehmen

Sonstige
Beteiligungen

Summe

(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 1.1.

5,4

133,2

138,6

Änderung Konsolidierungskreis

1,4

0,0

1,4

Sonstige Beteiligungen

in Mio. €

2017

Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen
Abgänge
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten zum 31.12.

0,0

1,1

1,1

– 0,1

– 1,5

– 1,6

6,7

132,8

139,5

Kumulierte Wertanpassungen zum 1.1.

– 0,1

– 23,9

– 24,0

Wertminderungen

– 1,1

0,0

– 1,1

Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis

6,3

15,3

21,5

Abgänge

0,1

1,5

1,6

Kumulierte Wertanpassungen zum 31.12.

5,2

– 7,1

– 2,0

11,9

125,7

137,5

5,3

109,3

114,6

Nettobuchwert zum 31.12.
Nettobuchwert zum 1.1.

KONZERNABSCHLUSS

223

Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

in Mio. €

Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

2017

2018

334,5

355,7

89,8

78,0

Übrige Finanzanlagen und sonstige Forderungen

239,8

214,0

Summe

664,1

647,7

Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen

in Mio. €

Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen

Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen

Summe

59,7

274,9

334,5

Fremdwährungsbewertung

2,5

10,1

12,6

Zugänge

2,5

2,4

4,9

Kapitalisierte Zinsen

0,0

10,9

10,9

Veränderung erwartete Kreditverluste

– 0,1

– 0,1

– 0,1

Abgänge

– 1,4

– 5,8

– 7,2

Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12.

63,2

292,5

355,7

2018
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1.

Finanzanlagen – Cross Border Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen

Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen

in Mio. €

Summe

2017
Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 1.1.

67,1

308,0

375,1

Fremdwährungsbewertung

– 8,3

– 39,5

– 47,8

2,4

2,3

4,7

Zugänge
Kapitalisierte Zinsen

0,0

10,7

10,7

Abgänge

– 1,6

– 6,6

– 8,2

Fortgeschriebene Anschaffungskosten zum 31.12.

59,7

274,9

334,5

Die Wertpapiere bestanden zum 31. Dezember 2018 aus Medium Term Notes mit einem Nominale in
Höhe von 69,9 Mio. $ (Vorjahr: 69,0 Mio. $) bzw. fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von
63,2 Mio. € (Vorjahr: 59,7 Mio. €).
Wertpapiere in Höhe von 63,2 Mio. € (Vorjahr: 59,7 Mio. €) und Ausleihungen in Höhe von
292,5 Mio. € (Vorjahr: 274,9 Mio. €) sind verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen
dienen Banken zur Besicherung von Krediten.

(23)
Finanzanlagen und
langfristige sonstige
Forderungen

224

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

in Mio. €

Ausleihungen
an Beteiligungsunternehmen

Wertpapiere
(Wertrechte)

Sonstige
Ausleihungen

Summe

77,8

145,0

5,1

228,0

0,0

0,0

0,1

0,1

2018
Anschaffungskosten zum 1.1.
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Anschaffungskosten zum 31.12.
Kumulierte Wertanpassungen
zum 1.1.

0,0

0,0

0,0

0,0

– 21,3

0,0

– 0,1

– 21,3

56,6

145,0

5,2

206,8

– 19,6

1,9

0,0

– 17,6

Wertminderungen

0,0

– 5,7

0,0

– 5,7

Veränderung erwartete Kreditverluste

0,0

0,0

0,0

0,0

Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis

0,0

1,0

0,0

1,0

Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1

– 0,1

0,0

0,0

– 0,1

Wertminderung von nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1

– 2,2

0,0

0,0

– 2,2

Kumulierte Wertanpassungen
zum 31.12.

– 21,9

– 2,8

0,0

– 24,6

Nettobuchwert zum 31.12.

34,7

142,2

5,2

182,1

Nettobuchwert zum 1.1.

58,2

146,9

5,1

210,3

Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 31.12.2

109,9

Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 1.1.2

119,3

Nettobuchwert gesamt zum 31.12.

292,0

Nettobuchwert gesamt zum 1.1.

329,6

1

Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung

nach der Equity-Methode und durch Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Ashta Beteiligungsverwaltung
GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und
Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition, positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. //
2

inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

KONZERNABSCHLUSS

225

Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

in Mio. €

Ausleihungen
an Beteiligungsunternehmen

Wertpapiere
(Wertrechte)

Sonstige
Ausleihungen

Summe

2017
Anschaffungskosten zum 1.1.

75,1

145,0

5,3

225,5

Zugänge

0,0

0,0

0,1

0,1

Abgänge

0,0

0,0

– 0,1

– 0,1

Umbuchungen

2,7

0,0

– 0,2

2,5

77,8

145,0

5,1

228,0

Anschaffungskosten zum 31.12.
Kumulierte Wertanpassungen
zum 1.1.

– 15,8

– 7,5

0,0

– 23,3

Zeitbewertung im sonstigen Ergebnis

0,0

9,4

0,0

9,4

Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Beteiligungen1

0,3

0,0

0,0

0,3

Wertaufholungen von nach der
Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen1

– 4,1

0,0

0,0

– 4,1

Kumulierte Wertanpassungen
zum 31.12.

– 19,6

1,9

0,0

– 17,6

Nettobuchwert zum 31.12.

58,2

146,9

5,1

210,3

Nettobuchwert zum 1.1.

59,3

137,5

5,3

202,2

Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 31.12.2

119,3

Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen zum 1.1.2

137,9

Nettobuchwert gesamt zum 31.12.

329,6

Nettobuchwert gesamt zum 1.1.

340,1

1

Bereits im Jahr 2013 wurde der Buchwert der Beteiligung an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH durch die Erfassung von negativen Ergebnissen aus der Bilanzierung

nach der Equity-Methode und durch Wertminderungen auf null herabgemindert. VERBUND hält jedoch langfristige Ausleihungen gegenüber der Ashta Beteiligungsverwaltung
GmbH, die ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH darstellen. Negative laufende Ergebnisse und
Wertminderungen reduzieren den Buchwert der Nettoinvestition, positive laufende Ergebnisse, Wertaufholungen und Gesellschafterzuschüsse erhöhen ihn hingegen. //
2

inkl. des Buchwerts der Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen

Die Wertpapiere in Höhe von 142,2 Mio. € (Vorjahr: 146,9 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen
an Investmentfonds zur Deckung von Sozialkapitalverpflichtungen und wurden als „erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ klassifiziert.
In den langfristigen sonstigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative
Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in
Zusammenhang stehen, in Höhe von 78,0 Mio. € (Vorjahr: 89,8 Mio. €) enthalten.

226

(24)
Vorräte

Vorräte

in Mio. €

Kohle
Erdgas

2018

16,0

19,1

1,4

6,6

– 14,8

– 7,4

Vorräte an Primärenergieträgern zu Erzeugungszwecken

2,6

18,3

Emissionszertifikate zu Handelszwecken

1,6

3,7

Bewertungen von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken

1,5

8,2

Beizulegender Zeitwert von Emissionszertifikaten zu Handelszwecken

3,1

11,9

Herkunftsnachweis- bzw. Grünstromzertifikate

0,9

1,8

Hilfs- und Betriebsstoffe

3,9

3,9

Sonstige

0,0

0,0

10,5

36,0

Abzüglich Wertberichtigungen

Vorräte

(25)
Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen,
sonstige
Forderungen und
Wertpapiere

2017

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und
Wertpapiere

in Mio. €

2017
Langfristig

2018
Langfristig

2017
Kurzfristig

2018
Kurzfristig

Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen

0,0

0,0

345,7

394,3

Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen

0,0

0,0

27,9

29,6

Sonstige Ausleihungen

–

–

0,2

0,2

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

–

–

4,9

21,6

Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte

119,3

109,9

204,1

481,2

Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, sonstige Forderungen
und Wertpapiere

119,3

109,9

583,0

926,8

Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr wurden unter den Finanzanlagen
und langfristigen sonstigen Forderungen ausgewiesen (siehe: (23) Finanzanlagen und langfristige
sonstige Forderungen).

KONZERNABSCHLUSS

227

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

in Mio. €

2017
Langfristig

2018
Langfristig

2017
Kurzfristig

2018
Kurzfristig
293,2

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

0,0

0,0

104,7

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich

89,8

78,0

0,0

0,0

Wertpapiere

0,0

0,0

0,0

69,3

Sicherstellungen im Stromhandel

0,0

0,0

32,9

37,8

Geldmarktgeschäfte

0,0

0,0

0,0

20,0

Emissionszertifikate

–

–

7,9

19,9

Forderungen aus Verrechnungen von Steuern

0,0

0,0

11,1

9,7

Inhaberposition:
Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH

0,0

0,0

19,2

0,0

Forderungen aus Zinsabgrenzungen
Sonstige
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

0,0

0,0

0,4

0,4

29,5

31,9

28,0

30,9

119,3

109,9

204,1

481,2

Liquide Mittel
Guthaben bei Kreditinstituten
Kassenbestand
Liquide Mittel

in Mio. €

2017

2018

28,5

39,3

0,1

0,0

28,6

39,3

(26)
Liquide Mittel

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel
entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar.
Das Grundkapital setzt sich wie auch im Vorjahr aus 170.233.686 Stückaktien in Form von Inhaberaktien
(Kategorie A) und 177.182.000 Stückaktien in Form von Namensaktien (Kategorie B) zusammen. Die
Kategorie B repräsentiert 51 % des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für
Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde
voll eingezahlt.

(27)
Eingefordertes und
eingezahltes
Grundkapital

In den Kapitalrücklagen wurde mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 954,3 Mio. €) jener Teil der Rücklagen
ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist.

(28)
Kapitalrücklagen

228

(29)
Angesammelte
Ergebnisse

Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne sowie die Effekte auf das
den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Eigenkapital aus der Verschiebung zwischen
Gesellschafterstämmen. Von den angesammelten Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der
VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß den Bilanzierungsregeln des österreichischen
Unternehmensgesetzbuchs (UGB) aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn
zum 31. Dezember 2018 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das
Geschäftsjahr 2018 betrug 145,9 Mio. € (Vorjahr: 145,9 Mio. €). Der Hauptversammlung wird
vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 0,42 € pro Aktie (Vorjahr: 0,42 € pro Aktie) vorzunehmen.

(30)
Rücklage für
Differenzen aus
der Währungsumrechnung

Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die
Währungsumrechnung der vollkonsolidierten rumänischen Tochterunternehmen VERBUND Wind
Power Romania SRL und VERBUND Trading Romania SRL.

(31)
Nicht beherrschende
Anteile

Nicht beherrschende Anteile

in %

2017

2018

VERBUND Innkraftwerke GmbH

29,73

29,73

VERBUND Hydro Power GmbH

19,46

19,46

VERBUND Wind Power Austria GmbH

19,46

19,46

Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an den zehn Windpark- und zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks wurden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst.
(32)
Lang- und
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Anleihen

in Mio. €

2017
Langfristig

2018
Langfristig

2017
Kurzfristig

2018
Kurzfristig

1.374,0

693,5

21,0

703,6

Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten

340,5

342,6

192,9

49,9

Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Sonstigen

0,0

0,0

0,0

0,0

Kommanditisten zuzurechnende
Kapitalanteile
Zwischensumme
Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell
geschlossene Positionen
Lang- und kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten

2,8

2,9

0,0

0,0

1.717,3

1.039,0

213,9

753,5

424,3

433,9

0,0

0,0

2.141,6

1.472,8

213,9

753,5

KONZERNABSCHLUSS

229

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1

in Mio. €

2017

2018

2.230,5

1.931,2

Aufnahmen

0,0

100,0

Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte

0,3

10,7

Veränderung der den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile

– 0,9

0,1

Veränderung der Zinsabgrenzung

– 0,3

2,7

0,0

– 66,7

Buchwert zum 1.1.

Außerplanmäßige Tilgungen
Planmäßige Tilgungen

– 298,4

– 185,5

Buchwert zum 31.12.

1.931,2

1.792,5

davon langfristige Schulden

1.717,3

1.039,0

davon kurzfristige Schulden

213,9

753,5

1

exklusive Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen

Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen

in Mio. €

2017

2018

Buchwert zum 1.1.

489,2

424,3

Kursgewinne bzw. -verluste

– 48,0

10,8

Kapitalisierung

29,3

29,8

Tilgungen bzw. Abgänge

– 21,8

– 19,2

Marktwertveränderungen

– 24,3

– 11,8

Buchwert zum 31.12.

424,3

433,9

424,3

433,9

davon langfristige Schulden

Zum 31. Dezember 2018 und im Vorjahr bestanden bei VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.
Die den Kommanditisten zuzurechnenden Ergebnisanteile betrafen in der Berichtsperiode 2018
die Kommanditisten von zehn Windpark- und zwei Infrastrukturgesellschaften im Gebiet des rheinland-pfälzischen Hunsrücks.

230

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2018
Längste
Laufzeit

Emissionsvolumen

Buchwert
zum 31.12.

Bis
inklusive
1 Jahr

Anleihen
Eurowährung

2024

1.540,0

1.397,1

703,7

1.540,0

1.397,1

703,7

2024

1.540,0

1.397,1

703,7

2037

703,8

392,5

49,9

703,8

392,5

49,9

Summe Anleihen
davon fix verzinst
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
davon fix verzinst

2037

500,0

338,6

26,1

davon variabel verzinst

2030

203,8

53,9

23,8

2021

0,1

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

433,9

0,0

433,9

0,0

433,9

0,0

2,9

0,0

2.226,4

753,6

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Eurowährung
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
davon fix verzinst

2021

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen1
Fremdwährungen ($)

2030

Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen
davon fix verzinst
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten
1

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung.

2030
–

KONZERNABSCHLUSS

231

in Mio. €

› 1 bis
2 Jahre

› 2 bis
3 Jahre

› 3 bis
4 Jahre

› 4 bis
5 Jahre

Über Gewichteter Gewichteter
5 Jahre
Nominaleffektiver
zinssatz
Zinssatz

Beizulegender Zeitwert
zum 31.12.

199,6

0,0

0,0

0,0

493,9

3,59 %

4,18 %

1.458,4

199,6

0,0

0,0

0,0

493,9

3,59 %

4,18 %

1.458,4

199,6

0,0

0,0

0,0

493,9

3,59 %

4,18 %

1.458,4

33,9

30,1

25,1

25,1

228,3

2,11 %

2,36 %

422,5

33,9

30,1

25,1

25,1

228,3

2,11 %

2,36 %

422,5

27,6

27,6

22,6

22,6

212,1

2,42 %

2,55 %

368,9

6,3

2,5

2,5

2,5

16,3

0,20 %

1,81 %

53,6

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

433,9

–

–

465,7

0,0

0,0

0,0

0,0

433,9

–

–

465,7

0,0

0,0

0,0

0,0

433,9

–

–

465,7

2,9

0,0

0,0

0,0

0,0

–

–

236,3

30,1

25,1

25,1

1.156,1

232

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2017
Längste
Laufzeit

Emissionsvolumen

Buchwert
zum 31.12.

Bis
inklusive
1 Jahr

Anleihen
Eurowährung

2024

1.540,0

1.395,0

21,1

1.540,0

1.395,0

21,1

2024

1.540,0

1.395,0

21,1

2037

888,4

533,4

192,9

Summe Anleihen
davon fix verzinst
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten

888,4

533,4

192,9

davon fix verzinst

2037

570,0

407,0

171,8

davon variabel verzinst

2030

318,4

126,4

21,2

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Eurowährung

2021

Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
davon fix verzinst

2021

0,1

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

424,3

0,0

424,3

0,0

424,3

0,0

2,8

0,0

2.352,7

214,0

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen1
Fremdwährungen ($)

2030

Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen
davon fix verzinst
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten
1

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung.

2030
–

KONZERNABSCHLUSS

233

in Mio. €

› 1 bis
2 Jahre

› 2 bis
3 Jahre

› 3 bis
4 Jahre

› 4 bis
5 Jahre

Über Gewichteter Gewichteter
5 Jahre
Nominaleffektiver
zinssatz
Zinssatz

Beizulegender Zeitwert
zum 31.12.

681,6

199,4

0,0

0,0

492,9

3,59 %

4,18 %

1.499,2

681,6

199,4

0,0

0,0

492,9

3,59 %

4,18 %

1.499,2

681,6

199,4

0,0

0,0

492,9

3,59 %

4,18 %

1.499,2

43,7

42,2

38,5

33,5

182,6

2,46 %

2,54 %

570,0

43,7

42,2

38,5

33,5

182,6

2,46 %

2,54 %

570,0

22,6

27,6

27,6

22,6

134,7

3,15 %

3,17 %

442,3

21,1

14,6

10,8

10,8

47,9

0,27 %

1,43 %

127,7

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

3,00 %

3,02 %

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

424,3

–

–

459,3

0,0

0,0

0,0

0,0

424,3

–

–

459,3

0,0

0,0

0,0

0,0

424,3

–

–

459,3

2,8

0,0

0,0

0,0

0,0

–

–

728,1

241,6

38,5

33,5

1.099,9

234

(33)
Zusätzliche
Angaben zu
Finanzinstrumenten
gemäß IFRS 7

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018
Aktiva – Bilanzposten

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

in Mio. €

Bewertungskategorie nach
IFRS 9

Stufe

Buchwert
zum 31.12.

Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.

FVOCI

2

12,9

12,9
0,7

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FVPL

3

0,7

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FVOCI

AC

0,6

0,6

Sonstige Beteiligungen

FVOCI

1

22,0

22,0

Sonstige Beteiligungen

FVOCI

2

87,5

87,5

Sonstige Beteiligungen

FVOCI

AC

6,6

6,6

Sonstige Beteiligungen

130,3

Wertpapiere

FVPL

1

132,7

132,7

Wertpapiere

FVOCI

3

8,5

8,5

Wertpapiere

FVOCI

AC

1,0

1,0

Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen

AC

2

63,2

59,7

Sonstige Ausleihungen –
bilanziell geschlossene Positionen

AC

2

292,5

313,2

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen

FVPL

2

78,0

78,0

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

AC

2

34,7

36,2

Sonstige Ausleihungen

AC

2

5,2

5,1

–

–

31,9

–

Sonstige
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige
Forderungen

647,7

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

AC

–

394,3

Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen

AC

–

29,6

–

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

AC

2

21,6

21,8

Sonstige Ausleihungen

AC

2

0,2

0,2

Sonstige Ausleihungen –
bilanziell geschlossene Positionen

AC

2

0,0

0,0

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FVPL

1

10,1

10,1

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FVPL

2

283,1

283,1

Wertpapiere

FVPL

1

69,3

69,3

AC

2

20,0

20,0

Geldmarktgeschäfte
Emissionszertifikate

–

–

–

19,9

–

Sonstige

AC

–

51,9

–

Sonstige

–

–

26,9

–

AC

–

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere
Liquide Mittel

926,8
39,3

–

KONZERNABSCHLUSS

235

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018
Aktiva – Bilanzposten

Bewertungskategorie nach
IFRS 9

Stufe

in Mio. €

Buchwert
zum 31.12.

Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.

Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet

AC

952,5

FVPL

573,8

FVOCI

139,2

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2018
Passiva – Bilanzposten

in Mio. €

Bewertungskategorie nach
IFRS 9

Stufe

Buchwert
zum 31.12.

Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.

Anleihen

AC

2

1.397,1

1.458,4

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
Sonstigen

AC

2

392,5

422,5

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

AC

2

113,6

145,5

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

FVPL – D

2

320,2

320,2

–

–

2,9

–

Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Stromlieferverpflichtung

2.226,4
–

–

155,8

–

Anteilsrückgabeverpflichtung

AC

3

75,4

118,7

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

AC

–

1,3

–

–

–

32,0

–

AC

–

32,4

–

AC

–

188,0

–

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FVPL

2

528,8

528,8

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich

FVPL

2

15,8

15,8

Sonstige

AC

–

145,7

–

Sonstige

–

–

74,6

–

Abgrenzungen – Cross Border Leasing
Sonstige
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

296,9

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

952,9

Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten
Anschaffungskosten

AC

2.346,1

Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert

FVPL

544,7

Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert – designiert

FVPL – D

320,2

236

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2017
Aktiva – Bilanzposten

Bewertungskategorie nach
IAS 39

Level

in Mio. €

Buchwert
zum 31.12.

Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FAAC

–

1,0

–

Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen

FAAFS

2

10,8

10,8

Sonstige Beteiligungen

FAAFS

1

20,5

20,5

Sonstige Beteiligungen

FAAFS

2

103,4

103,4

Sonstige Beteiligungen

FAAC

–

1,9

–

137,5

Sonstige Beteiligungen
Wertpapiere

FAAFS

1

138,3

138,3

Wertpapiere

FAAFS

3

7,5

7,5

Wertpapiere

FAAC

–

1,0

–

Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen

LAR

2

59,7

57,1

Sonstige Ausleihungen –
bilanziell geschlossene Positionen

LAR

2

274,9

304,8

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen

FAHFT

2

89,8

89,8

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

LAR

2

58,3

60,4

Sonstige Ausleihungen

LAR

2

5,1

5,0

–

–

29,5

–

Sonstige
Sonstige Finanzanlagen und langfristige sonstige
Forderungen

664,1

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

LAR

–

345,7

Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen

LAR

–

27,9

–

Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen

LAR

2

4,9

5,1

Sonstige Ausleihungen

–

LAR

2

0,2

0,2

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FAHFT

2

104,7

104,7

Inhaberposition: Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH

FAHFT

3

19,2

19,2

–

–

7,9

–

Sonstige

LAR

–

44,8

–

Sonstige

–

–

27,5

–

Emissionszertifikate

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
kurzfristige sonstige Forderungen und Wertpapiere
Liquide Mittel

583,0
LAR

–

28,6

Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten

FAAC

3,9

LAR

850,1

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte

FAAFS

280,5

Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand

FAHFT

213,8

Kredite und Forderungen

28,6

KONZERNABSCHLUSS

237

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2017
Passiva – Bilanzposten

in Mio. €

Bewertungskategorie nach
IAS 39

Level

Buchwert
zum 31.12.

Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.

Anleihen

FLAAC

2

1.395,0

1.499,2

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
Sonstigen

FLAAC

2

533,4

570,0

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

FLAAC

2

106,3

141,3

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen

FLAFVPL

2

318,0

318,0

–

–

2,8

–

Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Stromlieferverpflichtung

2.355,5
–

–

163,0

–

Anteilsrückgabeverpflichtung

FLAAC

3

78,3

125,1

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

FLAAC

–

1,5

–

–

–

45,6

–

FLAAC

–

27,0

–

Abgrenzungen – Cross Border Leasing
Sonstige
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

315,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

FLAAC

–

171,5

–

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

FLHFT

2

264,0

264,0

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich

FLHFT

2

18,6

18,6

Sonstige

FLAAC

–

115,1

–

Sonstige

–

–

75,6

–

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

644,8

Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Finanzielle Schulden im Handelsbestand

FLAAC

2.428,2

FLAFVPL

318,0

FLHFT

282,6

Für die in obiger Tabelle als FVPL (Vorjahr: FLAFVPL) klassifizierten Finanzverbindlichkeiten (aus
bilanziell geschlossenen Positionen) beträgt die Differenz zwischen dem Buchwert zum 31. Dezember
2018 und dem Betrag, den VERBUND bei Fälligkeit zahlen müsste, 47,9 Mio. € (Vorjahr: 46,9 Mio. €). Die
Umrechnung des Fälligkeitsbetrags erfolgte dabei zum Kurs (1 € = $) am Bilanzstichtag in Höhe von
1,1450 (Vorjahr: 1,1993). Die derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich (aus bilanziell geschlossenen Positionen) können im Insolvenzfall mit den als FLAFVPL klassifizierten Finanzverbindlichkeiten
(aus bilanziell geschlossenen Positionen) aufgerechnet werden (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).
Von den in obiger Tabelle als FVPL klassifizierten derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich
betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 73,7 Mio. € (Vorjahr: 40,7 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe
von 370,5 Mio. € (Vorjahr: 326,7 Mio. €) als Cashflow Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese

238

Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln
von VERBUND vorgenommenen Inter Portfolio Netting (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar.
Die in obiger Tabelle als FVOCI klassifizierten Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen,
sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere werden aufgrund strategischer Überlegungen längerfristig
gehalten. Details zum beizulegenden Zeitwert und den Dividendenausschüttungen der einzelnen als
FVOCI klassifizierten Finanzinstrumente können nachfolgender Tabelle entnommen werden:
Details zu FVOCI-Beteiligungen 2018

in Mio. €

Beizulegender
Zeitwert zum
31.12.

Dividende

Energie AG Oberösterreich

87,5

4,1

Burgenland Holding Aktiengesellschaft

22,0

1,0

Verfahren Umwelt Management GmbH

9,3

0,6

CEESEG Aktiengesellschaft

8,5

0,5

Gestionnaires de Réseau de Transport d’Électricité (HGRT)

4,8

0,6

VERBUND Tourismus GmbH

3,6

1,6

Übrige

3,5

1,0

Stufe-3-Bewertung von Finanzinstrumenten: Inhaberposition: GKI

in Mio. €

2017

2018

4,3

19,2

Bewertungsergebnis (im übrigen Finanzergebnis erfasst)

– 4,3

0,0

Bewertungsergebnis (als Bewertung von Cashflow Hedges erfasst)

19,2

– 0,6

0,0

– 18,6

19,2

0,0

Buchwert zum 1.1.

Abgänge
Buchwert zum 31.12.

Mit Wirkung vom 22. August 2014 veräußerte VERBUND 40 % der 50%igen Beteiligung an der
Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH an die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Im Zuge dessen räumte die
TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG VERBUND eine Put- und eine Call-Option ein: VERBUND konnte zwischen
1. Juni 2018 und 30. Juni 2018 seine verbliebene 10%ige Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Inn
GmbH an die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG veräußern oder seine 10%ige Beteiligung durch Erwerb
von Anteilen von der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG auf 25 % aufstocken. Der Ausübungspreis entsprach
bei beiden Optionen den bis dahin angefallenen anteiligen Investitionskosten für das Gemeinschaftskraftwerk Inn zuzüglich einer Verzinsung. Die Put-Option wurde als Sicherungsinstrument zur Absicherung einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion behandelt
(Cashflow Hedge). VERBUND hat die Put-Option am 4. Juni 2018 ausgeübt und die verbliebene 10%ige
Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH an die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG veräußert.
Der Abschluss der Transaktion (Closing) erfolgte am 19. Juli 2018.

KONZERNABSCHLUSS

239

Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte
Stufe Finanzinstrumente

Bewertungsverfahren

Inputfaktoren

1 Energietermingeschäfte

Marktwertorientiert

An der Börse festgestellter
Abrechnungspreis

1 Wertpapiere, sonstige Beteiligung an
der Burgenland Holding AG

Marktwertorientiert

Börsenpreis

2 Wertpapiere bzw. sonstige
Ausleihungen aus bilanziell
geschlossenen Positionen, langfristige
Ausleihungen, Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten, Anleihen
und sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten

Kapitalwertorientiert

Mit den Finanzinstrumenten
verbundene Zahlungen,
Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der
Vertragspartner (Credit Default Swaps
bzw. Credit-Spread-Kurven)

2 Anteile an nicht konsolidierten
Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen an der Energie AG
Oberösterreich und der HGRT

Marktwertorientiert

Trading Multiple, Transaktionswert

2 Nicht börsennotierte
Energietermingeschäfte

Kapitalwertorientiert

Von Börsenpreisen abgeleitete ForwardPreiskurve, Zinsstrukturkurve,
Kreditrisiko der Vertragspartner

2 Übrige zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Vermögenswerte und
Schulden im Finanzbereich

Kapitalwertorientiert

Bereits fixierte oder über Forward Rates
ermittelte Cashflows, Zinsstrukturkurve,
Kreditrisiko der Vertragspartner

3 Anteilsrückgabeverpflichtung
(Verpflichtung zur Rückübertragung
von 50 % der Anteile an der
Donaukraftwerk Jochenstein AG)

Kapitalwertorientiert

Preisprognosen für Strom, gewichtete
durchschnittliche Nach-SteuerKapitalkosten

3 Wertpapiere (Anteile an der
CEESEG AG)

Kapitalwertorientiert

Erwartete Gewinnausschüttungen,
Eigenkapitalkosten

AC Übrige Anteile an nicht konsolidierten
Tochterunternehmen, sonstigen
Beteiligungen und Wertpapieren

–

Anschaffungskosten als beste
Schätzung des beizulegenden Zeitwerts

– Liquide Mittel, Forderungen und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen, kurzfristige sonstige
Forderungen, sonstige
Geldaufnahmen im Rahmen der
kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie
kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

–

Buchwerte als beste Schätzung des
beizulegenden Zeitwerts

240

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2018

in Mio. €

Fälligkeit

2019

2020

2021 – 2023

ab 2024

Anleihen

733,2

217,3

22,5

507,5

41,0

39,2

94,0

251,6

0,0

0,0

0,0

0,0

20,1

23,4

58,4

449,2

0,0

2,9

0,0

0,0

Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten

794,2

282,7

174,9

1.208,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

188,0

0,3

1,2

0,1

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

603,2

236,9

59,2

0,0

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2

5,1

4,4

6,3

0,8

145,7

6,3

4,5

97,0

941,9

247,9

71,3

97,9

1.736,1

530,6

246,2

1.306,2

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene
Positionen1
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile

Sonstige
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7
1

Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // 2 Die Mittelabflüsse von

Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.

Erwartete Mittelabflüsse zum 31.12.2017
Fälligkeit
Anleihen

in Mio. €

2018

2019

2020 – 2022

ab 2023

49,7

733,2

232,3

515,0

196,7

47,9

124,5

200,9

0,0

0,0

0,0

0,0

19,2

19,1

59,3

447,7

0,0

2,8

0,0

0,0

Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten

265,6

803,1

416,0

1.163,6

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

171,5

1,1

0,4

0,2

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

418,9

138,4

109,5

0,0

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich2

5,8

4,9

7,3

1,4

Sonstige

115,1

5,1

3,1

97,1

Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten

711,4

149,4

120,3

98,7

Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7

977,1

952,5

536,3

1.262,3

Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Sonstigen
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene
Positionen1
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile

1

Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber. // 2 Die Mittelabflüsse von

Zinsswaps werden als Nettozahlungsstrom beider Legs berücksichtigt.

KONZERNABSCHLUSS

241

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2018

In Mio. €

2018
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet

– 18,0

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert

1,5

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

5,6

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

11,5

Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet

– 6,1

Gesamtzinsaufwendungen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten
finanziellen Verbindlichkeiten

– 102,2

Gesamtzinserträge aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten
finanziellen Vermögenswerten

34,5

Die Nettoergebnisse der „Finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ resultierten zum einen aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente im
Energiebereich (Wholesale und Trading); dieser Teil wurde im operativen Ergebnis (Stromerlöse) erfasst. Zum anderen resultierten die Nettoergebnisse aus der Bewertung der (sonstigen) derivativen und
nicht–derivativen Finanzinstrumente im Finanzbereich; diese Nettoergebnisse wurden im übrigen
Finanzergebnis erfasst.
Die Nettoergebnisse der „Finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet – designiert“ resultierten aus der Bewertung der Finanzverbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen. Diesen Nettoergebnissen stehen gegenläufige Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und Nettoergebnisse von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, in gleicher Höhe gegenüber.
Die Nettoergebnisse der „Finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Anschaffungskosten bewertet“ betreffen im Wesentlichen Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen, die im übrigen Finanzergebnis erfasst werden. Darüber
hinaus sind auch Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten, die im
operativen Ergebnis ausgewiesen werden.
Die Gesamtzinsaufwendungen wurden im Zinsaufwand erfasst; die Gesamtzinserträge wurden zum
Teil im Zinsertrag und zum Teil im übrigen Finanzergebnis erfasst.

242

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2017
2017

2017

Nettoergebnis

davon Wertminderungen/
Wertaufholungen

Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten

1,4

– 1,1

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

0,0

0,0

– 48,4

– 0,6

Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten

48,2

–

Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert

55,8

–

Kredite und Forderungen

Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand
Gesamtzinsaufwendungen

– 31,6

–
– 105,7

Gesamtzinserträge

38,6

Bewertungen im sonstigen Ergebnis1

31,0

Umgliederungen aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und
Verlustrechnung1
1

0,0

Diese Nettoergebnisse resultieren aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten.

Angaben zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Die speziellen Bilanzierungsregeln für Sicherungsbeziehungen kommen bei VERBUND zum einen bei
Stromfutures und -forwards zur Anwendung. Mit diesen Sicherungsinstrumenten soll der Preis für den
Verkauf der Eigenerzeugung und der Preis für den Strombezug zur Rückdeckung der Stromlieferungen
an Kunden abgesichert werden. Zum anderen werden mittels Zinsswaps die künftigen Zahlungen
variabel verzinster Finanzverbindlichkeiten durch einen Tausch von variablen Zinszahlungen auf fixe
Zinszahlungen abgesichert.
Ziel der Absicherungen mit den Stromfutures und -forwards ist es, die aus Marktpreisschwankungen
resultierende Cashflow-Volatilität zu verringern. Der Zeitpunkt und die Höhe der Absicherung zukünftiger Stromlieferungen hängt von den jeweiligen aktuellen Preisentwicklungen ab. Grundsätzlich erfolgt
die Absicherung hierzu sukzessive. Entsprechend der Risikomanagementstrategie wird ein Teil des
gesamten erwarteten Volumens abgesichert. Nachdem die relevanten Vertragsbedingungen (wie Laufzeit,
Volumen, Preisbasis etc.) der abgeschlossenen Stromfutures und -forwards mit jenen der Grundgeschäfte
in der Regel übereinstimmen, führt VERBUND eine qualitative Effektivitätsmessung durch. Hierbei kann
grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Ausgenommen davon sind Absicherungen von Stromlieferungen auf einem vom Lieferort abweichenden Markt. Derartige Absicherungen
bestehen infolge der Beschränkung des unbegrenzten Handels am deutsch-österreichischen Strommarkt
ab dem 1.10.2018. Aufgrund der höheren Liquidität werden österreichische Stromlieferungen zum Großteil mit DE-Terminprodukten bzw. DE/AT-Terminprodukten abgesichert. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen den deutschen und österreichischen Preisen. Der österreichische Preis setzt sich aus
dem
deutschen
Preis
zuzüglich
eines
DE/AT-Spreads
zusammen.
Mit
DE-Terminprodukten wird daher die DE-Preiskomponente von österreichischen Stromlieferungen abgesichert, weshalb auch in diesen Fällen die wesentlichen Konditionen zwischen den Sicherungsinstrumenten und den geplanten Zahlungsströmen übereinstimmen. Bei der Absicherung österreichischer oder
deutscher Stromlieferungen mit den DE/AT-Mischpreisterminkontrakten wird anhand einer

