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Full text: Im Warthebruch

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die Wohnräume des Hauses eingerichtet, einfach dagegen die 
Bibliothek mit dem Brustbild Friedrich des Grossen. Durch 
das Vestibül treten wir auf die Rampe, welche breit aus 
ladend in den wundervollen Garten hineinragt. 
Von den Wohnräumen des oberen Stockwerkes ist ein 
Boudoir hervorzuheben, das mit auserwähltem Kunstsinn für 
die Schlossherrin eingerichtet ist und als Prachtstück ein 
Geschenk der Kaiserin Katharina II. von Russland, chinesische 
Gobelins von wundervoller Arbeit, enthält. 
Im Park treffen wir unter dunklem Tannengebüsch die 
Gruft des gräflichen Hauses, auch begegnet uns hier und 
dort eine Statue, eine Inschrift oder Epitaph aus alter Zeit. 
Inmitten der herrlichen Anlagen aber ragt der prächtige mit 
Bronzereliefs und der vergoldeten Statue der Rauchschen 
Viktoria geschmückte Obelisk auf, der dem Andenken jener 
Tage geweiht ist, welche Friedrich der Grosse hier verlobte. 
Das Monument trägt die trefflich gewählte Inschrift aus den 
Klageliedern Jeremiä: „Es ist dem Manne gut, wenn er das 
Joch trägt in seiner Jugend!“ 
Unmerklich geht der Park in die die Berglehne be 
deckende "Waldung über, durch welche sich eine romantische 
Schlucht hinzieht, die entsprechend dem derzeitigen Ge- 
.sclimacke säulengetragene Rundtempel, Borkenhäuschen 
u. a. m. enthält. Wunderbar schön aber ist der Blick von 
der Höhe der Berge auf die schier endlosen Wiesen des 
Warthebruchs, der Schöpfung des grossen Königs. 
Nun wenden wir uns zu der gotischen Kirche, die von 
Schinkel restauriert, mit seinen zierlichen Formen, glänzenden 
goldenen Kreuzen und hübschen Anlagen dem Park zur Zierde 
gereicht. Ausserst künstlerisch sind die im linken Querschiff 
aufgestellten Grabmonumente des Feldmarschalls Adam von 
Schöning und seiner zweiten Gemahlin, geh. von Pöllnitz. 
Mit entschiedener Begeisterung sind die trefflich charakteri 
sierenden überlebensgrossen Gestalten gearbeitet, die Ritter 
gestalt des kühnen Paladins des grossen Kurfürsten: Kraft
	        
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