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Full text: Im Warthebruch

Im Warthebruch. 
„Hier schmücke Häuschen schimmernd 
Am grünen Bergeshang; 
Dort Sicheln und Sensen blitzend 
Die reiche Flur entlang; 
Und weiterhin die Ebne, 
Die stolz der Strom durchzieht . . 
Uhland. 
B n Windeseile führte uns der rasselnde, stampfende 
Schnellzug durch die Landschaft dahin; in end 
losem Rundgemälde zogen all die, oft und gern 
auf schwankendem Rade besuchten Orte wie im 
Fluge an uns vorüber. Schon lag der alte Bischofsitz 
Fürstenwalde hinter uns und eben tauchte der Turm von 
Steinhöfel, dem Besitztum des tapferen Freiheitskriegen 
Generals von Massow, im dunklen Grün unter; einförmige 
Kiefernhaide umschloss den dahinbrausenden Zug und liess 
uns in ihrer Trostlosigkeit hinreichend Zeit zur Auffrischung 
der Erinnerungen an die in blühender Thalniederung unsrer 
wartende Oderstadt Frankfurt, in die das pfauchende Dampf 
ross soeben einlenkte. 
Die Mythe verherrlicht Frankfurts Anfänge; ein Yan- 
dalenfürst Senno soll die Stadt gegründet haben, sicher 
aber stand im Jahre 1253 hier ein Marktflecken mit nicht un 
bedeutendem Handel, der das Recht und Pflicht der Ueber- 
fiihrung der fränkischen Kaufleute zum polnischen Ufer be- 
sass, woher auch der Name des Ortes rührt. Frankfurt 
blühte schnell auf und war etwa ein Jahrhundert nach seiner 
Gründung eine der getreuesten und heldenhaftesten Städte 
der Mark. 
In jener Epoche, in den verhängnisvollen Wirren der 
bayerischen Zeit erscheinen die Bürger der Stadt als die 
eigentlichen Träger nationaldeutschen Geistes. Unter ihrem 
wackeren Vogte Ritter von Wulkow zogen sie den vom 
Bischof von Lelms ins Land gerufenen, alles auf das Grauen
	        
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