KONZERNABSCHLUSS

243

Regressionsanalyse beurteilt, ob ein entsprechender Zusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gegeben ist. Da das gesamte Risiko einer Veränderung des Marktpreises für Strom in
Bezug auf das Grundgeschäft bzw. die Komponente des Grundgeschäfts abgesichert wird, beträgt die
Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können aus Änderungen des Kreditrisikos
der Gegenpartei und von VERBUND, zeitlichen Verschiebungen der erwarteten Stromlieferungen, einem
reduzierten Volumen der erwarteten Stromlieferung sowie aus Absicherungen von Stromlieferungen mit
dem DE/AT-Mischpreisterminkontrakt resultieren.
Ziel der Absicherungen mit den Zinsswaps ist es, das aus einem Anstieg der Marktzinsen einhergehende
Cashflow-Risiko in Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten zu verringern. Nachdem die relevanten
Vertragsbedingungen (wie Laufzeit, Volumen, Marktzinssatz, etc.) der abgeschlossenen Zinsswaps mit
jenen der Grundgeschäfte übereinstimmen, führt VERBUND eine qualitative Effektivitätsmessung durch. Es
kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Wertänderung der Sicherungsinstrumente die
Veränderungen aus den zukünftigen Zahlungsströmen zur Gänze ausgleicht. Da das gesamte Risiko eines
Anstiegs der Marktzinsen in Bezug auf die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten abgesichert wird,
beträgt die Sicherungsquote 100 %. Unwirksamkeiten der Absicherungen können nur aus Änderungen des
Kreditrisikos der Gegenpartei und von VERBUND resultieren.
Bei den Zinsswaps kommt es halbjährlich zu Zahlungen. Der zugrunde liegende variable Marktzinssatz
ist der Sechs-Monats-EURIBOR. Die durch die Zinsswaps abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden
in den folgenden acht Jahren (2019 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.
Absicherung von Cashflows – Sicherungsinstrumente 31.12.2018

in Mio. €

Buchwert

Bilanzposten

Nominalbetrag

Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität

Stromfutures und -forwards – Absatz

0,7

Sonstige
Forderungen

1.093 GWh

0,7

Stromfutures und -forwards – Absatz

– 369,8

Sonstige
Verbindlichkeiten

19.033 GWh

– 260,1

73,0

Sonstige
Forderungen

– 4.406 GWh

53,9

– 0,7

Sonstige
Verbindlichkeiten

– 661 GWh

– 0,7

8,9

Sonstige
Verbindlichkeiten

100,7

1,7

Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität

Stand der
Rücklage für
Bewertungen
von Cashflow
Hedges

Zukünftiger Stromabsatz

259,7

– 368,7

Zukünftiger Strombezug

– 53,2

72,3

– 1,7

– 9,0

Stromfutures und –forwards –
Beschaffung
Stromfutures und -forwards –
Beschaffung
Zinsswaps

Absicherung von Cashflows – Grundgeschäfte 31.12.2018

Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten

in Mio. €

244

Absicherung von Cashflows – Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung
und Bilanz 2018

in Mio. €

Im sonstigen
Ergebnis
erfasste
Sicherungsgewinne/
-verluste

Erfolgswirksam
erfasste
Unwirksamkeit
der Absicherung

Posten der
Gesamtergebnisrechnung, in
dem die
Unwirksamkeit
erfasst wurde

Umgliederungen von der
Rücklage in den
Gewinn oder
Verlust

Posten der
Gesamtergebnisrechnung, in
dem die
Umgliederung
erfasst wurde

– 259,4

– 0,4

Umsatzerlöse

– 217,0

Umsatzerlöse

53,2

0,0

Strombezug

21,2

Strombezug

0,0

Übriges
Finanzergebnis

– 2,9

Zinsaufwand

Stromfutures und
-forwards – Absatz
Stromfutures und
-forwards –
Beschaffung
Zinsswaps

– 1,1

Nominalbetrag und durchschnittlicher Preis bzw. Zinssatz zum 31.12.2018

in Mio. €

2019

2020

2021

2022

> 2022

Nominalbetrag

14.141 GWh

5.477 GWh

254 GWh

254 GWh

–

Durchschnittlicher abgesicherter
Preis

33,0 €/MWh

43,9 €/MWh

28,0 €/MWh

28,0 €/MWh

–

Nominalbetrag

– 3.035 GWh

– 1.494 GWh

– 450 GWh

– 88 GWh

–

Durchschnittlicher abgesicherter
Preis

38,4 €/MWh

40,8 €/MWh

42,9 €/MWh

49,7 €/MWh

–

Stromfutures und -forwards – Absatz

Stromfutures und -forwards –
Beschaffung

Zinsswaps
Durchschnittlicher Nominalbetrag
Durchschnittlicher fixer Zinssatz

(34)
Lang- und
kurzfristige
Rückstellungen

93,4

78,8

64,1

49,5

18,5

2,5 %

2,5 %

2,6 %

2,6 %

2,6 %

Lang- und kurzfristige Rückstellungen

in Mio. €

2017
Langfristig

2018
Langfristig

2017
Kurzfristig

2018
Kurzfristig

Rückstellungen für Pensionen

402,6

425,4

–

–

Rückstellungen für pensionsähnliche
Verpflichtungen

156,0

146,4

–

–

Rückstellungen für Abfertigungen

136,2

127,5

–

–

10,4

7,9

6,8

5,0

Rückstellungen für Altersteilzeit
Sonstige personalbezogene
Rückstellungen

14,7

16,2

20,4

20,5

Sonstige Rückstellungen

101,9

93,3

26,4

17,4

Lang- und kurzfristige
Rückstellungen

821,8

816,8

53,6

42,9

KONZERNABSCHLUSS

245

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung

Anwartschaftsbarwert der durch
Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens
Nettowert der durch Fondsvermögen
gedeckten Verpflichtungen

in Mio. €

2017
Pensionsverpflichtungen

2018
Pensionsverpflichtungen

2017
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

2018
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

241,6

245,9

–

–

– 154,3

– 134,3

–

–

87,3

111,6

–

–

Anwartschaftsbarwert der nicht
durch Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen

315,2

313,7

156,0

146,4

Buchwert der Rückstellungen
zum 31.12.

402,6

425,4

156,0

146,4

Pensionsaufwand

in Mio. €

2017
Pensionsverpflichtungen

2018
Pensionsverpflichtungen

2017
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

2018
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

Dienstzeitaufwand
(erworbene Ansprüche)

3,8

3,6

3,0

2,8

Nettozinsaufwand

6,0

5,8

2,8

2,7

Pensionsaufwand
(im Periodenergebnis erfasst)

9,8

9,4

5,8

5,5

Neubewertungen der Nettoschuld

0,4

35,5

– 7,2

– 10,8

10,2

44,9

– 1,4

– 5,3

Pensionsaufwand
(im Gesamtperiodenergebnis erfasst)

246

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts

Anwartschaftsbarwert zum 1.1.
Dienstzeitaufwand
(erworbene Ansprüche)
Pensionszahlungen bzw.
KZV-Zuschusszahlungen
(Leistungszahlungen)

in Mio. €

2017
Pensionsverpflichtungen

2018
Pensionsverpflichtungen

2017
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

2018
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

569,8

556,8

161,7

156,0

3,8

3,6

3,0

2,8

– 33,8

– 33,5

– 4,3

– 4,3

Zinsaufwand

8,3

8,1

2,8

2,7

Neubewertungen aus
erfahrungsbedingten Anpassungen

8,7

3,6

– 7,2

– 5,2

Neubewertungen aus Veränderungen
bei demografischen Annahmen

0,0

38,6

0,0

10,6

0,0

– 17,5

0,0

– 16,2

556,8

559,7

156,0

146,4

Neubewertungen aus Veränderungen
bei finanziellen Annahmen
Anwartschaftsbarwert zum 31.12.

Zum 31. Dezember 2018 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen 12 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 18 Jahre (Vorjahr: 18 Jahre).
Entwicklung des Planvermögens

Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 1.1.
Beitragszahlungen von VERBUND
Auszahlungen (Leistungszahlungen)

in Mio. €

2017
Pensionsverpflichtungen

2018
Pensionsverpflichtungen

2017
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

2018
Pensionsähnliche
Verpflichtungen

154,6

154,3

–

–

0,2

0,0

–

–

– 11,1

– 11,2

–

–

Zinserträge

2,3

2,3

–

–

Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–)

8,3

– 10,9

–

–

154,3

134,3

–

–

Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 31.12.

Die VERBUND zurechenbare Veranlagungs- und Risikogemeinschaft in der Pensionskasse erzielte in
der Berichtsperiode 2018 einen Verlust in Höhe von 8,6 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von
10,6 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher. Für die Berichtsperiode 2019 werden laufende Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung leistungsorientierter Pläne in
Höhe von 12,8 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) erwartet.

KONZERNABSCHLUSS

247

Fondsvermögen

in %

aktiver
Markt

kein aktiver
Markt

Aktien

43,0

0,0

Anleihen

2017
Summe

2018
Summe

aktiver
Markt

kein aktiver
Markt

43,0

41,1

0,0

41,1

44,1

0,0

44,1

45,6

0,0

45,6

Geldmarkt

7,6

0,0

7,6

6,2

0,0

6,2

Sonstige Investments

5,3

0,0

5,3

7,1

0,0

7,1

100,0

0,0

100,0

100,0

0,0

100,0

Gesamt

VERBUND stimmt die allgemeinen Veranlagungsrichtlinien regelmäßig mit der APK Pensionskasse AG
ab. Das Risikomanagement in der APK Pensionskasse AG orientiert sich an den Vorgaben des Pensionskassengesetzes bzw. an den entsprechenden Verordnungen der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Rückstellungen für Abfertigungen
Zusammensetzung der Rückstellungen für Abfertigungen
Rückstellungen für gesetzliche Abfertigungen
Rückstellungen für Abfertigungen aus Sondervereinbarungen gemäß
Sozialplan
Buchwert der Rückstellungen zum 31.12.

in Mio. €

2017

2018

135,7

125,7

0,5

1,8

136,2

127,5

Abfertigungsaufwand
Dienstzeitaufwand

in Mio. €

2017

2018

1,2

1,0

Nettozinsaufwand

2,1

1,9

Abfertigungsaufwand (im Periodenergebnis erfasst)

3,3

2,9

Neubewertungen der Abfertigungsverpflichtung

0,1

0,6

Abfertigungsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst)

3,4

3,5

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts für gesetzliche Abfertigungen
Anwartschaftsbarwert zum 1.1.
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche)
Zinsaufwand

in Mio. €

2017

2018

144,9

135,7

1,2

1,0

2,1

1,9

– 12,6

– 13,5

Neubewertungen aus erfahrungsbedingten Anpassungen

0,1

2,5

Neubewertungen aus Veränderungen bei demografischen Annahmen

0,0

0,4

Abfertigungszahlungen (Leistungszahlungen)

Neubewertungen aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen
Anwartschaftsbarwert zum 31.12.

0,0

– 2,3

135,7

125,7

248

Zum 31. Dezember 2018 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 8 Jahre (Vorjahr: 8 Jahre).
Rückstellungen für Altersteilzeit
Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur Rückstellung

in Mio. €

2017

2018

Anwartschaftsbarwert der durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtungen

18,7

15,2

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens

– 1,4

– 2,4

Buchwert der Rückstellungen zum 31.12.

17,3

12,8

Aufwand für Altersteilzeit

in Mio. €

2017

2018

Dienstzeitaufwand

0,9

0,9

Nettozinsaufwand

0,0

0,0

Neubewertungen

– 2,6

1,4

Aufwand für Altersteilzeit (im Periodenergebnis erfasst)

– 1,7

2,3

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts
Anwartschaftsbarwert zum 1.1.

in Mio. €

2017

2018

27,5

18,6

Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche)

0,9

0,9

Nettozinsaufwand

0,0

0,0

Vorruhestandszahlungen

– 7,5

– 6,8

Neubewertungen

– 2,2

2,4

Anwartschaftsbarwert zum 31.12.

18,6

15,2

Entwicklung des Planvermögens

in Mio. €

2017

2018

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1.

1,1

1,4

Übrige Gewinne (+) bzw. Verluste (–)

0,3

1,0

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12.

1,4

2,4

2017

2018

Fondsvermögen

in %

Anleihen

100,0

100,0

Gesamt

100,0

100,0

KONZERNABSCHLUSS

249

Sonstige personalbezogene Rückstellungen
Zusammensetzung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen
2017
Langfristig
Rückstellung für Prämien aus dem
leistungsorientierten Gehaltssystem

in Mio. €

2018
Langfristig

2017
Kurzfristig

2018
Kurzfristig
20,4

–

–

20,3

Rückstellung für Jubiläumsgelder

8,7

10,6

–

–

Übrige

6,0

5,5

0,1

0,1

14,7

16,2

20,4

20,5

Sonstige personalbezogene
Rückstellungen

Entwicklung der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen

in Mio. €

2017

2018

Buchwert zum 1.1.

36,1

35,1

davon langfristig

14,6

14,7

21,6

20,4

davon kurzfristig
Änderung Konsolidierungskreis

– 0,2

0,0

Neubildung

16,6

19,1

Aufzinsung

0,2

0,2

– 17,6

– 17,5

Verwendung
Auflösung

0,0

– 0,2

35,1

36,7

davon langfristig

14,7

16,2

davon kurzfristig

20,4

20,5

Abbruchund Dekontaminationskosten

Sonstige

Summe

Buchwert zum 31.12.

Sonstige Rückstellungen
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2018

Buchwert zum 1.1.2018

in Mio. €

39,3

89,0

128,2

davon langfristig

39,3

62,6

101,9

davon kurzfristig

0,0

26,4

26,4

Änderung Konsolidierungskreis

0,0

0,0

0,0

Neubildung

0,2

13,5

13,7

Aufzinsung

– 0,4

0,7

0,3

Verwendung

– 6,7

– 17,1

– 23,8

Auflösung

– 1,3

– 6,4

– 7,7

0,0

0,0

0,0

31,1

79,7

110,8

davon langfristig

31,1

62,3

93,3

davon kurzfristig

0,0

17,4

17,4

Währungsumrechnung
Buchwert zum 31.12.2018

250

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen 2017

in Mio. €

Abbruchund Dekontaminationskosten

Sonstige

Summe

26,6

106,0

132,6

davon langfristig

24,8

59,3

84,1

davon kurzfristig

1,8

46,7

48,5

0,0

– 0,2

– 0,2

15,7

6,4

22,1

Buchwert zum 1.1.2017

Änderung Konsolidierungskreis
Neubildung
Aufzinsung

0,1

0,9

1,0

Verwendung

– 0,3

– 4,6

– 4,9

Auflösung

– 2,8

– 19,6

– 22,3

0,0

0,0

0,0

Währungsumrechnung
Buchwert zum 31.12.2017

(35)
Latente
Steuerschulden

39,3

89,0

128,2

davon langfristig

39,3

62,6

101,9

davon kurzfristig

0,0

26,4

26,4

Die Unterschiede zwischen den Steuerwerten und den Buchwerten in der IFRS-Bilanz wirken sich mit
folgenden Steuerlatenzen aus:
Steuerlatenzen

in Mio. €

2017

2018

417,9

393,9

114,1

115,9

davon aus Wertberichtigungen von Forderungen

34,9

20,2

davon aus Beteiligungsabschreibungen

24,4

11,5

davon aus Verlustvorträgen

88,9

103,1

davon aus der Liquidation von Tochterunternehmen

68,0

45,3

davon aus Finanzinstrumenten

62,4

73,4

davon aus sonstigen Posten

25,3

24,6

– 976,3

– 1.028,5

– 799,1

– 807,4

davon aus steuerlichen Sonderabschreibungen

– 94,0

– 92,2

davon aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwerten

– 28,9

– 42,2

davon aus sonstigen Posten

– 54,3

– 86,7

– 558,4

– 634,5

Latente Steuererstattungsansprüche
davon aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen

Latente Steuerschulden
davon aus Sachanlagen (aus unterschiedlichen Nutzungsdauern,
Zeitwertanpassungen bei Kaufpreisallokationen)

Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert

KONZERNABSCHLUSS

251

Die Nettoposition für latente Steuern hat sich in der Berichtsperiode 2018 und im Vorjahr wie folgt
verändert:
Steuerlatenzen

in Mio. €

2017

2018

– 569,2

– 558,4

Im Periodenergebnis erfasste Veränderungen

4,4

– 92,1

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderungen

6,3

14,8

Sonstige Veränderungen

0,0

1,2

– 558,4

– 634,5

Stand 1.1.

Stand 31.12.

Die im sonstigen Ergebnis erfassten Veränderungen betrafen im Wesentlichen die Bewertungen von
Finanzinstrumenten, die Bewertungen von Cashflow Hedges und die Neubewertungen der Nettoschuld
aus leistungsorientierten Verpflichtungen.
Zum 31. Dezember 2018 (und im Vorjahr) war davon auszugehen, dass aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen die insbesondere aus einbehaltenen Gewinnen bzw. nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem
Eigenkapital (Outside Basis Differences) der in den IFRS-Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen
Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen, assoziierten Unternehmen und gemeinsamen Vereinbarungen in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden. Zum 31. Dezember 2018 wurde daher für temporäre Differenzen in Höhe von 4.022,2 Mio. € (Vorjahr: 3.841,7 Mio. €) in Zusammenhang mit diesen
Anteilen keine Steuerschuld angesetzt.
Für steuerliche Verluste der VERBUND Sales Deutschland GmbH und der rumänischen Tochtergesellschaft VERBUND Wind Power Romania SRL werden keine latenten Steuererstattungsansprüche
angesetzt, weil es aufgrund der Ergebnissituation nicht wahrscheinlich ist, dass in den nächsten Jahren
ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die latenten Steuererstattungsansprüche verwendet werden können.
Dieser Passivposten umfasst abgegrenzte Baukostenzuschüsse, die insbesondere von Landesenergiegesellschaften (z. B. für Kraftwerksprojekte) geleistet wurden, sowie abgegrenzte Zuschüsse der
öffentlichen Hand (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Baukostenbeiträge und Zuschüsse
Baukostenbeiträge
Zuschüsse der öffentlichen Hand
Baukostenbeiträge und Zuschüsse

in Mio. €

2017

2018

712,5

709,3

35,0

37,6

747,5

746,9

(36)
Baukostenbeiträge
und Zuschüsse

252

(37)
Langfristige sonstige
Verbindlichkeiten

Langfristige sonstige Verbindlichkeiten

in Mio. €

2017

2018

163,0

155,8

Anteilsrückgabeverpflichtung2

78,3

75,4

Abgrenzungen – Cross Border Leasing

45,6

32,0

Stromlieferverpflichtung1

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten
1

1,5

1,3

27,0

32,4

315,3

296,9

Die Stromlieferverpflichtung entspricht der Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 als Teil der Gegenleistung für

den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke GmbH) eingegangen worden ist. // 2 Die Anteilsrückgabeverpflichtung bezieht sich auf die
unentgeltliche Rückübertragung der in der Berichtsperiode 2013 neu erworbenen 50%igen Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG an die Bundesrepublik Deutschland
bzw. den Freistaat Bayern mit Wirkung vom 31. Dezember 2050.

(38)
Laufende
Steuerschulden

Laufende Steuerschulden
Ertragsteuern
Sonstige Steuern
Laufende Steuerschulden

(39)
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen und
kurzfristige sonstige
Verbindlichkeiten

in Mio. €

2017

2018

94,7

45,4

1,0

1,0

95,8

46,5

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

in Mio. €

2017

2018

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich

264,0

528,8

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

171,5

188,0

Ausstehende Rechnungen für Investitionen

36,0

48,2

Sonstige Verbindlichkeiten für Erhaltungsaufwendungen

31,7

38,5

Sonstige personalbezogene Verbindlichkeiten

32,0

33,7

Sonstige Verbindlichkeiten aus Stromlieferungen und Netzleistungen

23,4

31,6

Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt

19,3

19,1

Verbindlichkeiten gegenüber der ECRA

7,7

16,5

18,6

15,8

Stromlieferverpflichtung

7,0

7,2

Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochter- und
Beteiligungsunternehmen

9,3

4,6

Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit
(unter anderem Sozialversicherungsinstitute)

4,5

4,5

Sonstige Verbindlichkeiten für Rechts-, Prüfungs- und
Beratungsaufwendungen

1,5

2,3

18,2

14,0

644,8

952,9

Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich

Sonstige
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige
sonstige Verbindlichkeiten

KONZERNABSCHLUSS

253

Erläuterungen zur Geldflussrechnung
Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammensetzung des Fonds der liquiden Mittel ist aus den Erläuterungen zur Bilanz ersichtlich (siehe:
Erläuterungen zur Bilanz).
In Zusammenhang mit Zugängen zu immateriellem und Sachanlagevermögen entstanden offene
Posten an kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 48,2 Mio. € (Vorjahr: 36,0 Mio. €).

Nicht
zahlungswirksame
Transaktionen

Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

(40)
Ergänzende
Informationen zum
Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit

in Mio. €

2017
Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile
Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG

2018

– 21,8

– 32,2

– 100,8

– 145,9

Finanzinstrumente und Risikomanagement
VERBUND nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für
Zwecke des Risikomanagements.

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und den damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und
Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem
Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen.
Im Finanzbereich von VERBUND stellen daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von
Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen
einen Schwerpunkt dar, was im Eintrittsfall zu einer Gewinnabsicherung bzw. Schadensbegrenzung
führen kann.
Für den Finanzbereich wurden eigene Regelungen im Rahmen von Konzernrichtlinien festgelegt, um
die finanziellen Risiken auch entsprechend zu überwachen und zu steuern. Dies bedeutet unter anderem die Berechnung und Bewertung marktüblicher Kennzahlen hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten, um bei Bedarf entsprechende Maßnahmen vorschlagen und einleiten zu können. Durch eine in der Regel auf die laufende und die darauffolgende
Berichtsperiode ausgerichtete Liquiditätsplanung und daraus resultierende entsprechende Veranlagungen bzw. Aufnahmen wird eine jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt.
Finanzinstrumente

Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen
wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzbereich

254

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind
in den angeführten Bilanzposten erfasst:
Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Forderungen
Referenzwert
Zinsswaps – bilanziell geschlossene
Positionen (Fixzinsempfänger)
Devisentermingeschäfte

1

1

in Mio. €

Positive Zeitwerte
31.12.2017

Positive Zeitwerte
31.12.2018

260,7 Mio. $
(Vorjahr: 257,3 Mio. $)

89,8

78,0

0,5 Mio. $
(Vorjahr: 0,0 Mio. $)

0,0

0,0

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Derivative Finanzinstrumente in den sonstigen Verbindlichkeiten
Referenzwert1

in Mio. €

Negative Zeitwerte
31.12.2017

Negative Zeitwerte
31.12.2018

Zinsswaps – Hedges (Fixzinsempfänger)

100,7 Mio. €
(Vorjahr: 115,3 Mio. €)

10,6

8,9

Zinsswaps Finanzverbindlichkeiten
(ohne designierte Sicherungsbeziehung)

140,6 Mio.€
(Vorjahr: 159,0 Mio. €)

8,0

7,0

1

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken.
Die Wertschwankungen der Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen
(siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) dienen dem Ausgleich der Wertschwankungen der
dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
werden.
Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 100,7 Mio. € (Vorjahr: 115,3 Mio. €)
bestehen Zinsswaps, die als Geschäft zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert und bilanziert
wurden. Für weitere Details zu diesen Zinsswaps siehe: (33) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
gemäß IFRS 7.
Zusätzlich wurden im Rahmen von (konzerninternen) Projektfinanzierungen weitere Zinsswaps (von
variabler auf fixe Verzinsung) mit einem zum 31. Dezember 2018 aushaftenden Nominalbetrag in Höhe
von 140,6 Mio. € (Vorjahr: 159,0 Mio. €) abgeschlossen. Diese Zinsswaps dienen zwar wirtschaftlich
gesehen ebenfalls der Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen, sind aber aus Konzernsicht als freistehende Derivate, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren sind, zu erfassen.
Liquiditätsrisiko

Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, wurde in der Berichtsperiode 2018 eine
fünfjährige syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. € mit zweimaliger jeweils einjähriger
Verlängerungsoption abgeschlossen. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen eines internationalen
Bankensyndikats über die VERBUND AG. Diese Kreditlinie wurde nicht ausgenützt. Die davor bereits
bestehende syndizierte Kreditlinie über 500,0 Mio. € wurde vorzeitig gekündigt. Darüber hinaus
bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds.

KONZERNABSCHLUSS

255

Für die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten
gemäß IFRS 7 siehe: (33) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.
Kreditrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und
Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im
Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht.
Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität
entweder auf Basis eines externen Investment Grade Ratings einer internationalen Ratingagentur
(Moody’s, Standard & Poor’s) oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung, die ein Ratingäquivalent
ermittelt, abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches
konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit
geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten, die von internationalen
Ratingagenturen ermittelt werden, erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und
des Kundenstrukturportfolios. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten
Anforderungen – das heißt, es wird kein Investment Grade Rating erreicht –, werden Geschäfte grundsätzlich nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (z. B. Vorauszahlungen, Bankgarantien,
Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken
minimiert. Eine weitere Risikoreduktion wird durch das Abschließen von Aufrechnungsvereinbarungen
erreicht. Eine Ausnahme betrifft die Geschäftstätigkeit im (regulierten) Segment Netz. Dort bestehen
aufgrund von Kontrahierungs- und Abschlusszwängen zum Teil auch Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, bei denen der Schuldner die Anforderungen nicht erfüllt.
Im Jahr 2017 wurde im Bereich des Endkundengeschäfts eine Kreditversicherung für Österreich und
Deutschland mit 10%igem Selbstbehalt und zweijähriger Laufzeit abgeschlossen. Zum
31. Dezember 2018 sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 36,2 Mio. € (Vorjahr:
33,7 Mio. €) durch diese Versicherung gedeckt, wobei allerdings eine Höchstdeckungsquote pro Jahr
von 10,0 Mio. € besteht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen:
Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2018
Bonitätsgruppe

A
B

in Mio. €

Äquivalent
Moody’sRating

Finanzinstrumente
– bilanziell
geschlossene Positionen

Wertpapiere

Langfristige
Fordeund kurz- rungen aus
fristige Lieferungen
sonstige
und LeisFordetungen
rungen1

Derivate
im
Energiebereich

Veranlagungen
und liquide
Mittel2

bis Aa3

236,3

0,0

0,0

16,9

11,7

0,2

bis A3

19,0

0,0

24,7

153,1

109,0

36,6

C1–C3

bis Baa3

178,4

0,0

0,0

141,8

171,0

27,8

D1–D5

unter Baa3

0,0

0,0

0,0

1,1

1,5

0,0

0,0

211,5

113,1

81,4

0,0

0,0

433,7

211,5

137,8

394,3

293,1

64,6

Ohne Rating
Summe
1

2

inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen // Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen

Ausleihungen und die Geldmarkgeschäfte zusammengefasst.

256

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen 2017
Bonitätsgruppe

in Mio. €

Äquivalent
Moody’sRating

Finanzinstrumente
– bilanziell
geschlossene Positionen

Wertpapiere

A

bis Aa3

221,1

0,0

0,0

6,6

3,9

0,1

B

bis A3

18,0

0,0

0,0

97,9

70,9

22,7

C1–C3

bis Baa3

185,3

0,0

0,0

128,7

21,6

10,7

D1–D5

unter Baa3

0,0

0,0

0,0

39,4

8,4

0,0

0,0

146,9

155,1

73,2

0,0

0,4

424,4

146,9

155,1

345,7

104,7

33,9

Ohne Rating
Summe
1

Langfristige
Fordeund kurz- rungen aus
fristige Lieferungen
sonstige
und LeisFordetungen
rungen1

Derivate
im
Energiebereich

Veranlagungen
und liquide
Mittel2

inkl. Forderungen und Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen // 2 Als Veranlagungen wurden in dieser Darstellung die lang- und kurzfristigen sonstigen

Ausleihungen und die Geldmarktgeschäfte zusammengefasst.

Bei den Wertpapieren und Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen
besteht aus Sicht von VERBUND kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Diese Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivate den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende
Risiko ist somit ein Bonitätsrisiko bzw. Ausfallsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt
sind. Dieses wurde wiederum dadurch minimiert, dass nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger
Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde, wobei eine laufende Beobachtung der Bonitätseinstufung und der
Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner erfolgt, um bei drohenden Ausfällen rasch, zeitgerecht und
vertragsgemäß reagieren zu können (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken).
Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische
Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung personalbezogener Rückstellungen angeschafft
wurden und Anteile an Geldmarktfonds.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich die als „nicht geratet“ ausgewiesenen Beträge einerseits aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, welches zu einer
großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,1 Mio. €)
liegen. Andererseits sind darin auch Forderungen enthalten, für die aufgrund besonderer Umstände
keine Bonitätseinstufung erfolgte (z. B. gesetzliche Kontrahierungszwänge).
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallsrisiko und die erfassten erwarteten
Kreditverluste für Finanzinstrumente, die als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert wurden, mit Ausnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen
gegenüber Beteiligungsunternehmen, die im Wesentlichen auch in Zusammenhang mit Lieferungen
und Leistungen stehen. Bei allen Finanzinstrumenten wurde die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts erfasst, weil ein niedriges Risiko eines Kreditausfalls besteht.

KONZERNABSCHLUSS

257

Erwartete Kreditverluste 2018

in Mio. €
Äquivalent
Moody’sRating

Ausfallswahrscheinlichkeit

Verlustquote

Bruttobuchwert

Wertberichtigung

Nettobuchwert

A

bis Aa3

0,02 %

0,60 %

236,4

0,0

236,4

B

bis A3

0,07 %

0,70 %

43,8

0,0

43,8

bis Baa3

0,12 % –
0,31 %

0,80 %

100,5

– 0,1

100,4

Ausleihungen Teil einer Nettoinvestition1

–

–

–

51,6

– 21,9

29,8

Keine Erfassung von erwarteten
Kreditverlusten2

–

–

–

–

–

C1–C3

Summe
1

118,3
528,6

Die langfristigen Ausleihungen stellen ihrem wirtschaftlichen Gehalt nach eine Erhöhung der Nettoinvestition in die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH dar

(siehe: (21) Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen). // 2 Die Sicherstellungen im Energiehandel in Höhe von 37,8 Mio. € werden als Sondervermögen geführt,
weshalb kein Ausfallsrisiko existiert. Bei den übrigen Finanzinstrumenten werden aufgrund der geringen Ausfallskredithöhe, der geringen Laufzeit bzw. der guten Bonität der
Schuldner keine erwarteten Kreditverluste erfasst.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen, die sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen,
werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste unter Verwendung einer Wertberichtigungsmatrix bemessen:
Erwartete Kreditverluste 2018

in Mio. €

Verlustrate

Bruttobuchwert

Wertberichtigung

Nettobuchwert

Nicht überfällig

0%

410,2

0,0

410,2

1 – 30 Tage überfällig

0%

11,9

0,0

11,9

10 – 50 %

0,7

– 0,1

0,7

31 – 120 Tage überfällig
> 120 Tage überfällig
Summe

90 %

3,8

– 2,7

1,1

426,6

– 2,7

423,9

Zinsänderungsrisiko

Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen.
Zum 31. Dezember 2018 belief sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der
abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 2,0 %
(Vorjahr: 6,5 %).
Ein Zinsanstieg um 1,0 % würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportfolio inkl. der
Geldmarktgeschäfte zu einem um 0,6 Mio. € p. a. (Vorjahr: 1,3 Mio. € p. a.) geringeren Ergebnis vor
Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die
Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger
andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.
Zum 31. Dezember 2018 bestanden Zinsswaps (Nominale: 260,7 Mio. $, Vorjahr: 257,3 Mio. $) in
Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivate bildet mit den
zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die
dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht.

258

Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten.
Zum 31. Dezember 2018 bestanden weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt
100,7 Mio. € (Vorjahr: 115,3 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um
das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges gemäß IFRS 9 designiert (siehe: (33) Zusätzliche
Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7).
Darüber hinaus bestanden Zinsswaps (von variabler auf fixe Verzinsung), welche im Rahmen von
konzerninternen Projektfinanzierungen mit einem Nominale von 140,6 Mio. € (Vorjahr: 159,0 Mio. €)
abgeschlossen wurden und für die aus Konzernsicht keine Sicherungsbeziehung darstellbar war (für die
beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten siehe: (33) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7). Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportfolios beträgt 3,4 Jahre
(Vorjahr: 3,7 Jahre).
Währungsänderungsrisiko

Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro
abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für
die übrigen originären Finanzinstrumente.
Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazugehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein
Währungsänderungsrisiko.
Risiko aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich für
VERBUND das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch
Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte
sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren
sowie durch Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden in puncto
anzuerkennender Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden.
VERBUND nutzte diese Möglichkeiten und konnte in den Berichtsperioden 2009 und 2010 insgesamt
rund 85 % des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen auflösen. Das
verbleibende Transaktionsvolumen (Kraftwerk Freudenau) beträgt insgesamt rund 966,0 Mio. $ und
entspricht rund 15 % der gesamten ursprünglichen Transaktionen. Der ursprünglich erzielte
Nettobarwertvorteil dieser Transaktion betrug 75,9 Mio. €. Diese letzte noch aufrechte Transaktion hat
eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Haftungen, die allenfalls für VERBUND daraus entstehen
könnten, sind zum Teil noch durch Rückhaftungen abgesichert (siehe: Sonstige Verpflichtungen bzw.
Ansprüche und Risiken).
Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige Auflösungen, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und
B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten partielle Auflösungen, bei denen die
Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans
aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die bestehenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die
entsprechenden Veranlagungen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Derivate (Zinsswaps,
Fair Value Hedges) wurden bei diesen als partiell aufgelöst bezeichneten Transaktionen weitergeführt.

KONZERNABSCHLUSS

259

Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung
dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 260,7 Mio. $ (Vorjahr: 257,3 Mio. $).
Bilanziell kommt es (mangels eines gegenwärtigen Rechtsanspruchs zur Verrechnung der erfassten
Beträge) zu keiner Aufrechnung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die die bilanziell geschlossenen Positionen betreffen. Im Insolvenzfall können die Zinsswaps (78,0 Mio. €,
Vorjahr: 89,8 Mio. €) und die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (320,2 Mio. €, Vorjahr: 318,0 Mio. €) aufgerechnet werden. Die Nettoverbindlichkeit aus diesen beiden Positionen beträgt zum 31. Dezember 2018 daher 242,2 Mio. € (Vorjahr:
228,2 Mio. €).
Bis 2016 erfolgten aufgrund einer Verschlechterung des energiewirtschaftlichen Umfeldes mehrere
Bonitätsherabstufungen der VERBUND AG, sodass die erforderlichen Mindestratings zum Teil unterschritten wurden. Für die zu erwartenden Aufwendungen wurden entsprechende Rückstellungen gebildet. Bereits im Vorjahr konnte allerdings aufgrund von Ratingverbesserungen ein Teil der Rückstellungen wieder aufgelöst werden. In der Berichtsperiode 2018 erfolgte eine weitere Verbesserung der
Bonitätsbewertung durch die Ratingagenturen, sodass eine vollständige Neubewertung der gebildeten
Rückstellungen durchgeführt wurde und diese weitestgehend aufgelöst werden konnten.
Darüber hinaus besteht weiterhin das Risiko, dass bei einer Ratingverschlechterung von veranlagenden Finanzinstituten unter einen bestimmten Schwellenwert die veranlagenden Finanzinstitute
auszutauschen oder zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen sind. Gleiches gilt bei zwei vorzeitig beendeten Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, wenn das veranlagende Finanzinstitut oder VERBUND eine bestimmte Verschlechterung im Rating erfährt. Diesfalls wären
entsprechende Maßnahmen durchzuführen.
Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND lagen zum 31. Dezember 2018 über
den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher derzeit kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungen auszutauschen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch
dadurch herabgemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen.
Im Kerngeschäft ist VERBUND auf internationalen Energiemärkten tätig und dabei Markt-, Kontrahentenund operationalen Risiken ausgesetzt, denen entsprechende Chancen gegenüberstehen. Nachhaltiges
wirtschaftliches Tätigsein auf diesen Märkten erfordert angemessene Strukturen und Prozesse sowie
strikte konzerninterne Regelungen. Der Umgang mit den Marktrisiken wird durch Regelbücher und
darin festgelegte Limits gemanagt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch separate Richtlinien sowohl auf
Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen begegnet. Für das Management der operationalen Risiken existiert ein Prozesshandbuch.
Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value-at-Risk, Stresslimit, StopLoss- und Positionslimits) wird ebenso wie die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im
Energiebereich tagesaktuell überwacht, gesteuert und berichtet.
Zum 31. Dezember 2018 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Optionen, Gasfutures und Gasforwards, CO2-Futures und CO2Forwards) wie folgt zusammen:

Energiebereich

260

Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2018

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

Futures

39,9

229,5

– 189,6

Forwards

33,7

141,0

– 107,2

Summe vor Netting

73,7

370,5

– 296,8

davon kurzfristig

63,0

335,6

– 272,6

davon langfristig

10,7

34,9

davon im sonstigen Ergebnis

– 24,2
– 296,8

Wholesale zum 31.12.2018

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

Futures

228,8

19,1

209,7

Forwards

279,2

418,4

– 139,2

Optionen

1,0

0,3

0,6

Swaps

0,1

0,8

– 0,7

Summe vor Netting

509,0

438,6

70,4

davon kurzfristig

352,9

302,7

50,2

davon langfristig

156,1

135,9

20,2

107,6

168,3

– 60,7

Bereits realisierte Futures
Summe

9,7

Trading zum 31.12.2018

Futures

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

11,2

16,5

– 5,2

Forwards

753,9

753,1

0,8

Summe vor Netting

765,1

769,6

– 4,5

davon kurzfristig

658,6

663,5

– 4,9

davon langfristig

106,5

106,1

0,4

KONZERNABSCHLUSS

261

Gesamt zum 31.12.2018

in Mio. €

Positive
Zeitwerte
Futures

Negative
Zeitwerte

Netto

279,9

265,0

14,9

Forwards

1066,8

1312,5

– 245,7

Optionen

1,0

0,3

0,6

Swaps

0,1

0,8

– 0,7
– 230,9

Summe vor Netting
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen
Summe nach Netting
EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures

1.347,7

1.578,6

– 1.049,8

– 1.049,8

0,0

298,0

528,8

– 230,9

– 4,8

– 4,8

Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw.
sonstigen Verbindlichkeiten

293,1

528,8

– 235,7

Zum 31. Dezember 2017 setzten sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards sowie Optionen, Gasfutures und Gasforwards, CO2-Futures und CO2Forwards) wie folgt zusammen:
Absatz und Beschaffung (Cashflow Hedges) zum 31.12.2017

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

Futures

25,5

247,4

– 221,9

Forwards

15,2

79,2

– 64,1

Summe vor Netting

40,7

326,7

– 286,0

davon kurzfristig

33,4

283,6

– 250,1

davon langfristig

7,3

43,1

– 35,9

davon im sonstigen Ergebnis

– 286,0

Wholesale zum 31.12.2017

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

208,4

4,6

203,8

Forwards

79,6

176,6

– 97,0

Optionen

1,3

0,3

1,0

Swaps

1,2

1,4

– 0,2

Summe vor Netting

290,5

182,9

107,5

davon kurzfristig

209,8

104,5

105,3

davon langfristig

80,6

78,4

2,2

Bereits realisierte Futures

50,3

149,3

– 99,0

Futures

Summe

8,5

262

Trading zum 31.12.2017

Futures

in Mio. €

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Netto

14,0

14,3

– 0,3

Forwards

365,1

364,4

0,7

Summe vor Netting

379,0

378,6

0,4

davon kurzfristig

316,6

316,7

– 0,1

davon langfristig

62,4

61,9

0,5

Positive
Zeitwerte

Negative
Zeitwerte

Futures

247,9

266,3

– 18,5

Forwards

459,9

620,2

– 160,4

Optionen

1,3

0,3

1,0

Swaps

1,2

1,4

– 0,2

710,2

888,2

– 178,1

– 605,4

– 605,4

0,0

104,7

282,8

– 178,1

– 18,9

18,9

264,0

– 159,2

Gesamt zum 31.12.2017

Summe vor Netting
Berücksichtigung von Netting-Vereinbarungen
Summe nach Netting

in Mio. €

EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures
Erfasst in den sonstigen Forderungen bzw. sonstigen
Verbindlichkeiten

104,7

Netto

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten
finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Aufrechnungsvereinbarung (Netting-Klausel)
vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die
Zwecke der Rechnungslegung saldiert, weil ein Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist.
Mittels Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am
Strommarkt (– 10,0 % bis + 10,0 %) auf das operative Ergebnis (Wholesale-Portfolio, Trading-Portfolio)
sowie auf das Eigenkapital (Cashflow Hedges) gemessen. Eine Steigerung des Marktpreises um 10,0 %
hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von + 2,1 Mio. € (Vorjahr: + 2,1 Mio. €)
und auf die Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges im Eigenkapital (ohne Berücksichtigung
latenter Steuern) in Höhe von – 81,4 Mio. € (Vorjahr: – 90,4 Mio. €). Ein Fallen des Marktpreises um
10,0 % hätte derzeit eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von – 2,1 Mio. € (Vorjahr:
– 2,1 Mio. €) und auf die Rücklage für Bewertungen von Cashflow Hedges im Eigenkapital (ohne
Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von + 81,4 Mio. € (Vorjahr: + 90,4 Mio. €). Die durch Cashflow Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier
Jahren (2019 bis 2022) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.
Für weitere Details zu den als Absicherung von Zahlungsströmen designierten Stromfutures und
-forwards siehe: (33) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.

KONZERNABSCHLUSS

263

Kapitalmanagement
Ziele des Kapitalmanagements von VERBUND sind eine Absicherung der Liquidität, die Sicherstellung
geeigneter Liquiditätsreserven, die Optimierung der Kapitalstruktur (bilanzielles Eigenkapital
und Fremdkapital) sowie die Absicherung eines langfristigen soliden Ratings. Im Zuge des
Kapitalmanagements überwacht der Vorstand regelmäßig die folgenden Kennzahlen:
Net Debt/EBITDA, den Free Cashflow (vor Dividende) sowie den ROCE.
Der Konzern strebt zur Absicherung des Ratings eine Net Debt/EBITDA von < 3,0, einen
Free Cashflow (vor Dividende) von > 250 Mio. € und einen ROCE von > 7,0 % an. Diese Zielwerte
beruhen auf der bestehenden Asset- und Wertschöpfungsstruktur.
Net Debt/EBITDA
Net Debt
EBITDA
Net Debt/EBITDA

in Mio. €

2017

2018

2.843,8

2.560,7

922,3

864,2

3,1

3,0

Free Cashflow
Cashflow aus operativer Tätigkeit
Cashflow aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus
Investitionen bzw. Abgängen in Finanzanlagen
Free Cashflow

in Mio. €

2017

2018

640,6

664,1

– 224,5

– 248,8

416,1

415,3

Return on Capital Employed (ROCE)

in Mio. €

2017
NOPAT

2018

368,7

535,6

Durchschnittliches Capital Employed

8.758,8

8.764,8

Return on Capital Employed (ROCE)

4,2 %

6,1 %

264

Sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken
Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2018 waren rund 85 % des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-LeasingTransaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Für den nicht getilgten Teil der Leasingverbindlichkeit aus dieser Cross-BorderLeasing-Transaktion besteht zum 31. Dezember 2018 eine subsidiäre Haftung von VERBUND in Höhe von
519,3 Mio. € (Vorjahr: 504,1 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind
324,0 Mio. € (Vorjahr: 327,9 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Strombezugsberechtigten und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber
hinaus sind 264,7 Mio. € (Vorjahr: 240,2 Mio. €) durch bilanzexterne Veranlagungen in Zero Coupons
der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc.
(FSA) versichert sind, abgedeckt.

Anhängige Verfahren

In Zusammenhang mit dem Drau-Hochwasser 2012 wurden von mehreren Parteien Schadenersatzforderungen erhoben. Der zivilrechtlich beanspruchte Schadenersatz beläuft sich derzeit in Summe auf
rund 108,5 Mio. € (Vorjahr: 109,9 Mio. €). Diese Forderungen werden von VERBUND dem Grunde und der
Höhe nach bestritten. Die Angaben zu etwaigen Eventualverbindlichkeiten bzw. Rückstellungen in
Zusammenhang mit diesen Schadenersatzansprüchen unterbleiben, weil damit zu rechnen ist, dass
diese Anhangangaben die Lage von VERBUND in den Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
In Zusammenhang mit dem Verfahren zwischen VERBUND und der EVN AG (Schließung des
Kraftwerksblocks am Standort Dürnrohr) konnte in der Berichtsperiode 2018 eine Bereinigung offener
Themen erreicht werden. Die in der Vergangenheit gebildete Rückstellung in Höhe von 12,0 Mio. €
wurde bestimmungsgemäß verwendet.
In Zusammenhang mit der in den Vorjahren beschriebenen steuerlichen Geltendmachung der
Firmenwertabschreibung für die Beteiligung an der VERBUND Innkraftwerke GmbH für die Jahre 2014
bis 2023 ist die Bescheidbeschwerde gegen den Feststellungsbescheid Gruppenträger 2014 weiterhin
anhängig. Der Steuervorteil für diese Jahre (Reduktion künftiger Steuerzahlungen in Höhe von
8,2 Mio. € pro Jahr) wird bei hinreichender Wahrscheinlichkeit gemäß den Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden von VERBUND erfasst.

Verträge und
Bestellobligo

Verträge und Bestellobligo 2018

Miet- und Leasingverträge
Bestellobligo für Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte sowie sonstige Verpflichtungen

in Mio. €

Verpflichtung
innerhalb eines
Jahres

Verpflichtung
länger als ein
Jahr und bis zu
zu fünf Jahre

Verpflichtung
länger als fünf
Jahre

32,2

72,2

76,5

385,2

445,0

4,4

KONZERNABSCHLUSS

265

Die Węglokoks S.A. bietet im Rahmen eines jährlich kündbaren Basisvertrags der VERBUND Thermal
Power GmbH & Co KG jährlich mindestens 450.000 Tonnen Steinkohle zu verhandelbaren Preisen an.
Mit der OKD A.S. besteht ebenfalls ein jährlich kündbarer Rahmenvertrag über eine zu liefernde Menge
in Höhe von mindestens 600.000 Tonnen Steinkohle pro Jahr zu verhandelbaren Preisen. Für die
Lieferung in der Berichtsperiode 2019 wurden bisher bei OKD 200.000 Tonnen kontrahiert.
Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die vor allem die
Lieferung von Strom und Primärenergieträgern, aber auch Sachanlagen und Wartungs- bzw. Instandhaltungsleistungen umfassen.

Bezugsverträge

Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für
die Kraftwerksgruppe Malta haben Landesenergiegesellschaften (anteilige) Strombezugsrechte erworben.
VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die Landesenergiegesellschaften zu liefern.
In der Berichtsperiode 2011 konnte mit dem Freistaat Bayern eine Vereinbarung getroffen werden,
das bestehende Heimfallsrecht an den Laufkraftwerken Wasserburg, Teufelsbrück und Gars in ein
sogenanntes Notheimfallsrecht – dieses besteht nur für den Fall, dass VERBUND die Kraftwerke dauerhaft
nicht mehr betreibt oder sie endgültig stilllegt – umzuwandeln. Im Gegenzug verpflichtete sich VERBUND
dazu, bis 2021 bestimmte wasserwirtschaftliche Maßnahmen sowie Umwelt- und Infrastrukturmaßnahmen am bayerischen Inn vorzunehmen.
Zwischen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG und der Energie Steiermark Wärme GmbH
besteht ein Wärmelieferungs- und Bezugsvertrag für den Fernwärmebedarf des Großraums Graz. Zur
Erfüllung der daraus resultierenden Lieferverpflichtung sind Wärmeerzeugungsanlagen am Standort
Mellach berechtigt.
Für Kraftwerks- und Leitungsbauten werden – dies ist typisch für die Energiewirtschaft – laufend
Entschädigungszahlungen an Grundeigentümer für wirtschaftliche Nachteile geleistet. Der Barwert
dieser Verpflichtungen ist für VERBUND insgesamt nicht wesentlich.

Sonstige
Verpflichtungen

Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher Personalstand

Durchschnittlicher
betriebswirtschaftlicher Personalstand

Angestellte
Arbeiter
Lehrlinge
Durchschnittlicher betriebswirtschaftlicher
Personalstand1
1

2017

2018

Veränderung

2.664

2.597

– 67

2

0

–2

153

145

–8

2.819

2.742

– 77

Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

Zum Bilanzstichtag hatten 61 (Vorjahr: 84) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten
Kündigungsschutz bietet. Die Voraussetzungen dafür waren eine zumindest 20-jährige Tätigkeit bei
VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

266

Personalbereitstellungen

In der Berichtsperiode 2018 gab es durchschnittlich insgesamt 16 Abstellungen (Vorjahr: 16) an nicht
konsolidierte Tochterunternehmen von VERBUND. Darüber hinaus waren durchschnittlich 2
(Vorjahr: 14) Dienstnehmer an die PÖYRY Austria GmbH abgestellt.

Aufwendungen für
Leistungen des
Konzernabschlussprüfers

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf die vollkonsolidierten Tochterunternehmen von VERBUND, die vom (Netzwerk des) Konzernabschlussprüfer(s) geprüft
wurden; die entsprechenden Aufwendungen bei mangels Wesentlichkeit nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind hierin nicht enthalten. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2018 ebenso
wie 2017 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.
Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Konzern- und
Jahresabschlussprüfungsleistungen
Sonstige Bestätigungsleistungen
Steuerberatungsleistungen
Sonstige Beratungsleistungen
Gesamtaufwendungen
1

in Tsd. €

Deloitte1
2017

Deloitte1
2018

281,6
51,0

Netzwerk
2017

Netzwerk
2018

308,4

157,3

150,2

95,8

1,2

0,9
0,0

0,0

0,0

0,0

80,4

141,3

0,0

0,0

413,0

545,6

158,5

151,1

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Bei den Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND sind die folgenden Aufwendungen für Leistungen
(des (Netzwerk) des Konzernabschlussprüfers angefallen: 31,0 Tsd. € (Vorjahr: 25,4 Tsd. €) an Konzernund Jahresabschlussprüfungsleistungen (davon Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH: 31,0 Tsd. €;
Vorjahr: 25,4 Tsd. €).

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen
und Personen
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties) von VERBUND zählen alle Tochter-,
assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Darüber hinaus zählen die Vorstände und Aufsichtsräte
von VERBUND sowie von ihnen oder ihren nahen Angehörigen beherrschte oder maßgeblich beeinflusste
Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Republik Österreich ist aufgrund
ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin eine nahestehende Person. Folglich gelten auch unter beherrschendem oder maßgeblichem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen als nahestehend.
Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen
Bedingungen abgerechnet. Die Geschäftstransaktionen mit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer
untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

KONZERNABSCHLUSS

267

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:
Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen

Geschäftsbeziehungen mit
Gemeinschaftsunternehmen

in Mio. €

2017

2018

Stromerlöse

2,6

0,4

Sonstige Erlöse

2,8

0,6

Sonstige betriebliche Erträge

0,3

0,3

– 0,4

– 0,1

Gewinn- und Verlustrechnung

Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatz-/umsatzabhängige Aufwendungen

0,0

0,0

– 0,1

– 0,3

Zinsertrag

1,4

1,3

Zinsaufwand

0,0

0,0

Übriges Finanzergebnis

2,1

1,9

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen

in Mio. €

31.12.2017

31.12.2018

Finanzanlagen und langfristige sonstige Forderungen

33,6

27,1

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
kurzfristige sonstige Forderungen

10,9

7,3

Baukostenbeiträge

1,0

0,9

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

1,1

1,1

Bilanz

Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31. Dezember 2018 eine in den Finanzanlagen
enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 26,3 Mio. € (Vorjahr: 32,1 Mio. €) und eine sonstige
kurzfristige Forderung in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €). Beide dienten im Wesentlichen der
Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession.
Durch die Leistung von Baukostenzuschüssen für Kraftwerke an der Donau und an der Drau sowie für
die Kraftwerksgruppen Malta und Reißeck hat die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (anteilige) Strombezugsrechte erworben. VERBUND ist aufgrund dieser Stromlieferverträge verpflichtet, einen Teil
der in diesen Kraftwerken erzeugten Elektrizität gegen Ersatz vertraglich bestimmter buchmäßiger
Aufwendungen (exklusive Abschreibungen und Zinsen) an die KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft zu liefern.
Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten
Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen
mit assoziierten
Unternehmen

268

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen

in Mio. €

2017

2018

Stromerlöse

57,8

73,6

Netzerlöse

24,7

35,9

Sonstige Erlöse

– 0,4

– 0,4

Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge
Strom-, Netz-, Gas- und Zertifikatebezug
Sonstige betriebliche Aufwendungen

1,6

3,8

– 11,9

– 18,5

– 0,7

– 0,6

Zinsertrag

0,2

0,2

Zinsaufwand

0,0

0,0

31.12.2017

31.12.2018

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen

in Mio. €

Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige sonstige
Forderungen und Wertpapiere
Baukostenbeiträge
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige sonstige
Verbindlichkeiten

19,1

26,1

282,0

275,3

0,3

0,2

Die Stromerlöse wurden mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (61,8 Mio. €;
Vorjahr: 43,4 Mio. €) sowie mit der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (11,8 Mio. €; Vorjahr:
14,4 Mio. €) erzielt. Den Stromerlösen standen Strombezüge von der KELAG-Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft in Höhe von 18,0 Mio. € (Vorjahr: 11,3 Mio. €) gegenüber. Die Netzerlöse wurden
ausschließlich mit der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft erzielt. Die KELAG-Kärntner
Elektrizitäts-Aktiengesellschaft leistete in der Berichtsperiode 2018 insgesamt Baukostenbeiträge in
Höhe von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €).
Transaktionen mit
der Republik
Österreich sowie mit
unter ihrem
beherrschenden
Einfluss stehenden
Unternehmen

Die Stromerlöse mit Unternehmen, die unter beherrschendem bzw. maßgeblichem Einfluss der
Republik Österreich stehen, betrugen in der Berichtsperiode 2018 insgesamt 62,3 Mio. € (Vorjahr:
51,0 Mio. €). Die Stromabnehmer waren dabei im Wesentlichen die ÖBB, die OMV, die Telekom Austria
und die Bundesbeschaffung GmbH. Der Strombezug von unter beherrschendem bzw. maßgeblichem
Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen betrug in der Berichtsperiode 2018
insgesamt 2,9 Mio. € (Vorjahr: 16,1 Mio. €). Die Stromlieferungen erfolgten durch die ÖBB. Aus
Gashandelskontrakten mit der bzw. aus Gaslieferungen durch die OMV resultierte in den sonstigen
Umsatzerlösen bzw. dem Gasbezug ein Aufwand in Höhe von insgesamt 50,5 Mio. € (Vorjahr:
16,9 Mio. €). Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch E-Control betrug in der Berichtsperiode
2018 insgesamt 11,6 Mio. € (Vorjahr: 14,0 Mio. €).

KONZERNABSCHLUSS

269

Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate Governance Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und
des Aufsichtsrats.
Laufende Bezüge des Vorstands (inkl. variable Bezüge)

in €

2017

2018

Fixe
Bezüge

Variable
Bezüge

Sonstiges

Fixe
Bezüge

Variable
Bezüge

Sonstiges

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber

827.375

499.972

0

849.770

563.457

0

Dr. Johann Sereinig

790.919

342.214

0

813.641

385.665

598.682

Dipl.-Ing. Dr. Günther Rabensteiner

587.845

254.348

0

604.733

286.643

229.334

Dr. Peter F. Kollmann

783.585

339.040

0

806.096

382.089

0

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2018 insgesamt 5.599.347 €
(Vorjahr: 4.485.156 €); darin enthalten sind 79.237 € (Vorjahr: 59.858 €) an Sachbezügen. Die sonstigen
Bezüge von 828.016 € (Vorjahr: 0 €) betreffen die Urlaubsersatzleistung für die ausgetretenen Mitglieder
des Vorstands.
Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende
ermittelt werden kann. In der Gesamtsumme enthalten sind daher die an die Vorstandsmitglieder in
der Berichtsperiode 2018 gewährten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2017 sowie Nachzahlungen von Tantiemen aus dem Jahr 2016.
Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen
Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2017 (sowie für die aktuelle Berichtsperiode 2018) betrug
dieser Prozentsatz zwischen 50 % und 70 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile
richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte in der Berichtsperiode 2017 zu 50 % auf der Erreichung des Konzernergebnisses, zu 30 % auf der Erreichung des Free Cashflows (dreijähriges Ziel) und zu 20 % auf anderen mittelfristigen (zweijährigen, qualitativen) Zielen, wie der Abarbeitung sogenannter „Altlasten“ (beispielsweise die erfolgreiche Beendigung von Streitthemen wie anhängiger Klagen und Schiedsverfahren)
und der Optimierung und Anpassung von Strukturen, Prozessen und Geschäftsmodellen an die
technologische Entwicklung (Digitalisierung) und die disruptiven Veränderungen im Wettbewerb in
der Energiewirtschaft. Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber
dem Vorjahr unverändert.
Die betriebliche Altersvorsorge besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2018 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 225.992 € (Vorjahr: 219.681 €) bezahlt.
In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die
gesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des ÖCGK (Regel 27a) zur
Anwendung. In der Berichtsperiode 2018 sind 376.224 € (Vorjahr: 361.817 €) für Pensionen und
2.189.150 € (Vorjahr: 0 €) für Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung
gelangt.
Im Periodenergebnis wurden Aufwendungen für Abfertigung und Altersversorgung – dies sind
Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses – in Höhe von 45.486 € (Vorjahr: 37.715 €)
erfasst. Die im Periodenergebnis erfassten Aufwendungen für die Altersversorgung für ehemalige

Angaben zu den
Organen

270

Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene betrugen 47.481 € (Vorjahr: 50.769 €). Darüber
hinaus wurden Aufwendungen in Höhe von 657.762 € (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 66.807 €)
im Zusammenhang mit Neubewertungen im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats (inkl. des Ersatzes verrechneter Spesen/Reisekosten) betrugen insgesamt 348.934 € (Vorjahr: 380.801 €). An die Leitungsorgane des Konzerns
und der Tochterunternehmen wurden wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Es gibt
bei VERBUND wie im Vorjahr keine Aktienoptionsprogramme für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen von
VERBUND
Tochterunternehmen
mit wesentlichen,
nicht beherrschenden Anteilen

Die nachfolgenden Tabellen zeigen Finanzinformationen in zusammengefasster Form zu jeder
Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Anpassungen:
Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen:
Gesamtergebnisrechnung

in Mio. €

VERBUND
Hydro Power
GmbH

2017
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

VERBUND
Hydro Power
GmbH

2018
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

Umsatzerlöse

654,0

72,4

617,1

72,6

Ergebnis nach Ertragsteuern aus
fortzuführenden Aktivitäten

167,7

– 109,7

212,7

9,6

Periodenergebnis

167,7

– 109,7

212,7

9,6

19,46 %

29,73 %

19,46 %

29,73 %

32,6

– 32,6

41,4

2,9

3,3

– 0,2

– 12,5

1,2

171,0

– 109,9

200,2

10,8

19,46 %

29,73 %

19,46 %

29,73 %

33,3

– 32,7

39,0

3,2

Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile
Den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes Periodenergebnis
Sonstiges Ergebnis
Gesamtperiodenergebnis
Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile
Den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes
Gesamtperiodenergebnis

KONZERNABSCHLUSS

271

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Bilanz

in Mio. €

VERBUND
Hydro Power
GmbH

31.12.2017
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

VERBUND
Hydro Power
GmbH

31.12.2018
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

Langfristige Vermögenswerte

4.619,9

767,7

4.617,9

754,7

Kurzfristige Vermögenswerte

13,7

28,9

34,6

49,2

Langfristige Schulden

– 2.383,1

– 23,5

– 2.400,3

– 25,9

Kurzfristige Schulden

– 142,5

– 8,4

– 93,4

– 12,5

Nettovermögen

2.108,0

764,7

2.158,8

765,5

Beteiligungsquote der nicht
beherrschenden Anteile

19,46 %

29,73 %

19,46 %

29,73 %

410,3

227,4

420,2

227,6

Den nicht beherrschenden Anteilen
zuzurechnendes Nettovermögen

Tochterunternehmen mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen: Cashflow
VERBUND
Hydro Power
GmbH

31.12.2017
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

VERBUND
Hydro Power
GmbH

in Mio. €

31.12.2018
VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

Cashflow aus operativer Tätigkeit

278,4

38,5

277,3

40,8

Cashflow aus Investitionstätigkeit

– 79,0

– 9,4

– 72,6

– 9,4

– 199,5

– 29,1

– 204,7

– 31,4

Veränderung der liquiden Mittel

0,0

0,0

0,0

0,0

An nicht beherrschende Anteile
gezahlte Dividenden

19,5

2,4

29,2

3,0

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Bei der VERBUND Innkraftwerke GmbH existiert eine Gesellschaftervereinbarung, die vorsieht, dass
außer in folgenden Fällen der gesamte Jahresüberschuss als Bilanzgewinn festzustellen und an die
Gesellschafter auszuschütten ist: Die Gesellschafter einigen sich einstimmig auf eine abweichende
Ausschüttungsquote, die Vollausschüttung verstößt gegen gesetzliche Vorschriften, durch die Vollausschüttung wird eine Eigenkapitalquote zum jeweiligen Bilanzstichtag von 25 % unterschritten, es stehen
nicht ausreichend liquide Mittel zur Vollausschüttung zur Verfügung, nach der Vollausschüttung stehen
nicht genügend liquide Mittel für genehmigte Investitions-, Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen, die aufgrund von höherer Gewalt zu treffen sind, zur Verfügung oder es
ist eine Wertaufholungsrücklage zu bilden.
Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die
nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND, getrennt nach
wesentlichen und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen. Die
Bilanzdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2018
(siehe: Grundsätze der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von
VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen. Die SMATRICS GmbH & Co KG
wird erst seit dem 6. Dezember 2017 nach der Equity-Methode bilanziert. Da gemäß den
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND die Fortführung des anteiligen Eigenkapitals

Gemeinschaftsunternehmen

272

zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein erfolgt, wurde im Vorjahr für die SMATRICS GmbH
& Co KG noch kein Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierter Beteiligungen erfasst.
Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung

in Mio. €

2017

Umsatzerlöse

Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

SMATRICS
GmbH & Co KG

2018
Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

SMATRICS
GmbH & Co KG

0,2

–

0,1

1,7

Planmäßige Abschreibungen

– 0,1

–

– 0,1

– 0,6

Zinserträge

10,4

–

10,1

0,0

Zinsaufwendungen

– 6,8

–

– 6,5

0,0

Ertragsteuern

– 0,8

–

– 1,9

0,0

Ergebnis nach Ertragsteuern aus
fortzuführenden Aktivitäten

0,7

–

– 0,3

– 3,5

Beteiligungsquote von VERBUND

50,01 %

–

50,01 %

40,00 %

VERBUND zuzurechnendes
Periodenergebnis

0,3

–

– 0,1

– 1,4

Unterschiede aus der Bilanzierung
nach der Equity-Methode

0,0

–

0,0

0,0

Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen

0,3

–

– 0,1

– 1,4

– 0,3

– 3,5

Ergebnis nach Ertragsteuern aus
fortzuführenden Aktivitäten

–
0,7

–

Sonstiges Ergebnis

0,0

–

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis

0,7

–

– 0,3

– 3,5

Beteiligungsquote von VERBUND

50,01 %

–

50,01 %

40,00 %

VERBUND zuzurechnendes
Gesamtperiodenergebnis

0,3

–

– 0,1

– 1,4

Unterschiede aus der Bilanzierung
nach der Equity-Methode

0,0

–

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis aus nach
der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen

0,3

–

– 0,1

– 1,4

Vom Gemeinschaftsunternehmen
erhaltene Dividende

0,0

–

0,0

0,0

Bei der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH sind Ausschüttungsbeschlüsse einstimmig mit dem
Joint-Venture-Partner zu fassen.
Bei der SMATRICS GmbH & Co KG sind zugewiesene Gewinnanteile nach Abdeckung allfälliger
vorhandener Verluste aus Vorjahren zu 100 % auszuschütten, soweit dies rechtlich zulässig und eine
Eigenkapitalquote von 30 % bei der Gesellschaft (auch nach der Ausschüttung) gegeben ist.

KONZERNABSCHLUSS

273

Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Gesamtergebnisrechnung
2017

in Mio. €

2018

Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten

– 1,4

0,2

VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis

– 0,8

0,0

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

– 0,1

0,0

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen

– 0,9

0,0

Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten

– 1,4

0,2

Sonstiges Ergebnis

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis

– 1,4

0,2

VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis

– 0,8

0,0

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

– 0,1

– 0,1

Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen

– 0,9

0,0

Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz

in Mio. €

31.12.2017
Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

31.12.2018

SMATRICS
GmbH & Co KG

Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

SMATRICS
GmbH & Co KG

Langfristige Vermögenswerte

128,9

4,5

120,7

5,6

Kurzfristige Vermögenswerte

2,3

11,9

5,3

7,5

Langfristige Schulden

– 101,3

– 1,9

– 94,8

– 1,7

Kurzfristige Schulden

– 9,9

– 1,2

– 11,5

– 1,6

Nettovermögen

20,0

13,3

19,8

9,8

50,01 %

40,00 %

50,01 %

40,00 %

10,0

5,3

9,9

3,9

– 10,0

7,0

– 9,9

7,0

0,0

12,3

0,0

10,9

Beteiligungsquote von VERBUND
VERBUND zuzurechnendes
Nettovermögen
Unterschiede aus der Bilanzierung
nach der Equity-Methode
Buchwert des nach der EquityMethode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmens

Einzeln wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Details zum Nettovermögen
31.12.2017

Liquide Mittel

Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

SMATRICS
GmbH & Co KG

in Mio. €

31.12.2018
Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH

SMATRICS
GmbH & Co KG

0,7

8,2

1,2

6,1

Langfristige finanzielle Schulden

105,0

0,0

98,0

0,0

Kurzfristige finanzielle Schulden

7,7

0,0

7,6

0,0

274

Zwischen VERBUND und der Energji Ashta Shpk (100%iges Tochterunternehmen der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH) besteht bis auf Weiteres ein Cash-Management-Vertrag mit einem Rahmen
von 9,0 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €). Zum 31. Dezember 2018 waren 1,9 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €) des
Rahmens ausgenützt.
Einzeln nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen: Bilanz

Assoziierte
Unternehmen

in Mio. €

31.12.2017

31.12.2018

Nettovermögen

9,4

9,6

VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen

3,4

3,4

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

0,9

0,8

Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten
Gemeinschaftsunternehmen

4,3

4,2

Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Finanzinformationen für die nach
der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen von VERBUND, getrennt nach wesentlichen
und einzeln für sich genommen nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen. Die Bilanzdaten der
Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30. September 2018 (siehe: Grundsätze
der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem
Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.
Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung

Umsatzerlöse
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten
Beteiligungsquote von VERBUND
VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

in Mio. €

2017
KELAG-Kärntner
ElektrizitätsAktiengesellschaft

2018
KELAG-Kärntner
ElektrizitätsAktiengesellschaft

1.147,5

1.160,1

80,1

85,1

35,17 %

35,17 %

28,2

29,9

0,0

0,0

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen

28,2

29,9

Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten

80,1

85,1

Sonstiges Ergebnis

14,0

– 11,3

Gesamtperiodenergebnis
Beteiligungsquote von VERBUND
VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

94,2

73,7

35,17 %

35,17 %

33,1

25,9

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen

33,1

25,9

Vom assoziierten Unternehmen erhaltene Dividende

14,1

14,1

KONZERNABSCHLUSS

275

Bei der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft sind Ausschüttungsbeschlüsse mit einfacher
Mehrheit zu fassen. Die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH hält 51 % der Anteile an der
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und bestimmt damit deren Ausschüttungspolitik.
Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Gesamtergebnisrechnung
2017

in Mio. €

2018

Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten

1,1

0,3

VERBUND zuzurechnendes Periodenergebnis

0,3

0,1

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

0,0

0,0

Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen

0,3

0,1

Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Aktivitäten

1,1

0,3

Sonstiges Ergebnis

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis

1,1

0,3

VERBUND zuzurechnendes Gesamtperiodenergebnis

0,3

0,1

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

0,0

0,0

Gesamtperiodenergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen

0,3

0,1

31.12.2017
KELAG-Kärntner
ElektrizitätsAktiengesellschaft

31.12.2018
KELAG-Kärntner
ElektrizitätsAktiengesellschaft

Langfristige Vermögenswerte

1.621,3

1.623,4

Kurzfristige Vermögenswerte

338,2

359,5

Langfristige Schulden

– 842,4

– 851,1

Kurzfristige Schulden

– 272,1

– 252,5

Einzeln wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz

Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital
Nettovermögen
Beteiligungsquote von VERBUND
VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode
Buchwert des nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmens

in Mio. €

– 7,1

– 7,7

837,8

871,6

35,17 %

35,17 %

294,6

306,5

0,3

0,3

294,9

306,8

Einzeln nicht wesentliche assoziierte Unternehmen: Bilanz

in Mio. €

31.12.2017

31.12.2018

Nettovermögen

6,0

5,8

VERBUND zuzurechnendes Nettovermögen

1,5

1,4

Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode

0,0

0,0

Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten
assoziierten Unternehmen

1,5

1,4

276

Liste der
Konzernunternehmen

Die nachfolgende, gemäß § 245a (1) UGB in Verbindung mit § 265 (2) UGB erstellte Liste der Konzernunternehmen umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. In
dieser Liste sind außerdem auch nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen, nicht nach der EquityMethode bilanzierte Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen von
VERBUND mit einem Anteil ≥ 20 % enthalten.
Segment: Erneuerbare Erzeugung
2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

–

Wien

VK

–

–

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

Passau

VK

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

VK

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

Simbach

VK

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

Stammham

VK

VH

100,00 %

Stammham

VK

VH

100,00 %

Simbach

VK

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

Simbach

VK

VH
VHP-IW

50,00 %
50,00 %

VERBUND Wind
Power Austria
GmbH (VRP-AT)

Wien

VK

VHP

100,00 %

Wien

VK

VHP

100,00 %

VERBUND Wind
Power Deutschland
GmbH (VRP-DE)

Wörrstadt

VK

VH

100,00 %

Wörrstadt

VK

VH

100,00 %

Bukarest

VK

VH
VFS

99,98 %
0,02 %

Bukarest

VK

VH

100,00 %

Windpark
Dichtelbach GmbH
& Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark
Dörrebach GmbH &
Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark Eichberg
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark Ellern
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark Hochfels
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

VERBUND AG (VH)
– Teil EE
Donaukraftwerk
Jochenstein
Aktiengesellschaft
Grenzkraftwerke
GmbH
Innwerk AG
(VHP-IW)
ÖsterreichischBayerische
Kraftwerke
Aktiengesellschaft

VERBUND Wind
Power Romania
SRL

Sitz

Konsolidierungsart

Wien

VK

–

Passau

VK

Simbach

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Sitz

Gesellschaft

VK
VK
VK

VH
VH
VH

KONZERNABSCHLUSS

277

Segment: Erneuerbare Erzeugung
Gesellschaft

Sitz

Konsolidierungsart

2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Windpark
Rheinböllen GmbH
& Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark
Schönborn GmbH
& Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark
Seibersbach GmbH
& Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark Stetten I
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Windpark
Utschenwald
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Wörrstadt

VK

VH

95,00 %

Infrastruktur
Oberheimbach I
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

81,00 %

Wörrstadt

VK

VH

81,00 %

VERBUND Hydro
Power GmbH (VHP)

Wien

VK

VH

80,54 %

Wien

VK

VH

80,54 %

VERBUND
Innkraftwerke
GmbH

Töging

VK

VH

70,27 %

Töging

VK

VH

70,27 %

Infrastrukturgesellschaft Bischheim
GmbH & Co. KG

Wörrstadt

VK

VH

61,26 %

Wörrstadt

VK

VH

61,26 %

Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft

Steyr

GT

VH

50,00 %

Steyr

GT

VH

50,00 %

Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH
(VHP-AL-HII)

Wien

EQ1

VHP

50,01 %

Wien

EQ1

VHP

50,01 %

Energji Ashta Shpk

Bushat

EQ1

VHP-ALHII

100,00 %

Bushat

EQ1

VHP-ALHII

100,00 %

Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und
Betriebs GmbH &
Co KG

Wien

EQ1

VHP

33,33 %

Wien

EQ1

VHP

33,33 %

Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und
Betriebs GmbH

Wien

EQ1

VHP

33,33 %

Wien

EQ1

VHP

33,33 %

Lestin & Co Tauch-,
Bergungs- und
Sprengunternehmen Gesellschaft
m.b.H. (LESTIN)

Wien

NK

VHP

100,00 %

Wien

NK

VHP

100,00 %

278

Segment: Erneuerbare Erzeugung
2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

Passau

NK

LESTIN

100,00 %

Wien

NK

VHP
LESTIN

99,90 %
0,10 %

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

VERBUND AG (VH)
– Teil Absatz

Wien

VK

–

VERBUND Sales
GmbH (VSA)

Wien

VK

VH

München

VK

VSA

Wien

VK

Gesellschaft

Lestin & Co. Tauchund Bergungsunternehmen
GmbH
VERBUND
Tourismus GmbH

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

Passau

NK

LESTIN

100,00 %

Wien

NK

VHP
LESTIN

99,90 %
0,10 %

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

–

Wien

VK

–

–

100,00 %

Wien

VK

VH

100,00 %

100,00 % München

VK

VSA

100,00 %

VH

100,00 %

VK

VH

100,00 %

99,00 %
1,00 %

Bukarest

VK

VTR
VH

99,00 %
1,00 %

Segment: Absatz
Gesellschaft

VERBUND Sales
Deutschland GmbH
VERBUND Trading
GmbH (VTR)
VERBUND Trading
Romania S.R.L.

Bukarest

VK

VTR
VH

VERBUND Trading
& Sales
Deutschland GmbH

2017
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Wien

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

München

NK

VTR

100,00 % München

NK

VTR

100,00 %

VERBUND Trading
Czech Republic
s.r.o.

Prag

NK

VTR

100,00 %

Prag

NK

VTR

100,00 %

VERBUND Trading
Serbia d.o.o.

Belgrad

NK

VTR

100,00 %

Belgrad

NK

VTR

100,00 %

NK1

VSA

50,00 %

Wien

NK1

VSA

50,00 %

smart Energy
Services GmbH

Wien

KONZERNABSCHLUSS

279

Segment: Netz
2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

Austrian Power
Grid AG (APG)

Wien

VK

VH

OeMAG
Abwicklungsstelle
für Ökostrom AG

Wien

EQ

APG

Gesellschaft

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

100,00 %

Wien

VK

VH

100,00 %

24,40 %

Wien

EQ

APG

24,40 %

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

Alle sonstigen Segmente: Energie-Dienstleistungen
Gesellschaft

VERBUND AG (VH)
– Teil Energie-DL
VERBUND
Solutions GmbH
(VSO)
SOLAVOLTA
Energie- und
Umwelttechnik
GmbH

Wien

VK

–

–

Wien

VK

–

–

Wien

VK

VH

100,00 %

Wien

VK

VH

100,00 %

EQ1

SMATRICS GmbH
& Co KG

Wien

VERBUND GETEC
Energiecontracting
GmbH

Wien

E-Mobility Provider
Austria GmbH

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Konsolidierungsart

Sankt
Margarethen im
Bgld.

AQUANTO GmbH
i. L.

2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

Sitz

VSO

Sankt
Margarethen im
Bgld.
50,00 %

EQ1

VSO

50,00 %

EQ1

VSO

40,00 %

Wien

EQ1

VSO

40,00 %

EQ1

VSO

50,00 %

Wien

EQ1

VSO

50,00 %

Unterföhring

NK

VH

100,00 %

Unterföhring

NK

VH

100,00 %

Wien

NK

VSO

40,00 %

Wien

NK

VSO

40,00 %

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

Alle sonstigen Segmente: Thermische Erzeugung
Gesellschaft

Sitz

VERBUND Thermal
Power GmbH & Co
KG

Neudorf
ob
Wildon

VERBUND Thermal
Power GmbH
(VTP GmbH)

Neudorf
ob
Wildon

Konsolidierungsart

VK

VK

2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

VH

VH

100,00 %2

Neudorf
ob
Wildon

100,00 %

Neudorf
ob
Wildon

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital
100,00 %

VK

VH
VTP
GmbH

VK

VH

100,00 %

0,00 %2

280

Alle sonstigen Segmente: Services
Gesellschaft

VERBUND Services
GmbH

Sitz

Konsolidierungsart

Wien

VK

2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital
VH

100,00 %

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

Wien

VK

VH

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

EQ

VH

Sitz

Konsolidierungsart

Obergesellschaft

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital
100,00 %

Alle sonstigen Segmente: Beteiligungen
Gesellschaft

KELAG-Kärntner
ElektrizitätsAktiengesellschaft

Sitz

Konsolidierungsart

Klagenfurt

2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

EQ

VH

35,17 %

Klagenfurt

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

35,17 %

Übrige Konzerngesellschaften
2017
Oberge- Anteil der
Obergesellschaft
sellschaft
am
Kapital

2018
Anteil der
Obergesellschaft
am
Kapital

Sitz

Konsolidierungsart

VERBUND AG (VH)
– Teil nicht
zugeordnet

Wien

VK

–

–

Wien

VK

–

–

VERBUND
Finanzierungsservice GmbH

Wien

VK

VH

100,00 %

Wien

VK

VH

100,00 %

Klagenfurt

NK

APG

100,00 %

Klagenfurt

NK

APG

100,00 %

Gesellschaft

VUM Verfahren
Umwelt Management GmbH

VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen / EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen / GT = Gemeinschaftliche Tätigkeit, anteilsmäßiger Einbezug
von Vermögenswerten bzw. Schulden und Erträgen bzw. Aufwendungen / NK = wegen Unwesentlichkeit oder mangels Beherrschung bzw. maßgeblichen Einflusses nicht
konsolidiertes Unternehmen
1

Gemeinschaftsunternehmen // 2 Die übrigen Kommanditisten der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG hielten im Vorjahr insgesamt einen Anteil <0,01 %. In der

Berichtsperiode 2018 wurden diese Anteile an die VTP GmbH übertragen.

KONZERNABSCHLUSS

281

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zwischen dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2018 und der Freigabe zur Veröffentlichung am
14. Februar 2019 gab es keine angabepflichtigen Ereignisse.
Wien, am 14. Februar 2019
Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstands

Mag. Dr. Michael Strugl
Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

282

Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss
von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND
vermittelt.
Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist.
Wien, am 14. Februar 2019
Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstands

Mag. Dr. Michael Strugl
Stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Peter F. Kollmann
Mitglied des Vorstands

Mag. Dr. Achim Kaspar
Mitglied des Vorstands

KONZERNABSCHLUSS

283

Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Wir haben den Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, und ihrer Tochterunternehmen (der
Konzern), bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der KonzernGesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Entwicklung des KonzernEigenkapitals und der Konzern-Geldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
sowie dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften
und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2018
sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU
anzuwenden sind (IFRS), den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und den sondergesetzlichen
Bestimmungen des Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetzes (ElWOG).

Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im
Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt
„Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Grundlage für das
Prüfungsurteil

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen
Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren.
Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als
Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein
gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Besonders wichtige
Prüfungssachverhalte

Firmenwerte und Wertansatz von Kraftwerksanlagen
Sachverhalt und Problemstellung

Der Konzern weist zum 31. Dezember 2018 unverändert zum Vorjahr Firmenwerte in Höhe von rd.
587,7 MEUR aus, die im Zusammenhang mit den Geschäftssegmenten Erneuerbare Erzeugung und
Absatz sowie der Kraftwerksgruppe Inn und Grenzkraftwerke stehen. Die Buchwerte der Sachanlagen
zum 31. Dezember 2018 betragen in Summe rd. 8.957,1 MEUR und umfassen unter anderem
hydraulische, thermische und windenergetische Kraftanlagen.
Aufgrund der aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Konzern die Wertansätze der ausgewiesenen Firmenwerte sowie der Kraftwerksanlagen untersucht.
Die Stromgroßhandelspreise stiegen in 2018 stark an, da sie einerseits von deutlichen Preiserhöhungen an den Primärenergie- und CO2-Märkten geprägt waren und andererseits durch die Trennung der
gemeinsamen Preiszone von Deutschland und Österreich ab dem 1. Oktober 2018 beeinflusst sind. Die
Anfang 2018 erzielte Einigung über die Reform des Emissionshandelsregimes wirkt sich zudem preis-

284

stützend am Emissionshandelsmarkt aus. In die zur Überprüfung der Wertansätze herangezogenen
Bewertungsmodelle auf Basis kapitalwertorientierter Verfahren fließen zahlreiche Inputfaktoren zur
Markteinschätzung ein. Aufgrund der daraus resultierenden Komplexität, der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Marktentwicklungen durch die gesetzlichen Vertreter und der Sensitivität hinsichtlich der Kapitalkosten und der wesentlichen Annahmen zur mittel- und langfristigen Strompreisentwicklung für Energiemärkte handelt es sich um einen besonders bedeutsamen Prüfungssachverhalt.
Details zu den Werthaltigkeitsprüfungen und den wesentlichen Bewertungsannahmen sind im Konzernanhang in den Kapiteln Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Ermessensausübungen
und zukunftsbezogene Annahmen unter den Teilabschnitten Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten und Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken dargestellt.
Prüferisches Vorgehen

Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter mit
unternehmensspezifischen Informationen sowie relevanten Marktdaten und Markterwartungen aus
externen und internen Datenquellen verglichen und die angewendeten Bewertungsmodelle
hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt.
Die Veränderungen der Bewertungsparameter gegenüber dem Vorjahr durch leicht gestiegene Kapitalkosten sowie einen erwarteten höheren Anstieg der Strompreise wurden unsererseits nachvollzogen.
Die Evaluierung der Annahmen zur mittel- und langfristigen Preisentwicklung auf den Energiemärkten wurde basierend auf den Preisnotierungen an den Strombörsen bis zum Jahr 2021 sowie darüber
hinaus verfügbaren Preisprognosen unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen
im energiewirtschaftlichen Umfeld vorgenommen. Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse haben wir interne Experten hinzugezogen. Die Konsistenz der bei den Berechnungen
verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir durch Abgleich der darin verwendeten Plandaten mit den vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanungen, vertraglichen Grundlagen sowie
VERBUND-spezifischen Strompreisszenarien beurteilt.
Sonstige Rückstellungen, sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken
Sachverhalt und Problemstellung

Der Konzern sieht sich im Zusammenhang mit Hochwasserereignissen weiterhin mit Schadenersatzforderungen in Höhe von rd. 108,5 MEUR konfrontiert.
Aus unserer Sicht ist dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung, da Ansatz, Bewertung sowie Erläuterungen im Konzernanhang zu etwaigen daraus resultierenden Vorsorgen im wesentlichen Umfang
auf Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit einer möglichen Inanspruchnahme, der Höhe möglicher Schadenersatzleistungen und der zugrunde gelegten
Verfahrensdauern basieren und dadurch ein erhöhtes Risiko falscher Angaben bzw. Darstellungen in
der Rechnungslegung besteht.
Details zur Entwicklung sonstiger Rückstellungen sind im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen
zur Bilanz im Teilabschnitt Sonstige Rückstellungen dargestellt. Nähere Ausführungen zu anhängigen
Verfahren werden im Konzernabschluss im Kapitel sonstige Verpflichtungen bzw. Ansprüche und Risiken beschrieben.

KONZERNABSCHLUSS

285

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die Angemessenheit und Nachvollziehbarkeit der zugrunde gelegten Annahmen,
Bewertungen sowie deren Erläuterungen im Anhang insbesondere anhand der uns vorgelegten
Sachverhaltsdarstellungen, vertraglichen Grundlagen sowie eingeholten rechtlichen Expertise beurteilt
und die Einhaltung der geforderten Offenlegungsverpflichtungen überprüft.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen
Informationen beinhalten alle Informationen im Integrierten Geschäftsbericht und in der Ergänzung
zum Integrierten Geschäftsbericht (Disclosures on Management Approach – im Folgenden kurz
„DMA“ genannt), ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht, den
Bestätigungsvermerk und der Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen
Berichterstattung. Der Integrierte Geschäftsbericht und die DMA werden uns voraussichtlich nach dem
Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt die sonstigen Informationen nicht ab und wir
werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben. Bezüglich Konzernlagebericht verweisen wir auf
den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“.
In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben
angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei abzuwägen, ob sie angesichts des bei der
Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Konzernabschluss stehen oder
sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Sonstige
Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür,
dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB und den sondergesetzlichen Bestimmungen des
Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsgesetzes (ElWOG) ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten
– falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden,
es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die
Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des
Konzerns.

Verantwortlichkeiten
der gesetzlichen
Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den
Konzernabschluss

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein
hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der
ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche

Verantwortlichkeiten
des Abschlussprüfers für die
Prüfung des
Konzernabschlusses

286

vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische
Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter –
falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken,
führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem,
um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns
abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle
und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
• Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten
oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

KONZERNABSCHLUSS

287

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann,
dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben
diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen
Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem
Konzernabschluss.

Urteil

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte
Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Erklärung

288

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 23. April 2018 als Abschlussprüfer für das am 31.
Dezember 2018 endende Geschäftsjahr gewählt und am 3. Mai 2018 vom Aufsichtsrat mit der
Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. Dezember
2007 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
dem Konzern gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard Marterbauer.
Wien, am 14. Februar 2019
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer
Wirtschaftsprüfer

Mag. Christof Wolf
Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser
Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind
die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

GLOSSAR

263

VERBUND-Kraftwerke und
APG-Netzanlagen

VERBUND-Kraftwerke

Netzanlagen 220/380 kV

GLOSSAR

289

Glossar

294

Glossar
ACER

Bereinigtes Konzernergebnis

Agency for the Cooperation of Energy
Regulators/Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden

Zu den Bereinigungen zählen neben den
Effekten, die beim bereinigten EBITDA
bereinigt werden, Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen und Effekte aus Unternehmenserwerben sowie sonstige
Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter (nach
Steuern und nicht beherrschenden
Anteilen). Darüber hinaus werden beim
bereinigten Konzernergebnis außergewöhnliche Steuereffekte nicht berücksichtigt.

Arbeitsrechtlicher
Personalstand (APS)
Alle arbeitsrechtlichen Dienstverhältnisse der Gesellschaft.
Der APS wird zum Monatsletzten stichtagsbezogen erhoben; Berechnung nach
Köpfen inklusive Karenzierungen und
exklusive Vorstand, Vorruhestand und
Ferialpraktikanten.

Ausrüstungsinvestitionen
Zu den Ausrüstungsinvestitionen zählen
Maschinen und Geräte, Betriebs- und
Geschäftsausstattungen und Fahrzeuge.
Nicht dazu zählen feste Bestandteile von
Bauwerken, wie Aufzüge, Heizanlagen, Rohrleitungen und Ähnliches,
wohl aber fest montierte Maschinen
oder Komponenten komplexer Fabrikationsanlagen.

Base
(Baseload, Grundlast)
Base kennzeichnet das Lastprofil für
Stromlieferungen von konstanter Leistung über 24 Stunden eines jeden Tages
der Lieferperiode.

Bereinigtes EBITDA
Zu den Bereinigungen zählen Auswirkungen aus Restrukturierungsaufwendungen aus konzernweiten
Einsparungsprogrammen sowie sonstige
Aufwendungen und Erträge mit einmaligem bzw. seltenem Charakter im
EBITDA. Darüber hinaus wird beim
bereinigten EBITDA das EBITDA aus
etwaigen nicht fortzuführenden Aktivitäten berücksichtigt. Das EBITDA ist
unsere wichtigste interne Ergebniskennzahl und Indikator für die nachhaltige
Ertragskraft unserer Geschäfte.

Betreibermodell
Betreibermodelle bezeichnen Public
Private Partnerships, bei denen Planung,
Finanzierung, Bau und eigenständiger
Betrieb anlagentechnischer Infrastruktur
an eine Betreibergesellschaft vergeben
werden.

Bilanziell geschlossene
Positionen
Bilanziell geschlossene Positionen
umfassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige
Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten
Cross-Border-Leasing-Transaktionen;
vormals wurden Finanzverbindlichkeiten
aus Cross Border Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die
dazugehörigen Veranlagungen ebenso
behandelt.

Bruttoverschuldung
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher
Schulden abzüglich geschlossener
Positionen.

Capital Employed
Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum
Prozess der Leistungserstellung und
-verwertung beitragen (z. B. geleistete

Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen
Positionen), und abzüglich unverzinslicher Schulden.

Cashflow
Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss
von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem
Cashflow aus der operativen Tätigkeit,
aus der Investitionstätigkeit und aus der
Finanzierungstätigkeit zusammen.

Clean Dark Spread
Erzeugungsmarge bei Strom aus Kohlekraftwerken, die der Differenz zwischen
dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Kohle) für die Stromproduktion
unter Berücksichtigung der Kosten für
Emissionszertifikate entspricht.

Clean Spark Spread
Erzeugungsmarge bei Strom aus Gaskraftwerken, die der Differenz zwischen
dem Strompreis und den Brennstoffkosten (Gas) für die Stromproduktion
unter Berücksichtigung der Kosten für
Emissionszertifikate entspricht.

Corporate Social Responsibility
(CSR)
Dieses Konzept trägt zur nachhaltigen
Entwicklung auf Unternehmensebene
bei und bezieht ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in das Kerngeschäft mit ein. Zudem wird auf die
Auswirkungen durch die Geschäftstätigkeiten und Anforderungen der
Stakeholder in allen Unternehmensprozessen geachtet.

Cross Border Leasing
Leasing über Staatsgrenzen hinweg.
Leasinggeber und -nehmer haben ihren
Standort in unterschiedlichen Ländern.

GLOSSAR

DMA (Disclosures on Management Approach)
Die Veröffentlichung von Managementansätzen ist eine Anforderung der Global
Reporting Initiative (GRI). Sie erläutern,
wie wirtschaftliche, ökologische und
soziale Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die als wesentlich
identifizierten Aspekte gehandhabt
werden. VERBUND fasst diese Prozesse
und Managementsysteme in einem
Dokument zusammen und veröffentlicht
dieses auf der Webseite
(www.verbund.com > Investor
Relations > Finanzpublikationen).

Durchschnittlicher
betriebswirtschaftlicher
Personalstand

295

Die E-Control hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu
überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote (bereinigt)
Eigenkapital im Verhältnis zum um
bilanziell geschlossene Positionen
bereinigten Gesamtkapital.

Eigenkapitalrentabilität (ROE)
Periodenergebnis (bereinigt um das
Ergebnis aus der Auflösung von CrossBorder-Leasing-Transaktionen) im
Verhältnis zum durchschnittlichen
Eigenkapital.

Erzeugungskoeffizient
Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines Wasserkraftwerks oder einer
Reihe von Wasserkraftwerken in einem
Zeitraum und der durchschnittlichen
(aus historischen Wasserführungen
ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit
dieses Wasserkraftwerks bzw. dieser
Wasserkraftwerke im selben Zeitraum.
Dieser langjährige Durchschnitt ist
gleich 1. Folglich bedeutet
beispielsweise ein Erzeugungskoeffizient
von 1,1 eine 10%ige Mehrproduktion.

ESG-Rating

Earnings before Interest and Tax
(EBIT)

Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetz. Durch das ElWOG
wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt.

ESG steht für „Environmental, Social
and Governance“, also „Umwelt,
Soziales und Unternehmensführung“,
und bezeichnet die Analyse und Bewertung von Unternehmen nach ökologischen und sozial-gesellschaftlichen
Aspekten sowie der Art der Unternehmensführung im Unterschied zu einem
Rating nach rein finanziellen Kennzahlen.

Operatives Ergebnis.

Engpassleistung (EPL)

Fluktuationsrate

Earnings before Interest, Taxes,
Depreciation and Amortization
(EBITDA)

Die maximale Dauerleistung, die ein
Kraftwerk unter Normalbedingungen
abgeben kann.

Die Fluktuationsrate ist der Anteil der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der
Probezeit verlassen haben. Der Anteil
wird im Verhältnis zum Mitarbeiterstand
zum Bilanzstichtag berechnet.

Berechnung nach tatsächlichen Stichtagen der Ein- und Austritte sowie dem
Beschäftigungsausmaß.

Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern
sowie Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte und
Effekten aus Werthaltigkeitsprüfungen.

EBIT-Marge
Earnings before Interest and Tax (EBIT)
im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

E-Control
(Energie-Control Austria)
2001 wurde die Energie-Control GmbH
(E-Control) gegründet. Mit 3.3.2011
wurde die E-Control in eine Anstalt
öffentlichen Rechts umgewandelt
(§ 2, § 43 Energie-Control-Gesetz).

ElWOG

Equity-Methode
Methode zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden
kann, und Gemeinschaftsunternehmen
(Joint Ventures). Bei der Equity-Methode
wird der Beteiligungsansatz im Grunde
an die Veränderung des anteiligen
Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine
„Einzeilenkonsolidierung“. Die Veränderungen werden entweder in der Gewinnund Verlustrechnung oder im sonstigen
Ergebnis (das heißt direkt im Eigenkapital) erfasst.

Free Cashflow vor Dividende
Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionen bzw. Abgängen in
Finanzanlagen; steht für Zahlungen aus
der Finanzierungstätigkeit (z. B. Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten) sowie
Ein- und Auszahlungen in Finanzanlagen
zur Verfügung.

296

Funds from Operations (FFO)

Klimaneutrales Erdgas

Operatives Ergebnis zuzüglich Abschreibungen, Zinsertrag und effektiver
Steuern.

GRI entwickelt seit 1997 in internationalen partizipativen Verfahren Richtlinien
und Standards für Unternehmen zur
Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten.

Durch die Verwendung von Erdgas
entstehen CO2-Emissionen bei unseren
Kunden. Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen diese Emissionen an
einem anderen Ort wieder eingespart
werden. VERBUND fördert daher nachhaltige, saubere Energiegewinnung, wie
zum Beispiel mit dem Wasserkraftwerk
Ashta in Albanien, und gleicht so die
CO2-Emissionen für VERBUND-Erdgas
aus. Es wird also genau die Menge an
CO2 durch die nachhaltige Förderung
sauberer Energiegewinnung wieder
ausgeglichen, die durch die Verwendung von VERBUND-Erdgas freigesetzt
wird.

Gross Debt Coverage

NaDiVeG

Verhältnis von Funds from Operations
(FFO) zur Bruttoverschuldung.

Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz zur nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/95/EU im
Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller
und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen. Siehe auch NFI-Richtlinie.

Gearing
Nettoverschuldung im Verhältnis zum
Eigenkapital.

Global Reporting Initiative
(GRI)

Gross Interest Cover
Verhältnis von Funds from Operations
(FFO) zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personalbereich).

Heizgradsummen
Summe der Heizgradtage eines bestimmten Zeitabschnitts. Als Heizgradtag HGT (auch Gradtagszahl) gilt die
Temperaturdifferenz zwischen einer
bestimmten konstanten Raumtemperatur und der tagesmittleren Lufttemperatur, sofern diese gleich oder unter einer
angenommenen Heizgrenztemperatur
liegt. Bei der Ermittlung der HGT in
Österreich wird (meist) von einer Raumtemperatur von 20 °C und einer
Heizgrenztemperatur von 12 °C ausgegangen.

Inter TSO Compensation (ITC)
Inter TSO Compensation (ITC) ist die
Kompensation für die Kosten für Transitströme in Übertragungsnetzen.

Nettoverschuldung (Net Debt)
Bruttoverschuldung abzüglich liquider
Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und
Ausleihungen sowie der Wertpapiere im
kurzfristigen und langfristigen Vermögen.

NFI-Richtlinie
Die EU-Richtlinie 2014/95/EU für die
Angabe von nichtfinanziellen Informationen – kurz NFI-Richtlinie – wurde von der
österreichischen Bundesregierung mit
dem Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG)
umgesetzt und gilt für Geschäftsjahre, die
nach dem 31.12.2016 beginnen. Es
verpflichtet große Unternehmen von
öffentlichem Interesse mit mehr als 500
Mitarbeitern (u. a. börsennotierte Unternehmen, Versicherungen und Banken),
eine nichtfinanzielle Erklärung in den
Lagebericht aufzunehmen. Diese umfasst

Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung. Zusätzlich haben Unternehmen, die
einen Corporate Governance Bericht
erstellen müssen, diesen um Angaben
zum Diversitätskonzept zu erweitern.

Pay-out-Ratio
(Vorgeschlagene) Dividendenzahlung im
Verhältnis zum Konzernergebnis.

Peak
(Peakload, Spitzenlast)
Peak kennzeichnet das Lastprofil für
Stromlieferungen von konstanter Leistung über zwölf Stunden von 8 Uhr bis
20 Uhr eines jeden Werktags der Lieferperiode.

Performance
Bezeichnet die Wertentwicklung eines
Wertpapiers oder eines Portfolios, z. B.
über ein Jahr.

RCF/Net Debt
Retained Cashflow (RCF): Funds from
Operations (FFO) abzüglich gezahlter
Dividende.

Redispatch
Der Begriff Redispatch bezeichnet die
kurzfristige Änderung des Kraftwerkseinsatzes zur Vermeidung oder
Behebung von Netzengpässen.

Regelarbeitsvermögen (RAV)
Durchschnittliche, aus historischen
Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks.

GLOSSAR

Regelreservemarkt
Regelenergie ist nötig, wenn plötzlich
große Lastschwankungen – zu viel oder
zu wenig Strom im Netz – auftreten.
Dafür werden bestimmte Anteile der
Kraftwerkskapazitäten als Reserve bereitgehalten, um das Netz rasch stabilisieren
zu können. Die benötigten Kapazitäten
werden vom Regelzonenführer über
Marktmechanismen beschafft und die
tatsächlich abgerufenen Strommengen
ebenso von diesem vergütet.

Return on Capital Employed
(ROCE)
Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen erhöhtes Periodenergebnis (Net
Operating Profit after Tax, NOPAT) im
Verhältnis zum durchschnittlichen
Capital Employed.

Schwankungsmarge
(Variation Margin)
Die Variation Margin stellt bei Futures
die täglich bezahlte Gutschrift oder
Lastschrift aus der Bewertung dar (d. h.
die von der Börse bezahlte Bewertung).
Im Gegensatz zur sogenannten Initial
Margin hat die Variation Margin nicht
den Charakter einer Sicherheitsleistung.
Bei der Variation Margin handelt es sich,
obwohl die Beträge täglich auf dem
Margin-Konto gutgeschrieben bzw.
belastet werden, um nicht realisierte
Gewinne bzw. Verluste; die Position als
solche ist nach wie vor schwebend.

Standardlastprofile Strom
Bei Stromkunden ohne registrierende
Leistungsmessung werden vom Energieversorger Standardlastprofile (SLP)
eingesetzt. Diese SLP ersetzen die nicht
vorhandene Lastganglinie von Letztverbrauchern durch eine errechnete, hinreichend genaue Prognose der Stromabnahme im Viertelstundentakt. SLP sind
repräsentative Lastprofile, die für die
Kundengruppen Haushalt, Landwirt-

297

schaft und Gewerbe mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 kWh im
Jahr angewendet werden, bei denen
jeweils ein ähnliches Abnahmeverhalten
anzunehmen ist.

Sustainable Development Goals
(SDGs)
Von den Mitgliedstaaten der UN erarbeitete 17 Ziele und 169 Zielsetzungen der
nachhaltigen Entwicklung, gültig seit
2016 für alle Staaten weltweit. Bis Ende
2030 soll damit Armut beseitigt, die
Gleichstellung von Frauen vorangetrieben, die Gesundheitsversorgung verbessert und dem Klimawandel
gegengesteuert werden.

SystemnutzungstarifeVerordnung (SNT-VO)
Die Systemnutzungstarife-Verordnung
bestimmte die Grundsätze für die Ermittlung und die Zuordnung der Kosten, die
Kriterien für die Tarifbestimmung sowie
die Tarife für die zur Netznutzung zu
entrichtenden Entgelte. Die Verordnung
wurde jährlich von der Energie-ControlKommission erlassen. Seit 2012 wird die
Systemnutzungsentgelte-Verordnung
von der Regulierungskommission der
E-Control erlassen.

Task Force on Climate-related
Financial Disclosures (TCFD)
TCFD wurde 2015 vom Financial Stabiliy
Board ins Leben gerufen. Die Task Force
wurde damit beauftragt, Empfehlungen
zu entwickeln, mit denen Unternehmen
ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel für den Kapitalmarkt offenlegen
können. Diese Empfehlungen richten
sich an vier verschiedene Bereiche
(Governance, Strategie, Risikomanagement, Kennzahlen & Ziele) und haben
das Ziel, klimabezogene Risiken und
Chancen zu identifizieren, zu bewerten,
zu steuern und darüber zu berichten.

UN Global Compact
Der Global Compact der Vereinten Nationen ist die weltweit größte Initiative zu
Corporate Social Responsibility (CSR) und
nachhaltiger Entwicklung. Das Ziel der
weltumspannenden Bewegung aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft: Die
Globalisierung sozialer und ökologischer
zu gestalten. Als zentrales Element des
UN Global Compact gelten die 10 universellen Prinzipien und die Unterstützung
der 17 Sustainable Development Goals
(SDGs) der Vereinten Nationen.

Value-at-Risk (VaR)
Verfahren, das zur Berechnung des
Verlustpotenzials aus Preisänderungen
der Handelsposition angewandt wird.
Die Berechnung dieses Verlustpotenzials,
das unter Annahme einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit (z. B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen.

VERBUND-Konzernstruktur
per 31.12.2018

GRI 102-45

VERBUND AG
80,54%

VERBUND Hydro Power GmbH

Aktionärsstruktur in %
Streubesitz

Republik
Österreich

TIWAG

Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und Betriebs GmbH

33,33%

Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG

50,01%

Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH **)

100,00%

Lestin & Co. Tauch-, Bergungs- und
Sprengunternehmen Gesellschaft m.b.H

99,90%

< 20
>5

33,33%

0,10%

VERBUND Tourismus GmbH

100,00%

VERBUND Wind Power Austria GmbH

50,00%

Grenzkraftwerke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung

50,00%

Donaukraftwerk
Jochenstein Aktiengesellschaft

50,00%

Österreichisch-Bayerische
Kraftwerke Aktiengesellschaft

51

> 25

100,00%

VERBUND Wind Power Romania S.R.L.

Syndikat EVN und
Wiener Stadtwerke

100,00%

VERBUND Finanzierungsservice GmbH

100,00%

Innwerk AG

70,27%

50,00%
50,00%
50,00%

VERBUND Innkraftwerke GmbH

100,00%

VERBUND Thermal Power GmbH

100,00%1)

VERBUND
Thermal Power GmbH & Co KG

100,00%

VERBUND Trading GmbH

0.00%1)

100,00%

VERBUND Trading & Sales
Deutschland GmbH

100,00%

VERBUND Trading Czech Republic s.r.o.

100,00%

VERBUND Trading Serbia d.o.o.

99,00%

VERBUND Trading Romania S.R.L.
1,00%

100,00%

Austrian Power Grid AG

24,40%

OeMAG Abwicklungsstelle für
Ökostrom AG

100,00%

VUM Verfahren Umwelt Management
GmbH

100,00%

VERBUND Sales Deutschland GmbH

100,00%

VERBUND Sales GmbH

50,00%

smart Energy Services GmbH

100,00%

VERBUND Solutions GmbH

40,00%

E-Mobility Provider Austria GmbH

40,00%

SMATRICS GmbH & Co KG

50,00%

VERBUND GETEC Energiecontracting
GmbH

50,00%

SOLAVOLTA Energie- und Umwelttechnik GmbH

100,00%

VERBUND Services GmbH

100,00%

AQUANTO GmbH i. L. *)

50,00%

Ennskraftwerke Aktiengesellschaft

35,17%

KELAG-Kärntner
Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Legende
Vollkonsolidierung
Anteilige
Konsolidierung
Equitybewertung
100,00%

Energji Ashta Shpk

100,00%

Lestin & Co. Tauch- und Bergungsunternehmen Gesellschaft m.b.H

Gemeinschaftsunternehmen,
Equitybewertung
Nicht konsolidiert
Ergebnisabfuhrvertrag

100,00%

VERBUND Wind Power Deutschland GmbH

61,26%

Infrastrukturgesellschaft
Bischheim GmbH & Co KG

81,00%

Infrastruktur Oberheimbach I
GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Dörrebach GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Utschenwald GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Seibersbach GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Stetten I GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Schönborn GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Rheinböllen GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Hochfels GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Dichtelbach GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Eichberg GmbH & Co KG

95,00%

Windpark Ellern GmbH & Co KG

* ) in Liquidation
**) die Gesellschaft hat gegenüber ihren Gesellschafter(n) eine anteilige Verlustabdeckungsvereinbarung
1) Die VERBUND AG hält an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG einen Anteil von 99,9972 %
und die VERBUND Thermal Power GmbH einen Anteil von 0,0028 %.

Aktionärsstruktur:

Vorstand:

– Republik Österreich (51,0 %)

Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender),

Herausgeber: VERBUND AG

– Syndikat (> 25,0 %) bestehend aus EVN AG

Michael Strugl (stv. Vorsitzender),

Am Hof 6a, 1010 Wien

(deren Aktionäre sind: Niederösterreichische

Peter F. Kollmann,

Landes-Beteiligungsholding GmbH, 51 %,

Achim Kaspar

IMPRESSUM & OFFENLEGUNG

Dieser Integrierte Geschäftsbericht

EnBW Trust e.V., 30,0 %) und Wiener Stadt-

wurde inhouse mit firesys produziert.

werke (deren Alleingesellschafter die Stadt

Aufsichtsrat:

Diagramm- und Tabellenkonzept:

Wien ist)

Gerhard Roiss (Vorsitzender), Michael Süß

Roman Griesfelder, aspektum gmbh

– TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG (> 5,0 %,

(1. stv. Vorsitzender), Elisabeth

Kreativkonzept: Brainds, Marken und

deren Alleinaktionär das Land Tirol ist)

Engelbrechtsmüller-Strauß (2. stv. Vorsit-

Design GmbH

– Streubesitz (< 20,0 %): Zu den Eigen-

zende), Harald Kaszanits, Werner Muhm,

Grafik: Jo Santos

tümern der Aktien, die sich im Streubesitz

Susanne Riess, Jürgen Roth,

Beratung: Grayling Austria GmbH

befinden, sind uns keine näheren Daten

Stefan Szyszkowitz, Christa Wagner,

Übersetzung und Sprachberatung:

bekannt.

Peter Weinelt, Doris Dangl,

ASI GmbH – Austria Sprachendienst

Isabella Hönlinger, Kurt Christof,

International

Hinweis zu gesetzlichen bzw.

Produktion: Lindenau Productions GmbH

satzungsmäßigen

Wolfgang Liebscher, Hans Pfau

Stimmrechtsbeschränkungen:

Besondere gesetzliche Grundlagen:

Kontakt: VERBUND AG

Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften

Österreichisches Elektrizitätswirtschafts- und

Am Hof 6a, 1010 Wien, Österreich

und Unternehmungen, an denen

-organisationsgesetz mit den dazugehörigen

Telefon: +43(0)50 313-0

Gebietskörperschaften mit mindestens 51 %

Verordnungen und Ausführungsgesetzen.

Fax: +43(0)50 313-54191

beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes

Die angeführten gesetzlichen Grundlagen

E-Mail: information@verbund.com

Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 %

können über das Rechtsinformationssystem

Homepage: www.verbund.com

des Grundkapitals beschränkt.

des Bundeskanzleramts unter

Firmenbuchnummer: FN 76023z

www.ris.bka.gv.at abgerufen werden.

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien

Aufsichtsbehörde/Berufsverband:

UID-Nr.: ATU14703908

E-Control GmbH/E-Control Kommission

DVR-Nr.: 0040771

Bundesministerium für Finanzen

Unternehmenssitz: Wien, Österreich

Wirtschaftskammer Österreich
Oesterreichs Energie

Investor Relations:
Andreas Wollein

Unternehmensgegenstand:

Telefon: +43 (0)50 313-52604

Der Unternehmensgegenstand liegt

E-Mail: investor-relations@verbund.com

schwerpunktmäßig in Erzeugung, Transport,
Handel und Vertrieb von elektrischer Energie

Konzernkommunikation:

und sonstiger Energieträger sowie im Anbie-

Beate McGinn

ten und Durchführen von Energiedienst-

Telefon: +43 (0)50 313-53702

leistungen.

E-Mail: media@verbund.com

Dieses Druckwerk wurde nach der Richtlinie
„Druckerzeugnisse“ des Österreichischen
Umweltzeichens bei der Druckerei
Bösmüller Print Management GesmbH & Co
KG (UW-Nr. 779) gedruckt.
GRI 102-53
                            
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.